Blogparade #DailyRoutine von Frau Mutter

Als ich noch in die Grundschule ging, wurde meine Mutter nach einer Klassenfahrt von den Jungs in meiner Klasse immer mit „Da kommt die Zähnefrau!“ begrüßt, wenn sie mich und meine Schwester von der Schule abholte. Weil sie als Betreuerin mitgefahren war und versucht hatte, die e/ä-Aussprache einiger Kinder zu korrigieren. „Ääää, wie in Zäääähne“ sagte sie dann, und das fanden die Klassenclowns wohl sehr lustig.

Zähne. Genauer gesagt: Zahnpflege. Darum geht es in der Blogparade #DailyRoutine von FrauMutter und Elmex. „DailyFight“ wäre in unserem Fall ein treffenderer Titel gewesen! Jedenfalls musste ich ein wenig schmunzeln über den Tipp: „Integriert das Zähneputzen einfach ohne viel Aufhebens in das Zubettgeh-Zeremoniell.“ Har. Har. Bei uns gehört das Zähneputzen seit den ersten Zähnchen zum abendlichen Ritual, (fast) ausnahmslos auch in der gleichen Reihenfolge: Baden, Schlafanzug an, Zähneputzen und Vorlesen auf dem Schoß. Trotzdem glich das Zähneputzen mindestens ein Jahr lang (wenn nicht noch länger, das habe ich verdrängt) jeden Abend eher einem Mutter-Kind-Wrestling und auch heute noch geht das Ganze nicht ohne Protest, Kopfwegdrehen und Machtkampf über die Bühne. Der kleine Kaaskop beißt auch gerne auf die Bürste, sodass ich nicht mehr weiterputzen kann und wir ziemlich viele Zahnbürsten verschleißen.

Die Kinderzahnbürsten selbst sind übrigens auch so ein Problem. Mittlerweile habe ich eine Marke gefunden, bei der die Borsten wirklich weich sind (Jordan), aber ich habe schon so oft angeblich weiche Kinderzahnbürsten gekauft, die ich nach dem Auspacken recht hart fand. Sofort wegschmeißen wollte ich die aber nicht, daher ist der kleine Kaaskop nun stolzer Besitzer einer richtigen Zahnbürstensammlung.

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Tricks wie Liedchensingen, das Kind ab und zu die elterlichen Zähne putzen lassen oder sonstwelche pädagogisch zu verantwortende Tricks funktionieren bei uns übrigens nicht. Und die KAI-Methode ist mir dank Moritz Moppelpo und Besserwisser-Lene auch ein Begriff, über den ich allerdings nur bitter lachen kann: Ich bin schon froh, wenn ich überhaupt irgendwie an alle Zähne rankomme! So genau weiß ich nie, ob ich alle Zähne und alle Seiten erwischt habe, denn wie gesagt: der kleine Kaaskop macht gerne plötzlich mal den Mund zu oder dreht den Kopf weg. Sehr frustrierend.

Eine elektrische Zahnbürste habe ich noch nicht ausprobiert, die sind offiziell erst ab 3 und das ist der kleine Kaaskop ja gerade erst geworden. Außerdem befürchte ich, dass ihm das Gesumm nicht gefallen wird und dann wär´s schade um das Geld, ganz billig sind die Dinger ja nun nicht gerade. Ich werde aber mal meine eigene elektrische Zahnbürste aus der Versenkung holen und dann mal gucken, ob der kleine Kaaskop sie interessant findet. To be continued…

Teil unseres Zahnpflegeproblems ist übrigens auch die schon einmal angesprochene Aversion des kleinen Kaaskop gegen das Zeigenlassen. Die Nachbarstochter hat sich mit 3 schon selber die Zähne geputzt, aber das funktioniert bei uns bisher auch noch nicht, denn wenn der kleine Kaaskop selber putzt, besteht das hauptsächlich auf zweimal über die Schneidezähne wischen und dann den Rest der Zahnpasta ablutschen. Ich habe schon mehrmals versucht, ihm zu zeigen, wie man richtig putzt, aber da verliert er zu schnell das Interesse, um es sich abzugucken. Wir haben allerdings im neuen Haus auch noch keinen Spiegel, in den er gut hineingucken kann, der über dem Waschbecken hängt auf Erwachsenenhöhe und ist wegen des breiten Rands des Waschbeckens auch etwas weit weg, wenn das Kind auf dem Hocker davor steht.

Im Moment sieht unsere allabendliche Routine jedenfalls so aus: Der kleine Kaaskop geht in die Wanne. Wenn das Wasser abgekühlt ist, brauchen wir gut 10 Minuten, ihn dort wieder raus zu kriegen. Dann will er noch 2 Minuten spielen. Wenn die 2 Minuten um sind, spielen wir Fangen, äh, versuchen wir, den kleinen Kaaskop in seinen Schlafanzug zu bekommen. Dann will er ein Buch lesen und wir sagen, dass erst die Zähne geputzt werden. (Und ja, ich achte auf ein deutliches „ä“, wenn ich „Zähne“ sage!) Dann spielen wir wieder Fangen und einer von uns Eltern putzt dem kleinen Kaaskop eher schlecht als recht die kleinen Beißerchen. Manchmal sitzt er dabei auf meinem Schoß und ich lese vor, während der große Kaaskop vor ihm kniet und die Zahnbürste hantiert. Danach ist es schon viel später als geplant und wird vor dem Schlafen noch ein (weiteres) Buch vorgelesen. Game over!

Ach ja… Ich kann nur hoffen, dass unser Putzen ausreicht, um Karies fernzuhalten und dass sich die Zahnpflegelage irgendwann bessert. Das morgentliche Putzen sollten wir auch mal unbedingt wieder in unsere Routine aufnehmen, nachdem wir es vor ein paar Monaten gestrichen haben, weil wir Eltern es eh oft vergessen und es mich morgens sowieso genug Energie kostet, den kleinen Kaaskop dazu zu bewegen, sich anzuziehen, mehr als zwei Happen von seinem Frühstück zu nehmen, Schuhe und Jacke anzuziehen und zur Tür raus zu gehen.

Zum Glück scheint unsere DailyRoutine vorläufig auszureichen: Der große Kaaskop war gestern mit dem kleinen beim Zahnarzt und hurra, diesmal hat er den Zahnarzt einen länger als 2 Sekunden dauernden Blick in seinen Mund werfen lassen! Und seine Zähne sind auch in Ordnung, dreifaches Hurra! Dafür nehme ich den allabendlichen K(r)ampf gerne in Kauf.

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