Unser erstes „richtiges“ Ostern

„Wenn die Nonnen in den Klostern, dann ist Ostern.“ hat meine liebe Omi meinem Vater zufolge immer gerne gesagt. Die Uromi des kleinen Kaaskop ist leider nicht mehr unter uns, aber der Opi (mein Vater also) war über Ostern zu Besuch. Das war für den kleinen Mann etwas ganz besonderes, denn da dieser Opi in Deutschland wohnt (gute 7 Stunden Autofahrt entfernt), sieht er ihn nicht oft.

Letztes Jahr war B. zu Ostern noch nicht einmal 1,5 Jahre alt und das mit dem Eiersuchen hat er noch nicht so geschnallt. Das gut sichtbar versteckte Ei im Bücherregal fand er erst nach hartnäckigem Draufhinweisen meinerseits und dann hat er nur das hier damit gemacht:

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Dieses Jahr ist er ja aber endlich alt genug für ein richtiges Osterfest mit allem drum und dran, juchu! Zwar bin ich eigentlich gar nicht so ein Osterfan, aber was macht man nicht alles für seine Kinder, nä? (Wie der gute alte Rolf ja singt: „Ohne dich käm hier der Osterhase nie mehr vorbei..“) Irgendwie muss man die lieben Kleinen ja auch beschäftigen und wenn ich’s nicht tue,  kümmert sich hier sowieso keiner um die Osterdeko. Mama muss Ostern machen, sozusagen. Der kleine Kaaskop und ich fingen also frühzeitig mit dem Osterbasteln an:

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Am Ostersamstag schmückten wir (na gut: ich) noch schnell ein paar paastakken (Osterzweige):

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Wie ihr seht, hängen da nur ein paar billige unechte Eier drin. Zum Eierausblasen lasse ich mich nicht herab, denn erstens ist der kleine Kaaskop für so leicht zerbrechliche Basteluntergründe wirklich noch zu klein, zweitens habe ich voll keinen Bock auf solche Schweinereien und drittens scheint das hier in Holland sowieso unüblich zu sein. Wär mir gar nicht mal aufgefallen, wenn der große Kaaskop nicht beim x-ten Mal Gucken der DVD-Folge „Conni und der Osterhase“ an der Eierausblasstelle angemerkt hätte, dass er das lustig fände und er das gar nicht kenne. Da er allerdings als Kind auch nie mit seiner Mutter Kekse gebacken hat, konnte ich daraus noch keine kulturunterschiedbezogenen Schlüsse ziehen. Ich habe also eine kleine Privatumfrage gestartet und siehe da: weder meine beste Freundin hier noch meine Kollegen haben jemals ausgeblasene Eier bemalt, immer nur hartgekochte. Wie es scheint, ist es bei den Niederländern also wohl wirklich nicht üblich, Eier auszublasen.  Jippie! Diese Sitte übernehme ich dann mal nur zu gerne, haha!

Am Nachmittag gab es eine andere Art selbstgemachte Eier: leckere zitronige Ostereier.

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Außerdem gingen wir bei schönstem Wetter auf den Spielplatz:

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Am Ostersonntag war unsere „Tischwiese“ aus Kresse (eine aus der Conni-Osterfolge geklaute Idee) erfreulicherweise doch schon grün, sodass der kleine Kaaskop sie mit Filzblumensteckern verzieren konnte:

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Nach dem Frühstück wurden natürlich erstmal Eier gesucht:

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Der Opi-Osterhase hatte ein tolles Lego-Buch gebracht:

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Danach zog die Meute in den Park, zum Spazierengehen in der Sonne und auf den Spielplatz, damit ich in Ruhe meine Hummeltorte fertigmachen konnte. Das Ergebnis könnte ich glatt für Pinterest Fail nominieren, nur hatte ich die Idee nicht von Pinterest und soooo schlecht war sie eigentlich auch wieder nicht geworden – ich hatte NUR vergessen, gelbe Lebensmittelfarbe zu kaufen, es waren statt drei nur zwei Böden aus dem Teig rausgekommen, die Hummeln waren für meine leicht gestressten Zitterfinger zu frickelig und ich hatte keine Himbeeren oder Minze für oben drauf gekauft:

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Zum Glück war sie trotzdem sehr lecker, mit der Mango-Frischkäsecreme und dem Schokobiskuit! Die Schwiegermutti hat abends sogar freiwillig ein Stück mitgenommen (ab Kaffee+Kuchen-Zeit waren die anderen Großeltern auch hier).

