Ein Sonntag auf Texel

Letzte Woche war ich zum ersten Mal auf einer der niederländischen Watteninseln. Bevor ich mich hab importieren lassen, hatte ich eigentlich nur von Ameland gehört – da war eine Grundschulfreundin mal im Kindercamp. Aber es gibt ja noch mehr: Texel also, und Vlieland, Terschelling und den schönen Zungen- bzw. Kehlbrecher Schiermonnikoog (sch-chier-monnik-ooch). Weil Freunde von uns dort Urlaub machten und uns eingeladen hatten, buchten wir ein Zimmer im Hotel Mama in Nord-Holland und erwischten am Sonntagmorgen die 10-Uhr-Fähre, die in 20 Minuten von Den Helder auf dem Festland nach Den Hoorn auf Texel, der größten der bewohnten niederländischen Watteninseln, fährt. Im Niederländischen wird übrigens beim Wort „Fahren“ ein Unterschied gemacht zwischen Wasserfahrzeugen und anderen. Alles, was auf dem Wasser fährt, „vaart„. Alles andere „rijdt„.

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Auf dem Festland regnete es noch.

Wir waren mit unseren Freunden beim Strandcafé Paal 9 verabredet, wo wir, weil es noch etwas regnete, erstmal was aßen. Danach gingen wir kurz an den Strand runter.

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Auch am holländischen Strand gibt es Fahrradparkplätze.

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Danach fuhren wir zum Ecomare, Seehunde gucken. Für den kleinen Kaaskop das erste Mal, er war ganz begeistert und kann von dem Seehundebilderbuch, das ich hinterher im Museumsshop kaufte, gar nicht genug kriegen. Mittlerweile war das Wetter so sonnig wie vorhergesagt, aber das Ecomare ist auch bei Regen ein Supertip für Familien. Außer den Seehund- und Braunwalbecken und dem Dünenwanderweg speziell für Kinder, einem Sandkasten mit Spielzeug und einem kleinen Spielplatz draußen gibt es drinnen auch viel zu sehen und zu tun. Vor allem das neue Walhaus hatte es unseren, noch recht kleinen Kindern, angetan: da gibt es Walskelette zu bestaunen und darf man überall auf Knöpfe drücken, um sich zum Beispiel Walgesang anzuhören! Zu meiner freudigen Überraschung stellte sich heraus, dass der kleine Kaaskop von der Periode, in der er abends am liebsten mein altes Was-ist-was-Buch über Wale und Delphine vorgelesen bekam, tatsächlich etwas gelernt hat: „Kijk mama, een Pottwal!“ (Guck Mama, ein Pottwal!) Ich musste das kurz auf dem Schildchen nachlesen, aber er hatte recht, das kleine Walmodell stellte einen Pottwal dar. Toll!

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Zum Glück hatten wir wegen unserem Töpfchentraining, das übrigens „auf Achse“ nicht so gut läuft, oder mit anderen Worten leider oft in die Hose geht, genug Ersatzklamotten für den kleinen Kaaskop dabei. Er sprang nämlich auf dem Spielplatz, wo man auch mit Wasser spielen kann, in eine Pfütze, die tiefer war als er dachte, und da setzte er sich vor Schreck mitten hinein. *Augenroll*

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Am Nachmittag gab es Geburtstagskuchen im Garten des Ferienhauses unserer Freunde, wo sich die Kinder mit dem Faltbollerwagen vergnügten und wir etwas besser relaxen konnten als in öffentlichen Räumen.

Weil wir von Den Helder aus noch ca. 2 Stunden nach Hause unterwegs sein würden, wollten wir die Fähre um 19 Uhr zurück auf“s Festland nehmen, und deshalb gingen wir früh aus zum Essen. Wir hätten keine bessere Wahl treffen können: das Strendsend in Oosterend ist wirklich super für Familien! Weil es plötzlich wieder regnete, oder genauer gesagt, wie aus Kübeln schüttete, saßen wir nicht auf der hübschen Terrasse, die ich im Vorbeirennen aus den Augenwinkeln registrierte, sondern  drinnen, aber da ist es genauso gemütlich. Und noch wichtiger: das Personal ist sehr nett und es gibt dort eine richtig tolle Spielecke mit genug Auswahl für alle.

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Offiziell ist das Restaurant auf Pfannkuchen spezialisiert, aber ich kann euch versichern, mein Steak war besser zubereitet als in dem teuren Steakhaus in Utrecht, wo der große Kaaskop und ich vor ein paar Wochen essen waren. So lekker! Die Kinder aßen natürlich Pfannkuchen, Auswahl gab’s genug.

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Auf dem Weg zur Fähre, auf die wir so gerade eben nocht drauf passten (sonntagabends ist da viel Betrieb wegen der Tagesausflügler), konnte ich doch noch ein paar Schafe fotografieren, für die Texel so bekannt ist. Und dann hieß es: Dag, Texel! Tot de volgende keer! (Tschüß Texel, bis zum nächsten Mal!) Denn wir kommen gerne noch mal!

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PS. Der kleine Kaaskop war so k.o., dass er sich ohne großes Gemaule vom Auto ins Bett tragen, umziehen und zudecken ließ. Das einzige Problem war, dass er um 2 Uhr nachts aufwachte, und brüllte, dass er keine Gutenachtegschichte bekommen hatte und noch ein Buch lesen wollte…

P.P.S. Alle Fotos sind mit meiner Handykamera aufgenommen. Die Batterien des Fotoapparats waren mal wieder leer.

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Ein Gedanke zu “Ein Sonntag auf Texel

  1. Oh, du weckst mein Texelheimweh. Ich hab als Kind alle Sommerferien dort verbracht und war letztes Jahr mit meinem Mann und meiner Tochter endlich mal wieder da. Ud spätestens nächsten Sommer gehts wieder hin, dann mit zwei Kindern 😉 .
    Danke für die Bilder!!!

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