Bei uns am Esstisch – #MissionFood4Kids

Food. Essen. Zu diesem Thema findet man wohl auf fast jedem Elternblog mindestens einen Beitrag. Logisch, denn Nahrung zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen, und Eltern haben nun einmal die Aufgabe, die Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu befriedigen. Ohne Essen geht’s einfach nicht!

Mama on the rocks hat dazu die Blogparade #MissionFood4Kids gestartet und fragt:

„Was habt ihr (egal ob Mann oder Frau) schon getan, um eure Kinder ausgewogen zu ernähren? Habt ihr Tricks auf Lager, um zum Beispiel Gemüse in sie reinzukriegen? Oder ist das eh alles Quatsch und sie sollen ruhig Nudeln ohne alles essen? Weg mit dem Hype also? Andererseits: Kennt ihr dieses Erfolgsgefühl, wenn die Kinder etwas mit Begeisterung essen, das sie eigentlich gar nicht essen wollten? Was meint ihr, wieso freut uns das so? Wer oder was bewirkt, dass wir so fühlen? Und wie hat sich euer Verhältnis zu Essen verändert, seit ihr Eltern seid?“

Ich mag Essen. Okay, ich bin etwas krüsch, heißt, es gibt vieles, was ich nicht mag. Aber ich mag viel mehr als früher und überhaupt: wer mag schon alles? Kinder jedenfalls schon mal nicht, soviel steht fest! Eins der Dinge, die ich gelernt habe, seit ich Mutter bin, ist die Tatsache, dass ein allesfutterndes Baby nicht unbedingt zu einem allesfutternden Kind heranwächst. Hach, was hat der kleine Kaaskop als Essanfänger alles gierig verputzt: Kartoffelpü mit Chiccoree, Reis mit Lachs und Brokkoli, Nudeln mit Gemüse-Tomaten-Soße, Blumenkohl, ….. So um den zweiten Geburtstag herum war damit Schluss. Und dann steht man da und weiß nicht, wie man genug (einigermaßen gesundes) Essen in das Kind hineinbekommt.

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich mein Kind nicht zum Essen zwingen werde. Jedenfalls nicht zum Tellerleeressen. Meine Oma erzählte ja mit 80 immer noch schaudernd, wie sie einmal 3 Mahlzeiten lang immer wieder nur den Wackelpudding vorgesetzt bekommen hat, den sie so widerlich fand, dass sie ihn am Vortag beim Nachtisch nicht runtergekriegt hatte. Bis sich eine Cousine erbarmte und das wabbelige Zeug heimlich aufaß. Furchtbar! Nee, nee, das sollte es bei uns nicht geben! Nachdem der große Kaaskop und ich entschieden hatten, dass der Nachtisch nicht als Belohnung fürs Aufessen eingesetzt wird, beschlossen wir, dass der kleine Kaaskop aber immer EIN Häppchen probieren muss, bevor er seinen Naturjoghurt mit frischem Obst bekommt. Damit er sich an verschiedene Geschmäcker gewöhnt und später, wenn er groß ist, nicht nur zwei Sorten Gemüse, keine Kartoffeln und nur Bananen mag.

Es ist ja erstaunlich, wieviel Terz ein Kind wegen eines einzigen Häppchens machen kann. Aber auch wenn der kleine Kaaskop mir manchmal leid tat, wir blieben hart (meistens), denn: siehe oben. Das war mir einfach zu wichtig. Es ging mir nicht darum, dass mein Kind satt wird von dem, was auf den Tisch kommt. Es ging (und geht) mir darum, eine Grundlage für seine späteren Essgewohnheiten zu schaffen.

Da das Auge bekanntlich mitisst, habe ich oft versucht, dem kleinen Kaaskop das Essen durch eine hübsche Anrichtung schmackhaft zu machen. Bei Obst und Brot war das zum Glück nie nötig, das hat er immer gerne gegessen. Bei uns waren (und sind) die warmen Mahlzeiten das Problem. Da ich nicht zuviel Aufwand betreiben möchte (sonst wird das Essen ja kalt!), habe ich mich aber nie zu mehr als Anordnung in Streifen/Kreisen oder Benutzung von Keksausstechern hinreißen lassen. Ich verstecke kein Gemüse in der Soße. Weil der kleine Kaaskop keine Soßen mag und weil ich mich noch sehr gut daran erinnern kann, wie betrogen ich mich früher immer gefühlt habe, wenn meine Mutter mal püriertes Gemüse in der Suppe oder eine alte Banane im Kakao versteckt hat. Mein „Trick“ ist, dass der kleine Kaaskop zur warmen Mahlzeit immer ein bisschen Rohkost in den drei Gemüsesorten, die er mag, bekommt. Das Mundgefühl spielt bei Kindern eine wichtige Rolle, habe ich herausgefunden, und der kleine Kaaskop mag es lieber knackig als weich.

