Deutsch sprechende Holländer

Ich konnte einfach nicht anders, ich musste das endlich mal kommentieren. Auch wenn ich damit dem Hypothekberater in die Rede fiel, als er uns gerade erzählte, in welcher Preisklasse wir nach einem neuen Haus suchen können. Dabei benutzte er nämlich einen bei den Holländern recht beliebten deutschen Ausdruck, den sie ALLE falsch sagen!

Keine Ahnung, wie das kommt – ich vermute, irgendwann hat eine ganze Generation holländischer Deutschlehrer das mal falsch gelernt und gelehrt und seitdem hat es sich so in den Köpfen der Niederländer festgesetzt: im Frage. *schauder*

Ich habe den guten Mann (Tim hieß er – hier in Holland duzt man offenbar auch seinen Hyopthekberater schon beim ersten Gespräch) also unterbrochen und ihn aufgeklärt, dass es „kommt nicht IN Frage heißt“. (Eigentlich meinte er sowieso was anderes, nämlich, dass wir ja sowieso nicht mehr als Betrag X bezahlen WOLLEN, obwohl „nicht in Frage“ ja impliziert, dass wir es nicht KÖNNEN – aber das nur am Rande.)

Holländer und die deutsche Sprache – das passt nicht immer gut zusammen. Ich gebe ja gerne zu, dass am Sprichwort „Deutsche Sprache – schwere Sprache“ absolut was dran ist, aber was ich so alles lesen muss, geht manchmal wirklich auf keine Kuhhaut. „sowieso“, „in Frage“, „an sich“ und andere deutsche Wörter oder Ausdrücke werden wie gesagt gerne von Holländern benutzt und stehen zum Teil sogar im Wörterbuch auf der niederländischen Seite. Aber auch in der Zeitung zitieren die Journalisten gerne mal etwas Deutsches, leider meistens ziemlich falsch. Meistens sind’s natürlich die Fälle, die das Problem sind. Oder falsche Groß-/Kleinschreibung, denn im Niederländischen schreibt man nur Eigennamen und das erste Wort am Satzanfang groß. Was mich aber am häufigsten ärgert, sind die falschen Umlaute (oftmals offensichtlich willkürlich in den Text gestreut) und andere Fehler, die man sehr einfach vermeiden kann, wenn man sich nur kurz die Mühe macht, das nachzuschlagen oder nachzugooglen. Ist das zuviel verlangt?

Ich bin mal wieder schwer in Fahrt, merke ich. Sprachsachen liegen mir halt am Herzen. Besonders „toll“ finde ich es auch, wenn ich auf der Arbeit deutsche Texte korrigieren soll, die ein Niederländer selbst übersetzt oder verzapft hat. Nicht selten verstehe ich ohne den niederländischen Ausgangstext wirklich nicht, was da eigentlich stehen soll!

Aber gut. Wie gesagt: deutsche Sprache – schwere Sprache… Und genau aus dem Grund will ich den kleinen Kaaskop zweisprachig erziehen. Damit er die deutschen Grammatikregeln nicht später erst mühsam lernen muss, wie zum Beispiel sein armer Papa. Oder der Hypothekberater.

Apropos Grammatiklernen: der kleine Kaaskop wird demnächst an einer sprachwissenschaftlichen Studie zu diesem Thema teilnehmen! Aber das erzähl ich, wenn es soweit ist.

Ich wünsche euch einen schönen Abend!

Groetjes, Kristine

Die Zeitung lügt mal wieder

Letzte Woche habe ich noch in der Zeitung gelesen, dass die Wintergrippe dieses Jahr mangels Winter ausfällt. Und was ist? Die Zeitung hat mal wieder gelogen!

Meine Männer sind beide krank. Beim kleinen Kaaskop fing es am Freitag mit einer leichten Triefnase an, abends hing er nur auf Papas Schoß und später musste er sich sogar übergeben. Am Wochenende und Mamamontag ging es tagsüber einigermaßen, nur nachts brauchte er Paracetamol zum Schlafen. Weil er in der Nacht zum Montag überdeutlich starke Schmerzen hatte, vermutlich im Ohr,  machte ich am Montag gleich einen Termin beim Hausarzt (der hier in Holland auch für Kinder erste Anlaufstelle ist). Noch bevor wir am späten Vormittag hin mussten, bestätigte sich unser Verdacht: aus dem linken Ohr, in dem das letztes Jahr eingebrachte Röhrchen aus dem Trommelfell gefallen war, kam Eiter. Na toll. Also bekommt B. jetzt wieder Antibiotikum-Ohrentropfen. Mittelohrentzündung Nr. 5 (?).

Abends kam dann der große Kaaskop krank aus dem Büro. Und blieb am nächsten Tag krank im Bett. Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, allgemeines Elend – wenn das keine Grippe ist! Während er im Bett dahin vegetierte, rief mittags die Kita an, dass B. ein bisschen Fieber hat. Sie wollten noch den Mittagsschlaf abwarten und ihn danach wahrscheinlich nach Hause schicken. Zu einem kranken Papa, der auch nicht viel kann. Und inzwischen fühle ich mich selber auch nicht allzu fit. Kann eventuell durch die unruhigen Nächte mit wenig qualitativem Schlaf kommen, oder auch durch den extrem langweiligen und langen Text, den ich gerade korrigieren muss.

Schutzgott aller arbeitenden Mütter, falls es dich gibt, dann bitte ich dich: mach, dass mein kleiner Schlingel morgen wieder fit ist (er ist ja bisher auch immer nur sehr kurz krank gewesen). Mach andernfalls, dass ich selber nicht krank werde. Und mach, dass der große Kaaskop spätestens am Donnerstag wieder fit ist, da hat er doch Männerabend, den gönne ich ihm…

Was für ein Tag!

