Mein geliebter Schreibtischjob

Ich musste sehr lachen, als A. einmal von der Arbeit nach Hause kam und erzählte, sein Teamleiter hätte gesagt, er käme ins Büro, um sich zu entspannen. Schließlich habe er zuhause 3 Kinder…

Dieser Gedanke ist mir nicht fremd! Vor allem morgens, wenn man seinen üblichen Zug zur Arbeit noch erwischen will, das Kind zu früh aufwacht und nach Papa ruft (der aber schon weg ist), und man sich noch mehr mit dem Duschen und Anziehen beeilen muss als sowieso schon, das Kind sich nicht waschen, wickeln und anziehen lassen will, anschließend beim Frühstücken bummelt und der Zeiger der Uhr inzwischen schon viel weiter gerückt ist, als man gerne hätte.

Ich merke öfters, dass ich anfange, mich zu entspannen, sobald ich den kleinen Schatz bei der KITA abgeliefert habe und rechtzeitig am Bahnhof bin, um sogar noch kurz auf meinen Zug warten zu müssen. Wenn ich dann im Büro den ersten Kaffee trinke und mein aus Zeitgründen schon am Vorabend geschmiertes Frühstücksbrot esse, kann der (Arbeits-)Tag anfangen. Entspannt, weil man sich auf eine Sache konzentrieren kann und nicht ständig überall Augen und Ohren haben muss. Ist halt doch irgendwie etwas anderes, ob man ziemlich ungestört seine Arbeit erledigen kann oder ob man mit einem kleinen Wirbelwind um sich herum versucht, das Nötige im Haushalt oder sonst irgendwas Wichtiges zu erledigen.

Mal abgesehen von dem Entspannungseffekt genieße ich es auch, 4 mal 8 Stunden die Woche nicht hauptsächlich B.´s Sklave Mama zu sein und mich mit „Erwachsenensachen“ zu beschäftigen. Als B. mit 6 Monaten in die KITA kam und ich wieder arbeiten ging, war es für uns alle eine Erleichterung! Ich hatte endlich mal nicht den ganzen Tag ein anspruchsvolles Baby um mich rum, B. kam endlich unter andere Kinder und A. kriegte statt der nörgeligen, erschöpften Frau, die ihm abends das ebenfalls nörgelige Kind in die Hände drückte (nicht immer, aber zu unser aller Leidwesen leider doch recht oft) seine Queen K zurück. Wie meine Schwägerin nach dem ersten ihrer drei Kinder schon sagte: „Ich bin eine bessere Mutter und Arbeitnehmerin, weil ich Teilzeit arbeite.“ Man freut sich halt an Arbeitstagen auf sein Kind, und an Mamatagen auf seine Arbeitstage. Man (bzw. frau) genießt seine Zeit im Büro oder zuhause mit dem Kind mehr. Ich jedenfalls. Dass ich auch noch nette Kollegen habe und einen Job, den ich mag, hilft natürlich auch 🙂

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