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Weitere Tricks, die bei uns gewirkt haben:

  • Dem Essen lustige Namen geben. Grüne Bohnen heißen „grüne Pommes“, roher Spinat „Lollis“…
  • Bei jedem Bissen sagen, für wen der ist, am besten etwas Lustiges: der Hund von Tante Liesbeth, der Postbote, Omas rechter Backenzahn,…
  • Mit dem Löffel Flugzeug spielen und es in den Mund abstürzen lassen: findet der kleine Kaaskop super witzig, nur ist es für mich etwas nervig, wenn ich bei jedem Bissen sagen muss: „Bitte um Starterlaubnis. Cabincrew, be seated for take-off! Wir heben ab…wuuuuui, oh nein, was ist das?! Wir stürzen ab! Aaaahhhh!“
  • So tun (!), als wolle man was vom Teller klauen. Da schlägt dann oft der Futterneid zu. Funktioniert aber nicht immer.

Ich habe auch versucht, immer im Hinterkopf zu behalten, dass a) Kinder sich holen, was sie brauchen , und dass b) man auch mit einer einseitigen Ernährung aus Nudeln ohne alles, Brot mit Erdnussbutter oder Joghurt mit Obst groß wird! Klar, am liebsten möchte man, dass seine Kinder essen, was man gekocht hat, dass es am Tisch entspannt zugeht und dass die Kinder mehr als eine Gemüse- oder Obstsorte essen. Allein schon, weil man dann das Gefühl hat, etwas „richtig“ gemacht zu haben. Die Erwartungen Anderer spielen meiner Meinung nach nämlich ganz sicher eine Rolle. Welche Eltern freuen sich denn nicht, wenn ihre Kinder gut essen (also weder zuviel noch zu wenig), sich gut benehmen, beliebt sind, gute Noten bekommen…. Ich denke, dass Eltern mit ihren Kindern prahlen, u.a. mit deren Essgewohnheiten, weil wir viel zu selten Anerkennung für unsere Leistungen bekommen. Wir wollen etwas „richtig“ und „gut“ machen, Erfolge buchen, und weil man mit kleinen Kindern nun einmal oft wenig Zeit hat für eigene Projekte, holen wir unsere Erfolgserlebnisse aus unseren Kindern. Also, ich jedenfalls. Ich kann es mir, obwohl ich es versuche, nicht immer verkneifen, die Essgewohnheiten meines Sohns mit denen anderer Kinder zu vergleichen und mich zu freuen, dass er dabei relativ „gut“ abschneidet. Denn mittlerweile isst der kleine Kasskop an Gemüse nicht nur rohe Paprika, Möhre und Gurke, sondern auch rohen Spinat, Mais und Salat. Er liebt Nüsse und isst inzwischen auch schonmal ein paar Stückchen Kartoffel, gewokten Brokkoli und rohen Chiccoree oder Grünkohl. Und jedes Mal, wenn er unaufgefordert etwas Neues probiert, oder etwas isst, das er bisher immer verschmäht hat, freue ich mich heimlich und wechsle mit dem großen Kaaskop stolze Blicke.(Wenn wir allerdings auswärts essen und der kleine Kaaskop nichts essen will, weil er dort das Gemüse nicht roh und die Nudeln ohne Soße bekommt, wechseln wir eher beschämte Blicke..)

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Ich bilde mir gerne ein, dass es mein/unser Verdienst ist, dass der kleine Kaaskop im Vergleich zu anderen Kindern relativ viel mag. Aber ich weiß auch, dass das vermutlich nicht so ist! Das Einzige, was unser Verdienst ist, ist die Tatsache, dass der kleine Kaaskop eine relativ gesunde Ernährung gewohnt ist. Damit meine ich, dass er keine Erfrischungsgetränke trinkt, so gut wie keine Fertiggerichte isst, in der Regel Vollkornnudeln und ungeschälten Reis auf den Teller bekommt und Kekse und Süßigkeiten nur in Maßen konsumiert (also jedenfalls zuhause). Meiner Erfahrung nach kann man als Eltern nur das Angebot bestimmen, nicht aber, was bzw. wieviel die Kinder davon essen. Deshalb achten der große Kaaskop und ich auf die Zutatenlisten. Auf Salz- und Zuckergehalt und unnatürliche Zusätze. voeden (ernähren) statt voeren (füttern bzw. füllen). Ausnahmen bestätigen aber auch bei uns die Regel, nä! Seit der kleine Kaaskop auf der Welt ist, kochen wir meist weniger aufwändig, dafür aber mit frischen Zutaten und möglichst ohne Tüten und Päckchen. Wir wollen einfach möglichst wenig Chemie in den noch unverdorbenen Kinderkörper stopfen.Und in uns selber übrigens auch nicht mehr. Tütensoßen schmecken mir mittlerweile gar nicht mehr.

