#Kind&Verkehr – Denn Autos fahr’n wie der Blitz (und Fahrradfahrer auch)

Huch, morgen läuft ja schon die Blogparade von Verflixter Alltag ab! Da muss ich noch schnell mitmachen, denn Verkehrserziehung ist mir wichtig, schließlich ist hier im dichtbesiedelten Holland immer viel Verkehr – auf dem Bürgersteig, dem Fahrradweg und der Straße!

Kind und Verkehr Blogparade

Im Kinderwagen und zu Fuß

Weil wir, als der kleine Kaaskop laufen lernte, mitten in der Stadt wohnten, habe ich von Anfang an darauf geachtet, dass er die Verkehrsregeln kennenlernt. Schon als ich ihn noch im Buggy zum Park/Spielplatz kutschierte, habe ich immer auf rote und grüne Ampeln, nahende Autos und Fahrräder usw. hingewiesen. Wenn der kleine Kaaskop es nur oft genug hört, merkt er es sich hoffentlich irgendwann und handelt danach, so die Idee. Ansonsten habe ich damals hin und wieder „Jakob passt auf im Straßenverkehr“ mit ihm gelesen. Und ich habe  ihn immer auf der sicheren Seite gehen lassen (also nicht direkt neben dem viel befahrenen Fahrradweg – da ging ich) und wirklich NIE mal Fünfe gerade sein lassen und bei Rot die kleine Seitenstraße überquert, nur weil da wirklich nie ein Auto rauskam. Auch mit dem Fahrrad bin ich nie bei Rot rüber, wenn mein Kind dabei war – im Gegensatz zu manch anderen Eltern.

Laufrad und Fahrrad

Als der kleine Kaaskop dann mit seinem Laufrad unterwegs war, habe ich ihn bei jeder Gelegenheit daran erinnert, dass er an der Ecke warten soll, dass er nicht ohne zu gucken bzw. nicht ohne mich über die Straße fahren darf und dass er auf Fußgänger aufpassen soll. Puh, da hatte ich immer Angst, dass er einfach so rübersaust und angefahren wird! Hat er wohlgemerkt ein Mal gemacht, zum Glück kam weit und breit nichts.

Hier in Holland bedeutet Verkehr ja unweigerlich Fahrrad fahren. Holländer werden quasi mit ’nem Fahrradsattel unterm A… geboren. (Findet übrigens auch Alex vom Blog buurtaal, die gerne glaubt, dass eine bestimmte Region im Gehirn von Niederländern im Straßenverkehr aktiver ist als bei den Einwohnern anderer Länder.) Entsprechend früh lernen kleine Holländer Fahrrad fahren. Der kleine Kaaskop war gerade vier, als er den Stützrädern adieu sagte. Zu meinem Leidwesen will er seitdem ständig auf seinem eigenen Fahrrad zur Vorschule fahren. Anfangs habe ich ihn auf dem Bürgersteig fahren lassen und bin dann ebenfalls auf dem Bürgersteig hinter ihm her, mit „Langsam fahren!“ in der Wiederholungsschleife. Ganz wohl war mir dabei zwar nicht, aber es waren selten Fußgänger unterwegs, der Gehweg ist hier sehr breit und selber auf der Straße fahren war wegen des breiten Grünstreifens zwischen Straße und Fußweg kommunikationstechnisch nicht praktisch. Wenn mal ein Fußgänger unterwegs war, sind der kleine Kaaskop und ich immer ordentlich abgestiegen, denn die haben auf dem Bürgersteig schließlich Vorrang.

Irgendwann wollte der kleine Kaaskop dann unbedingt auch auf der Straße bzw. dem dort markierten schmalen Radweg fahren. Und meistens habe ich ihm das erlaubt, denn erstens ist die Schule nicht weit weg, zweitens gilt dort Tempo 30, drittens ist dort nicht soo viel Verkehr und viertens muss er das ja auch  lernen. Ich fahre dann entweder auf der „Autoseite“ neben ihm oder hinter ihm und rufe gefühlte drölfzigmal „Nicht über die Linie fahren! Nicht so schnell!“ Bei den beiden Seitenstraßen von rechts lasse ich den kleinen Kaaskop IMMER anhalten/langsam fahren und warte, bis ER geguckt hat, ob da ein Auto kommt. Die erste Straße von rechts ist eigentlich eine mittelgroße Kreuzung, die recht gut einsehbar ist, aber da kommen auch oft Autos raus, die es eilig haben. Die zweite Seitenstraße ist klein, wegen der an der Ecke geparkten Autos aber schlecht einsehbar. Einerseits kann ich verstehen, warum die Nachbarn ihren neunjährigen Sohn noch nicht alleine zur Schule radeln lassen wollen. Andererseits erscheint er mir vom Typ her besonnen genug, das zu können. Naja.

Schreckmoment und Ärgernisse

Den kleinen Kaaskop lasse ich jedenfalls noch lange nicht alleine radeln. Im Sommer waren wir nämlich zu dritt zum Supermarkt geradelt und da hat er, weil er gerade etwas erzählte, weder gemerkt, dass in dem unübersichtlichen Durchgang zum Parkplatz aus der anderen Richtung ein Auto kam, noch unsere Warnrufe gehört. Zum Glück sind die Autofahrer hier in Holland so einiges gewohnt von anderen Verkehrsteilnehmern. Apropos andere Verkehrsteilnehmer: Ich ärgere mich regelmäßig über die Leute, die die Ecke der kleinen Seitenstraße zuparken, und noch mehr über die Leute, die uns vorlassen, obwohl sie Vorrang haben. Grrr! So lernt mein Kind es doch nie, denk ich dann. Aber das geht wohl vielen Müttern so, vermute ich!

Tipps für das Radfahren mit Kindern

Auf der Website MoodKids.nl habe ich zufällig neulich einen alten Artikel mit guten Tipps fürs Radfahren mit Kindern gelesen. Die möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Wenn ihr in der Stadt wohnt, könnt ihr eurem Kind das Radfahren auch im Urlaub an einem Ort mit wenig Verkehr beibringen.
  • Gebt eurem Kind ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten mit Wimpel, damit sie auch hinter Autos gut zu sehen sind.
  • Üben, üben, üben. Fangt möglichst früh damit an, eurem Kind die Verkehrsregeln aktiv beizubringen. Lasst es Verkehrssituationen selbst beurteilen und Entscheidungen treffen (oder vorschlagen). Fahrt zum Beispiel zusammen mit dem Fahrrad und weist euer Kind darauf hin, worauf es achten muss. Fragt: „Wie können wir hier am besten die Straße überqueren?“oder „Wenn du dieses Schild dort siehst, was machst du dann?“
  • Denkt daran, dass Kinder niedriger auf ihrem Fahrrad sitzen als ihr selber und deshalb einen anderen Blickwinkel bzw. eine eingeschränkte Sicht haben.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es auch auf andere Verkehrsteilnehmer achtet. Dass man selber die Verkehrsregeln beachtet, bedeutet nicht, dass andere das auch tun. Bringt eurem Kind zum Beispiel bei, dass es auch bei Grün gucken muss, ob kein Auto kommt.
  • Lasst euer Kind vor euch oder an der Gehwegseite fahren und lasst es an Ecken/Kreuzungen/Seitenstraßen halten.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es bei roten Ampeln immer hinter dem LKW anhalten soll, niemals daneben.
  • Ab ca. 10-12 Jahre kann man sein Kind alleine zur Schule fahren lassen, je nachdem, wie leicht abgelenkt das Kind ist.

Und zum Schluss noch eine Anekdote: Ich weiß nicht, woher der kleine Kaaskop das hatte, aber einmal, als er über die Straße vor unserem Haus gehen wollte und ein Auto kam, trat er einfach einen Schritt auf die Straße, hob den Arm wie ein Verkehrspolizist und guckte den Autofahrer streng an. Und verflixt, der hielt erschrocken an! Peinlich… Da hab ich schon ein bisschen mit dem kleinen Kaaskop geschimpft. Macht man doch nicht!

