Besinnliche Momente

Letzte Woche Donnerstag wachte ich mit Halsschmerzen auf und dann lief auch noch die Nachtwindel des neben mir liegenden kleinen Kaaskop über und durchnässte meinen Pyjamaärmel. Ich scheuchte den kleinen Kaaskop also ins Badezimmer und schlurfte maulig hinterher. Während er sich umzog, ließ ich voller Selbstmitleid meinen Kopf in die Hände sinken. Der kleine Kaaskop vergaß seine eigene schlechte Laune wegen des aus-dem-Bett-gejagt-werdens und fragte besorgt, wo ich Aua hätte. „Im Hals. Und im Kopf“, antwortete ich. Er fing an zu strahlen und rief: „Dafür hast du Bonbons! Ich hol sie dir, Mama!“ Und schon sauste er nach unten, um die Ricola zu holen, die er am Tag davor in meinem Rucksack gefunden hatte. Der Süße! Miese Laune verschwunden. Was maul ich auch immer so schnell rum, ich hab doch soviel, wofür ich dankbar sein sollte.*
Am Abend machte ich mich ans Weihnachtskartenschreiben.
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Anders als bei den Verwandten und Bekannten schreiben dergroße Kaaskop und ich in die Karten für gute Freunde und die engere Familie eine persönliche Botschaft, meistens etwas Lustiges über das vergangene Jahr. Wegen meines Besinnungsmoments im Badezimmer habe ich die Karten dieses Jahr dazu genutzt, „Danke“ zu sagen. Dafür, dass meine Mutter und Schwester und Schwager immer für uns da sind und uns Zeit zu Zweit ermöglichen. Dafür, dass es bei alten Freunden nichts ausmacht, wenn wir uns ein Jahr lang nicht gesehen haben – es ist trotzdem immer schön und vertraut mit ihnen. Ich hatte einfach das Bedürfnis, das mal aufzuschreiben. Man spricht so etwas ja leider doch aus irgendeinem Grund selten aus. Schade eigentlich! Meine Mutter war jedenfalls sichtlich gerührt, als sie die Karte las. Da wir uns nämlich sowieso an dem Wochenende sahen, hab ich mir das Porto gespart – gut eingebürgert bei den sparsamen Holländern, wie ich bin -und die Karte persönlich überreicht. Und zufällig gab es gerade an diesem Wochenende auch etwas dieser Zeit zu zweit für mich und den großen Kaaskop, für die ich mich in der Karte bedankt hatte: ein Tag auf dem Kölner Weihnachtsmarkt. Es war herrlich! Alles klappte, wir hatten beide total gute Laune und ich fühlte mich ausnahmsweise mal nicht gehetzt, schnell wieder zum kleinen Kaaskop zurückzumüssen. Ich liebe Weihnachtsmärkte! So sehr, dass ich zu meiner eigenen Überraschung dem Vorschlag meiner Schwiegermutter, mit ihr eine Busreise auf den Weihnachtsmarkt in Münster zu machen, zustimmte. Sie liebt gezelligheid. Und gezellig war es, obwohl ich da so meine Befürchtungen hatte. Münster ist auch wirklich schön! Die Fotos sind aber alle von Köln:
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* Ja sorry für diesen Kitsch, ist ja sonst nicht so meins, aber es überkam mich einfach. Vielleicht liegt’s an Weihnachten…

 

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