Alles in allem habe ich wenig zu klagen über die Mission Food 4 Kids bei uns. Und wenn alle Stricke reißen: etwas mit Käse geht bei uns immer!

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Say cheeeese! Abendbrot mit dem kleinen Kaaskop – Ein Beitrag zu #kleineGenießer von Mama Mia

Als ich das Thema von Mama Mias #Kleine Genießer im Juni sah, musste ich kurz schlucken: Abendbrot! Sowas gibt es bei uns hier in Holland doch gar nicht! Aber wir essen ja mittags Brot, also kann ich auch was beisteuern. Und mit Blog-Input als Motivation haben wir spontan endlich mal wieder einen deutschen Sonntag MIT deutschem Abendbrot gemacht. Dreimal raten, was es bei uns aufs Brot gibt, haha! Na klar: Kääääääse! Der kleine Kaaskop mag zwar auch Wurst und konnte schon „Schinken“ sagen, bevor er das niederländische Äquivalent „ham“ in seinen aktiven Wortschatz aufnahm, aber Käse isst er doch lieber.

Abendbrot also. Weil der kleine Kaaskop abends meistens keinen Bock auf Essen hat, und auf am Tisch sitzen bleiben schon gar nicht, schieben der große Kaaskop und ich ihm oft abwechselnd einen Happen in den Mund, während er puzzelt oder mit seinen Autos spielt. Darf er. Der Zweck heiligt die Mittel, choose your battles und so…. Weil das Häppchenfüttern mit Brot einfacher geht, wenn es schon häppchenfertig geschnitten ist (duh!), habe ich ein Zweiflerbrot für den kleinen Kaaskop geschmiert (eine Ecke mit Käse, eine mit Schinken, eine mit Frischkäse…) und in kleine Quadrate geschnitten. Aus gegebenem Anlass habe ich es dann mit Gurke, Paprika und Möhrenscheiben zu kleinen Türmchen auf Holzspießchen gespießt. War absolut nicht fototauglich, aber der kleine Kaaskop fand die Dinger sehr interessant und hat gleich eins verputzt! Beim zweiten störte ihn aber wohl die harte Möhre dazwischen und beim Entfernen derselben stürzte das Türmchen ein. Naja. Einen Versuch war es wert! Zweiflerbrothäppchen werde ich aber mal wieder öfter machen, die sind offenbar auch ungespießt interessanter als normales Brot! Mit der Gabel kann man sie ja auch aufspießen und oh welch ein praktischer Zufall: hier in Holland isst man Brot sowieso offiziell mit Messer und Gabel. Dazu gibt es standardmäßig ein Glas Milch oder Buttermilch (karnemelk). Bei uns gibt es zum Abendessen übrigens immer einen kleinen Rohkostteller für den kleinen Kaaskop, und den isst er zum Glück immer gerne. Da fällt mir ein: Schwarzbrot findet er auch lecker (ohne was drauf!), das muss ich mal wieder kaufen!

Was bei uns bei der Brotmahlzeit übrigens immer gut geht, ist Ei. Diesmal hatte ich ein Spiegelei aufgetischt und dem kleinen Kaaskop eine Scheibe Brot zum Reinstippen dazu gegeben. Ja, er ist eindeutig ein Kind des großen Kaaskop, der stippt auch so gerne! Fast die ganze Scheibe Brot hat er eigelbstippend verputzt.

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(In der blauen Schüssel Pastareste vom Mittagessen und im braunen Topf Müsli vom Frühstück..fragt nicht…)

Für den holländischen Touch (und als Tipp für Brotmmuffel) hätte ich gerne noch ein tosti serviert, aber leider habe ich keinen tosti-apparaat und ich hatte an dem Tag keinen Bock,die Pfanne rauszuholen. Dabei ist das eine prima Art, um trocken gewordenes Brot aufgegessen zu kriegen und heimlich etwas Tomaten oder so hinein zu schmuggeln. Wenn unser Toaster kaputt geht (kann nicht mehr lange dauern, denn Elektrogeräte gehen uns irgendwie immer vorzeitig kaputt!), kaufe ich also einen neuen mit tosti-Einsatz, ha! (Und eine Brötchenschiene soll der auch haben, die vermisse ich manchmal an unserem holländischen Toaster..)