Wie war das eigentlich mit der #SummerToDoList?

Heute morgen habe ich dann mal die Winterjacke vom Dachboden geholt.Magere 3 Grad waren es hier in Holland, brrr. Tja, jetzt ist der Sommer wirklich vorbei… Weil ich Listen mag, wollte ich am Anfang des Sommers eigentlich bei der Blogparade von feiersun mitmachen, aber dann kam ich wieder nicht zu Potte, der Sommer war plötzlich schon halb rum und meine Liste mit 10 Dingen, die ich diesen Sommer gerne machen würde, blieb unveröffentlicht. Schade. Aber ich habe trotzdem mal abgehakt, was ich im Sommer 2016 wirklich gemacht habe und das Ergebnis ist gar nicht mal so schlecht:

  • Eine Pfannkuchentorte backen wie bei Petterson & Findus √
  • Am Strand Pommes essen √
  • Mit Freunden im Garten grillen (√)
  • Nur mit dem großen Kaaskop zum Essen ausgehen
  • An den Baggersee fahren
  • Ein Familienfoto machen (lassen)
  • Einen Strandkorb mieten √
  • Mindestens ein Buch auslesen √
  • Ausgiebig shoppen gehen, ohne auf die Uhr gucken zu müssen √
  • Ausschlafen √

Hach ja, mein Sommer war schön – trotz allem Gemecker im Juni, als es so aussah, dass der Sommer dieses Jahr ausfällt! Richtig genossen habe ich das Lesen. Das war früher mein liebstes Hobby und erstaunlicherweise habe ich in diesem Sommer wirklich viel gelesen. Wie ihr schon auf Instagram gesehen habt, unter anderem den dicken Schinken „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs. Außerdem „Paris ist immer eine gute Idee“ von Nicolas Barreau, „Shopaholic to the rescue“ von Sophie Kinsella, „Das geheime Vermächtnis“ von Katherine Webb und „Kalter Grund“ und „Engelsgrube“ von Eva Almstädt (Band 3 und 4 liegen schon bereit!). „Altes Land“ von Dörte Hansen habe ich schon vor dem Sommer gelesen, aber falls ihr noch was zum Schmökern an kalten Herbstabenden sucht, kann ich das Buch auch sehr empfehlen!

Ich freue mich jedenfalls, dass ich endlich die im Sommerurlaub geshoppten Klamotten anziehen kann. Dafür war der herrliche Altweibersommer nämlich zu warm! Und wenn mir morgen auf dem Fahrrad wieder kalt sein sollte, mache ich mir einfach ein paar warme Gedanken und denke an den schönen Sommer zurück:

Tüddelig, tüddeliger, ich – Mein Beitrag zu Beatrice Confuss‘ Blogparade #Alltagsfehler

Kurz vor dem Urlaub war ich merklich etwas tüddeliger als sonst. Ich legte (fast!) Dinge in den Kühlschrank, die da gar nicht hingehören. Ich packte zwar die Tüte für das Wechsel-T-Shirt in den Bürorucksack, aber ohne T-Shirt drin. Ich ging nach oben, um etwas zu holen und kam mit etwas anderem wieder nach unten, usw.  Aber da ich eine gewisse Grundtüddeligheit besitze, unterlaufen mir auch sonst im Alltag einige Schusseligheiten. Da kommt die Blogparade von Beatrice Confuss wie gerufen, mal aufzulisten, welche Fehler ich im Alltag immer wieder begehe.

  • Ich wasche mir abends die Haare, lasse das Handtuch auf der Heizung im Wohnzimmer liegen und muss dann bei der nächsten Haarwäsche erst nach unten gehen, um das Handtuch zu holen.
  • Ich merke oft erst nach dem Abschließen der Haustür, dass der kleine Kaaskop noch Frühstücksspuren im Gesicht hat. Angefeuchteter Mamafinger to the rescue! Mein Sohn geht auch (im Gegensatz zu mir) fast immer ungekämmt aus dem Haus, aber bei seinem Harry-Potter-Haar fällt das nicht auf, deshalb hab ich das aufgegeben.
  • Ich drücke gedankenverloren selbst auf den Knopf der Kaffeemaschine. Dabei weiß ich doch, dass das das Privileg des kleinen Kaaskop ist (oder seines Kuscheltiers – fragt nicht!).
  • Es regnet, ich bin mit dem Fahrrad unterwegs und habe keine Regenhose/-jacke dabei. Oder ich habe die atmungsunaktive Regenjacke an, es regnet doch nicht und ich schwitz mir einen ab. Kommt genauso häufig vor.
  • Ich bringe Dinge vor dem kleinen Kaaskop in Sicherheit und vergesse dann, wo ich sie hingelegt habe. Dass wir den pakkenlikker (ein hier in Holland sehr beliebtes Utensil zum Ausschaben von Joghurt-/vla-Tetrapacks) nach wöchentlicher Unauffindlichkeit in der Playmobilkiste wiederfanden, war aber nicht meine Schuld. Echt nicht!
  • Ich erwähne etwas Konkretes, das wir heute vielleicht noch tun/unternehmen könnten (z.B. Kuchen backen, an den Baggersee fahren, zum Streichelzoo radeln), dann wird aus Gründen doch nichts mehr daraus und der kleine Kaaskop fragt um halb fünf, ob wir das nicht noch machen können. Öhm, nee, jetzt nicht mehr, tut mir leid…
  • Ich stecke den Fotoapparat ein und dann ist nach einem Foto der Akku leer. Deshalb gibt es oft nur Smartphone-Fotos von mir.
  • Ich lasse mich vom kleinen Kaaskop überreden, erst nach der Schule (also mit ihm) einkaufen zu gehen. Da wir dann aber beide Hunger haben (trotz Snack), läuft das Einkaufen dann aber in der Regel sehr unharmonisch ab. Und natürlich will der kleine Kaaskop ein Croissant zum Mittagessen.
  • Ich entdecke erst nach dem Badezimmerputzen, dass ich mal wieder dringend meine Nägel schneiden muss. Oder ich hole dann spontan die Fingerfarben raus. Argh!

Der große Kaaskop macht übrigens auch immer wieder dieselben Fehler. Jeden (!) Abend, wenn der kleine Kaaskop auf meinem Schoß sitzt und ich noch etwas vorlese, tritt er mir beim Gutenachtkuss für den kleinen Kaaskop auf den Fuß! Und den Fahrradhelm des kleinen Kaaskop (oder schlimmer: sein Kuscheltier) hat er auch schon ein paar Mal in der Kita bzw. der BSO vergessen. Dafür kontrolliert er immer brav alle Hosentaschen, bevor er die Schmutzwäsche in die Waschmaschine schmeißt. Das vergesse ich nämlich gerne mal.

#LittleLieblingsstück – Von Tschongis und bunten Strickjacken

Kurz vor knapp will ich noch schnell bei Mutter&Söhnchens  Blogparade #LittleLieblingsstück mitmachen. Marsha fragt:

Sucht euer Kind morgens die Klamotten aus oder wir das angezogen, was ihr rauslegt habt? Gibt es ein absolutes Lieblingsstück? Oder hat eurer Kind einen richtigen Spleen? Wie verändert sich das Anziehverhalten – gehen solche Extremsituationen (von alleine) wieder weg? Oder habt ihr das Gefühl, dass es schon im Kindergartenalter Gruppenzwang in Bezug auf Kleidung gibt?

80 % der Klamotten im Schrank trägt man fast nie, hab ich mal gelesen. Auf den kleinen Kaaskop könnte das durchaus zutreffen, denn er hat bei der Kleiderwahl so seine Vorlieben. Er ist jetzt 4 Jahre und darf im Prinzip selbst aussuchen, was er anzieht.

