#Kind&Verkehr – Denn Autos fahr’n wie der Blitz (und Fahrradfahrer auch)

Huch, morgen läuft ja schon die Blogparade von Verflixter Alltag ab! Da muss ich noch schnell mitmachen, denn Verkehrserziehung ist mir wichtig, schließlich ist hier im dichtbesiedelten Holland immer viel Verkehr – auf dem Bürgersteig, dem Fahrradweg und der Straße!

Kind und Verkehr Blogparade

Im Kinderwagen und zu Fuß

Weil wir, als der kleine Kaaskop laufen lernte, mitten in der Stadt wohnten, habe ich von Anfang an darauf geachtet, dass er die Verkehrsregeln kennenlernt. Schon als ich ihn noch im Buggy zum Park/Spielplatz kutschierte, habe ich immer auf rote und grüne Ampeln, nahende Autos und Fahrräder usw. hingewiesen. Wenn der kleine Kaaskop es nur oft genug hört, merkt er es sich hoffentlich irgendwann und handelt danach, so die Idee. Ansonsten habe ich damals hin und wieder „Jakob passt auf im Straßenverkehr“ mit ihm gelesen. Und ich habe  ihn immer auf der sicheren Seite gehen lassen (also nicht direkt neben dem viel befahrenen Fahrradweg – da ging ich) und wirklich NIE mal Fünfe gerade sein lassen und bei Rot die kleine Seitenstraße überquert, nur weil da wirklich nie ein Auto rauskam. Auch mit dem Fahrrad bin ich nie bei Rot rüber, wenn mein Kind dabei war – im Gegensatz zu manch anderen Eltern.

Laufrad und Fahrrad

Als der kleine Kaaskop dann mit seinem Laufrad unterwegs war, habe ich ihn bei jeder Gelegenheit daran erinnert, dass er an der Ecke warten soll, dass er nicht ohne zu gucken bzw. nicht ohne mich über die Straße fahren darf und dass er auf Fußgänger aufpassen soll. Puh, da hatte ich immer Angst, dass er einfach so rübersaust und angefahren wird! Hat er wohlgemerkt ein Mal gemacht, zum Glück kam weit und breit nichts.

Hier in Holland bedeutet Verkehr ja unweigerlich Fahrrad fahren. Holländer werden quasi mit ’nem Fahrradsattel unterm A… geboren. (Findet übrigens auch Alex vom Blog buurtaal, die gerne glaubt, dass eine bestimmte Region im Gehirn von Niederländern im Straßenverkehr aktiver ist als bei den Einwohnern anderer Länder.) Entsprechend früh lernen kleine Holländer Fahrrad fahren. Der kleine Kaaskop war gerade vier, als er den Stützrädern adieu sagte. Zu meinem Leidwesen will er seitdem ständig auf seinem eigenen Fahrrad zur Vorschule fahren. Anfangs habe ich ihn auf dem Bürgersteig fahren lassen und bin dann ebenfalls auf dem Bürgersteig hinter ihm her, mit „Langsam fahren!“ in der Wiederholungsschleife. Ganz wohl war mir dabei zwar nicht, aber es waren selten Fußgänger unterwegs, der Gehweg ist hier sehr breit und selber auf der Straße fahren war wegen des breiten Grünstreifens zwischen Straße und Fußweg kommunikationstechnisch nicht praktisch. Wenn mal ein Fußgänger unterwegs war, sind der kleine Kaaskop und ich immer ordentlich abgestiegen, denn die haben auf dem Bürgersteig schließlich Vorrang.

Irgendwann wollte der kleine Kaaskop dann unbedingt auch auf der Straße bzw. dem dort markierten schmalen Radweg fahren. Und meistens habe ich ihm das erlaubt, denn erstens ist die Schule nicht weit weg, zweitens gilt dort Tempo 30, drittens ist dort nicht soo viel Verkehr und viertens muss er das ja auch  lernen. Ich fahre dann entweder auf der „Autoseite“ neben ihm oder hinter ihm und rufe gefühlte drölfzigmal „Nicht über die Linie fahren! Nicht so schnell!“ Bei den beiden Seitenstraßen von rechts lasse ich den kleinen Kaaskop IMMER anhalten/langsam fahren und warte, bis ER geguckt hat, ob da ein Auto kommt. Die erste Straße von rechts ist eigentlich eine mittelgroße Kreuzung, die recht gut einsehbar ist, aber da kommen auch oft Autos raus, die es eilig haben. Die zweite Seitenstraße ist klein, wegen der an der Ecke geparkten Autos aber schlecht einsehbar. Einerseits kann ich verstehen, warum die Nachbarn ihren neunjährigen Sohn noch nicht alleine zur Schule radeln lassen wollen. Andererseits erscheint er mir vom Typ her besonnen genug, das zu können. Naja.

Schreckmoment und Ärgernisse

Den kleinen Kaaskop lasse ich jedenfalls noch lange nicht alleine radeln. Im Sommer waren wir nämlich zu dritt zum Supermarkt geradelt und da hat er, weil er gerade etwas erzählte, weder gemerkt, dass in dem unübersichtlichen Durchgang zum Parkplatz aus der anderen Richtung ein Auto kam, noch unsere Warnrufe gehört. Zum Glück sind die Autofahrer hier in Holland so einiges gewohnt von anderen Verkehrsteilnehmern. Apropos andere Verkehrsteilnehmer: Ich ärgere mich regelmäßig über die Leute, die die Ecke der kleinen Seitenstraße zuparken, und noch mehr über die Leute, die uns vorlassen, obwohl sie Vorrang haben. Grrr! So lernt mein Kind es doch nie, denk ich dann. Aber das geht wohl vielen Müttern so, vermute ich!