So unterm Strich war der gestrige Tag ja gar nicht sooo schlecht. Ich hab aber mal bessere Tage gehabt als diesen:

Es fing schon morgens an, als der kleine Schlingel sein Müsli unbedingt in der Küche essen wollte. Ganz nach dem Motto „pick your battles“ hatte ich nichts dagegen. „Warum eigentlich nicht?“, dachte ich mir. Man soll ja immer offen sein für Neues! Dass er keine Milch drüber wollte, fand ich auch okay. Wenn er unbedingt trockenes Müsli essen will, bitte. Was ich aber nicht so witzig fand, war, dass B. mehr redete als aß. Über Dinge, die mich an einem Arbeitstagmorgen eher nicht so interessieren. Zum Beispiel die kleine Katze auf Papas Milchbecher. Außerdem kam er jedes Mal, wenn ich ein paar Schritte wegging, um zum Beispiel meine Brotdose einzupacken, in sein Kita-Buch zu schreiben oder noch schnell zur Toilette zu gehen, „Mama!“-rufend hinter mir her und widmete sich noch weniger seinem Frühstück. Argh!

Schlimmer Rabenmutter-Moment: ich schnauzte ihn völlig entnervt und gestresst  an, er solle doch bitte endlich sein verdammtes Müsli aufessen, damit wir los können. Der verstörte Blick, bevor er zurück auf seinen Hocker kletterte, war Strafe genug… Was kann ich zu meiner Verteidigung sagen? Ich hatte mir vorgenommen, nicht die Geduld zu verlieren. Aber ein Blick auf die Uhr (es war noch später, als ich dachte) und meine Deadline auf der Arbeit und die Zugfahrzeiten im Hinterkopf trieben mir den Blutdruck gnadenlos in die Höhe. Ich bin auch nur ein Mensch. Vor allem morgens. Vor allem, wenn ich unter Zeitdruck stehe (siehe Deadline). Zum Glück war ich ja vor und nach diesem kurzen Zeitraum der Ungeduld ganz die liebe Mama. Und B. schien es mir nicht weiter nachzutragen..

Um den Morgen noch „netter“ zu machen, regnete es. Also musste ich B. in seinen Regenanzug wresteln und wurden wir auf dem Fahrrad ein wenig nass, da kam Freude auf! Mein Zug (na ja, der Zug zwei Züge nach dem, den ich nehmen wollte) war ein paar Minuten verspätet, auf der Arbeit selber lief auch nicht alles wie gewünscht, aber die Krönung kam dann, als ich nach der Arbeit bei meinem Fahrrad ankam: der Sattel war weg. Und das war schon das zweite Mal. Letzes Jahr ist er mir schon einmal geklaut worden. Zufällig stand es gestern auch in der Zeitung: die Zahl der Fahrraddiebstähle ist in Utrecht 2013 um 25 % gestiegen. Unter anderem in der Nähe der Bahnhöfe wurden mehr Räder geklaut. Sag bloß!

Da steh ich quasi in der Zeitung, und dann ist’s mit so etwas, bah! Aber gut, das Rad an sich war ja noch da. Nur hatte ich stehend radeln letztes Mal schon ausprobiert, das geht mit Lenkersitz nicht. Also schiebend zur Kita, um B. abzuholen. Das kostete mich statt 5 fast 15 Minuten. Vor lauter Wut bekam ich glatt Kopfschmerzen. Wenigstens hatte B. einen guten Tag gehabt und war er beim Sachen zusammensuchen und Jacke anziehen recht kooperativ. Von seinem Thron auf dem Lenker aus konnte er dieses Mal auch in aller Ruhe die Leute, Katzen, Autos usw. betrachten – wir begegneten einer Straßenkehrmaschine, immer ein Highlight!

Und weil man sich ja immer auf“s Positive konzentrieren soll: weil wir so spät dran waren mit dem Abendessen, konnten wir ausnahmsweise mal zu dritt am Tisch sitzen!

Frustessen? Essensfrust!

Kennt ihr das? Ihr habt euch nach der Arbeit bemüht, für den Nachwuchs etwas Gesundes zu kochen, mit Gemüse, von dem ihr zu wissen glaubt, dass der/die Kleine es mag….und dann isst das Kind nichts!

Nun ist es zum Glück so, dass mein Mini-Kaaskop nicht zu dünn ist. Ich kenn da Eltern mit kleinen Essensverweigerern, die froh sind, wenn die beiden Kleinen zumindest einen doppelten Nachtisch essen – ganz nach dem Motto: jede Kalorie zählt! Aber ich finde es trotzdem sehr frustrierend, wenn B. das Essen nicht anrührt. Ist er einfach schon zu müde? Spielt er ein Machtspiel mit uns? Ist was mit seinen Zähnen nicht in Ordnung? (Das Zähneputzen ist schließlich auch so ein issue bei uns.)