Der rote Draht: Tschongis

Irgendwann zwischen seinem 2. und 3. Geburtstag fing der kleine Kaaskop an, die rausgelegten Klamotten erstmal genau anzuschauen und Teile davon abzulehnen. Jeden Kita-Morgen gab es Streit um die Hose, denn obwohl ich verstehe, dass die gemütlich sind, darf er von mir seine Lieblingshosen nicht zur Arbeit Kita (bzw. jetzt Schule) anziehen, die da wären: Tschongis, außerhalb der Familie Importkaaskop auch Joggingshosen genannt. Davon hat er mittlerweile genug für die Zeit zwischen zwei Buntwäschen.

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Neben den geliebten Joggingshosen zieht sich noch ein zweiter roter Draht durch die Modegeschichte meines Sohns: seine Oma-Strickjacke. Dabei handelt es sich um eine bunt bestickte Strickjacke, die Oma mal auf dem Weihnachtsmarkt gekauft hat. Weil der kleine Kaaskop das Teil so liebt, hat er diese Jacke mittlerweile in der dritten Größe. Zum Glück ist es gute Qualität, sodass sie trotz des häufigen Waschens nicht verblasst, fusselig wird oder sonstwie oll.

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Bunt,bunt, bunt sind alle seine Kleider

Einen richtigen Klamottentick hat der kleine Kaaskop nicht. Beziehungsweise nicht mehr: früher trug er ausschließlich Sternchensocken von Hema, aber seit er eine Größe hat, in der die nicht verkauft werden, akzeptiert er notgedrungen auch andere. Er mag es auf jeden Fall gerne bunt und mit Aufdruck. Ich kann ihn nur selten dazu überreden, eins der drei einfarbigen T-Shirts aus seinem Kleiderschrank anzuziehen, auch für drunter sind die ihm zu langweilig. Noch steht der kleine Kaaskop außerdem auf Pink und Lila (was hab ich mich letztes Jahr gefreut, als ich zwei pinkfarbene T-Shirts ohne typisch-für-Mädchen-Aufdruck fand!).

Ich bin gespannt, ob sich das bald ändern wird, weil er ja seit Ende Januar in die (Vor)Schule geht und dort viel mit älteren Kindern zusammen ist. Noch habe ich keine Stilbeeinflussung feststellen können! Von Gruppendruck bisher keine Spur. In Klasse 1/2B (Kinder von 4-6) trägt noch jeder, was ihm gefällt. Dass sich der Modestil des kleinen Kaaskop trotzdem allmählich etwas ändert, liegt hauptsächlich an der Tatsache, dass er gewachsen ist und es in den Standardgeschäften, in denen ich für ihn einkaufe, in seiner aktuellen Größe (110) so wenige Klamotten gibt, die mir und ihm gefallen. Ich mag Spiderman, Minions, Monster und Co nicht und der kleine Kaaskop schert sich auch nicht um solche Figuren. Noch mag er zum Beispiel Tiere und Merchandising-freie Motive lieber. Ich kenne seinen Geschmack mittlerweile ganz gut, aber dass das nicht immer so war und ich auch mal falschliege, beweisen die Klamotten, die ungetragen in der Schublade warten, bis ihr Besitzer sowieso aus ihnen rausgewachsen ist.

Neuem gegenüber zurückhaltend

Ansonsten ist mir aufgefallen, dass der kleine Kaaskop neuen Klamotten anfangs etwas ablehnend gegenüber steht. So zieht er das tolle Maxomorra-Shirt mit Fuchs-Allover-Print erst freiwillig an, seit er kaum noch reinpasst. Neue Jacken oder Schuhe will er erst gar nicht tragen – bis er plötzlich keine anderen mehr will. Das ging zum Beispiel mit diesem schönen Bodywarmer so, den er letzten Herbst/Winter am liebsten auch bei Minusgraden noch getragen hätte:

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Weil der kleine Kaaskop bestimmte Kleidungsstücke deutlich bevorzugt, habe ich ein paar seiner Lieblingsstücke in einer größeren Grösse nachgekauft, zum Beispiel diese drei Alltime-Favourites hier:

Trägt er gerne auch als Kombi, natürlich mit einer bequemen Hose:

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Mein Sohn weiß jedenfalls auch bei der Klamottenwahl genau, was er will. Oder was nicht. Der Sternchensockentick hat sich wie gesagt von selbst gelegt, denn dass Mama keine Socken herzaubern kann, hat der kleine Kaaskop schon verstanden. Und dass er von Mama keine Tschongis zur Schule anziehen darf und bei niedrigen Temperaturen eine Jacke tragen muss, hat er auch akzeptiert. Ansonsten rede ich ihm nicht rein, was er anzieht (außer vielleicht an Weihnachten) denn ich finde, dass Kinder ruhig ihren eigenen Stil entwickeln dürfen. Sind ja schließlich keine Modepüppchen! Es ist im Grunde wie beim Essen: die Eltern bestimmen das Angebot (also, jedenfalls bis die Kinder ihre Klamotten selbst kaufen wollen)  und die Kinder entscheiden, was sie damit tun.

Mein Blog und ich – eine Bestandsaufnahme

Als PHB (planlose Hobby-Bloggerin) finde ich es immer sehr interessant, bei anderen Bloggern übers Bloggen zu lesen. Das geht offenbar auch anderen Bloggern so, zum Beispiel Marsha von Mutter & Söhnchen, die auch oft über das Bloggen an sich grübelt und deshalb bei dieser Blogparade von feiersun.de mitgemacht hat. Sie fragt:

Wie seid ihr zum Bloggen gekommen? Welchen Stellenwert hat euer Blog heute in eurem Leben? Welche Ziele/Wünsche habt ihr für die Zukunft?

So begann es

Aaaalso, vor diesem Blog hier hatte ich schon einen anderen, privaten. Den habe ich im Januar 2010 ins Leben gerufen, weil der große Kaaskop und ich von Anfang an wussten, dass unser Kinderwunsch vielleicht unerfüllt bleibt. Ich habe damals viel über IVF & Co. gelesen und dabei auch ein paar Blogs gefunden, und da ich selber gerne schreibe, erschien mir ein eigener Blog eine gute Möglichkeit, um Freunde und Familie über unser Babyprojekt auf dem Laufenden zu halten. Meinen ersten Blogartikel für Importkaaskop habe ich im Juni 2013 geschrieben, da war der kleine Kaaskop eineinhalb Jahre alt. Das Thema des alten Blogs war ja mehr oder weniger hinfällig geworden und ich wollte mehr schreiben können.

Ursprünglich war Importkaaskop auch kein „Mama-Blog“, sondern ein Blog über mein Leben in Holland. Ich habe zwar Kinderthemen nicht ausgeschlossen, aber in erster Linie sollte es ums Leben in Holland als Deutsche gehen. Ich hatte kein klares Konzept, ich habe mir einfach ein kostenloses Blog-Layout ausgesucht und angefangen. Anfangs habe ich noch oft rumexperimentiert, mit Headerfotos, anderen WordPress-Themes und so. Da ich immer mehr Mamablogs gelesen habe, und das Mamasein nunmal die Hauptrolle in meinem Leben spielt, ist Importkaaskop immer mehr zu einem „echten“ Mamablog gworden.

Geschrieben habe ich schon immer gerne. In der Grundschule wollte ich Schriftstellerin werden, ich habe im Urlaub und auf Klassenfahrten immer ein Reisetagebuch geführt und ein „Märchen“ mit meinen Klassenkameraden als Darsteller ist auch auf meinem Mist (und dem meiner Schwester) gewachsen.

Welchem Stellenwert hat der Blog in meinem Leben?

