Ein unruhiger Abend

Meistens lässt sich der kleine Schlingel ja problemlos ins Bett bringen – frische Windel, Schlafanzug an, ein bisschen Wrestling Zähne putzen, 1-2 Mal ein Buch vorlesen durchblättern, dem Gärtchen gute Nacht winken, Schnulli und Schnuffeltuch überreichen, ein bisschen vorsingen (bzw. in A.’s Fall vorbrummen, hihi) und dann ab in die Heia.

Gestern allerdings hatte B. offenbar keinen Bock darauf. Schon bei den rechtzeitigen Ankündigungen, dass er nach dem Buchgucken schlafen sollte, rief er laut „Nee!“.Es gelang A. dann auch nicht, ihn soweit zu bewegen, im Bett liegen zu bleiben, obwohl sie nochmal bei Licht im Zimmer umhergegangen sind und sich vergewissert haben, dass alles in Ordnung ist. Also nahm A. den kleinen Mann mit nach unten ins Wohnzimmer, um ihn mit ein paar Minuten Fernsehen ruhig zu stellen und die nötige Bettschwere herbeizuführen. Das funktionierte bisher immer gut.

Diesmal aber natürlich nicht. Nachdem ich unseren Schlingel oben in seinem Zimmer mit einiger Mühe davon hatte überzeugen können, sich hinzulegen, beging ich den ersten Fehler. Ich hatte mich wie versprochen neben ihn gesetzt, versuchte aber offenbar zu früh, mich rauszuschleichen. Offenbar schlief er doch noch nicht. Gebrüll war die Folge. Schnell nahm ich wieder Platz. Aber das genügte Herrn von Donderstein nicht – er weigerte sich hinzulegen und brüllte und motzte weiter. Weil ich aber nicht wieder nachgeben wollte (er war ja müde und sollte schlafen und nicht denken, dass er jeden Abend so ein Theater veranstalten kann), blieb ich hart. Es gab etwas Wasser zu trinken, mehr nicht. B. blieb aber auch hart: was ich auch versuchte (Gute-Nacht-Lied singen, auf ihn einreden, ihn streicheln, mich einfach hinsetzen und warten), nichts half. Menno!

Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ging ich weg, um A. beim Abwasch abzulösen. A. ging nach oben. Er hatte aber genauso wenig Erfolg wie ich. Pfff. Als ich bei B. war, rief er nach Papa, als A. bei ihm war, nach mir. Was will das Kind?! Als ich nach einer Weile (wenn das Kind brüllt, fühlen sich 5 Minuten an wie 20) nach oben ging, um vorzuschlagen, dass er sich mit B. ins große Bett legt, war das offenbar auch wieder die falsche Entscheidung. Als B. mich sah, fing er wieder heftiger an zu brüllen und A. war voll sauer, dass ich „mich einmischte“. Hallo?! Ich wollte nur helfen!! Aber nach einem langen Arbeitstag sind wir beide wohl nicht so geduldig, wie wir gerne wären. Jedenfalls polterte A. die Treppe runter und schmiss sauer die Wohnzimmertür zu, dass es rummste.

Das beeindruckte B. Er verstummte, und sagte bestürzt: „Papa! Bumm. Papa! Deur (Tür)!“ Seufz. Ich holte ihn aus dem Bett (A. hatte ihm versuchsweise den dicken Schlafsack ausgezogen), knuddelte ihn und erklärte, dass Papa die Tür zugeschmissen hatte, weil er sauer ist. Weil mir dann einfiel, dass er vielleicht lieber nicht die Schuld kriegen sollte, dass seinen Eltern der Geduldsfaden reißt, fügte ich noch hinzu, dass Mama und Papa nicht auf ihn böse seien sondern aufeinander, und dass alles in Ordnung sei. Ich zog ihm den Schlafsack wieder an und nahm ihn auf den Arm, wo er, Gottseidank, seinen Kopf auf meine Schulter legte und sich ein wenig wiegen ließ. Als ich ihn ins Bett legte und mich daneben setzte, drehte er sich gleich auf den Bauch, und innerhalb weniger Minuten schlief er (fast 2 Stunden nach seiner normalen Schlafenszeit) so tief, dass ich mich wegschleichen konnte. Puh!

So einen unstoppable Brüllanfall hatten wir ja schon öfter miterlebt, aber meistens passieren die lange nachdem B. eingeschlafen war. Keine Ahnung, was dann los ist, aber helfen tut dann nix. Gehörte das Brüllen vorm Einschlafen jetzt zur peuterpuberteit (Trotzphase), d.h., wollte er einfach seinen Willen kriegen und wieder aus dem Bett? Hat er auf einmal Angst alleine in seinem Zimmer? Keine. Ahnung. Wie sollen wir damit umgehen? Keine. Ahnung.

Als wir gegen halb elf auch ins Bett wollten, fing B. gerade schon wieder an zu brüllen (ja, tut mir leid, aber „weinen“ kann man das bei ihm eigentlich nie nennen). Diesmal nahmen wir ihn sofort zu uns ins Bett, da wollten wir ja sowieso gerade rein. Er kuschelte sich an mich und schlummerte ein. A. und ich guckten uns und unseren kleinen Mann lächelnd an und beschlossen, selber auch zu schlafen und B. erst später wieder in sein eigenes Bett zu verfrachten. Ich lag zwar etwas unbequem, war aber müde genug, um einzuschlafen. Herrlich, wenn wieder Ruhe einkehrt!

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