Käsegeheimnisse – Ausflug zur Kaasboerderij De Willigen

Vorletzten Sonntag war der alljährliche Familientag schwiegerväterlicherseits. Was wir genau mit allen Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen plus Kinder unternehmen würden, war geheim, aber es stellte sich als Ausflug zur Kaas- en Ijsboerderij De Willigen in Vreeland heraus. Was für ein malerisches Dorf ist das! Als alle da waren, gab es erstmal Kaffee und Kuchen. Die Kombination Kuchen um  12 Uhr, der erste Kaffee seit meinem Magen-Darm-Virus in der Nacht zu Donnerstag, der äh, INTENSIVE Geruch im Kuhstall und dann der Geruch in der Käsemacherei war zwar eher nicht so gelungen, aber was die Mutter des Bauern erzählte, fand ich dann doch zu interessant, um nach draußen zu flüchten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass:

  • die Kühe auf mit Luft gefüllten Gummimatratzen schlafen? Mit Stroh darauf natürlich, aber das finden sie wohl angenehmer als Erde oder so.
  • Kühe 2 Monate“Mutterschutz“ bekommen?
  • die Futterstelle mit einem Computer verbunden ist und erkennt, welche Kuh da gerade fressen will? Und dass dieser Computer anhand der Milchanalyse von der letzten Melkrunde weiß, wieviel und welches Futter diese Kuh braucht?
  • die Milch 3 Minuten nach Verlassen des Euters schon in der Käsemacherei weiterverarbeitet wird? Jedenfalls bei echtem boerenkaas. Bei Fabrikskäse wird die Milch erst zwischengelagert, pasteurisiert und dann erst zu Käse weiterverarbeitet.
  • echter boerenkaas deshalb immer von Höfen stammt, die eigene Kühe haben?
  • auf echtem boerenkaas immer ein Siegel tragen, dessen Form einem Viereck ähnelt? (Also: rundes Siegel = kein echter handgemachter boerenkaas!)
  • die gelbe Farbe von Käse vom Gras stammt? (Was ich als Importkaaskop als einzige erraten hab, als die Bäuerin fragte, ob wir das wissen!) Das Gras enthält Lutein, und im Gegensatz zu anderen Milchgebern wie Ziegen setzen Kühe das Lutein nicht in Vitamin A um und kommt der Stoff in die Milch – und somit in den Käse. Deshalb ist Ziegenkäse nicht gelb.
  • Käse atmen können muss und man ihn deshalb zuhause sofort aus dem Papier (oder der Folie) holen sollte?
  • man Käse nicht im Kühlschrank, sondern an einer kühlen, trockenen Stelle afbewahren sollte (an die man auch das Brot legen würde)?
  • man den Käselaib nicht in der Mitte anschneiden sollte, sondern am Rand? Und ihn dann mit der Schnittstelle nach unten aufbewahren sollte?
  • der perfekte Käsehobel eine Klinge aus norwegischem Stahl hat? Hat was mit der Härte des Stahls zu tun.

Natürlich gab es nach der Führung zum Mittagessen jede Menge kaas zum Brot und der frischen Milch. Ich nahm von dem boerenkaas mit Boxhornklee (fenegriek) und dem mit Pesto. Sehr lecker! Boxhornklee schmeckt ein bisschen nach Walnuss, wirklich nomnomnom! Die anderen Sorten waren mir zu exotisch, mit Koriander, Ingwer und was weiß ich.

Nach dem Mittagessen war Socializing und Spielen angesagt. Und weil der Bauernhof nicht nur Milch und Käse verkauft, sondern auch selbstgemachtes Eis, gab es natürlich auch noch ein Eis für alle. Übrigens gehört auch ein Bed&Breakfast zu De Willigen. Der große Kaaskop überlegt schon, ob wir da nicht mal mit unseren Freunden ein Wochenende hinfahren sollen, weil es dort trotz der Nähe zur Randstad so schön ländlich ist. Hachz…

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Vielleicht mieten wir uns aber auch mal ein offenes Boot und legen zum Eisessen bei De Willigen an. Das Eis war nämlich auch sehr lecker!

Und jetzt Hände hoch: wer von euch hat schon mal „besonderen“ Käse gegessen, mit Kräutern oder besonderen Gewürzen drin? Oder esst ihr lieber normalen jungen, mittelalten oder alten Käse?

