Mehr Musik für Mama

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Fast Weihnachten – wo bleibt der Stress?

Weihnachten kommt ja bekanntermaßen immer ganz plötzlich. Meistens bin ich auch so ein Weihnachtsopfer, das sich der eigenen hohen Ansprüche an das Fest der Liebe wegen alle Jahre wieder Stress macht. Aber dieses Jahr…. lese ich im Netz überall Tipps gegen Weihnachtsstress und Gejammer darüber, wie viel noch zu tun ist, und ich merkte plötzlich: Ich habe gar keinen Weihnachtsstress! Wie konnte denn das passieren?

Offenbar lerne ich manchmal doch aus meinen Fehlern. Und ich habe mich tatsächlich vom Perfektionismus verabschiedet – jedenfalls was Weihnachten betrifft.

Nur 2-3 Sorten Kekse gebacken? Macht nix, wir naschen ja wegen des vielen Zuckers eh nur ein paar pro Kaffeestunde, deshalb reichen die bis Weihnachten. Ich vermisse zwar ab und zu ein paar meiner anderen Lieblingsweihnachtsplätzchen, aber man kann ja nicht alles haben. Lieber entspannt mit dem kleinen Kaaskop 2 Sorten Kekse backen und Zeit für andere schöne Vorweihnachtstätigkeiten haben (und die Figur schonen) als das Backen zur Pflichtübung mit viel Stress und mieser Laune zu degradieren und im Januar über den noch dicker gewordenen Schwimmreifen zu jammern!

Auch der Geschenkekauf gab dieses Jahr wenig Stress. Ich habe früh angefangen. Und ich versuche, mich mit Geschenken etwas zurückzuhalten, schließlich gab es schon etwas zu Sinterklaas, hat der kleine Kaaskop im Januar schon wieder Geburtstag, und zählen Bücher und Hörspiele bei uns nicht zu Geschenken, weil ich die des Deutsch-Inputs wegen das ganze Jahr über einfach so mal hervorzaubere. Das große Geschenk für den kleinen Kaaskop hab ich neulich im Internet bestellt (bzw. bestellen lassen) und ansonsten kriegt er eins aus dem Geschenkevorrat im Kleiderschrank (hauptsächlich günstig ersteigertes Playmobil) und etwas von Tante, Onkel und Oma. Die Geschenke für die mitfeiernden Erwachsenen waren relativ schnell besorgt, denn das sind nur die oben genannten Personen plus der große Kaaskop und ich. Geschenke müssen auch nicht mehr romantisch sein, gut eingebürgert wie ich bin, freue ich mich auch über praktische Geschenke oder welche, die ich selbst ausgesucht habe… Verpackthabe ich die paar Geschenke jedenfalls abends ganz gemütlich vorm Fernseher, „Love actually“ (Tatsächlich Liebe) lief, da kann manja nebenbei etwas wickeln und kleben.

Das Schmücken haben wir dieses Jahr kleckerweise erledigt: am Tag nach Sinterklaas ein bisschen, an den Mamamontagen ein wenig und den Baum, der seit dem 3. Advent ungeschmückt im Wohnzimmer stand, am 4. Advent erst. Klar, am liebsten hätte ich natürlich gleich am 6. Dezember (eher geht nicht, will ja Sinterklaas nicht beleidigen) das ganze Haus weihnachtsfertig gemacht. Aber das Wochenende hat nur 2 Tage, man hat ja auch noch andere Dinge auf dem Programm stehen, die Abende von Eltern sind kurz und in Ruhe schmücken mit einem sehr aktiven fast Vierjährigen dabei…nee, lass mal. Irgendwo muss man der guten Laune wegen Abstriche machen. Let it go! (Irgendwann MUSS ich mir doch mal diesen Film angucken…) Niemand außer dir selber verlangt, dass alles frühzeitig anständig geschmückt ist.

Die Weihnachtskarten wurden wieder mit 5-Minuten-Fotoshoot-Foto versehen im Internet versandfertig bestellt, und 30 Adressen kann man ja auch abends vor dem Fernseher eben auf die Umschläge schreiben.