Tipps für das Radfahren mit Kindern

Auf der Website MoodKids.nl habe ich zufällig neulich einen alten Artikel mit guten Tipps fürs Radfahren mit Kindern gelesen. Die möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Wenn ihr in der Stadt wohnt, könnt ihr eurem Kind das Radfahren auch im Urlaub an einem Ort mit wenig Verkehr beibringen.
  • Gebt eurem Kind ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten mit Wimpel, damit sie auch hinter Autos gut zu sehen sind.
  • Üben, üben, üben. Fangt möglichst früh damit an, eurem Kind die Verkehrsregeln aktiv beizubringen. Lasst es Verkehrssituationen selbst beurteilen und Entscheidungen treffen (oder vorschlagen). Fahrt zum Beispiel zusammen mit dem Fahrrad und weist euer Kind darauf hin, worauf es achten muss. Fragt: „Wie können wir hier am besten die Straße überqueren?“oder „Wenn du dieses Schild dort siehst, was machst du dann?“
  • Denkt daran, dass Kinder niedriger auf ihrem Fahrrad sitzen als ihr selber und deshalb einen anderen Blickwinkel bzw. eine eingeschränkte Sicht haben.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es auch auf andere Verkehrsteilnehmer achtet. Dass man selber die Verkehrsregeln beachtet, bedeutet nicht, dass andere das auch tun. Bringt eurem Kind zum Beispiel bei, dass es auch bei Grün gucken muss, ob kein Auto kommt.
  • Lasst euer Kind vor euch oder an der Gehwegseite fahren und lasst es an Ecken/Kreuzungen/Seitenstraßen halten.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es bei roten Ampeln immer hinter dem LKW anhalten soll, niemals daneben.
  • Ab ca. 10-12 Jahre kann man sein Kind alleine zur Schule fahren lassen, je nachdem, wie leicht abgelenkt das Kind ist.

Und zum Schluss noch eine Anekdote: Ich weiß nicht, woher der kleine Kaaskop das hatte, aber einmal, als er über die Straße vor unserem Haus gehen wollte und ein Auto kam, trat er einfach einen Schritt auf die Straße, hob den Arm wie ein Verkehrspolizist und guckte den Autofahrer streng an. Und verflixt, der hielt erschrocken an! Peinlich… Da hab ich schon ein bisschen mit dem kleinen Kaaskop geschimpft. Macht man doch nicht!

BBQ mit den Nachbarn und das erste Zeugnis (jedenfalls fast)

Gestern abend haben wir mit unseren Nachbarn bei einer gemeinsamen Grillparty den Anfang der Schulferien in unserer Region gefeiert. Schön war das! Jede Familie steuerte etwas zu essen und zu trinken bei, und dann saßen und standen wir auf dem gemeinsamen Platz hinter unseren Reihehausgärten, ließen es uns schmecken, redeten und lachten, während die Kinder um uns herumwuselten. Sogar als die Kinder im Bett lagen und es anfing zu regnen, saßen die meisten von uns noch um den Feuerkorb unter dem Partyzelt zusammen, und trotzten mit 43-Likör und Whiskey dem Regen dieses nassen Sommers. Hoffentlich wird das Wetter im Laufe der Ferien noch besser!

Urlaubsreife Kinder und Eltern

An meinem kleinen Duracell-HasenKaaskop merkte ich eigentlich nicht, dass er urlaubsreif ist, aber die anderen Eltern erzählten, dass man wirklich merken konnte, dass das Schuljahr fast zu Ende ist: die Kinder sind müder als sonst und vor allem am letzten Schultag sind einige abends wohl zu erschöpft zum Essen gewesen. Ich bin selber auch ziemlich urlaubsreif. Ich habe mich zwar mittlerweile an meinen neuen Arbeitsweg gewöhnt, aber auf eine Pause vom alltäglichen working Mom Stress freue ich mich trotzdem. Ich bin in letzter Zeit ziemlich tüddelig (für Nicht-Norddeutsche: zerstreut), habe keine Lust zu irgendwas und überhaupt: ich will einfach Uuuuurlaub!

10-Minutengespräche und das erste Zeugnis

Und dann gab es natürlich am letzten Schultag auch noch Zeugnisse! Der kleine Kaaskop, der ja erst seit seinem 4. Geburtstag im Januar in Klasse 1/2 geht, hat zum Glück noch Schonfrist und bekam in seiner Grundschulzeugnismappe nur eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Beobachtungen seiner Lehrerin mit nach Hause. Was drin steht, hatten der große Kaaskop und ich schon letzte Woche beim 10-Minutengespräch erfahren. Kurz vor den Sommerferien werden nämlich alle Eltern zu einem 10-minütigen Eltern-Lehrer-Gespräch über die Leistungen ihrer Kinder in die Schule eingeladen. (Und nein, hier in Holland muss man da nicht auf den winzigen Holstühlchen der Kinder sitzen.) Es war ein angenehmes Gespräch, in dem wir erfuhren, dass die beiden Klassenlehrerinnen den kleinen Kaaskop als sehr „frei“ empfinden. „Eigensinnig“ wollten sie ihn nicht nennen, es war nicht negativ gemeint. Er macht gut im „Unterricht“ mit, aber er ist auch leicht abgelenkt und wenn er keine gute Erklärung bekommt, warum er etwas tun oder nicht tun soll, macht er lieber das, was er selber besser findet. Tja, das ist ja nichts Neues für uns. Ich fand es aber schön, dass die Lehrerinnen den kleinen Kaaskop auch für ziemlich schlau halten, dass sie bestätigten, dass er immer gut gelaunt ist und dass sie finden, dass er sich wohlfühlt in seiner Haut. (Also, das klingt im Deutschen jetzt irgendwie blöd. „lekker in je vel zitten“ ist doch etwas mehr. Mehr: er ist im Einklang mit sich selbst; es geht ihm (mental) gut; so etwas in diese Richtung.) Das hört man doch gerne als Mutter!

