#Kind&Verkehr – Denn Autos fahr’n wie der Blitz (und Fahrradfahrer auch)

Huch, morgen läuft ja schon die Blogparade von Verflixter Alltag ab! Da muss ich noch schnell mitmachen, denn Verkehrserziehung ist mir wichtig, schließlich ist hier im dichtbesiedelten Holland immer viel Verkehr – auf dem Bürgersteig, dem Fahrradweg und der Straße!

Kind und Verkehr Blogparade

Im Kinderwagen und zu Fuß

Weil wir, als der kleine Kaaskop laufen lernte, mitten in der Stadt wohnten, habe ich von Anfang an darauf geachtet, dass er die Verkehrsregeln kennenlernt. Schon als ich ihn noch im Buggy zum Park/Spielplatz kutschierte, habe ich immer auf rote und grüne Ampeln, nahende Autos und Fahrräder usw. hingewiesen. Wenn der kleine Kaaskop es nur oft genug hört, merkt er es sich hoffentlich irgendwann und handelt danach, so die Idee. Ansonsten habe ich damals hin und wieder „Jakob passt auf im Straßenverkehr“ mit ihm gelesen. Und ich habe  ihn immer auf der sicheren Seite gehen lassen (also nicht direkt neben dem viel befahrenen Fahrradweg – da ging ich) und wirklich NIE mal Fünfe gerade sein lassen und bei Rot die kleine Seitenstraße überquert, nur weil da wirklich nie ein Auto rauskam. Auch mit dem Fahrrad bin ich nie bei Rot rüber, wenn mein Kind dabei war – im Gegensatz zu manch anderen Eltern.

Laufrad und Fahrrad

Als der kleine Kaaskop dann mit seinem Laufrad unterwegs war, habe ich ihn bei jeder Gelegenheit daran erinnert, dass er an der Ecke warten soll, dass er nicht ohne zu gucken bzw. nicht ohne mich über die Straße fahren darf und dass er auf Fußgänger aufpassen soll. Puh, da hatte ich immer Angst, dass er einfach so rübersaust und angefahren wird! Hat er wohlgemerkt ein Mal gemacht, zum Glück kam weit und breit nichts.

Hier in Holland bedeutet Verkehr ja unweigerlich Fahrrad fahren. Holländer werden quasi mit ’nem Fahrradsattel unterm A… geboren. (Findet übrigens auch Alex vom Blog buurtaal, die gerne glaubt, dass eine bestimmte Region im Gehirn von Niederländern im Straßenverkehr aktiver ist als bei den Einwohnern anderer Länder.) Entsprechend früh lernen kleine Holländer Fahrrad fahren. Der kleine Kaaskop war gerade vier, als er den Stützrädern adieu sagte. Zu meinem Leidwesen will er seitdem ständig auf seinem eigenen Fahrrad zur Vorschule fahren. Anfangs habe ich ihn auf dem Bürgersteig fahren lassen und bin dann ebenfalls auf dem Bürgersteig hinter ihm her, mit „Langsam fahren!“ in der Wiederholungsschleife. Ganz wohl war mir dabei zwar nicht, aber es waren selten Fußgänger unterwegs, der Gehweg ist hier sehr breit und selber auf der Straße fahren war wegen des breiten Grünstreifens zwischen Straße und Fußweg kommunikationstechnisch nicht praktisch. Wenn mal ein Fußgänger unterwegs war, sind der kleine Kaaskop und ich immer ordentlich abgestiegen, denn die haben auf dem Bürgersteig schließlich Vorrang.

Irgendwann wollte der kleine Kaaskop dann unbedingt auch auf der Straße bzw. dem dort markierten schmalen Radweg fahren. Und meistens habe ich ihm das erlaubt, denn erstens ist die Schule nicht weit weg, zweitens gilt dort Tempo 30, drittens ist dort nicht soo viel Verkehr und viertens muss er das ja auch  lernen. Ich fahre dann entweder auf der „Autoseite“ neben ihm oder hinter ihm und rufe gefühlte drölfzigmal „Nicht über die Linie fahren! Nicht so schnell!“ Bei den beiden Seitenstraßen von rechts lasse ich den kleinen Kaaskop IMMER anhalten/langsam fahren und warte, bis ER geguckt hat, ob da ein Auto kommt. Die erste Straße von rechts ist eigentlich eine mittelgroße Kreuzung, die recht gut einsehbar ist, aber da kommen auch oft Autos raus, die es eilig haben. Die zweite Seitenstraße ist klein, wegen der an der Ecke geparkten Autos aber schlecht einsehbar. Einerseits kann ich verstehen, warum die Nachbarn ihren neunjährigen Sohn noch nicht alleine zur Schule radeln lassen wollen. Andererseits erscheint er mir vom Typ her besonnen genug, das zu können. Naja.

Schreckmoment und Ärgernisse

Den kleinen Kaaskop lasse ich jedenfalls noch lange nicht alleine radeln. Im Sommer waren wir nämlich zu dritt zum Supermarkt geradelt und da hat er, weil er gerade etwas erzählte, weder gemerkt, dass in dem unübersichtlichen Durchgang zum Parkplatz aus der anderen Richtung ein Auto kam, noch unsere Warnrufe gehört. Zum Glück sind die Autofahrer hier in Holland so einiges gewohnt von anderen Verkehrsteilnehmern. Apropos andere Verkehrsteilnehmer: Ich ärgere mich regelmäßig über die Leute, die die Ecke der kleinen Seitenstraße zuparken, und noch mehr über die Leute, die uns vorlassen, obwohl sie Vorrang haben. Grrr! So lernt mein Kind es doch nie, denk ich dann. Aber das geht wohl vielen Müttern so, vermute ich!

