Tatü-tata: So war der Polizeigeburtstag

Nach den beiden Feuerwehrtorten zum 3. und 4. Geburtstag wünschte sich der kleine Kaaskop zu seinem 5. Geburtstag eine Polizeitorte. Und zwar nicht für die Feier mit der Familie sondern für seinen Kindergeburtstag. „Na gut“, dachte ich, „dann machen wir gleich ’ne Mottoparty daraus.“

Eigentlich graute mir ein wenig vor dem Kindergeburtstag: der wuseligen, aufgeregten Kinderbande, dem Lärm, dem Koordinierenmüssen…. Ich bin ganz froh, dass nur einmal im Jahr Geburtstag ist! Die Vorbereitungen machten mir aber Spaß. Ich scrollte mich durch Pinterest und andere Websites, entwarf eine Torte (so schlicht wie möglich, damit der Arbeitsaufwand überschaubar bleibt), schrieb Listen (ich liebe Listen!), …. und diskutierte mit dem kleinen Kaaskop, wen er denn einladen würde. Fünf Kinder durfte er einladen, und sozial wie er ist, wollte er auch die Schwester seines besten Freundes UND deren beste Freundin einladen. Weil sein bester Freund doch so gerne mit seiner Schwester zusammen ist… Die Schwester ist aber zwei Jahre älter, scheint mir wirklich kein Fan von wilden Polizeipartys zu sein und ihre Freundin kenne ich überhaupt nicht! Zum Glück konnten der große Kaaskop und ich den kleinen Kaaskop überzeugen, dass er besser zwei andere Kinder einladen sollte, mit denen er in der Pause und in der BSO selber auch spielt.

Die Vorbereitungen

Ich bestellte im Internet Polizeiparty-Einladungskarten und passende Tröten für die Mitgebseltüte, besorgte Spielhandschellen und eine echt aussehende Wasserpistole (na gut, sie war orange), Bastelkram, Fondant… Den Biscuit-Boden backte ich schon am Wochenende vor der Feier und fror ihn ein. Abends wurde ausgeschnitten, geklebt und sortiert, und am Abend vor der Feier bereitete ich die Fondantbilder für die Polizeitorte vor. Ich hatte mich für eine kleine Torte entschieden, weil ja nur 6 Kinder davon essen würden. (Ha!) Dummerweise bedeutete das auch, dass die Fondantteile auch klein sein mussten, ganz schön fummelig wurde das.

Ich war auch nicht so superzufrieden mit dem Ergebnis, aber ist ja nicht für einen Backwettbewerb, und der kleine Kaaskop fand sie toll. Und das ist schließlich die Hauptsache!

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Fertige Polizeitorte

Mit meinen Basteleien war ich aber zufrieden, und mit dem geplanten Programm auch.

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Basteleien für die Polizeiparty

Der Plan

Die Feier war für 14-17 Uhr geplant. Es sollte losgehen mit Torte essen und Geschenke auspacken, danach die Polizeiprüfung für das Polizeidiplom, das die Kinder am Ende bekommen sollten. Dafür sollten sie mit dem Laufrad einen Slalom-Parcours fahren, durch einen Krabbeltunnel kriechen, mit der Wasserpistole auf eine Zielscheibe schießen, einander festnehmen und (statt Fingerabdruck nehmen) einen Schuhabdruck dem richtigen Paar Schuhe zuordnen.

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Schuhabdruck zuordnen

Als letztes sollten sie dann noch eine eigene Polizeikappe basteln. Danach wollten wir noch Polizeibingo spielen, und die übrige Zeit mit frei spielen verbringen. Soweit der Plan! Aber dann kam es natürlich etwas anders…