Neue Klasse, neues Fahrrad

Im „Zeugnis“ vom kleinen Kaaskop stand auch ein Satz, den ich schon aus dem Entwicklungsgespräch in der Kita kannte: „Dem kleinen Kaaskop fällt es noch schwer, zu warten,bis er dran ist.“ Tja. Kann mir gut vorstellen, dass das unter anderem daran liegt, dass er Einzelkind ist, wie eine Erzieherin in der Kita mal suggerierte. Er braucht ja zuhause selten zu warten. Nicht, dass wir ihm jeden Wunsch sofort erfüllen, aber oft gibt es einfach keinen guten Grund ihn warten zu lassen. Auch Erwachsene hassen es schließlich, warten zu müssen! Nun hätten wir mit dem neuen Fahrrad für unser kleines Schulkind eigentlich bis Weihnachten oder seinem Geburtstag warten können. Wegen Gefahr des materiellen Verwöhnens und so. Aber sorry: das alte Fahrrad war wirklich zu klein geworden! Das sah einfach doof aus, so ein großer Junge auf so einem kleinen Fahrrad. Und so gab es dank eines Spontankaufs auf marktplaats.nl (sowas wie eBay) am letzten Schultag vor den Ferien ein neues Fahrrad für den kleinen Kaaskop. Ein „Ritterfahrrad“, wie er – im Gegensatz zu uns – sofort sah. Mit dem saust er seitdem um die Häuser.

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Nach den Ferien kommt der kleine Kaaskop übrigens in eine neue Klasse. Zu den beiden Misch-Klassen 1/2 kommt nach dem Umbau der Schule nämlich eine „reine“ 1. Klasse hinzu und wird neu gemischt. Das bedeutet zwar, dass der kleine Kaaskop zwei andere Klassenlehrerinnen bekommt, aber die kennt er schon UND er kommt in die gleiche Klasse wie sein bester Kumpel aus der jetzigen Parallelklasse, hurra! Und worüber ich mich noch gefreut habe: wir haben beim 10-Minutengespräch erfahren, dass das abgelaufene halbe Schuljahr für den kleinen Kaaskop quasi die 0. Klasse war und er erst nach dem Sommer offiziell in die 1. Klasse kommt. Das heißt, er ist dann sechseinhalb, wenn er in die 3. Klasse kommt, in der die Schule richtig losgeht, mit Hausaufgaben und so (die niederländische 3. Klasse entspricht in etwa der 1. Klasse in Deutschland). Nicht, dass ich aus Sicht einer deutschen Mutter die ersten beiden Vorschuljahre besonders frei und verspielt finde, aber man nimmt, was man kriegen kann.

Jetzt kriegen wir aber erstmal die Sommerferien! Na gut, ein Woche muss ich noch arbeiten, aber dann geht’s ab an die Ostsee. Lekker nichts müssen, schön an den Strand gehen, Freunde und Familie wiedersehen…. Ich kann es kaum erwarten! Aber wo wir schon wieder beim Warten sind: mein Bett wartet. Gute Nacht!

 

Unser #Familienmoment Nr. 19 – Fahrrad fahren

Nach zweiwöchiger Pause aus traurigem Anlass gibt es diesen Mittwoch wieder einen #Familienmoment von Küstenkidsunterwegs. Und hier auch.

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Unseren Familienmoment der Woche habt ihr vielleicht am Sonntag schon auf Instagram gesehen. Ich war nämlich richtig stolz auf den kleinen Kaaskop: er ist zum ersten Mal ohne Stützräder Fahrrad gefahren!

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Mit 4 Jahren und knapp 3 Monaten ist er damit zwar nicht superfrüh dran (ich kenne Kinder, die schon mit 3 Jahren radeln konnten), aber unter unseren Nachbarskindern gibt es einige, die das erst später konnten. Das Mädchen links zum Beispiel hat zum 5. Geburtstag ein „richtiges“ Fahrrad gekriegt und kurz danach fahren gelernt. Ihre Eltern meinten, sie seien spät dran, aber das läge daran, dass sie selber fast nie mit dem Fahrrad unterwegs sind.  Dabei sind es doch Holländer! Das Mädchen rechts hat bis kurz vor ihrem 6. Geburtstag in Amerika gewohnt und kann jetzt mit 7 immer noch nicht gut Rad fahren. Das ist hier in Holland wirklich sehr ungewöhnlich, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt. Und ein anderes Nachbarsmädchen (in unserer Straße gibt es kaum Jungs) ist auch schon eine Weile 5 und kann noch nicht Fahrrad fahren. Ihr fehlt die nötige Balance.

Der kleine Kaaskop ist aber im Gegensatz zu diesem Nachbarsmädchen ganz lange Laufrad gefahren und hat da gerne und lange die Füße hochgehoben. An Gleichgewichtsgefühl fehlt es ihm jedenfalls nicht. Bisher aber wohl an Mut. Schon als er damals Laufen gelernt hat, hat er sich auch sehr lange noch festgehalten und traute sich nicht, die Hand oder Wand loszulassen. Wir hatten es schon einmal ohne Stützräder versucht, aber da haben wir die nach 5 Minuten wieder dranmachen müssen. Nun war der kleine Kaaskop aber wohl soweit. Er bestand darauf, dass ich ihn festhalte (weil in „Conni lernt Radfahren“ der Papa heimlich loslässt und Conni hinfällt) und dann fuhr er los. Ich spürte gar nicht, dass ich den Sattel festhielt und ließ nach 6 Metern wie so eine Rabenmutter doch los. Und der kleine Kaaskop fuhr weiter. Bis zum Ende der Straße. Stolz wie Hulle war er! Und ich auch. Dass er seine Angst überwunden hat und dass das Fahrradfahren auf Anhieb klappte.