Wie oben bereits gesagt, es ist ein Hobby, mehr nicht. Bevor ich Mutter wurde, habe ich abends gerne Bücher gelesen, gerne auch dicke, aber dazu bin ich jetzt meistens zu müde. Ein bisschen (ähem, okay, viel) Stöbern in anderen Blogs und ein bisschen Bloggen geht aber immer. Ich schreibe ja keine Posts, für die ich viel recherchieren muss, ich blogge frei von der Leber weg über das, wozu ich gerade etwas schreiben möchte. Ich habe keinen Plan und selbst wenn ich mir mal im Geiste eine Deadline gesetzt habe, veröffentliche ich den Artikel oft erst viel später. Oder gar nicht. Mein Entwurf-Ordner platzt aus allen Nähten! Weil die Artikel nicht mehr aktuell sind. Ich zweifleauch oft, ob mein Artikel vollständig, gut strukturiert und gut geschrieben ist, drücke aber meistens trotzdem einfach auf den „Publish“-Button. Ich bin perfektionistisch veranlagt und wenn ich an meinen Blogartikeln so lange herumfeilen würde, bis ich 100%ig damit zufrieden bin, wäre es auf meinem Blog wohl ziemlich leer. In meinem Job als Übersetzerin sitze ich außerdem schon den ganzen Tag vor dem Computer (interessant: im Niederländischen sitzt man hinter dem Computer!) und dann habe ich abends häufig einfach keinen Bock mehr auf Bildschirm! Mein Mann fühlt sich trotzdem hin und wieder etwas vernachlässigt, bzw. es nervt ihn ein bisschen, wenn ich den ganzen Abend am Laptop hänge. Aber das scheint ja vielen so zu gehen, wie ich bei Mit Kinderaugen gelesen habe!

Wo soll es hingehen?

Eine Sache, die schon lange auf der To-do-Liste für meinen Blog steht, ist ein Fotografiekurs. Viele meiner Fotos habe ich mit dem Smartphone gemacht, und das merkt man. Aber auch die Fotos, die ich mit der „echten“ Kamera mache, sind selten so schön, wie ich sie gerne hätte. Das wurmt mich insgeheim und vielleicht kostet es mich auch feste Leser.. Davon hätte ich aber eigentlich gerne ein paar mehr (wer nicht?!). Am Look des Blogs möchte ich sowieso noch etwas rumfeilen, und die Tags/Kategorien gefallen mir auch noch nicht 100%ig .

Neben dem Fotografiekurs (oder Bildbearbeitungskurs, haha!) werde ich außerdem versuchen, meine Artikel doch etwas besser zu durchdenken. Ein bisschen weg vom Tagebuchbloggen, etwas mehr in Richtung Blogartikel mit einer Kernaussage. Damit meine ich nicht, dass ich nicht mehr von meinem Alltag erzählen werde oder keine Rezepte mehr posten möchte. Sondern dass ich mir vor dem Schreiben einfach kurz ein paar Gedanken dazu machen möchte, ob ich etwas Bestimmtes ausdrücken möchte, und wenn ja, was und wie.

Und ich möchte versuchen, wieder mehr Holland in den Blog zu bringen! Back to the roots, sozusagen. Vielleicht mit einem festen Holland-Tag im Monat, mal schauen.

Soviel zu meinen eigenen Gedanken über meinen Blog. Über Kommentare und Anregungen von euch würde ich mich diesmal ganz besonders freuen!

 

PS. Auf meiner persönlichen Bucketlist steht übrigens auch „ein Buch schreiben“, aber ich bezweifle, dass ich dafür überhaupt genug Ausdauer, Ehrgeiz, Schreibtalent oder Ideen habe. Ich wüsste auch gar nicht, wie man sowas angeht.

Bei uns am Esstisch – #MissionFood4Kids

Food. Essen. Zu diesem Thema findet man wohl auf fast jedem Elternblog mindestens einen Beitrag. Logisch, denn Nahrung zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen, und Eltern haben nun einmal die Aufgabe, die Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu befriedigen. Ohne Essen geht’s einfach nicht!

Mama on the rocks hat dazu die Blogparade #MissionFood4Kids gestartet und fragt:

„Was habt ihr (egal ob Mann oder Frau) schon getan, um eure Kinder ausgewogen zu ernähren? Habt ihr Tricks auf Lager, um zum Beispiel Gemüse in sie reinzukriegen? Oder ist das eh alles Quatsch und sie sollen ruhig Nudeln ohne alles essen? Weg mit dem Hype also? Andererseits: Kennt ihr dieses Erfolgsgefühl, wenn die Kinder etwas mit Begeisterung essen, das sie eigentlich gar nicht essen wollten? Was meint ihr, wieso freut uns das so? Wer oder was bewirkt, dass wir so fühlen? Und wie hat sich euer Verhältnis zu Essen verändert, seit ihr Eltern seid?“

Ich mag Essen. Okay, ich bin etwas krüsch, heißt, es gibt vieles, was ich nicht mag. Aber ich mag viel mehr als früher und überhaupt: wer mag schon alles? Kinder jedenfalls schon mal nicht, soviel steht fest! Eins der Dinge, die ich gelernt habe, seit ich Mutter bin, ist die Tatsache, dass ein allesfutterndes Baby nicht unbedingt zu einem allesfutternden Kind heranwächst. Hach, was hat der kleine Kaaskop als Essanfänger alles gierig verputzt: Kartoffelpü mit Chiccoree, Reis mit Lachs und Brokkoli, Nudeln mit Gemüse-Tomaten-Soße, Blumenkohl, ….. So um den zweiten Geburtstag herum war damit Schluss. Und dann steht man da und weiß nicht, wie man genug (einigermaßen gesundes) Essen in das Kind hineinbekommt.

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich mein Kind nicht zum Essen zwingen werde. Jedenfalls nicht zum Tellerleeressen. Meine Oma erzählte ja mit 80 immer noch schaudernd, wie sie einmal 3 Mahlzeiten lang immer wieder nur den Wackelpudding vorgesetzt bekommen hat, den sie so widerlich fand, dass sie ihn am Vortag beim Nachtisch nicht runtergekriegt hatte. Bis sich eine Cousine erbarmte und das wabbelige Zeug heimlich aufaß. Furchtbar! Nee, nee, das sollte es bei uns nicht geben! Nachdem der große Kaaskop und ich entschieden hatten, dass der Nachtisch nicht als Belohnung fürs Aufessen eingesetzt wird, beschlossen wir, dass der kleine Kaaskop aber immer EIN Häppchen probieren muss, bevor er seinen Naturjoghurt mit frischem Obst bekommt. Damit er sich an verschiedene Geschmäcker gewöhnt und später, wenn er groß ist, nicht nur zwei Sorten Gemüse, keine Kartoffeln und nur Bananen mag.

Es ist ja erstaunlich, wieviel Terz ein Kind wegen eines einzigen Häppchens machen kann. Aber auch wenn der kleine Kaaskop mir manchmal leid tat, wir blieben hart (meistens), denn: siehe oben. Das war mir einfach zu wichtig. Es ging mir nicht darum, dass mein Kind satt wird von dem, was auf den Tisch kommt. Es ging (und geht) mir darum, eine Grundlage für seine späteren Essgewohnheiten zu schaffen.

Da das Auge bekanntlich mitisst, habe ich oft versucht, dem kleinen Kaaskop das Essen durch eine hübsche Anrichtung schmackhaft zu machen. Bei Obst und Brot war das zum Glück nie nötig, das hat er immer gerne gegessen. Bei uns waren (und sind) die warmen Mahlzeiten das Problem. Da ich nicht zuviel Aufwand betreiben möchte (sonst wird das Essen ja kalt!), habe ich mich aber nie zu mehr als Anordnung in Streifen/Kreisen oder Benutzung von Keksausstechern hinreißen lassen. Ich verstecke kein Gemüse in der Soße. Weil der kleine Kaaskop keine Soßen mag und weil ich mich noch sehr gut daran erinnern kann, wie betrogen ich mich früher immer gefühlt habe, wenn meine Mutter mal püriertes Gemüse in der Suppe oder eine alte Banane im Kakao versteckt hat. Mein „Trick“ ist, dass der kleine Kaaskop zur warmen Mahlzeit immer ein bisschen Rohkost in den drei Gemüsesorten, die er mag, bekommt. Das Mundgefühl spielt bei Kindern eine wichtige Rolle, habe ich herausgefunden, und der kleine Kaaskop mag es lieber knackig als weich.