Tipps für das Radfahren mit Kindern

Auf der Website MoodKids.nl habe ich zufällig neulich einen alten Artikel mit guten Tipps fürs Radfahren mit Kindern gelesen. Die möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Wenn ihr in der Stadt wohnt, könnt ihr eurem Kind das Radfahren auch im Urlaub an einem Ort mit wenig Verkehr beibringen.
  • Gebt eurem Kind ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten mit Wimpel, damit sie auch hinter Autos gut zu sehen sind.
  • Üben, üben, üben. Fangt möglichst früh damit an, eurem Kind die Verkehrsregeln aktiv beizubringen. Lasst es Verkehrssituationen selbst beurteilen und Entscheidungen treffen (oder vorschlagen). Fahrt zum Beispiel zusammen mit dem Fahrrad und weist euer Kind darauf hin, worauf es achten muss. Fragt: „Wie können wir hier am besten die Straße überqueren?“oder „Wenn du dieses Schild dort siehst, was machst du dann?“
  • Denkt daran, dass Kinder niedriger auf ihrem Fahrrad sitzen als ihr selber und deshalb einen anderen Blickwinkel bzw. eine eingeschränkte Sicht haben.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es auch auf andere Verkehrsteilnehmer achtet. Dass man selber die Verkehrsregeln beachtet, bedeutet nicht, dass andere das auch tun. Bringt eurem Kind zum Beispiel bei, dass es auch bei Grün gucken muss, ob kein Auto kommt.
  • Lasst euer Kind vor euch oder an der Gehwegseite fahren und lasst es an Ecken/Kreuzungen/Seitenstraßen halten.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es bei roten Ampeln immer hinter dem LKW anhalten soll, niemals daneben.
  • Ab ca. 10-12 Jahre kann man sein Kind alleine zur Schule fahren lassen, je nachdem, wie leicht abgelenkt das Kind ist.

Und zum Schluss noch eine Anekdote: Ich weiß nicht, woher der kleine Kaaskop das hatte, aber einmal, als er über die Straße vor unserem Haus gehen wollte und ein Auto kam, trat er einfach einen Schritt auf die Straße, hob den Arm wie ein Verkehrspolizist und guckte den Autofahrer streng an. Und verflixt, der hielt erschrocken an! Peinlich… Da hab ich schon ein bisschen mit dem kleinen Kaaskop geschimpft. Macht man doch nicht!

Sinterklaas 2016 – über kackende Pferde und das Sinterklaasjournaal

So. Sinterklaas ist wieder auf dem Heimweg nach Spanien. Endlich keine Diskussionen mehr über die Schuhrausstelltage, zu wenig pepernoten im Schuh und ob rommelpiet auch zu uns kommt oder nicht. (Der „Unordnung-Piet“ hat nämlich eines Nachts das Klassenzimmer auf den Kopf gestellt und für die Kinder ein kleines Geschenk zurückgelassen (im Mülleimer!), und der kleine Kaaskop fand das so toll, dass er zuhause auch von rommelpiet besucht werden wollte. Die Bemerkung, dass er selbst schon genug Unordnung macht, habe ich mir mal verkniffen.) Auch die Lehrer/innen werden wohl ganz froh sein, dass der Sint wieder weg ist, denn abgesehen von mehr Arbeit wegen der verschiedenen Sinterklaasaktivitäten bedeutet diese spannende Zeit auch mehr Unruhe in den (Vorschul-)Klassen.

Amerigo macht A-a

Am Freitag war „pietenochtend“ mit pepernoten-Backen, pietengym (Fitnessübungen für Pieten), Film und pepernoten-Bingo und am Montag kam Sinterklaas in der Schule zu Besuch. Der kleine Kaaskop und ich kamen gerade noch rechtzeitig, um mit seiner Klasse auf den Schulhof der höheren Klassen zu marschieren, wo Sinterklaas ankommen sollte. Ich hatte nämlich durch ein Missverständnis nicht mitgekriegt, dass die Kinder an diesem Tag eine Viertelstunde früher kommen sollten. Ähem. Immerhin hatte ich mir den ganzen Tag freigenommen, um pakjesavond (+/- die Bescherung) vorzubereiten und so konnte ich noch kurz bleiben und mir Sinterklaas angucken. Der kam, wie es sich gehört, auf seinem Schimmel Amerigo angeritten und hatte ein paar zwarte Pieten dabei. Nix Schornstein-Pieten, die hier waren richtig schwarz geschminkt, mit dicken, roten Lippen. Der kleinste Piet kam auf einem Hoverboard angefahren, woah! Während die Pieten pepernoten in die versammelte Kindermenge warfen, redete der Sint kurz mit der Direktorin und schüttelte ein paar Kindern die Hand.

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Das Highlight war für die kleineren Kinder aber, dass Amerigo ein paar dicke Pferdeäpfel auf dem Schulhof hinterließ! Dann gingen alle wieder rein und ich nach Hause. Später erfuhr ich, dass Sinterklaas auch noch in der Klasse des kleinen Kaaskop vorbeigekommen ist und für alle ein Geschenk dabei hatte. Für die Jungs einen kleinen Plastiktraktor mit blinkenden Reifen und einem ganz furchtbaren „Motorgeräusch“. Für die Mädchen einen Handspiegel und eine Haarbürste zum selberverzieren. No comment.

Warten auf Sinterklaas

Auf dem Nachhauseweg war der kleine Kaaskop etwas überdreht, logisch. Erstaunlicherweise ging es zuhause aber ganz gut. Gegen 15 Uhr kamen Opa und Oma, wir tranken Kaffee und aßen pepernoten und Kekse und dann wurde der kleine Kaaskop spürbar ungeduldiger. Wir hatten in einem Moment der Weisheit beschlossen, dieses Jahr vor dem Essen die Geschenke auszupacken. Der große Kaaskop hatte den Jutesack, den meine Schwester aus Entsetzen über den letztes Jahr notgedrungen zums Geschenkesack umfunktionierten Müllsack für uns besorgt hatte, schon am Sonntagabend ins Auto gelegt und sollte ihn heimlich vor die Tür legen, anklopfen und dann schnell wieder ins Auto steigen und so tun, als käme er gerade erst von der Arbeit. Gerade noch rechtzeitig dachte ich an den Profitipp eines Kollegen, die Haustür abzuschließen, damit „Piet“ mehr Zeit hat, ungesehen wieder ins Auto zu kommen. Es klappte wie am Schnürchen!

Er kommt, er kommt!