Okay, zum Anfahren muss ich ihn noch festhalten. Und ja, ich weiß, dass das Anfahren das Schwierigste an der ganzen Sache ist. Das werden wir an den freien Tagen auch in der nächsten Zeit ordentlich üben. Aber große Kurven kriegt er schon hin. Zum Bremsen benutzt er noch die Füße (bzw. den Rücktritt), aber der Anfang ist gemacht. Ich freue mich jedenfalls über diesen kleinen Meilenstein!

(Fast) Ohne Worte: Wenn Holländer Fahrrad fahren…

Dieses kurze Video müsst ihr euch einfach angucken, denn es ist wirklich wahr!

Dutch cycling

Fast alles darin habe ich schon öfter gesehen, unglaublich, oder?! Fehlt nur noch die Mutter mit dem Baby im Tragetuch auf dem Fahrrad…

Das erinnert mich daran, dass ich mal gesehen habe, wie jemand freihändig durch die geschäftige Utrechter Innenstadt radelte und dabei Pommes aß! Meine Augen weiten sich selbst bei der bloßen Erinnerung daran noch vor Erstaunen, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt…

Fahrrad Nr.4

Aktuelle Zahl der Fahrräder, die ich besitze: vier. Ich bin zwar „nur“ Importkaaskop, aber wie ihr seht, leiste auch ich einen Beitrag dazu, dass es hier in Holland mehr Fahrräder gibt als Einwohner! Hier habe ich ja schon erzählt, wie es kam, dass ich drei Fahrräder habe. Das vierte habe ich Ende letzten Jahres aus folgendem Grund angeschafft:

Seit dem Umzug pendle ich nicht mehr mit Rad, Bahn und Rad zur Arbeit, sondern fahre die ganze Strecke mit dem Rad. Von unserem neuen Wohnort aus ist das einfach zeitlich günstiger. Weil mein mamafiets aber recht stabil (sprich: schwer) ist, und ein Großteil meiner neuen Fahrtstrecke nicht durch Stadtgebiet sondern zwischen zwei Dörfern liegt, ich also wenig Ampeln, Kurven und anderen Hindernissen, dafür aber relativ viel Wind und geraden Strecken begegne, habe ich mir ein Elektro-Fahrrad angeschafft! (Naja, was heißt „ich“, eigentlich ist das Fahrrad für den großen Kaaskop gedacht, weil der mit seinem kaputten Knie nicht so gut radeln kann, vor allem bei Wind nicht. Aber im Endeffekt werde ich es wohl öfter benutzen als er, also zähle ich es mal zu meinen Fahrrädern…)

Bisher hatte ich nur eine kurze Testfahrt gemacht, als wir das Rad abgeholt haben, aber hui, was ging das flott! Man merkt vor allem beim Losfahren, dass man viel schneller beschleunigt als ohne Unterstützung. Herrlich! Damit der kleine Kaaskop auf dem neuen Rad auch mitfahren kann und wir es zum Einkaufen benutzen können, haben wir günstig Fahrradtaschen und einen Zweitfahrradsitz angeschafft. Dann brauche ich auch ab sofort nicht mehr unbedingt den kleinen Kaaskop selbst befördern, wenn wir mal zu dritt unterwegs sind und muss ich mir nicht alle 10 Sekunden „Papa?! Waar ben je? Mama, waar is Papa??“ (Papa, wo bist du? Mama, wo ist Papa?) anhören, wenn der große Kaaskop vor uns radelt, wo der kleine ihn nicht sehen kann *augenroll*. Ja, das waren laaange 10 Minuten bis in die Stadt, damals..

Und das ist unser neuer flotter Drahtesel mit Motor:

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Ich hatte das Elektrofahrrad bisher noch nicht benutzt, um zur Arbeit zu radeln, denn ich wollte erst ausprobieren, ob ich das überhaupt nötig finde. Und obwohl ich die ersten Tage sehr anstrengend fand, weil ich längere Radfahrten nicht mehr gewohnt war, war ich am Ende doch zu stolz, um das „Seniorenrad“ zu nehmen. So krieg ich zumindest noch etwas Bewegung, schließlich gehe ich seit dem Umzug nicht mehr zum Bodybalance. Weil es aber auch hier letzte Woche mehr als stürmisch war, habe ich das Ding endlich mal benutzt. Auf der langen geraden Strecke zwischen den beiden Dörfern merkte ich gar nicht, dass der Motor mich unterstützte. Bis der Akku leer war! Mann, plötzlich fühlte es sich an, als hinge ein Felsbrocken an meinem Rad! Ich war wirklich heilfroh, dass der andere Akku noch Power hatte!

Als sich der Sturm zwei Tage später wieder gelegt hatte, bin ich aber wieder auf mein mamafiets umgestiegen. Da sitze ich bequemer, es steht stabiler und für die Kondition ist es auch besser. Ansonsten kann ich so ein Elektrofahrrad sehr empfehlen. Beim nächsten Sturm oder wenn es im Sommer 30 Grad im Schatten ist, leihe ich mir das auf jeden Fall wieder vom großen Kaaskop aus!

Niederländische Meisterschaft im gegen den Wind radeln

Ja, das habt ihr richtig gelesen. Auf meiner werktäglichen kurzen Fahrt mit der NS (nicht erschrecken, das ist nur die niederländische Bahngesellschaft Nederlandse Spoorwegen!) las ich in der Gratiszeitung Metro, dass am 11.12. die niederländische Meisterschaft im gegen den Wind radeln stattgefunden hat. Auf der Oosterschelde-Sturmflutwehr sind bei Windstärke 8 ca. 190 Verrückte Niederländer auf einem einfachen Fahrrad ohne Gangschaltung oder sonstigen Luxus 8,5 km durch den Sturm geradelt.

