Erstes Frühlingswochenende 2015

Auch hier in Holland war dieses Wochenende traumhaftes Frühlingswetter! Der kleine Kaaskop, der den ganzen Winter nur mit Mühe vor die Tür zu kriegen war, wollte am heutigen Sonntag schon nach dem Frühstück un-be-dingt raus. Durfte er. Zu seinem Leidwesen war er der erste aus unserer Häuserreihe, der draußen war. „Waar zijn de kleine Mädchens?“, fragte er enttäuscht. Er wollte wohl wieder wie am Vortag mit ihnen um die Wette Laufrad fahren und ihr Trampolin entern.

Samstag Vormittag war Opa dagewesen, um mit ein paar Dingen im Haus zu helfen (Regalböden im Flurschrank anbringen u.Ä.), das fand der kleine Kaaskop natürlich superinteressant. Er wollte bei allem dabei sein und von nah dran zugucken. Nur wenn gebohrt werden musste, suchte er das Weite. Ich wunder mich dann immer, wie jemand, der selber so viel Krach macht, keinen Lärm mögen kann! Damit der große und der alte Kaaskop wenigstens die Vorhänge im Wohnzimmer in Ruhe aufhängen konnten, schnappte ich mir den kleinen und ging mit ihm einkaufen. Er wollte unbedingt mit dem Laufrad los, na gut. Vor dem Supermarkt kam der erste Trotzanfall: er wollte nicht in den Supermarkt, sondern im kleinen Einkaufszentrum rumfahren. Da der alte Kaaskop aber bald wieder nach Hause wollte, hatten wir dazu keine Zeit. Gebrüll. Schließlich konnte ich ihn dazu bringen, zu akzeptieren, dass wir ein anderes Mal das Einkaufszentrum erkunden würden. Kurz hinterm Eingang der nächste Streit: der kleine Kaaskop wollte unbedingt wie bei Papa auf der Getränkekistenklappe stehen. Aber das darf er bei mit nicht. Ich gab ihm die Wahl zwischen dem Einkaufswagensitz oder dem Einkaufswagen selbst. Keine Antwort. Einen eigenen Wagen wollte er offenbar auch nicht. Mittlerweile hatten schon eine alte Dame und ein Obdachlosenzeitungverkäufer ihren Käse dazu gegeben: „Du kannst aber schön singen!“ bzw. „Och, da ist aber einer traurig. Nicht weinen!“ Als ich auch auf meine Ansage „in den Wagen oder wir gehen jetzt ohne Brot für den Lunch nach Hause!“ nur Gebocke und „Wääh!“ als Antwort bekam, setzte ich den kleinen Kaaskop einfach in den Wagen und wollte los. Aber da wurde er erst richtig wild. Zum Glück sagte er diesmal, was das Problem war: er wollte doch in den Einkaufswagensitz. Reingesetzt. Ruhe. Puh!

Den Samstagnachmittag verbrachten der große Kaaskop und ich abwechselnd damit, dem kleinen Kaaskop draußen hinterher zu jagen. Die Nachbarskinder waren auch draußen mit Fahrrad usw. und im Garten des Eckhauses war das Trampolin für alle freigegeben worden. Gelegenheit, mit den neuen Nachbarn ein wenig zu plaudern (und unbewusst Elternkompetenzen zu vergleichen – aber dazu blogge ich später noch mal kurz). Wieder Zoff mit dem kleinen Kaaskop, weil er seine Jacke nicht anlassen wollte und dann auf Socken Laufrad fahren wollte. Am Ende schleppte ich den kleinen Bock mit nach Hause und bat um Ablösung. Antrag bewilligt. Der große und der kleine Kaaskop gingen zusammen den Garten umgraben, weil der kleine Kaaskop baggern wollte und der Garten eh noch gemacht werden muss.

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Nach getaner Arbeit erstmal in der Sonne ausruhen

Ich machte mir in der Zwischenzeit Gedanken über die Garteneinrichtung, bin aber noch immer unschlüssig, wie genau ich ihn haben möchte. Hm. So langsam fängt die Zeit an zu drängen, wenn wir im Sommer einen richtigen garten haben wollen…

Am Sonntag ging es wie gesagt schon nach draußen, bevor der große Kaaskop und ich angezogen waren. Während ich mit dem kleinen Kaaskop weiterbuddelte, mit Straßenkreide die Wettervorhersage malte und meine Haare von der Sonne trocknen ließ,konnte der große Kaaskop wie ich zuvor in Ruhe duschen.

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Auf Wunsch des kleinen Kaaskop mit 3 Augen..
Auf Wunsch des kleinen Kaaskop mit 3 Augen..

Nach dem Lunch fuhren wir alle zusammen einkaufen und dann radelten wir zum Wald. Dem schönen Radelwetter konnte man ja kaum widerstehen! So genau wussten wir zwar nicht, wo man tatsächlich in den Wald gelangt, aber wir fanden einen Pfad, an dem noch mehr Fahrräder geparkt standen und stellten unsere dazu. Wir waren noch keine 10 Meter gegangen, da fragte der kleine Kaaskop hoffnungsvoll: „Mama, heb je Kekse eingepackt?“ Hatte ich. Die gab’s aber erst später. Besonders lange waren wir nicht spazieren (holländische Wälder sind ja eher klein), aber schön war’s. Dem kleinen Kaaskop gefiel es auch. Nur der Modder hier und da war ihm etwas suspekt.

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Den Stock wollten wir übrigens mit nach Hause nehmen, aber ein freilaufender Hund hat ihn uns leider geklaut. Ich trug ihn gerade, als der Hund angelaufen kam und obwohl er ganz friedlich aussah, wollte ich als Hundenichtversteher mich nicht mit ihm um den Stock rangeln (er war festentschlossen!). Ich ließ los. Stock weg. Naja.

Zuhause half der kleine Kaaskop hingebungsvoll bei der Vorbereitung der „grünen Pommes“ fürs Abendessen. Gegessen hat er dann aber doch nur die gelben. (Und den Inhalt seiner alltäglichen Rohkostschüssel.)

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Frische Luft macht müde, und so ging es für den kleinen Kaaskop nach dem Essen husch, husch ohne Bad ins Bett. Mir fallen auch gleich die Augen zu, also gute Nacht und einen schönen Start in die Woche!

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