Wie ich ja vor ein paar Tagen schon erzählt hatte, scheint es keinen Unterschied zu machen, ob wir mittags oder abends warm essen. Obwohl man ja nach einem Versuch nicht wirklich zuverlässige Schlüsse ziehen kann. Ich vermute, dass es eine Kombination aus Machtspiel und kein-Hunger ist. Jedenfalls ruft B. zurzeit sowieso bei allem und jedem fest entschlossen und kopfschüttelnd: „Wil niet!“ Und da er nicht nachts nach Essen brüllt, hat er vielleicht außerdem einfach nicht genug Hunger, pardon: Appetit – ein oft gehörter Ausruf von niederländischen Eltern ist: „Hunger haben nur die Kinder in Afrika!“

Wahrscheinlich sind wir selber nicht ganz unschuldig daran. Wir stopfen ihn zwar tagsüber nicht mit Butterkeksen Reiswaffeln und Co. voll, aber es kann schon sein, dass B. insgesamt einfach so viel tagsüber futtert, dass sein Bäuchlein abends nichts mehr will. In der Kita isst er oft 3 (!)  Scheiben Brot zum Mittag und kriegen die Kinder so gegen halb fünf/fünf noch 1-2 Reiswaffeln oder soepstengels (Grissini), und weil B. wie sein Papa sehr maulig wird, wenn er Hunger hat, kriegt er zuhause auch meistens beim Essenmachen ein Stück Gurke oder Paprika zum Knabbern. Dann hat er zumindest schonmal ein paar Vitamine intus! Obst isst er übrigens immer gerne, mein kleines Obstmonster! Am liebsten würde ich es mir daher leicht machen und ihm einfach mehr Obst geben als den abendlichen Gemüsekampf mitzuspielen. Aber zuviel Fruchtzucker soll ja auch nicht gut sein. Seufz. Man hat’s auch nicht leicht!

Vor ein paar Tagen habe ich dann etwas Neues ausgedacht: Weil ich vermute, dass mein Mini-Kaaskop seine eigene Art Trennkost praktiziert (Reis und Nudeln bevorzugt ohne Soße, Käse und Brot separat), habe ich statt des Ikea-Tellers (gibt es Eltern, die nicht die Kalas-Serie im Haus haben?) das Kindertablett mit den Fächern hervorgeholt und alles schön getrennt serviert.

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Eigentlich hatte ich ein fast mit dem Vorher-Foto identisches Nachher-Foto erwartet, aber das lief dank eines neu entdeckten Tricks etwas anders: Nachdem B. wild den Kopf geschüttelt und „wil niet!“ gerufen hatte, obwohl er voller Vorfreude sein Tablett zum Tisch getragen hatte, aß er doch ein paar kahle Nudeln. Als ich ihn aufforderte, doch die Gabel oder den Löffel zu benutzen, nahm er die Gabel und piekste das einsame Stück Zucchini auf, das unbeabsichtigt zwischen die Nudeln geraten war. Ich freute mich schon, aber leider zu früh. Er legte es nur ins „richtige“ Fach. *augenroll* Kurz danach freute ich mich zum zweiten Mal zu früh: B. entdeckte den Elefanten unter den Nudeln und rief freudig: „Fant! Törlö!“ (Das „r“ ist noch etwas schwierig.) Ich sag also zu ihm: „Ja, toll, was! Iss mal noch ein paar Nudeln, dann siehst du noch mehr Elefant.“ Aber da schüttelte er den Kopf und sagte ein wenig traurig: „Wil niet törlö…wil niet…“ Mist.

Aber dann hatte ich die zündende Idee! Ich piekste etwas von seinem Essen auf meine Gabel und fragte: „Soll Mama das dann essen?“ Als ich die Gabel schon fast im Mund hatte, rief er: „Mei Happ! Mei!“ Und ließ sich füttern. Und spuckte die Zucchini nicht wieder aus! Hurra! So habe ich noch ein paar weitere Häppchen Gemüse und Nudeln in den Kinderbauch bugsieren können und auch beim Nachtisch klappte es super, er übernahm den Löffel und aß das Schälchen leer. Dass er beim Nachtisch sein ewiges „wil niet“ nicht ernst meint, war mir sowieso klar, denn er liebt seinen Naturjoghurt mit Obst. Machtspielchen, also doch! Am nächsten Tag funktionierte der Trick wieder, haha! Dieser Punkt geht vorläufig an Mama.

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Die haben doch einen Knall!

Ich schlafe schon seit Weihnachten nicht gut. Und das liegt nicht daran, dass ich wach liege und grüble oder dass ich wegen einer Blasenentzündung (vermute ich – konnte Freitag aber kein Pipi zum Hausarzt bringen, weil ich den Becher vorübergehend in der Küche „sicher und außer Reichweite von kleinen Händen“ abgestellt hatte..und B. ihn trotzdem umgeworfen hat, grr!) nachts raus muss…

Nein, ich schlafe schlecht, weil da draußen schon seit ein paar Tagen vereinzelt mit Silvesterböllern geknallt wird! Bisher dachte ich immer, das läge an dem Viertel, in dem wir wohnen. Letztes Jahr waren wir vor der Knallerei ja zu meiner Mutter geflüchtet, das Jahr davor habe ich mich hochschwanger drinnen verbarrikadiert und davor…waren wir bei Freunden, glaube ich. An das letzte Mal, dass wir zuhause Silvester gefeiert haben und um Mitternacht raus gegangen sind, kann ich mich kaum noch erinnern. Ich weiß aber noch, dass ich nach 5 Minuten Todesangst wieder nach drinnen geflüchtet bin.

Wirklich, was hier so an Silvester in die Luft geballert wird, ist unglaublich! Jedes Jahr werden direkt nach Weihnachten die Briefkastenschlitze verkleinert, damit niemand Böller reinwerfen kann. Jedes Jahr sind die Straßen schon vor dem Verklingen des letzten Glockenschlags ein Schlachtfeld aus Überresten von Böllern und Raketen. Jedes Jahr ist die Luft draußen kurz nach Mitternacht so rauchig, dass einem die Augen weh tun. Jedes Jahr sind die Zeitungen vor und nach dem 31. Dezember voll mit Artikeln über Feuerwerksopfer (oftmals unschuldige Zuschauer). Und dass dieses Jahr NICHT wie sonst jedes Jahr in Amsterdam die Parkuhren mit einem speziellen Feuerwerkschutz abgedeckt werden, liegt nur daran, dass mittlerweile an allen Automaten in der Stadt nur noch digital bezahlt werden kann und die Dinger dementsprechend kein Geld mehr enthalten.

