Dinge, die man lieber aufschiebt

Es gibt ja viele Dinge im Leben einer außer Haus arbeitenden Mutter, die frau lieber aufschiebt. Den Tiefkühlschrank abtauen zum Beispiel. Dem Kind den Schnuller entwöhnen. Fenster putzen. Die Spielzeugkiste ausmisten. Den ersten Zahnarztbesuch. Die Steuererklärung sowieso. Alles nicht weiter dramatisch.

Ich hab da aber auch noch was auf meiner mentalen To-do-Liste stehen, das man als Eltern eigentlich nicht aufschieben sollte. Und trotzdem habe ich es, wie vermutlich viele andere Eltern auch, immer noch nicht geregelt. Man denkt ja nun mal lieber nicht an seinen eigenen Tod, und um  den materiellen Nachlass braucht man sich ja nicht unbedingt kümmern, wenn man keine Lust hat, beim Notar ein Testament aufsetzen zu lassen – wozu gibt es schließlich gesetzliche Regelungen. Aber. Was passiert mit dem Nachwuchs, wenn mal unerwartet beide Eltern hopsgehen? Ich sag nur „Verkehrsunfall“, oder „Wohnungsbrand.“

Soweit ich weiß, entscheidet dann das Vormundschaftsgericht, wer die Kinder kriegt. In der Regel wird dann in Rücksprache mit den Familien eine Lösung gefunden. Aber was ist, wenn die sich darüber streiten? Oder niemand genug Geld und Platz für plötzlichen Familienzuwachs hat? Brrr, das will man sich doch wirklich nicht vorstellen!

A. und ich wurden vor 2 Jahren von guten Freunden gefragt, ob wir die Vormundschaft für ihre Tochter (mittlerweile zwei Töchter) übernehmen würden. Sie wollten nicht, dass ihre Kinder bei Opa und Oma aufwachsen (wegen des Alters), ihr Bruder wohnt weit weg im Ausland und sein Bruder hat andere Vorstellungen als sie in Sachen Erziehung. Wir waren damals noch kinderlos, haben aber gut darüber nachgedacht und am Ende „ja“ gesagt. Schriftlich festgelegt ist aber noch nichts. Wir selbst haben, weil diese guten Freunde mittlerweile schon zwei Kinder haben und eventuell noch ein drittes wollen, am Ende meine Schwester gefragt. Auch nicht ideal, weil die ja nicht im selben Land wohnt. Aber A.’s Schwester hat schon drei Kinder und Geldsorgen, und Opa und Oma kommen aus verschiedenen Gründen auch nicht in Frage.

Als A. und ich neulich mal zu zweit abends im Regen mit dem Auto unterwegs waren, dachte ich plötzlich: „Was, wenn wir jetzt einen Unfall haben und B. uns nie wiedersieht?!“ Eigentlich wollte ich ja keine guten Vorsätze für dieses Jahr machen, aber ich habe mir trotzdem fest vorgenommen, das dieses Jahr endlich ordentlich zu regeln. Schriftlich. Man weiß ja nie.

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3 Gedanken zu “Dinge, die man lieber aufschiebt

  1. Und denkt auch an die Patientenverfügung. Schwere Verletzung oder Koma, Pflegefall.. nicht nur Tod. Geht ja auch darum, ob Du im schlimmsten Fall von Maschinen am Leben gehalten werden willst oder nicht. Ich weiß auch nicht wie die Rechtslage zum Thema in NL ist..

      • Nein. Aber meine Eltern, auch wegen der vielen Reisen.. ich muss das mal machen.. aber da ich keinen Nachwuchs habe hab ich es nicht so eilig.. obwohl man das unabhängig davon machen sollte..

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