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Weitere Tricks, die bei uns gewirkt haben:

  • Dem Essen lustige Namen geben. Grüne Bohnen heißen „grüne Pommes“, roher Spinat „Lollis“…
  • Bei jedem Bissen sagen, für wen der ist, am besten etwas Lustiges: der Hund von Tante Liesbeth, der Postbote, Omas rechter Backenzahn,…
  • Mit dem Löffel Flugzeug spielen und es in den Mund abstürzen lassen: findet der kleine Kaaskop super witzig, nur ist es für mich etwas nervig, wenn ich bei jedem Bissen sagen muss: „Bitte um Starterlaubnis. Cabincrew, be seated for take-off! Wir heben ab…wuuuuui, oh nein, was ist das?! Wir stürzen ab! Aaaahhhh!“
  • So tun (!), als wolle man was vom Teller klauen. Da schlägt dann oft der Futterneid zu. Funktioniert aber nicht immer.

Ich habe auch versucht, immer im Hinterkopf zu behalten, dass a) Kinder sich holen, was sie brauchen , und dass b) man auch mit einer einseitigen Ernährung aus Nudeln ohne alles, Brot mit Erdnussbutter oder Joghurt mit Obst groß wird! Klar, am liebsten möchte man, dass seine Kinder essen, was man gekocht hat, dass es am Tisch entspannt zugeht und dass die Kinder mehr als eine Gemüse- oder Obstsorte essen. Allein schon, weil man dann das Gefühl hat, etwas „richtig“ gemacht zu haben. Die Erwartungen Anderer spielen meiner Meinung nach nämlich ganz sicher eine Rolle. Welche Eltern freuen sich denn nicht, wenn ihre Kinder gut essen (also weder zuviel noch zu wenig), sich gut benehmen, beliebt sind, gute Noten bekommen…. Ich denke, dass Eltern mit ihren Kindern prahlen, u.a. mit deren Essgewohnheiten, weil wir viel zu selten Anerkennung für unsere Leistungen bekommen. Wir wollen etwas „richtig“ und „gut“ machen, Erfolge buchen, und weil man mit kleinen Kindern nun einmal oft wenig Zeit hat für eigene Projekte, holen wir unsere Erfolgserlebnisse aus unseren Kindern. Also, ich jedenfalls. Ich kann es mir, obwohl ich es versuche, nicht immer verkneifen, die Essgewohnheiten meines Sohns mit denen anderer Kinder zu vergleichen und mich zu freuen, dass er dabei relativ „gut“ abschneidet. Denn mittlerweile isst der kleine Kasskop an Gemüse nicht nur rohe Paprika, Möhre und Gurke, sondern auch rohen Spinat, Mais und Salat. Er liebt Nüsse und isst inzwischen auch schonmal ein paar Stückchen Kartoffel, gewokten Brokkoli und rohen Chiccoree oder Grünkohl. Und jedes Mal, wenn er unaufgefordert etwas Neues probiert, oder etwas isst, das er bisher immer verschmäht hat, freue ich mich heimlich und wechsle mit dem großen Kaaskop stolze Blicke.(Wenn wir allerdings auswärts essen und der kleine Kaaskop nichts essen will, weil er dort das Gemüse nicht roh und die Nudeln ohne Soße bekommt, wechseln wir eher beschämte Blicke..)

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Ich bilde mir gerne ein, dass es mein/unser Verdienst ist, dass der kleine Kaaskop im Vergleich zu anderen Kindern relativ viel mag. Aber ich weiß auch, dass das vermutlich nicht so ist! Das Einzige, was unser Verdienst ist, ist die Tatsache, dass der kleine Kaaskop eine relativ gesunde Ernährung gewohnt ist. Damit meine ich, dass er keine Erfrischungsgetränke trinkt, so gut wie keine Fertiggerichte isst, in der Regel Vollkornnudeln und ungeschälten Reis auf den Teller bekommt und Kekse und Süßigkeiten nur in Maßen konsumiert (also jedenfalls zuhause). Meiner Erfahrung nach kann man als Eltern nur das Angebot bestimmen, nicht aber, was bzw. wieviel die Kinder davon essen. Deshalb achten der große Kaaskop und ich auf die Zutatenlisten. Auf Salz- und Zuckergehalt und unnatürliche Zusätze. voeden (ernähren) statt voeren (füttern bzw. füllen). Ausnahmen bestätigen aber auch bei uns die Regel, nä! Seit der kleine Kaaskop auf der Welt ist, kochen wir meist weniger aufwändig, dafür aber mit frischen Zutaten und möglichst ohne Tüten und Päckchen. Wir wollen einfach möglichst wenig Chemie in den noch unverdorbenen Kinderkörper stopfen.Und in uns selber übrigens auch nicht mehr. Tütensoßen schmecken mir mittlerweile gar nicht mehr.

Alles in allem habe ich wenig zu klagen über die Mission Food 4 Kids bei uns. Und wenn alle Stricke reißen: etwas mit Käse geht bei uns immer!

Liebster Award 2015

Wie lieb von Essential Unfairness, dass sie mich für den diesjährigen Liebster Award nominiert hat! Vielen Dank, da mache ich gerne mit! Mal schauen, was will sie wissen?

Liebster Award

  1. Was ist Dein liebster Zeitvertreib? – Lesen, schon seit ich lesen gelernt habe. Früher habe ich gerne beim Essen gelesen, aber das mache ich wegen des kleinen Kaaskop nicht mehr. Für die dicken Wälzer, die ich früher gerne gelesen habe, fehlt mir jetzt aber leider die Zeit, daher lese ich hauptsächlich Zeitschriften, Blogs und Chicklit. 
  2. Gibt es einen Wunsch, den du dir vielleicht eigentlich erfüllen könntest, es aber scheust? – Hm, abgesehen von eventuell einem zweiten Kind, was ja nicht in meiner Macht liegt,…ähm…Klavier spielen lernen. Ich scheue die große Ausgabe und bezweifle, ob ich genügend Zeit und Ehrgeiz aufbringen kann.
  3. Vor welcher alltäglichen Situation gruselst du dich immer wieder? – Wenn du mit „gruseln“ meinst, dass es mir davor graut: das morgentlich rechtzeitige Fertigmachen, um zur Kita / ins Büro zu fahren. Das klappt zwar mittlerweile ganz gut und ist, bis der kleine Kaaskop Ende Januar in die Schule kommt, nur an 3 Tagen in der Woche nötig, aber ich hasse es. Der abendliche Krampf, den kleinen Kaaskop ins Bett zu kriegen, ist auch nicht so mein Ding. Da sind die Nerven aller Beteiligten müdigkeitsbedingt dünn. 
  4. Wenn du etwas erfinden könntest – was wäre das? – Ha! Einen „Leise“-Knopf für Kinder, bzw. für Umgebungsgeräusche allgemein. Denn auch wenn Kinder natürlich laut sein dürfen, der ewige Lärm zerrt leider oft an meinen Nerven. Andernfalls einen Scanner für Babys und Kleinkinder, der einem verrät, warum sie weinen.
  5. In welches Jahr würdest Du mit einer Zeitmaschine reisen – und warum? – 2011. Und dann trotz meiner Angst vor weiteren Vorwehen etc. zu meiner Oma nach Deutschland fahren und mit ihr Weihnachten feiern. Es war ihr letztes.
  6. Was war das schönste Geschenk, das du jemals bekommen hast? – Ganz cheesy und auch wenn er mir oft auf die Nerven geht: der kleine Kaaskop. Die unverhofft spontane Schwangerschaft hat mir unangenehme Behandlungen in der Kinderwunschklinik und den Schmerz eines unerfüllten Kinderwunsches erspart.
  7. Was war der beste Moment des heutigen Tages für Dich? – Wie so oft: das abendliche Vorleseritual. Ich liebe es, dem kleinen Kaaskop vorzulesen, während er (ausnahmsweise mal still) auf meinem Schoß sitzt!
  8. Welchen Film könntest Du locker zehn Mal gucken, oder hast es vielleicht schon getan? – Pride and Prejudice. Die Version mit Colin Firth natürlich.
  9. Hast Du ein Wunsch-Reiseziel? – Skandinavien, immer wieder. Und Boston steht noch oben auf meiner Wunschliste.
  10. Gibt es etwas, das Du öfter mal wider besseren Wissens tust? – In Büchern vorauslesen, weil ich wissen will, wie es weitergeht. Später ärgere ich mich, dass ich das Buch deswegen nicht mehr auslese. …. Selbst die Waschmaschine einschalten, obwohl der kleine Kaaskop das immer machen will. …
  11. Was wünschst Du Dir für die restlichen Monate dieses Jahres? – Möglichst viel entspannte Familienzeit.