Am Samstag stand in der Volkskrant ein interessanter Artikel über Feuerwerk. Offenbar wird nirgendwo in Europa soviel Feuerwerk verbraucht wie hier in Holland! Das wusste ich gar nicht. Überrascht mich aber absolut nicht. Dem Artikel zufolge kosten die 16 Stunden im Jahr, in denen es in den Niederlanden offiziell erlaubt ist, Böller und Raketen abzufeuern, 1,4 Augen pro Stunde. Mindestens 60 % davon sind auf legales Feuerwerk zurückzuführen. Vom illegalen Feuerwerk, das immer schwerer wird, mal ganz zu schweigen. Offenbar findet die Polizei immer öfter illegale Böller, die so stark sind, dass man damit ein Auto in die Luft sprengen könnte. *sprachlos* Es dauert noch ein paar Tage bis Silvester, aber es sind dieses Jahr schon 8 Menschen so schwer von Feuerwerkskörpern verletzt worden, dass sie unters Messer mussten. Zwei davon sind Minderjährige, die nun mit einer statt mit zwei Händen durchs Leben gehen müssen. Zum Glück ist B. ja noch zu klein, um sich für Böller und ähnlich gefährliches Zeug zu interessieren. Und wie’s ausschaut, hat er die Schreckhaftigkeit seiner Mutter geerbt. Aber das kann sich ja ändern. Ich kann nur hoffen, dass der Knallerei bis dahin ein Ende bereitet wird. In der Regierung sind leider derzeit nur Grün-Links und die Partei der Tiere (ja, die haben einen Sitz im Parlament!) für ein Feuerwerkskörperverbot,und ich darf ja als Nicht-Staatsangehörige nicht wählen, aber Petitionen unterschreiben kann ich. Habe ich gerade gemacht. Wenn sogar die Branche selbst ein teilweises Verbot unterstützen würde und – Tradition hin oder her – einer Umfrage zufolge mittlerweile 64 % der Niederländer für ein Verbot ist, kann das ja noch werden!

PETITION

Wir alle, die wollen, dass dem jedes Jahr wachsenden Feuerwerksterror ein Ende bereitet wird, stellen fest,
dass das Zünden von Feuerwerkskörpern durch Privatpersonen sich von unschuldiger Unterhaltung zu an Gewalttätigkeit grenzender Belästigung entwickelt hat; dass die Belastung der Umwelt mit tonnenweise schweren Giftstoffen nicht zu einer verantwortungsbewussten Umweltpolitik passt; dass das Verpulvern von 68 Millionen Euro nicht zu einer Welt passt, in der Milliarden Menschen von weniger als einem Euro pro Tag leben müssen, und
bitten die Regierung, per Gesetz ein allgemeines Feuerwerksverbot für Privatpersonen zu erlassen, um dieser ausgearteten Tradition ein Ende zu bereiten.

Ich verweise in diesem Zusammenhang übrigens auch auf die vierte Strophe von Reinhard Meys auch heute noch aktuellem Lied In diesem, unsrem Lande – and rest my case!

Oh, und diese „romantischen“ Wunschballons, die man hier gerade überall kaufen kann?! Was. Für. Eine. Umweltverschmutzung!!!

Doch kein Bär

Das Geheimnis ist gelüftet. Mein Sohn ist doch kein Bär. Er will auch gar keinen Winterschlaf halten. Es ist, was ich insgeheim schon befürchtete: er hat was ausgebrütet!

Ich weiß nicht genau was (wahrscheinlich einfach ein fettes Grippevirus), aber er ist gestern schon den zweiten Tag nicht zur Kita gegangen, hustet, schnieft und hat Fieber. Am Dienstagmorgen, als ich ihn aus dem Bett holte, glänzten seine Augen so und war er so weinerlich, dass mir sofort klar war, dass er zuhause bleiben muss. Da A. schon zur Arbeit gefahren war, war mir auch klar, dass ich mit ihm zuhause bleiben musste. Zum Glück hatte ich an dem Tag sowieso nichts Dringendes im Büro zu tun. Ich arbeite bei einem kleinen Betrieb, deshalb fühle ich mich immer besonders schuldig, wenn ich unerwartet nicht zur Arbeit kommen kann. Weil ich als Übersetzerin auch immer Deadlines hab und im Büro die einzige Deutsche bin, kann ich nur selten was aufschieben, und deshalb muss meistens A. ran, wenn was mit dem kleinen Schlingel ist. Darüber fühle ich mich dann auch wieder schuldig. Muttersein ohne Schuldgefühl, geht das überhaupt?!

Zum Glück ist B. nicht oft krank. Ich hab bisher erst einmal calamiteitenverlof (grob übersetzt: Notfallurlaub) nehmen müssen. Den kann man kurzfristig nehmen, wenn man z.B. wegen einem kranken Kind, einem Wasserrohrbruch o.Ä. schnell nach Hause muss. In meinem Fall sind das höchstens 8 Stunden pro Jahr. Danach kann man noch kortdurend zorgverlof (grob übersetzt: Kurzzeitpflegeurlaub) nehmen, pro Jahr höchstens 2x die wöchentliche Arbeitsstundenzahl. Für den Kurzzeitpflegeurlaub gilt eine Lohnfortzahlung in Höhe von mindestens 70 %. Keine Ahnung, wie das in Deutschland geregelt ist…