Hier seht ihr, wie sowas aussieht. Ich schließe mich der teilnehmenden Reporterin an: Warum um Himmels willen?!

Fahrräder für alle Fälle

Es ist ja kein Geheimnis, dass es in Holland mehr Fahrräder gibt als Einwohner. Am Dienstag wurde mir klar, dass ich selbst auch drei (drei!) Fahrräder besitze! Jahrelang hatte ich nur ein einfaches schwarzes omafiets ohne Handbremse (das klassische Hollandrad), aber das war leider nicht wirklich dazu geeignet, den kleinen Kaaskop damit zu transportieren. Dazu war es auch nicht stabil genug. Und deshalb habe ich mir, als der kleine Kaaskop ein paar Monate alt war, ein moederfiets gekauft. Diese Mutterfahrräder haben einen besonders stabilen, vorne etwas längeren Rahmen und einen besonders stabilen Ständer. Meins habe ich ja schon öfter gezeigt. Im Moment sieht es nach wie vor so aus:

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Das alte Rad habe ich die letzten zwei Jahre als stationsfiets benutzt. Das „Bahnhofsrad“ stand also tagein, tagaus an einem Bahnhof und wurde zum Pendeln zwischen Zug und Büro benutzt. Als mein stationsfiets vor ein paar Wochen zum wiederholten Mal kaputt ging, kaufte ich mir ein neues weil ich keine Lust hab, es ständig zu repaprieren reparieren zu lassen. Und weil das Rad 24/7 draußen steht und an Bahnhöfen immer noch öfters Fahrräder geklaut haben (vor ein paar Tagen blöderweise zufällig das 3 Jahre alte moederfiets einer guten Freundin!), kaufte ich ein relativ billiges omafiets vom Baumarkt. Diesmal in Weiß. Sieht es nicht toll aus?

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Das alte, kaputte Fahrrad habe ich auch noch. Ein Kollege hat es repariert, und so lange ich nicht über holpriges Pflaster radle, wodurch vermutlich die ausgeleierte Kette endgültig abgehen wird, kann ich es noch für Notfälle benutzen. Es steht, übersäht mit Lochfraß, ohne funktionsfähiges Licht, bei uns um die Ecke in einem öffentlichen Fahrradständer.

Und wer hätte das gedacht: der Notfall kam eher als erwartet. Diese Woche fanden nämlich am Utrechter Bahnhof umfangreiche Gleisarbeiten statt und deshalb fuhren auf „meiner“ Strecke nur 4 Züge pro Stunde und musste ich am Hauptbahnhof umsteigen, wenn ich von der Kita Richtung Arbeit wollte. Bah. Weil es morgens an den Fahrradparkplätzen am HBF aber immer so früh überfüllt ist, weil mein moederfiets wegen des Gepäckträgers vorne nicht in die zweistöckigen (ja, ja!) Stellplätze passt und weil der große Kaaskop den kleinen mit dem Rad zur Kita bringen wollte, nahm ich am Dienstag also das alte omafiets. Ha! Beim Fahrradparkplatz auf dem Smakkelaarsfeld war es schon ziemlich voll, aber ich fand noch einen Platz unten  – die oberen sind mir nicht ganz geheuer, die überlass ich lieber den echten Holländern. Ich bin gespannt, wie es da am Bahnhof aussieht, wenn alles fertig ist, 2030. Auf jeden Fall wird dort Platz sein für, haltet euch fest, 33.000 Fahrräder! Das kann man sich kaum vorstellen, oder?

Der große Kaaskop hat übrigens nur ein Fahrrad, das gleicht den Landesdurchschnitt ja wieder etwas aus. Sein bester Kumpel hat allerdings auch zwei: eins für die Innenstadt und ein teureres für längere Fahrten zu diebstahlsichereren Orten. Auf holland.com hab ich gelesen, dass es auf die ca. 16 Millionen Einwohner 18 Millionen Fahrräder kommen. Ob da die zahlreichen Wracks an den Bahnhöfen mitgezählt sind, die ohne Vorderreifen, mit aufgeplatztem Sattel und gebrochenen Speichen vor sich hin rosten, weiß ich aber nicht…

PS. Mehr über die Holländer und ihre Fahrräder könnt ihr übrigens hier lesen.

 

Helm oder nicht Helm..

Nochmal zum Thema Fahrrad.

Neulich stolperte ich über einen Artikel mit der schönen irreführenden Überschrift: „Helmpflicht auf Rad hat keine positiven Effekte„.  Huh?! Dass damit die Effekte auf die Volkswirtschaft gemeint sind, erfährt man erst im zweiten Absatz, ts. Die interessante Schlussfolgerung lautete jedoch: „Der gesellschaftliche Nutzen durch eine gesetzliche Helmpflicht in Deutschland wäre geringer als die gesellschaftlichen Kosten. Das ändert aber nichts daran, dass das Tragen eines Helms beim Radfahren die Folgen eines Unfalls reduziert. (…) Sinnvoller als eine gesetzliche Helmpflicht, um die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen, ist ein verschärftes Tempolimit für Autos, eine konsequente Kontrolle der Verkehrsregeln sowie die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer.

Vor allem dem letzten Punkt stimme ich zu. Auch wenn ich schon seit sehr langer Zeit nicht mehr in Deutschland mit dem Rad unterwegs gewesen bin und die aktuelle Lage daher nicht allzu gut kenne. Als eine Freundin mir mal erzählte, ihr Kollege fände es unverantwortlich, sein Kind im Fahrradsitz zur Kita zu transportieren, musste ich lachen. Aber dann erinnerte ich mich an die erbärmlichen Fahrradwege in der Stadt, in der ich zur Schule gegangen bin, und daran, dass man doch recht oft auf der Straße fahren muss, und da fand ich diese Ansicht dann doch nicht mehr so lachhaft. Das ist hier in Holland wirklich besser geregelt.

