Weihnachten in der Heimat

Hach, was ist das doch eigentlich herrlich, ein paar Tage völlig offline zu sein! Ich hab zwar zwischendurch ein paar Mal gedacht: „Jetzt würd ich gerne schnell auf Facebook gucken oder schon mal an meinem Weihnachts-Post schreiben“. Aber ich habe der Versuchung widerstanden. Abgesehen von der „Aschenbrödel“-DVD (zu A.’s Leidwesen Tradition bei uns) wurde nicht mal Fernsehen geguckt.

Da wir am 23. vormittags schon zu meiner Schwester in die Heimat fahren wollten, gab es am Sonntag wie gesagt noch einiges zu erledigen. Das Kofferpacken war schnell erledigt, die Kleiderauswahl fiel nicht weiter schwer (so viele weihnachtstauglichen Klamotten hab ich nämlich gar nicht), das Bügeln hat A. übernommen, das Fensterputzen fiel aus (hear, hear, quelle surprise!), die letzten Weihnachtskarten waren schnell geschrieben und zugestellt:

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Nur das Backen der Torte für den Kaffeeklatsch am 23. dauerte länger als gedacht. Als sie abends um zehn endlich fertig war, sagte ich zu A.: „Die mache ich garantiert NICHT noch einmal!“ Aber die Schoko-Orangen-Torte war sooooo lecker, dass ich das zurücknehme:

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(Die Zahnstocher markieren das Stück ohne Alkohol: da kommt nämlich Orangenlikör rein, und weder B. noch sein Onkel mögen das. Die Sterne sind aus Marzipan, das geht ja zu Weihnachten immer, finde ich!) Unsere Gäste fanden die Torte auch sehr gelungen, und es war ein sehr gezelliger Nachmittag. Abends gab es dann ausnahmsweise ein typisch deutsches Abendbrot, wie es bei meiner Oma immer gab: mit u.a. Gürkchen!

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Am 24. konnten A. und ich ausschlafen, denn wegen Platzmangel waren wir ausquartiert, während B. bei seiner Oma im Gästezimmer nächtigte. Das so ziemlich einzige Hotel in der Nähe war etwas… äh… „müde“ und vor Kurzem von einem offensichtlich türkischen Betreiber übernommen worden, sodass wir bei türkischer Musik frühstückten. Aber solange es frische „deutsche“ knackige Brötchen und Marmelade gibt, bin ich zufrieden. Und das gab es!

Wegen des schlechten, unweihnachtlichen Wetters (es regnete den ganzen Tag) wurde der Spielplatzbesuch gestrichen, aber da B. brav seinen Mittagsschlaf hielt und wir recht früh Bescherung machen wollten, war das nicht weiter schlimm. Ich hatte mir gedacht, dass wir erst bescheren und dann essen, weil B. sonst so kurz nach dem Auspacken der Geschenke ins Bett müsste, und das hätte er bestimmt nicht so toll gefunden. Daher machten wir uns schon um 16 Uhr fein (leider verweigerte B. die Krawatte – naja, „pick your battles“ sag ich da nur) und ging es endlich ran an die Geschenke!

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Es gab recht viel Duplo, aber davon hatten wir auch noch nicht so viel und kann man nie zu viel haben, oder?

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Das Duplo-Haus kam sehr gut an, und wie ich mir gedacht hatte, fand B. den Briefkasten darin voll toll. *freu* Er steckte da nicht nur den Brief rein, sondern alles mögliche, das passte, haha! Ansonsten war dieses Schneide-Set ein großer Hit (ebenfalls auf meinem Mist gewachsen, wenn ich das ganz unbescheiden anmerken darf), damit hat er die meiste Zeit gespielt. Ich kenne meinen kleinen Mann halt mittlerweile doch ganz gut und weiß, was ihm Spaß macht! Die Spielküche von Hape, die ich schon vor Monaten bei Pirum Holzspielzeuge online gekauft hatte und die A. währendB.’s Mittagsschläfchens am 2. Feiertag aufgebaut hat, fand B. auch richtig super, er bekam ganz große Augen und kriegte sich kaum noch ein vor Freude!

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Insgesamt bekam B. zu Weihnachten: das Duplo-Haus, den Duplo-Zahlenzug, Duplo-Bauplatten, noch ein großes und ein kleine Duplo-Set („buhkohs“ nennt er die übrigens – keine Ahnung, wie er darauf kommt!), das Schneide-Set, die Spielküche, ein ganz tolles selbstgenähtes Affen-Shirt von Tante A. (die B. zu deren großen Entsetzen aus irgendeinem Grund stur „Oma“ nannte – dabei war die echte Oma auch da), das Buch „Jan&Julia in den Bergen“ (diese tollen Bücher aus meiner eigenen Kindheit gibt’s noch auf amazon!) und Kniestrümpfe (kann ich hier in Holland einfach nicht für Jungs finden, nur mit rosa Herzchen und so). Das war’s, glaub ich. Ist das viel? Genug war es auf jeden Fall, wir haben zwischendurch erstmal Pause eingelegt und Hähnchen gegessen, mjam, mjam! Das Himbeer-Dessert war auch sehr, sehr lecker – vielleicht mach ich das einfach zu unserer Familientradition. Es ist nämlich ziemlich einfach zuzubereiten und oberlecker.

Tja, ansonsten verlief unser Weihnachten ruhig: kein übermäßiger Stress (weil wir es einfach gehalten haben), kein Streit (nur liebevolle Neckereien). Es war sehr entspannt. Und ich habe wieder einige Erkenntnisse gesammelt:

  • Die Angst vor einem weiteren Einbruch sitzt tief: wir haben zur Sicherheit den Laptop mitgenommen.
  • Obwohl B.’s Geburt keineswegs traumatisch war und ich ’ne Betäubungsspritze bekommen und nichts gesprürt habe, läuft mir beim Gedanken an eine Schere zwischen den Beinen auch heute fast 2 Jahre nach dato ein Schauer über den Rücken: ich konnte das Huhnanschneiden nicht mitansehen!
  • Das Haus meiner Schwester ist nicht kidsproof: als wir kamen, lagen u.a. ein Nähprojekt mit Schere und Nadeln in Reichweite. Von Weihnachtsdeko etc. ganz zu schweigen. Aber wir waren ja auch trotz anstrengender Fahrt (vorne sitzen ist für mich nicht mehr drin!) etwas zu früh da…
  • B. findet meinen Gesang zum Heulen: als ich im Auto versuchte, ihn durch Mitsingen der Weihnachtslieder bei Laune zu halten, setzte Protestgeschrei ein. Gemein.
  • An Weihnachten in einem heruntergekommenen müden Hotel zu schlafen und ohne meinen kleinen Mann aufstehen und frühstücken müssen, ist doof. Nächstes Jahr suchen wir eine andere Lösung!
  • A. kann wirklich nicht gut suchen: als wir das Auto ausgepackt hatten, vermisste er sein Portemonnee. Und obwohl er das Auto gründlich (ja,ja) durchsucht hatte, fand ICH das Ding sofort.
  • Meine Schwester kann im Gegensatz zu mir offenbar gut nähen. Da können wir ja mal zusammen auf den holländischen Stoffmarkt (jeden Samstag hier in Utrecht) und Stöffchen aussuchen!
  • Ich mag Glaskeramik-Kochfelder nicht. Da rutscht einem ja ständig die Pfanne weg beim Rühren!

Und was habt ihr an den Feiertagen so alles gegessen, gekriegt und gelernt?

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