So, wie geht’s jetzt weiter? Die Spielregeln des Liebster Awards:

Das Bild vom Liebster Award sollte im Beitrag vorkommen. Man dankt demjenigen, vom dem man nominiert wurde, verlinkt ihn und beantwortet dessen 11 Fragen. Dann verfasst man selber 11 Fragen und nominiert 5 bis 11 Blogs, die man über die Nominierung benachrichtigt.

Ich nominiere also:

Ich wollte nominieren, aber die haben schon teilgenommen:

Meine 11 Fragen:

  1. Magst du den Herbst und warum bzw. warum nicht?
  2. Wenn Geld, Job, Sprache usw. keine Rolle spielen würden, wo würdest du gerne leben?
  3. Welches typisch deutsche Gericht isst du besonders gerne?
  4. Was hält dein Partner vom Bloggen?
  5. Rotwein oder Weißwein?
  6. Kochst du gerne oder ist das eher eine lästige Pflicht?
  7. Welches Lied hörst du zurzeit gerne?
  8. Welche Eigenschaft deines Kindes (oder deiner Kinder) bringt dich manchmal auf die Palme?
  9. Treibst du Sport und wenn ja, welchen?
  10. Planst du deine Blogposts oder schreibst du frei nach Schnauze?
  11. Wieviel Zeit verbringst du pro Woche mit dem Lesen anderer Blogs?

Auf den letzten Drücker: mein Beitrag zur Blogparade #MeTime von MamaOTR

Mit Schrecken sehe ich, dass die Deadline für die Blogparade #MeTime von Mama on the rocks ja schon heute ist! Da wollte ich doch mitmachen…. Vor zwei Wochen hatte ich hastig ein paar Stichworte zum Thema Me-Time notiert, aber weiter bin ich seitdem noch nicht gekommen, weil – quelle ironie – zu wenig Me-Time!!!

Naja, so ganz stimmt das ja nicht, denn während unserer vier Tage in Drente letzte Woche hatte ich etwas Zeit für mich, als die anderen im Schwimmbad plantschten. Aber da hatte ich kein Internet und konnte nicht bloggen…

Also: Me-Time. Zeit für mich. Für meine Bedürfnisse. Zeit zum lesen, aus dem Fenster zu starren, in Ruhe zu backen, im Internet zu surfen, ins Kino zu gehen, mit einer Freundin Kaffee zu trinken, Fotos zu ordnen und zu schönen Fotobüchern zu verarbeiten, mit meiner Schwester zu telefonieren, usw. usw. Solche Zeit habe ich als working Mom selten und ich gehöre nicht zu den Müttern, die sie nicht vermissen. Eher im Gegenteil: ich finde oft, dass ich viel zu wenig Me-Time hab. Aber das ist nur ein Gefühl, denn Me-Time ist natürlich wie alle Zeit relativ. Einstein und so, wisst ihr ja.

Meinem Gefühl nach habe ich also viiiiiiiel zu wenig Me-Time. An meinem freien Montag Mamamontag habe ich keine Zeit für mich, denn der kleine Kaaskop will rund um die Uhr bespaßt werden und er hat bisher kein Verständnis dafür, dass ich wenigstens beim nachmittäglichen „kaffi“ trinken mal 5 Minuten ungestört in einer Zeitschrift blättern möchte, ohne seinen Milchschaum noch ein zweites Mal warm zu machen, ihm zum fünfzehnten Mal Moritz Moppelpo vorzulesen oder die Duplo-Katze im Auto hinter dem Huhn auf dem Motorrad herjagen zu lassen. Abends komme ich wegen lästiger aber unvermeidlicher Haushaltsdinge wie schmutziges Geschirr beseitigen, Brote für den nächsten Tag schmieren, Haare waschen, Wäsche räumen etc. kaum zu den Dingen, die mir viel mehr Spaß machen würden. Weil der große Kaaskop entspannt, indem er vor der Glotze hängt, hänge ich letztendlich auch oft auf dem Sofa und gucke mit halbem Auge zu. Hinterher ärgere ich mich dann, dass ich die kostbare Zeit zwischen Kinderbettzeit und meiner Bettzeit so schlecht genutzt habe. Am Wochenende stehen dann neben dem Kindbespaßungsprogramm Putzen, Einkaufen und Termine des kargen Soziallebens an. Nicht, dass ich Verabredungen mit Freunden oder Familie nicht genieße, aber richtige Me-Time ist das nicht.

Meine Eltern und Schwiegereltern wohnen bekanntermaßen nicht in der Nähe, mit den neuen Nachbarn habe ich (noch) kein so enges Verhältnis, dass ich den kleinen Kaaskop dort mal kurz „abgeben“ kann. Zum Glück habe ich ja aber den großen Kaaskop! Mein Fels in der Brandung! Superdad! Der hobbylose Ehemann! Er weiß, dass ich ein stärkeres Bedürfnis nach Zeit für mich habe als er, und weil er bei Me-Time-Mangel meinerseits auch zu leiden hat (nämlich unter meiner Gereiztbarkeit, meiner unzufriedenen Ausstrahlung und allgemeinem Gemaule), ach ja, und weil er mich liebt, gönnt er mir regelmäßig ein paar freie Stunden! Er hängt in den kostbaren Abendstunden die Wäsche auf, während ich blogge (oder Blogs lese anstatt zu bloggen). Er nimmt den kleinen Kaaskop mit zum Einkaufen, damit ich etwas Ruhe habe (auch wenn ich diese Zeit oft dazu nutze, um einfach mal ausgiebig zu duschen oder das Bad zu putzen). Er findet es kein Problem, wenn ich den halben Samstag weg bin, um mit einer Freundin shoppen zu gehen (was trotzdem viel zu selten passiert). Und wie ihr vielleicht gelesen habt, „durfte“ ich im Mai sogar eine ganze Woche alleine wegfahren! Jackpot!

Eigentlich darf ich mich also gar nicht über zu wenig Me-Time beschweren, oder? Trotzdem hätte ich gerne mehr davon. Aber ich fürchte, das ist in meinem Fall eher ein Problem der Einstellung! Meine Erwartungen bzw. Wünsche sind einfach nicht realistisch. Ich habe zuviel auf meiner mentalen To-do-Liste stehen, wozu ich trotz der abgeknapsten Stunden nicht komme. Und diese Liste schwirrt mir ständig im Hinterkopf herum und ärgert mich.

Ich habe daher beschlossen, meine Definition von „Me-Time“ etwas zu ändern. Die Hauptredakteurin einer niederländischen Mama-Zeitschrift, Mutter von 4 Kindern und Vollzeit berufstätig, hat sich mal in ihrem Editorial darüber gewundert, dass alle über zu wenig Me-Time jammern. Sie empfindet ihre Zeit im Büro als Me-Time: weil sie ihren Job liebt. Vielleicht sollte ich mir davon eine Scheibe abschneiden? Einen Versuch ist es wert. Ich werde also versuchen, bewusster zu genießen, dass ich einen Job habe, den ich mag und bei dem ich im wahrsten Sinne des Wortes Ruhe habe (Übersetzer reden nicht viel bei der Arbeit, daher ist es im Büro meistens ziemlich still). Und die 15-minütige Radfahrt von/zur Arbeit werde ich auch mal bewusster genießen. Frische Luft, auf Autopilot schalten, meinen Gedanken nachhängen… das kommt richtiger Me-Time doch schon ziemlich nahe, finde ich. Me-Time durch Mindfulness also!