Den alljährlichen Weihnachtsmarktbesuch hatten wir, wie berichtet, bereits vor langer Zeit eingeplant, Weihnachtsfeier im Büro steht erst im Januar an und da keiner von Familie Importkaaskop einem Verein angehört, enthält unser Terminkalender keine solchen Pflichtveranstaltungen. Yeah!

Das Menü stand auch relativ schnell fest: an Heiligabend gibt es das Gleiche wie jedes Jahr, nämlich Brathähnchen mit Apfelmus, gebratenen Minikartoffeln und Salat, zum Nachtisch Eis mit einem Brownie, zur Feier des Tages in Sternform ausgestochen. Am 1. Feiertag, wenn die Schwiegermutter kommt, machen wir uns auch nicht furchtbar viel Arbeit. Es gibt Hirsch nach einem unkomplizierten Rezept, Herzoginkartoffeln und grüne Bohnen, zum Nachtisch das Spekulatius-Tiramisu, das wir schon seit zwei Jahren zu Weihnachten machen. Lecker. Einfach. Kein Stress.

Gut, wegen des Outfits bin ich nochmal extra losgezogen, aber habe auf die Schnelle nichts finden können, und deshalb wird es einfach der neue Glitzerpullover mit Jeans-oder Cordrock und schicken Schuhen. Ein zuckersüßes Weihnachtsoutfit für den kleinen Kaaskop habe ich seit seinem zweiten Weihnachtsfest gestrichen, das will er ja eh nicht anziehen, und so gibt es dieses Jahr nur eine weihnachtlich grüne Hose mit einem grauen Shirt mit Glitzerstern drauf. Das habe ich neulich spontan beim Hema mitgenommen. Festlich genug. Wir kandidieren schließlich nicht für die Wahl der weihnachtlichen Bilderbuchfamilie!

Ihr seht: das Ansprüche runterschrauben klappt ganz gut. Es muss nicht alles perfekt sein, schön wird Weihnachten eher dann, wenn alle entspannt bleiben, denke ich. Und, ultimativer Tipp für entspannte Weihnachten: macht nach den Feiertagen eine Liste der Dinge, die nicht gut gingen und wie man das besser machen könnte. Ich gebe zu, ich hatte vergessen, dass wir letztes Jahr so eine Liste gemacht hatten, aber meine Schwester hat dran gedacht und es standen ein paar nützliche Tipps darauf. Zum Beispiel, die Batterien der Kamera rechtzeitig aufzuladen. „Ruhe bewahren“ wird wohl PMS-bedingt nicht ganz leicht sein, aber ich werde mich bemühen, versprochen!

In diesem Sinne: Fröhliche, entspannte Weihnachten euch allen!

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Weihnachten in der Heimat

Hach, was ist das doch eigentlich herrlich, ein paar Tage völlig offline zu sein! Ich hab zwar zwischendurch ein paar Mal gedacht: „Jetzt würd ich gerne schnell auf Facebook gucken oder schon mal an meinem Weihnachts-Post schreiben“. Aber ich habe der Versuchung widerstanden. Abgesehen von der „Aschenbrödel“-DVD (zu A.’s Leidwesen Tradition bei uns) wurde nicht mal Fernsehen geguckt.

Da wir am 23. vormittags schon zu meiner Schwester in die Heimat fahren wollten, gab es am Sonntag wie gesagt noch einiges zu erledigen. Das Kofferpacken war schnell erledigt, die Kleiderauswahl fiel nicht weiter schwer (so viele weihnachtstauglichen Klamotten hab ich nämlich gar nicht), das Bügeln hat A. übernommen, das Fensterputzen fiel aus (hear, hear, quelle surprise!), die letzten Weihnachtskarten waren schnell geschrieben und zugestellt:

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Nur das Backen der Torte für den Kaffeeklatsch am 23. dauerte länger als gedacht. Als sie abends um zehn endlich fertig war, sagte ich zu A.: „Die mache ich garantiert NICHT noch einmal!“ Aber die Schoko-Orangen-Torte war sooooo lecker, dass ich das zurücknehme:

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(Die Zahnstocher markieren das Stück ohne Alkohol: da kommt nämlich Orangenlikör rein, und weder B. noch sein Onkel mögen das. Die Sterne sind aus Marzipan, das geht ja zu Weihnachten immer, finde ich!) Unsere Gäste fanden die Torte auch sehr gelungen, und es war ein sehr gezelliger Nachmittag. Abends gab es dann ausnahmsweise ein typisch deutsches Abendbrot, wie es bei meiner Oma immer gab: mit u.a. Gürkchen!

