Umzug mit Kind – so lief das bei uns

Als Routinemensch graute mir sowieso ein wenig vor dem Umzug, aber umziehen mit Kind stellte ich mir noch stressiger und schlimmer vor. Schließlich legen die meisten Kinder ja großen Wert auf ihre vertraute Routine und der kleine Kaaskop ist da nicht anders. Wenn ich mal beim Abendessen sage: „Bist du sooo müde? Dann gehen wir am besten gleich sofort ins Bett.“ Dann korrigiert er mich sofort: „Nee, eerst toetje, dan in bad, dan boekje lezen en DAN naar bed!“ (Erst Nachtisch, dann in die Wanne, dann Buch lesen und DANN ins Bett.) Denn das ist unsere allabendliche Routine. Plus Zähneputzen natürlich, das „vergisst“ der kleine Schlingel sicher absichtlich in seiner kurzen Zusammenfassung! Ich hatte also etwas Angst, dass ihm die Umstellung schwer fallen würde. Aber wie schon erzählt, hat der kleine Kaaskop den Umzug recht locker weggesteckt!

Dabei war alles so spannend: ausgerechnet an seinem 3.Geburtstag zogen wir um (das war notartermintechnisch einfach die praktischste Wahl) und mangels aushäusigem Babysitter hat er den ganzen Rummel auch noch hautnah miterlebt. Zum Glück kannte er das neue Haus ja schon, da wir ihn während der „Bauarbeiten“ schon öfter dorthin mitgenommen hatten. Und wie berichtet fuhr er mit der ersten Fuhre Kisten schon mit ins neue Haus und blieb dann auch dort. Das Einschlafen dauerte an diesem Abend zwar etwas länger, aber es war ja auch so ein aufregender Tag gewesen, dass das nur logisch war. Irgendwann in der ersten oder zweiten Woche fragte der kleine Kaaskop, wann wir ins alte Haus zurückfahren würden, aber als wir ihm erklärten, dass wir jetzt hier wohnen, schien er damit kein Problem zu haben. Er erzählt auch gerne spontan anderen Leuten, dass wir jetzt in Z. wohnen, hihi! Und er will eine Katze. Weil ihm der große Kaaskop gesagt hatte, dass wir im neuen Haus vielleicht eine kriegen. Na toll. Ich muss nochmal gut überlegen, wie wir da jetzt wieder rauskommen…

Außer einem neuen Haus und einer neuen Nachbarschaft bedeutete der Umzug in einen anderen Ort natürlich auch eine neue Kita. Dort war der kleine Kaaskop in der Woche vor dem Umzug schon einen halben Vormittag zum Eingewöhnen gewesen, und er fand es toll! Der große Kaaskop durfte von ihm schon nach wenigen Minuten wieder nach Hause und in den zwei Stunden, die der kleine Kaaskop bei den Elefanten (so heißt die Gruppe) gespielt hat, ging er auf eine der Erzieherinnen zu und sagte: „Ik vind het gezellig hier!“ (Ich finde es hier schön) Am ersten Kita-Tag nach dem Umzug ging er vormittags in die neue Kita und am Nachmittag zum letzten Mal in die alte. Dort wurde groß Abschied gefeiert und er bekam eine Mappe mit all seinen Kunstwerken aus den letzten zwei Jahren. Die haben der große Kaaskop und ich uns abends in Ruhe zusammen angeschaut, so lustig, was er alles gebastelt hat! Das Schweinchen mit den willkürlich aufgeklebten Körperteilen kannten wir schon, das meiste andere noch nicht.

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Zum Abschied gab er übrigens kleine Umzugswagen mit Rosinen und einem Stempel aus, die der große Kaaskop und ich gebastelt hatten.

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War mal wieder viel mehr Arbeit als gedacht! Tja, und am Tag darauf ging mein großer kleiner Junge schon den ganzen Tag in die neue Kita! Weil es so gut ging, sonst hätten wir ihm dafür natürlich mehr Zeit gegeben.

Leider eröffnete die Kita in der zweiten Woche wegen der vielen Neuzugänge eine neue Gruppe (die Giraffengruppe) und der kleine Kaaskop wurde „versetzt“. Und das fand er gar nicht so toll. Plötzlich wollte er nicht mehr hin, durfte ich beim Hinbringen nicht mehr weg und sagte er am Wochenende spontan, dass er nicht zu den Giraffen wolle, sondern zu den Elefanten. Einfach so,als er gerade in der Wanne saß. Uns Eltern sagte die neue Gruppe auch nicht so zu. Sie ist kleiner, sowohl was die Anzahl der Kinder als auch die Quadratmeterzahl angeht, und da es eine gemischte Gruppe ist, gibt es dort im Endeffekt weniger Spielzeug für seine Altersgruppe und mehr kleinere Kinder. Und der kleine Kaaskop spielt lieber mit älteren Kindern. Nun sollte er aber dinstags und donnerstags in diese neue Gruppe und nur noch mittwochs in die alte (die ja eigentlich auch neu für ihn war) gehen. Wir sahen ja aber schnell, dass das nicht gut ging und haben gleich nach der ersten Woche eine Mail an die Leiterin geschickt und gebeten, den kleinen Kaaskop wieder zu den Elefanten zurückzuversetzen. Sie wies uns in ihrer Antwort zwar darauf hin, dass die Elefantengruppe auch eine vertikale Gruppe ist (o-4 jahre, im Gegensatz zu horizontalen Gruppen mit 0-2 und 2-4 Jahre alten Kindern getrennt) und der Raum kleiner ist, weil ja auch weniger Kinder in der Giraffengruppe sind, war aber einverstanden. Sie wollen ja auch, dass die Kinder sich wohlfühlen. Leider ist der Rückwechsel erst ab März möglich, wir müssen also noch ein paar Wochen aushalten. Zum Glück darf der kleine Kaaskop ja mittwochs noch in seine Lieblingsgruppe, und da zu bestimmten Tageszeiten alle Gruppenraumtüren offen stehen, kann er ja auch zwischendurch bei den Elefantenkindern spielen. In der vergangenen Woche ging es übrigens schon etwas besser bei den Giraffen, er klammerte sich nicht so an mich, als ich gehen wollte, und scheint auch Irma, seine surinamische Erzieherin mit dunkler Haut und komischem Akzent, akzeptiert zu haben. Die war übrigens ganz erstaunt, als sie hörte, dass wir um „Rückversetzung“ gebeten haben, denn ihr zufolge lief es ganz gut bei den Giraffen. Der Abschied sei zwar vielleicht problematisch, aber tagsüber habe der kleine Kaaskop fröhlich gespielt und viel geredet, meinte sie. Naja, schauen wir mal. Mir wär’s trotzdem lieber, wenn mein Kind nicht in zwei verschiedene Gruppen geht.

