Schwebebahnen, Tiere und Muskelkater – Wochenende bei Oma

Mir tun seit Sonntag bei jedem Schritt die Schienbeine weh, so ungewohnt ist für mich nach zehn Jahren hier in Holland das Laufen in bergigen Gegenden. Und Wuppertal, wo die Omi wohnt, ist ziemlich bergig! Dort waren wir am vergangenen Wochenende.

Wir fuhren schon Freitagabend hin, damit wir am Samstag früh in den Zoo aufbrechen konnten. Für nachmittags war nämlich Regen vorhergesagt. Der kleine Kaaskop schlief erst gegen 21 Uhr, war aber – Murphy’s Law für Eltern lässt grüßen – am nächsten Morgen besonders früh wach, nämlich schon um 6.02 Uhr. Ich kann es wissen, denn er fragte mich im 2-Minutentakt, ob es denn jetzt Zeit sei zum Aufstehen. Oargh! Zum Glück ging er dann erstmal die Omi wecken, die spielte noch bis halb acht mit ihm. Und frische deutsche Brötchen zum Frühstück entschädigen für vieles, mjam mjam!

Eine Fahrt mit der Schwebebahn

Nach dem Frühstück ging es mit Bus und Schwebebahn zum Zoo. Der kleine Kaaskop fand es aufregend, er wiederholte in der Bahn mehrmals, dass er ja noch NIE Schwebebahn gefahren ist. Mir war das Schaukeln ja eher unangenehm, aber gut. Hat schon was, so eine hängende Straßenbahn!

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Zum Zoo musste man dann noch einen Berg hinaufstapfen, uff! Ich verstehe wirklich nicht, warum es in Wuppertal so viele alte Leute gibt, wie kommen die denn die ganzen Berge hoch?! Naja, ist vielleicht Gewöhnungssache… Aber ich verstehe, warum das Fahrrad meiner Mutter im Keller verstaubt, obwohl sie eigentlich gerne Rad fährt.

Im Wuppertaler Zoo

Im Zoo angekommen liehen wir uns für 3,50 Euro einen Bollerwagen aus – kleiner Tipp: tut’s nicht! Für die Jacken und Handtaschen war der zwar ganz praktisch (es war viel wärmer als erwartet), aber sobald ein Kind drin sitzt, wird das Ziehen des Bollerwagens zum Kraftakt. Der Wuppertaler Zoo ist groß und genauso bergig wie die Stadt selbst…

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Was ich toll fand: die Pinguine hatten ein Becken mit mannshoher Glaswand, damit man ihnen besser beim Tauchen zugucken kann. Leider war das Wasser wegen einer technischen Störung bei unserem Besuch etwas trübe, sodass man sie nur am Rand gut sehen konnte.

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Das Highlight war ja das im April geborene Elefantenbaby Tuffi, das seinen Namen dem Zirkuselefanten verdankt, der 1950 bei einer Werbefahrt aus der Schwebebahn gestürzt ist.

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Ganz fleckenlos verlief unser Zoobesuch leider nicht, denn der kleine Kaaskop rannte ein paar Mal so weit voraus, dass wir ihn nicht mehr sehen konnten. Dabei hatte ich ihm klar gesagt, dass er bei uns bleiben soll, weil sich keiner von uns im Zoo auskennt und wir ihn nicht verlieren möchten. So ein Zoo ist ja recht unübersichtlich und wilde Tiere gibt es dort auch..brrr. Drama um ein Eis, das er um 11 Uhr vormittags haben wollte, gab es auch. Pff. Von den mitgebrachten Brötchen, Brezeln, Gemüseschnitzen wollte er nichts, tja, dann hat er Pech. Ich hatte ihm das Eis erst für nachmittags versprochen…

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Nach dem Zoobesuch gingen wir beim Vapiano essen, wo der kleine Kaaskop sehr fasziniert war von der Schauküche, wo die Desserts zubereitet wurden. Anschließend fuhren wir mit der Schwebebahn zwei Haltestellen zurück, weil wir dort (Pestalozzistraße) einen tollen Spielplatz gesehen hatten. Dort konnte sich der hyperaktive kleine Kaaskop noch weiter auspowern, bevor es zurück zu Omis Wohnung ging.

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Dann besuchten wir noch spontan meinen Großonkel im Pflegeheim. Während wir Kuchen aßen und Kaffee tranken, düste der kleine Kaaskop mit dem Rollator durch das heimeigene Café und erklärte den anderen Gästen gewichtig, dass das ein schnelleres Modell sei als die ihren. Das hatte ihm der große Kaaskop nämlich erklärt, weil der kleine auch die Rollators der anderen Gäste ausprobieren wollte. Hihi!

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Bitte nur leise spielen?

Nach dem Kaffee verlegten wir den Plausch auf den Spielplatz gegenüber, auf dem wohl selten Kinder spielen. Ich vermute mal, das hat mit der „Dame“ zu tun, die plötzlich aus einem Fenster der umstehenden Häuser hing und irgendwas rief, wovon ich nur den zweiten Teil verstand: „…..Das ist eine Rutsche!!“ Der kleine und der große Kaaskop schubsten nämlich einen Stock die geschlossene Metallrutsche hoch und runter und das machte natürlich etwas mehr Lärm als rutschen. Ich verkniff mir die Bemerkung „Der Stock rutscht doch!“ und ignorierte das unfreundliche Weib. Dei anderen hatten eh nichts mitgekriegt und kurz darauf verlor der kleine Kaaskop sowieso das Interesse an diesem Spiel. Aber echt, Leute gibt’s…

Der Garten meiner Mutter

Am Sonntag wachte der kleine Kaaskop zum Glück „erst“ um kurz nach 7 auf. Wir verbrachten den Vormittag im Schrebergarten meiner Mutter, herrlich ist es dort. So mitten im Grünen entspannt man sich doch am besten! Und ein Spielplatz liegt auch nebenan. Ohne keifende Anwohnerin.

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Tja, und nun hat uns der Alltag wieder. Ab morgen ist mein Weg ins Büro doppelt so lang (ca.40 Minuten mit dem Fahrrad), weil die Firma umzieht, möp. Macht die ganze Vereinbarkeit auch nicht einfacher!

 

 

 

Mein kleiner Helfer

Nein, kein Staubsaugerroboter, Kärcher oder anderes Gadget moderner Hausfrauen. Der kleine Kaaskop ist mein kleiner Helfer! Warum? Darum:

Wenn ich den kleinen Kaaskop von der Kita abgeholt habe und Essen kochen will, möchte der kleine Kaaskop meistens ein „Filmchen“ gucken. Obwohl ich das selber mal eingeführt hatte, weil ich abends selten den Nerv habe, mit einem müde-mauligen Kind zwischen den Beinen in der Küche zu stehen, nervt es mich mittlerweile oft, wenn der kleine Kaaskop nach einem Film auf dem Laptop verlangt, noch bevor wir unsere Schuhe und Jacken ausgezogen haben. Deshalb freue ich mich, dass er neuerdings so gerne in der Küche hilft!

Dass er gerne Zwiebeln für mich pellt, hatte ich ja schon einmal erzählt (mit Beweisfoto). Neuerdings ruft er oft, dass er mir helfen will und danach einen Film gucken will. Und dann steht er begeistert neben mir auf seinem Küchenhocker und hilft mir beim Kochen. Herrlich! Es dauert dann zwar insgesamt etwas länger, aber dafür wächst sein Selbstbewusstsein, arbeitet er an seiner Feinmotorik und wird er selbstständiger. Irgendwo habe ich neulich einen Blog-Artikel von einer Mutter gelesen, die früher nie so eine „faule“ Mutter werden wollte, jetzt aber mächtig stolz auf ihre selbstständigen Kinder ist und sich über ans Bett servierten Kaffee und weniger Arbeit freut. Ich hoffe, dass das bei uns irgendwann auch so geht. Wie man Kaffee kocht, weiß der kleine Kaaskop ja schon, aber weil er weder zählen noch lesen kann, muss ich halt schon daneben stehen und mitzählen, wieviele Löffel Kaffeepulver er in den Filter schaufelt.

Überhaupt kann man kleine Kinder ja schon viel machen lassen. Staubsaugen mag der kleine Kaaskop zum Beispiel gerne, seit er seine Angst vor dem brummenden Ding überwunden hat. Manchmal wird er wirklich sauer, weil ich das selber mache.

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Das Treppeputzen (mit Reiniger in der Sprühflasche und einem feuchten Tuch) hat er vor Kurzem für sich entdeckt: so oft ist unsere Treppe noch nie geputzt worden! Zurzeit ist das eine seiner Lieblingsbeschäftigungen.

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Beim Backen kann er ganz toll Mehl, Zucker und andere Zutaten in die Schüssel löffeln und wie ich neulich berichtete, übt er zurzeit das Aufschlagen von Eiern. Außerdem hilft er beim Obstschneiden für unseren vormittäglichen Obstsalat. Ich schneide dann z.B. einen Apfel in Schnitze und er schneidet die in kleinere Stücke. Oder er pellt eine Mandarine. Angefangen haben wir damals (als er 2 Jahre alt war, glaub ich) mit einer Banane, denn die kriegt man ja auch mit so einem Plastikkindermesser von Ikea durch. Mittlerweile gebe ich ihm richtige Küchenmesser. Also, so kleine. Und ja, ich finde es unheimlich. Ich erinnere ihn alle 10 Sekunden daran, dass er auf seine Finger aufpassen soll. Puh, Nervenkitzel! Aber wertvoll. Seine neueste Fertigkeit ist Möhrenschälen. Mit einem Sparschäler. Das wollte er unbedingt, ich zweifelte, aber er hatte sich selbst eine gute Methode überlegt: Er legt sie auf das Schneidebrett, hält sie mit einer Hand fest und schiebt dann den Sparschäler von sich weg darüber. Das klappt wirklich gut!

Letzte Woche habe ich zusammen mit dem kleinen Kaaskop das Badezimmer geputzt. Er war ganz heiß darauf, den Toilettenreiniger in die Schüssel zu spritzen. Aber das hab ich lieber übernommen. Er hat stattdessen mit Hingabe das Waschbecken und die Badewanne geschrubbt. So macht mir das Putzen auch Spaß! Jedenfalls fast…

Und wie ist das bei euch? Dürfen oder müssen die Kinder im Haushalt helfen?

 

Ist das noch normal?

Der kleine Kaaskop ist ja eher wild und sitzt nur selten mal still. Er muss immer rennen, rennen, klettern, springen, rennen. Die paar Spiele, die wir haben, verstauben leider im Schrank. Dabei gibt es schon für seine Altersgruppe so viele tolle Spiele! Ich werde immer ein wenig neidisch, wenn ich auf Facebook oder Blogs andere Kinder im gleichen Alter Brett- oder Kartenspiele machen sehe. Zum zweiten Geburtstag zum Beispiel hat der kleine Kaaskop den Klassiker „Mein erster Obstgarten“ bekommen. Die Male, dass wir dieses wirklich simple Spiel nach den Regeln zu Ende gespielt haben, kann ich an einer Hand abzählen. Der kleine Kaaskop macht lieber seine eigenen Regeln und ist da auch sehr eigenwillig. Er würfelt einfach zweimal hintereinander. Oder nimmst sich zwei Pflaumen statt einer. Und wenn er nicht will, dass der Rabe die Äpfel frisst, setzt er ihn einfach zurück in den Karton oder nimmt schnell alles noch hängende Obst weg.

Neulich habe ich mal wieder versucht, mit dem kleinen Kaaskop eins der Spiele aus dem zum 3. Geburtstag bekommenen Spieleschatz von Haba zu spielen. Eine Art „Mensch ärgere dich nicht“ mit zwei statt vier Spielfiguren pro Spieler. Aber selbst so etwas einfaches wie abwechselnd würfeln und dann die angegebene Augenzahl vorrücken, ist bei meinem Sohn nicht drin. Er stellt nach zweimal Würfeln lieber die beiden Schafe in den Kuhstall, die Kühe in den Pferdestall usw. Und ich soll dann den Bauern nehmen und ihn sagen lassen: „He! Was macht ihr denn im Kuhstall, Schweine?! Hopp, zurück in euren eigenen!“

Ich finde das immer sehr frustrierend. Klar, er hat seinen Spaß, und das ist ja auch wichtig. Aber abgesehen davon, dass ich meiner Nerven wegen gerne mal ein paar Minuten etwas ruhiges mit ihm spielen würde, mache ich mir da sofort Sorgen, ob er nicht doch „anders“ ist. Ob er ADHS hat, oder einen niedrigen Intelligenzquotienten, oder so. Obwohl ich eigentlich weiß, dass das Quatsch ist! Er ist ein Junge, die brauchen halt Action. Und kurze Aufmerksamkeitsspannen sind auch normal in dem Alter, oder? Dumm ist er auch nicht, wenn ich seinen besserwisserischen Antworten glauben kann. Ich: „Kleiner Kaaskop! Wir werfen nicht mit Spielzeug rum!“ – Er: „Aber das ist kein Spielzeug, das ist ein Kuscheltier, Mama!“ *augenroll* Neulich hat er Terz gemacht, weil ich ihm die falsche LittlePeople-Figur angeboten habe zum „Retten“ eines in der Badewanne ertrunkenen MyLittlePony. „Aber die hat die Hände in den Taschen!“, protestierte er. Er weiß, dass es Montag ist, wenn ich mit ihm zuhause bin, und Freitag, wenn der große Kaaskop mit ihm zuhause ist, während ich arbeiten gehe. Überhaupt sagt er oft ziemlich schlaue Sachen, finde ich.

Trotzdem. Warum kann er nicht nach einfachsten Regeln spielen? Ist das normal? Eigentlich kenne ich die Antwort: Ja, das ist normal. Diese Spiele sind ab 3 und die Entwicklungsunterschiede in dem Alter sind groß. Er ist ja auch gerade erst 3 geworden! Der freundliche Mann aus dem mittlerweile offenbar geschlossenen Holzspielzeugladen in Kiel, bei dem ich in meinen noch kinderlosen Tagen mal ein Geburtstagsgeschenk für eine Zweijährige gekauft habe, meinte auch, die Altersangaben sollte man nicht so ernst nehmen. Und vermutlich ist der kleine Kaaskop einfach in anderen Bereichen weiter als die Kinder, die ruhig am Tisch sitzen und Brettspiele spielen.

Die Sorgen bleiben aber, denn auch wenn das mit dem Spielen nach Regeln vermutlich eine Frage des Alters und des Charakters ist, befürchte ich schlichtweg, dass er es mal schwer kriegen wird mit seinen Hummeln im Hintern und seiner Eigenwilligkeit! Nächstes Jahr kommt er in die Schule. Hier in Holland wechseln alle Kinder an ihrem 4. Geburtstag in die Grundschule. Die ersten beiden Jahre dort sind allerdings noch nicht mit der ersten und zweiten Klasse in deutschen Grundschulen zu vergleichen und eher eine Art Vorschule mit viel Spielen. Aber stillsitzen und erste Buchstaben schreiben lernen wird er da doch müssen. Und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das gut gehen wird!

Vielleicht sehe ich das aber auch alles zu schwarz. Vielleicht sollte ich einfach öfter die Spiele rausholen, um zu üben. Weil mich das oben beschriebene „Problem“ so frustriert, hole ich nämlich nur noch selten ein Spiel aus dem Schrank. Außerdem sagt der kleine Kaaskop meistens sowieso Nein, wenn ich vorschlage, ein Brettspiel zu spielen. Er rennt lieber rum oder lässt Autos durchs Zimmer flitzen. Vielleicht sollte ich noch einfachere Spiele ausprobieren. Zu Ostern bekommt er deshalb das Haba-Spiel „Kleine Regenbogenraupe“. Da sind keine Zahlen auf dem Würfel und keine Holzfiguren dabei. Und vielleicht lege ich mal abends das Memory-Spiel auf dem Tisch bereit, damit wir das beim Frühstück spielen können. Dann bleibt der kleine Kaaskop vielleicht auch ausnahmsweise mal sitzen, bis wir beide (!) fertig gefrühstückt haben. Noch so ein Frust-Moment. Aber das gehört nicht hierher.

Kurz nach Ostern müssen wir übrigens noch verspätet zum Drei-Jahre-Check (in Deutschland die U7a ?) beim consultatiebureau. Da kann ich ja noch mal nachfragen, ob das tatsächlich normal ist und ob die „Experten“ noch Tipps haben. Der kleine Kaaskop ist nämlich generell sehr gegen zeigen-und-erklären-lassen. Ihm zeigen, wie man Zähne putzt? Vormachen, wie man mit einer Schere schneidet? Kann ich knicken… Er will es sofort selber machen, das klappt natürlich nicht und er schmeißt hin. Argh!

Wie klappt das denn bei euch so mit Brett- oder Kartenspielen und Dingen vormachen? Das würde mich wirklich mal interessieren! Habt ihr Tipps für mich?

Mamamode à la kleiner Kaaskop

Neulich habe ich über Fratzenbuch einen lustigen Blogartikel gefunden, in dem eine Mutter eine Woche lang ihren dreijährigen Sohn aussuchen ließ, was sie anziehen sollte. Ganz nach dem Motto: ich suche schon sein ganzes Leben lang aus, was er anzieht, jetzt darf er mal meine Klamotten aussuchen! Herausgekommen sind ein paar lustige, ungewöhnliche aber durchaus tragbare Outfits. Und obwohl ich wirklich nicht die Modelmaße dieser coolen Mama habe, dachte ich mir: was für eine klasse Idee! Das mache ich auch! Gesagt, getan. Weil ich aber modemäßig eher feige bin, in einem Büro mit hauptsächlich kinderlosen Kollegen arbeite und ein paar praktische Probleme sah, habe ich mich auf meine Mamamontage und das Wochenende beschränkt. Einen guten Fotografen hatte ich ebenfalls nicht zur Hand (im Gegensatz zu der Mama, von der ich diese Idee geklaut habe), aber der Selbstauslöser tut es ja auch. Seht hier die Arbeit meines persönlichen Stylisten:

Tag 1: Nach einem gemeinsamen Bad*, während dem ich dem kleinen Kaaskop ankündigte, dass er heute meine Klamotten aussuchen darf, öffnete ich meinen Kleiderschrank und sagte: „So, dann such mal was aus, das ich anziehen soll!“ Weil ja aber alles ordentlich gefaltet (ja, wirklich!) auf den hohen Schrankbrettern lag und sich die Socken und Schuhe in einem anderen Schrank befanden, musste ich ein wenig helfen. Also zog ich die Sockenschublade auf und fragte den kleinen Kaaskop, welche Socken ich anziehen soll. „De tijgersokken!“ (die Tigersocken) brüllte er begeistert, ohne hingeguckt zu haben. Die lagen leider schmutzig im Wäschekorb. Das andere Paar von Accessorize (mit Füchsen und Streifen) gefiel ihm wohl nicht so. Also wählte er graue mit bunten Punkten. Prima! Als nächstes fragte ich: „Soll ich heute eine Hose oder einen Rock anziehen?“ – „Rock!“, kam die Antwort sofort. Ich nahm meine Röcke aus dem Schrank und legte sie auf das Bett, damit der kleine Stylist sie alle sehen konnte. (Die Sommerröcke, die ich aus Platzgründen im Winter woanders liegen habe, hatte ich leider vergessen.) