Was für ein Tag!

So unterm Strich war der gestrige Tag ja gar nicht sooo schlecht. Ich hab aber mal bessere Tage gehabt als diesen:

Es fing schon morgens an, als der kleine Schlingel sein Müsli unbedingt in der Küche essen wollte. Ganz nach dem Motto „pick your battles“ hatte ich nichts dagegen. „Warum eigentlich nicht?“, dachte ich mir. Man soll ja immer offen sein für Neues! Dass er keine Milch drüber wollte, fand ich auch okay. Wenn er unbedingt trockenes Müsli essen will, bitte. Was ich aber nicht so witzig fand, war, dass B. mehr redete als aß. Über Dinge, die mich an einem Arbeitstagmorgen eher nicht so interessieren. Zum Beispiel die kleine Katze auf Papas Milchbecher. Außerdem kam er jedes Mal, wenn ich ein paar Schritte wegging, um zum Beispiel meine Brotdose einzupacken, in sein Kita-Buch zu schreiben oder noch schnell zur Toilette zu gehen, „Mama!“-rufend hinter mir her und widmete sich noch weniger seinem Frühstück. Argh!

Schlimmer Rabenmutter-Moment: ich schnauzte ihn völlig entnervt und gestresst  an, er solle doch bitte endlich sein verdammtes Müsli aufessen, damit wir los können. Der verstörte Blick, bevor er zurück auf seinen Hocker kletterte, war Strafe genug… Was kann ich zu meiner Verteidigung sagen? Ich hatte mir vorgenommen, nicht die Geduld zu verlieren. Aber ein Blick auf die Uhr (es war noch später, als ich dachte) und meine Deadline auf der Arbeit und die Zugfahrzeiten im Hinterkopf trieben mir den Blutdruck gnadenlos in die Höhe. Ich bin auch nur ein Mensch. Vor allem morgens. Vor allem, wenn ich unter Zeitdruck stehe (siehe Deadline). Zum Glück war ich ja vor und nach diesem kurzen Zeitraum der Ungeduld ganz die liebe Mama. Und B. schien es mir nicht weiter nachzutragen..

Um den Morgen noch „netter“ zu machen, regnete es. Also musste ich B. in seinen Regenanzug wresteln und wurden wir auf dem Fahrrad ein wenig nass, da kam Freude auf! Mein Zug (na ja, der Zug zwei Züge nach dem, den ich nehmen wollte) war ein paar Minuten verspätet, auf der Arbeit selber lief auch nicht alles wie gewünscht, aber die Krönung kam dann, als ich nach der Arbeit bei meinem Fahrrad ankam: der Sattel war weg. Und das war schon das zweite Mal. Letzes Jahr ist er mir schon einmal geklaut worden. Zufällig stand es gestern auch in der Zeitung: die Zahl der Fahrraddiebstähle ist in Utrecht 2013 um 25 % gestiegen. Unter anderem in der Nähe der Bahnhöfe wurden mehr Räder geklaut. Sag bloß!

Da steh ich quasi in der Zeitung, und dann ist’s mit so etwas, bah! Aber gut, das Rad an sich war ja noch da. Nur hatte ich stehend radeln letztes Mal schon ausprobiert, das geht mit Lenkersitz nicht. Also schiebend zur Kita, um B. abzuholen. Das kostete mich statt 5 fast 15 Minuten. Vor lauter Wut bekam ich glatt Kopfschmerzen. Wenigstens hatte B. einen guten Tag gehabt und war er beim Sachen zusammensuchen und Jacke anziehen recht kooperativ. Von seinem Thron auf dem Lenker aus konnte er dieses Mal auch in aller Ruhe die Leute, Katzen, Autos usw. betrachten – wir begegneten einer Straßenkehrmaschine, immer ein Highlight!

Und weil man sich ja immer auf“s Positive konzentrieren soll: weil wir so spät dran waren mit dem Abendessen, konnten wir ausnahmsweise mal zu dritt am Tisch sitzen!

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