Egal. mein Tipp fürs Abendbrot: Zweiflerbrot mit der Gabel, Rohkostteller, Ei und tosti.

Die Lieblingspasta des kleinen Kaaskop – ein Beitrag zu #kleineGenießer von Mama Mia

Bei Mama Mia gibt es seit diesem Monat die Mitmach-Serie „Kleine Genießer“, mit einfachen und leckeren kinderfreundlichen Rezepten zu einem ausgewählten Thema. Ich backe zwar lieber als dass ich koche, aber nach 2 Jahren Kochen für die ganze Familie habe ich mittlerweile meinen eigenen Fundus an geht-immer-Rezepten zusammengestellt. Und deshalb mache ich natürlich gerne mit!

Eigentlich finden der große Kaaskop und ich, dass der kleine Kaaskop ein recht wählerischer Esser ist. Aber nachdem sich herausstellte, dass die Kinder unserer Freunde viel wählerischer sind, dürfen wir uns wohl nicht mehr beklagen!

Eines isst der kleine Kaaskop wirklich immer gerne: Nudeln. Das Thema für den Mai („Lieblingspasta„) passt da ja wie die Faust aufs Auge. Nun gebe ich zu, dass der kleine Kaaskop, weil er kein Fan von Soßen ist, meistens nur eine Mini-Portion mit Soße bekommt (man kann´s ja mal versuchen!), eine Portion Nudeln ohne was (oder mit geriebenem Käse – man ist ein Kaaskop, oder man ist es nicht!) und einen Rohkostteller. Das einzige Gericht, bei dem er die Nudeln mit „Soße“ isst, und das ich daher mal als seine Lieblingspasta bezeichnen werde, kommt bei uns regelmäßig auf den Tisch, wenn es unter der Woche mal besonders schnell gehen muss. Es ist so einfach, dass man es eigentlich kaum als Rezept bezeichnen kann:

Pasta Pesto mit Garnelen

(Vollkorn-)Spaghetti kochen. In der Zwischenzeit verzehrfertige Garnelen (Tiefkühl) in der Pfanne braten. Spaghetti abgießen, mit Pesto aus dem Glas mischen, und ab auf den Teller. Eventuell mit frischem Parmesan bestreuen. Dazu gibt es einen grünen Salat bzw. Paprika- oder Möhrenrohkost.

Wenn vom Wochenende noch eine angebrochene Flasche Weißwein im Kühlschrank steht, gönnen der große Kaaskop und ich uns ein Gläschen Urlaubsstimmung Wein zur Pasta.

Einen Nachteil hat dieses Rezept allerdings: der große Kaaskop und ich bekommen immer zu wenig Garnelen ab! Der kleine Kaaskop liebt diese eiweißreichen rosa Dinger nämlich so, dass er sie trotz meiner Proteste mitsamt Schwanz verputzt – der knuspert so schön… *augenroll*

Superleckeres, einfaches Sommerrezept

Am Dienstag gab es wieder eins meiner Lieblingsgerichte für Sommertage, an denen man nicht lange am heißen Herd stehen möchte. Hähnchenfilet im Schinkenmantel mit Zucchini, Tomate und Kartoffeln aus dem Ofen. Hmmm! Und supereinfach!

Man nehme (für 4):

  • 4 Hähnchenfilets
  • 4 Scheiben rohen Schinken (Parmaschinken oder so)
  • 8 Tomaten
  • 1 Zucchini (die heißen hier in Holland wie auf Englisch „courgette“)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 Beutel Country Potatoes zu 425 g (okay, die gibt’s wohl in Deutschland nicht; vorgekochte halbierte Kartoffeln tun’s auch)
  • 15 g getrocknetes Rosmarin

Zubereitung:

Den Ofen auf  200 °C vorheizen. Die Hähnchenfilets mit Salz und Pfeffer bestreuen und mit Schinken umwickeln. Die Tomaten waschen und halbieren. Die Zucchini waschen und in Scheiben schneiden. In einer kleinen Schüssel den Knoblauch auspressen und mit 2 EL Olivenöl, SAlz und Pfeffer vermischen. Die Kartoffeln auf eine Hälfte des Backblechs legen, das Rosmarin darüber verteilen und mit 2 EL Olivenöl besprenkeln. Das Huhn in die Mitte des Blechs legen und die Tomaten daneben.  Die Hälfte der Knoblauch-Ölmischung über die Tomaten verteilen und das Backblech auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben. Ca. 25 min. backen, die Kartoffeln ab und zu wenden. Den Rest der Knoblauch-Ölmischung über die Zucchini verteilen und die Zucchini die letzten 15 min. auf dem Backblech im Ofen mitbacken. Das Gemüse mit den Kartoffeln mischen, über vier Teller verteilen und die Hähnchenfilets dazu servieren. Eet smakelijk!