Nun vergesse ich leider jedes Mal, diesen Sonderurlaub ausdrücklich zu beantragen, wenn ich mal im Büro anrufen muss, um zu sagen, dass ich beim kranken Kind zuhause bleiben muss. Und wie ich heute feststellte, findet unsere Buchhalterin (die auch die Arbeits- und Urlaubsstunden verwaltet) offenbar, dass ich wie ihre eigene Tochter halt (normalen) Urlaub nehmen soll, wenn das Kind krank ist. Weil das ja in vielen Unternehmen üblich ist. Da blieb mir glatt die Spucke weg! Wenn ihre Tochter (und viele andere Mütter) so blöd nachgiebig sind, bitte, aber auf diesen Sonderurlaub hat man nun mal einen gesetzlichen Anspruch! Ist ja schön und gut, wenn man es anders regeln kann, aber bei mir können halt Opa und Oma nicht einspringen. Die paar Stunden im Jahr, die ich Pflegeurlaub nehme, sind jawohl Peanuts, wenn ich das mit den krankheitsbedingten Fehlzeiten anderer Kollegen vergleiche…

Weil sie aber auch nicht genau wusste, wie das bei uns gehandhabt wird („meine“ alte Firma ist vor 2 Jahren mit „ihrer“ zusammengefügt worden), hat der Finanzdrache unsere Buchhalterin das nachgefragt, und siehe da: ich darf die 6 Stunden (2 habe ich noch von zuhause aus arbeiten können, als B. schlief) als Notfallurlaub registrieren.

Diesen Spagat zwischen für-das-Kind-da-sein und seine-Kollegen-nicht-hängen-lassen finde ich persönlich immer sehr schwierig. Dann ärgere ich mich immer besonders darüber, dass wir niemanden in der Nähe wohnen haben, der in solchen Fällen einspringen kann. Zwar sind die meisten Arbeitgeber, soweit ich weiß, verständnisvoll und relativ flexibel, aber man ist auch dazu verpflichtet, selbst nach Alternativen für das Selberzuhausebleiben zu suchen. Und da muss ich leider passen. Manche Mütter (meistens sind’s ja doch die Mütter) arbeiten dann wohl von zuhause aus noch was, aber das ist meiner Erfahrung nach bei einem kranken Zweijährigen (noch) nicht drin. Dass ich so ziemlich die Einzige in unserer Firma bin, die ein kleines Kind hat (die Kollegen haben entweder keine oder noch keine Kinder), macht das Ganze auch nicht einfacher. Seufz.

Zum Glück bin ich ja mit einem Mann gesegnet, der etwas flexibler arbeiten und das kranke Kind hüten kann! Ach, was sind A. und ich doch modern. *heimlich ein bisschen stolz bin*

B.’s erstes Mal

Ja, nee, ich meine natürlich das erste Mal Weihnachtskekse backen! Ich hinke zwar etwas hinterher mit den Adventsvorbereitungen (so hat B.’s Adventskalender zum Beispiel nur 23 Beutelchen, weil er der erst am 2. Dezember fertig war), aber das Keksebacken mit Tante A. hatten wir ja schon vor Wochen geplant.

B.’s von Oma G. selbstgenähte Schürze (im Partnerlook mit meiner!) hatte Premiere, und auch wenn er erst maulte: „Jas uit!“ (Jacke aus!), behielt er sie doch brav an. Es sind ein paar hübsche, kindheitsidyllische Fotos entstanden (bitte mein ungepflegtes Äußeres entschuldigen, ich war etwas unpässlich):

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Die Wirklichkeit sah natürlich etwas anders aus, haha!

Wir hatten den Teig wohlweislich schon vorbereitet, bevor wir B. dazu holten. Er fand zwar alles superinteressant, aber wie das Ausstechen funktioniert, schnallte er noch nicht so, und er pulte den Teig nur wieder auseinander und machte Klumpen draus. Genascht hat er ihn nicht. Nach wenigen Minuten war es schon wieder vorbei mit dem Helfen und ging er lieber mit seinen „Buhkoos“ (Duplos) spielen. Und A. und ich mussten den Teig neu ausrollen, denn den hatte er komplett zerrissen… Aber genossen habe ich es trotzdem, das erste Mal Backen mit meinem kleinen Schlingel!

Meine aktuellen Wochenenderkenntnisse:

  • Mit Fastzweijährigen kann man noch nicht wirklich backen.
  • Meine Schwester und ich schaffen es auch mal, einander zu besuchen, ohne dass wir uns anzicken oder einer rumbockt.
  • Andere Eltern haben gerne mal Vorurteile über andere Eltern und deren Familienmanagement. (Ich glaube nicht, dass B. neuerdings abends nicht alleine einschlafen will, nur weil er uns tagsüber so wenig sieht, weil er 3 Tage die Woche in die Kita geht. Sonst hätte er das ja nicht erst jetzt, oder? Und an den vier aufeinanderfolgenden Tagen, an denen er mit einem von uns zuhause ist, macht er ja auch Theater.)
  • Plätzchenbacken ist tricky. Kuchen und Torten kann ich besser. Jedenfalls sehen meine Plätzchen gut aus, sind aber backtechnisch wieder nicht der Hit:
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  • Neuen Schmuck kaufen, wenn man keinen anderen hat, zu dem der neue passen sollte (oder gerade nicht), ist wirklich doof. Vor allem an verkaufsoffenen Sonntagen kurz vor Sinterklaas und Weihnachten.
  • Die Jungs von der Fahrradtiefgarage unterm Platz Vredenburg sind Engel: ich hatte vergessen, mein Rad abzuschließen, aber es war noch da UND sie hatten meinen Schlüssel sicher in einem abgeschlossenen Kasten verwahrt. *freu*
  • Chili con carne schmeckt ja doch.
  • Ich bin wirklich vergesslich. (Ich hatte noch mehr Wochenenderkenntnisse….futsch! Vielleicht fallen sie mir später wieder ein.)

