#Momsrock – Das habe ich wirklich gut gemacht

momsrock„Das habe ich in Bezug auf meine Kinder wirklich gut gemacht oder das hat eine Mutter in meinem Umfeld sensationell hingekriegt“ Das ist das Thema von Lucie Marshalls Blogparade #momsrock. Sie hat sich nach einem unerwarteten Kompliment von Ihrem Kinderarzt gefragt, warum man als Mutter eigentlich so selten Komplimente bekommt. Und will mit dieser Blogparade etwas daran ändern.

Tolle Sache! Schwierige Sache. Mir fallen ja als erstes Dinge ein, die ich meiner Meinung nach nicht gut mache. Allein schon deshalb rocken Mütter: weil sie sich nicht von den vielen unterschiedlichen (und oft völlig gegensätzlichen) Ratschlägen, der versteckten und offenen Kritik und von ihrem eigenen schlechten Gewissen, das ständig auf der Lauer liegt, verrückt machen lassen! Meine persönliche „Das habe ich wirklich gut gemacht“-Liste kommt hier:

  •  Ich bin die ersten 6 Babymonate mit dem kleinen Kaaskop zuhause gewesen, habe die karge, komplett unbezahlte Elternzeit hier in Holland also voll genommen, obwohl mir das Zuhausesitzen mit einem anspruchsvollen Baby sehr, sehr schwerfiel.
  • Ich ziehe das olle Zähneputzen jeden Abend durch, auch wenn das bis vor Kurzem fast jeden Abend Wettrennen, Wrestling und Stimmvolumenwettkampf bedeutete.
  • Ich tu mein Bestes, dem kleinen Kaaskop gewisse Manieren beizubringen. Er sagt unaufgefordert oft „Bitte“ und „Danke“und fragt „Darf ich..?“. (Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob das mein Verdienst ist oder der seiner Erzieherinnen in der Kita..)
  • Ich achte wirklich darauf, Aufforderungen , Kritik, Absagen und dergleichen positiv zu formulieren. Ich sage dem kleinen Kaaskop auch ganz oft, wie lieb ich ihn hab. Und wenn ich dann sehe, wie selbstbewusst und fröhlich er ist, wie oft er mir einfach so Küsschen gibt und wie gerne er mit mir kuschelt, wenn die Hummeln in seinem Hintern es mal zulassen, freue ich mich tierisch, dass er sich bei mir (und seinem Papa) so geborgen fühlt.
  • Wegen besagter Hummeln achte ich darauf, dass der kleine Kaaskop sich austoben kann und an die frische Luft kommt. Einer der Gründe, weswegen wir im Januar umziehen. Im neuen Haus ist doppelt so viel Platz wie im jetzigen und der Garten ist für niederländische Verhältnisse groß. Dafür verzichte ich gerne auf Supermarkt, Drogerie, Geschäfte und Café in Gehweite.
  • Ich lasse den kleinen Kaaskop Sachen selbst ausprobieren, auch wenn es mich Nerven, viele Nerven kostet. Dicke Butterklumpen auf der einen Brothälfte, kaum Butter auf der anderen? Ach. Literweise Wasser verschwendet, weil der kleine Kaaskop beim Abwaschen geholfen hat (wir haben noch keinen Geschirrspüler). Ommmm, ordnungsliebende, umweltbewusste Mama, ommmm!
  • Ich überlade den kleinen Kaaskop nicht mit Aktivitäten und gebe ihm genug Zeit, einfach zu spielen. Am Wochenende und am Mamamontag machen wir selten was Besonderes. Nach 3 Tagen Kita darf er erstmal abschalten. Dann machen wir, was er will, gehen auf den Spielplatz, am Bahnhof Züge gucken (auch wenn ich das langweilig finde) oder fahren sogar ein, zwei Haltestellen mit, gehen zusammen einkaufen und nur ab und zu mal zu Freunden mit Kindern, die auch frei haben. Nach dem Umzug im nächsten Januar haben wir ja auch den Wald quasi um die Ecke, da werden wir dann auch öfter zu finden sein, denke ich.
  • Ich bastel und male viel mit dem kleinen Kaaskop, auch wenn nie das rauskommt, was ich mir ausgemalt hatte (pun intended). Er liebt es nämlich, mit Fingerfarben und Leim rumzusauen äh kreativ zu sein. Ich backe auch mit dem kleinen Kaaskop, obwohl mir das weniger Spaß und mehr Arbeit macht, als wenn ich alleine backe. Aber wohl alle kleinen Kinder lieben Backen und ich möchte dem kleinen Kaaskop auch beibringen, wie Kuchen und Brot entstehen und wie Essen zubereitet wird. Wenn er alt genug ist, um mit Messern zu hantieren, werde ich auch ganz bestimmt mit ihm kochen.
  • Eine ganz wichtige Sache in unserer Familie: Ich strenge mich an, dem kleinen Kaaskop Deutsch beizubringen, auch wenn mir oft das Niederländische leichter über die Lippen kommt. Mit Kindern hatte ich kaum zu tun, als ich noch in good old Germany wohnte, und da meine Freunde hier in Holland eher Nachwuchs bekommen haben als der große Kaaskop und ich, kenne ich niederländische Kinderreime und -lieder besser als deutsche. Im Babyjahr habe ich mich aufs Überleben konzentriert, aber mittlerweile spreche ich bewusst fast nur noch Deutsch mit dem kleinen Kaaskop. Ich bin im Alltag die einzige, die Deutsch mit ihm spricht und wenn die zweisprachige Erziehung klappen soll, muss ich da ständig mein Bestes geben. Aus dem gleichen Grund geht’s im „großen“Urlaub auch „nur“ nach Deutschland. Alles für den Deutsch-Input!
  • Und zu guter Letzt: ich achte darauf, dass ich auch mal Zeit für mich habe! Mit einer Freundin einen Shopping-Tag einlegen, zum Sport gehen oder meine beiden Kaasköppe alleine auf den Spielplatz schicken, damit ich Zeit zum Bloggen, Backen oder sonstwas alleine habe. Sonst werd ich nämlich zickig zum großen Kaaskop und ungeduldig mit dem kleinen, ja, ja.