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Spielen, Quatschen und Abendessenmachen. Der kleine Kaaskop hatte mal wieder keinen Mittagsschlaf gemacht und war nach so einem spannenden Tag entsprechend doppelt aufgedreht vor Müdigkeit. Als ich ihn ins Bett brachte, fielen ihm beim Vorlesen schon fast die Augen zu und in seinem Bettchen war er ratzfatz eingeschlafen. Jetzt noch den Abwasch erledigen, die Schokoeierflecken aus dem Sofa schrubben und dann kann der Osterhase mich mal. Morgen werden wir GAR NICHTS tun, so! Gute Nacht!

PS. Ich hab übrigens gestern herausgefunden, dass in Belgien nicht der Osterhase kommt, sondern dass Osterglocken (nicht die Blumen, sondern echte Glocken) über die Stadt fliegen und Schokoeier für die Kinder fallenlassen. Die Holländer haben wohl doch recht: die Belgier ticken nicht richtig…

 

 

 

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4 Gedanken zu “Unser erstes „richtiges“ Ostern

  1. Hallo Du Liebe, ich bin gerade in Dajana’s Blog über Deinen Kommentar gestolpert – und lese etwas von Kaaskop 😉 und weil ich ein die NL so mag, musste ich neugierigerweise gleich mal auf einen Besuch bei Dir vorbeikommen und HALLO sagen!!

    Vielleicht kennst Du mich eventuell auch noch – ich bin Lony von „Hollandicious“, einem Blog, den ich eine ganze Zeit über meine kleine Reisen nach NL geführt habe?

    Aus Zeitgründen habe ich ihn schmerzlich erstmal für eine Weile auf Eis gelegt (bin auch Mama, berufstätig, Hausfrau, wie das eben so ist… ), da ich auch noch einen Wohn- & Dekoblog betreibe und 2 Blogs einfach zu viel Zeit in Anspruch genommen haben…. Ich kenne aber viele aus Deiner Blogliste noch, wo ich sehr gerne lese…

    Die packe ich auch gleich mal in meine Blogliste und komme definitiv gerne wieder zu Besuch! Ich finde das so schön, über das Leben in NL aus erster Hand zu erfahren!! Wir wohnen hier ganz in Grenznähe (zu Venlo), ich habe meinen Göttergatten im portiert, allerdings aus Schottland ;-)) Ich kenne das nur zu gut, mit dem multikulti und dem zweisprachigen Aufwachsen der Kinder. Total spannend! 🙂

    So, nun werde ich mal noch eine Runde stöbern und lasse Dir viele liebe Groetjes hier!!!

    Lony x

  2. So, und hier ist Lony, die Zweite :-)))))
    Ich habe es getan – und Du bist es schuld (Positiv!!!!) Ich bin beim Lesen Deines Blogs so auf den Geschmack gekommen, dass ich meinen Hollandicious-Blog wieder aktiviert habe und freue mich nun wie doll darauf, ihn wieder mit schönen Bildern & Beiträgen zu füttern. Du weisst wahrscheinlich garnicht, wie Dir geschieht ;-))) – aber ein DICKES DANKE DANKE DANKE für den Gedankenanstoß! Liebe Grüße und noch ein tolles restliches Ostern Dur und Deinen Lieben sendet Lony x

  3. Ich verstehe auch nicht, was die Leute an dem Eierausblasen finden. Ich brauche sie eigentlich sowieso nicht, da ich dieses Jahr keien Osterdeko aufgestellt habe (waren eh bei den Großeltern). Ich färbe lieber die gekochten Eier. Das macht irgendwie mehr Sinn. Interessant, dass es in Holland auch gar nicht üblich zu sein scheint.
    Lieben österlichen Gruß, Wiebke

    • Es gibt ja heutzutage auch genug Auswahl an Plastik- oder Styroporeiern zum Bemalen, die halten sich und gehen nicht so schnell kaputt wie die ausgeblasenen. Mit keine-Tränen-Garantie sozusagen!
      Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal wirklich Osterdeko aufgestellt, eigentlich machte ich mir nie was aus Ostern… Aber tja, ich will das dem kleinen Kaaskop nicht vorenthalten, gehört doch irgenwie zur Kindheit dazu, finde ich.
      Liebe Grüße, Kristine

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