Sprachforschung – wir haben mitgemacht

Wie berichtet war der kleine Kaaskop neulich mit seinem Papa in der Uni, um an einer Studie zur Sprachentwicklung bei zweisprachig aufwachsenden Kindern teilzunehmen. Dazu musste er zweimal mit einer einwöchigen Pause dazwischen ins „Babylabor“, um sich einen Film anzugucken und danach eine Aufgabe am Computer auszuführen. Wir Eltern mussten dazu eine laaaange Liste mit Fragen zu unserem Alltag und B.s Sprachverhalten sowie eine Liste von Alltagswörtern, die B. kennt oder kennt und sagt, ausfüllen. Das war kein Zuckerschlecken und sehr zeitraubend, aber zum Glück hatte ich während der Busfahrt nach Frankreich ja Zeit.

Wie der große Kaaskop mir erzählte, war B. entgegen meiner Erfahrungen von früheren Besuchen des Babylabors dieses Mal beim Filmgucken nicht sehr geduldig. Weil er dem Film der Sprachforscher schon nach ein paar Minuten keine Aufmerksamkeit mehr widmete, brachen sie beim ersten Besuch diesen Teil vorzeitig ab. Dafür war der kleine Mann bei der zweiten Aufgabe ganz bei der Sache: er musste auf verschiedenen Bildern einen Elefanten anzeigen, der immer an einer anderen Stelle im Bild versteckt war. Das meisterte er problemlos. Als Dankeschön gab es zwei Fingerpuppen. Was die Aufgaben mit Grammatik zu tun haben – keine Ahnung. Aber ich bin ja auch kein Sprachforscher.

Beim zweiten Besuch guckte sich B. dann brav den Film an, wurde beim Gucken gefilmt, und durfte dann wieder den Elefanten anzeigen. Daran verlor er aber dieses Mal schnell das Interesse, ganz nach dem Motto been there – done that. Trotzdem waren die Forscher zufrieden, und als Dankeschön gab es das niederländische Bilderbuch des Jahres 2013.

Mittlerweile habe ich auch wie versprochen das Ergebnis der Wortschatzermittlung zugemailt bekommen. Und siehe da, mein kleiner B. schneidet im Vergleich zu niederländischen Jungs in seinem Alter sowohl beim Sprachverständnis als auch beim aktiven Wortschatz überdurchschnittlich gut ab! Das hatten wir ja wegen entsprechender Bemerkungen der Erzieherinnen und anderer Eltern schon vermutet, aber man freut sich dann natürlich doch, wenn einem bestätigt wird, dass das eigene Kind etwas besonders gut kann.

Nicht, dass ich damit angeben will. Echt nicht. Ich freu mich nur, wenn mir eine Vermutung bestätigt wird. Und ich freue mich, dass B. soviel und so gerne spricht und dass andere das auch so sehen.

Und sowieso ist das Ergebnis nicht 100 % zuverlässig, denn die Forscher haben nur für einsprachig aufwachsende Kinder zuverlässige Vergleichsdaten. Außerdem haben sie ja meine Angaben in den laaaangen Fragebögen zugrunde gelegt, und ich war mir wie berichtet selber nicht immer ganz sicher, ob meine Einschätzung stimmt. Und auch bei der Sprache gibt es wie bei der allgemeinen Entwicklung Entwicklungsschübe, sodass es durchaus sein kann, dass der sprachliche Vorsprung in ein paar Monaten wieder weg ist.

Jetzt muss der kleine Kaaskop nur noch mehr Deutsch sprechen, denn da schneidet er bei der Wortschatzermittlung unterdurchschnittlich ab. Obwohl ich bei gleichklingenden Wörtern (bal-Ball, koe-Kuh, usw.) ja einfach auch für Deutsch ein Kreuz bei „verstehen und sagen“ gesetzt hatte. Nur wie oh wie stell ich es an, dass er nicht auf Niederländische antwortet, wenn ich mit ihm Deutsch rede? Ich werde zur besten Vorgehensweise wohl mal meine eigene Forschungen anstellen müssen… Fortsetzung folgt.

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