Wir Mütter rocken ja sowieso! Wir kriegen Sachen hin, die andere nicht freiwillig probieren würden. Ich meine, hey, ich kann mit einem fast Dreijährigen auf einem Arm unsere steile Treppe (eine typische death trap) runtergehen, während ich in der anderen Hand sein Kuscheltier und meine Schuhe trage. Ich kann auch freihändig alle möglichen Treppen rückwärts runtergehen, damit mein Sohn einen menschlichen Airbag (mich also) hat, falls er fällt. Ich kann nach einem halben Teller Essen einen Kinderpopo abwischen, dem Kind zu der tollen Wurst gratulieren und dann ohne mit der Wimper zu zucken (bzw. mit dem Magen) die Bratwurst auf meinem Teller aufessen. Ich geh zigmal pro Tag in die Knie, um auf Augenhöhe mit meinem Kind zu sprechen, weil sich das so zu gehören scheint. Ich kann spontane Supersprints hinlegen (auch mit Einkaufstaschen an der Hand), wenn mein Sohn mit seinem Laufrad mit 30 km/h aus meinem Sichtfeld verschwindet. Ich kann den kreativen Sprachgebrauch meines Sohns entschlüsseln (wisst ihr, was eine „Schongi“ ist?) und kryptisch zusammengefasste Vorfälle aus der fernen Vergangenheit (so bis zu drei Monate) wiedererkennen („Morgen hatte ich..hm hm Papa äh Barbischuh“).

Vor meiner besten Freundin hier in Holland ziehe ich übrigens auch den Hut. Das Stillen durchziehen, weil sie hofft, dass ihre Tochter dadurch weniger allergieanfällig wird als der Rest der Familie, obwohl ihr dabei die Tränen über die Wangen laufen? Respekt. Beim zweiten Kind monatelang vor Übelkeit auf dem Zahnfleisch gehen und ihrer Tochter und ihrem Job trotzdem alles geben? Stark. Sich auch beim zweiten Kind nicht von der heftigen Beckeninstabilität unterkriegen lassen, obwohl sie sogar zuhause auf Krücken gehen musste und ihre Schwiegermutter ihr „hilfreiche“ Tipps gab wie „Also, ich bin damals einfach viel spazierengegangen, das hat geholfen“? Dicker Applaus. Sich beim zweiten Kind nicht von den Ärzten und ihren Standardwachstums- und Entwicklungskurven verrückt machen lassen? Cool. Als Hauptverdienerin einer vierköpfigen Familie und wenig Zeit zum Shoppen immer modisch gekleidet sein? Beneidenswert.

Und deshalb: Applaus für uns alle! We Moms rock!

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2 Gedanken zu “#Momsrock – Das habe ich wirklich gut gemacht

  1. Hihi…. Kaaskop-Mama, gut gemacht! Ich bin in Deutschland an der niederländischen Grenze aufgewachsen und daher ist mir das Wort Kaaskop sehr geläufig. War sehr schön, Deinen Beitrag zur Blogparade zu lesen. Auch die Beschreibungen Eures Boefies waren sehr niedlich!

    Ich habe bei der Parade auch gerne mitgemacht – einfach eine gute Idee.

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