Bei uns am Esstisch – #MissionFood4Kids

Food. Essen. Zu diesem Thema findet man wohl auf fast jedem Elternblog mindestens einen Beitrag. Logisch, denn Nahrung zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen, und Eltern haben nun einmal die Aufgabe, die Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu befriedigen. Ohne Essen geht’s einfach nicht!

Mama on the rocks hat dazu die Blogparade #MissionFood4Kids gestartet und fragt:

„Was habt ihr (egal ob Mann oder Frau) schon getan, um eure Kinder ausgewogen zu ernähren? Habt ihr Tricks auf Lager, um zum Beispiel Gemüse in sie reinzukriegen? Oder ist das eh alles Quatsch und sie sollen ruhig Nudeln ohne alles essen? Weg mit dem Hype also? Andererseits: Kennt ihr dieses Erfolgsgefühl, wenn die Kinder etwas mit Begeisterung essen, das sie eigentlich gar nicht essen wollten? Was meint ihr, wieso freut uns das so? Wer oder was bewirkt, dass wir so fühlen? Und wie hat sich euer Verhältnis zu Essen verändert, seit ihr Eltern seid?“

Ich mag Essen. Okay, ich bin etwas krüsch, heißt, es gibt vieles, was ich nicht mag. Aber ich mag viel mehr als früher und überhaupt: wer mag schon alles? Kinder jedenfalls schon mal nicht, soviel steht fest! Eins der Dinge, die ich gelernt habe, seit ich Mutter bin, ist die Tatsache, dass ein allesfutterndes Baby nicht unbedingt zu einem allesfutternden Kind heranwächst. Hach, was hat der kleine Kaaskop als Essanfänger alles gierig verputzt: Kartoffelpü mit Chiccoree, Reis mit Lachs und Brokkoli, Nudeln mit Gemüse-Tomaten-Soße, Blumenkohl, ….. So um den zweiten Geburtstag herum war damit Schluss. Und dann steht man da und weiß nicht, wie man genug (einigermaßen gesundes) Essen in das Kind hineinbekommt.

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich mein Kind nicht zum Essen zwingen werde. Jedenfalls nicht zum Tellerleeressen. Meine Oma erzählte ja mit 80 immer noch schaudernd, wie sie einmal 3 Mahlzeiten lang immer wieder nur den Wackelpudding vorgesetzt bekommen hat, den sie so widerlich fand, dass sie ihn am Vortag beim Nachtisch nicht runtergekriegt hatte. Bis sich eine Cousine erbarmte und das wabbelige Zeug heimlich aufaß. Furchtbar! Nee, nee, das sollte es bei uns nicht geben! Nachdem der große Kaaskop und ich entschieden hatten, dass der Nachtisch nicht als Belohnung fürs Aufessen eingesetzt wird, beschlossen wir, dass der kleine Kaaskop aber immer EIN Häppchen probieren muss, bevor er seinen Naturjoghurt mit frischem Obst bekommt. Damit er sich an verschiedene Geschmäcker gewöhnt und später, wenn er groß ist, nicht nur zwei Sorten Gemüse, keine Kartoffeln und nur Bananen mag.

Es ist ja erstaunlich, wieviel Terz ein Kind wegen eines einzigen Häppchens machen kann. Aber auch wenn der kleine Kaaskop mir manchmal leid tat, wir blieben hart (meistens), denn: siehe oben. Das war mir einfach zu wichtig. Es ging mir nicht darum, dass mein Kind satt wird von dem, was auf den Tisch kommt. Es ging (und geht) mir darum, eine Grundlage für seine späteren Essgewohnheiten zu schaffen.

Da das Auge bekanntlich mitisst, habe ich oft versucht, dem kleinen Kaaskop das Essen durch eine hübsche Anrichtung schmackhaft zu machen. Bei Obst und Brot war das zum Glück nie nötig, das hat er immer gerne gegessen. Bei uns waren (und sind) die warmen Mahlzeiten das Problem. Da ich nicht zuviel Aufwand betreiben möchte (sonst wird das Essen ja kalt!), habe ich mich aber nie zu mehr als Anordnung in Streifen/Kreisen oder Benutzung von Keksausstechern hinreißen lassen. Ich verstecke kein Gemüse in der Soße. Weil der kleine Kaaskop keine Soßen mag und weil ich mich noch sehr gut daran erinnern kann, wie betrogen ich mich früher immer gefühlt habe, wenn meine Mutter mal püriertes Gemüse in der Suppe oder eine alte Banane im Kakao versteckt hat. Mein „Trick“ ist, dass der kleine Kaaskop zur warmen Mahlzeit immer ein bisschen Rohkost in den drei Gemüsesorten, die er mag, bekommt. Das Mundgefühl spielt bei Kindern eine wichtige Rolle, habe ich herausgefunden, und der kleine Kaaskop mag es lieber knackig als weich.

