Von Äpfeln, Aubergine und der Überwindung eines Traumas

Gestern haben wir mal wieder Bilderbuchfamilie gespielt. Ich hatte irgendwo gelesen, dass am 26. September landesweiter Äpfelpflücktag ist und man dann bei verschiedenen Apfelplantagen gratis Äpfel pflücken kann. Und weil ich ganz im Sinne von „Collect memories, not things“ immer darauf aus bin, dem kleinen Kaaskop schöne Kindheitserinnerungen zu besorgen, mussten wir dort natürlich mitmachen.

Das Wetter war traumhaft spätsommerlich und der kleine Kaaskop hatte durchaus Lust, Äpfel zu pflücken. Er fragte bei jeder Kurve: „Wo sind denn die Äpfel?!“ Zum Glück dauerte die Fahrt nicht lange. Bei dem Hof, den wir uns aus der Liste der teilnehmenden Obstplantagen ausgesucht hatten, war viel los, aber da alles super organisiert war, machte das nichts. Gleich beim Eingang stand neben einer großen Kiste Äpfel eine Art Info-Stand, wo man erfahren konnte, was es alles zu tun gab. Außer Äpfelpflücken konnte man für 1 Euro Cupcakes verzieren, man konnte gratis Blumen pflücken, der Hofladen hatte natürlich geöffnet, für die Kinder gab es einen Streichelzoo, Sandkasten und Minirutsche und Wippe, ein Imker erklärte an seinem Honig-Stand sein Fach…. kurz gesagt: für jeden was dabei!

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Wir wollten aber erst einmal Äpfel pflücken! Für 1 Euro pro Person konnte man sich mit dem (das musste ich jetzt erst im Wörterbuch nachschlagen) Planwagen zu den Apfelbäumen bringen lassen, anstatt 10 Minuten zu Fuß zu gehen. Weil der richtige Planwagen aber schon voll war, fuhren wir im Viehtransporter mit. Bequem mit Heuballen zum Sitzen ausgestattet, gezellig!

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Bei der Apfelplantage wurde uns kurz gezeigt, wie man den Apfel pflückt (mit der Hand umschließen und nach oben wegdrehen, bis der Stiel vom Zweig abbricht) und dann durften wir losziehen und uns die schönsten Exemplare aussuchen. Es gab u.a. Elstar, Cox, Goudreinette und auch Conference-Birnen. Die neue Sorte rote (!) Golden Delicious hätte ich gerne mal probiert, aber die waren leider noch nicht reif. Der große Kaaskop ist Goudereinette-Fan (obwohl diese Sorte eher zum Backen und Musen geeignet ist) und ich mag Elstar gerne, also konzentrierten wir uns auf diese beiden. Und auf das Genießen der tollen Farben, der Herbstsonne, der Familienzeit und des Apfeldufts in der Luft!

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Und ja, ich war auch dabei, diesmal hab ich sogar Beweise! (Steh ja sonst nie auf den Fotos..)

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Wir pflückten auch ein paar Blumen auf dem Feld, aber da war fast nur noch Unkraut übrig. Der kleine Kaaskop fand es trotzdem toll, zwischen den hohen Blumen durchzulaufen!

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Mit ein paar Blümelein und 1,5 kg Äpfeln warteten wir auf den Wagen, und dieses Mal hatten wir mehr Glück und erwischten sogar den richtigen Planwagen. Mit Logenplatz für den kleinen Kaaskop, der übrigens einen der selbst gepflückten Äpfel gleich verputzte, wie ihr seht.

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Danach gab es noch eine riesige Waffel für ihn, einen HotDog für mich und einen Blaarkop-Burger (so heißt die Schafrasse des Hofs) für den großen Kaaskop. Während der kleine Kaaskop noch ein bisschen in der Herbstsonne spielte, tat ich im Hofladen mein Bestes, nicht zu viele der tollen aber teuren Dinge dort zu kaufen. Am Ende entschied ich mir für Brombeermarmelade, Apfel-Flieder-Saft und einen Kürbis, der Montag zu Suppe verarbeitet wird. Und dann ging es schnell zurück nach Hause, denn Opa kam zum Babysitten. Der große Kaaskop und ich gingen endlich, endlich mal wieder zu zweit auswärts essen! Und es war perfekt: der Bus hielt quasi vor der Tür, die Atmosphäre war schön, das Essen sehr lecker (falls es jemanden interessiert: ich hatte ein Blätterteig-Tartelette mit Ziegenkäse, Feigen, Rukola, Walnüssen und Honig, gefolgt von Melanzane Parmigiana (=Aubergine) und als Nachtisch Cheesecake mit frischen Erdbeeren. Uff!), das Personal sehr freundlich und die Unterhaltung sehr entspannt. Und Opa hat auch genossen: der kleine Kaaskop war superlieb, wollte beim Nachtisch auf seinem Schoß sitzen und hat beim Einschlafen halt Opas Hand gehalten anstatt Mamas. Awww!

Am Sonntag fuhren wir relativ spontan zu Ikea. Bei einem unerlaubten Kissenwurf war Anfang der Woche eine kleine Tischlampe zu Bruch gegangen und wir brauchten eine neue. Außerdem wollte ich noch nach ein paar anderen Dingen schauen. Als ich am Vortag vorgeschlagen hatte, am Sonntag zu Ikea zu fahren, hatte der kleine Kaaskopgerufen: „Jaaaa! Ikea!!….Aber ich will nicht ins Kinderland!!“ Er hatte nämlich offenbar immer noch ein kleines Trauma von seinem ersten Mal dort. Der Arme! Wir versicherten ihm, dass er da nicht hin müsse und stellten uns darauf ein, dass er mit uns mitgehen würde. Doch als ich im Auto fragte, ob er da nicht vielleicht doch hinwolle, sagte er zwar erst „nein“, aber 2 Minuten später wollte er plötzlich doch hin. Er wurde zusehends begeisterter vor Vorfreude und erklärte, er werde auch nicht weinen, wenn er abgeholt werden will. Und siehe da: er wollte immer noch ins Smaland-Kinderland, als wir dort vor der Tür standen! Damit hatte ich total nicht gerechnet! Ich versicherte ihm ungefragt, dass wir ihn sofort holen kommen, wenn er nicht mehr da bleiben will und sagte, er solle einfach am Tisch etwas malen gehen, wenn ihm die anderen Kinder zu wild sind, und wenn er zu uns will, solle er einfach zu der netten Frau dort sagen, dass sie uns anrufen soll. Und so kam es, dass der große Kaaskop und ich in aller Ruhe durch Ikea schlendern konnten. Erst 2 Minuten, bevor wir den kleinen Kaaskop sowieso hätten abholen müssen (länger als 45 Minuten dürfen die Kinder da nicht bleiben), wurden wir angerufen, dass er abgeholt werden will. Ich war echt superstolz auf den kleinen Kaaskop! Und das hab ich ihm natürlich auch gesagt. Er war selber auch ganz stolz und will demnächst wieder ins Smaland-Kinderland. Aber gerne doch, mein Schatz! Hihi!

