Was das niederländische Kind vom deutschen unterscheidet

Wenn man im Ausland lebt und sein Kind bilingual und bikulturell erzieht, fallen einem manchmal deutliche Unterschiede zu Kindern im Heimatland auf. Zwar habe ich nur selten mit deutschen Kindern zu tun, aber in den (sozialen) Medien erfährt man ja auch so einiges über das Familienleben in Deutschland. Ein paar Unterschiede, die mir persönlich aufgefallen sind, verrate ich euch heute mal:
  • Das niederländische Kind ist es gewohnt, mittags Brot zu essen und dazu Milch zu trinken. Abends gibt es dann warmes Essen. Wenn kinderunfreundliches Gemüse (z.B. der holländische Klassiker Rosenkohl) auf den Tisch kommt, wird das mit ein bisschen Apfelmus (nicht mit Ketchup!) geschmacklich aufgewertet. (Bei uns übrigens nicht, nee, nee!)
  • Das niederländische Kind fährt in der Regel ohne Helm Laufrad und auch beim Herumsausen auf einem Fahrrad mit Stützrädern ist kein Helm nötig. Den tragen die meisten Kinder hier in Holland erst, wenn die Stützräder ab sind. Aber nur bis sie sicher fahren können. Teenager mit Helm habe ich hier in Holland noch nie gesehen.
  • Der klassische Frühstücksbrotaufstrich ist nicht Nutella oder eine andere Schokocreme sondern Erdnussbutter. Oder natürlich hagelslag, aber das ist ja kein Aufstrich…
  • Matschhosen, die deutsche Kinder, wenn ich Instagram und Konsorten glauben darf, auch beim Draußenspielen tragen, wenn es nur nach Regen aussieht oder die Straße noch vom Tag zuvor etwas feucht ist, sind dem niederländischen Kind weitestgehend unbekannt. Es sei denn, es geht in einen Ökohippiekindergarten.
  • Das niederländische Kind fährt, sobald es sitzen kann, auf dem elterlichen Fahrrad mit, und zwar nicht hinten oder im Anhänger, sondern vorne im Lenkersitz. Viel gezelliger! Außerdem sitzt hinten ja der große Bruder bzw. die große Schwester.
  • Das niederländische Kind männlichen Geschlechts trägt als Baby keine Strumpfhosen. Außer es hat eine deutsche Mama, die von deutschen Verwandten/Bekannten eine geschenkt bekommt hat.
  • Dem holländischen Kind sind Steigungen oder gar Berge unbekannt, schließlich ist in Holland* alles flach. Der kleine Kaaskop freut sich daher an dieser Stelle des Schulwegs immer über die „Fahrradrutsche“: ein gaaanz leichtes, mit dem Auge kaum sichtbares Gefälle.
  • Das niederländische Kind urlaubt traditionell irgendwo im sonnigen Süden (idealerweise in Frankreich oder Spanien, weil man dort günstig mit dem Auto hinfahren kann) anstatt in Skandinavien, wie der gute Norddeutsche es tut.
  • Dem niederländischen Kind ist nicht nur aus diesem Grund Astrid Lindgren eher unbekannt. Ja, Pippi Langstrumpf kennt man hier, aber der Rest hat es wohl nie so ganz gegen die tollen Werke von Annie M.G. Schmidt geschafft.
  • Das niederländische Kind wird am nordeuropäischen Strand nicht in langärmelige UV-Schutzkleidung einschließlich Hut gesteckt.

Was die beiden Spezien aber gemein haben: sie mögen Laugenbrezel und verlangen im Sommerurlaub jeden Tag Eis, Eis, Eis!

*In einigen niederländischen Provinzen gibt es natürlich durchaus Steigungen.
PS. Was das deutsche Kind vom andalusischen unterscheidet, erfahrt ihr in diesem Blogpost von Andalusienmutti.Und ja, manchmal vergehen bei mir Monate zwischen Blogpostentwurf und -veröffentlichung…
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s