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Weitere Tricks, die bei uns gewirkt haben:

  • Dem Essen lustige Namen geben. Grüne Bohnen heißen „grüne Pommes“, roher Spinat „Lollis“…
  • Bei jedem Bissen sagen, für wen der ist, am besten etwas Lustiges: der Hund von Tante Liesbeth, der Postbote, Omas rechter Backenzahn,…
  • Mit dem Löffel Flugzeug spielen und es in den Mund abstürzen lassen: findet der kleine Kaaskop super witzig, nur ist es für mich etwas nervig, wenn ich bei jedem Bissen sagen muss: „Bitte um Starterlaubnis. Cabincrew, be seated for take-off! Wir heben ab…wuuuuui, oh nein, was ist das?! Wir stürzen ab! Aaaahhhh!“
  • So tun (!), als wolle man was vom Teller klauen. Da schlägt dann oft der Futterneid zu. Funktioniert aber nicht immer.

Ich habe auch versucht, immer im Hinterkopf zu behalten, dass a) Kinder sich holen, was sie brauchen , und dass b) man auch mit einer einseitigen Ernährung aus Nudeln ohne alles, Brot mit Erdnussbutter oder Joghurt mit Obst groß wird! Klar, am liebsten möchte man, dass seine Kinder essen, was man gekocht hat, dass es am Tisch entspannt zugeht und dass die Kinder mehr als eine Gemüse- oder Obstsorte essen. Allein schon, weil man dann das Gefühl hat, etwas „richtig“ gemacht zu haben. Die Erwartungen Anderer spielen meiner Meinung nach nämlich ganz sicher eine Rolle. Welche Eltern freuen sich denn nicht, wenn ihre Kinder gut essen (also weder zuviel noch zu wenig), sich gut benehmen, beliebt sind, gute Noten bekommen…. Ich denke, dass Eltern mit ihren Kindern prahlen, u.a. mit deren Essgewohnheiten, weil wir viel zu selten Anerkennung für unsere Leistungen bekommen. Wir wollen etwas „richtig“ und „gut“ machen, Erfolge buchen, und weil man mit kleinen Kindern nun einmal oft wenig Zeit hat für eigene Projekte, holen wir unsere Erfolgserlebnisse aus unseren Kindern. Also, ich jedenfalls. Ich kann es mir, obwohl ich es versuche, nicht immer verkneifen, die Essgewohnheiten meines Sohns mit denen anderer Kinder zu vergleichen und mich zu freuen, dass er dabei relativ „gut“ abschneidet. Denn mittlerweile isst der kleine Kasskop an Gemüse nicht nur rohe Paprika, Möhre und Gurke, sondern auch rohen Spinat, Mais und Salat. Er liebt Nüsse und isst inzwischen auch schonmal ein paar Stückchen Kartoffel, gewokten Brokkoli und rohen Chiccoree oder Grünkohl. Und jedes Mal, wenn er unaufgefordert etwas Neues probiert, oder etwas isst, das er bisher immer verschmäht hat, freue ich mich heimlich und wechsle mit dem großen Kaaskop stolze Blicke.(Wenn wir allerdings auswärts essen und der kleine Kaaskop nichts essen will, weil er dort das Gemüse nicht roh und die Nudeln ohne Soße bekommt, wechseln wir eher beschämte Blicke..)