Ackerfest: Trecker gucken und Kartoffeln ernten

Was war ich froh, dass ich den Newsletter vom niederländischen Naturschutzbund natuurmonumenten nicht ungelesen gelöscht habe: sonst hätten wir das Ackerfest am Sonntag verpasst und das wäre wirklich schade gewesen! Zumal das Wetter nicht wie ursprünglich vorhergesagt kühl und regnerisch war, sondern wunderschön frühherbstlich. Oder spätsommerlich, je nachdem.

Am Begrüßungsstand bekam der kleine Kaaskop für 2 Euro einen Stempel auf die Hand, damit er bei den Aktivitäten mitmachen durfte, und nachdem wir uns einen kleinen Überblick verschafft hatten, fingen wir erstmal mit „Samenbomben“ an. Das war ein bisschen wie Kneten: man nimmt 1-2 EL Erde und knetet dann viele verschiedene Blumensamen hinein und formt einen Ball. Man steckt die Samenbombe in die Erde und im Frühling bekommt man dort einen bunten Blumenteppich! Bin gespannt…

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Danach entschied sich der kleine Kaaskop für den Maltisch.

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Als das Kunstwerk fertig war,  schauten wir eine Weile den fleißigen Bienchen des Imkers nebenan zu, probierten die zwei Honigsorten und kauften ein Glas Sommerhonig, weil der noch leckerer war als der aus den Pollen der Frühlingsblümchen. Der Imker erzählte, dass Bienenvölker sich auch im Charakter voneinander unterscheiden, die sind so verschieden wie Menschen. Da gibt es besonders fleißige oder faule, zurückhaltende und freche…. Fand ich sehr interessant! Der Imker erzählte auch, dass sein Sommerhonig hauptsächlich aus Brombeerblütenpollen gemacht ist. Weil es für die Bienen hier in Holland eher viele verschiedene Blumen in kleinen Mengen gibt anstatt große Flächen von ein und derselben Pflanze (wie zum Beispiel in der Provence mit ihren Lavendelfeldern), enthält der Honig halt viele verschiedene Sorten Pollen. Aber ich kann euch sagen: Brombeerhonig ist verdammt lecker!

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Der große Kaaskop kaufte danach noch ein Bienen- und Insektenhotel und ein Vogelhäuschen zum Selberzusammebauen, und dann ließen wir uns erst mal fritierte Kartoffelstückchen (mit Schale, hmmm!) und Maiskolben schmecken. Grillfleisch und Kübissuppe gab es auch, aber dazu war es uns zu warm.

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Zur Verdauung turnte der kleine Kaaskop kurz auf dem Heuturm rum und dann machten wir uns endlich an das, wozu wir eigentlich hingefahren waren: Kartoffeln ernten!

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Anschließend durfte der kleine Kaaskop noch eine Runde Ponyreiten und dann ging es mit Zwischenstopp beim Wettbewerb „Wer zieht mit seinem Olditmer-Pflug die schönsten Furchen?“ zurück zum Auto und nach Hause, wo wir die selbstgeernteten Kartoffeln natürlich gleich beim Abendessen verputzten!

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Ein schöner Ausflug war es, danke, natuurmonumenten!

Kleine Auszeit in Drente

Wer mir auf Instagram folgt, hat wohl schon mitgekriegt, dass wir ein paar Tage Kurzurlaub gemacht haben. Wir waren mit einem befreundeten Paar und dessen Tochter in einem Landal GreenPark in Drente. Irgendwie war ich auch schon wieder urlaubsreif, obwohl wir ja erst Ende Juli noch 2 Wochen frei gehabt hatten.

Für uns 3 war es das erste Mal in einem Bungalow-Park, unsere Freunde haben schon öfter in so einem Park Urlaub gemacht und sind Landal-Fans. Und ich muss sagen: es gefiel uns auch ganz gut! Okay, die Schlafzimmer in dem etwas renovierungsbedürftigen Häuschen waren arg eng, aber das weiß man ja vorher, wenn man ein Supersonderangebot, sprich 4 Nächte für 71 Euro pro Familie, bucht. Aber das Schwimmbad war toll, die Kinder liebten das Indoor-Spielparadies, der Supermarkt des Parks war sehr gut ausgestattet und in der Nähe gab es genug Ausflugsziele für Familien.

Wir kamen am Montag Nachmittag in Aelderholt an, am Dienstag gönnte ich mir etwas Me-Time, während der Rest sich im Schwimmbad vergnügte, am Mittwoch fuhren wir in den Tierpark Emmen und unseren letzten Tag, den Donnerstag, verbrachten wir mit Plantschen im Schwimmbad, Basteln und auf dem Indoor-Spielplatz. Die beiden Kinder teilten sich ein Zimmer, und bis auf den ersten Abend, an dem ihnen das Haus ja noch fremd war und es bis halb zehn dauerte bevor sie endlich beide schliefen, klappte das prima. Und das Allerbeste: es gab jeden Morgen frische deutsche (!) Brötchen! Sogar Mohnbrötchen, nomnomnom!

Aber gut, ich lasse jetzt mal Bilder sprechen:

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Alles in Allem waren es ein paar schöne Tage, obwohl das Wetter teilweise recht herbstlich war. Der Kurzurlaub mit unseren Freunden hat uns gut gefallen, den einzigen Streit gab es zwischen den Kindern ab und zu – ziemlich unvermeidbar, wenn eines gerade in der „alles meins!“-Phase steckt und das andere gerne Recht behalten will. Wir planen schon den nächsten Freunde-Trip, aber dann auch mit den anderen beiden Pärchen unserer „Clique“ (einschließlich Kids). Mal schauen, ob das klappt!

Morgen fahren wir zu einem großen Familientreffen schwiegervaterseitig nach Friesland, dann hat uns erst mal der Alltag wieder und ich hoffe, dass ich endlich dazu kommen werde, ein paar meiner zig halbfertigen Blogartikel zu Ende zu schreiben.Und dann liegt da auch noch ein Päckchen aus Spanien, von der Andalusienmutti, dem ich mich noch widmen muss…

Julitag am Meer

Auch hier in Holland ist neulich endlich der Hochsommer eingezogen. Und genau deswegen hatte ich in der letzten Zeit selten Bock auf Blog. Ich bin kein Fan von Temperaturen über 25 Grad, denn ich vertrage Hitze nicht so gut. Der kleine Kaaskop schlief bei diesen tropischen Temperaturen auch immer erst recht spät (wer nicht?), sodass ich erst spät „Feierabend“ hatte. Und dann war die Luft einfach raus. Kennt ihr sicher.