Der kleine Kaaskop war übrigens auch sehr begeistert, als er das vermeintliche „kadootje“ (Geschenk) auf seinem Teller sah. Leider hat er nach dem Auspacken hauptsächlich den Schinken und ein paar Stücke Huhn gegessen und die Kartoffeln und das Gemüse verweigert. Dass er dann halt ohne Nachtisch ins Bett musste, nahm er in Kauf. Auch beim Bettfertigmachen fiel ihm nicht ein, dass er gerade dabei war, ohne Essen ins Bett zu gehen. Erst als er schon im Bett lag und offenbar im Geiste noch einmal den Tag durchging, erinnerte er sich daran. Er setzte sich wieder hin und sagte: Mama, geen toetje gehad!“ (keinen Nachtisch gekriegt). Als ich ihm erklärte, dass er keins mehr kriegen würde, weil er nicht genug von seinem Essen gegessen hat (er muss mindestens eine Gabel voll von allem essen, damit er den Geschmack kennenlernt), versuchte er es erst noch mit: „Ik ga nu eten. Dan toetje!“ (Ich werde jetzt essen. Danach Nachtisch.). Aber ich erklärte ihm, Papa habe ihn dreimal gewarnt, dass er wenigstens ein Stück Zucchini und ein Stück Kartoffel essen müsse, und dass sein Essen jetzt weg sei. Da fing er natürlich untröstlich zu weinen an, lief zum Treppengitter und schluchzte: „Papa! Wil eten! Wähhhh!“ Nachdem der große Kaaskop ihm freundlich aber bestimmt an oben genannte Warnungen erinnert hatte, und gesagt hatte, dass er morgen dann sein Essen essen solle und dann auch einen Nachtisch bekommen wird, beruhigte sich der kleine Fehl-Spekulierer wieder und ließ sich wieder ins Bett bringen. Nachdem er eine Weile da gelegen hatte, setzte er sich wieder auf und sagte zu mir: „Mama, geen toetje gehad. „- „Nein, hast du nicht. Leg dich mal wieder hin.“ -„Morgen wel!“ (Morgen aber!) Sprach’s, legte sich wieder hin und schlief ein.

(Mein „Ach ja,noch schnell ein Foto für den Blog machen“-Foto ist nicht so dolle geworden, aber im Link oben steht ein schönes..)

Nach dem Urlaub

Eigentlich wollte ich ja noch viel mehr zu unserem Urlaub schreiben. Zum Beispiel, dass ich kurz davor so gar keinen Bock auf ihn hatte. Weil wir wie jedes Jahr innerhalb weniger Tage eine ganze Reihe Freunde treffen wollten und ich keine Lust auf Termine machen und jeden Tag volles Programm hatte. Aber zum Glück konnte ich mir die Terminplanung mit meiner Schwester (Tante A.) teilen und war es dann im Endeffekt auch gar nicht stressig, sonder schön und entspannt. Auch dem traumhaften Wetter sei Dank!

Trotzdem überlege ich, ob wir das nicht nächstes Jahr anders angehen sollten. Zum Beispiel nur zwei Nachmittage für Freundetreffen einplanen. Oder doch wieder nach Dänemark (oder Schweden) und dann nur bei meinem Vater Zwischenstopp machen. Die kinderlosen Freunde können ja auch mal uns besuchen anstatt andersrum, oder? Mal schauen. Bis dahin ist ja noch viel Zeit. Aber nach dem Urlaub ist irgendwie immer auch ein bisschen vor dem Urlaub!

Nach dem Urlaub ist auch: schlechte Angewohnheiten aus dem Urlaub wieder abgewöhnen. Nicht nur auf der Autofahrt haben wir dem kleinen Kaaskop öfter als sonst (d.h. nur zum Schlafen und Trösten) freie Verfügung über seinen Schnuller gelassen. Weil es ja eine ungewohnte Umgebung war, weil er wie ich ab und zu unter den hohen Temperaturen litt, weil wir im Urlaub keinen Bock auf Gejaule hatten etc. pp. Und jetzt sitzen wir mit den gebratenen Birnen da, wie der Holländer sagt. Auf gut Deutsch: und jetzt haben wir den Salat!

