Spiderman und das rosa Rüschenkleid

Zwar dauert es bei uns noch, bis es soweit ist (B. ist ja noch nicht mal 2), aber gut zu wissen: gegen die Rosa-Phase (bzw. die Spiderman-Phase) kann man nichts tun. Nach dem Lesen eines Artikels in der niederländischen Tageszeitung nrc.next zu diesem Thema habe ich den Namen der erwähnten Geschlechterstudie mal gegoogelt, und siehe da, ein interessanter (englischsprachiger) Artikel:

The mysterious allure of the frilly pink dress (siehe hier)

Zusammengefasst: die meisten Kinder machen zwischen 3 und 5 Jahren eine Phase durch, in der sie sich durch u.a. Kleidung (und bei Jungs Kampflust u.Ä.) eindeutig einem Geschlecht zuordnen wollen. Die bisherige Kleidungswahl der Eltern (manche Mädchenmütter umarmen den Rosawahn ja schon vor der Geburt, während andere ihre Tochter lieber in coole Klamotten stecken) hatte keinen Einfluss auf dieses Verhalten. Die gute Nachricht: das ist (wie vieles bei Kindern) zum Glück nur eine Phase!

Für die Eltern heißt es also zwei Jahre Zähne zusammenbeißen und sich geschlagen geben, für Spielzeugfabrikanten (ich sag nur Lego!) bedeutet es, dass dieses ganze geschlechterspezifische Zeugs gar nicht mal so eine dumme Idee ist – umsatzmäßig. Bloß zielt das ja gar nicht auf die 3 bis 5-Jährigen, sondern auch und vor allem auf die älteren Kinder. Hm.

Also, kann ja sein, dass die kleinen Prinzessinnen und Ritter (was anderes gibt es ja offenbar nicht mehr) das toll finden. ICH find es phantasieschädigend und schade. Ich zitiere an dieser Stelle mal aus dem oben verlinkten Artikel der Süddeutschen Zeitung: „Ob das im Sinne der Erfinder ist, scheint fraglich. ‚Für Mädchen und Jungen‘ lautete eine von ‚zehn Produkteigenschaften‘, die Godtfred Kirk Christiansen, Sohn des Lego-Gründers, 1963 formulierte. Dieses Credo scheint nur noch begrenzt zu gelten. In den Jungen-Themenwelten wird gekämpft, die Mädchen backen Kuchen.“ Und: „Einerseits will der Hersteller mit seinem Angebot an die weibliche Zielgruppe die Kreativität der Spielerinnen fördern. Andererseits werden Produkte und Marketing jedoch gnadenlos auf die alten Gender-Stereotype reduziert, die es eigentlich abzubauen gilt.“

Zurück an den Herd, oder wie? Es ist zum Heulen…

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