Als ich gerade mit dem kleinen Kaaskop ein Winterbild ans Kinderzimmerfenster malte, klopfte es laut an der Tür. „He, hat da jemand geklopft? Wer kann das denn sein?“, fragte ich. Der kleine Kaaskop hielt kurz inne, rief dann aufgeregt: „Ha! Zwarte Piet!“ und lief nach unten. Als er den Sack vor der Tür entdeckte, war er völlig aus dem Häuschen, rief „Yo-ha! Wir haben Geschenke! Geschenke!“ und lief dann ein paar Schritte auf Socken in den Vorgarten, um zu gucken, ob er zwarte Piet noch irgendwo entdecken konnte. Aber der war schon wieder weg. Hat ja viel zu tun, der Gute. Der kleine Kaaskop schleppte den Sack ins Wohnzimmer und bekam nur am Rande mit, dass eine Minute später Papa nach Hause kam. Erstmal wurden alle Geschenke sortiert und verteilt (sie waren gekennzeichnet), dann packten wir reihum eins aus. Der kleine Kaaskop rief bei jedem Geschenk (sogar beim alljährlichen Schokoladenbuchstaben) freudig: „Ja! Das wollte ich haben!“ Meine Schwiegermutter hielt sich zum Glück etwas zurück mit verräterischen Bemerkungen à la „Das war bei XY im Angebot“ und überhaupt verlief alles ziemlich harmonisch. (Im Gegensatz zu Sinterklaasavond letztes Jahr)

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Der kleine Kaaskop bekam: Sinterklaas mit Pferd, Piet und Dampfer von Playmobil, kinetischen Sand, ein Buch, eine Paw-Patrol-DVD, einen Buchstabenkasten, einen Schokoladebuchstaben und zwei Playmobil-Banditen.

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Er beklagte sich zwar, dass er gar kein Lego von seinem Wunschzettel bekommen habe, aber das stimmte nicht. Er durfte seit Sinterklaas‚ Ankunft hier in Holland 3-mal seinen Schuh rausstellen und hatte darin auch ein Polizeiauto, einen Rennwagen, einen Leiterwagen und einen Feuerwehrhubschrauber von Lego bekommen. „Vintage“-Lego, genauer gesagt: das alte von mir und meiner Schwester. Um Fragen über die fehlenden Kartons vorzubeugen, lag ein Briefchen von Sinterklaas dabei, auf dem stand, dass sie die Kartons leider für die Übungspäckchen brauchten.

Warum ich das Sinterklaasjournal so mag

Übungspäckchen? Was’n das? Tja, die kannte der kleine Kaaskop vom Sinterklaasjournaal. Darin hatte nämlich ein schlauer Unternehmer das Pietenhaus, wo die Truppe aus Spanien während ihres Aufenthalts in Holland wohnt, in „Erlebnispark Pietenhaus“ verwandelt. Und die bunt geschminkten „Touristen“, die dort gegen Bezahlung Piet spielen durften, brauchten Päckchen zum Üben. Hach, ich mag das Sinterklaasjournaal! Das ist wegen der Anspielungen auf gesellschaftliche Angelegenheiten und Wortspiele auch für Eltern lustig und die „Lösung“ für die zwarte-Piet-Frage finde ich persönlich genial. Aber dazu gleich mehr. Der Reporter vom Sinterklaasjournaal fragte den Unternehmer ganz verwirrt slash entsetzt: „Ein Erlebnispark?! Ja, aber…das kann man doch nicht einfach so machen?!“ Und er sagte: „Ja, das habe ich schon öfter gehört. Aber ich sage dir: ich habe es gemacht und siehe da, es geht!“ Soviel zum Thema „Schornstein-Pieten und bunt geschminkte Pieten“. Ha! Nach dem Kuddelmuddel mit den Touristen/falschen Pieten, leeren Übungspäckchen, die aus Versehen in die Schuhe der Kinder gesteckt wurden, verschwundenen Päckchen für pakjesavond und einem sich sehr merkwürdig benehmenden Sinterklaas, kam am 4. Dezember die große Auflösung. Die Päckchen tauchten wieder auf, der Sint hatte heimlich ein Loblied auf seine Pieten gedichtet und mit einem Chor einstudiert und die „Touristen“ durften bleiben, denn Sinterklaas meinte, er freue sich über alle Pieten, denn was wäre er denn ohne seine Pieten und ein Fest feiert man mit allen zusammen.  (Oder so ähnlich.) Mit anderen Worten: es ist egal, ob die Pieten schwarz, weiß, rot-blau-weiß-orange oder mit Rußstreifen sind, Hauptsache, es bleibt gezellig für alle.

Falls ihr Niederländisch könnt, hier die Sendung mit der Zusammenfassung (Film oben links, „zondag“).

 

Wenn ich twittern würde (10)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • Dienstagmorgen beim viel zu späten Schuheanziehen ist offenbar ein guter Moment, wichtige Fragen zu stellen: „Mama, wat is oorlog?“ („Was ist Krieg?“) Hoffentlich habe ich mich verhört und er fragte in Wirklichkeit: „Was ist ein Ohrloch?“…
  • Das Kind ist mit verschränkten Armen und zusammengepressten Lippen eingeschlafen. Und jetzt habe ich irgendwie Angst vor morgen.
  • Der Mann so beim Frühstück zum Kind: „Da hast du deinen Knochen!“ #ichkanndaserklären
  • Dass man beim Einkaufen auch ohne Kind zum Verpackungsopfer werden kann, sagt einem vorher auch keiner! Was gucken Marshall und Chase mich auch so niedlich von der Hagelslag-Verpackung an…
  • Kleiner Tipp: nicht am Tag nach dem Badezimmerputzen das Kind auf dem Erdhaufen neben der Baustelle spielen lassen. #ausderkategorieichlernsauchnie
  • Der Preis für die genialste Idee des Jahres geht übrigens an das Kundenbindungsteam von Gartencenter intratuin in Utrecht für den kleinen Zug, in dem die Kinder ihre Runden um einen Weihnachtsbaum drehen, während Mama und Papa einkaufen einkauft.
  • Der Mann zerrt sich beim Aufstehen vom Sofa einen Muskel, ich verdreh mir beim Insbettsteigen das Knie. Läuft bei uns. Nur wir nicht.
  • Sonntagmorgen, gerade mal 7 Uhr und ich muss erklären, warum ich keine Zauberfee werden kann, um das Kind wie gewünscht in einen Marienkäfer zu verwandeln. Ich mag nicht!
  • Schwägerin per Whatsapp um Geschenktipps zum 7. Geburtstag von Nichte 3 gebeten. Antwort: „Sie wünscht sich das Buch xy, Playboy oder Lego geht aber auch immer.“ Damn you, Autokorrektur!
  • Gibt es Schaukeln in der Herbstsonne eigentlich schon auf Rezept oder in Pillenform? Nur so ne Idee.
  • Kind kommt mit Taschenlampe und einem Zettel in der Hand ins dunkle Schlafzimmer getappst, leuchtet den Wecker an und linst auf seinen Zettel. Ich murmel:“Komm noch kurz ins Bett, es ist noch nicht sieben drei null…oh fuck!“ – „Was ist ‚oh fuck‘, Mama?“ Läuft bei uns. Und es ist tatsächlich schon 7.38.
  • Mit veganen Schuhen in Hundekacke latschen – mich vom Schicksal verarschen lassen kann ich!
  • Neuer Playmobil-Katalog fürs Kind = halbe Stunde Pause für Mama. Es könnte ruhig öfter einen neuen geben.
  • Der Vierjährige wünscht sich die Lego-Polizeiwache von Sinterklaas. Ich: „Die ist aber erst ab 6!“ Kind: „Das macht nix, Sinterklaas kann nicht mehr so gut lesen.“
  • Der Mann so beim Frühstück zum Sohn: „Du klingst wie Adolf Hitler!“ Ich bezweifle allerdings, dass der „Ich! Will! Milch!“ geschnarrt hat.
  • Da bastelt man mit dem Kind zum ersten Mal eine Laterne und dann sind alle Fotos verwackelt oder zu dunkel. So war das nicht abgemacht!
  • Wenn ich nochmal auf die Idee komme, ein Essen für 8 Erwachsene und 7 Kinder auszurichten, sperrt mich bitte ohne WLAN im Keller ein, bis ich zur Besinnung gekommen bin.

