Haus verkauft! Und jetzt?

Im Februar haben wir, wie ich hier erzählt hatte, unser Haus zum Kauf angeboten. Ab und zu kamen Interessenten vorbei, aber niemand fand es wohl toll genug, um es wirklich kaufen zu wollen. Offenbar wollen alle Nachmittags-/Abendsonne im Garten, und die haben wir leider nicht.

Im August haben wir das Haus 2 Wochen von der Immobilienwebsite entfernt, weil im Sommer sowieso wenig Häuser verkauft werden und wir es im September, einer der traditionell verkaufreichsten Monate im Jahr, zu einem etwas niedrigeren Preis wieder reinstellen wollten. Ausgrerechnet in diesen zwei Wochen radelte eine junge Frau, die speziell in unsererm Viertel etwas sucht, vorbei, sah das Te-koop-Schild und wunderte sich, warum sie das Haus nicht auf der Immobilien-Website gesehen hatte. Sie klingelte an. Es war Samstag nachmittag. Das Haus war ein einziges Chaos, der kleine Kaaskop wuselte windellos herum, ich trug meine Schlampiger-Samstag-Klamotten…alles weit vom Idealzustand entfernt. Aber sie durfte sich kurz alles angucken und rief 1 Stunde später an, um zu sagen, dass sie das Haus toll fände und ob sie am Sonntag drauf mit ihren Eltern nochmal genauer besichtigen konnte. Am Montag erfuhren wir auch, dass noch vier weitere Interessenten unser Haus besichtigen wollten. Hurra!

Am 7.9. kam die Interessentin vom schlampigen Samstag also wieder vorbei. Wir hatten aufgeräumt und geputzt. Die junge Frau und ihre Eltern schauten sich alles genau an, stellten praktische Fragen zu tragenden Wänden und Wasseranschluss im Schuppen usw. und blieben insgesamt eine Stunde. Schon am Nachmittag erhielten wir die Nachricht, dass unsere Interessentin im Laufe der kommenden Woche ein Angebot machen will, nachdem sie ausgerechnet hat, wieviel Geld sie der geplante Umbau kosten wird. Wow!

Am Dienstag abend mailte sie uns das Angebot, das zwar erwartungsgemäß ein paar Tausender unter unserem Preis lag, aber es war ja kein endgültiges Angebot. Einziges Problem: das Angebot galt bis Freitag 12 Uhr, und einer der Interessenten von den beiden Besichtigungen am Dienstag wollte auch noch ein zweites Mal kommen und dann vermutlich ein Angebot machen. Monatelang will niemand unser hübsches kleines Haus kaufen, und auf einmal stehen sie Schlange…

Wir haben natürlich auch sofort ernsthaft nach Häusern geguckt und am Freitag gleich zwei besichtigt. Am selben Tag konnten wir auch die Verhandlungen über den Kaufpreis unseres jetzigen Hauses abschließen! Puh, das war ein hektischer Tag. Eins der beiden besichtigten Häuser gefiel uns in Echt gar nicht. Wie irreführend Fotos sein können! Das andere Haus entsprach im Erdgeschoss (Wohnküche, Gäste-WC, großer (!) sonniger Garten ganz unseren Wünschen und ich war im Geiste schon fast eingezogen, aber die beiden oberen Etagen (1. Stock: 3 Schlafzimmer und das Bad, 2. Stock: 2 kleine Schlafzimmer und Wirtschaftsraum) stellten sich leider als weniger klasse heraus. Nichts Gravierendes, aber insgesamt müssten bzw. wollten wir da noch viel renovieren. Hm. Außerdem stellten wir fest, dass mein Weg zum Bahnhof (wie ihr vielleicht noch wisst, pendle ich) bei diesem Haus aufgrund der Lage zum Fluss/Kanal bzw. der Position der Brücken recht weit wäre. Hmpf.

Am Samstag haben wir noch zwei weitere interessante Häuser gesehen, die günstiger gelegen sind, und uns schon mal die Gegend angeguckt. Auch sehr nett! Leider konnte man bei dem einen Haus schon von außen sehen, dass es neue Fenster- und Türrahmen braucht, und auch das Bad ist sehr veraltet. Zuviel Renovierungsbedarf also. Das andere Haus sehen wir uns heute abend an. Da ist nur leider der Garten nicht so groß, dafür gibt es in der Küche einen Dampfbackrofen und einen eingebauten Weinkühlschrank und im Bad einen Whirlpool – so’n Firlefanz brauchen wir doch gar nicht! Aber es liegt auf der „richtigen“ Seite des Wassers und man kann zu Fuß ins Dorfszentrum gehen. Puh, ist das alles schwierig! Der große Kaaskop und ich haben uns ein wenig in die Haare gekriegt, als er mich bei unserem Gegendangucken am Samstag fragte, ob ich mir vorstellen könnte, mindestens die nächsten 14 Jahre dort zu wohnen. Wie soll ich das denn wissen?! Ich verarbeite noch die Tatsache, dass wir unser süßes, erstes gemeinsames und im Laufe der Jahre ganz nach unseren Wünschen renoviertes Haus gerade verkauft haben…

Da wir schon zum 1. Februar aus unserem Haus raus sein müssen, drängt die Zeit allerdings etwas. Nach dem Stress mit dem Haus-besichtigungsrein-machen und Hin-und-herverhandeln fängt der Stress jetzt also erst richtig an: Notar, Bank, Umzug organisieren, neue Kita suchen, alles einpacken, aussortieren, überlegen, was wir alles renovieren und neu kaufen möchten,… Pff. Mir schwirrt jetzt schon der Kopf! Der alte Kaaskop (mein Schwiegervater) fand es daher auch nicht besonders schlau, dass wir quasi mitten in den Verhandlungen noch schnell einen teuren Winterurlaub gebucht haben. Aber es ist ja nur eine Woche, um Weihnachten rum, da wollen wir eh nichts machen außer die Feiertage genießen. Drückt uns also die Daumen, dass alles gut läuft, und wir bald ein schönes und bezahlbares Haus finden, ja? Dankjulliewel.

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