Die Polizeiparty

Am Morgen der Feier musste der kleine Kaaskop wie jeden Freitag zur Schule. Währenddessen wollte ich die Torte verzieren, die Klos putzen (den Rest des Hauses natürlich nicht! Das macht man schlauerweise NACH dem Kindergeburtstag!) und mich mental auf den Trubel vorbereiten. Der große Kaaskop wollte Home Office machen. Tatsächlich verbrachte er aber einige Zeit in der Küche, denn ich hatte festgestellt, dass ich die Buttercreme im Tiefkühl nicht mehr benutzen konnte und deshalb neue machen musste. Wenn man nur ein Handrührgerät hat, ist es aber ziemlich schwierig, ohne ein zweites Paar Hände Butter zu mixen und gleichzeitig portionsweise Puderzucker hineinzusieben! Das Fondant musste ich auch noch strecken (sprich: ein zweites Mal gründlich kneten, bis sich das weiße gut mit dem blauen vermischt hatte), damit ich genug für die ganze Torte hatte. Zum Ausruhen kam ich also gar nicht, meh.

Um 12.15 Uhr holte ich den kleinen Kaaskop und einen der Gäste, der normalerweise freitags in den Hort geht, aus der Schule ab, es gab Mittagessen und die beiden spielten friedlich zusammen. Um 14 Uhr ging es dann los. Weil der kleine Kaaskop da gerade mit seinem Freund im Garten spielte, liefen die neu angekommenen Gäste auch gleich dorthin. Das Wetter war ja auch super! Wir ließen die Kinder eine Weile spielen und beschlossen dann, als sie etwas zu wild wurden, statt mit Torte und Geschenke auspacken erst die Polizeiprüfung anzugehen. Mann, was für ein Gewusel! Als ich die Handschellen und die Wasserpistole holte, rannten alle Jungs auf mich zu wie hungrige Wölfe und bettelten, dass sie die als erster haben wollten. Ich kam kaum dazu, zu erklären, was sie damit tun sollten. Und der große Kaaskop und ich hatten nicht gut abgesprochen, in welcher Reihenfolge die Kinder ihre Prüfung machen sollten. Ich dachte, einer nach dem anderen, aber ziemlich bald waren drei gleichzeitig am Slalomfahren, krabbeln und schießen. Puh! Ich hatte jedenfalls leider kaum Gelegenheit, ein paar schöne Fotos zu machen. Naja. Make memories, not pictures, heißt es ja…

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Beim Handschellenanlegen kam es natürlich auch zum Streit, wer denn jetzt der Dieb sein sollte, ob der sich absichtlich fangen lassen sollte oder nicht, wohin er flüchten durfte, wie fest man die Handschellen schließen sollte und ob der Gefangene danach zur Polizeiwache (=Mama) gebracht werden sollte. Ich hatte zwar vorher mindestens zweimal gesagt, dass der „Polizist“ den Gefangenen nach dem Festnehmen NICHT an den Handschellen irgendwo hin ziehen sollte, weil das weh tut, aber auf mich hört ja nie jemand.

Um die kleinen Wilden etwas zu beruhigen, verordneten wir danach Geschenke auspacken und Torte. Der kleine Kaaskop freute sich über Puzzel, Malbuch, Transformerdingsbums von VTech, einen Lego Creator Rennwagen und Polizeizeugs aus dem Billigladen und dann lotsten wir die Jungs zum Tisch, wo die Torte stand. Aber. FAST KEINER HAT DAVON GEGESSEN!! Alle wollten ein Stück von dem Polizeiauto oder nur Fondant, einer hat zumindest noch ein paar Bissen von dem Biscuit gegessen, aber die Sahne mit den frischen Heidelbeeren (Wunschfüllung des kleinen Kaaskop) haben sie fast all verschmäht. Ich dachte, alle Kinder mögen Torte mit Sahne, aber nein. Das Fondant, ja, aber Heidelbeeren mochten sie nicht, die Schicht Erdbeermarmelade unter der Sahne auch nicht… Nur der kleine Kaaskop hat sein Stück aufgegessen. Und der Junge, der angeblich keine Torte mag und an seinem eigenen Geburtstag lieber ein Stück Honigkuchen wollte.

