Zuckersüß

Nein, ich will euch keine Mädchenkleidung zeigen. Und ich will mich auch nicht darüber auslassen, dass dieser Ausdruck in dem Kontext neu für mich ist. Oder ist er wiederbelebt worden und retro?? Nein, es geht mir in diesem Post um Zucker und um süß.

Ich hatte ja schon in meinem Nach dem Urlaub Post geschrieben, dass wir im Urlaub zu viel genascht haben und ich unseren Zuckerkonsum wieder etwas reduzieren will. Zufällig habe ich zu diesem Thema nämlich auch einen interessanten Artikel in einem niederländischen Mamamagazin gelesen. Außerdem ist gesunde Ernährung (ob nun zuckerfrei oder vegan) gerade ein trending topic hier in Holland. Sozusagen in aller Munde, hihi!

Ich habe mich jedenfalls ein wenig mit dem Thema beschäftigt und mir auch ein Buch dazu zugelegt: „Zonder Suiker“ (Ohne Zucker) von Anne Marie Reuzenaar. Wirklich ein Eyeopener! Ich wusste ja, dass in vielen Lebensmitteln Zucker versteckt ist, aber ein Blick auf die Etiketten in unserem Vorratsschrank und Kühlschrank zeigte, welches Ausmaß das Ganze annimmt. Wusstet ihr, dass Gemüsebrühepulver, Fleisch (z.B. Hamburger) und Wurst (in Mortadella 3 Sorten Zucker!), Yoghurtdressing, geräucherter Lachs, Cornflakes (und dann meine ich nicht Frosties, Smacks und Konsorten), Mayonnaise, und und und Zucker enthalten? Das ist doch pervers, oder?! Nun lese ich ja schon seit Längerem oft die Etiketten, um zu checken, wie viel Zucker und Fett in dem Produkt drin ist, aber der Gedanke, dass der Zucker da überhaupt nicht reingehört, war mir komischerweise noch nicht gekommen. Und Zucker versteckt sich ja auch hinter vielen Bezeichnungen: Dextrose, Glukosefruktosesirup, Maltodextrin, Saccharose, Maltose, Melasse, Laktose, Fruktose, …

Ich weiß nicht mehr genau, in welchem der Artikel und Bücher ich das hier gelesen habe, aber es hat mich schockiert: Affen, also biologisch gesehen unsere nächsten Verwandten, würden sterben, wenn sie die industriell verarbeiteten und manipulierten Lebensmittel essen würden, die wir in den Supermärkten kaufen. Als ich dann auch noch las, welche gesundheitlichen Nachteile unser hoher Zuckerkonsum (im Durchschnitt 40 Kilo pro Kopf jährlich!) hat, entschied ich: das will ich nicht mehr.

Das oben genannte Buch hat mich so begeistert, dass ich schon mal mit Phase 1 der Zuckerentwöhnung angefangen habe: die Schränke durchgucken, aussortieren und bewusst weniger Zucker konsumieren. Da unser Körper offenbar keinen Unterschied zwischen Weizenmehl und Zucker erkennt, heißt das auch: anderes Brot essen. Schluck. Ich liebe Brot! Aber das holländische ist (für Deutsche) eh nicht so lecker UND enthält auch oft Dextrose. Das „dunkle“ Brot, das viele für gesunder halten (weil dunkel = Vollkorn = gesünder als Weizen), ist oftmals mit Malzsirup oder einem anderen Zucker dunkler gefärbt, damit die Leute das kaufen. Zum Glück gibt es seit einigen Monaten fast überall Dinkelbrot zu kaufen, das finde ich sehr lecker, denn es ist etwas fester als das schlappe holländische Brot und Dinkel ist ein „gutes“ Getreide. Schwarzbrot kriegt man auch überall. Der große Kaaskop geht neuerdings auch oft freitags mit dem kleinen Kaaskop zum „richtigen“ Bäcker und kauft dort gerne mal Sauerteigbrot. Weißbrot essen wir sowieso nur sonntags, und auch nur eine Scheibe.

Meinen Tee trinke ich schon seit Jahren ohne Zucker, Limonade, Apfelsaft (fast so viel Zucker wie in Cola, wenn auch Fruchtzucker) u.Ä. gibt´s bei uns auch nur in Maßen, mein Milchkaffee schmeckt auch ohne Zucker, wie ich gerade festgestellt habe, und Nachtisch ist bei uns in der Regel Naturjoghurt mit etwas Obst. Eigentlich ernähren wir uns also schon recht gesund! Aber zuckersüchtig bin ich trotzdem. In meiner Studentenzeit habe ich oft sogar nach dem Frühstück eine Handvoll Gummibärchen eingeworfen und nach dem warmen Abendessen habe ich trotz Nachtisch immer Jieper nach etwas Süßem. Kein Wunder, wenn überall Zucker drin versteckt ist. Viele in Reuzenaars Buch genannte Symptome kommen mir daher leider nur allzu bekannt vor. Der blutzuckerspiegelbedingte Energydip nach dem Essen, ständige Müdigkeit (und das war auch schon so, bevor ich Mutter wurde), Hautprobleme, schlecht schlafen, usw. Vor allem an der Müdigkeit will ich etwas ändern! Die kann man ja als Mama wirklich nicht gebrauchen.

