Kleine Freunde

Da der kleine Kaaskop Einzelkind ist, hat er nicht immer jemanden zum Spielen da, logisch. Nun finde ich das keinen Grund, für ein Geschwisterchen zu sorgen, denn an seinen 3 Kita-Tagen pro Woche und auf dem Spielplatz kommt er genug unter Kinder, an den anderen Tagen spielen der große Kaaskop und ich viel mit ihm und dass an den Vorurteilen gegenüber Einzelkindern (unsozial, verwöhnt usw.) wenig Wahres dran ist, liest man ja auch immer öfter. Außerdem ist es für ein Geschwisterchen, mit dem er wirklich altersgerecht spielen kann, mittlerweile eh zu spät.

Bevor wir am dritten Geburtstag des kleinen Kaaskop umgezogen sind, haben wir auch keine Playdates verabredet. Naja, wir haben uns natürlich schon mal am Wochenende mit Freunden verabredet, die auch Kinder haben, und mit dem Mädchen von gegenüber, das in die gleiche Kita-Gruppe ging und auch freitags mit ihrem Papa zuhause war, hat der kleine Kaaskop auch ab und zu mal gespielt. Aber das war dann eher spontan. Zu richtigen Playdates mit anderen Kita-Kindern kam es irgendwie nie. Hier in Holland sind die Kinder ja auch meistens bis kurz vorm Abendessen in der Kita, und dann bleiben ja nur gemeinsame freie Tage oder das Wochenende – an dem man meistens eh schon viel vor hat.

Seit dem Umzug bemühe ich mich aber öfter, gleichaltrige Spielkameraden für den kleinen Kaaskop zu finden, auch weil er jetzt mit 3,5 Jahren wirklich mit anderen Kindern spielt anstatt nur neben ihnen. Mit dem fast gleichaltrigen Jungen von nebenan hat er bis vor kurzem in der Kita zusammen gespielt, ab Februar werden sie in die gleiche Schule und vielleicht sogar in die gleiche Klasse gehen und überhaupt spielen sie freitagsnachmittags (Papatag) und am Wochenende auch oft spontan zusammen. Das freut mich sehr, denn trotz allem fühle ich mich manchmal schuldig, dass der kleine Kaaskop als (fast) einziger in unserer Häuserreihe keine Geschwister hat. Vor allem, weil ihm das vor Kurzem auch aufgefallen ist und er jetzt öfter klagt, er sei „alleine“….

Mit wem er in der neuen Kita am liebsten spielt, mussten wir ja erstmal abwarten, aber mittlerweile höre ich ein paar Namen öfter als andere. Dazu gleich mehr. Mit zwei Kindern aus der alten Kita haben wir den kleinen Kaaskop jedenfalls in den letzten Monaten schon ein paar Mal verabredet. Die haben damals immer so gerne miteinander gespielt, da mussten wir  uns einfach bemühen, den Kontakt trotz unterschiedlicher Wohnorte instand zu halten! So weit sind wir ja nun nicht weggezogen…

Neulich hatten wir uns an einem Sonntag zu einem Playdate beim kleinen Jip verabredet. Wie es das Murphy’s Law für Eltern so will, schlief der kleine Kaaskop ausgerechnet an diesem Morgen länger, sodass wir uns etwas beeilen mussten, um um 10 Uhr da zu sein. Der kleine Kaaskop war noch ganz verschlafen und wollte nicht aufstehen. Bis ich sagte, dass wir heute zu Jip fahren. Da saß er plötzlich senkrecht im Bett und rief strahlend: „Jaaaa! We gaan naar Jip!!“ Als ich das lachend Jips Mama erzählte, antwortete die, dass es bei ihnen genauso gegangen war. Die beiden Jungs freuten sich einfach tierisch darauf, einander wiederzusehen. Sie haben dann auch toll zusammen gespielt, während der große Kaaskop und ich uns nett mit den Eltern unterhalten haben, die wirklich sympathisch sind. Noch ein Grund, in diese Kinderfreundschaft zu investieren!