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Nach dem Torte-nicht-essen spielten die Jungs ein wenig und dann ging es noch ab auf den Spielplatz, wo ich die meiste Zeit als Anschubser bei der Seilbahn stand und der Rest der Truppe es sich auf der großen Netzschaukel gemütlich machte. Als wir wieder zurück kamen, hatte der große Kaaskop schon den Bingotisch vorbereitet und gab es etwas zu trinken.

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Polizeibingo mit Smarties

Dummerweise hatte ich nur einen Preis besorgt (einen Viererpack PawPatrol-Gelstifte), aber drei von den sechs Jungs hatten gleichzeitig eine Karte voll und die anderen drei hatten auch das gleiche Bild als letztes. Dabei hatte ich doch so drauf geachtet, die Bilder gut zu verteilen. Hm. jedenfalls kriegten die drie Hauptgewinner jeweils einen Stift und die anderen drei bekamen eine der überschüssigen Polizeitröten.

Danach durften die Jungs die Fußspuren raten und ihren Daumenabdruck auf ihren Polizeiausweis drücken und dann bekamen sie von mir ihr „Diplom“, den ausgefüllten Ausweis, eine Polizeimarke und eine Polizeibrosche. Die Bastelvorlagen für die Polizeikappe steckte ich in die Mitgebseltüten, denn zum Basteln hatten wir keine Zeit mehr. Pünktlich um 17 Uhr wurden die Gäste abgeholt, phew.

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Inhalt der Mitgebseltüte (Die Mickey’s sind aus Schokolade und der Frosch ist ein Radiergummi.)

Das Fazit

Ich hörte von mehreren Eltern, dass ihr Kind die Feier toll fand, und der beste Freund des kleinen Kaaskop trug seine Polizeibrosche sogar mehrmals zur Schule. Der kleine Kaaskop war happy mit seiner Polizeiparty und ich war auch recht zufrieden. War schließlich unser erstes Mal. Aber die Motivtorte gibt es nächstes Jahr nur auf der Große-Leute-Feier! Für die Kinder gibt’s dann Cupcakes oder Blechkuchen oder so. Und den Ablauf der Aktivitäten müssen der große Kaaskop und ich auch besser vorher absprechen. Ansonsten sollte man sich nicht so verrückt machen, einfach auf sich zukommen lassen, und wenn die Kinder einfach nur schön miteinander spielen, streicht man einfach halt ein paar der vorbereiteten Programmpunkte. Wir wollten eigentlich auch noch koekhappen mit Handschellen um machen, aber dazu sind wir gar nicht gekommen. So what.

Wie handhabt ihr das mit den Kindergeburtstagen? Einfach spielen lassen, Themaparty veranstalten, auswärts feiern oder gar jemanden engagieren, der euch die Arbeit abnimmt?

PS. Falls ihr noch Ideen sucht für einen Kindergeburtstag mit dem Thema Polizei, vielleicht hilft euch ja meine Pinterest-Pinnwand weiter.

Ein richtiger Junge

Der kleine Kaaskop ist ein richtiger Junge, wie es so schön heißt. (Gibt es denn auch falsche?) Er ist laut, sehr beweglich und will immer Action. Selbst in erkältetem oder sonstwie friebrigem Zustand ist Stillsitzen oder Mittagsschläfchen bei ihm nicht drin. Er könnte ja was verpassen! Neulich habe ich einen Artikel über ADHD gelesen, und habe erschrocken festgestellt, dass viele dort genannte Merkmale auf den kleinen Kaaskop zutreffen. Allerdings: auf den großen Kaaskop, mich und viele andere Leute, die ich kenne, teilweise auch. Tja. Ich weigere mich jedenfalls, dem kleinen Kaaskop jetzt schon ein Etikett zu verpassen (er ist erst dreieinhalb!) und protestiere immer lautstark, wenn der große Kaaskop (ein bisschen stolz, weil: richtiger Junge) verkündet, dass der kleine Kaaskop sich nie lange auf eine Sache konzentrieren kann. Denn das stimmt einfach nicht! Beim Malen, Kneten, Duplospielen, Puzzeln usw. ist er wirklich lange konzentriert dabei, finde ich.