Alle Jahre wieder… Von Zwarte Piet, Lebkuchen und Weihnachtsbäumen

Der 9. November machte seinem Ruf mal wieder alle Ehre: erst das Bekanntwerden des schockierenden Ergebnisses der US-Wahlen, dann abends noch die mit Spannung erwartete erste Folge des diesjährigen Sinterklaasjournaals: Welche Farbe würde Zwarte Piet haben?? Schwarz? Weiß mit schwarzen Rußflecken? Lila? Oder vielleicht sogar gelb wie holländischer Gouda?

Muss Zwarte Piet schwarz sein?

Mit den pepernoten, die wie in Deutschland die Lebkuchen hier schon seit einiger Zeit wieder in den Regalen liegen, hielt natürlich auch wieder die ewige Diskussion um Zwarte Piet Einzug und wie ich neulich erfahren habe, wird es zumindest auf dem niederländischen RTL ab sofort keinen „richtigen“ schwarzen Piet mehr geben, sondern einen „Schornstein-Piet“, sprich: nicht mehr ganz schwarz sondern nur mit jeder Menge Rußstreifen im Gesicht. Er heißt auch nicht mehr „Zwarte Piet„, sondern nur noch „Piet“. Warum auch nicht, schließlich heißen Sinterklaas‚ Helfer alle Piet, vom Bäcker-Piet über den Geschenke-Piet bis hin zum Ober-Piet. Ich persönlich finde den Schornstein-Piet einen prima Kompromiss! Den kann man ja auch so schwarz oder grau machen wie man will. Leider sind viele Niederländer gegen jegliche Änderung „ihrer“ Tradition. Erwachsene Niederländer wohlgemerkt, vor allem die über 50. Auf Facebook werden Berichte geteilt à la „Zwarte Piet muss schwarz bleiben, und wenn du das anders siehst, sind die Niederlande nicht das richtige Land für dich!“ oder „Teile diesen Bericht, wenn du Negerküsse immer noch Negerküsse nennst!“. (Davon krieg ich blöderweise immer Appetit auf Süßes und das Bedürfnis, den Rechtschreibfehler in dem 2 Jahre alten Beitrag zu kommentieren.) Mittlerweile befürworten immer mehr Niederländer den Kompromiss mit dem Schornstein-Piet, nur damit das ewige Gemotze und Gestreite in den sozialen (?) Medien aufhört.

Wie die Produzenten des offiziellen Sinterklaasjournaals (Nikolausnachrichten) dieses Jahr mit der brisanten Zwarte-Piet-Frage umgehen, wurde bis gestern Abend um 18.00 Uhr geheim gehalten, als die erste diesjährige Folge ausgestrahlt wurde. Der kleine Kaaskop hat letztes Jahr zum ersten Mal das Sinterklaasjournaal gesehen und fing neulich wieder davon an, als ich mit ihm in Utrecht im Kino war und er auf dem Weg dorthin den Domturm sah. Er meinte, das wäre der Turm, in dem zwei dumme Männer letztes Jahr Feuer gelegt hätten, das dann von den Pieten gelöscht wurde. Übrigens wollte der kleine Kaaskop von einem nicht schwarzen Zwarte Piet nichts wissen, als der große Kaaskop ihm neulich beiläufig erzählte, dass Zwarte Piet vielleicht nicht mehr schwarz ist, wenn er demnächst mit seinem Dampfer in Holland eintrifft. Ich weiß nicht, wie andere Kinder das sehen, aber da der kleine Kaaskop erst 4 ist und es wahrscheinlich auch unakzeptabel finden würde, wenn ich mir die Haare schwarz färben würde, messe ich seiner Ablehnung mal nicht allzu viel Gewicht bei! Ich schätze sowieso, dass von den gut 1 Millionen Zuschauern gestern Abend die Erwachsenen am gespanntesten auf die Erscheinung von Zwarte Piet waren. Kleiner Schock: er war weiß. Dann das große Aufatmen: der zweite Piet, der ins Bild kam, war schwarz. Andere Pieten waren gestern noch nicht zu sehen. Mal sehen, wie es weitergeht.

Das Sinterklaasjournaal schaue ich übrigens gerne, aber ansonsten macht mir die Sinterklaas-Zeit nicht wirklich Spaß. Hauptsächlich wegen der explosiven Stimmung durch die Rassismusdiskussion und nebensächlich durch das ewige Dilemma, wie viel Süßes und wie viele Sinterklaasgeschenke (und Geschenke im Schuh) der kleine Kaaskop kriegen soll. Einen selbstgebastelten Adventskalender hatte ich ja schon wegen akutem Geschenke-Overload gestrichen, *schnüffschnüff*. Mit meiner geliebten Weihnachtsdeko muss ich wegen Sinterklaas auch bis zum 6. Dezember warten, böh.