Zur großen Enttäuschung meiner Schwiegermutter haben wir letzten Samstag dann auch noch den geplanten gemeinsamen Tag am Meer abgesagt, weil wir es uns nicht antun wollten, eine gute Stunde im heißen Auto zu sitzen, um zu ihr nach Nord-Holland zu fahren (gegen diese Hitze kam sogar die Klimaanlage im Auto nicht an). Bei den vorhergesagten 33 Grad wär es mir außerdem am Strand sicher zu heiß gewesen (und dem kleinen Kaaskop auch). Stattdessen sind wir in ein klimatisiertes Einkaufszentrum geflüchtet, wo wir u.a. rosa Jungs-T-Shirts und ein größeres Planschbecken gekauft haben und sich der kleine Kaaskop beim Springbrunnen neben unserem Lunch-Café filmreif hingepackt hat, weil er so begeistert (=schnell) zu den anderen dort spielenden Kindern gerannt ist, dass er auf dem nassen Boden ausgerutscht ist. Zum Glück knallte er erst mit dem Po und dann mit dem Kopf auf den Boden und sind Kinderköpfe erstaunlich hart im Nehmen. Memo an mich: nächstes Mal lieber die Sandalen nass werden lassen als einen aufgeschlagenen Kopf zu riskieren!

Kleine Erfrischung bei Bagels&Beans
Kleine Erfrischung bei Bagels&Beans
Altes Planschbecken als Boot im neuen - die spinnen, meine Kaasköppe!
Altes Planschbecken als Boot im neuen – die spinnen, meine Kaasköppe!

Heute sind wir aber endlich zu meiner Schwiegermutter und ans Meer gefahren! Von halb zehn morgens bis halb fünf nachmittags waren wir dort, bewaffnet mit 2 Sonnenschirmen, Strandmuschel, Picknickdecke, Sandspielzeug und und und. Es war ein wirklich schöner Tag! Der kleine Kaaskop hätte wohl den ganzen Tag in der Brandung rumrennend verbracht, wenn wir ihn nicht zwischendurch mal zum Abtrocknen/Aufwärmen oder Essen/Trinken mit zurück zu unserem Strandplatz geschleppt hätten.

Dank des „Betreuungschlüssels“ von 3:1 konnte ich auch mal längere Zeit unterm Sonnenschirm faulenzen und sogar ein paar (!) Kapitel im neuesten Shopaholic-Band lesen! Nur dass die Batterie meiner Kamera recht bald mal wieder leer war, fand ich blöd. Ein paar schöne Fotos habe ich aber noch gemacht:

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Zweihändig schippen kann er auch
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Strand-Selfie!
Springen, springen, springen!
Springen, springen, springen! Und dann n0chmal von vorn!
Pure Freude in seinen Augen!
Pure Freude in seinen Augen!

Der kleine Kaaskop sah den Wellen immer erwartungsvoll entgegen, um dann vor Freude kreischend vor ihnen wegzurennen. Einfach zu schön! Ab und zu rief er begeistert: „Da kommt ein großer Golf!“ Darüber musste ich SO lachen! Golf ist nämlich das niederländische Wort für „Welle“. Aber er sprach es nicht niederländisch (cholf) sondern deutsch aus, hihi!

Später bauten wir noch eine Burg mit richtigem Tunnel (wollte ich schon ewig mal machen!):

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Gut, ich bin ja ehrlich: diese Burg habe hauptsächlich ICH gebaut. Sehr mediativ, Sandburgenbauen! Viel Talent habe ich aber wohl nicht…sieht eher aus wie ein hungriges Sandmonster statt einer Burg mit Eingang und Fenstern, oder?

Mein eigenes hungriges kleines Sandmonster liegt mittlerweile nach diesem schönen Strandtag entsandet und gefüttert im Bett. Und ich gehe jetzt auch in die Heia; Meer macht müde!

PS. Kleiner Exkurs in sprachliches Kuddelmuddel: das Meer heißt auf Niederländisch de zee. Het meer wiederum ist der See. Außerdem bedeutet meer auch „mehr“. Gekrönt wird das Ganze vom deutschen das Meer = die See. Da soll man noch durchblicken..

Ein Tag in Artis Amsterdam

Am Himmelfahrtstag waren wir mit Freunden aus Amsterdam verabredet, um gemeinsam in den Amsterdamer Zoo Artis zu fahren. Wie viele Amsterdamer Familien haben unsere Freunde S. und W. ein Jahresabo, sodass sie auch mal zwischendurch kurz mit den Kindern in diese grüne Oase fahren können. Bei 19,95 Euro Eintritt für Erwachsene rechnet sich so ein Abo (75,95 Euro p.P.) ja schon schnell. Weil die beiden gratis Eintrittskarten für uns hatten, mussten wir nur die 16,95 Euro für den kleinen Kaaskop bezahlen, ganz schön teuer für einen Dreijährigen, fand ich! Eine Viertelstunde anstehen mussten wir auch dafür. Naja, ist halt Amsterdam, es war schönes Wetter und Feiertag!

Kurz hinterm Eingang investierten wir 2 Euro Pfand in einen Leihbuggy, weil der kleine Kaaskop da unbedingt reinwollte und wir die Dinger so witzig fanden. Er rief die ganze Zeit „brummbrmm!“, haha! Er ist aber auch viel selbst gelaufen, weil alles so interessant war.

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Wie ihr auf dem zweiten Foto seht, war es ziemlich voll. Besonders groß ist Artis auch nicht, ebenso wenig wie die Tiergehege. Vor allem das Elefantengehege fand ich arg klein. Aber es wird auch gerade Geld gesammelt, um den Parkplatz des Zoos zum Elefantengehege umzubauen. Insgesamt merkt man schon, dass Artis ein alter Stadtzoo ist. Die vielen Palmen und verschnörkelten Eisengitter weckten bei mir Assoziationen mit der Kolonialzeit. Schön grün war es auch, kein Wunder, dass im Sommer die Rasenflächen des Zoos mit picknickenden Pärchen und Familien übersäht sind, wie W. mir erzählte!

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An manchen Stellen war die Grenze zwischen Zoo und Amsterdamer Innenstadt verschwommen, irgendwie ziemlich cool!

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Am schönsten fand ich übrigens das Schmetterlingshaus. Riesige Schmetterlinge, handgroß, wirklich toll! Dummerweise erwischte man sie nur schwer mit der Kamera beim Herumflattern, und wenn sie dann mal irgendwo saßen, klappten sie ihre Flügel zusammen.Ein paar schöne Fotos hab ich trotzdem machen können.