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Ich bilde mir gerne ein, dass es mein/unser Verdienst ist, dass der kleine Kaaskop im Vergleich zu anderen Kindern relativ viel mag. Aber ich weiß auch, dass das vermutlich nicht so ist! Das Einzige, was unser Verdienst ist, ist die Tatsache, dass der kleine Kaaskop eine relativ gesunde Ernährung gewohnt ist. Damit meine ich, dass er keine Erfrischungsgetränke trinkt, so gut wie keine Fertiggerichte isst, in der Regel Vollkornnudeln und ungeschälten Reis auf den Teller bekommt und Kekse und Süßigkeiten nur in Maßen konsumiert (also jedenfalls zuhause). Meiner Erfahrung nach kann man als Eltern nur das Angebot bestimmen, nicht aber, was bzw. wieviel die Kinder davon essen. Deshalb achten der große Kaaskop und ich auf die Zutatenlisten. Auf Salz- und Zuckergehalt und unnatürliche Zusätze. voeden (ernähren) statt voeren (füttern bzw. füllen). Ausnahmen bestätigen aber auch bei uns die Regel, nä! Seit der kleine Kaaskop auf der Welt ist, kochen wir meist weniger aufwändig, dafür aber mit frischen Zutaten und möglichst ohne Tüten und Päckchen. Wir wollen einfach möglichst wenig Chemie in den noch unverdorbenen Kinderkörper stopfen.Und in uns selber übrigens auch nicht mehr. Tütensoßen schmecken mir mittlerweile gar nicht mehr.

Alles in allem habe ich wenig zu klagen über die Mission Food 4 Kids bei uns. Und wenn alle Stricke reißen: etwas mit Käse geht bei uns immer!

Die Lieblingspasta des kleinen Kaaskop – ein Beitrag zu #kleineGenießer von Mama Mia

Bei Mama Mia gibt es seit diesem Monat die Mitmach-Serie „Kleine Genießer“, mit einfachen und leckeren kinderfreundlichen Rezepten zu einem ausgewählten Thema. Ich backe zwar lieber als dass ich koche, aber nach 2 Jahren Kochen für die ganze Familie habe ich mittlerweile meinen eigenen Fundus an geht-immer-Rezepten zusammengestellt. Und deshalb mache ich natürlich gerne mit!

Eigentlich finden der große Kaaskop und ich, dass der kleine Kaaskop ein recht wählerischer Esser ist. Aber nachdem sich herausstellte, dass die Kinder unserer Freunde viel wählerischer sind, dürfen wir uns wohl nicht mehr beklagen!

Eines isst der kleine Kaaskop wirklich immer gerne: Nudeln. Das Thema für den Mai („Lieblingspasta„) passt da ja wie die Faust aufs Auge. Nun gebe ich zu, dass der kleine Kaaskop, weil er kein Fan von Soßen ist, meistens nur eine Mini-Portion mit Soße bekommt (man kann´s ja mal versuchen!), eine Portion Nudeln ohne was (oder mit geriebenem Käse – man ist ein Kaaskop, oder man ist es nicht!) und einen Rohkostteller. Das einzige Gericht, bei dem er die Nudeln mit „Soße“ isst, und das ich daher mal als seine Lieblingspasta bezeichnen werde, kommt bei uns regelmäßig auf den Tisch, wenn es unter der Woche mal besonders schnell gehen muss. Es ist so einfach, dass man es eigentlich kaum als Rezept bezeichnen kann:

Pasta Pesto mit Garnelen

(Vollkorn-)Spaghetti kochen. In der Zwischenzeit verzehrfertige Garnelen (Tiefkühl) in der Pfanne braten. Spaghetti abgießen, mit Pesto aus dem Glas mischen, und ab auf den Teller. Eventuell mit frischem Parmesan bestreuen. Dazu gibt es einen grünen Salat bzw. Paprika- oder Möhrenrohkost.

Wenn vom Wochenende noch eine angebrochene Flasche Weißwein im Kühlschrank steht, gönnen der große Kaaskop und ich uns ein Gläschen Urlaubsstimmung Wein zur Pasta.

Einen Nachteil hat dieses Rezept allerdings: der große Kaaskop und ich bekommen immer zu wenig Garnelen ab! Der kleine Kaaskop liebt diese eiweißreichen rosa Dinger nämlich so, dass er sie trotz meiner Proteste mitsamt Schwanz verputzt – der knuspert so schön… *augenroll*

Von Windeln, der Kita-Wahl und so

Und, was gibt’s bei euch so Neues? Bei uns:

Der kleine Kaaskop ist tagsüber windelfrei, hurra! Nach dem zweiwöchigen Superstart und den doch wieder bewindelten Wochen danach hat die Erzieherin in der Kita ihm neulich einfach eine Unterhose angezogen hat, als seine Windel gegen Mittag noch trocken war. Und siehe da, plötzlich ging es wieder schnell. Bis auf den ersten Tropfen in der Büx, wenn der kleine Kaaskop mal wieder zu lange gewartet hat, und nasse Hosen (manchmal auch Shirts), weil der Pipimatz auf der Toilette in die falsche Richtung zeigte, klappt es super! Sogar unseren Halbtagesausflug nach Schiphol mit Bus und Bahn schafft der kleine Kaaskop ohne nasse Hose. (Und ich weiß jetzt auch, warum sich Michael Jackson immer in den Schritt griff: der musste mal! Macht der kleine Kaaskop nämlich auch immer, wenn er muss, sein Spiel aber noch nicht unterbrechen will.)