Nicht weiter verwunderlich, dass Holland in dem Artikel auch als großes Vorbild genannt wird: „In Ländern wie den Niederlande, wo es keine Helmpflicht gibt und die Radler den Helm strikt ablehnen, ist die Sicherheit der Radfahrer trotzdem höher als in Deutschland.(…) Dort wird so viel geradelt, wie sonst nirgends auf der Welt. Gleichzeitig ist dort das Risiko, als Fahrradfahrer zu verunglücken, so niedrig wie in keinem anderen Land. (…) Erfolgsrezept für sicheres Radfahren sind breite, gut gepflegten Fahrradspuren. Und: Rücksichtsvolles Verhalten aller Verkehrsteilnehmer.

Hihi, „rücksichtsvolles Verhalten aller Verkehrsteilnehmer“?! Davon kann man hier in Holland aber nur träumen! Die einzigen Verkehrsteilnehmer mit rücksichtsvollem Verhalten sind hier die Autofahrer. Die wissen halt, dass immer und überall unerwartet ein Radfahrer auftauchen kann, der findet, dass er Vorfahrt hat. Auch wenn er selber Rot hat. Oder aus einer Richtung kommt, aus der er gar nicht kommen dürfte. Nun will ich ja nicht alle niederländischen Radfahrer über einen Kamm scheren, es gibt sicher Ausnahmen. Aber da ist das wie mit dem Putzen: macht man es ordentlich, merkt’s kein Schwein; macht man es nicht, gibt’s Ärger.

Was ich hier so alles an asozialem Radfahrerverhalten schon gesehen hab, geht auf keine Kuhhaut. Und dem „lässig und entspannt“ am Anfang des Artikels kann ich auch nicht ganz zustimmen. Jedenfalls nicht morgens und nachmittags im Berufsverkehr. Da herrscht mitunter doch etwas Aggressivität, Hektik und allgemeine Unentspanntheit, vor allem an Stellen, wo der Radweg etwas schmal ist (also ca. doppelt so breit wie in Deutschland). Radfahren in Holland ist eigentlich ein bisschen wie Autofahren in Rom: keiner hält sich an die Regeln, aber irgendwie kommen doch alle mit heiler Haut wieder nach Hause! Was die Verkehrsregeln angeht, sind die Leute hier nämlich keineswegs streng, auch die Polizei nicht: ich stand mal mit dem Rad im Regen vor einer roten Ampel bei einer kleinen Seitenstraße, aus der wirklich nur alle 100 Jahre mal ein Auto kommt, und ich hatte widerwillig auch nur angehalten, weil an der Fußgängerampel zwei Polizisten standen. Ich war die einzige Radfahrerin, die anhielt! Und die Polizisten haben auch nix gesagt. Das einzige, was hier bei Radfahrern mal kontrolliert wird, ist das Licht am Rad. Und das auch nur in den ersten zwei Herbstwochen. Und auch dann ist die Polizei schon mit zwei irgendwo am Rad baumelnden Lämpchen aus dem 1-Euro-Shop zufrieden..

Oh, ich schweife ab. Zurück zum Helm: der kleine Kaaskop muss seinen immer auf, auch beim Laufradfahren. Ich selber habe aber keinen. Weil (Achtung, Ausreden!) ich ja nicht am Rad festgezurrt bin und beim Fallen abspringen könnte, ich fast nie auf der Straße zwischen den Autos fahren muss, die meisten Radwege breit und hobbelfrei sind, und ich mit Helm auffallen würde wie ein bunter Hund. Die einzigen Erwachsenen mit Helm sind die nervigen Rennradfahrer. (Zum Thema „Kinder und Helm“ hatte ich ja hier schon mal gebloggt.)

Im übrigen ist hier die Helmpflicht auch gerade ein Thema! Die Mofa-Fahrer sollen von den Radwegen verbannt und deshalb zum Tragen eines Helms verpflichtet werden. Damit weniger Leute Mofa fahren (die sind hier recht beliebt) und die Radwege sicherer werden. Die Fahrradfahrer ärgern sich aber natürlich über die Mofas auf den Radwegen. Noch schlimmer sind aber die vielen Motorroller auf den Radwegen. Aber darüber rege ich mich ein anderes Mal auf.

7 Tage – 7 Bilder

Hier kommt wieder mein Wochenrückblick in 7 Bildern nach einer Idee von Frische Brise.

Am Montag haben der kleine Kaaskop und ich ein wenig gebastelt. Der Aufwand meinerseits stand natürlich wieder in keinem Verhältnis zum Ergebnis und der tatsächlichen Beschäftigungsdauer des kleinen Mannes. Aber was soll’s, ihm hat’s Spaß gemacht!

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Später haben wir noch zusammen die verblühten Narzissen gegen neue boemes (bloemen=Blumen) ausgetauscht und ordentlich angegossen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass es am nächsten Tag so regnen würde…

Am Dienstag hat der große Kaaskop neue Fahrradtaschen für mich gekauft, die gerade im Angebot waren. Und gleich dran gemacht! (Nachdem ich ihm den Schlüssel für den diebstahlsicheren Fahrradsitz suchen musste, der beim Dranmachen im Weg war – und ihn auf Anhieb fand. Im Gegensatz zu ihm, denn er kann wirklich nicht suchen!) Ich freu mich sehr, dass ich jetzt wieder Fahrradtaschen am Rad hab, die sind sooo praktisch!

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Abends musste der große Kaaskop noch zum Erste-Hilfe-Kurs für Eltern, sodass ich nach dem vom kleinen Kaaskop erfolgreich in die Länge gezogenen Insbettbringen alleine spülen und hunderte 13 Brote für den nächsten Tag schmieren musste. Pff. Dafür konnte ich ungestört internetten.

