10 Jahre K. und A. (Teil 1: Haarlem)

Wie? Was?! Wow… Es ist tatsächlich schon zehn (!) Jahre her, dass A. und ich uns kennengelernt haben!

Vor zehn Jahren, als ich während meines Studiums in Irland war, ist er mir in einem mixed dorm in einem Youth Hostel in Galway begegnet. Da habe ich offenbar so einen guten Eindruck auf ihn gemacht (*räusper*), dass er mich, nachdem er am nächsten Tag wieder nach Hause fliegen musste, in den darauf folgenden 3 Monaten noch zweimal besucht hat. Weil ich ja noch mein Studium abschließen musste, hatten wir danach 2 Jahre eine Fernbeziehung – das hatte auch was! Zum Glück war es ja von Köln nach Utrecht nur zwei Stunden im ICE und er beteiligte sich gerne an den liebesbedingten Zugfahrtkosten seiner arme Studentenfreundin.

Zehn Jahre ist das schon her, wow! Es kommt mir nicht so lange vor (auch wenn es sich manchmal fühlt, als kennen wir uns schon ewig), aber eigentlich ist ja schon viel passiert in diesen Jahren. Zusammenziehen, zusammen ein Haus kaufen, Jobwechsel, Hochzeit, Kinderwunschbehandlung, ein Burn-out, spontane Schwangerschaft, Fehlgeburt, noch eine spontane Schwangerschaft, die Geburt unseres kleinen Schlingels, ein „schwieriger Start“ als Familie…..und jetzt stecken wir gerade wieder in einer Phase, in der alles gut läuft. *strahl*

Zur Feier des Tages brachten wir B. ein Wochenende zu Opa und Oma, um etwas Zeit zu zweit zu haben. Der Plan war lecker zu Mittag essen, shoppen und abends Steak essen in Haarlem. Wir hatten ein Zimmer im Golden Tulip Lion d’or gebucht, direkt am Bahnhofsvorplatz. Sehr pingelige Menschen hätten da bestimmt was zu Meckern gehabt (lose Leiste an der Waschtafel, ein alter Fleck im Teppich), aber so sind wir nicht. Es war normal sauber, die Betten waren okay und das Badezimmer auch. Und es war trotz Bahnhofsnähe nachts auch wirklich nicht laut, sodass wir herrlich (aus)schlafen konnten.

Weil wir ja erst B. weggebracht hatten und dann mit dem Zug nach Haarlem gefahren waren, war es schon Zeit zum Mittagessen, als wir eingecheckt hatten. Wir schlenderten durch die Einkaufsstraße und hatten Glück: wir fanden hinten im laut Aushangschild „tollsten Laden Haarlem“ De wereld van Jansje einen netten Lunchroom, in dem wir superlecker gegessen haben,

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Ich hatte ein Club Sandwich (mit Currymayonnaise – sehr zu empfehlen!), A. ein Bauernomelett. Weil so schönes Wetter war, saßen wir an einem der Tische im Hof, wo es sehr ruhig und gemütlich war. Die Kellner/innen hatten alle eine geistige Behinderung (meistens Down Syndrom) und waren sehr gewissenhaft und freundlich. Das Essen war ausschließlich biologisch und wie gesagt sehr lecker!

Nach dem Essen stöberte ich noch kurz im Laden selbst. Viele tolle ungewöhnliche Sachen, größtenteils handgearbeitet. Wie diese niedlichen Affen:

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Eigentlich wollte ich einen für B. kaufen, aber A. stimmte dagegen. Und da B. auch nicht wirklich mit Kuscheltieren spielt, habe ich das angesichts des Preises (Handarbeit halt) dann gelassen. Pöh!

Weil wir ja eigentlich nach anderen Sachen suchten, arbeiteten wir uns durch die restliche Einkaufsstraße. Zu meinem wachsenden Ärger fanden wir aber nirgendwo hübsche graue Sneaker oder eine nicht-regenjackige Regenjacke. Es passiert mir öfter, dass ich viele hübsche Sachen sehe, wenn ich gerade keine Zeit zum ausgiebigen Shoppen habe, und dass ich dann, wenn ich endlich Zeit habe, nichts von meiner bescheidenen Liste finde! So gemein! A. versuchte, mich so gut wie möglich bei Laune zu halten, aber das war eine anspruchsvolle Aufgabe (ich sag nur: monatliche Hormone…).

Bei einer Kaffeepause in einem Café an einem kleinen Platz fiel mir auf, dass man an den vorbeigehenden bzw. radelnden Leuten irgendwie doch sehen kann, dass Haarlem ein bisschen posh ist. Die teuren Fahrräder, die gewollt laid-back Outfits schicker Marken… In der „Kö“ von Haarlem, in der wir zufällig landeten, entdeckte ich einen niedlichen kleinen Laden mit lustigen Kindersachen. Das T-Shirt mit dem lustigen Aufdruck von der Ausverkauf-Stange (17Euro) hätte ich ja fast mitgenommen, aber die Brotdose, die ich im Schaufenster gesehen hatte, schreckte mich dann doch ab. 47 Euro für eine Kinderbrotdose! Ich glaub, es hackt! Schnell weg… Ich bin zwar bereit, mir ein teures Bett zu leisten, aber solche übertriebenen Preise sind auch nicht meins.

Nach der recht erfolglosen Shoppingtour ruhten wir uns kurz im Hotel aus (jaja, man wird ja auch nicht jünger!) und gingen abends Richtung Grote Markt, wo wir bei Wilma & Albert’s Steakhouse lecker Steak essen wollten. Die Einrichtung war ziemlich veraltet, aber das Steak war sehr gut! Zum Glück, denn der Rest war nicht so dolle: für das Brot vorweg, die (mittelmäßigen) Pommes und andere Beilagen musste man extra bezahlen, die Bedienung war auch nicht berauschend und die „frische“ Ananas in meinem Nachtisch war ziemlich hart/unreif. Naja. Außer dem Fleisch war zumindest der Maiskolben sehr lecker!

Nach einem kleinen Erfrischungsspaziergang beschlossen wir, noch ein Bierchen zu trinken. A. hat mal in Haarlem studiert und kannte sich da aus. Ich glaube, wir waren im Proeflokaal In den Uiver. Da war es ruhig genug, dass man sich unterhalten konnte. Normalerweise trinke ich lieber Wein, aber da es ein Bierlokal war und ich keine Lust auf Wein hatte, nahm ich ein Affligem. Das war recht schwer, daher blieb es bei dem einen. Im Wissen, dass kein Babysitter auf unsere Rückkehr wartete und wir am nächsten Tag länger als bis 6.30 Uhr schlafen konnten, nahmen wir uns endlich mal wieder die Zeit, uns wirklich zu unterhalten. Herrlich! (Worüber? Das erzähl ich ein anderes Mal.)

Weil wir aber keine langen Abende mehr gewohnt sind UND von der Shoppingtour erledigt waren, lagen wir am Ende doch schon gegen 23 Uhr im Hotelbett. Außerdem wollten wir die Gelegenheit ja nutzen und mal wieder schön lange schlafen! Gute Nacht, John-Boy!

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