In Phase 1 werde ich also auf mein morgendliches Glas Saft und mein Marmeladenbrot verzichten und stattdessen öfter Joghurt mit Müsli und Obst essen und Kräutertee trinken. Hafergrütze mit (Tiefkühl-)Beeren oder Apfel und Zimt ist auch lecker und gesund. Zum Mittagessen soll es jetzt öfter mal Salat oder selbstgemacht Suppe geben, Nudeln und Reis nur noch in der Vollkornversion, zwischendurch Nüsse oder getrocknete Aprikosen usw. Zu meiner großen Freude habe ich im Eko Plaza Vollkorn-Basmati-Reis und Cornflakes ohne Zucker entdeckt! Es ist gar nicht so schwer, glaube ich!

Mein einziges Problem wird sein, dass ich wirklich einen süßen Zahn habe. Wie ihr wisst, backe ich ja gerne. Deshalb habe ich mir das Backbuch „Gezondbakken“ von Amber Albarda gekauft. Die Rezepte darin klingen so lecker und sehen auch noch gut aus, schließlich isst das Auge mit! Und im Gegensatz zu anderen „gesunden“ Koch- und Backbüchern werden hier keine ausgefallenen Zutaten benutzt. Klar, Dinkelmehl und andere gesunde Alternativen zu Weizenmehl natürlich, und Kokosblütenzucker, Kokosöl (als Butterersatz) und Weinsteinbackpulver, aber das sind Sachen, die man sowieso im Haus hat, wenn man seine Ernährung auf zuckerfrei umstellt und trotzdem was Süßes in der Küche fabrizieren will. Man kann auch durchaus das teure Kokosöl durch „gute“ Butter ersetzen, oder die laktosefreie (=milchzuckerfreie) recht teure Mandel- oder Hafermilch durch „normale“ Milch. Man muss ja nicht übertreiben. Habe ich auch nicht vor. Ich werde auch nicht von allem den glykämischen Index raussuchen, bevor ich es kaufe oder esse. Aber ich habe nun einen allgemeinen Überblick darüber, was gesunde Alternativen sind und das reicht mir schon. Mein Milchkaffee schmeckt mir mittlerweile auch ohne Zucker, der mit Agavesirup gesüßte Bio-Ketchup ist tatsächlich lecker, der süße Brotaufstrich aus Sesam und Datteln leider nicht, aber ich habe Marmelade entdeckt, die mit Agavesirup gesüßt ist, und nach langem Suchen sogar ein Salatdressing ohne Zucker. Essig-Öl-Dressings finde ich nämlich nicht so lecker. Nur die Kastanien-Schnitten (die einzig zuckerfreien Kräcker, die ich finden konnte) sind zum so knabbern nicht so der Hit. Also doch lieber Vollkornknäcke, Reis- oder Maiswaffeln knabbern.. Ich bin jedenfalls voll motiviert!

Was ich auch öfter kaufen werde, schließlich soll der kleine Kaaskop auch gesünder essen, sind die Produkte der Marke OrganixGoodies. Da ist garantiert kein Junk drin. Es hat mich wirklich erschreckt, dass Kinder unbemerkt das Zehnfache der empfohlenen Tagesmenge an Zucker intus kriegen. Das Zehnfache! Das kann doch nicht gut sein… Da freu ich mich, dass der kleine Kaaskop gerne Mandeln, Rosinen, Datteln, rohe Paprika und Möhrchen nascht, Schwarzbrot (und die Kastanienkräcker!) lecker findet und Wasser mit 2 Tropfen Limonadensirup auch als Limonade akzeptiert. Seinen „normalen“ Keks zum Kaffee kriegt er aber weiterhin. Ich sagte ja: nicht übertreiben.

Wie haltet ihr das denn so mit Süßigkeiten? Wusstet ihr, dass in Wurst usw. Zucker versteckt ist?

 

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2 Gedanken zu “Zuckersüß

  1. Ja.. Das mit dem versteckten Zucker wusste ich. Ganz besonders viel steckt in Fertigprodukten. Viele wissen das nicht.. In vielen herzhaften Sachen ist Zucker drin, nur heißt er dann anders, Maltodextrin, Dextrose.. . Lauter versteckte Zucker.
    Den Konsum einzuschränken finde ich gut und wichtig.

    Aber lass den Agavendicksaft lieber weg. Der ist kein Stück gesünder, im Gegenteil. Ich weiß gar nicht, warum das Zeug so hoch gelobt wird…

    Beispiel :
    http://blog.paleosophie.de/2013/05/30/noch-giftiger-als-zucker-agavendicksaft-und-drei-bessere-alternativen/

  2. In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich einen Schwangerschafts Diabetes und habe ihn zum Glück mit der Ernährung in den Griff bekommen. Aber ich war auch erschrocken wo überall versteckter Zucker drinn ist.
    Einmal habe ich zum Frühstück eine Scheibe Brot mit Wurst gegessen. Hinterher ist mein Wert der sonst mit dem richtigen Brot super war explodiert. Ich habe dann auf die Wurst geschaut und gleich die dritte Zutat war Dextrose, heftig.

    Was ich dir schon die Tage deswegen auch als Dankeschön für das Kuchenrezept verlinken wollte ist Salzgemüse.

    http://www.chefkoch.de/rezepte/1243521229194650/Salzgemuese-nach-Grossmutters-Rezept.html

    Kann genutzt werden wie Gemüsebrühe und es ist sicher nix verstecktes drinn. Im Netz sind jede Menge Varianten zu finden.

    Guten Appetit
    Kathi

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