Am Mittwoch wählte der kleine Kaaskop überraschend sein neues gelbes „Osterküken-T-Shirt“ von Polarn o. Pyret aus den angebotenen Klamotten aus. Er freute sich wie ein Schneekönig, dass er es anziehen durfte. „Osterküken! Oh ho!“ rief er ein paar Mal superhappy. Am Abend entdeckte er ein neues Spielzeug: meine Mini-Luftpumpe, die ich aufgrund des desolaten Zustandes meines stationsfiets immer dabei hab, wenn ich zur Arbeit pendle. (Ein stationsfiets ist ein „Bahnhofsfahrrad“ = olles Rad, das die Mühe des Klauens nicht wert ist und sich daher ausgezeichnet dazu eignet, am Wochenende an einem schlecht bewachten Bahnhof auf den nächsten Arbeitstag des pendelnden Besitzers zu warten.) Er lief den Rest des Abends luftpumpend durch’s Wohnzimmer und hätte das Ding am liebsten mit in die Badewanne genommen…

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Am Donnerstag nichts besonderes, Arbeit und das übliche Abendritual halt. Weil der kleine Kaaskop etwas knatschig war und ich genervt, durfte er die Connie-DVD gucken, während ich Essen kochte. Wieder ein neues Wort gelernt: Osterhase.

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Am Freitagabend Comfort Time mit Baileys, paaseitjes (Schokoladenostereiern) und einer Folge Downton Abbey. Oh, und der große Kaaskop hat mir spontan Tulpen mitgebracht (eine besonders großblütige Sorte).

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Am Samstag hatten wir einen topdag (super Tag)! Die Sonne schien, alle waren entspannt und gut gelaunt, nachmittags gab’s Kaffee und Kekse im Park und es wurde natürlich gespielt. Weil seit dem 1. April das Wasser auf dem Spielplatz wieder läuft und der kleine Kasskop natürlich gleich mit Schuhen an im „Brunnen“ stand, durfte er barfuß rumlaufen, bis die Sonne seine Socken wieder getrocknet hatte.

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Am Sonntag gingen wir wie geplant zum Familienschwimmen. Am Anfang wollte der kleine Kaaskop auch nicht ins große Becken, wo mit viel Gerausche so ein Wasserfallpilz lief und laute Musik gespielt wurde. Also plantschten wir erstmal eine Weile im Babybecken, in dem auch Wasserspielzeug rumlag. Als er dann „aufgetaut“ war, gingen wir noch „richtig“ schwimmen und auf die Wasserrutsche. Eigentlich wollte ich da ja alleine runter, aber als ich zum zweiten Mal anstand, kam erst ein anderer Junge aus B.’s Kita-Gruppe mit seinem Papa die Treppe hoch, und dahinter der kleine Kaaskop mit seinem.  Also rutschten wir zusammen, und es schien ihm zu gefallen, denn er wollte sofort nochmal! Nach dem Schwimmen war der kleine Mann so k.o., dass er, als ich ankündigte, er solle erstmal ein kleines Schläfchen machen, sagte: „Nee. Grote slapie!“ (Nein, großes Schläfchen!) Und dann schlief er tatsächlich fast 2,5 Stunden… Danach ging es noch auf den Spielplatz und abends gab es Pfannkuchen, mjam! Seit ich nach Holland „importiert“ worden bin, esse ich die statt mit Marmelade oder Nutella am liebsten in der Version appel-spek: mit eingebackenen Speck- und Apfelscheiben und dann lekker viel stroop (Sirup) obendrauf. Klingt erstmal komisch, ist aber sooooo lecker!

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Das war unsere Woche. Und diesmal gibt’s auch wieder ein paar Wochenenderkenntnisse:

  • Schwimmen gehen ist teuer: 11 Euro Eintritt für alle 3, zwei Cappuccino und zwei tosti’s (gegrillter Toast mit Schinken und geschmolzenem Käse) = 20 Euro. Tschacka!
  • Man ist nie zu alt für Wasserrutschen.
  • Bevor ich den kleinen Kaaskop zum peuteroverlevingszwemmen anmelde, gewöhnen wir ihn lieber erst wieder ans Schwimmbad.
  • Das Wort „Chamäleon“ gehört wirklich zum aktiven Wortschatz des kleinen Kaaskop!
  • Alle lieben Conni – auch mein kleiner B.!
  • Wenn ich will, dass der kleine Kaaskop seinen Teller leer isst, muss ich offenbar Pfannkuchen mit Apfelmus und Rosinen servieren.
  • Ich habe wohl doch etwas mütterliche Intuition: anstatt mich drauf zu verlassen, dass der große Kaaskop wie immer das Treppengitter hinter sich  zugemacht hatte, stand ich doch lieber schnell vom Bett auf und ging gucken. Da stand der kleine Kaaskop 10 cm vor der Death Trap,oh Schreck!
  • Ich sollte wirklich eins meiner Zeitschriftenabos kündigen, der Stapel ungelesener Zeitschriften wird immer höher..

 

 

 

 

 

Die Sache mit dem Fahrrad

Hier in Holland wird ja viel mehr Fahrrad gefahren als in good old Germany, das weiß ja jeder. Die Vorteile liegen auf der Hand: es ist hier schön flach und es gibt fast überall (breite) Radwege.

Zugegeben, an den Verkehr auf den Radwegen musste ich mich anfangs sehr gewöhnen: da gibt es zum Teil richtige Fahrradwegkreuzungen und „Vorsortier-Spuren“ für Links- oder Rechtsabbieger. Außerdem dürfen auch bestimmte Motorroller (scooters und bromfietsen) auf den Fahrradwegen fahren, und die sind halt a) schneller als der Durchschnittsradler und b) extrem ungeduldig – da wird schon 20 m hinter einem losgehupt, damit man Platz macht und sie ja nicht abbremsen müssen. Zurzeit laufen deswegen u.a. in Amsterdam heftige Diskussionen, ob man diese motorisierten Zweiräder nicht von den Fahrradwegen verbannen sollte.

