Fast Weihnachten – wo bleibt der Stress?

Weihnachten kommt ja bekanntermaßen immer ganz plötzlich. Meistens bin ich auch so ein Weihnachtsopfer, das sich der eigenen hohen Ansprüche an das Fest der Liebe wegen alle Jahre wieder Stress macht. Aber dieses Jahr…. lese ich im Netz überall Tipps gegen Weihnachtsstress und Gejammer darüber, wie viel noch zu tun ist, und ich merkte plötzlich: Ich habe gar keinen Weihnachtsstress! Wie konnte denn das passieren?

Offenbar lerne ich manchmal doch aus meinen Fehlern. Und ich habe mich tatsächlich vom Perfektionismus verabschiedet – jedenfalls was Weihnachten betrifft.

Nur 2-3 Sorten Kekse gebacken? Macht nix, wir naschen ja wegen des vielen Zuckers eh nur ein paar pro Kaffeestunde, deshalb reichen die bis Weihnachten. Ich vermisse zwar ab und zu ein paar meiner anderen Lieblingsweihnachtsplätzchen, aber man kann ja nicht alles haben. Lieber entspannt mit dem kleinen Kaaskop 2 Sorten Kekse backen und Zeit für andere schöne Vorweihnachtstätigkeiten haben (und die Figur schonen) als das Backen zur Pflichtübung mit viel Stress und mieser Laune zu degradieren und im Januar über den noch dicker gewordenen Schwimmreifen zu jammern!

Auch der Geschenkekauf gab dieses Jahr wenig Stress. Ich habe früh angefangen. Und ich versuche, mich mit Geschenken etwas zurückzuhalten, schließlich gab es schon etwas zu Sinterklaas, hat der kleine Kaaskop im Januar schon wieder Geburtstag, und zählen Bücher und Hörspiele bei uns nicht zu Geschenken, weil ich die des Deutsch-Inputs wegen das ganze Jahr über einfach so mal hervorzaubere. Das große Geschenk für den kleinen Kaaskop hab ich neulich im Internet bestellt (bzw. bestellen lassen) und ansonsten kriegt er eins aus dem Geschenkevorrat im Kleiderschrank (hauptsächlich günstig ersteigertes Playmobil) und etwas von Tante, Onkel und Oma. Die Geschenke für die mitfeiernden Erwachsenen waren relativ schnell besorgt, denn das sind nur die oben genannten Personen plus der große Kaaskop und ich. Geschenke müssen auch nicht mehr romantisch sein, gut eingebürgert wie ich bin, freue ich mich auch über praktische Geschenke oder welche, die ich selbst ausgesucht habe… Verpackthabe ich die paar Geschenke jedenfalls abends ganz gemütlich vorm Fernseher, „Love actually“ (Tatsächlich Liebe) lief, da kann manja nebenbei etwas wickeln und kleben.

Das Schmücken haben wir dieses Jahr kleckerweise erledigt: am Tag nach Sinterklaas ein bisschen, an den Mamamontagen ein wenig und den Baum, der seit dem 3. Advent ungeschmückt im Wohnzimmer stand, am 4. Advent erst. Klar, am liebsten hätte ich natürlich gleich am 6. Dezember (eher geht nicht, will ja Sinterklaas nicht beleidigen) das ganze Haus weihnachtsfertig gemacht. Aber das Wochenende hat nur 2 Tage, man hat ja auch noch andere Dinge auf dem Programm stehen, die Abende von Eltern sind kurz und in Ruhe schmücken mit einem sehr aktiven fast Vierjährigen dabei…nee, lass mal. Irgendwo muss man der guten Laune wegen Abstriche machen. Let it go! (Irgendwann MUSS ich mir doch mal diesen Film angucken…) Niemand außer dir selber verlangt, dass alles frühzeitig anständig geschmückt ist.

Die Weihnachtskarten wurden wieder mit 5-Minuten-Fotoshoot-Foto versehen im Internet versandfertig bestellt, und 30 Adressen kann man ja auch abends vor dem Fernseher eben auf die Umschläge schreiben.

Den alljährlichen Weihnachtsmarktbesuch hatten wir, wie berichtet, bereits vor langer Zeit eingeplant, Weihnachtsfeier im Büro steht erst im Januar an und da keiner von Familie Importkaaskop einem Verein angehört, enthält unser Terminkalender keine solchen Pflichtveranstaltungen. Yeah!

Das Menü stand auch relativ schnell fest: an Heiligabend gibt es das Gleiche wie jedes Jahr, nämlich Brathähnchen mit Apfelmus, gebratenen Minikartoffeln und Salat, zum Nachtisch Eis mit einem Brownie, zur Feier des Tages in Sternform ausgestochen. Am 1. Feiertag, wenn die Schwiegermutter kommt, machen wir uns auch nicht furchtbar viel Arbeit. Es gibt Hirsch nach einem unkomplizierten Rezept, Herzoginkartoffeln und grüne Bohnen, zum Nachtisch das Spekulatius-Tiramisu, das wir schon seit zwei Jahren zu Weihnachten machen. Lecker. Einfach. Kein Stress.

Gut, wegen des Outfits bin ich nochmal extra losgezogen, aber habe auf die Schnelle nichts finden können, und deshalb wird es einfach der neue Glitzerpullover mit Jeans-oder Cordrock und schicken Schuhen. Ein zuckersüßes Weihnachtsoutfit für den kleinen Kaaskop habe ich seit seinem zweiten Weihnachtsfest gestrichen, das will er ja eh nicht anziehen, und so gibt es dieses Jahr nur eine weihnachtlich grüne Hose mit einem grauen Shirt mit Glitzerstern drauf. Das habe ich neulich spontan beim Hema mitgenommen. Festlich genug. Wir kandidieren schließlich nicht für die Wahl der weihnachtlichen Bilderbuchfamilie!

Ihr seht: das Ansprüche runterschrauben klappt ganz gut. Es muss nicht alles perfekt sein, schön wird Weihnachten eher dann, wenn alle entspannt bleiben, denke ich. Und, ultimativer Tipp für entspannte Weihnachten: macht nach den Feiertagen eine Liste der Dinge, die nicht gut gingen und wie man das besser machen könnte. Ich gebe zu, ich hatte vergessen, dass wir letztes Jahr so eine Liste gemacht hatten, aber meine Schwester hat dran gedacht und es standen ein paar nützliche Tipps darauf. Zum Beispiel, die Batterien der Kamera rechtzeitig aufzuladen. „Ruhe bewahren“ wird wohl PMS-bedingt nicht ganz leicht sein, aber ich werde mich bemühen, versprochen!

In diesem Sinne: Fröhliche, entspannte Weihnachten euch allen!

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