Lebkuchen gegen pepernoten

Immerhin habe ich mir wieder rechtzeitig deutsche Lebkuchen mitbringen lassen, die „richtigen“, wie ich sie nenne. Damit meine ich allerdings die billigen Herzen und Sterne und nicht die runden mit dem Esspapier auf der Unterseite. Denn da halte ich es wie mit der Adventskalenderschokolade: nur die billige Version vermittelt mir das richtige Weihnachtsgefühl. Isso. Die pepernoten überlasse ich lieber meinen Kaasköppen, ich finde die nur so làlà. Meine Kollegen haben davon eine ganze Schüssel im Büro stehen, die sind geradezu süchtig nach diesen kleinen knusprigen Dingern! Den deutschen Lebkuchen mögen sie hingegen nicht. Erst waren sie sehr misstrauisch, weil sie bei „Lebkuchen“ an „Leberkuchen“ dachten…und irgendwie ist der Geschmack wohl ein „acquired taste„. Das Wörterbuch übersetzt „Lebkuchen“ übrigens mit „eine Art taai-taai„, aber taai-taai schmeckt wirklich NICHT wie Lebkuchen. Und die Konsistenz ist auch anders. Unübersetzbar deutsch also.

Oh Tannenbaum

Übrigens scheinen viele Niederländer es heutzutage nicht mehr so genau zu nehmen mit der strikten Trennung zwischen Sinterklaas-Zeit und Weihnachtsdeko. Wir waren nämlich vor zwei Wochen in meinem Lieblingsgartencenter (ja, ich habe ein Lieblingsgartencenter!), um noch ein paar Herbstpflanzen zu holen. Und da war schon alles mit Kunstschnee dekoriert und die Weihnachtsausstellung stand schon. Wah! Ich bin noch gar nicht in der Stimmung, aber immerhin war der kleine Kaaskop schön die ganze Zeit mit der Mini-Eisenbahn beschäftigt, die um den Weihnachtsbaum in der Mitte ihre Runden drehte.

Etwas typisch Niederländisches ist mir dort im Gartencenter übrigens auch aufgefallen: während Deutsche sich Weihnachten ohne echten Baum nicht vorstellen können, ist hier in Holland der Kunstbaum beliebt. Nadelt nicht, schlürft kein Wasser, ist auf Dauer kostengünstiger, braucht nur noch vom Dachboden geholt und aufgestellt werden. MIR kommt so ein Ding ja never nooit niet ins Haus! Zum Glück habe ich den großen Kaaskop schon gleich an unserem ersten gemeinsamen Weihnachten von der Großartigkeit eines echten Baums überzeugen können.

Wie sieht es bei euch aus, mögt ihr praktische Kunstbäume? Und steht ihr insgeheim auch auf billige Lebkuchen?

PS. Was ich in den letzten Jahren über Sinterklaas/Nikolaus und Zwarte Piet geschrieben habe, könnt ihr unter dem Tag „Sinterklaas“ nachlesen.

Wunschliste für den Herbst

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da! Er bringt uns Wind, heihussa…aaahhh! „Mama, warum fährst du denn so langsam?“, fragte der kleine Kaaskop am Donnerstag, als ich mit ihm im Kindersitz von der BSO nach Hause radelte. Pfff.

Trotzdem mag ich den Herbst. Gut, nicht unbedingt Regen und Windstärke 6, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Aber den Geruch in der feuchten Luft, die bunten Blätter, die Eicheln und Nüsse auf den Wegen, gemütliches Kuscheln unter einer Wolldecke…. Einerseits finde ich es schade, dass unser kleiner Kirschbaum, die Himbeer- und Johannisbeersträucher und alle anderen Pflanzen bald kahl sein werden, aber die leuchtend gelbe Farbe ihrer Herbstblätter finde ich total schön, nicht nur, wenn die Sonne scheint!

Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten, und weil immer alle so auf dem Herbst rumhacken, musste nach der SummerToDoListe für mich als Herbstfan auch eine Herbstliste her. Diese Dinge will ich diesen Herbst machen, weil sie ihn so schön machen:

  • Mindestens ein neues Apfelkuchenrezept ausprobieren (Apfelkuchen geht immer, oder?!)
  • Das jährliche Herbstdinner mit Freunden wieder aufleben lassen (Dieses  Jahr mit 8 Erwachsenen, 6 Kindern und 1 Baby)
  • Eine Laterne basteln (Ja wirklich! Bisher hat der kleine Kaaskop in der Kita ganz simple Laternen gebastelt, dieses Jahr will ich mit ihm eine „richtige“ basteln)
  • Mal wieder in die Sauna gehen
  • Ein langes Vollbad nehmen (und zwar IN RUHE und OHNE GESTÖRT ZU WERDEN)
  • Abends öfter den Fernseher auslassen und ein Buch lesen (mit Kerzen an)
  • Mit dem kleinen Kaaskop Herbstkekse backen (Habe ich, wie ihr auf Instagram seht, schon erledigt)
  • Apfelchips machen (Und dazu vielleicht sogar diese leckere Kürbissuppe)
  • Im Wald spazieren gehen
  • Einen Drachen steigen lassen

Eine Sache, die ich im Herbst immer wieder gerne mache, ist Äpfel pflücken. Dieses Jahr hatten wir etwas weniger Glück mit dem Wetter, aber trotzdem hat uns das Pflücken Spaß gemacht. Und ich finde es wichtig, dass der kleine Kaaskop selber Obst pflücken kann. Deshalb habe ich ja auch einen Minikirschbaum, Erdbeeren, 1 Himbeerstrauch, 2 Johannisbeersträucher und einen Blaubeerstrauch in unseren kleinen Reihenhausgarten gequetscht. Zufall oder nicht, der kleine Kaaskop meinte jedenfalls, dass die selbstgepflückten Äpfel leckerer schmecken, hihi!

 

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Was die niederländische Mutter von der deutschen unterscheidet

Im Juli hatte ich mal verbloggt, was das niederländische Kind vom deutschen unterscheidet. Weil einer meiner Follower auf Instagram sich einen Vergleich zwischen der niederländischen und der deutschen wünschte, gibt es heute quasi eine kleine Fortsetzung:

  • Die niederländische Mutter greift nicht zu homöopathischen Mittelchen, wenn der Nachwuchs kränkelt. Paracetamol ist hier in Holland das Allerheilmittelchen. und ansonsten gilt die Devise „Zähne zusammenbeißen und durch, der Schmerz hört bald wieder auf“. Hatte ich schon mal erwähnt, dass hierzulande ein Dammschnitt/-riss manchmal noch unbetäubt genäht wird und bei IVF die Follikelpunktion nicht unter Narkose gemacht wird wie in Deutschland? Just saying!
  • Die niederländische berufstätige Mutter muss in der Regel abends nach der Arbeit und dem Kinderabholen noch schnell kochen, deshalb freut sie sich über das vielseitige Angebot von vorgeschnittenem oder vorgegartem Gemüse im Supermarkt. Die Umwelt? Naja, aber es ist sooo praktisch!
  • Die niederländische Mutter findet, dass sie eine bessere Mutter ist, weil sie berufstätig ist, und eine bessere Mitarbeiterin, weil sie Mutter ist. Sie wird nicht schief angeschaut, weil sie ihr Kind schon im Alter weniger Monate 2-4 Tage die Woche in die Kita oder zur Oma gibt. Nicht zu lange damit warten (also spätestens so mit 10 Monaten), wird einem hier von anderen Müttern geraten, sonst fällt dem Kind die Eingewöhnung so schwer.
  • Die niederländische Mutter hat kein Problem damit, ihrem Kind am Sonntagmorgen um 6 das Tablet zu geben, damit sie noch ein bisschen weiterschlafen kann. If mom ain’t happy, ain’t nobody happy!
  • Die niederländische Mutter ist keine Raben- sondern eine Läusemutter. Manche jedenfalls, denn „luizenmoeder“ ist eins der Ehrenämter an niederländischen Grundschulen: in der Läusehochsaison kommen die Läusemütter ein- oder zweimal in die Schule, um allen Kindern die Haare mit einem Läusekamm auf die kleinen Biester zu kontrollieren.
  • Die niederländische Mutter hat keinen Kärcher; sie hat einen Fensterputzer, der regelmäßig die Fenster von außen putzt. Denn holländische Häuser haben viele und gerne auch große Fenster…
  • Die niederländische Mutter findet Ferbern nicht grausam, wieso denn auch? Mit der „kiekeboe-methode“ (Guck-guck-Methode) lernt das Baby doch gerade, dass Mama immer zurückkommt und es keine Angst zu haben braucht! Und das consultatiebureau empfiehlt das doch auch…
  • Die niederländische Mutter braucht keinen Adventskalender zu basteln. Kaufen auch nicht. Advent? Das ist nur was für Strenggläubige. So Leute, die am Sonntag nicht bügeln, weil dann ja Ruhetag ist und nichts gearbeitet werden darf. Gibt es hier, hauptsächlich im bijbelbelt (Biebelgürtel).
  • Die niederländische Mutter hat starke Waden, schließlich radelt sie bei Wind und Wetter mit durchschnittlich zwei Kindern im Fahrradsitz oder dem Lastenrad zu Kita, Schule und Arbeit. Deshalb trägt die niederländische Mutter genauso regelmäßig eine Matsch- oder besser gesagt Regenhose wie das typisch deutsche Kind.
  • Das bevorzugte Schuhwerk der niederländischen Mutter ist der Stiefel/die Stiefelette. Kann man fast das ganze Jahr über tragen (außer im Sommer), sieht modisch aus (sehr wichtig!!) und der Absatz ist nicht zu hoch oder schmal zum Hinter-dem-Kind-herrennen. Win-win.

Was die beiden Spezien gemein haben: sie achten auf gesunde Ernährung und wollen nur das Beste für ihre Kinder, die bei ihnen immer an erster Stelle kommen.

 

Ein Instagram-Foto und wie es wirklich war

Ja, ja, ja, mittlerweile wissen ja alle, dass der schöne Schein auf Instagram oft trügt. Ich finde zwar nicht, dass ich in meinem Instagram-Feed einen auf heile Welt mache, aber trotzdem poste auch ich selten Chaos-Fotos. Beim Betrachten meines Fotos vom Keksebacken neulich fragte ich mich aber später, ob es nicht vielleicht doch Leute (Mütter) gibt, die denken, das Keksebacken sei wirklich so entspannt und schön gewesen wie es auf dem Foto aussah.

 

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Falls sich jemand gegrämt hat, weil es bei ihm zuhause nicht so idyllisch zugeht:

Hier das wahre Geschehen:

Donnerstag. Ich überlege mir, dass ich am Freitagnachmittag mit dem kleinen Kaaskop ja mal wieder backen könnte. Herbstkekse. Ich frage den kleinen Kaaskop, ob das eine gute Idee ist und er hat Bock drauf. Ich suche ein Rezept heraus.

Freitag. Der kleine Kaaskop wünscht seinem besten Freund schöne Herbstferien, erzählt dessen Mutter begeistert, dass wir Kekse backen wollen und…..hat dann zuhause doch keinen Bock. Er will lieber spielen. Auch gut.

Samstagvormittag. Der Plan war, dass der kleine Kaaskop und ich backen, während der große Kaaskop einkaufen fährt. Aber der kleine Kaaskop schläft bis 8 (wow!), wir lassen es ruhig angehen und dann schaffen wir es nicht mehr vor dem Mittagessen. Der kleine Kaaskop hat eh keine Lust, weil er lieber spielen will. Okay, dann backen wir halt später… Wir sprechen ab, dass wir nach dem Mittagessen aber wirklich backen, weil die Kekse sonst nicht mehr rechtzeitig für den Nachmittagskaffi fertig sind.

Samstagnachmittag. Der kleine Kaaskop hat auch nach dem Mittagessen keine Lust zu backen! Ich aber. Ich will schließlich Kekse zum kaffi. Also bereite ich den Teig alleine vor, der muss ja eh noch eine Stunde im Kühlschrank ruhen. Beim Ausstechen will der kleine Kaaskop aber mitmachen, hat er gesagt. Ich wandle die Osterkekse zu Herbstkeksen ab, indem ich die Zitronenschale und den Zitronensaft durch Anis, Zimt und kalten Kaffee ersetze. Der kleine Kaaskop kommt tatsächlich zum Ausrollen, will aber unbedingt sein eigenes Nudelholz haben, weil ihm das große zu schwer und der grifflose Fondant-Roller zu langweilig ist. An dem kleinen Nudelholz klebt noch Knete dran, die ich schnell abkratze. (Verklagt mich doch..) Der kleine Kaaskop bekommt ein Stück Teig, das er ungleichmäßig ausrollt. Das Förmchen klebt am Teig fest, der kleine Kaaskop matscht seinen Teig wieder zusammen und rollt erneut aus. Viel zu dünn aber egal. Ich bin schon froh, dass er keinen Wutanfall kriegt, weil das Ausstechen nicht klappt. Während ich im Akkordtempo (sonst gibt es wirklich keine Kekse zum Kaffee) Kekse aussteche, malt der kleine Kaaskop mit dem Zeigefinger fröhlich Muster in seinen Teig und nascht ab und zu davon. Ich tue so, als wüsste ich nicht, dass ein rohes Ei im Teig ist.