Ja, und dann kam auch noch der Schnullerentzug dazu! Das nächtliche Schnullersabbern war uns schon eine Weile ein Dorn im Auge und deshalb hatten wir beschlossen, ihn zum 3. Geburtstag zu entwöhnen. Nix Schnullerfee (er hatte wegen Sinterklaas, Weihnachten und der Flugzeugreise schon genug Geschenke gekriegt), nix Schnullerbaum (Bäume sind hier in Holland ja etwas rar), nix kabouters (Zwerge/ Heinzelmännchen), die in der Nacht zum dritten Geburtstag den Schnuller holen: wir haben ihm erklärt, dass er ja jetzt schon groß ist und dass er da seinen Schnuller an die Babys abgeben muss, weil die ihn noch brauchen. Dies hatten wir in den Wochen vor dem 3. Geburtstag schon ein paar Mal angekündigt. Zwar hatte ich so meine Bedenken, ob der 3. Geburtstag wegen des Umzugs nicht ein arg ungünstiger Zeitpunkt für den Schnullerentzug ist, aber wann passt es schon? Die ersten Nächte gab es noch Schonfrist, aber am letzten Tag in der alten Kita (3 Tage nach dem Umzug) war es soweit. Der kleine Kaaskop nahm seinen Schnuller (ja, nur einen; der zweite ist nur Not-Reserve und wurde unauffällig im Mülleimer entsorgt) mit zur Kita, stapfte in den Gruppenraum der Babys (horizontale Gruppe, also 0-2 Jahre), lief zu einem auf dem Boden spielenden Baby hin, pfefferte seinen geliebten Schnulli daneben..und ging wieder. Das war’s. Der große Kaaskop und ich waren baff. Hatten wir uns (na gut: ich mir) deswegen Sorgen gemacht? Zugegeben, am Abend und an den beiden Folgeabenden war der kleine Kaaskop unruhiger als sonst und fragte er auch ein paar Mal nach seinem speentje, aber wirklich Theater gab es nicht. Und das Unruhigsein kann ja auch am Eingewöhnen im neuen Haus gelegen haben, wer weiß das schon.

Ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass der Umzug eine Riesenumstellung für den kleinen Kaaskop war, war die Tatsache, dass er ein paar Tage lang plötzlich wieder ab und zu Pipiunfälle hatte. Sprich, zu spät aufs Klo ging und das meiste in der Hose landete. Aber das dauerte wirklich nur 2-3 Tage und solche vorübergehenden Rückfälle scheinen nach großen Umstellungen wie Umzug, neue Kita oder ein neues Geschwisterchen nicht ungewöhnlich zu sein, wie ich gelesen habe. Alles in allem finde ich jedenfalls, dass der Umzug mit Kind besser gegangen ist als befürchtet. Was haben wir doch für einen kleinen kanjer (+/- Held)!

Ist von euch jemand mit Kind umgezogen? Wie ist es euren Kindern dabei ergangen?

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2 Gedanken zu “Umzug mit Kind – so lief das bei uns

  1. Huhu, wir sind 2013 mit Kind umgezogen. Ich war zu der Zeit hochschwanger mit dem Zweiten.
    Wir hatten aber Glück und unser Sohn war am Umzugwochenende bei der Schwiegermutter. Wir haben ihn auch während der Renovierungsarbeiten immer mal wieder mit ins Haus genommen und schon Spielzeuge in sein Zimmer gestellt. Beim Umzug hab ich sein Zimmer als erstes fertig gemacht, damit er sich dort direkt wohlfühlen konnte.
    Er hat auch in der ersten Nacht direkt in seinem Zimmer geschlafen.
    Er hat allerdings anfangs schon mal gesagt, dass er nach Hause möchte, aber das verging dann schnell.
    Umzug mit Kindern ist definitiv stressiger als ohne.
    Wir hatten anfangs noch keine Küche und Dusche, das wurde erst im Laufe der ersten 1-2 Wochen fertiggestellt, das war auch eine Herausforderung.

    Viele Grüße und gute Eingewöhnung

    Anja von Kuddelmuddel
    http://www.familiewitz.de

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