Eltern-Kind-Tanz-Workshop

Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es ja. Das hab ich gemerkt.

Letzten Samstag war der Eltern-Kind-Tanz-Workshop für deutsche Familien,  zu dem ich mich und den kleinen Kaaskop angemeldet hatte, um für mehr deutschen „Input“ zu sorgen.

Auf dem Weg dorthin war B. noch fröhlich und rief ein paar Mal hinter mir auf dem Fahrrad: „Binnen tanzön!“ (drinnen tanzen; draußen wehte auch wirklich ein unangenehm kalter Wind). In dem kleinen Sportsaal, in dem getanzt werden sollte, rannte er erstmal begeistert rum und guckte sich alles an. Als dann aber die anderen Mütter und ihre Kinder da waren, wurde er plötzlich sehr zurückhaltend, guckte alle mit gerunzelter Stirn böse an und hörte auf zu plappern. Dabei waren es nur fünf andere Eltern-Kind-Paare, nicht wirklich einschüchternd, fand ich.

Ich glaube, er ist es einfach nicht gewohnt, andere Mütter und (vor allem) Kinder Deutsch sprechen zu hören. Oder er fand ein paar der Leute da genauso nicht-sein-Ding wie ich. Wie lassen sie sich am besten beschreiben, ohne zu doll zu lästern, hmm… Typische deutsche Pur-Bio-Übermütter? Die ungeschminkte, frisurlose, Filzpuschen und selbstgenähte, formlose Kleidung tragende Gluckenart? Ach, jetzt hab ich doch gemein gelästert!  Ein Mutter-/Frauentyp, der nicht zu mir passt. Ist auch nicht weiter wichtig.

Mitgemacht hat mein Sohn jedenfalls KEIN STÜCK! Ja, als wir zu „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider“ im Kreis gehen und dann bei „darum lieb ich, alles was so grün ist…“ in die Mitte und wieder zurück gehen sollten, da konnte ich ihn erfolgreich mitziehen, aber sein Blick dabei… Boah. Nun muss ich sagen, ich hatte mir unter „Tanzen“ auch irgendwie etwas anderes vorgestellt. Eigentlich waren es eher Bewegungsspiele, von denen ich ein paar sogar kannte, von den Spiel- und Bewegungslieder-CDs. Ich fühlte mich blöde: zwar war da noch ein anderes Kind, das nicht mitmachte, aber das war auch viel jünger, und wenn man bei solchen Kinderspielen mitmacht, weil man seinem Kind eine Freude machen wollte, das Kind aber nur bockig daneben steht und sich nicht überreden lässt, bei irgendwas mitzumachen…Grr!

Ich war froh, als die 45 Minuten vorbei waren. Ich schämte mich ein bisschen für B.’s Verhalten (und seinen bösen Blick!), obwohl die Workshop-Leiterin sagte, ich solle ihn ruhig lassen, viele Kinder machten beim ersten Mal nicht mit. Aber das hatte ich halt vom kleinen Kaaskop total nicht erwartet, Schüchternheit ist nichts für ihn, so kenne ich ihn nicht. Außerdem hatte ich eigentlich keinen Bock, ohne ihn mitzumachen; bei ihm am Rand stehen und zugucken wollte ich aber auch nicht. Doof. Auch doof: Das Deutsch der anderen Kinder war irgendwie viel besser. Gut, ich vermute, dass ihre Mütter nicht berufstätig sind, da hören die Kinder ja einfach viel mehr Deutsch. Und die meisten waren etwas älter als B. Trotzdem. Die zweijährige Tochter der Leiterin sprache schon „normal“, also in ganzen Sätzen und mit klarer Aussprache. Sie schaltete auch bei ihren Eltern (der niederländische Papa war auch dabei) immer zwischen den beiden Sprachen hin und her, während B. in seinen zahlreichen, aber grammatikalisch meist unvollständigen Sätzen munter drauflos mischt. Hach ja. Man soll ja nicht vergleichen…!

Fazit: das mit dem deutschsprachigen Tanz-Workshop war eine gute Idee, aber das Ergebnis war etwas enttäuschend. Fortsetzung folgt nicht…

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