Noch bevor das erste Blech im Ofen ist, verliert der kleine Kaaskop die Lust und geht wieder spielen. Ich backe noch zwei Bleche, lasse den Abwasch für den großen Kaaskop stehen, entsorge die verbranntesten Kekse und von dem Rest  essen wir ein paar zum viel zu späten kaffi. Sie schmecken gut, keksig halt. Aber ich schmecke weder Zimt, noch Anis oder Kaffee heraus. Schade. Immerhin kommt mein Foto auf Instagram gut an… 😉

Wenn ich twittern würde (9)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • „Think like a bikini“ steht in dem Text, den ich übersetzen soll. Ich glaube, ich brauche erstmal Kaffee. Viel Kaffee!
  • Murphy’s Law für Eltern lässt grüßen: da will man sich EINMAL einen ruhigen Abend auf dem Sofa machen, wenn der Mann außer Haus ist….wacht das Kind mit Wachstumsschmerzen auf und will nur bei Mama im Bett weiterschlafen. MIT Mama natürlich.
  • Du weißt, dass dein Sternzeichen Waage ist, wenn du dich nicht entscheiden kannst, ob du zu deinem Geburtstag für deine Kollegen einen süßen oder herzhaften Kuchen backen sollst.
  • Note to self: in Holland keine deutschen Kuchenrezepte mehr benutzen wollen. Steh ich mal wieder ratlos vor dem mageren Angebot an Backzutaten. #pff
  • Reality Check auf der Baustelle. Kind ruft begeistert: „Ich werde später auch mal Bauarbeiter!“ Bauarbeiter antwortet ächzend: „Wenn ich du wäre, würde ich lieber was Anständiges studieren.“
  • Stell dir vor, es ist Verkehrsinfarkt und du steckst mittendrin. #möp
  • Ist eine Flasche Motoröl zum Geburtstag eigentlich schon ein Scheidungsgrund?
  • Der Vierjährige lässt den Playmobil-Feuerwehrmann an einem „Alligator“ hängend über den Duplo-Zoo fliegen. Ach, Alligator, Generator, pupsegal, mit beidem kann man fliegen, oder? #hachz
  • Heute kommt der Schulfotograf und nun frage ich mich: haben die Eltern des Jungen in der Jogginghose das vergessen oder ist das einfach die lässige Art der Holländer?
  • Kleiner Tipp: es ist ’ne ganz dumme Idee, einem neugierigen Vierjährigen die Geschichte von den Kölner Heinzelmännchen zu erzählen, dabei Erbsen mit Leim zu verwechseln und sich am nächsten Tag eine Gutenachtgeschichte auszudenken, in der die Heinzelmännchen im elterlichen Haus wohnen. *verstecktvorsorglichdenLeim*
  • Warum Deutsche kein Scrabble spielen: PKW-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung
  • Merke: verwechselt das Kind Mittwoch mit Samstag am Morgen, bleibt die gute Stimmung den restlichen Tag für alle verborgen. #reimdichoderichfressdich #yougetmydrift
  • Ach übrigens: es ist nicht so, dass in Holland nie Stau ist, weil alle mit dem Fahrrad fahren. Die Holländer fahren mit dem Fahrrad, DAMIT sie nicht im Stau stehen!

Wie war das eigentlich mit der #SummerToDoList?

Heute morgen habe ich dann mal die Winterjacke vom Dachboden geholt.Magere 3 Grad waren es hier in Holland, brrr. Tja, jetzt ist der Sommer wirklich vorbei… Weil ich Listen mag, wollte ich am Anfang des Sommers eigentlich bei der Blogparade von feiersun mitmachen, aber dann kam ich wieder nicht zu Potte, der Sommer war plötzlich schon halb rum und meine Liste mit 10 Dingen, die ich diesen Sommer gerne machen würde, blieb unveröffentlicht. Schade. Aber ich habe trotzdem mal abgehakt, was ich im Sommer 2016 wirklich gemacht habe und das Ergebnis ist gar nicht mal so schlecht:

  • Eine Pfannkuchentorte backen wie bei Petterson & Findus √
  • Am Strand Pommes essen √
  • Mit Freunden im Garten grillen (√)
  • Nur mit dem großen Kaaskop zum Essen ausgehen
  • An den Baggersee fahren
  • Ein Familienfoto machen (lassen)
  • Einen Strandkorb mieten √
  • Mindestens ein Buch auslesen √
  • Ausgiebig shoppen gehen, ohne auf die Uhr gucken zu müssen √
  • Ausschlafen √

Hach ja, mein Sommer war schön – trotz allem Gemecker im Juni, als es so aussah, dass der Sommer dieses Jahr ausfällt! Richtig genossen habe ich das Lesen. Das war früher mein liebstes Hobby und erstaunlicherweise habe ich in diesem Sommer wirklich viel gelesen. Wie ihr schon auf Instagram gesehen habt, unter anderem den dicken Schinken „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs. Außerdem „Paris ist immer eine gute Idee“ von Nicolas Barreau, „Shopaholic to the rescue“ von Sophie Kinsella, „Das geheime Vermächtnis“ von Katherine Webb und „Kalter Grund“ und „Engelsgrube“ von Eva Almstädt (Band 3 und 4 liegen schon bereit!). „Altes Land“ von Dörte Hansen habe ich schon vor dem Sommer gelesen, aber falls ihr noch was zum Schmökern an kalten Herbstabenden sucht, kann ich das Buch auch sehr empfehlen!

Ich freue mich jedenfalls, dass ich endlich die im Sommerurlaub geshoppten Klamotten anziehen kann. Dafür war der herrliche Altweibersommer nämlich zu warm! Und wenn mir morgen auf dem Fahrrad wieder kalt sein sollte, mache ich mir einfach ein paar warme Gedanken und denke an den schönen Sommer zurück:

Bilinguale Erziehung – Meine Alternativen zur örtlichen Bücherei

Hier in Holland gibt es leider keine deutschen Kinderbücher in der örtlichen Bücherei. Dabei lese ich so gerne vor, wegen der zweisprachigen Erziehung natürlich am liebsten auf Deutsch. Und der kleine Kaaskop liebt Bücher. Neue Bücher muss ich immer ein paar Mal hintereinander vorlesen und ohne mindestens zwei Geschichten geht abends gar nichts. Ich habe mich mal bei einer Freundin darüber beklagt, dass das Insbettgehritual manchmal so lange dauert, und sie schlug vor, doch das Vorlesen auf den Nachmittag vorzuverlegen. Aber das will ich nicht. Der kleine Kaaskop ist ja unter der Woche nachmittags im Hort und hat nachmittags sowieso zuviele Hummeln im Hintern, um stillzusitzen. Das Vorlesen auf meinem Schoß abends braucht er einfach, um runterzukommen vor dem Schlafen. Und ich brauche unseren friedlichen Zusammensitzmoment auch.