 

Say cheeeese! Abendbrot mit dem kleinen Kaaskop – Ein Beitrag zu #kleineGenießer von Mama Mia

Als ich das Thema von Mama Mias #Kleine Genießer im Juni sah, musste ich kurz schlucken: Abendbrot! Sowas gibt es bei uns hier in Holland doch gar nicht! Aber wir essen ja mittags Brot, also kann ich auch was beisteuern. Und mit Blog-Input als Motivation haben wir spontan endlich mal wieder einen deutschen Sonntag MIT deutschem Abendbrot gemacht. Dreimal raten, was es bei uns aufs Brot gibt, haha! Na klar: Kääääääse! Der kleine Kaaskop mag zwar auch Wurst und konnte schon „Schinken“ sagen, bevor er das niederländische Äquivalent „ham“ in seinen aktiven Wortschatz aufnahm, aber Käse isst er doch lieber.

Abendbrot also. Weil der kleine Kaaskop abends meistens keinen Bock auf Essen hat, und auf am Tisch sitzen bleiben schon gar nicht, schieben der große Kaaskop und ich ihm oft abwechselnd einen Happen in den Mund, während er puzzelt oder mit seinen Autos spielt. Darf er. Der Zweck heiligt die Mittel, choose your battles und so…. Weil das Häppchenfüttern mit Brot einfacher geht, wenn es schon häppchenfertig geschnitten ist (duh!), habe ich ein Zweiflerbrot für den kleinen Kaaskop geschmiert (eine Ecke mit Käse, eine mit Schinken, eine mit Frischkäse…) und in kleine Quadrate geschnitten. Aus gegebenem Anlass habe ich es dann mit Gurke, Paprika und Möhrenscheiben zu kleinen Türmchen auf Holzspießchen gespießt. War absolut nicht fototauglich, aber der kleine Kaaskop fand die Dinger sehr interessant und hat gleich eins verputzt! Beim zweiten störte ihn aber wohl die harte Möhre dazwischen und beim Entfernen derselben stürzte das Türmchen ein. Naja. Einen Versuch war es wert! Zweiflerbrothäppchen werde ich aber mal wieder öfter machen, die sind offenbar auch ungespießt interessanter als normales Brot! Mit der Gabel kann man sie ja auch aufspießen und oh welch ein praktischer Zufall: hier in Holland isst man Brot sowieso offiziell mit Messer und Gabel. Dazu gibt es standardmäßig ein Glas Milch oder Buttermilch (karnemelk). Bei uns gibt es zum Abendessen übrigens immer einen kleinen Rohkostteller für den kleinen Kaaskop, und den isst er zum Glück immer gerne. Da fällt mir ein: Schwarzbrot findet er auch lecker (ohne was drauf!), das muss ich mal wieder kaufen!

Was bei uns bei der Brotmahlzeit übrigens immer gut geht, ist Ei. Diesmal hatte ich ein Spiegelei aufgetischt und dem kleinen Kaaskop eine Scheibe Brot zum Reinstippen dazu gegeben. Ja, er ist eindeutig ein Kind des großen Kaaskop, der stippt auch so gerne! Fast die ganze Scheibe Brot hat er eigelbstippend verputzt.

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(In der blauen Schüssel Pastareste vom Mittagessen und im braunen Topf Müsli vom Frühstück..fragt nicht…)

Für den holländischen Touch (und als Tipp für Brotmmuffel) hätte ich gerne noch ein tosti serviert, aber leider habe ich keinen tosti-apparaat und ich hatte an dem Tag keinen Bock,die Pfanne rauszuholen. Dabei ist das eine prima Art, um trocken gewordenes Brot aufgegessen zu kriegen und heimlich etwas Tomaten oder so hinein zu schmuggeln. Wenn unser Toaster kaputt geht (kann nicht mehr lange dauern, denn Elektrogeräte gehen uns irgendwie immer vorzeitig kaputt!), kaufe ich also einen neuen mit tosti-Einsatz, ha! (Und eine Brötchenschiene soll der auch haben, die vermisse ich manchmal an unserem holländischen Toaster..)

Egal. mein Tipp fürs Abendbrot: Zweiflerbrot mit der Gabel, Rohkostteller, Ei und tosti.