Und ansonsten werde ich mich einfach mal wieder mit einer Freundin zum Shoppen oder Essen verabreden. Dass ich keine Zeit habe, ist eigentlich eine faule Ausrede, denn wie gesagt: der große Kaaskop findet es wirklich nicht schlimm, wenn ich mal Zeit für mich nehme.

„Us-Time“ ist übrigens ein größeres Problem bei uns: mangels Babysitter unternehmen der große Kaaskop und ich wirklich viiiiiel zu selten etwas zu zweit. Doof. Und schlecht für die Ehe, behaupte ich mal. Aber auch das ist relativ: wir könnten (!) ja auch endlich mal einen Babysitter suchen, anstatt uns das immer nur vorzunehmen…

Blogparade #DailyRoutine von Frau Mutter

Als ich noch in die Grundschule ging, wurde meine Mutter nach einer Klassenfahrt von den Jungs in meiner Klasse immer mit „Da kommt die Zähnefrau!“ begrüßt, wenn sie mich und meine Schwester von der Schule abholte. Weil sie als Betreuerin mitgefahren war und versucht hatte, die e/ä-Aussprache einiger Kinder zu korrigieren. „Ääää, wie in Zäääähne“ sagte sie dann, und das fanden die Klassenclowns wohl sehr lustig.

Zähne. Genauer gesagt: Zahnpflege. Darum geht es in der Blogparade #DailyRoutine von FrauMutter und Elmex. „DailyFight“ wäre in unserem Fall ein treffenderer Titel gewesen! Jedenfalls musste ich ein wenig schmunzeln über den Tipp: „Integriert das Zähneputzen einfach ohne viel Aufhebens in das Zubettgeh-Zeremoniell.“ Har. Har. Bei uns gehört das Zähneputzen seit den ersten Zähnchen zum abendlichen Ritual, (fast) ausnahmslos auch in der gleichen Reihenfolge: Baden, Schlafanzug an, Zähneputzen und Vorlesen auf dem Schoß. Trotzdem glich das Zähneputzen mindestens ein Jahr lang (wenn nicht noch länger, das habe ich verdrängt) jeden Abend eher einem Mutter-Kind-Wrestling und auch heute noch geht das Ganze nicht ohne Protest, Kopfwegdrehen und Machtkampf über die Bühne. Der kleine Kaaskop beißt auch gerne auf die Bürste, sodass ich nicht mehr weiterputzen kann und wir ziemlich viele Zahnbürsten verschleißen.

Die Kinderzahnbürsten selbst sind übrigens auch so ein Problem. Mittlerweile habe ich eine Marke gefunden, bei der die Borsten wirklich weich sind (Jordan), aber ich habe schon so oft angeblich weiche Kinderzahnbürsten gekauft, die ich nach dem Auspacken recht hart fand. Sofort wegschmeißen wollte ich die aber nicht, daher ist der kleine Kaaskop nun stolzer Besitzer einer richtigen Zahnbürstensammlung.

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Tricks wie Liedchensingen, das Kind ab und zu die elterlichen Zähne putzen lassen oder sonstwelche pädagogisch zu verantwortende Tricks funktionieren bei uns übrigens nicht. Und die KAI-Methode ist mir dank Moritz Moppelpo und Besserwisser-Lene auch ein Begriff, über den ich allerdings nur bitter lachen kann: Ich bin schon froh, wenn ich überhaupt irgendwie an alle Zähne rankomme! So genau weiß ich nie, ob ich alle Zähne und alle Seiten erwischt habe, denn wie gesagt: der kleine Kaaskop macht gerne plötzlich mal den Mund zu oder dreht den Kopf weg. Sehr frustrierend.

Eine elektrische Zahnbürste habe ich noch nicht ausprobiert, die sind offiziell erst ab 3 und das ist der kleine Kaaskop ja gerade erst geworden. Außerdem befürchte ich, dass ihm das Gesumm nicht gefallen wird und dann wär´s schade um das Geld, ganz billig sind die Dinger ja nun nicht gerade. Ich werde aber mal meine eigene elektrische Zahnbürste aus der Versenkung holen und dann mal gucken, ob der kleine Kaaskop sie interessant findet. To be continued…

Teil unseres Zahnpflegeproblems ist übrigens auch die schon einmal angesprochene Aversion des kleinen Kaaskop gegen das Zeigenlassen. Die Nachbarstochter hat sich mit 3 schon selber die Zähne geputzt, aber das funktioniert bei uns bisher auch noch nicht, denn wenn der kleine Kaaskop selber putzt, besteht das hauptsächlich auf zweimal über die Schneidezähne wischen und dann den Rest der Zahnpasta ablutschen. Ich habe schon mehrmals versucht, ihm zu zeigen, wie man richtig putzt, aber da verliert er zu schnell das Interesse, um es sich abzugucken. Wir haben allerdings im neuen Haus auch noch keinen Spiegel, in den er gut hineingucken kann, der über dem Waschbecken hängt auf Erwachsenenhöhe und ist wegen des breiten Rands des Waschbeckens auch etwas weit weg, wenn das Kind auf dem Hocker davor steht.

Im Moment sieht unsere allabendliche Routine jedenfalls so aus: Der kleine Kaaskop geht in die Wanne. Wenn das Wasser abgekühlt ist, brauchen wir gut 10 Minuten, ihn dort wieder raus zu kriegen. Dann will er noch 2 Minuten spielen. Wenn die 2 Minuten um sind, spielen wir Fangen, äh, versuchen wir, den kleinen Kaaskop in seinen Schlafanzug zu bekommen. Dann will er ein Buch lesen und wir sagen, dass erst die Zähne geputzt werden. (Und ja, ich achte auf ein deutliches „ä“, wenn ich „Zähne“ sage!) Dann spielen wir wieder Fangen und einer von uns Eltern putzt dem kleinen Kaaskop eher schlecht als recht die kleinen Beißerchen. Manchmal sitzt er dabei auf meinem Schoß und ich lese vor, während der große Kaaskop vor ihm kniet und die Zahnbürste hantiert. Danach ist es schon viel später als geplant und wird vor dem Schlafen noch ein (weiteres) Buch vorgelesen. Game over!

Ach ja… Ich kann nur hoffen, dass unser Putzen ausreicht, um Karies fernzuhalten und dass sich die Zahnpflegelage irgendwann bessert. Das morgentliche Putzen sollten wir auch mal unbedingt wieder in unsere Routine aufnehmen, nachdem wir es vor ein paar Monaten gestrichen haben, weil wir Eltern es eh oft vergessen und es mich morgens sowieso genug Energie kostet, den kleinen Kaaskop dazu zu bewegen, sich anzuziehen, mehr als zwei Happen von seinem Frühstück zu nehmen, Schuhe und Jacke anzuziehen und zur Tür raus zu gehen.

Zum Glück scheint unsere DailyRoutine vorläufig auszureichen: Der große Kaaskop war gestern mit dem kleinen beim Zahnarzt und hurra, diesmal hat er den Zahnarzt einen länger als 2 Sekunden dauernden Blick in seinen Mund werfen lassen! Und seine Zähne sind auch in Ordnung, dreifaches Hurra! Dafür nehme ich den allabendlichen K(r)ampf gerne in Kauf.

#Momsrock – Das habe ich wirklich gut gemacht

momsrock„Das habe ich in Bezug auf meine Kinder wirklich gut gemacht oder das hat eine Mutter in meinem Umfeld sensationell hingekriegt“ Das ist das Thema von Lucie Marshalls Blogparade #momsrock. Sie hat sich nach einem unerwarteten Kompliment von Ihrem Kinderarzt gefragt, warum man als Mutter eigentlich so selten Komplimente bekommt. Und will mit dieser Blogparade etwas daran ändern.

