Ein richtiges Gespräch!

Wie in meinem Post zu A.’s und meinem Zehnjährigen erwähnt, haben wir an diesem Abend in der Kneipe (auf Niederländisch viel schicker „(bruin) café„) endlich mal wieder ein richtiges Gespräch geführt. Und worüber redet man so an einem nachwuchsfreien Abend?! Eh, ja genau, über den Nachwuchs!

Da B. inzwischen schon die 18-Monatsgrenze überschritten hat, werde ich immer öfter mal gefragt, ob wir noch ein zweites Kind wollen. Schließlich gilt 2 Jahre Altersunterschied ja bei den meisten Eltern als ideal. Dass es bei uns beim Ersten etwas länger gedauert hat, vergessen die Fragesteller gerne… Aber darum geht’s jetzt nicht. Die Sache ist die: Ich würd B. ja gerne ein Geschwisterchen (dafür haben die Holländer kein offizielles Wort, doof, was?) gönnen. Wir könnten es uns finanziell leisten. Ist ja in diesen Zeiten bei vielen Paaren leider doch ein Gegenargument. Ganz manchmal „kribbelt“ es auch, wenn ich an noch ein Baby denke. Noch so ein kleiner fröhlicher Wirbelwind dazu, hach ja…

Aber. Meistens finden A. und ich es mit einem Kind auch anstrengend genug. Eltern sein hat ja nicht nur schöne Seiten. Und dann muss ich immer an eine Folge der „Geständnisse einer Mutter“-Serie in einer meiner vielen Zeitschrift denken. Da hatte eine Frau, obwohl sie ein Kind eigentlich genug fand, noch ein zweites gekriegt, weil sie ihrem ersten einen Spielkamerad schenken wollte. Und das bereute sie nun insgeheim. Ich hab mir damals gedacht: wie blöd kann man sein?! Ein zweites Kind kriegen, nur damit das erste jemanden zum spielen hat… In diese „Falle“ will ich jetzt ja nicht doch noch tappen. Zweitens will ich nicht nochmal so eine furchtbare Babyzeit durchmachen müssen wie damals in B.’s ersten Monaten. (Werde hier jetzt keine weiteren Details nennen. Aber es war die Hölle.) Gut, A. und ich würden ja im zweiten Durchlauf jetzt doch einige Erfahrung mitbringen, aber andererseits müsste diesmal neben dem Baby auch der Große Aufmerksamkeit kriegen. Und dann wird der Erfahrungsvorteil teilweise durch neue Faktoren zunichte gemacht. Drittens müssten wir, wenn wir Familienzuwachs wollen, wirklich in ein größeres Haus umziehen. Ich krieg ja jetzt schon manchmal einen Rappel, weil ich in unserem gemütlichen 30-er-Jahre-Reihenhaus mit 15 qm „Garten“ nicht nur im übertragenen Sinne zu wenig Freiraum hab. Und weder A. noch ich haben Bock auf Umziehen. Erstens: wohin?? Ich würd gerne grüner wohnen, aber na ja. Näher zu meiner Arbeit (meine Festanstellung als Übersetzerin war wie ein 6er im Lotto, die geb ich nicht auf!) würde bedeuten: noch weiter weg von Freunden in Amsterdam und A.’s Eltern in Nord-Holland. Wollen wir nicht. In der Stadt bleiben wäre entweder unbezahlbar oder in einem der seelenlosen Neubaugebiete mit schlecht durchdachter Verkehrsanbindung. Ich hab mal zum Spaß auf funda.nl geguckt, der größten niederländischen Wbsite für Haussuchende und Hausverkaufende. Aber da war nichts, was mich wirklich reizte. Wir haben ja auch in den vergangenen Jahren viel in unser Haus investiert. Neues Dach, neuer Fußboden, neue Haustür, neuer „Garten“… Und was, wenn wir umziehen und dann klappt es gar nicht mit nem zweiten Kind? Die Möglichkeit gibt’s ja auch noch. Und wann wäre mit Blick auf Kita-Wechsel/Einschulung (hier mit 4 Jahren) überhaupt der beste Zeitpunkt zum Umziehen ? Sollten wir vielleicht sowieso einfach versuchen, das Haus jetzt gegen ein größeres zu tauschen? Der festgefahrene Häusermarkt scheint wieder ins Rollen zu kommen: unsere Nachbarn, zwei Mädels aus dem Hechelclub usw. haben ihr Haus jedenfalls vor Kurzem überraschend schnell verkauft.

Hach ja, wenn man sonst keine Sorgen hat, was? Tatsache ist jedoch, dass wir vorläufig eine Entscheidung und konkrete „Maßnahmen“ weiterhin vor uns herschieben werden. Ich werde daher versuchen, nicht mehr so oft darüber zu grübeln. Und stattdessen mit unserem süßen, anstrengenden kleinen Sonnenschein, der sich, wie gestern beim consultatiebureau festgestellt wurde, prächtig entwickelt, erstmal das Leben genießen!

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2 Gedanken zu “Ein richtiges Gespräch!

    • Oha! Schon wieder die 2! Wie damals… Ich hab aber jetzt beschlossen, dass B. vorläufig Mamas und Papas ungeteilte Aufmerksamkeit kriegt. (Weil ich geträumt hab, ich müsste wegen Steuerhinterzugs, von dem ich nicht mal etwas wusste, für 1 Jahr und 7 Monate hinter Gitter. Und mir im Traum realisierte, dass ich von B.’s nächsten anderthalb Jahren keinen Tag verpassen möchte) 😉

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