Große kleine Katastrophe

Freitag war ein schlimmer Tag. Ich kann wohl zurecht behaupten: es war ein Scheißtag!

Nach einer zu kurzen Nacht, weil der kleine Kaaskop nicht schlafen wollte und der große Kaaskop und ich uns deswegen fürchterlich gezofft haben (es wurde u.a. mit Auszug gedroht und eine Schüssel Möhrenscheiben flog durch die Luft), hatte ich auf der Arbeit nur Scheißaufträge, mit Text-Layout-Problemen, falsch eingeschätztem Zeitbedarf (ich sag‘s euch noch einmal: von Niederländern geschrieben deutsche Texte zu korrigieren, ist selten spaßig!) und als Krönung einer Kundin, die höchstens 10 Minuten nach Erhalt des von einem Kollegen übersetzten und von mir nachgeguckten Text anrief und behauptete, die Übersetzung sei grottenschlecht und wir hätten das mit Google Translate übersetzt. What the f…?! Unter anderem bemängelte sie, der Ausdruck „waren mit von der Partie“ sei schlechtes Deutsch und es hieße nicht „Das Team ist“ sondern „Das Team sind“, weil es ja mehrere Leute sind. Das stand übrigens im niederländischen Text auch falsch und unserer Projektmanagerin gelang es nicht, die gute Dame davon zu überzeugen, dass es auch in ihrer eigenen Sprache Mehrzahl sein muss!

Mit Kopfweh vor Stress und Ärger hetzte ich um 5 Uhr zum Bahnhof, um meinen Zug noch zu erwischen. Der hatte aber dann 5 Minuten Verspätung, sodass ich, viel zu warm angezogen und unfähig, meine Jacke aufzumachen, weil sich mein dünner Schal im Reißverschluss eingeklemmt hatte und ich ihn einfach nicht aufbekam, in der heißen Sonne rumstand und mich noch mehr ärgerte. Zu wenig getrunken hatte ich auch… Zu Hause war der kleine Kaaskop mit Oma am spielen. Eigentlich ist freitags ja Papatag, aber Papa war mit Opa unterwegs nach Deutschland, um einen Gebrauchtwagen mit Automatik zu kaufen, weil die in der Heimat günstiger sind. Viel günstiger. Oma hatte den kleinen Kaaskop am frühen Nachmittag bei Freunden von uns abgeholt, weil wir nämlich ausgerechnet heute endlich wieder eine Besichtigung hatten und das Haus um die Mittagszeit rum aufgeräumt und unbemannt sein musste.

Und dann begann die Kacke erst so richtig zu dampfen! Wegen der kurzen Nacht und dem aufregenden Vormittag schlief der kleine Kaaskop nämlich im Kinderwagen ein, als Oma mit ihm nach Hause wanderte. Sie dachte noch: „Oh, seine Hand hängt herunter, er ist eingeschlafen.“ Leider fiel Oma erst ein ganzes Stück des Wegs später ein, dass er mit dieser Hand ja seinen kleinen besten Freund, sein Ein und Alles, sein Schnuffelpüppchen namens Berend festgehalten hatte, ohne den er nicht einschlafen kann! Sie ging den ganzen Weg zurück, fand ihn aber leider nicht, oh oh…

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Nach dem Essen ging auch ich noch einmal die Strecke ab, zusammen mit dem kleinen Kaaskop auf seinem Laufrad, um Berend zu suchen. Vergeblich. Wir fanden ihn nicht. Ich hätte am liebsten geheult! Der kleine Kaaskop hängt doch so an dem Ding! Wie soll er denn jetzt einschlafen?! Den „neuen Berend“, den Oma dem kleinen Kaaskop gekauft hatte, wollte er natürlich nicht. Zum Glück blieb er relativ fröhlich, er fragte zwar ein paar Mal nach „andere Berend“ und sagte „wil niet neue Berend!“, aber beim Vorlesen hatte er den neuen Berend (und Findus, den ich persönlich lieber als Ersatz-Berend sähe) unter dem Arm. Er nahm die beiden auch mit ins Bett und war sehr schnell eingeschlafen. Da war es ja aber auch schon weit nach 9…

Eigentlich wollte ich auch schnell ins Bett und den Tag vergessen, aber da meine bessere Hälfte erst am nächsten Abend wiederkam (ja, wir haben uns natürlich noch versöhnt nach unserem Streit, aber das Wunschauto stand irgendwo in einem Kaff bei München!), machte ich noch den Computer an. Um auf Facebook um Hilfe bei der Suche nach Berend zu bitten. Und um zu bloggen. Leider haben wir neuerdings abends Internetprobleme, sodass die Verbindung nach meinem digitalen Hilferuf sofort wieder zusammenbrach. Na toll. Außerdem hatte ich eine SMS vom großen Kaaskop gekriegt, in der stand, er habe sein Ladegerät vergessen und der Handy-Akku sei fast leer. Ich konnte ihn also nicht mal erreichen. Klasse. Oh ja, hatte ich schon erwähnt, dass am Abend davor (dem Streitabend) meine EC-Karte im Supermarkt ihren Dienst verweigert hatte? Obwohl wirklich genug Geld drauf war. Und das alles auch noch in der hormontechnisch schwierigsten Phase meines Zyklus!

Der Samstag war demensprechend ähnlich besch..eiden. Ich hatte eine Zündschnur mit einer Länge im Minusbereich, der kleine Kaaskop war natürlich viel zu früh wach und ganz super am TrotzenAutonomiephase ausleben.

Alles in allem: am Freitag hat der Teufel mal wieder auf einen Haufen geschissen, irgendwas stimmt mit meinen Hormonen nicht und ich hoffe, dass der kleine Kaaskop unseren dieswöchigen Samstag ganz schnell vergisst….

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2 Gedanken zu “Große kleine Katastrophe

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