Nach dem Urlaub

Eigentlich wollte ich ja noch viel mehr zu unserem Urlaub schreiben. Zum Beispiel, dass ich kurz davor so gar keinen Bock auf ihn hatte. Weil wir wie jedes Jahr innerhalb weniger Tage eine ganze Reihe Freunde treffen wollten und ich keine Lust auf Termine machen und jeden Tag volles Programm hatte. Aber zum Glück konnte ich mir die Terminplanung mit meiner Schwester (Tante A.) teilen und war es dann im Endeffekt auch gar nicht stressig, sonder schön und entspannt. Auch dem traumhaften Wetter sei Dank!

Trotzdem überlege ich, ob wir das nicht nächstes Jahr anders angehen sollten. Zum Beispiel nur zwei Nachmittage für Freundetreffen einplanen. Oder doch wieder nach Dänemark (oder Schweden) und dann nur bei meinem Vater Zwischenstopp machen. Die kinderlosen Freunde können ja auch mal uns besuchen anstatt andersrum, oder? Mal schauen. Bis dahin ist ja noch viel Zeit. Aber nach dem Urlaub ist irgendwie immer auch ein bisschen vor dem Urlaub!

Nach dem Urlaub ist auch: schlechte Angewohnheiten aus dem Urlaub wieder abgewöhnen. Nicht nur auf der Autofahrt haben wir dem kleinen Kaaskop öfter als sonst (d.h. nur zum Schlafen und Trösten) freie Verfügung über seinen Schnuller gelassen. Weil es ja eine ungewohnte Umgebung war, weil er wie ich ab und zu unter den hohen Temperaturen litt, weil wir im Urlaub keinen Bock auf Gejaule hatten etc. pp. Und jetzt sitzen wir mit den gebratenen Birnen da, wie der Holländer sagt. Auf gut Deutsch: und jetzt haben wir den Salat!

Der kleine Kaaskop ist so schnullerfixiert wie noch nie. Ständig will er ihn haben, auch beim Spielen. Manchmal behauptet er sogar spontan, er sei müde und wolle schlafen gehen, nur, damit er seinen Schnulli kriegt. Aber darauf fallen wir nicht mehr rein. Da vor allem der große Kaaskop in solchen Sachen hart bleiben kann, geht es – eine gute Woche nach dem Urlaub – mittlerweile schon etwas besser. Nächster Schritt ist dann, dem kleinen Mann auch Hui-Buh wieder nur noch zum Schlafen u.Ä. zu geben. Denn weil der kleine Kaaskop seinen Schnulli nicht kriegt, lutscht er jetzt ständig auf Hui-Buh rum, pff. Und der letztendliche Plan ist, dem Schnuller so langsam aber sicher mal ganz Adieu zu sagen, schließlich ist sein kleiner Besitzer schon 2,5. Wenn sogar Moritz Moppelpo ohne Schnuller schlafen kann….

Noch eine schlechte Angewohnheit aus dem Urlaub: zuviel Süßes und unregelmäßiges Essen. Belmandel auf’s Brötchen. Jeden Morgen ein Rosinenbrötchen beim Bäcker. Fast jeden Tag ein Eis. Ein Keks hier, ein Becher Limonade da. Kuchen. Ein großes Würstchen und Weißbrot als Abendessen. Pommes am Strand. Schließlich ist Urlaub! Als mildernde Umstände führe ich an, dass die Gummibärchen, die der kleine Kaaskop am WM-Finale-Tag gefuttert hat, seine ersten waren. Dass er oft Gurke und Paprika als Snack gegessen hat. Und viel Obst. Und dass er Deutschland bzw. die deutsche Sprache ja mit positiven Erinnerungen verbinden soll, hihi! Aber trotzdem möchte ich jetzt versuchen, sein Essverhalten wieder etwas zu normalisieren. Zum Glück hat die wieder eingekehrte Routine auch da schon Wirkung gezeigt. Hooray for routine!

Etwas Positives hat uns der Urlaub aber – außer viel entspannter Familienzeit – natürlich auch gebracht: durch das viele Deutsch um ihn herum (sogar der große Kaaskop hat fast nur Deutsch gesprochen) benutzt der kleine Kaaskop jetzt mehr deutsche Wörter als je zuvor! Den Eindruck habe ich zumindest. Es sind auf jeden Fall ein paar neue dazu gekommen. „schön“ zum Beispiel. „Löschwagen“ auch (eins der Bücher*, die ich in Kiel gekauft hab, ist der Wieso, weshalb, warum-Band über die Feuerwehr). Und neuerdings sagt er „Ik brauch die.“ (Ich brauche die/den/das da.) anstatt „Ik heb die nodig.). Beim Spielen mit dem Duplo-Haus am Mamamontag rief er nicht „deur dicht!„, sondern „Tür zu!“. Wie man sich über kleine Dinge freuen kann!

Noch viel, viel mehr hab ich mich aber über einen Satz gefreut, den der kleine Kaaskop am Rückreisetag spontan beim Essen zu mir sagte . Er saß neben mir, fing auf einmal an, auf der Bank rumzukrabbeln und sagte völlig out of the blue: „Mama? Mama, ik vind jou lief!“ *schmelz*

 

* Falls es jemanden interessiert, diese Bücher habe ich uns in Deutschland gekauft: „Wieso, weshalb warum: Die Feuerwehr“, „Wieso, weshalb warum: Die Farben“, „Moritz Moppelpo braucht keinen Schnuller mehr“, „Connis erster Flug“, „Kennst du Pettersson und Findus?“ (ein Petterson-Buch ab 2 Jahre!), „Jakob passt auf im Straßenverkehr“ (falls ihr Jakob nicht kennt: das ist Connis kleiner Bruder), die Pixi-Bücher „Max geht nicht mit Fremden mit“ und „Conni zieht um“ und zwei Bücher für mich: „Der Trotzphasen-Survivalguide“ und „Das Geheimnis glücklicher Kinder„. Letzteres lese ich tatsächlich gerade!

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