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Zum Schluss gab es noch ein Eis und eine Kletterstunde auf dem zooeigenen Spielplatz. Und im Shop kam ich nicht an Zebra-Handpuppen-Socken für den kleinen Kaaskop und zwei sehr coolen Büchern vorbei: eins über Tiere (wusste gar nicht, dass es sooo viele verschiedene Arten Tiger und Krokodile gibt!) und eins über die Natur. Der kleine Kaaskop ist zwar noch etwas zu klein für diese Bücher, aber da der große Kaaskop keine Amsel von einer Elster unterscheiden kann, brauchten wir sie einfach schon jetzt, haha! Das Naturbuch ist übrigens aus dem Deutschen übersetzt, wie ich zuhause sah! Mal gucken, ob ich das irgendwo gebraucht auftreiben kann, damit wir alles in beiden Sprachen haben und ich nicht alle mir unbekannten Tier- und Pflanzennamen im Wörterbuch raussuchen muss.

Mein erster Naturführer (Angelika Lenz)
Mein erster Naturführer (Angelika Lenz)

Alles in allem fand ich Artis zwar interessant und sehenswert, aber es ist definitiv nicht mein Lieblingszoo. Von uns aus ist der Dierenpark Amersfoort zum Glück nicht weit, den finde ich persönlich angenehmer, weil er großzügiger angelegt ist, mehr auf Familien mit Kindern ausgerichtet und nicht so überlaufen. Billiger ist er allerdings nicht..

Kleine Memo an mich selbst: beim nächsten Zoo-Besuch besser auf die Hygiene achten! Ich vermute jedenfalls, dass der kleine Kaaskop sich mangels Händewaschen vorm (Eis-)Essen das fiese Spuck-Virus eingefangen hat, das ihn und uns die folgende Nacht um den Schlaf gebracht hat.. Zum Glück ging es ihm im Laufe des Freitags wieder besser! Hart im Nehmen, der kleine Kerl!

Wart ihr schon mal in Artis? Habt Ihr einen Lieblingszoo oder vielleicht sogar ein Zoo-Abo?

Erstes Frühlingswochenende 2015

Auch hier in Holland war dieses Wochenende traumhaftes Frühlingswetter! Der kleine Kaaskop, der den ganzen Winter nur mit Mühe vor die Tür zu kriegen war, wollte am heutigen Sonntag schon nach dem Frühstück un-be-dingt raus. Durfte er. Zu seinem Leidwesen war er der erste aus unserer Häuserreihe, der draußen war. „Waar zijn de kleine Mädchens?“, fragte er enttäuscht. Er wollte wohl wieder wie am Vortag mit ihnen um die Wette Laufrad fahren und ihr Trampolin entern.

Samstag Vormittag war Opa dagewesen, um mit ein paar Dingen im Haus zu helfen (Regalböden im Flurschrank anbringen u.Ä.), das fand der kleine Kaaskop natürlich superinteressant. Er wollte bei allem dabei sein und von nah dran zugucken. Nur wenn gebohrt werden musste, suchte er das Weite. Ich wunder mich dann immer, wie jemand, der selber so viel Krach macht, keinen Lärm mögen kann! Damit der große und der alte Kaaskop wenigstens die Vorhänge im Wohnzimmer in Ruhe aufhängen konnten, schnappte ich mir den kleinen und ging mit ihm einkaufen. Er wollte unbedingt mit dem Laufrad los, na gut. Vor dem Supermarkt kam der erste Trotzanfall: er wollte nicht in den Supermarkt, sondern im kleinen Einkaufszentrum rumfahren. Da der alte Kaaskop aber bald wieder nach Hause wollte, hatten wir dazu keine Zeit. Gebrüll. Schließlich konnte ich ihn dazu bringen, zu akzeptieren, dass wir ein anderes Mal das Einkaufszentrum erkunden würden. Kurz hinterm Eingang der nächste Streit: der kleine Kaaskop wollte unbedingt wie bei Papa auf der Getränkekistenklappe stehen. Aber das darf er bei mit nicht. Ich gab ihm die Wahl zwischen dem Einkaufswagensitz oder dem Einkaufswagen selbst. Keine Antwort. Einen eigenen Wagen wollte er offenbar auch nicht. Mittlerweile hatten schon eine alte Dame und ein Obdachlosenzeitungverkäufer ihren Käse dazu gegeben: „Du kannst aber schön singen!“ bzw. „Och, da ist aber einer traurig. Nicht weinen!“ Als ich auch auf meine Ansage „in den Wagen oder wir gehen jetzt ohne Brot für den Lunch nach Hause!“ nur Gebocke und „Wääh!“ als Antwort bekam, setzte ich den kleinen Kaaskop einfach in den Wagen und wollte los. Aber da wurde er erst richtig wild. Zum Glück sagte er diesmal, was das Problem war: er wollte doch in den Einkaufswagensitz. Reingesetzt. Ruhe. Puh!

Den Samstagnachmittag verbrachten der große Kaaskop und ich abwechselnd damit, dem kleinen Kaaskop draußen hinterher zu jagen. Die Nachbarskinder waren auch draußen mit Fahrrad usw. und im Garten des Eckhauses war das Trampolin für alle freigegeben worden. Gelegenheit, mit den neuen Nachbarn ein wenig zu plaudern (und unbewusst Elternkompetenzen zu vergleichen – aber dazu blogge ich später noch mal kurz). Wieder Zoff mit dem kleinen Kaaskop, weil er seine Jacke nicht anlassen wollte und dann auf Socken Laufrad fahren wollte. Am Ende schleppte ich den kleinen Bock mit nach Hause und bat um Ablösung. Antrag bewilligt. Der große und der kleine Kaaskop gingen zusammen den Garten umgraben, weil der kleine Kaaskop baggern wollte und der Garten eh noch gemacht werden muss.

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Nach getaner Arbeit erstmal in der Sonne ausruhen

Ich machte mir in der Zwischenzeit Gedanken über die Garteneinrichtung, bin aber noch immer unschlüssig, wie genau ich ihn haben möchte. Hm. So langsam fängt die Zeit an zu drängen, wenn wir im Sommer einen richtigen garten haben wollen…

Am Sonntag ging es wie gesagt schon nach draußen, bevor der große Kaaskop und ich angezogen waren. Während ich mit dem kleinen Kaaskop weiterbuddelte, mit Straßenkreide die Wettervorhersage malte und meine Haare von der Sonne trocknen ließ,konnte der große Kaaskop wie ich zuvor in Ruhe duschen.

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Auf Wunsch des kleinen Kaaskop mit 3 Augen..
Auf Wunsch des kleinen Kaaskop mit 3 Augen..