Der kleine Kaaskop wird doch nicht in die antroposophische Kita gehen. Ich weine zwar etwas dem tollen Garten und den Koch- und Backaktivitäten nach, aber wenn man von dem vielen Singen und den betont sanfen Stimmen der Erzieherinnen Juckreiz kriegt, sollte man sich wohl doch dagegen entscheiden. Außerdem hat die Erzieherin in der jetzigen Kitagruppe des kleinen Kaaskop dem großen Kaaskop Recht gegeben: unser Sohn wird keine Probleme mit der vormittäglichen Offene-Türen-Politik der „normalen“ Kita haben, sondern es im Gegenteil großartig finden. Und da ich ja nie in der Kita Mäuschen gespielt habe und die Erzieherin besser als ich weiß, wie der kleine Kaaskop sich dort verhält, habe ich mich überzeugen lassen. Wir werden sehen, wie es läuft!

Meine Zuckerfrei-Begeisterung hat nach einem guten Start leider doch stark nachgelassen, *schäm*. Um es mit Oscar Wildes Worten zu sagen: I can resist everything, except temptation! Ich nehme zwar jetzt jeden Tag Rohkost zu meinem Mittagsbrot mit ins Büro, esse morgens unter der Woche Haferbrei mit Zimt und Apfel (wirklich lecker, vor allem jetzt im Herbst/Winter!) und achte noch auf den Zuckergehalt in Lebensmitteln, aber mein Wasser mit Zitrone beim Frühstück macht meistens doch wieder dem leckeren Multivitaminsaft Platz und ab und zu naschen kann ich auch nicht dauerhaft lassen. Es gibt einfach zu viel leckeres Zeug! Und die zuckerfreien Produkte sind leider nicht nur teuer sondern doch oft einfach weniger befriedigend.  Zucker steckt außerdem ja wirklich überall drin und es ist mir zu mühevoll und eintönig, nur die (fast) zuckerfreien Varianten zu nehmen. Der kleine Kaaskop kriegt die letzte Zeit sogar eher mehr ungesundes süßes Zeug als vorher. Die verflixte Vorweihnachtszeit mit den vielen Keksen und Schokolade hat ja auch schon angefangen…Mpf. Ich mal wieder: schöner Plan, viel Elan, nichts getan. Ich werde das Buch über zuckerfreie Ernährung wohl einfach zu meinen aufgegebenen Acrylmalsachen und Nähsachen in den Schrank stellen.

Der kleine Kaaskop nennt mich neuerdings nicht mehr Mama sondern Mami – wo er das wohl her hat? Hier in Holland nennen Kinder ihre Mutter „Mama“ oder „Mam“, „Mami“ hab ich aber noch nie gehört. Und die Conni-DVD hat der kleine Kaaskop in der letzten Zeit wenig geguckt. Naja, ich find’s niedlich, wenn er „Mama! Mami, Mami!“ ruft. *schmelz*

Wir haben jetzt doch ein Familienbett. Tja. Um es mal mit Tjorvens (die aus „Ferien auf Saltkrokan“) zu sagen: Es kommte nur so. Seit ein paar Wochen kommt der kleine Kaaskop irgendwann kurz nach Mitternacht zu uns ins Bett und irgendwann haben wir aufgehört, ihn wie sonst später wieder ins eigene Bett zurückzutragen. Weil wir zu faul müde waren, dafür aufzustehen. Weil er erkältet oder war oder ein anderer Ausnahmefall zutraf. Weil ich es heimlich doch meistens gemütlich finde, zu dritt zu schlafen. Und weil ich es unfair fände, ihn jetzt auf einmal doch wieder immer ins eigene Bett zurückzuschicken. Wie war das nochmal? Immer inkonsequent ist auch konsequent!

 

Zuckersüß

Nein, ich will euch keine Mädchenkleidung zeigen. Und ich will mich auch nicht darüber auslassen, dass dieser Ausdruck in dem Kontext neu für mich ist. Oder ist er wiederbelebt worden und retro?? Nein, es geht mir in diesem Post um Zucker und um süß.