Der kleine Kaaskop ist so schnullerfixiert wie noch nie. Ständig will er ihn haben, auch beim Spielen. Manchmal behauptet er sogar spontan, er sei müde und wolle schlafen gehen, nur, damit er seinen Schnulli kriegt. Aber darauf fallen wir nicht mehr rein. Da vor allem der große Kaaskop in solchen Sachen hart bleiben kann, geht es – eine gute Woche nach dem Urlaub – mittlerweile schon etwas besser. Nächster Schritt ist dann, dem kleinen Mann auch Hui-Buh wieder nur noch zum Schlafen u.Ä. zu geben. Denn weil der kleine Kaaskop seinen Schnulli nicht kriegt, lutscht er jetzt ständig auf Hui-Buh rum, pff. Und der letztendliche Plan ist, dem Schnuller so langsam aber sicher mal ganz Adieu zu sagen, schließlich ist sein kleiner Besitzer schon 2,5. Wenn sogar Moritz Moppelpo ohne Schnuller schlafen kann….

Noch eine schlechte Angewohnheit aus dem Urlaub: zuviel Süßes und unregelmäßiges Essen. Belmandel auf’s Brötchen. Jeden Morgen ein Rosinenbrötchen beim Bäcker. Fast jeden Tag ein Eis. Ein Keks hier, ein Becher Limonade da. Kuchen. Ein großes Würstchen und Weißbrot als Abendessen. Pommes am Strand. Schließlich ist Urlaub! Als mildernde Umstände führe ich an, dass die Gummibärchen, die der kleine Kaaskop am WM-Finale-Tag gefuttert hat, seine ersten waren. Dass er oft Gurke und Paprika als Snack gegessen hat. Und viel Obst. Und dass er Deutschland bzw. die deutsche Sprache ja mit positiven Erinnerungen verbinden soll, hihi! Aber trotzdem möchte ich jetzt versuchen, sein Essverhalten wieder etwas zu normalisieren. Zum Glück hat die wieder eingekehrte Routine auch da schon Wirkung gezeigt. Hooray for routine!

Etwas Positives hat uns der Urlaub aber – außer viel entspannter Familienzeit – natürlich auch gebracht: durch das viele Deutsch um ihn herum (sogar der große Kaaskop hat fast nur Deutsch gesprochen) benutzt der kleine Kaaskop jetzt mehr deutsche Wörter als je zuvor! Den Eindruck habe ich zumindest. Es sind auf jeden Fall ein paar neue dazu gekommen. „schön“ zum Beispiel. „Löschwagen“ auch (eins der Bücher*, die ich in Kiel gekauft hab, ist der Wieso, weshalb, warum-Band über die Feuerwehr). Und neuerdings sagt er „Ik brauch die.“ (Ich brauche die/den/das da.) anstatt „Ik heb die nodig.). Beim Spielen mit dem Duplo-Haus am Mamamontag rief er nicht „deur dicht!„, sondern „Tür zu!“. Wie man sich über kleine Dinge freuen kann!

Noch viel, viel mehr hab ich mich aber über einen Satz gefreut, den der kleine Kaaskop am Rückreisetag spontan beim Essen zu mir sagte . Er saß neben mir, fing auf einmal an, auf der Bank rumzukrabbeln und sagte völlig out of the blue: „Mama? Mama, ik vind jou lief!“ *schmelz*

 

* Falls es jemanden interessiert, diese Bücher habe ich uns in Deutschland gekauft: „Wieso, weshalb warum: Die Feuerwehr“, „Wieso, weshalb warum: Die Farben“, „Moritz Moppelpo braucht keinen Schnuller mehr“, „Connis erster Flug“, „Kennst du Pettersson und Findus?“ (ein Petterson-Buch ab 2 Jahre!), „Jakob passt auf im Straßenverkehr“ (falls ihr Jakob nicht kennt: das ist Connis kleiner Bruder), die Pixi-Bücher „Max geht nicht mit Fremden mit“ und „Conni zieht um“ und zwei Bücher für mich: „Der Trotzphasen-Survivalguide“ und „Das Geheimnis glücklicher Kinder„. Letzteres lese ich tatsächlich gerade!

Kleinkinder essen..