Neulich stolperte ich zufällig über einen Artikel, in dem 10 positive Eigenschaften von „wilden“ Kindern genannt werden, und siehe da: auch davon trafen viele auf den kleinen Kaaskop zu! Diese Liste sollte ich mir mal öfter anschauen (und der große Kaaskop auch)! Falls ihr auch ein Kind habt, das immer „Hummeln im Hintern“ hat und deshalb manchmal eure Nerven arg strapaziert, vielleicht tröstet euch diese Liste ja auch ein wenig:

  • Kinder mit viel Energie wollen vor allem immer in Bewegung sein. Sie sind deshalb super Einkaufshilfen und in der Schule tolle Kaffeeholer für die Lehrer. (Check! Der kleine Kaaskop flitzt gerne voraus/auf den Dachboden/etc., um etwas für mich zu holen.)
  • Sie sind oft sehr kreativ. Sie denken sich die tollsten Geschichten aus und können völlig in ihrem Spiel aufgehen. (Check! Der kleine Kaaskop will zwar immer, dass ich mitspiele, aber wenn er erstmal dabei ist, kann ich mich unauffällig aus dem Spiel heraushalten: er übernimmt die Stimmen aller Duplo-Männchen selbst.)
  • Es ist doch schön, wenn ein Kind tagsüber beim Beobachten eines fallenden Blatts oder eines Vogels auf der Fensterbank vor sich hin träumt! Viele Menschen müssen erst einen Mindfulness-Kurs machen, bevor sie das können. (Check! Gemeint ist wohl, dass das Kind sich durch solche Dinge leicht ablenken lässt und erstmal eine Weile damit beschäftigt ist. Erst letzten Montag noch stand ich eine Viertelstunde neben meinem Rad und habe dem kleinen Kaaskop beim Aufpulen von Eicheln zugeschaut.)
  • Handeln ohne nachzudenken hat auch so seine Vorteile: ein „überaktives“ Kind folgt nicht blind der Masse. Und seine Klassenkameraden sind bestimmt beeindruckt, wenn er sich als einziger vom 5-Meter-Brett traut. (Check! Auf dem Spielplatz beeindruckt der kleine Kaaskop immer wieder andere Eltern mit seinen gewagten Kletterkünsten. Und mich auch. Huahh….)
  • Das empathische Vermögen „überaktiver“ Kinder ist meist stark ausgeprägt. Sie sind als Freund lieb und engagiert. (Check! Aber sowas von! Klar kann er auch mal gemein sein, aber er ist schon als Baby zu weinenden anderen Babys in seiner Kita-Gruppe hingekrabbelt, um sie zu trösten.)
  • Sie haben oft Auge für Details. Es ist doch toll, wenn deinem Kind auffällt, dass du ein neues T-Shirt trägst?! (Check! Oder dass du einen winzigen Pickel zwischen den Augenbrauen hast, den du selbst noch nicht bemerkt hast…)
  • „Überaktive“ Kinder können wie kein anderer Schwung in langweilige Partys bringen. Wenn niemand sich traut zu tanzen, stehen SIE schon bei den ersten Takten auf der Tanzfläche (siehe auch 1, 2, 3 und 4). (Check! Das mit dem Tanzen weiß ich zwar nicht, aber der kleine Kaaskop liebt Trubel und sorgt gerne für Trubel.)
  • Ihr guter Sinn für Humor sorgt dafür, dass sie sogar über die schlechten Witze des Hausmeisters lachen können (siehe auch Punkt 5). (Check! Hauptsache, es gibt was zu lachen, glucksen oder kichern. Im Moment ist der Satz „Es gibt solche und solche Püpse“ aus dem Buch „Der kleine Drache Kokosnuss und die Reise zum Nordpol“ DER Brüller.)
  • Gibt es ein Problem? Sie denken sich eine Lösung aus. Vielleicht nicht immer die praktischste, aber sie tun zumindest etwas. (Check! Auch wenn seine Lösung nicht immer eine wirkliche Lösung ist…)
  • Die Katze freut sich am Sonntagmorgen tierisch über die unglaubliche Energie und das geringe Schlafbedürfnis deines Kindes. Dann kriegt sie zumindest von einem in der Familie vor 10 Uhr etwas Aufmerksamkeit. (Oh! Wäre das ein Mittel, damit Mama und Papa sonntags etwas länger im Bett bleiben können? Oder bringt der kleine Kaaskop das Tier dann mit ins Schlafzimmer und ruft: „Die Katze hat auch Hunger! Aufstehen!“..Äh…lieber nicht..)