Nach dem Lunch fuhren wir alle zusammen einkaufen und dann radelten wir zum Wald. Dem schönen Radelwetter konnte man ja kaum widerstehen! So genau wussten wir zwar nicht, wo man tatsächlich in den Wald gelangt, aber wir fanden einen Pfad, an dem noch mehr Fahrräder geparkt standen und stellten unsere dazu. Wir waren noch keine 10 Meter gegangen, da fragte der kleine Kaaskop hoffnungsvoll: „Mama, heb je Kekse eingepackt?“ Hatte ich. Die gab’s aber erst später. Besonders lange waren wir nicht spazieren (holländische Wälder sind ja eher klein), aber schön war’s. Dem kleinen Kaaskop gefiel es auch. Nur der Modder hier und da war ihm etwas suspekt.

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Den Stock wollten wir übrigens mit nach Hause nehmen, aber ein freilaufender Hund hat ihn uns leider geklaut. Ich trug ihn gerade, als der Hund angelaufen kam und obwohl er ganz friedlich aussah, wollte ich als Hundenichtversteher mich nicht mit ihm um den Stock rangeln (er war festentschlossen!). Ich ließ los. Stock weg. Naja.

Zuhause half der kleine Kaaskop hingebungsvoll bei der Vorbereitung der „grünen Pommes“ fürs Abendessen. Gegessen hat er dann aber doch nur die gelben. (Und den Inhalt seiner alltäglichen Rohkostschüssel.)

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Frische Luft macht müde, und so ging es für den kleinen Kaaskop nach dem Essen husch, husch ohne Bad ins Bett. Mir fallen auch gleich die Augen zu, also gute Nacht und einen schönen Start in die Woche!

Zum ersten Mal im Ikea-Smaland

So schnell werden manchmal Pläne umgeworfen. Weil wir gestern auf einem Geburtstag waren und Hausarbeit erledigt haben, wollten wir heute alles ruhig angehen und nichts unternehmen. Aber dann war so schönes sonniges Wetter und wir wollten raus. Und zwar nicht nur auf den Spielplatz um die Ecke, sondern zum kinderboerderij (eine Art Streichelzoo mit Spielplatz, gibt es hier in Holland in jedem anständigen Park). Der kleine Kaaskop war am Papafreitag dort gewesen und freute sich. Sicherheitshalber checkten wir noch schnell online, ob der sonntags überhaupt auf hat. Hatte er nicht, jedenfalls nicht in den Wintermonaten. Was nun? Da einer der vielen, vielen Punkte auf meiner To-do-Liste „neue Handtücher kaufen“ war, beschlossen wir, zu Ikea zu fahren. Und vorher zum kinderboerderij im dortigen Park zu gehen. Der hatte geöffnet, hurra!

Wir guckten uns die Ziegenbabys und Esel draußen an und gingen dann noch drinnen im Stall bei den Schweinen, Kaninchen und der Ziegenmama mit den allerjüngsten Zicklein gucken.

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Danach noch auf den Spielplatz, ein bisschen wippen,klettern und Sand rutschen lassen.

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„Hau-ruck!“ – „Nog meer, papa!“

Und dann zu Ikea. Während der große Kaaskop bei der Umtauschkasse anstand, um unnötigerweise gekaufte Scharniere zurückzubringen, ging ich mit dem kleinen Kaaskop zum Smaland. Er war mittlerweile ganz heiß auf das Kinderland, denn wir hatten ihm während der Fahrt ordentlich vorgeschwärmt. Dummerweise war das Kinderland voll. Ups! Wir mussten anstehen, kein Vergnügen mit einem ungeduldigen Dreijährigen, der nicht versteht, warum die Kinder vor uns endlich reindurften und er nicht. Aber es galt: ein Kind raus, ein neues Kind rein. Nach einer Viertelstunde durfte er dann endlich auch seine Schuhe und Jacke in eine Box legen, einen Aufkleber auf den Rücken geklebt bekommen und durch die gut bewachte grüne Pforte gehen. Hurra! Er würdigte uns keines Blickes, sondern stürmte nach einem flüchtigen Kuss sofort los, Smaland zu erkunden.

Froh, dass das so gut geklappt hatte, bummelten der große Kaaskop und ich durch die Möbelausstellung. Im Schritttempo! In Ruhe! War das herrlich! Aber nach nicht mal 5 Minuten klingelte mein Handy, eine unbekannte Nummer. Und ja, es war eine Smaland-Mitarbeiterin. Der kleine Kaaskop wollte wieder abgeholt werden…

Und so war Familie 044 schon bald wieder vereint. Wir nahmen es locker, denn wir hatten schon damit gerechnet, dass es nicht lange dauern würde. War ja sein erstes Mal dort und als gerade mal drei Jahre alter Dreikäsehoch war er wirklich der kleinste da. Er wollte auch sofort auf den Arm und erzählte ein paar Mal, dass er nicht im Kinderland bleiben wollte. Also schnappten wir uns einen Wagen, setzten ihn hinein und brausten durch das Selbstbedienungslager. Handtücher, hopp, neue Seifenpumpe, hopp, zwei grüne Laternen für unser Waldschlafzimmer, hopp, hopp. Schnell in den Wagen und weiter. Nach dem Bezahlen erstmal ein Eis und Kaffee auf den Schrecken. Alle wieder entspannt und fröhlich, was will man mehr!

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(Der Nummernstempel soll sicherstellen, dass niemand ein Kind klaut. Die Farbe ging zum Glück wieder ab. Schade, ich dachte schon, ich könnte so tun, als sei ich auf einem Konzert oder so gewesen..)

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir zuhause mit Malen (guck mal einer an: Fingerfarbe geht mit einem warmen Waschlappen wieder von frisch gestrichenen weißen Wänden ab) und Duplo/Playmobil. Morgen ist Mamamontag, dafür habe ich mir etwas Besonderes ausgedacht. Bin selber schon ganz gespannt! Gute Nacht und einen guten Wochenstart!

Kleiner Nachtrag: Das Besondere war der erste Tag meines Styling-Experiments. Könnt ihr hier nachlesen!

Familienurlaub in Lappland – Teil 2

So, das hat jetzt leider etwas länger gedauert, aber da wir im neuen Haus noch gaaaanz viel streichen müssen und der Umzug Ende des Monats vorbereitet werden muss, habe ich nicht eher Zeit gefunden. Irgendwann muss man ja auch mal den Abwasch machen, Haare waschen und schlafen! Jetzt aber:

Am Mittwoch haben wir eigentlich nichts besonderes gemacht, schließlich wollten wir ja auch faulenzen und einfach das Zusammensein genießen. Nach dem Frühstück zogen wir mit dem kleinen Kaaskop zur Rentierfarm, wo wir uns die Rentiere anguckten, ein bisschen rodelten (der kleine Kaaskop ist bisher kein Fan davon!) und einen ersten Schneemann-Versuch unternahmen. Leider pappte der zauberhafte Pulverschnee kein Stück!