Vor zwei Wochen kam am Papafreitag ein anderer treuer Kita-Kumpel des kleinen Kaaskop zum Spielen vorbei. Beziehungsweise Kumpelin. Fenna, die auch auf seiner Geburtstagsfeier war. Leider sind sowohl Jip als auch Fenna montags, wenn ich mit dem kleinen Kaaskop zuhause bin, in der Kita oder bei Opa&Oma. Aber es gibt Hoffnung! Der kleine Kaaskop hat eine neue Kita-Freundin und ich vermute, dass die montags auch „frei“ hat. Sie war mir bis dahin nicht aufgefallen, bis die Erzieherin eines Tages beim Abholen erzählte, dass der kleine Kaaskop und die kleine Lotte unzertrennlich seien. Und der erzählte abends so strahlend von ihr, dass ich am liebsten laut gekichert hätte: mein Sohn ist verliebt!  Am nächsten Tag beim Abschied in der Kita schmiegte der kleine Kaaskop sich verlegen an mich und murmelte: “ Ik wil met iemand zwaaien (ich will mit jemandem winken….)“ – „Mit wem denn?“, fragte ich. „Met een meisje… (Mit einem Mädchen….) met Lotte…“, antwortete er. Ganz schüchtern fragte er sie, ob sie mit ihm winken wolle und hurra, sie wollte! Als ich kurz darauf am Fenster vorbeiradelte und winkte, erzählte er ihr gerade strahlend und wild gestikulierend irgendwas, so süß! Nachmittags beim Abholen traf ich Lottes Mutter, die mir erzählte, dass Lotte auch immer so viel über den kleinen Kaaskop redet und ein paar Tage davor gerufen hatte, sie wolle bei ihm übernachten. Hiiiihihi! Leider hab ich herausgefunden, dass Lotte nur donnerstags und jeden zweiten Mittwoch in die Kita geht. Ich muss den kleinen Kaaskop daher oft enttäuschen, wenn er morgens hoffnungsvoll fragt, ob Lotte auch in der Kita sein wird. An den Tagen, an denen sie aber kommt, trödelt er morgens nicht so lange wie sonst und geht der Abschied auch einfacher. Nun hoffe ich also wie gesagt, dass Lotte montags auch zuhause ist und der kleine Kaaskop und ich uns mal mit ihr und ihrer Mama (und dem Brüderchen) zum Spielen verabreden können. Die Mama war mir nämlich bei unseren kurzen Gesprächen zwischen Kita-Tür und Angel auch sehr sympathisch. Da wir blöderweise noch keine Telefonnummern ausgetauscht haben, habe ich jetzt beschlossen, am morgigen Lotte-Donnerstag einfach eine kleine Einladung „vom kleinen Kaaskop“ in Lottes Fach zu legen. Mal sehen,ob was draus wird!

Haben eure (Klein)Kinder schon Freunde? Oder Playdates?

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7 Gedanken zu “Kleine Freunde

      • …ja aber leider sagt man dann doch auch wieder. Denn die Zeit wenn sie klein sind ist eine andere Zeit. Eine sehr schöne, wenn auch teilweise anstrengende Zeit.

  1. Unser Spross ist so alt wie der kleine Kaaskop, auch ein Einzelkind und wird aller Wahrscheinlichkeit auch eines bleiben. Ich versuche es entspannt zu sehen mit dem Arrangieren von Dates. Ich denke, er ist 5 Tage die Woche von 7:30 bis 14:30 in der Kita, das ist laaaange Zeit zum Spielen mit anderen Kindern. Nur dass wir eben nicht dabei sind, es nicht sehen und daher in Aktivismus zu verfallen drohen und meinen, es müsste in der anderen Zeit noch weiter gehen. Wir machen es bisher nicht, da der Lütte am Nachmittag meist stehend k.o. ist und oft direkt beim Nachmittagssnack am Tisch einschläft. Wenn er wieder aufwacht, spielt er gerne in Ruhe alleine oder mit uns. Noch nen Termin fände ich dann einfach zu viel. Haben auch keine Turn- oder was-weiß-ich-Termine, da ich selbst auch wenig Lust auf Muttigruppen habe. Außerdem – es wird schon von selbst kommen. Wenn er aktiv den Wusch äußert, jemanden einladen zu wollen (hat er bisher nur ganz am Rande mal bejaht, aber eben vieles andere auch), werden wir es auch machen. Bis dahin lehne ich mich zurück. Zudem muss man ja bedenken, wie früh die Zwerge schon in der Kita waren. Als ich damals in den Kindergarten kam, war kein Kind vor dem 3. LJ dort, eher später, bei vielen ist es ja auch heute noch so. Die fangen quasi jetzt erst an… Liebe Grüße, Sue

    • Wie schön, dass deiner gerne allein spielt, Neid! Das ist bei uns eher selten. Wenn ich mich zurücklehnen will, muss ich für andere Spielkameraden sorgen.. Ein richtiges kleines „Geselligkeitstier“ hab ich! Der kleine Kaaskop liebt Trubel. Und wie gesagt, er klagt in letzter Zeit öfters, dass er „alleine“ ist, erzählt begeistert von früheren Spielverabredungen und sagt, dass er bei Fenna/Lotte/etc. spielen will. Leider ist auch die kleine Lotte montags bei Opa und Oma, da muss also wieder der große Kaaskop ran, am beliebten freien Freitag.
      Ich mach mir da jetzt aber nicht so einen Kopf drum, ärgere mich nur ein wenig, dass an „meinem“ freien Tag sowieso keine Spielverabredungen möglich sind, weil keiner der kleinen Freunde dann verfügbar ist. Zum Glück ist es Sommer und spielen die Nachbarskinder viel draußen, da ergibt es sich oft von selbst, dass der kleine Kaaskop sich da einklinkt! 🙂
      Muttigruppentermine haben/hatten wir auch nicht, jedenfalls nicht regelmäßig. Ich achte auch darauf, dass wir nicht alle Tage vollplanen. Ein bisschen in den Tag hineinleben muss an kitafreien Tagen unbedingt mal sein.
      Liebe Grüße, Kristine

  2. Hallo Kristine,
    also mit „zurücklehnen“ meinte ich auch eher meine abwartende Haltung, nicht, dass ich nicht mitspielen müsse 😉 Wobei die Dauer des sich-ganz-alleine-beschäftigen-können auch länger wird.
    LG, Sue

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