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Am 24. konnten A. und ich ausschlafen, denn wegen Platzmangel waren wir ausquartiert, während B. bei seiner Oma im Gästezimmer nächtigte. Das so ziemlich einzige Hotel in der Nähe war etwas… äh… „müde“ und vor Kurzem von einem offensichtlich türkischen Betreiber übernommen worden, sodass wir bei türkischer Musik frühstückten. Aber solange es frische „deutsche“ knackige Brötchen und Marmelade gibt, bin ich zufrieden. Und das gab es!

Wegen des schlechten, unweihnachtlichen Wetters (es regnete den ganzen Tag) wurde der Spielplatzbesuch gestrichen, aber da B. brav seinen Mittagsschlaf hielt und wir recht früh Bescherung machen wollten, war das nicht weiter schlimm. Ich hatte mir gedacht, dass wir erst bescheren und dann essen, weil B. sonst so kurz nach dem Auspacken der Geschenke ins Bett müsste, und das hätte er bestimmt nicht so toll gefunden. Daher machten wir uns schon um 16 Uhr fein (leider verweigerte B. die Krawatte – naja, „pick your battles“ sag ich da nur) und ging es endlich ran an die Geschenke!

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Es gab recht viel Duplo, aber davon hatten wir auch noch nicht so viel und kann man nie zu viel haben, oder?

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Das Duplo-Haus kam sehr gut an, und wie ich mir gedacht hatte, fand B. den Briefkasten darin voll toll. *freu* Er steckte da nicht nur den Brief rein, sondern alles mögliche, das passte, haha! Ansonsten war dieses Schneide-Set ein großer Hit (ebenfalls auf meinem Mist gewachsen, wenn ich das ganz unbescheiden anmerken darf), damit hat er die meiste Zeit gespielt. Ich kenne meinen kleinen Mann halt mittlerweile doch ganz gut und weiß, was ihm Spaß macht! Die Spielküche von Hape, die ich schon vor Monaten bei Pirum Holzspielzeuge online gekauft hatte und die A. währendB.’s Mittagsschläfchens am 2. Feiertag aufgebaut hat, fand B. auch richtig super, er bekam ganz große Augen und kriegte sich kaum noch ein vor Freude!

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Insgesamt bekam B. zu Weihnachten: das Duplo-Haus, den Duplo-Zahlenzug, Duplo-Bauplatten, noch ein großes und ein kleine Duplo-Set („buhkohs“ nennt er die übrigens – keine Ahnung, wie er darauf kommt!), das Schneide-Set, die Spielküche, ein ganz tolles selbstgenähtes Affen-Shirt von Tante A. (die B. zu deren großen Entsetzen aus irgendeinem Grund stur „Oma“ nannte – dabei war die echte Oma auch da), das Buch „Jan&Julia in den Bergen“ (diese tollen Bücher aus meiner eigenen Kindheit gibt’s noch auf amazon!) und Kniestrümpfe (kann ich hier in Holland einfach nicht für Jungs finden, nur mit rosa Herzchen und so). Das war’s, glaub ich. Ist das viel? Genug war es auf jeden Fall, wir haben zwischendurch erstmal Pause eingelegt und Hähnchen gegessen, mjam, mjam! Das Himbeer-Dessert war auch sehr, sehr lecker – vielleicht mach ich das einfach zu unserer Familientradition. Es ist nämlich ziemlich einfach zuzubereiten und oberlecker.

Tja, ansonsten verlief unser Weihnachten ruhig: kein übermäßiger Stress (weil wir es einfach gehalten haben), kein Streit (nur liebevolle Neckereien). Es war sehr entspannt. Und ich habe wieder einige Erkenntnisse gesammelt:

  • Die Angst vor einem weiteren Einbruch sitzt tief: wir haben zur Sicherheit den Laptop mitgenommen.
  • Obwohl B.’s Geburt keineswegs traumatisch war und ich ’ne Betäubungsspritze bekommen und nichts gesprürt habe, läuft mir beim Gedanken an eine Schere zwischen den Beinen auch heute fast 2 Jahre nach dato ein Schauer über den Rücken: ich konnte das Huhnanschneiden nicht mitansehen!
  • Das Haus meiner Schwester ist nicht kidsproof: als wir kamen, lagen u.a. ein Nähprojekt mit Schere und Nadeln in Reichweite. Von Weihnachtsdeko etc. ganz zu schweigen. Aber wir waren ja auch trotz anstrengender Fahrt (vorne sitzen ist für mich nicht mehr drin!) etwas zu früh da…
  • B. findet meinen Gesang zum Heulen: als ich im Auto versuchte, ihn durch Mitsingen der Weihnachtslieder bei Laune zu halten, setzte Protestgeschrei ein. Gemein.
  • An Weihnachten in einem heruntergekommenen müden Hotel zu schlafen und ohne meinen kleinen Mann aufstehen und frühstücken müssen, ist doof. Nächstes Jahr suchen wir eine andere Lösung!
  • A. kann wirklich nicht gut suchen: als wir das Auto ausgepackt hatten, vermisste er sein Portemonnee. Und obwohl er das Auto gründlich (ja,ja) durchsucht hatte, fand ICH das Ding sofort.
  • Meine Schwester kann im Gegensatz zu mir offenbar gut nähen. Da können wir ja mal zusammen auf den holländischen Stoffmarkt (jeden Samstag hier in Utrecht) und Stöffchen aussuchen!
  • Ich mag Glaskeramik-Kochfelder nicht. Da rutscht einem ja ständig die Pfanne weg beim Rühren!

Und was habt ihr an den Feiertagen so alles gegessen, gekriegt und gelernt?

Mein geliebter Schreibtischjob

Ich musste sehr lachen, als A. einmal von der Arbeit nach Hause kam und erzählte, sein Teamleiter hätte gesagt, er käme ins Büro, um sich zu entspannen. Schließlich habe er zuhause 3 Kinder…

Dieser Gedanke ist mir nicht fremd! Vor allem morgens, wenn man seinen üblichen Zug zur Arbeit noch erwischen will, das Kind zu früh aufwacht und nach Papa ruft (der aber schon weg ist), und man sich noch mehr mit dem Duschen und Anziehen beeilen muss als sowieso schon, das Kind sich nicht waschen, wickeln und anziehen lassen will, anschließend beim Frühstücken bummelt und der Zeiger der Uhr inzwischen schon viel weiter gerückt ist, als man gerne hätte.

Ich merke öfters, dass ich anfange, mich zu entspannen, sobald ich den kleinen Schatz bei der KITA abgeliefert habe und rechtzeitig am Bahnhof bin, um sogar noch kurz auf meinen Zug warten zu müssen. Wenn ich dann im Büro den ersten Kaffee trinke und mein aus Zeitgründen schon am Vorabend geschmiertes Frühstücksbrot esse, kann der (Arbeits-)Tag anfangen. Entspannt, weil man sich auf eine Sache konzentrieren kann und nicht ständig überall Augen und Ohren haben muss. Ist halt doch irgendwie etwas anderes, ob man ziemlich ungestört seine Arbeit erledigen kann oder ob man mit einem kleinen Wirbelwind um sich herum versucht, das Nötige im Haushalt oder sonst irgendwas Wichtiges zu erledigen.

Mal abgesehen von dem Entspannungseffekt genieße ich es auch, 4 mal 8 Stunden die Woche nicht hauptsächlich B.´s Sklave Mama zu sein und mich mit „Erwachsenensachen“ zu beschäftigen. Als B. mit 6 Monaten in die KITA kam und ich wieder arbeiten ging, war es für uns alle eine Erleichterung! Ich hatte endlich mal nicht den ganzen Tag ein anspruchsvolles Baby um mich rum, B. kam endlich unter andere Kinder und A. kriegte statt der nörgeligen, erschöpften Frau, die ihm abends das ebenfalls nörgelige Kind in die Hände drückte (nicht immer, aber zu unser aller Leidwesen leider doch recht oft) seine Queen K zurück. Wie meine Schwägerin nach dem ersten ihrer drei Kinder schon sagte: „Ich bin eine bessere Mutter und Arbeitnehmerin, weil ich Teilzeit arbeite.“ Man freut sich halt an Arbeitstagen auf sein Kind, und an Mamatagen auf seine Arbeitstage. Man (bzw. frau) genießt seine Zeit im Büro oder zuhause mit dem Kind mehr. Ich jedenfalls. Dass ich auch noch nette Kollegen habe und einen Job, den ich mag, hilft natürlich auch 🙂

Oh wie schön ist Panama, äh, Dänemark!

