BBQ mit den Nachbarn und das erste Zeugnis (jedenfalls fast)

Gestern abend haben wir mit unseren Nachbarn bei einer gemeinsamen Grillparty den Anfang der Schulferien in unserer Region gefeiert. Schön war das! Jede Familie steuerte etwas zu essen und zu trinken bei, und dann saßen und standen wir auf dem gemeinsamen Platz hinter unseren Reihehausgärten, ließen es uns schmecken, redeten und lachten, während die Kinder um uns herumwuselten. Sogar als die Kinder im Bett lagen und es anfing zu regnen, saßen die meisten von uns noch um den Feuerkorb unter dem Partyzelt zusammen, und trotzten mit 43-Likör und Whiskey dem Regen dieses nassen Sommers. Hoffentlich wird das Wetter im Laufe der Ferien noch besser!

Urlaubsreife Kinder und Eltern

An meinem kleinen Duracell-HasenKaaskop merkte ich eigentlich nicht, dass er urlaubsreif ist, aber die anderen Eltern erzählten, dass man wirklich merken konnte, dass das Schuljahr fast zu Ende ist: die Kinder sind müder als sonst und vor allem am letzten Schultag sind einige abends wohl zu erschöpft zum Essen gewesen. Ich bin selber auch ziemlich urlaubsreif. Ich habe mich zwar mittlerweile an meinen neuen Arbeitsweg gewöhnt, aber auf eine Pause vom alltäglichen working Mom Stress freue ich mich trotzdem. Ich bin in letzter Zeit ziemlich tüddelig (für Nicht-Norddeutsche: zerstreut), habe keine Lust zu irgendwas und überhaupt: ich will einfach Uuuuurlaub!

10-Minutengespräche und das erste Zeugnis

Und dann gab es natürlich am letzten Schultag auch noch Zeugnisse! Der kleine Kaaskop, der ja erst seit seinem 4. Geburtstag im Januar in Klasse 1/2 geht, hat zum Glück noch Schonfrist und bekam in seiner Grundschulzeugnismappe nur eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Beobachtungen seiner Lehrerin mit nach Hause. Was drin steht, hatten der große Kaaskop und ich schon letzte Woche beim 10-Minutengespräch erfahren. Kurz vor den Sommerferien werden nämlich alle Eltern zu einem 10-minütigen Eltern-Lehrer-Gespräch über die Leistungen ihrer Kinder in die Schule eingeladen. (Und nein, hier in Holland muss man da nicht auf den winzigen Holstühlchen der Kinder sitzen.) Es war ein angenehmes Gespräch, in dem wir erfuhren, dass die beiden Klassenlehrerinnen den kleinen Kaaskop als sehr „frei“ empfinden. „Eigensinnig“ wollten sie ihn nicht nennen, es war nicht negativ gemeint. Er macht gut im „Unterricht“ mit, aber er ist auch leicht abgelenkt und wenn er keine gute Erklärung bekommt, warum er etwas tun oder nicht tun soll, macht er lieber das, was er selber besser findet. Tja, das ist ja nichts Neues für uns. Ich fand es aber schön, dass die Lehrerinnen den kleinen Kaaskop auch für ziemlich schlau halten, dass sie bestätigten, dass er immer gut gelaunt ist und dass sie finden, dass er sich wohlfühlt in seiner Haut. (Also, das klingt im Deutschen jetzt irgendwie blöd. „lekker in je vel zitten“ ist doch etwas mehr. Mehr: er ist im Einklang mit sich selbst; es geht ihm (mental) gut; so etwas in diese Richtung.) Das hört man doch gerne als Mutter!