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Zurück im Ferienhaus machten der große und der kleine Kaaskop erstmal ein schönes Feuerchen im Kamin. So hoch im Norden wird es ja schon früh dunkel, so ab 14 Uhr dämmert es schon. Oft dachten wir: „Sollen wir schon mal anfangen mit Abendessen vorbereiten? Oh, es ist ja gerade mal 4 Uhr!“

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Abends war natürlich Aufbleiben bis Mitternacht angesagt, war ja schließlich Silvester, ächz. Wir knabberten Chips, tranken ein bisschen Baileys bzw. Whiskey und spielten unser Lieblingsspiel: 6nimmt (das Hornochsen-Spiel). Ich liebe Spiele, bei denen man nicht unbedingt eine Strategie braucht, sondern einfach auch auf gut Glück mitspielen kann. Abends bin ich nämlich meistens eh zu müde, um mich wirklich zu konzentrieren. Und ich gewann sogar ab und zu mal, ha!

Über YouTube guckten wir dann noch „Der Silvesterpunsch“ mit Ekel Alfred (gegen „Dinner for one“ wurde vom großen Kaaskop Veto eingelegt, denn diesen in Holland eher unbekannten Klassiker findet er total doof). Und um Mitternacht gab’s Champagner und gingen wir kurz raus, um uns das Feuerwerk der anderen Gäste anzugucken, die ein paar Raketen im Supermarkt gekauft hatten. Eine nahm einen (windbedingten?) unerwarteten Abstecher durch einen Baum, knallte gegen das Fenster eines anderen Ferienhauses und explodierte dann in einem Schneehaufen, huch! Zum Glück nix passiert… So lob ich mir Silvester: ein paar hübsche Raketen, keine Böller und um halb eins ist alles wieder ruhig. Herrlich!

Auch am Neujahrstag bummelten wir nur ein wenig rum. Ein Spaziergang im Wald musste aber natürlich sein, denn an den verschneiten Bäumen konnten wir uns kaum sattsehen.

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Außerdem bauten wir einen zweiten Schneemann, diesmal mit Möhre!

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Immerhin, die beiden Kinder vom Nachbarhaus fanden ihn toll.

Am 2. Januar, Freitag also, stand die Rentierschlittenfahrt auf dem Programm. Bin ich froh, dass wir alle unsere Thermoanzüge angezogen hatten, obwohl es“nur“ noch -5 Grad war! Jeder bekam seinen eigenen Schlitten mit Rentier, sodass wir eine recht lange Karawane waren und oft anhalten mussten, weil eins der Rentiere ab durch die Mitte oder nicht mehr weiterlaufen wollte. Der kleine Kaaskop saß zwischen meinen Beinen, wo ich versuchte, ihn möglichst warm zu halten, was nicht gerade leicht ist, wenn das Kind seine Handschuhe nicht anziehen will und man die Leine des Rentiers in der Hand behalten muss. Beim durch den Wald zuckeln nickte der kleine Kaaskop kurz ein, was für ein Glückmoment war das, mit einem schlafenden Kind auf dem Schoß in einem Rentierschlitten durchs Winterwonderland zu fahren! Hach…

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Die Rentiere liefen übrigens gar nicht so schnell, etwas schneller als Schritttempo. Zum Glück! Ein paar Mal legten sie einen Zahn zu und dann spritzten Einem die Schneeklumpen nur so ins Gesicht, brr! Zwischendurch machten wir ein paar Pausen, zum Rentiere füttern, Fotos machen und natürlich Kaffee trinken und Würstchen essen (und Füße auftauen).

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Am letzten Ferientag machte der große Kaaskop noch eine Husky-Schlittenfahrt, aber davon habe ich leider keine Fotos, weil ich ja nicht mit war und es schon dunkelte, als sie um 16 Uhr losfuhren. Dafür habe ich noch ein paar Fotos vom Langlaufen anzubieten, damit hatten meine Schwester und ich nämlich den Vormittag verbracht, während Onkel S. Ski lief und der große Kaaskop und die Oma den kleinen Kaaskop bespaßten. Es machte mir mal wieder viel Spaß (war erst das vierte Mal für mich), aber danach tat mit tagelang alles weh! (Guter Vorsatz fürs neue Jahr: an der Kondition arbeiten!)

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Und dann mussten wir auch schon wieder den Koffer packen für die Rückreise! Die verlief etwas relaxter als die Hinreise, weil wir nicht mitten in der Nacht zum Flughafen mussten und alle etwas ausgeschlafener und somit geduldiger waren.

Ja, und jetzt hat der Alltag uns wieder.. Naja, nicht ganz, denn es ist zurzeit etwas rummelig bei uns, weil wir ja Ende des Monats umziehen. Am Montag haben wir zum Beispiel geguckt, wie weit die Handwerker sind, am Mittwoch haben wir uns eine Grundschule für den kleinen Kaaskop angeguckt (weil die oft Wartelisten haben und er in einem Jahr schon 4 wird und dann in die Schule kommt), dieses Wochenende haben wir ganz viel geschliffen, gestrichen und gestresst… naja, es wird schon alles gut gehen. Demnächst kommen auch ein paar Fotos vom neuen Haus, versprochen!

Familienurlaub in Lappland – Teil 1

Jaaa, wir sind im Winterwonderland!!!

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Die Anreise verlief nicht ganz ohne Problemchen. Es fing schon am Vorabend an: als wir endlich auch die letzten Sachen eingepackt hatten, stellten wir die Koffer zur Sicherheit noch kurz auf die Waage. Ups, der größte wog: 32,2! Und wir durften doch nur 20kg pro Person mitnehmen… Also musste etwas wieder rausgepackt werden. Der Whiskey und Sekt für Silvester flogen als erstes raus. Dann das zweite Paar Stiefel und weitere Sachen. Immer noch zu schwer, wie konnte das denn sein?? Als ich mich auf die Waage stellte, um zu kontrollieren, ob die überhaupt stimmt, stellten wir fest, dass die auf Pfund eingestellt war! Argh! Ich wusste gar nicht, dass das geht. Also alles wieder rein in die Koffer…. Ach, da hat man zumindest eine schöne Anekdote zu erzählen!

Der Anreisetag war natürlich anstrengend: wir wurden um 3 Uhr morgens vom Taxi abgeholt und nach Schiphol Airport gebracht, wo unser Flugzeug um 6 Uhr abfliegen sollte. Der kleine Kaaskop wollte natürlich nicht aus dem Bett geholt und angezogen werden und brüllte erstmal ordentlich. Dass er im Taxi auf meinem Schoß sitzen durfte, weil das vorbestellte Taxi trotz Hinweis unsererseits keinen Kindersitz hatte, versöhnte ihn zum Glück etwas. Leider verzögerte sich der Abflug wegen Problemen mit dem Gepäcktransportsystem um eine halbe Stunde, aber dafür pennte der kleine Kaaskop während der Fahrt zur Startbahn ein und verschlief die erste Stunde des Flugs.