…zu fett, zu viel und zu süß. Stand in diesem Artikel von Eltern.de, den ich über ihre Facebook-Seite gefunden hab. Hab ich als Kleinkindmutti natürlich sofort angeklickt und gelesen, schließlich braucht man ja immer neues Futter (haha) für das Schuldgefühl. Aber was hab ich mich wieder geärgert, ich glaube,ich werde Eltern.de wirklich mal ent-gefälltmir-en. Die Reaktionen der FB-Fans waren natürlich wieder schön aggressiv und besserwisserisch, das reichte von Reaktionen à la „Die Scheiß-Nahrungsmittelindustrie ist schuld“ über „also, MEIN Kind isst aber gesund und liebt Gemüse“ und „Kinder können sehr gut ganz auf Zucker verzichten“ bis hin zu regelrechten Grundsatzdiskussionen über welche Kleidergröße ein Dreijähriger zu tragen hat, bzw. dass Kinderkleidergrößen gar nichts daüber aussagen, ob ein Kind zu dick oder zu dünn ist. Man kennt das ja. Wahrscheinlich haben sich die Online-Redakteure wieder voll ins Fäustchen gelacht, dass ihr provozierender Pinnwandeintrag zu so viel Aktivität auf ihrer Seite geführt hat.

Egal, ich fand den verlinkten Artikel jedenfalls unabhängig von den erwartungsgemäßen Reaktionen der FB-Fans irgendwie doof. Etwas zerstückelt, zu wenig Zusammenhang im Textverlauf. Und dadurch mitunter verwirrend. Mir fehlte außerdem der Mehrwert für Eltern. Den erhobenen Zeigefinger braucht doch wirklich kein Mensch! Regelmäßige Leser von Elternzeitschriften jedenfalls nicht.

Dass in Kinderprodukten heimlich doch zuviel Süßes (Apfelsaftkonzentrat, Traubensaftkonzentrat) und anderer irreführender Kram drin ist (biologischer Rohzucker z.B., der wirklich nicht gesünder ist als Kristallzucker), dürfte jawohl mittlerweile allen Müttern (Väter scheinen sich meiner Erfahrung nach nicht wirklich mit solchen Themen zu beschäftigen) bekannt sein. In dem Artikel wird einerseits darüber geklagt, dass Kinder zu sehr an Süßes gewöhnt werden, obwohl sie eigentlich ganz auf Zucker verzichten können. Andererseits wird erwähnt, dass kein direkter Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Übergewicht nachgewiesen wurden konnte (warum also ganz verzichten?!), und werden als gesunde Rezepte Kekse mit getrockneten Aprikosen und Milchshakes mit Erdbeer und Banane empfohlen. Die sind doch auch hammersüß?! Soviel zur Gewöhnung an Süßes. Und wenn Zucker gar nicht zwangsweise zu chronischem Übergwicht führt, warum soll man dann ganz drauf verzichten? Geniet, maar met mate, heißt es hier in Holland. (Genieße, aber in Maßen.)

Unsinnig fand ich auch, dass u.a. Leber als Folsäure-Lieferant empfohlen wird. Leber! Die mögen ja nicht mal die meisten Erwachsenen. Auch merkwürdig im Zusammenhang mit Vitamin D: „mindestens 1 Stunde an der frischen Luft toben – ohne Lichtschutzfaktor, außer im Sommer„. Da frag ich mich doch, wer sein Kind außerhalb des Sommers mit Sonnenmilch eincremt?! (Außer beim Skiurlaub natürlich.) Außerdem hab ich neulich noch gelesen, dass im Sommer schon 10-15 Minuten Sonne ausreichen, um die nötige Portion Vitamin D zu produzieren. Hm. Dann bezieht sich die 1 Stunde wohl nur auf den Winter? Oder soll man im Sommer gar nicht ohne Lichtschutzfaktor rausgehen? Etwas verwirrend formuliert, finde ich.

Oh, diesen Übergang fand ich auch unlogisch: „Kinder, die bereits als Babys mehr Gemüsevielfalt erleben, essen auch als 7jährige mehr Gemüse. Mit anderen Worten: Schon in der Schwangerschaft Gemüse satt!“ Ja nee, der Zusammenhang is sofort klar…

Der einzige gute praktische (!) Rat in dem Artikel ist meiner Meinung nach dieser: „Kleinkinder an die ganze Gemüsepalette gewöhnen und nicht aufgeben, wenn es nicht gleich klappt“ und: „sie müssen ein Lebensmittel 10 bis 16mal angeboten bekommen, bevor sie es akzeptieren„- aber das wusste ich schon. Sogar das consultatiebureau weiß das. Steht hier in Holland in jeder Broschüre über Ernährung von Kleinkindern. Daher hab ich mich in der Babyzeit des kleinen Kaaskop über mein aus dem Deutschen übersetzte Babykochbuch aus der Bücherei gewundert, in dem empfohlen wurde, anfangs nicht zu viele Gemüse- und Obstsorten anzubieten. (Übrigens: dass das Buch von einer deutschen Autorin stammte, war mir gleich klar, als ich die vielen Rezepte mit Pastinaken in den ersten Kapiteln sah. Pastinaken im Babybrei sind hier in Holland wirklich nicht üblich. Und nachdem ich so ein Gläschen mal probiert hatte, weiß ich auch, warum nicht, bah!)