Ausgeraubt

Es fiel A.und mir sofort auf, als wir von einem schönen aber anstrengenden Wochenende auf der Veluwe mit 3 befreundeten Familien zurückkamen. Die Vorhänge im Wohnzimmer waren zu! Und die hatten wir nicht selber zugemacht… Wir wussten es eigentlich schon, bevor A. den Schlüssel ins Schloss stecken wollte und nichts da war, wo er ihn reinstecken konnte, weil der Zylinder weg war. Durch das kleine Loch konnten wir sehen, dass in der Küche alle Schranktüren offenstanden. Bei uns ist eingebrochen worden!

Nach der schlagartigen Erkenntnis, dass Fernseher und Laptop wohl weg sein würden, kam erstmal: „Scheiße, da wird es viel zu regeln geben!“ Während ich mit B. bei der Nachbarin von nebenan mit zitternden Knien Tee und Kekse entgegennahm, wartete A. draußen auf die Polizei. Wir konnten ja nicht mal ins Haus, trotz Schlüssel! Weil die Nachbarin Besuch hatte, boten die Nachbarn von gegenüber an, kurz auf B. aufzupassen, während wir mit der Polizei den Schaden begutachteten. Ich lasse hier mal Bilder sprechen:

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Die Einbrecher haben wohl gesehen, wie wir am Freitag das Auto gepackt haben, und haben dann in der gleichen Nacht noch zugeschlagen. Schnell den Zylinder aus dem Schloss gebohrt, Tür aufgemacht, drinnen alle Vorhänge zugezogen und in Ruhe alles durchsucht. Den Nachbarn war zwar am Samstag und Sonntag aufgefallen, dass die Vorhänge tagsüber zu blieben, aber die haben halt gedacht, wir seien weg und hätten das selbst getan. Gehört oder gesehen hat jedenfalls keiner etwas.

Das neue Handy, das noch in der Schachtel auf dem Schreibtisch lag und das A. ein paar Tage später zum Geburtstag kriegen sollte, war natürlich weg. Mein 3 Wochen alter Tablet-PC auch, an den hatte ich erst gar nicht gedacht, so neu ist er. WAR er. *schluchz* Dass mein Modeschmuck weg ist, kann ich verkraften. Dass mein Verlobungsring und die Perlenohrringe, die ich von meiner Schwägerin zur Hochzeit bekommen hatte, weg sind, finde ich schon schlimmer. Am schlimmsten finde ich aber, dass eine Kette, die ich als Kind von meiner Oma geschenkt bekommen hatte, weg ist. Und mein Kinderbesteck mit den Bremer Stadtmusikanten. Die beiden Ringe, die ich mir während meines tollen Auslandssemesters in Irland gekauft habe. Silbernes Kinderbesteck vom Bruder meiner Mutter, der mit 17 gestorben ist. Alles kaum was wert, außer für mich

Weil es erst hieß, dass am nächsten Tag noch jemand vom forensischen Team vorbeikommen würde, um zu gucken, ob irgendwo Fingerabdrücke genommen werden können, und wir mit unserem kleinen Mann nicht im Chaos schlafen wollten, fuhren wir zu A.s Eltern. Am nächsten Tag bekamen wir einen Anruf, dass sie viel zu tun hätten, dass man nicht erwartete, dass irgendwo Fingerabdrücke zu finden seien (geht nur auf richtig glatten Oberflächen, die wir nicht oft selbst anfassen), und dass wir daher aufräumen durften. Wir sollten der Polizei eine Liste mit allen gestohlenen Sachen mailen, mögliche fingerabdruckgeeignete Dinge vorsichtig zur Seite legen und dann würde jemand das Protokoll anfertigen und eventuelle Spurensicherungsgegenstände abholen. Pfff.

Diese blöde Liste kostete uns recht viel Zeit und Ärger. Uns fielen immer mehr kleine Dinge ein, die auch gestohlen waren, und vor allem beim Schmuck wusste ich oft auch gar nicht, wie ich den beschreiben soll. Oder was ich überhaupt alles hatte! Außerdem fand A. einige meiner Beschreibungen sinnlos, ich wollte aber brav tun, worum der Polizist gebeten hatte, nämlich alles möglichst genau beschreiben. Darüber hatten wir etwas Zoff. Die Nerven lagen wohl doch blanker als wir dachten. Außerdem schliefen wir schlecht, weil B. erkältet war und uns nachts mehrmals weckte. Zum Glück hatten die Einbrecher den alten großen PC nicht mitgenommen, sodass wir zumindest nicht alles von Hand aufschreiben mussten und mit dem alten langen Kabel auch ins Internet konnten! Als wir die Liste drei Tage später endlich verschickten, fiel uns jedenfalls erstmal eine Last von der Schulter. Und ich bin ganz froh, dass wir die Liste der gestohlenen Sachen für die Versicherung noch nachträglich ergänzen dürfen. So fiel uns erst später auf, dass nicht nur all meine (halbleeren) Parfümflaschen weg sind, sondern auch Andrés Rasierer, die Einkaufskiste (!), der Adapter von A.s Dienstlaptop (der Laptop lag zum Glück im Büro), ein paar DVDs und noch ein paar weitere Dinge, die man erstmal gar nicht vermisst.

