Deutsch sprechende Holländer

Ich konnte einfach nicht anders, ich musste das endlich mal kommentieren. Auch wenn ich damit dem Hypothekberater in die Rede fiel, als er uns gerade erzählte, in welcher Preisklasse wir nach einem neuen Haus suchen können. Dabei benutzte er nämlich einen bei den Holländern recht beliebten deutschen Ausdruck, den sie ALLE falsch sagen!

Keine Ahnung, wie das kommt – ich vermute, irgendwann hat eine ganze Generation holländischer Deutschlehrer das mal falsch gelernt und gelehrt und seitdem hat es sich so in den Köpfen der Niederländer festgesetzt: im Frage. *schauder*

Ich habe den guten Mann (Tim hieß er – hier in Holland duzt man offenbar auch seinen Hyopthekberater schon beim ersten Gespräch) also unterbrochen und ihn aufgeklärt, dass es „kommt nicht IN Frage heißt“. (Eigentlich meinte er sowieso was anderes, nämlich, dass wir ja sowieso nicht mehr als Betrag X bezahlen WOLLEN, obwohl „nicht in Frage“ ja impliziert, dass wir es nicht KÖNNEN – aber das nur am Rande.)

Holländer und die deutsche Sprache – das passt nicht immer gut zusammen. Ich gebe ja gerne zu, dass am Sprichwort „Deutsche Sprache – schwere Sprache“ absolut was dran ist, aber was ich so alles lesen muss, geht manchmal wirklich auf keine Kuhhaut. „sowieso“, „in Frage“, „an sich“ und andere deutsche Wörter oder Ausdrücke werden wie gesagt gerne von Holländern benutzt und stehen zum Teil sogar im Wörterbuch auf der niederländischen Seite. Aber auch in der Zeitung zitieren die Journalisten gerne mal etwas Deutsches, leider meistens ziemlich falsch. Meistens sind’s natürlich die Fälle, die das Problem sind. Oder falsche Groß-/Kleinschreibung, denn im Niederländischen schreibt man nur Eigennamen und das erste Wort am Satzanfang groß. Was mich aber am häufigsten ärgert, sind die falschen Umlaute (oftmals offensichtlich willkürlich in den Text gestreut) und andere Fehler, die man sehr einfach vermeiden kann, wenn man sich nur kurz die Mühe macht, das nachzuschlagen oder nachzugooglen. Ist das zuviel verlangt?

Ich bin mal wieder schwer in Fahrt, merke ich. Sprachsachen liegen mir halt am Herzen. Besonders „toll“ finde ich es auch, wenn ich auf der Arbeit deutsche Texte korrigieren soll, die ein Niederländer selbst übersetzt oder verzapft hat. Nicht selten verstehe ich ohne den niederländischen Ausgangstext wirklich nicht, was da eigentlich stehen soll!

Aber gut. Wie gesagt: deutsche Sprache – schwere Sprache… Und genau aus dem Grund will ich den kleinen Kaaskop zweisprachig erziehen. Damit er die deutschen Grammatikregeln nicht später erst mühsam lernen muss, wie zum Beispiel sein armer Papa. Oder der Hypothekberater.

Apropos Grammatiklernen: der kleine Kaaskop wird demnächst an einer sprachwissenschaftlichen Studie zu diesem Thema teilnehmen! Aber das erzähl ich, wenn es soweit ist.

Ich wünsche euch einen schönen Abend!

Groetjes, Kristine

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