Der Schlitten ist eingecheckt.
Der Schlitten ist eingecheckt.

Als er wieder wach war, verbrachte er die meiste Zeit damit, zwischen seinem Platz bei mir und dem großen Kaaskop und den Plätzen von Onkel S., Tante A. und Oma hin und her zu laufen. In Rovaniemi angekommen, wartete schon der Bus, der uns in knapp 2 Stunden nach Pan Village Oulanka bringen sollte. Was war ich froh, als wir endlich da waren, denn der kleine Kaaskop weigerte sich zu schlafen, obwohl er eindeutig müde war, wie wir alle. Leider mussten wir vom Bus sofort zum gemeinsamen Info-Meeting für alle neuen Gäste. Davon habe ich dann auch nur die Hälfte mitgekriegt, weil ich mit dem kleinen Kaaskop raus ging, um die Beine zu vertreten, es ging nicht anders. Und dann konnten wir endlich in unser Ferienhaus! Wirklich toppie! Geräumig, gemütlich eingerichtet und gut ausgestattet. Die Privat-Sauna haben wir abends gleich ausprobiert, herrlich!

Erstmal mussten wir aber einkaufen und unsere Thermoanzüge bei der benachbarten Rentierfarm abholen. Die war zwar nur 300m entfernt, aber bei -21 Grad muss man auch für so einen kurzen Weg die volle Wintermontur anziehen. Und dazu hatte der kleine Kaaskop ab-so-lut keinen Bock! Mit viel Mühe konnte ich ihn in seinen Schneeanzug wrestlen und dann habe ich am Ende das wie am Spieß brüllende Kind bis zum Zielgebäude getragen, denn auf dem Schlitten sitzen wollte er auch nicht. Puh, was für eine Tortur nach einer Nacht mit nur 4 Stunden Schlaf! Und am blödesten war: es wäre gar nicht nötig gewesen, ihn mitzuschleppen. Denn der Kinder-Schneeanzug, den der große Kaaskop von einem mit einer Finnin verheirateten Kollegen bekommen hatte, und auch die gefütterten Kinder-Fäustlinge von H&M waren perfekt, und die Stiefelchen durften wir unanprobiert mitnehmen (und ggfs. umtauschen). Während wir Großen unsere Anzüge und Stiefel anprobierten, flitzte der kleine Kaaskop fröhlich in seiner Thermounterwäsche im Lager rum und als wir wieder ins Ferienhaus zurückwollten, wollte er natürlich nicht mit und das Spielchen begann von Neuem. Pfff. Aber er war halt einfach total erledigt und wenn man noch leicht verrotzt ist, tut die Kälte halt in der Nase weh (nicht jeder mag das Gefühl von gefrierenden Nasenhärchen).

Auch am nächsten Tag weigerte sich der kleine Kaaskop, die Nase vor die Tür zu stecken. Nachdem wir vormittags drinnen rumgefaulenzt hatten, schafften wir es am Ende doch, ihn kurz nach draußen zu locken. Zum Aanbeißen sah er in seiner buntgeringelten Skihose und der Zipfelmütze aus!

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Leider war es ihm nach 2 Minuten doch wieder zu kalt und er guckte uns von drinnen beim Rumalbern und Schlittenfahren zu.

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Für den Nachmittag war eine Schneemobilfahrt geplant, aber obwohl es einen geschlossenen, beheizten Anhänger für Kinder gab, beschlossen wir, den kleinen Kaaskop nicht mitzunehmen. Die Oma blieb auch im Ferienhaus, hatte sich aber wohl im Flugzeug was eingefangen und lag so krank im Bett, dass ich auch zuhause bleiben musste, um unsere kleine Frierhippe zu entertainen. Immerhin hatte ich ja schon vor 3 Jahren in unserem ersten Lappland-Urlaub (ohne Kind) so eine Fahrt gemacht und ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich auch gar keine Lust auf das Gedröhn der Motoren und den Dieselgeruch hatte. (Typisch holländisch: da wir ja für 5 bzw. 6 Personen bezahlt hatten und nur 3 von uns mitfuhren, bestand der große Kaaskop bei der Pause darauf, dass sie jeder 2 Donuts bekamen anstatt nur einem pro Kopf…)

Als die anderen wieder da waren, machte der große Kaaskop erstmal ein ordentliches Feuer im Kamin dann gab es Abendessen und war es Schlafenszeit für den kleinen Kaaskop. Weil es keine richtigen Doppelbetten gibt, bauten wir das Schlafzimmer ein wenig um, damit der kleine Nichtdurchschläfer trotzdem zwischen Mama und Papa schlafen kann.

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Vorher
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Nachher

Der große Kaaskop und ich gingen kurz in die Sauna und bekamen als Betthupferl noch etwas zu lachen: einer der anderen beiden hatte den in einer kleinen Plastikflasche mitgebrachten Whiskey als Limonadensirup angesehen und damit Limonade gemacht…. Der Satz: „Ist das eigentlich Birne oder Apfel?“ wird bei uns noch lange für Gelächter sorgen!

Heute, also am Dienstag, machten Tante A., Onkel S. und ich nach dem Frühstück einen Spaziergang ins 3 km entfernte Ski-Dorf. Keine Ahnung, wie die Kartenmacher auf 3 km kamen, wir sind überzeugt, dass es viel weiter ist! Zum Glück war der Schnee auf dem Weg ziemlich plattgefahren und war es heute nur noch -7 Grad. Die Aussicht entschädigte jedenfalls für die Strapazen, auch wenn es bewölkt war!

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Allein für den Rückweg brauchten wir 45 Minuten. Die Schneestiefel und Anzüge sind recht schwer und da Tante A. und mir die Beine schwer wurden, griff ich in die Mutti-Trickkiste und machte ein Spiel draus: ein gefrorener Schneeklumpen war unser Fußball und dann hieß es, den ganzen Weg Schneeklumpen kicken und dazu alberne Sportkommentatoren-Kommentare von sich zu geben. Zum Glück ist auf finnischen Wegen ja nicht viel los und hörte und sah uns niemand!