Herrlich war´n sie, die zweieinhalb Wochen Urlaub!

Wir sind zwar eigentlich recht viel rumgereist (1 Nacht bei ’ner Freundin in der Nähe von Bremen, 1 Nacht in Hamburg, dann die Woche Dänemark und dann noch 3 Tage in meiner alten Heimat: Kiel), aber entspannt haben wir uns trotzdem. Vor allem in der Woche in Dänemark haben wir einfach in den Tag hinein gelebt und herrlich gefaulenzt! So sollte Urlaub sein 🙂

Unser Ferienhaus war toll, schön groß mit ebenfalls großem Garten, und die wenigen kindunfreundlichen Dinge (Schubladen mit Messern, Vitrinen mit unzähligen Gläsern drin, Kamin) haben wir auf kreative Art und Weise gesichert.

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Das Haus lag im Ferieland Jegum, an der Westküste, nicht weit entfernt von Blåvand, wo ich früher schon mal mit meinen Eltern Urlaub gemacht habe. Eine richtige deutsche Kolonie ist das! Das hatte einen Vorteil: ordentliche Brötchen bei der Ferienparkbäckerei 🙂 Da holte A. jeden Morgen mit B., der noch früher aufwachte als zuhause (meistens so gegen 6.15Uhr), leckere frische Brötchen fürs Ferienfrühstück, mjam mjam. Meistens frühstückten wir zweimal: einmal eine kleine Vorrunde mit B., sobald wir mit ihm aufgestanden waren, und einmal um halb 8, wenn A. vom Bäcker zurückkam. Meine Schwester und ihr Freund blieben auch mal länger liegen, aber da bis auf eins (wo wir das Reisebettchen aufgestellt hatten) alle Schlafzimmer an das große Wohn-/Esszimmer grenzten, hörten sie B.’s fröhliches Gelach halt, und wer kann da schon lange im Bett bleiben?!

Das Wetter war schön sommerlich, ca. 22 Grad und sonnig. Nur wegen der straffen Brise am Strand fanden wir es dann doch etwas zu kühl zum Baden. Schade. Naja, genossen haben wir trotzdem, und der kleine B. sowieso. Die Wasserratte! Es war sein erstes Mal am Strand und er wollte gar nicht mehr weg 🙂 Und im Garten war das Planschbecken seine Nummer 1:

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Einen Tag machten wir einen Halbtagsausflug nach Varde, wo wir uns die Miniaturstadt anguckten, während meine Schwester und ihr Freund im größeren Esbjerg „richtig“ shoppen gingen. Das wollte wir uns mit bewegungshungrigem Kleinkind nicht antun.

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Alles in allem hatten wir eine Superwoche in Jegum! Danach wie gesagt noch ein paar Tage in Kiel, wo wir u.a. meinen Vater und ein paar Freundinnen besucht haben. Es war dort sehr warm richtig heiß und sonnig, sodass wir auch noch spontan am Schönberger Strand waren. Die Fahrt dahin war nicht so berauschend, wir fuhren irgendwo im Ortskern falsch und es war Strandverkehrstau. Wunder über Wunder fanden wir trotzdem sofort einen Parkplatz auf dem überfüllten Parkgelände! Nach den Strapazen sind wir dann auch schön lange geblieben, bis nach Kleinkindbettzeit, als der Strand sich schon ziemlich geleert hatte. Wir aßen Pommes am Strand, weil wir außer Keksen nichts mit hatten. B. bekam ein „Kinderfischbrötchen“ (kahles Brötchen mit Fischfrikadelle, ohne Soße). Den Fisch wollte er aber nicht so.  Ich stellte mal wieder fest, warum Deutsche wohl eher Ketchup-Esser sind: die deutsche Mayo ist ja voll sauer! Kein Wunder, dass ich die erst mag, seit ich importkaaskop bin. Mittlerweile ess ich meine Pommes immer mit Mayo, nicht mehr mit Ketchup. (Naja, eigentlich ist es ja „Frietsaus“..aber auch die echte Mayo schmeckt in Holland irgendwie besser!)

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Die Rückfahrt ins Land der Tulpen, Erdnussbutter und Mayo lief wie geschmiert (mit Erdnussbutter, haha!): wir fuhren wegen der hochsommerlichen Temperaturen und dem üblichen staureichen Berufsverkehr bei Hamburg schon um 5.15Uhr los und waren 6 Stunden später schon zuhause, whohoo!

Nächstes Jahr wollen wir wieder Richtung Norden. Der hat offenbar sogar sein eigenes Panama!  Ob es auf diesem Campingplatz am Schönberger Strand allerdings so schön ist wie im echten Panama, wage ich zu bezweifeln:

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Maßnahmen gegen Urlaubsstress

I´m back! Urlaub ohne Windpocken überstanden 🙂

Vor meiner knapp dreiwöchigen Auszeit vom Alltag habe ich ja ausgiebig über meinen Stress kurz vorm Urlaub gejammert. Eigentlich wollte ich ja auch erzählen, wie ich diesem Stress vorbeuge! Aber dann kam meine Schreibwut dazwischen und meine Blogartikel sollen ja nicht drei Seiten lang werden 😉

Da einige von euch vielleicht den Urlaub noch vor sich haben (im Gegensatz zu mir *schnüff*), hier nachträglich meine Tipps gegen Urlaubsstress:

  • rechtzeitig Listen machen. Ich habe eine Liste mit Dingen, die ich vorm Urlaub noch erledigen muss, zum Beispiel Kopien von unseren Pässen machen, Nachbarn mit Blumengießen beauftragen, Urlaubslektüre besorgen, Erste-Hilfe-Kasten zusammenstellen/aktualisieren, Strandkleidung für B. in der aktuellen Größe besorgen, usw. Und natürlich eine Packliste machen! Ich habe mir eine multifunktionale Packliste auf dem Computer gespeichert: eine Spalte für A. und mich, eine Spalte für B. und jeweils eine Spalte für Sommer und Winter. Die Spalten sind in Rubriken unterteilt: Allgemeines (z.B. Buchungsunterlagen, Pässe, das heißgeliebte Schnuffeltuch des Nachwuchses usw.), Proviant, Lebensmittel (Kaffee+Kaffeefilter für den ersten Morgen am Zielort z.B. – lebenswichtig!), Dinge für unterwegs, Schlafsachen, Kleidung, Badezimmerartikel, Medikamente, Freizeit und Sonstiges. In der Sommerspalte steht dann zum Beispiel unter „Kleidung“ Sonnenhut, Bikini usw. Also, ich finde meine Liste sehr toll!
  • den Tag vor der Abreise freinehmen. Wie ich schon erwähnte, hat A. bereits frei. Den Tag vor dem Abreisetag habe ich auch frei, unser kleiner B. ist dann aber wie gewohnt in der KITA, sodass wir in aller Ruhe packen können. Meistens fällt einem ja doch noch in letzter Minute was ein, was man noch besorgen oder waschen muss oder so. Auch zu zweit ist das mit Kind stressiger als nötig, also vorzugsweise ohne Kind im Haus erledigen! Das macht den eigentlichen Abreisetag viel entspannter.
  • den Tag nach der Rückreise freinehmen. Nach dem Urlaub muss man sich ja zuhause erst mal wieder akklimatisieren. Und auspacken, Wäsche waschen, Post durchgucken usw. Gönnt euch mindestens einen Zusatztag zuhause, bevor ihr wieder arbeiten geht. Es lohnt sich, echt wahr!
  • vom Urlaub nicht zu viel erwarten. Vor allem nicht, wenn man ein Kind hat. Kleine Kinder lassen dich auch im Urlaub nicht ausschlafen. Schade, aber wahr. Faul am Strand liegen oder ähnliche egoistische Aktionen sind auch nicht drin. Es sei denn, man beherzigt folgenden Tipp:
  • einen kostenlosen Babysitter mitnehmen. Und damit meine ich nicht den tragbaren DVD-Player oder das iPad. Letztes Jahr, bei unserem ersten Kleinfamilienurlaub, haben A. und ich festgestellt, dass man sich zwar mit dem Baby abwechseln kann, man dann aber voneinander nichts mehr mitkriegt. So ist das ja auch wieder nicht gedacht! Deshalb haben wir es dieses Jahr wie gesagt schlauer angepackt: wir sind mit kinderloser Familie in den Urlaub gefahren. Genauer gesagt: mit B.´s Tante und Onkel. Die beiden Lieben hatten sich sogar bereiterklärt, jeden zweiten Morgen die „Frühschicht“ zu übernehmen 🙂 In der Praxis wurde da zwar nichts draus, weil die beiden Ärmsten noch urlaubsreifer waren als A. und ich UND sie es anders als wir nicht gewohnt waren, an freien Tagen so früh geweckt zu werden. Denn merke: kleine Kinder wachen im Sommer(urlaub) noch früher auf als sonst.. (Vor allem, wenn der Vorhang nicht genug verdunkelt 😦 Daher mein Zusatztipp an dieser Stelle: Dadadark oder etwas Ähnliches mitnehmen, wenn euer Kind nur schläft, wenns dunkel ist.)
  • kein unnötiges Zeug mitschleppen. Schwimmwindeln und Dosengemüse gibt es auch am Urlaubsort. (Okay, Erdnussbutter wohl nicht unbedingt, das geb ik zu.) Spielzeug findet man garantiert auch im Ferienhaus (ich nehm jetzt einfach mal an, dass niemand so blöd ist, mit Kleinkind Urlaub im Hotel zu machen). Man denke an Töpfe und Pfannen, leere Plastikflaschen (=Bowlingkegel), Stöckchen/Tannenzapfen, und anderen Alltagskram, den man umfunktionieren kann. Klar nehme ich Spielzeug mit, aber nur das nötigste: ein paar Bücher, eine Schaufel, einen Ball, einen Beutel Luftballons (daraus kann man z.B. in Kombination mit einem Bettbezug ein Springkissen machen), Seifenblasen (immer voll der Hit in B.´s Alter), die Spielkugelpyramide von Fisher Price und 1-2 Spielzeugautos.
  • das richtige Urlaubsziel wählen. Lange Flugreisen oder gar welche mit unweigerlichem JetLag können gutgehen, sind aber meistens nicht den Stress wert, denke ich. Im Auto ist man zwar verhältnismäßig länger unterwegs, dafür muss man nicht Zeit am Flughafen totschlagen und kann Pause machen, wenn der Nachwuchs eine braucht (kurz aus dem Kindersitz raus und bewegen wirkt oft Wunder). Und wenn es sein muss (z.B. wegen Windpocken!), kann man selber zum gleichen Preis nach Hause fahren, anstatt für teures zusätzliches Geld gestresst einen früheren Rückfluch buchen zu müssen. Auf die Vorteile eines Ferienhauses gegenüber einem Hotelzimmer brauch ich jawohl nicht einzugehen, oder? Das Hotelbuffet wiegt jedenfalls nicht auf gegen andere Nachteile dieser Art der fremden Umgebung.
  • bei langen Autofahrten beim Kind auf der Rückbank sitzen. Hat sich in Ermangelung eines DVD-Players in unserem  Auto, der ja heutzutage in fast jeder Familienkutsche zu finden sind, als aus Gründen des entspannten Reisens notwendig erwiesen. Mit seinen 18 Monaten kann unser kleiner Mann sich ja noch nicht wirklich selbst beschäftigen, und rausgucken war ihm offenbar zu langweilig. Noch ein wichtiger Tipp für Autofahrten:
  • eventuelle Staus akzeptieren, ärgern ändert nichts dran. Schwer in die Tat umzusetzen, weiß ich ja, aber trotzdem probieren! Und Provianttasche in Reichweite stellen, nicht in den Kofferraum 😉

So, mehr fällt mir im Moment nicht ein. Dies waren zumindest die wichtigsten Tipps, die wir aus eigener Erfahrung beherzigen. Zu unserem Urlaub später mehr!

Urlaubssehnsucht

Heute morgen kostete es mich seeeeehr viel Mühe, aus dem Bett zu kommen. Zum Einen, weil A., der dinstags normalerweise vor mir aufsteht, weil er dann dran ist, B. für die KITA fertig zu machen, auch nicht aus dem Bett kam. Zum Anderen, weil ich zur Abwechslung mal wieder noch völlig groggy aufgewacht war. Keine Ahnung, ob mir nachts ungemerkt zu warm war, ob es doch Zeit für ein neues Bett ist oder ob ich einfach nur mal wieder richtig schön ausschlafen muss!