(Den niederländischen Artikel findet ihr übrigens hier.)

Ist das noch normal?

Der kleine Kaaskop ist ja eher wild und sitzt nur selten mal still. Er muss immer rennen, rennen, klettern, springen, rennen. Die paar Spiele, die wir haben, verstauben leider im Schrank. Dabei gibt es schon für seine Altersgruppe so viele tolle Spiele! Ich werde immer ein wenig neidisch, wenn ich auf Facebook oder Blogs andere Kinder im gleichen Alter Brett- oder Kartenspiele machen sehe. Zum zweiten Geburtstag zum Beispiel hat der kleine Kaaskop den Klassiker „Mein erster Obstgarten“ bekommen. Die Male, dass wir dieses wirklich simple Spiel nach den Regeln zu Ende gespielt haben, kann ich an einer Hand abzählen. Der kleine Kaaskop macht lieber seine eigenen Regeln und ist da auch sehr eigenwillig. Er würfelt einfach zweimal hintereinander. Oder nimmst sich zwei Pflaumen statt einer. Und wenn er nicht will, dass der Rabe die Äpfel frisst, setzt er ihn einfach zurück in den Karton oder nimmt schnell alles noch hängende Obst weg.

Neulich habe ich mal wieder versucht, mit dem kleinen Kaaskop eins der Spiele aus dem zum 3. Geburtstag bekommenen Spieleschatz von Haba zu spielen. Eine Art „Mensch ärgere dich nicht“ mit zwei statt vier Spielfiguren pro Spieler. Aber selbst so etwas einfaches wie abwechselnd würfeln und dann die angegebene Augenzahl vorrücken, ist bei meinem Sohn nicht drin. Er stellt nach zweimal Würfeln lieber die beiden Schafe in den Kuhstall, die Kühe in den Pferdestall usw. Und ich soll dann den Bauern nehmen und ihn sagen lassen: „He! Was macht ihr denn im Kuhstall, Schweine?! Hopp, zurück in euren eigenen!“

Ich finde das immer sehr frustrierend. Klar, er hat seinen Spaß, und das ist ja auch wichtig. Aber abgesehen davon, dass ich meiner Nerven wegen gerne mal ein paar Minuten etwas ruhiges mit ihm spielen würde, mache ich mir da sofort Sorgen, ob er nicht doch „anders“ ist. Ob er ADHS hat, oder einen niedrigen Intelligenzquotienten, oder so. Obwohl ich eigentlich weiß, dass das Quatsch ist! Er ist ein Junge, die brauchen halt Action. Und kurze Aufmerksamkeitsspannen sind auch normal in dem Alter, oder? Dumm ist er auch nicht, wenn ich seinen besserwisserischen Antworten glauben kann. Ich: „Kleiner Kaaskop! Wir werfen nicht mit Spielzeug rum!“ – Er: „Aber das ist kein Spielzeug, das ist ein Kuscheltier, Mama!“ *augenroll* Neulich hat er Terz gemacht, weil ich ihm die falsche LittlePeople-Figur angeboten habe zum „Retten“ eines in der Badewanne ertrunkenen MyLittlePony. „Aber die hat die Hände in den Taschen!“, protestierte er. Er weiß, dass es Montag ist, wenn ich mit ihm zuhause bin, und Freitag, wenn der große Kaaskop mit ihm zuhause ist, während ich arbeiten gehe. Überhaupt sagt er oft ziemlich schlaue Sachen, finde ich.