Als wir endlich die ersten Häuser unseres kleinen Feriendorfs sahen, ließ ich mich zum Abschluss noch theatralisch dankbar auf die Knie sacken. Viel Zeit zum Verschnaufen hatten wir aber nicht, denn nur eine Dreiviertelstunde später stand das Taxi vor der Tür, das uns zum Supermarkt im 13km entfernten Salla bringen sollte. Wir hatten nämlich gedacht, dass der 8 Euro teure Pendelbus jeden Tag oder zumindest mehrmals fahren würde, doch er fuhr nur einmal wöchtenlich und so hatten wir am Sonntag nicht genug Essen für die ganze Woche eingekauft. 60 Euro Fahrtkosten zum Supermarkt und zurück, das muss uns erstmal einer nachmachen! Naja, wir machten einen Familienausflug daraus und sahen das Ganze locker.

Einkaufen ist in Finnland übrigens auch eine Herausforderung, wenn man kein Finnisch spricht! Beim ersten Einkauf stand ja noch überall auch die schwedische Bezeichnung auf den Produkten und das können meine Schwester und ich. Aber bei diesem größern Supermarkt stand überall nur Finnisch. Jetzt braucht man zwar nicht unbedingt wissen, was „Zucchini“ auf Finnisch heißt, um eine in den Einkaufswagen zu legen, aber man musste das Gemüse selbst abwiegen und es standen keine Bilder auf den Tasten der Waage! Sehr frustrierend, wenn dann die Anzahl der Schilder und die Anzahl der Gemüsefächer darunter nicht miteinander übereinstimmen… Nach dem ersten Einkauf hatte einer von uns übrigens auch aus Versehen die Marmelade eingefroren, weil die in ihrem Plastikbecher wie Himbeereis aussah, hihi!

Zum Abendessen gab es oberleckeren frischen Lachs – man gönnt sich ja sonst nichts! Für morgen ist Schneemannbauen und Schlittenfahren geplant und die Sonne soll auch endlich rauskommen, heißt es. Da der große Kaaskop es geschafft hat, den kleinen Kaaskop ohne Gemaule mit nach draußen zu kriegen, als wir anderen „spazieren“ waren, bin ich guter Hoffnung, dass der morgen auch mit rauskommt. Er war jedenfalls Feuer und Flamme, als ich sagte, wir würden dem Schneemann dann eine richtige Möhre als Nase ins Gesicht stecken, wie bei „Jan und Julia in den Bergen“.

So, und jetzt werde ich noch kurz rausgehen, heute ist die  Wahrscheinlichkeit auf Nordlicht nämlich ganz gut! Hyvää yötä! (Gute Nacht)

 

7 Tage – 7 Bilder

Auch diese Woche wieder etwas verspätet mein Wochenrückblick in 7 Bildern.

Am Montag weihten wir die neue eigene Seife des kleinen Kaaskop ein. Weil er sich oft gegen das Händewaschen sträubt, durfte er sich eine eigene, etwas attraktivere Seife aussuchen. Und was soll ich sagen? Die „princessenzeep“ wirkt! (Das Dora-Schaumbad gab’s aus ähnlichem Grund dazu. Wirkt auch super.)

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Am Dienstag Arbeit und Kita, nix Besonderes.

Am Mittwoch hatten wir mal wieder ein klassisches ParentsFail. Der kleine Kaaskop durfte ein paar Duplo-Figuren mit ins Bad nehmen. Warum nicht?, dachten wir uns. Leider fing der kleine Rabauke Kaaskop irgendwann an, aufzustehen und sich dann wieder ins Wasser plumpsen zu lassen. Natürlich versuchten wir ihn zu überreden, das zu unterlassen, aber weil es gar nicht mal so sehr spritzte, taten wir das wohl nicht wirklich überzeugend genug und wurden wir ignoriert. Bis die unterm Schaum vergessene evil Schildkröte ihre Anwesenheit subtil bemerkbar machte dem Geplantsche gnadenlos ein Ende bereitete! Der kleine Kaaskop plumpste genau mit dem Popo drauf, autsch! Eine blutige Schramme und ein blauer Fleck waren das Ergebnis… Ab sofort keine Duplos mehr mit ins Bad!

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Am Donnerstag kam ein kleines Playmobil-Päckchen für mich an. Jawohl für mich! Ich hatte nämlich irgendwo gelesen, dass Playmobil in Zusammenarbeit mit dem Rijksmuseum „Het melkmeisje“ von Vermeer produziert hat, und die musste ich einfach haben. Gibt’s im Rijksmuseum Shop oder bei Playmobil.nl

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Am Freitag musste der große Kaaskop wieder einige Dinge für’s neue Haus abholen und damit der kleine Kaaskop nicht den ganzen Tag im Auto mit rumgeschleppt wird, arbeitete ich nachmittags von zuhause aus.

Am Samstag machten wir einen Ausflug nach Schiphol Amsterdam Airport. Damit der kleine Kaaskop nach Weihnachten, wenn wir nach Lappland fliegen (yay!) nicht komplett überrumpelt wird vom Flughafen, wollten wir ihm den schon mal zeigen. So ganz wie in „Connis erster Flug“ ist das ja schließlich nicht. Der kleine Kaaskop durfte auf einem Kofferkarren stehend bis zum Eincheck-Bereich fahren, die er leider nicht sehr interessant fand. Es gab dort auch nicht wirklich viel zu sehen. Also erstmal zum Restaurant an der Aussichtsterrasse und was essen, war ja schließlich schon Mittag. Da es dort auch einen schönen Spielbereich gibt, aß der kleine Kaaskop allerdings nicht viel, denn er war zu sehr damit beschäftigt, mit den anderen Kindern zu klettern und zu rutschen. Die beiden belegten Brötchen, eine Suppe und zwei Cappuccino für insgesamt Drei.Und.Zwanzig.Euro! konnten wir Eltern also alleine verputzen. Danach gingen wir raus auf die Panoramaterrasse, wo auch eine ausrangierte Fokker100 zu besichtigen war. Kinders, was wehte dort ein kalter Wind, brr! Und es roch nach Kerosin. Aber toll war es trotzdem, all die Flugzeuge, die Geschäftigkeit auf dem Rollfeld…

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Am Sonntag wurden natürlich Plätzchen gebacken und ich pfuschte noch schnell ein Adventsgesteck zusammen. Der kleine Kaaskop fand die Kerze sehr faszinierend, wir haben nämlich nie Kerzen an, wenn er wach ist. Zwischenden Sternen und Tannebäumen verstecken sich übrigens auch ein paar Autos auf dem Nikolausteller meiner lieben Omi…Boys will be boys!

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So, das war unsere Woche. Mal sehen, ob es morgen wirklich so a….kalt ist wie vorhergesagt! Der große Kaaskop meinte schon, als er nach Hause kam: „Vielleicht sollten wir doch noch schnell umbuchen und lieber in den Süden fliegen!“ Zum Glück meinte er das aber nicht ernst, denn ich freu mich schon sehr auf unseren Winterwunderlandurlaub!