Ich hatte ja schon in meinem Nach dem Urlaub Post geschrieben, dass wir im Urlaub zu viel genascht haben und ich unseren Zuckerkonsum wieder etwas reduzieren will. Zufällig habe ich zu diesem Thema nämlich auch einen interessanten Artikel in einem niederländischen Mamamagazin gelesen. Außerdem ist gesunde Ernährung (ob nun zuckerfrei oder vegan) gerade ein trending topic hier in Holland. Sozusagen in aller Munde, hihi!

Ich habe mich jedenfalls ein wenig mit dem Thema beschäftigt und mir auch ein Buch dazu zugelegt: „Zonder Suiker“ (Ohne Zucker) von Anne Marie Reuzenaar. Wirklich ein Eyeopener! Ich wusste ja, dass in vielen Lebensmitteln Zucker versteckt ist, aber ein Blick auf die Etiketten in unserem Vorratsschrank und Kühlschrank zeigte, welches Ausmaß das Ganze annimmt. Wusstet ihr, dass Gemüsebrühepulver, Fleisch (z.B. Hamburger) und Wurst (in Mortadella 3 Sorten Zucker!), Yoghurtdressing, geräucherter Lachs, Cornflakes (und dann meine ich nicht Frosties, Smacks und Konsorten), Mayonnaise, und und und Zucker enthalten? Das ist doch pervers, oder?! Nun lese ich ja schon seit Längerem oft die Etiketten, um zu checken, wie viel Zucker und Fett in dem Produkt drin ist, aber der Gedanke, dass der Zucker da überhaupt nicht reingehört, war mir komischerweise noch nicht gekommen. Und Zucker versteckt sich ja auch hinter vielen Bezeichnungen: Dextrose, Glukosefruktosesirup, Maltodextrin, Saccharose, Maltose, Melasse, Laktose, Fruktose, …

Ich weiß nicht mehr genau, in welchem der Artikel und Bücher ich das hier gelesen habe, aber es hat mich schockiert: Affen, also biologisch gesehen unsere nächsten Verwandten, würden sterben, wenn sie die industriell verarbeiteten und manipulierten Lebensmittel essen würden, die wir in den Supermärkten kaufen. Als ich dann auch noch las, welche gesundheitlichen Nachteile unser hoher Zuckerkonsum (im Durchschnitt 40 Kilo pro Kopf jährlich!) hat, entschied ich: das will ich nicht mehr.

Das oben genannte Buch hat mich so begeistert, dass ich schon mal mit Phase 1 der Zuckerentwöhnung angefangen habe: die Schränke durchgucken, aussortieren und bewusst weniger Zucker konsumieren. Da unser Körper offenbar keinen Unterschied zwischen Weizenmehl und Zucker erkennt, heißt das auch: anderes Brot essen. Schluck. Ich liebe Brot! Aber das holländische ist (für Deutsche) eh nicht so lecker UND enthält auch oft Dextrose. Das „dunkle“ Brot, das viele für gesunder halten (weil dunkel = Vollkorn = gesünder als Weizen), ist oftmals mit Malzsirup oder einem anderen Zucker dunkler gefärbt, damit die Leute das kaufen. Zum Glück gibt es seit einigen Monaten fast überall Dinkelbrot zu kaufen, das finde ich sehr lecker, denn es ist etwas fester als das schlappe holländische Brot und Dinkel ist ein „gutes“ Getreide. Schwarzbrot kriegt man auch überall. Der große Kaaskop geht neuerdings auch oft freitags mit dem kleinen Kaaskop zum „richtigen“ Bäcker und kauft dort gerne mal Sauerteigbrot. Weißbrot essen wir sowieso nur sonntags, und auch nur eine Scheibe.

Meinen Tee trinke ich schon seit Jahren ohne Zucker, Limonade, Apfelsaft (fast so viel Zucker wie in Cola, wenn auch Fruchtzucker) u.Ä. gibt´s bei uns auch nur in Maßen, mein Milchkaffee schmeckt auch ohne Zucker, wie ich gerade festgestellt habe, und Nachtisch ist bei uns in der Regel Naturjoghurt mit etwas Obst. Eigentlich ernähren wir uns also schon recht gesund! Aber zuckersüchtig bin ich trotzdem. In meiner Studentenzeit habe ich oft sogar nach dem Frühstück eine Handvoll Gummibärchen eingeworfen und nach dem warmen Abendessen habe ich trotz Nachtisch immer Jieper nach etwas Süßem. Kein Wunder, wenn überall Zucker drin versteckt ist. Viele in Reuzenaars Buch genannte Symptome kommen mir daher leider nur allzu bekannt vor. Der blutzuckerspiegelbedingte Energydip nach dem Essen, ständige Müdigkeit (und das war auch schon so, bevor ich Mutter wurde), Hautprobleme, schlecht schlafen, usw. Vor allem an der Müdigkeit will ich etwas ändern! Die kann man ja als Mama wirklich nicht gebrauchen.