Tolle Sache! Schwierige Sache. Mir fallen ja als erstes Dinge ein, die ich meiner Meinung nach nicht gut mache. Allein schon deshalb rocken Mütter: weil sie sich nicht von den vielen unterschiedlichen (und oft völlig gegensätzlichen) Ratschlägen, der versteckten und offenen Kritik und von ihrem eigenen schlechten Gewissen, das ständig auf der Lauer liegt, verrückt machen lassen! Meine persönliche „Das habe ich wirklich gut gemacht“-Liste kommt hier:

  •  Ich bin die ersten 6 Babymonate mit dem kleinen Kaaskop zuhause gewesen, habe die karge, komplett unbezahlte Elternzeit hier in Holland also voll genommen, obwohl mir das Zuhausesitzen mit einem anspruchsvollen Baby sehr, sehr schwerfiel.
  • Ich ziehe das olle Zähneputzen jeden Abend durch, auch wenn das bis vor Kurzem fast jeden Abend Wettrennen, Wrestling und Stimmvolumenwettkampf bedeutete.
  • Ich tu mein Bestes, dem kleinen Kaaskop gewisse Manieren beizubringen. Er sagt unaufgefordert oft „Bitte“ und „Danke“und fragt „Darf ich..?“. (Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob das mein Verdienst ist oder der seiner Erzieherinnen in der Kita..)
  • Ich achte wirklich darauf, Aufforderungen , Kritik, Absagen und dergleichen positiv zu formulieren. Ich sage dem kleinen Kaaskop auch ganz oft, wie lieb ich ihn hab. Und wenn ich dann sehe, wie selbstbewusst und fröhlich er ist, wie oft er mir einfach so Küsschen gibt und wie gerne er mit mir kuschelt, wenn die Hummeln in seinem Hintern es mal zulassen, freue ich mich tierisch, dass er sich bei mir (und seinem Papa) so geborgen fühlt.
  • Wegen besagter Hummeln achte ich darauf, dass der kleine Kaaskop sich austoben kann und an die frische Luft kommt. Einer der Gründe, weswegen wir im Januar umziehen. Im neuen Haus ist doppelt so viel Platz wie im jetzigen und der Garten ist für niederländische Verhältnisse groß. Dafür verzichte ich gerne auf Supermarkt, Drogerie, Geschäfte und Café in Gehweite.
  • Ich lasse den kleinen Kaaskop Sachen selbst ausprobieren, auch wenn es mich Nerven, viele Nerven kostet. Dicke Butterklumpen auf der einen Brothälfte, kaum Butter auf der anderen? Ach. Literweise Wasser verschwendet, weil der kleine Kaaskop beim Abwaschen geholfen hat (wir haben noch keinen Geschirrspüler). Ommmm, ordnungsliebende, umweltbewusste Mama, ommmm!
  • Ich überlade den kleinen Kaaskop nicht mit Aktivitäten und gebe ihm genug Zeit, einfach zu spielen. Am Wochenende und am Mamamontag machen wir selten was Besonderes. Nach 3 Tagen Kita darf er erstmal abschalten. Dann machen wir, was er will, gehen auf den Spielplatz, am Bahnhof Züge gucken (auch wenn ich das langweilig finde) oder fahren sogar ein, zwei Haltestellen mit, gehen zusammen einkaufen und nur ab und zu mal zu Freunden mit Kindern, die auch frei haben. Nach dem Umzug im nächsten Januar haben wir ja auch den Wald quasi um die Ecke, da werden wir dann auch öfter zu finden sein, denke ich.
  • Ich bastel und male viel mit dem kleinen Kaaskop, auch wenn nie das rauskommt, was ich mir ausgemalt hatte (pun intended). Er liebt es nämlich, mit Fingerfarben und Leim rumzusauen äh kreativ zu sein. Ich backe auch mit dem kleinen Kaaskop, obwohl mir das weniger Spaß und mehr Arbeit macht, als wenn ich alleine backe. Aber wohl alle kleinen Kinder lieben Backen und ich möchte dem kleinen Kaaskop auch beibringen, wie Kuchen und Brot entstehen und wie Essen zubereitet wird. Wenn er alt genug ist, um mit Messern zu hantieren, werde ich auch ganz bestimmt mit ihm kochen.
  • Eine ganz wichtige Sache in unserer Familie: Ich strenge mich an, dem kleinen Kaaskop Deutsch beizubringen, auch wenn mir oft das Niederländische leichter über die Lippen kommt. Mit Kindern hatte ich kaum zu tun, als ich noch in good old Germany wohnte, und da meine Freunde hier in Holland eher Nachwuchs bekommen haben als der große Kaaskop und ich, kenne ich niederländische Kinderreime und -lieder besser als deutsche. Im Babyjahr habe ich mich aufs Überleben konzentriert, aber mittlerweile spreche ich bewusst fast nur noch Deutsch mit dem kleinen Kaaskop. Ich bin im Alltag die einzige, die Deutsch mit ihm spricht und wenn die zweisprachige Erziehung klappen soll, muss ich da ständig mein Bestes geben. Aus dem gleichen Grund geht’s im „großen“Urlaub auch „nur“ nach Deutschland. Alles für den Deutsch-Input!
  • Und zu guter Letzt: ich achte darauf, dass ich auch mal Zeit für mich habe! Mit einer Freundin einen Shopping-Tag einlegen, zum Sport gehen oder meine beiden Kaasköppe alleine auf den Spielplatz schicken, damit ich Zeit zum Bloggen, Backen oder sonstwas alleine habe. Sonst werd ich nämlich zickig zum großen Kaaskop und ungeduldig mit dem kleinen, ja, ja.

Wir Mütter rocken ja sowieso! Wir kriegen Sachen hin, die andere nicht freiwillig probieren würden. Ich meine, hey, ich kann mit einem fast Dreijährigen auf einem Arm unsere steile Treppe (eine typische death trap) runtergehen, während ich in der anderen Hand sein Kuscheltier und meine Schuhe trage. Ich kann auch freihändig alle möglichen Treppen rückwärts runtergehen, damit mein Sohn einen menschlichen Airbag (mich also) hat, falls er fällt. Ich kann nach einem halben Teller Essen einen Kinderpopo abwischen, dem Kind zu der tollen Wurst gratulieren und dann ohne mit der Wimper zu zucken (bzw. mit dem Magen) die Bratwurst auf meinem Teller aufessen. Ich geh zigmal pro Tag in die Knie, um auf Augenhöhe mit meinem Kind zu sprechen, weil sich das so zu gehören scheint. Ich kann spontane Supersprints hinlegen (auch mit Einkaufstaschen an der Hand), wenn mein Sohn mit seinem Laufrad mit 30 km/h aus meinem Sichtfeld verschwindet. Ich kann den kreativen Sprachgebrauch meines Sohns entschlüsseln (wisst ihr, was eine „Schongi“ ist?) und kryptisch zusammengefasste Vorfälle aus der fernen Vergangenheit (so bis zu drei Monate) wiedererkennen („Morgen hatte ich..hm hm Papa äh Barbischuh“).

Vor meiner besten Freundin hier in Holland ziehe ich übrigens auch den Hut. Das Stillen durchziehen, weil sie hofft, dass ihre Tochter dadurch weniger allergieanfällig wird als der Rest der Familie, obwohl ihr dabei die Tränen über die Wangen laufen? Respekt. Beim zweiten Kind monatelang vor Übelkeit auf dem Zahnfleisch gehen und ihrer Tochter und ihrem Job trotzdem alles geben? Stark. Sich auch beim zweiten Kind nicht von der heftigen Beckeninstabilität unterkriegen lassen, obwohl sie sogar zuhause auf Krücken gehen musste und ihre Schwiegermutter ihr „hilfreiche“ Tipps gab wie „Also, ich bin damals einfach viel spazierengegangen, das hat geholfen“? Dicker Applaus. Sich beim zweiten Kind nicht von den Ärzten und ihren Standardwachstums- und Entwicklungskurven verrückt machen lassen? Cool. Als Hauptverdienerin einer vierköpfigen Familie und wenig Zeit zum Shoppen immer modisch gekleidet sein? Beneidenswert.

Und deshalb: Applaus für uns alle! We Moms rock!