Neue Klasse, neues Fahrrad

Im „Zeugnis“ vom kleinen Kaaskop stand auch ein Satz, den ich schon aus dem Entwicklungsgespräch in der Kita kannte: „Dem kleinen Kaaskop fällt es noch schwer, zu warten,bis er dran ist.“ Tja. Kann mir gut vorstellen, dass das unter anderem daran liegt, dass er Einzelkind ist, wie eine Erzieherin in der Kita mal suggerierte. Er braucht ja zuhause selten zu warten. Nicht, dass wir ihm jeden Wunsch sofort erfüllen, aber oft gibt es einfach keinen guten Grund ihn warten zu lassen. Auch Erwachsene hassen es schließlich, warten zu müssen! Nun hätten wir mit dem neuen Fahrrad für unser kleines Schulkind eigentlich bis Weihnachten oder seinem Geburtstag warten können. Wegen Gefahr des materiellen Verwöhnens und so. Aber sorry: das alte Fahrrad war wirklich zu klein geworden! Das sah einfach doof aus, so ein großer Junge auf so einem kleinen Fahrrad. Und so gab es dank eines Spontankaufs auf marktplaats.nl (sowas wie eBay) am letzten Schultag vor den Ferien ein neues Fahrrad für den kleinen Kaaskop. Ein „Ritterfahrrad“, wie er – im Gegensatz zu uns – sofort sah. Mit dem saust er seitdem um die Häuser.

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Nach den Ferien kommt der kleine Kaaskop übrigens in eine neue Klasse. Zu den beiden Misch-Klassen 1/2 kommt nach dem Umbau der Schule nämlich eine „reine“ 1. Klasse hinzu und wird neu gemischt. Das bedeutet zwar, dass der kleine Kaaskop zwei andere Klassenlehrerinnen bekommt, aber die kennt er schon UND er kommt in die gleiche Klasse wie sein bester Kumpel aus der jetzigen Parallelklasse, hurra! Und worüber ich mich noch gefreut habe: wir haben beim 10-Minutengespräch erfahren, dass das abgelaufene halbe Schuljahr für den kleinen Kaaskop quasi die 0. Klasse war und er erst nach dem Sommer offiziell in die 1. Klasse kommt. Das heißt, er ist dann sechseinhalb, wenn er in die 3. Klasse kommt, in der die Schule richtig losgeht, mit Hausaufgaben und so (die niederländische 3. Klasse entspricht in etwa der 1. Klasse in Deutschland). Nicht, dass ich aus Sicht einer deutschen Mutter die ersten beiden Vorschuljahre besonders frei und verspielt finde, aber man nimmt, was man kriegen kann.

Jetzt kriegen wir aber erstmal die Sommerferien! Na gut, ein Woche muss ich noch arbeiten, aber dann geht’s ab an die Ostsee. Lekker nichts müssen, schön an den Strand gehen, Freunde und Familie wiedersehen…. Ich kann es kaum erwarten! Aber wo wir schon wieder beim Warten sind: mein Bett wartet. Gute Nacht!

 

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2 Gedanken zu “BBQ mit den Nachbarn und das erste Zeugnis (jedenfalls fast)

  1. Das klingt doch ganz gut :o) Und ehrlich, ich glaube, es liegt nicht am Einzelkindstatus des kleinen Kaaskop, dass er (noch) nicht abwarten kann. Mal ganz im Ernst, er ist erst 4,5 Jahre! Mein Sohn ist ein ganzes Jahr älter und fängt laaangsam an, dass er auch mal kurz abwarten kann bis er dran ist (sehr frustrierend für ihn, wenn er dann vergessen hat, was er eigentlich wollte ;o)) und er ist schon seit fast 3 Jahren großer Bruder…
    Und gerade so Sachen wir mit den Fahrrad händeln wir hier ähnlich. Gut, dazu kommt, dass mein Sohn auch im Winter Geburtstag hat, da ist ein Fahrrad nicht unbedingt das Geschenk der Wahl. Für uns fällt sowas auch eher unter Gebrauchsgegenstände und mit der nächsten Kleidergröße wartet man ja auch nicht, bis Geburtstag oder Weihnachten ran ist :o)

    Schöne Grüße,
    Nadine

  2. Oh, da bin ich ja beruhigt! Das sind wirklich so Sachen, da habe ich keine Ahnung, was ich in seinem Alter von meinem Sohn erwarten kann. Danke für deinen Kommentar!
    Liebe Grüße,
    Kristine

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