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Bettgeschichten im Urlaub mit Tante A.

Das geheime Bücherversteck

Wir sind aber wie gesagt auf unsere eigene Privatbücherei angewiesen. Deshalb mache ich, wie ich ja schon öfter erzählt habe, meistens Großeinkauf im Buchladen, wenn ich in Deutschland bin. Ab und zu zaubere ich dann – schwuppdiwupp – ein neues Buch aus meinem geheimen Bücherversteck hervor. So ein geheimes Bücherversteck (an dem ich übrigens auch mal DVDs und Hörspiele verstecke) ist übrigens sehr faszinierend: der kleine Kaaskop würde nur zu gerne wissen, wo sich diese geheime Bücherquelle befindet und hat auch schon mal von sich aus gefragt, ob ich nicht wieder ein neues Buch aus meinem geheimen Bücherversteck holen könne. Das mache ich dann aber nicht, denn dieses „Fragen“ klang verdächtig nach „Quengeln“ und dem möchte ich nicht nachgeben. Weil ich aber verstehe, dass er gerne neue Geschichten hören möchte, habe ich mir etwas anderes ausgedacht:

Alternative 1: eigene Geschichten erfinden

Ich denke mir Geschichten aus. Ja, ja, ja, das ist jetzt nicht gerade spektakulär, aber ich bin bis vor einer Weile  ernsthaft nicht auf die Idee gekommen, einfach etwas zu erzählen, anstatt vorzulesen. Ist auch schwieriger, vor allem, wenn ich abends müde bin. Da kann es schon mal passieren, dass ich stocke, Sätze nochmal neu anfange oder die Handlung arg simpel oder merkwürdig ist. Aber das macht gar nichts! Der kleine Kaaskop hängt mir mit leuchtenden Augen an den Lippen, wirklich! Am liebsten bestimmt er im Voraus, wovon die Geschichte handeln soll. Sehr beliebt waren eine Weile Geschichten, die von einem kleinen Jungen, seinem Freund und dessen Schwester und den vier Eltern (beide Väter Müllmänner, beide Mütter Busfahrerinnen) handelten. Zurzeit bittet er um Geschichten mit Tieren, zum Beispiel einem Nashorn, das mit einer Giraffe befreundet ist und mit ihr Kekse bäckt.

Das Praktische an selbst ausgedachten Geschichten ist, dass ich aktuelle Ereignisse aufgreifen kann. Die beiden Müllmännersöhne haben schon so einiges ausgeheckt oder erlebt, das dem kleinen Kaaskop aus dem Reallife bekannt sein dürfte.

Alternative 2: von anderen ausleihen lassen

Meine zweite Alternative zu deutschen Kinderbüchern aus der Bücherei ist…. meine Schwester und ihre Bücherei! Wieder so etwas, wobei man denkt: „Wieso bin ich da noch nicht drauf gekommen??“ Bisher hatten wir selber Bücher mitgenommen, wenn wir bei ihr zu Besuch waren, und die paar Kinderbücher gelesen, die sie noch von früher hat. Aber seit ein paar Monaten bringt meine Schwester Kinderbücher aus ihrer örtlichen Bücherei mit, wenn sie bei uns zu Besuch kommt. Und sie holt einen ganzen Stapel Bücher für ihren Neffen, wenn wir bei ihr zu Besuch kommen. Ein paar der von ihr ausgesuchten Bücher kamen so gut an, dass der kleine Kaaskop sie beim nächsten Mal wieder lesen wollte. Zum Beispiel die Geschichten von Tatu und Patu. Oder Herrn Rumpelpumpel. Bei unserem letzten Tantenbesuch durfte der kleine Kaaskop zum ersten Mal mit in die Bücherei, das fand er total toll.

Alternative 3: das Internet

Im Internet kaufe ich Kinderbücher nur, wenn ich sie schon kenne. Ich will mir neue Bücher immer erst angucken, die Geschichte und den Schreibstil kurz überfliegen und mir das Layout angucken. Aber Filme! Die kann man ja in der Bücherei auch ausleihen, wenn man nicht gerade in Holland deutsche Kinderfilme sucht. Unsere Privatvideothek (oder heißt das jetzt Dvd-Thek?!) umfasst trotzdem nur wenige Kinderfilme, denn die findet man in der Regel ganz einfach online. YouTube is my friend, sag ich nur. Da findet man Pumuckl, Madita, Michel aus Lönneberga, Die Kinder aus dem Möwenweg, Conni, Kikaninchen, Jonalu, und und und. Mag ich viel lieber nutzen als das Kinderfilmangebot auf ARD und ZDF (andere Sender haben wir hier in Holland nicht über den normalen Anschluss), da weiß ich nie, wann was läuft und meistens läuft gerade nix, wenn der kleine Kaaskop fernsehen darf. Unsere Nachbarn haben Netflix, aber ich als Technikhinterwäldler* und Couchpotato wage mich noch nicht daran. Sonst MUSS ich demnächst auch jeden Abend Serien gucken, obwohl ich lieber sinnvollere, befriedigendere Dinge erledigen würde, und dann ärgere ich mich hinterher wieder über die vergeudete Zeit.

Aber zurück zu den Büchern: habt ihr noch Kinderbuchtipps für mich? Und wenn ihr auch im Ausland lebt, wie löst ihr das Bücherangebotproblem?

 

*Kleine Veranschaulichung: Meine Schwester whatsappte mir neulich, dass sie vergessen hat, The Great British Bakeoff zu programmieren und zur Sendezeit nicht zuhause ist. Ob ich ihr das aufnehmen könnte? Und ich so: „Hm, weiß gar nicht, ob wir noch irgendwo ein leeres Videoband haben und ob der Recorder überhaupt funktioniert…“ Und sie so: „Video?! Hahahaha! Habt ihr keinen Festplattenrecorder?!“ Und ich so: „Öh…wasn das?“