Während wir auf das Protokoll der Polizei und den Gutachter von der Versicherung warten, haben wir trotzdem schon mal ein paar Dinge neu gekauft. Den Rasierer natürlich, einen neuen Servierlöffel (den hatten die Einbrecher beim Versuch, das Schubladenschränkchen unterm Schreibtisch aufzubrechen, verbogen), ein neues Schloss… Und ohne Fernseher und Laptop ist (war!) irgendwie auch doof. Vorerst ist jedenfalls wieder Normalität eingekehrt. Und ich habe wieder einiges gelernt! Meine aktuellen Wochenenderkenntnisse (von diesem und letztemWochenende):

  • Timer an Lampen und Radio sind gar keine schlechte Idee. So im Nachhinein.
  • Zuckerdose, Keksdose, Teepott, Kleiderschrank und Badezimmer sind KEINE  geeigneten Verstecke für Bargeld oder andere Wertsachen. Hinter/zwischen den Büchern (auch ein klassisches Versteck, wie ich dachte) haben diese Einbrecher komischerweise nicht gesucht.
  • „Unsere“ Einbrecher haben keine Ahnung vom Wert von Kindersachen oder Schmuck. Meinen nahezu wertlosen und als solcher erkennbaren Modeschmuck haben sie fast allesamt mitgenommen, den nagelneuen großen Duplo-Satz und eine noch ungetragene Markenkinderjacke haben sie da gelassen.
  • Man sollte wirklich regelmäßig Backups von seinen Fotos und anderen wichtigen Dateien machen.Und seinen Schmuck abfotografieren, nur für den Fall, dass.
  • Es macht keinen Spaß, „nur mal schnell“ neuen Modeschmuck kaufen zu gehen, weil im Schmuckkasten plötzlich gähnende Leere herrscht. Ein paar Teile haben die Schweine mir gelassen, aber alltagstauglich (sprich: vielseitig kombinierbar) sind die nicht. Bei meinem ersten Besuch beim Billigjuwelier Lucardi sah ich jedenfalls im ganzen Laden weder eine Uhr, noch Ohrstecker oder Kettenanhänger, die mir gefielen.
  • Bei einem kleinen Haus ist so ein Chaos schneller aufgeräumt als man denkt. Nur der Kleiderschrank kostete mehr Zeit.
  • Ich habe sehr, sehr viele Strumpfhosen und Nylonsöckchen.
  • Unsere Nachbarn von gegenüber sind echte Schätze. Ihre Tochter ist ein Jahr älter als B. und zufällig in der gleichen Kitagruppe. Während A.und ich zuhause aufgeräumt haben und auch während wir schnell einen neuen Fernseher und Laptop gekauft haben, durfte unser kleiner Mann bei ihnen spielen. Als wir ihn nach erfolgreichem MediaMarkt-Besuch wieder  abgeholt haben, kriegten wir noch ein Glas Wein angeboten und haben wir uns noch eine gute Weile nett unterhalten.
  • Ohne Fernseher fehlte irgendwie was in unserem Wohnzimmer. Zwar guck ich viiiieeel weniger als A., aber Nachrichten ist man ja nun doch gewohnt, und so ein großer leerer Platz im Wohnzimmerschrank fällt halt auf.
  • Es wird noch eine  Weile dauern, bis ich meine neuen Passwörter im Kopf parat hab. Ich gebe ständig die alten ein..
  • Entweder meine Kamera ist nicht die so dolle, oder meine Fotografierfähigkeiten sind bescheiden. Ich hab sooo viele Fotos gemacht, als wir auf der Veluwe waren, und es sind nur sehr, sehr wenige schöne dabei, schluchz!
  • Wenn man mit 8 Erwachsenen und 6 Kindern unter 4 Jahren wegfährt, sollte man (also, ich jedenfalls) besser mit der „Frühschicht“ frühstücken anstatt etwas länger auszuschlafen – dann hat man den Kaffee nämlich schon intus, wenn die Kinder so richtig loslegen!
  • Auf der Veluwe ist es schön im Herbst! Bed&Breakfast Mollenvlied auch.
  • Selbstgemachte Lasagne schmeckt am nächsten Tag irgendwie noch besser. *schmatz*
  • Windows 8 ist ganz schön gewöhnungsbedürftig, pff!

Should we stay or should we go?

Nachdem der holländische Häusermarkt wegen der Wirtschaftskrise ziemlich lange im Winterschlaf verweilte, weil sich niemand ein neues Haus zu kaufen traute, bevor er nicht sein altes verkauft hat, tut sich seit ein paar Monaten wieder einiges. Die Nachbarn gegenüber haben ihr Haus ziemlich schnell verkauft. Aus meiner Schwangerschaftskursgruppe ziehen immer mehr Mädels mit ihrer jungen Familie in ein größeres Haus um… Und auch ihre Häuser waren erstaunlich schnell verkauft! (Na ja, gut, nicht bei allen. Aber die Umlaufgeschwindigkeit überraschte A. und mich.)

Mir selber fällt ja seit B. da ist auch öfter mal die Decke auf den Kopf, weil wir so wenig Platz haben. Seinen ersten Geburtstag haben wir auch außer Haus gefeiert, in einem Pavillon im Park um die Ecke. Schließlich wollten wir mehr als vier Leute einladen. Opa und Oma, Tante und Onkel, die vier besten Freunde mit ihren Kindern…das läppert sich schnell! Falls wir irgendwann einmal ein brusje (Kombiwort aus broer (Bruder) und zusje (Schwesterchen) – es gibt im Niederländischen kein Wort für „Geschwister“) für B. machen wollen, geht es auch kaum anders: wir müssten umziehen! Da wir aber nicht wissen wohin (ich würd ja schon gern mehr ins Grüne, hänge aber auch am Stadtleben), und wir das brusje vorerst sowieso nicht wagen, haben wir die Umziehfrage erstmal auf die lange Bank geschoben.

Aus aktuellem Anlass ist sie jetzt aber plötzlich wieder in aller Munde! Denn nachdem letztes Jahr schon unser Auto nachts vor der Tür geklaut wurde, ist letzte Woche bei uns eingebrochen worden! Da u.a. mein Laptop weg ist und es viel zu regeln gibt (Versicherung, Polizei…), muss ich einen ausführlicheren Post dazu leider erstmal verschieben. Kommt aber ganz bestimmt, mit Fotos!