Und jetzt hör ich auch zu lästern. An sich stand ja schon das ein oder andere Wissenswerte in dem Artikel, wenn man sich selbst noch nicht intensiv mit Ernährungstipps für Kleinkinder beschäftigt hat. Aber schlecht geschrieben fand ich ihn trotzdem. Meine persönlichen Tipps und Feststellungen zum Thema „Kleinkinder essen“:

  • Die verschiedenen Gemüsesorten immer wieder anbieten und ab einem gewissen Alter verlangen, dass das Kind wenigstens ein kleines Löffelchen probiert (auch wenn das oft mit der Erziehungssünde „Erpressung“ einhergeht). Wir machen das so, seit der kleine Kaaskop 2 ist. Kein winziges Häppchen probiert = kein Nachtisch. Der Nachtisch ist übrigens fast immer fettarmer Naturjoghurt mit etwas Obst. So geht der kleine Essensverweigerer doch mit etwas Gesundem im Bauch zu Bett.
  • Ein Baby, das alles aufisst, was man ihm vorsetzt, kann als Kleinkind plötzlich zum Gemüseverweigerer werden. Hab ich auch erlebt. Also nichts drauf einbilden, wenn euer Baby ein Allesfresser ist und eventuell sogar Leber (siehe oben) mag..
  • Kleine Kinder finden rohes Gemüse oft leckerer als gekochtes. Hab ich selber festgestellt und neulich auch irgendwo gelesen. Statt des Kekses am Nachmittag nehm ich daher auch mal Paprikastreifen, Möhrchen oder Gurke mit in den Park bzw. auf den Spielplatz. Und zur Brotmahlzeit steht auch meistens ein Schälchen Rohkost auf dem Tisch.
  • Wenn der kleine Kaaskop „Limonade“ kriegt, ist das meistens Wasser mit gaaaaanz wenig Limonadensirup. Kalten Kräutertee mag er auch, er findet es immer voll toll, wenn er einen Teebeutel auspacken und in seinen Becher hängen darf. Der Tee zieht zwar in kaltem Wasser nur bedingt, aber das macht ihm nichts aus. Hauptsache, der Becherinhalt ist farbig.
  • Tricks, die bei uns ab und zu, leider nicht immer, helfen: lustige Namen für das Gemüse ausdenken, z.B. „grüne Pommes“ für Bohnen; so tun als wolltet ihr dem lieben Kleinen etwas von seinem Teller klauen (der kleine Kaaskop ruft dann meistens: „Nee! Ikke!“); ein Häppchen für xxx (der Hund von Tante Liesbeth hat schon so einiges an Gemüserisotto gegessen, kann ich euch sagen!); jedes Häppchen vom „guten“ Essen mit einem Häppchen vom „weniger gesunden Essen“ abwechseln (bei uns funktioniert das z.B. mit Wurst und Krupuk als „weniger gesundes Essen“).
  • Wenn man Gemüse essen will, das das Kind wirklich nicht mag, kann man ihm ein anderes Gemüse anbieten – aber kein komplett anderes Essen. Zum Beispiel Möhren zum Fisch anstatt Porree.
  • Sich keinen Kopf machen, wenn das Kind nur den verlangten Mindesthappen isst. Es ist noch nie ein Kind am gedeckten Tisch verhungert, heißt es. Und wie ich gelesen habe (ja, ich lese viel!), muss man nicht gucken, wieviel ein Kind pro Tag isst, sondern wieviel es pro Woche isst.
  • Der allgemein bekannte Trick mit der pürierten Gemüse im Gemüse bzw. in der Soße ist übrigens auch nicht schlecht. Allerdings habe ich schlechte Erfahrungen gemacht mit pürierten Champignons in Tomatensoße: das sieht aus wie Kotze…

Ich werde euch bald mal mein superleckeres Zucchinisuppenrezept verraten, wirklich zum Schüsselausschlecken lecker! Und kinderfreundlich.