Weil hier so viel geradelt wird und das Rad für die meisten eher billiges Transportmittel als Sportutensil ist, gibt es auch viel mehr Möglichkeiten rund um Fahrräder. Den Eindruck habe ich jedenfalls. Die bakfietsen (Lastenräder) erfreuen sich ja mittlerweile auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit, und Fahrradanhänger kennt man in Deutschland ja auch (die sind hier übrigens nicht sehr beliebt). Aber was findet ihr denn von diesem Kinderradanhänger? Und kennt ihr solche Buggyträger für’s Rad? Oder so einen Regenschirmhalter? Und wenn man öfters mal einen Erwachsenen auf dem Gepäckträger mitnimmt, z.B. nach einem Kinobesuch, sitzt man auf so einem Gepäckträgerkissen bequemer (natürlich NICHT mit einem Bein auf jeder Seite, sondern pofreundlich im Damensitz). Falls man auf diese Weise sein für den Kindersitz zu großes Kind transportieren will, kann man zusätzlich einen hoch- bzw. runterklappbaren Metallbügel als Rückenstütze montieren. Oder gleich einen Doppelsitz. Eine andere Alternative zum traditionellen Fahrradsitz ist ein Kindersattel auf der Stange, so etwas hat unser Nachbar auch (das Kind ist 3).

Wahnsinn, was? Wir haben von alldem nur einen (wenig benutzten) Buggyträger. Und ein weiteres beliebtes Fahrrad-Accessoire: den MaxiCosi-Träger! In deutschen Mütterforen habe ich ja schon sehr heftige Kommentare zum Babytransport auf dem Rad gelesen („Wenn ich die nochmal sehe, zeige ich sie an!; „Der sollte man doch das Sorgerecht entziehen!“), aber ich fand’s praktisch. Die Dinger sind TÜV-geprüft und zugelassen, und wenn ein MaxiCosi bei einem Autounfall sicher genug ist, schützt der jawohl beim Radunfall auch. Außerdem fährt man bzw. frau ja sowieso vorsichtiger und aufmerksamer, wenn man das Kind dabei hat, oder?

Weil ich wie die meisten Eltern in Holland wegen der quasi nicht vorhandenen Elternzeit den kleinen Kaaskop schon mit knapp 5 Monaten in die Kita geben musste, habe ich ihn im MaxiCosi-Träger hingeradelt:

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Es kostete mich am Anfang zwar etwas Überwindung, denn das Rad wird dadurch schon ziemlich schwer und quasi zum 2-rädrigen Lastwagen, aber wenn man den Bogen raus hat (beim Losfahren erst mit einem Fuß auf dem Pedal ein paar Schritte Anschwung nehmen, bevor man sich auf den Sattel setzt), geht es schon.  Es fühlt sich zwar etwas wacklig an, aber man gewöhnt sich dran und ich fuhr damit ja immer nur die 5 Minuten bis zur Kita. Und sicherer als das Tragetuch auf dem Rad, was ich erschreckenderweise immer öfter sehe, ist es allemal. Das ist erst recht unverantwortlich, denn darin sind die Babies wirklich total ungeschützt wenn mal was passiert. (Und ja, sowas kommt vor. Ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der so sein Baby verloren hat…)

Seit der kleine Kaaskop gut genug sitzen konnte, durfte er im Lenkersitz mit. Eigentlich wollte ich ja gleich einen Fahrradsitz für hinten, aber in den Lenkersitz passte er anfangs einfach viel besser. Und entgegen meiner Annahme, der Lenker würde dadurch zu schwer, merkt man kaum, dass da ein Kind drauf sitzt, weil es im Schwerpunkt des Rads sitzt. Und er konnte alles sehen, sodass er gerne mitfuhr.

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Den Helm setzen wir ihm aber wirklich immer auf, auch im Sommer oder wenn er  mal nicht will. Ich sehe hier in Holland leider nur wenige Kinder mit Helm. Letzte Jahr habe ich in der Zeitschrift Fabulous Mama die Ergebnisse einer Umfrage unter niederländischen Eltern gelesen – für Deutsche etwas erschreckend! 17,1 % der Kinder trägt immer einen Helm, 48,7 % nie. Finden die Eltern nicht nötig oder will das Kind angeblich nicht. Naja, das ist jawohl Gewöhnungssache! B. mault nicht, er kennt das nicht anders. Sogar Pink setzt ihrer Tochter einen Helm auf!

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(5,7 % der Umfrageteilnehmer transportiert sein Baby übrigens gern im Tragetuch auf dem Rad…)

Neulich haben wir aber doch den Fahrradsitz für hinten drauf angeschafft. Vom Gewicht her könnte B. zwar noch in de Lenkersitz (bis 15 kg) und ich finde es irgendwie gezelliger so, aber seine Beine werden zu lang und die Schulterbänder zu eng. Außerdem ist mein neuer Sattel ein Stück zu lang, sodass ich jetzt beim Absteigen meinen Rücken beugen muss, um nicht mit der Brust gegen den Fahrradsitz zu stoßen. Ach, jetzt hätte ich den wichtigsten Grund fast vergessen: ich kann kaum noch über B.’s Helm rübergucken, bin ja selber nicht so lang.

Und deshalb muss ich mich jetzt wieder an das Lkw-Gefühl gewöhnen, denn nun hängt das Gewicht wirklich fühlbar hinter mir…

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Die Fahrradtaschen mussten übrigens leider vorläufig ab, die passen nicht unter die Konstruktion. Aber ohne geht gar nicht, deshalb werde ich mich mal nach neuen umgucken, die oben im Querstück offen sind.

Wie transportiert ihr euren Nachwuchs denn so?