In Phase 1 werde ich also auf mein morgendliches Glas Saft und mein Marmeladenbrot verzichten und stattdessen öfter Joghurt mit Müsli und Obst essen und Kräutertee trinken. Hafergrütze mit (Tiefkühl-)Beeren oder Apfel und Zimt ist auch lecker und gesund. Zum Mittagessen soll es jetzt öfter mal Salat oder selbstgemacht Suppe geben, Nudeln und Reis nur noch in der Vollkornversion, zwischendurch Nüsse oder getrocknete Aprikosen usw. Zu meiner großen Freude habe ich im Eko Plaza Vollkorn-Basmati-Reis und Cornflakes ohne Zucker entdeckt! Es ist gar nicht so schwer, glaube ich!

Mein einziges Problem wird sein, dass ich wirklich einen süßen Zahn habe. Wie ihr wisst, backe ich ja gerne. Deshalb habe ich mir das Backbuch „Gezondbakken“ von Amber Albarda gekauft. Die Rezepte darin klingen so lecker und sehen auch noch gut aus, schließlich isst das Auge mit! Und im Gegensatz zu anderen „gesunden“ Koch- und Backbüchern werden hier keine ausgefallenen Zutaten benutzt. Klar, Dinkelmehl und andere gesunde Alternativen zu Weizenmehl natürlich, und Kokosblütenzucker, Kokosöl (als Butterersatz) und Weinsteinbackpulver, aber das sind Sachen, die man sowieso im Haus hat, wenn man seine Ernährung auf zuckerfrei umstellt und trotzdem was Süßes in der Küche fabrizieren will. Man kann auch durchaus das teure Kokosöl durch „gute“ Butter ersetzen, oder die laktosefreie (=milchzuckerfreie) recht teure Mandel- oder Hafermilch durch „normale“ Milch. Man muss ja nicht übertreiben. Habe ich auch nicht vor. Ich werde auch nicht von allem den glykämischen Index raussuchen, bevor ich es kaufe oder esse. Aber ich habe nun einen allgemeinen Überblick darüber, was gesunde Alternativen sind und das reicht mir schon. Mein Milchkaffee schmeckt mir mittlerweile auch ohne Zucker, der mit Agavesirup gesüßte Bio-Ketchup ist tatsächlich lecker, der süße Brotaufstrich aus Sesam und Datteln leider nicht, aber ich habe Marmelade entdeckt, die mit Agavesirup gesüßt ist, und nach langem Suchen sogar ein Salatdressing ohne Zucker. Essig-Öl-Dressings finde ich nämlich nicht so lecker. Nur die Kastanien-Schnitten (die einzig zuckerfreien Kräcker, die ich finden konnte) sind zum so knabbern nicht so der Hit. Also doch lieber Vollkornknäcke, Reis- oder Maiswaffeln knabbern.. Ich bin jedenfalls voll motiviert!

Was ich auch öfter kaufen werde, schließlich soll der kleine Kaaskop auch gesünder essen, sind die Produkte der Marke OrganixGoodies. Da ist garantiert kein Junk drin. Es hat mich wirklich erschreckt, dass Kinder unbemerkt das Zehnfache der empfohlenen Tagesmenge an Zucker intus kriegen. Das Zehnfache! Das kann doch nicht gut sein… Da freu ich mich, dass der kleine Kaaskop gerne Mandeln, Rosinen, Datteln, rohe Paprika und Möhrchen nascht, Schwarzbrot (und die Kastanienkräcker!) lecker findet und Wasser mit 2 Tropfen Limonadensirup auch als Limonade akzeptiert. Seinen „normalen“ Keks zum Kaffee kriegt er aber weiterhin. Ich sagte ja: nicht übertreiben.

Wie haltet ihr das denn so mit Süßigkeiten? Wusstet ihr, dass in Wurst usw. Zucker versteckt ist?