Trotzdem. Warum kann er nicht nach einfachsten Regeln spielen? Ist das normal? Eigentlich kenne ich die Antwort: Ja, das ist normal. Diese Spiele sind ab 3 und die Entwicklungsunterschiede in dem Alter sind groß. Er ist ja auch gerade erst 3 geworden! Der freundliche Mann aus dem mittlerweile offenbar geschlossenen Holzspielzeugladen in Kiel, bei dem ich in meinen noch kinderlosen Tagen mal ein Geburtstagsgeschenk für eine Zweijährige gekauft habe, meinte auch, die Altersangaben sollte man nicht so ernst nehmen. Und vermutlich ist der kleine Kaaskop einfach in anderen Bereichen weiter als die Kinder, die ruhig am Tisch sitzen und Brettspiele spielen.

Die Sorgen bleiben aber, denn auch wenn das mit dem Spielen nach Regeln vermutlich eine Frage des Alters und des Charakters ist, befürchte ich schlichtweg, dass er es mal schwer kriegen wird mit seinen Hummeln im Hintern und seiner Eigenwilligkeit! Nächstes Jahr kommt er in die Schule. Hier in Holland wechseln alle Kinder an ihrem 4. Geburtstag in die Grundschule. Die ersten beiden Jahre dort sind allerdings noch nicht mit der ersten und zweiten Klasse in deutschen Grundschulen zu vergleichen und eher eine Art Vorschule mit viel Spielen. Aber stillsitzen und erste Buchstaben schreiben lernen wird er da doch müssen. Und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das gut gehen wird!

Vielleicht sehe ich das aber auch alles zu schwarz. Vielleicht sollte ich einfach öfter die Spiele rausholen, um zu üben. Weil mich das oben beschriebene „Problem“ so frustriert, hole ich nämlich nur noch selten ein Spiel aus dem Schrank. Außerdem sagt der kleine Kaaskop meistens sowieso Nein, wenn ich vorschlage, ein Brettspiel zu spielen. Er rennt lieber rum oder lässt Autos durchs Zimmer flitzen. Vielleicht sollte ich noch einfachere Spiele ausprobieren. Zu Ostern bekommt er deshalb das Haba-Spiel „Kleine Regenbogenraupe“. Da sind keine Zahlen auf dem Würfel und keine Holzfiguren dabei. Und vielleicht lege ich mal abends das Memory-Spiel auf dem Tisch bereit, damit wir das beim Frühstück spielen können. Dann bleibt der kleine Kaaskop vielleicht auch ausnahmsweise mal sitzen, bis wir beide (!) fertig gefrühstückt haben. Noch so ein Frust-Moment. Aber das gehört nicht hierher.

Kurz nach Ostern müssen wir übrigens noch verspätet zum Drei-Jahre-Check (in Deutschland die U7a ?) beim consultatiebureau. Da kann ich ja noch mal nachfragen, ob das tatsächlich normal ist und ob die „Experten“ noch Tipps haben. Der kleine Kaaskop ist nämlich generell sehr gegen zeigen-und-erklären-lassen. Ihm zeigen, wie man Zähne putzt? Vormachen, wie man mit einer Schere schneidet? Kann ich knicken… Er will es sofort selber machen, das klappt natürlich nicht und er schmeißt hin. Argh!

Wie klappt das denn bei euch so mit Brett- oder Kartenspielen und Dingen vormachen? Das würde mich wirklich mal interessieren! Habt ihr Tipps für mich?

Der Modegeschmack meines Sohns

Weil ich zurzeit nicht wirklich zum Bloggen komme, gibt es heute etwas aus der Entwurfkiste. Passend zum Ende des Modemonats September will ich mal ein paar Lieblingskleidungsstücke des kleinen Kaaskop zeigen. Ich muss ja sagen, er hat keinen schlechten Geschmack und sucht sich hübsche Kombinationen aus seiner Schublade zusammen. Oder wie seht ihr das?

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Die tollen Affenshirts hat seine Tante genäht und sind ein absoluter Hit! Die gelbe Hose findet der kleine Kaaskop zum Glück genauso toll wie ich.