Ich fühl mich jedenfalls sehr urlaubsreif! Noch 6 Arbeitstage, dann ist es endlich so weit: Dänemark, wir kommen! Wenn ich den Vorhersagen im Internet glauben darf, kriegen wir sogar richtig schönes Sommerwetter 🙂 Nachdem ich schon von Kollegen ausgelacht wurde, weil wir ausgerechnet nach Dänemark fahren (die Holländer sind ja fast allesamt Südeuropa-Fans), müssen wir da einfach schönes Wetter haben, finde ich. Dieses ewige Vorurteil, dass man in Nordeuropa nicht Sommerurlaub machen kann, bah… Meine Kollegen fahren wie die meisten Holländer lieber nach Frankreich, Spanien oder Griechenland, Hauptsache, da scheint garantiert die Sonne und es ist mindestens 25 Grad. Ja klar, Sonne und Temperaturen über 20 Grad finde ich im Sommerurlaub auch toll! Aber heißer als 30 Grad finde ich auch nicht schön, und mit einem Kleinkind sollte man ja sowieso aufpassen mit Sonne, vor allem, wenn dieses Kleinkind so hellhäutig ist wie B.

Als Exildeutsche stehe ich ja sowieso vor dem ewigen Dilemma, dass ich meine Urlaubstage auch zum Teil in der „Heimat“ verbringen möchte, weil ich meine Familie und Freunde in Deutschland ab und zu mal wiedersehen möchte. Letztes Jahr haben wir unseren Sommerurlaub aus diesem Grund an der Ostsee verbracht. Da hatten wir zwar Pech mit dem Wetter (Fewo in Strandnähe, aber kein Strandwetter), aber es war ja auch erst Anfang Juni. Ausschlafen konnten wir in unserem allerersten Familienurlaub leider nicht, weil B. jeden Morgen um 6.15Uhr aufwachte. „Und das soll Urlaub sein?“, fragten wir uns damals, als wir nach der ersten Nacht im fremden Bett um halb sieben mit tiefen Ringen unter den Augen am Küchentisch saßen. Ja, ja, Urlaub mit Baby ist eigentlich kein Urlaub im Sinne des Dudens: „arbeitsfreie Zeit, die jmd. zum  Zwecke der Erholung erhält“. Dieses Jahr wollten wir eigentlich endlich mal nach England, genauer gesagt nach Brighton, Bath und Cornwall. Aber wegen obengenanntem Dilemma haben wir uns dann doch für das norddeutschlandnahe und kinderfreundliche Dänemark entschieden. Schweden, wo ich früher jedes Jahr mit meinen Eltern und meiner Schwester Ferien gemacht habe und wonach ich mich seit der letzten Schwedenreise sehne, war uns zu weit – die Bootsfahrt heben wir uns lieber für die Zeit auf, wenn B. etwas älter ist und wir uns trauen, unser kleines ungelenktes Projektil auf Deck raus zu lassen 😉

Dieses Mal haben wir es aber schlauer angepackt: meine Schwester und ihr Freund kommen mit nach Dänemark! S. (der Freund meiner Schwester) antwortete zwar auf meine Frage, ob wir uns mit dem B.-bedingten frühen Aufstehen abwechseln können, mit einem frechen: „Ja klar! Den einen Tag steht K. früh auf, am anderen Tag A.!“ Aber so lange sie keine Kackwindeln wechseln müssen, waren sie am Ende doch dazu bereit, zu unserer Erholung beizutragen, juchu! Dann kann ja nichts mehr schiefgehen:

Babysitter: check! Spülmaschine: check! Strand in der Nähe: check! Gute Wettervorhersage: check!  Schönes Ferienhaus gebucht: check! 🙂

PS. Das einzige, was mir jetzt noch Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass in B.s KITA gerade die Windpocken herrschen… Herr, lass diesen Kelch an mir vorübergehen! (Bin zwar nicht gläubig, aber manchmal ist ein Zitat aus der Bibel sehr passend!)