Ein unruhiger Abend

Meistens lässt sich der kleine Schlingel ja problemlos ins Bett bringen – frische Windel, Schlafanzug an, ein bisschen Wrestling Zähne putzen, 1-2 Mal ein Buch vorlesen durchblättern, dem Gärtchen gute Nacht winken, Schnulli und Schnuffeltuch überreichen, ein bisschen vorsingen (bzw. in A.’s Fall vorbrummen, hihi) und dann ab in die Heia.

Gestern allerdings hatte B. offenbar keinen Bock darauf. Schon bei den rechtzeitigen Ankündigungen, dass er nach dem Buchgucken schlafen sollte, rief er laut „Nee!“.Es gelang A. dann auch nicht, ihn soweit zu bewegen, im Bett liegen zu bleiben, obwohl sie nochmal bei Licht im Zimmer umhergegangen sind und sich vergewissert haben, dass alles in Ordnung ist. Also nahm A. den kleinen Mann mit nach unten ins Wohnzimmer, um ihn mit ein paar Minuten Fernsehen ruhig zu stellen und die nötige Bettschwere herbeizuführen. Das funktionierte bisher immer gut.

Diesmal aber natürlich nicht. Nachdem ich unseren Schlingel oben in seinem Zimmer mit einiger Mühe davon hatte überzeugen können, sich hinzulegen, beging ich den ersten Fehler. Ich hatte mich wie versprochen neben ihn gesetzt, versuchte aber offenbar zu früh, mich rauszuschleichen. Offenbar schlief er doch noch nicht. Gebrüll war die Folge. Schnell nahm ich wieder Platz. Aber das genügte Herrn von Donderstein nicht – er weigerte sich hinzulegen und brüllte und motzte weiter. Weil ich aber nicht wieder nachgeben wollte (er war ja müde und sollte schlafen und nicht denken, dass er jeden Abend so ein Theater veranstalten kann), blieb ich hart. Es gab etwas Wasser zu trinken, mehr nicht. B. blieb aber auch hart: was ich auch versuchte (Gute-Nacht-Lied singen, auf ihn einreden, ihn streicheln, mich einfach hinsetzen und warten), nichts half. Menno!

Irgendwann riss mir der Geduldsfaden und ging ich weg, um A. beim Abwasch abzulösen. A. ging nach oben. Er hatte aber genauso wenig Erfolg wie ich. Pfff. Als ich bei B. war, rief er nach Papa, als A. bei ihm war, nach mir. Was will das Kind?! Als ich nach einer Weile (wenn das Kind brüllt, fühlen sich 5 Minuten an wie 20) nach oben ging, um vorzuschlagen, dass er sich mit B. ins große Bett legt, war das offenbar auch wieder die falsche Entscheidung. Als B. mich sah, fing er wieder heftiger an zu brüllen und A. war voll sauer, dass ich „mich einmischte“. Hallo?! Ich wollte nur helfen!! Aber nach einem langen Arbeitstag sind wir beide wohl nicht so geduldig, wie wir gerne wären. Jedenfalls polterte A. die Treppe runter und schmiss sauer die Wohnzimmertür zu, dass es rummste.

Das beeindruckte B. Er verstummte, und sagte bestürzt: „Papa! Bumm. Papa! Deur (Tür)!“ Seufz. Ich holte ihn aus dem Bett (A. hatte ihm versuchsweise den dicken Schlafsack ausgezogen), knuddelte ihn und erklärte, dass Papa die Tür zugeschmissen hatte, weil er sauer ist. Weil mir dann einfiel, dass er vielleicht lieber nicht die Schuld kriegen sollte, dass seinen Eltern der Geduldsfaden reißt, fügte ich noch hinzu, dass Mama und Papa nicht auf ihn böse seien sondern aufeinander, und dass alles in Ordnung sei. Ich zog ihm den Schlafsack wieder an und nahm ihn auf den Arm, wo er, Gottseidank, seinen Kopf auf meine Schulter legte und sich ein wenig wiegen ließ. Als ich ihn ins Bett legte und mich daneben setzte, drehte er sich gleich auf den Bauch, und innerhalb weniger Minuten schlief er (fast 2 Stunden nach seiner normalen Schlafenszeit) so tief, dass ich mich wegschleichen konnte. Puh!

So einen unstoppable Brüllanfall hatten wir ja schon öfter miterlebt, aber meistens passieren die lange nachdem B. eingeschlafen war. Keine Ahnung, was dann los ist, aber helfen tut dann nix. Gehörte das Brüllen vorm Einschlafen jetzt zur peuterpuberteit (Trotzphase), d.h., wollte er einfach seinen Willen kriegen und wieder aus dem Bett? Hat er auf einmal Angst alleine in seinem Zimmer? Keine. Ahnung. Wie sollen wir damit umgehen? Keine. Ahnung.

Als wir gegen halb elf auch ins Bett wollten, fing B. gerade schon wieder an zu brüllen (ja, tut mir leid, aber „weinen“ kann man das bei ihm eigentlich nie nennen). Diesmal nahmen wir ihn sofort zu uns ins Bett, da wollten wir ja sowieso gerade rein. Er kuschelte sich an mich und schlummerte ein. A. und ich guckten uns und unseren kleinen Mann lächelnd an und beschlossen, selber auch zu schlafen und B. erst später wieder in sein eigenes Bett zu verfrachten. Ich lag zwar etwas unbequem, war aber müde genug, um einzuschlafen. Herrlich, wenn wieder Ruhe einkehrt!