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Diese Strickjacke hat meine Mutter ihm gekauft und liebt er wirklich heiß und innig. Leider wird sie so langsam wirklich zu klein..

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Auto-T-Shirts gehen immer! Dieses von der schwedischen Marke Polarn o. Pyret (P.O.P.) finde ich besonders toll. Man merkt, dass es gute Qualität ist.

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Selbstgenähte Bluse von Oma aus von Mama ausgesuchtem Stoff, ein Langarmbody drunter und wieder die gelbe Lieblingshose. Ich liebe diese Kombi!

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Das „Osterküken“-T-Shirt von Polarn o. Pyret.

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Ein Mr.Happy-Shirt, das ich mal für 3 Euro beim Action gekauft habe. Der kleine Kaaskop verlangt oft nach „Mista Heppie“, wenn ich ihn frage, was er anziehen möchte. Die fröhliche gelbe kurze Hose vom WE finde ich besonders schön dazu.

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Eine Haifschhose von H&M (der kleine Kaaskop behauptet steif und fest, es seien Wale). Die Sweatshirtjacke vom Wibra ist schön kuschelig und dank dem knalligen Orange nicht so langweilig wie andere ewig dunkle Jungsklamotten.

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Das Feuerwehrshirt von S.Oliver liebt mein kleiner Kaaskop natürlich auch heiß und innig. Zum Glück übersteht der Aufdruck die vielen Waschgänge. Bei Socken ist der kleine Kaaskop sehr eigenwillig: Etwas andere als seine geliebten Sternchensocken vom Hema zieht er nicht an. Zum Glück gibt’s die im 5er-Pack (verschiedene Farben), das reicht gerade bis zur nächsten Wäsche!

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Die Drachen-Regenjacke von Hatley (damals bei Tausendkind bestellt) ist eigentlich eher mein Lieblingsstück, 40 Euro für eine Regenjacke finde ich ziemlich übertrieben, aber ich musste sie haben!), aber die Gummistiefel der Marke Bergstein zieht der kleine Kaaskop immer gerne an.

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Zwei weitere Lieblingsstücke: das „Ping-ing“-Shirt von Jako-O (die haben immer sooo tolle Sachen!) und die Bärchensocken mit Anti-Rutsch-Sohle von ErnstingsFamily, wo ich auch immer gerne vorbeischaue, wenn ich mal in Deutschland bin.

Wie ihr seht, mixen wir gerne Markensachen mit Kleidung aus billigeren Läden! Demnächst werde ich der Garderobe des kleinen Kaaskop wieder ein etwas teureres Stück hinzufügen: ich habe mich nämlich total in dieses Shirt von Maxomorra verliebt!

Wie viele Jungsmamas ärgere ich mich oft, dass es in Katalogen und Geschäften für Mädchen eine viel größere Auswahl gibt. In der letzten Zeit ist mir aber aufgefallen, dass sich da doch etwas zu ändern scheint, zumindest an der Farbpalette für Jungs. Neben dem ganzen Dunkelblau, Braun, Armeegrün, Grau undsoweiter finde ich immer öfter fröhlichere Farben wie Rot, Gelb und Türkis in der Jungsabteilung, hurra! Für den kleinen Kaaskop könnte ich übrigens sowieso problemlos in der Mädchenabteilung fündig werden, er liebt ja Rosa und Lila. Ratet mal, welches Shirt er sich von dieser Seite aus dem Jako-O-Katalog ausgesucht hat?! (Tipp: das einzige, das sein Papa ihm nicht kaufen will…)

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Kleiner Drache

Manchmal nennen der große Kaaskop und ich den kleinen Kaaskop liebevoll unseren „kleinen Drachen“. Dabei ist er ziemlich sozial, teilt oft freiwillig sein Spielzeug mit einem anderen Kind (Ausnahme: sein Sandlastwagen) und robbte schon in der Babygruppe der Kita besorgt zu anderen Babies hin, wenn die mal weinten. Sein Trotzphasenverhalten hält sich bisher auch in Grenzen.

Am letzten Wochenende aber fanden wir heraus, dass er doch eher auf der Seite der Drachen steht…

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Hintergrundgeschichte dieses Bildes: Der kleine Kaaskop tut, als wär er ein Baby. Er robbt über den Fußboden und ruft: „Komt een baby’tje aan!“ (Da kommt ein kleines Baby!) Ich frage ihn, ob er also ein Baby ist. Das bringt ihn auf eine Idee und er holt sich die kleine gelbe Stoffpuppe, die er immer „Baby“ nennt. Ich bin in Spiellaune, hole mir die Drachenhandpuppe von IKEA aus der Spielzeugkiste und tu so, als wolle ich „Baby“ fressen.“Uah, ich hab Appetit auf Babies! Babies fressen, mjam, mjam!“

Und was macht der kleine Schlingel?! Er hält mir „Baby“ bereitwillig und lachend hin! Ja, gibt es denn sowas?! Vor lauter Lachen gelingt es mir fast nicht, das Baby tatsächlich zu verschlingen… Als ich danach mit meiner besten Drachestimme sage, dass ich Appetit auf kleine Jungs hab, und so tue, als wolle ich B. fressen, weicht er grinsend zurück und….bietet mir wieder „Baby“ an! So nach dem Motto: hier, verschone mich, nimm stattdessen das Baby! Tsss…..

Spiderman und das rosa Rüschenkleid

Zwar dauert es bei uns noch, bis es soweit ist (B. ist ja noch nicht mal 2), aber gut zu wissen: gegen die Rosa-Phase (bzw. die Spiderman-Phase) kann man nichts tun. Nach dem Lesen eines Artikels in der niederländischen Tageszeitung nrc.next zu diesem Thema habe ich den Namen der erwähnten Geschlechterstudie mal gegoogelt, und siehe da, ein interessanter (englischsprachiger) Artikel:

The mysterious allure of the frilly pink dress (siehe hier)

Zusammengefasst: die meisten Kinder machen zwischen 3 und 5 Jahren eine Phase durch, in der sie sich durch u.a. Kleidung (und bei Jungs Kampflust u.Ä.) eindeutig einem Geschlecht zuordnen wollen. Die bisherige Kleidungswahl der Eltern (manche Mädchenmütter umarmen den Rosawahn ja schon vor der Geburt, während andere ihre Tochter lieber in coole Klamotten stecken) hatte keinen Einfluss auf dieses Verhalten. Die gute Nachricht: das ist (wie vieles bei Kindern) zum Glück nur eine Phase!

Für die Eltern heißt es also zwei Jahre Zähne zusammenbeißen und sich geschlagen geben, für Spielzeugfabrikanten (ich sag nur Lego!) bedeutet es, dass dieses ganze geschlechterspezifische Zeugs gar nicht mal so eine dumme Idee ist – umsatzmäßig. Bloß zielt das ja gar nicht auf die 3 bis 5-Jährigen, sondern auch und vor allem auf die älteren Kinder. Hm.

Also, kann ja sein, dass die kleinen Prinzessinnen und Ritter (was anderes gibt es ja offenbar nicht mehr) das toll finden. ICH find es phantasieschädigend und schade. Ich zitiere an dieser Stelle mal aus dem oben verlinkten Artikel der Süddeutschen Zeitung: „Ob das im Sinne der Erfinder ist, scheint fraglich. ‚Für Mädchen und Jungen‘ lautete eine von ‚zehn Produkteigenschaften‘, die Godtfred Kirk Christiansen, Sohn des Lego-Gründers, 1963 formulierte. Dieses Credo scheint nur noch begrenzt zu gelten. In den Jungen-Themenwelten wird gekämpft, die Mädchen backen Kuchen.“ Und: „Einerseits will der Hersteller mit seinem Angebot an die weibliche Zielgruppe die Kreativität der Spielerinnen fördern. Andererseits werden Produkte und Marketing jedoch gnadenlos auf die alten Gender-Stereotype reduziert, die es eigentlich abzubauen gilt.“

Zurück an den Herd, oder wie? Es ist zum Heulen…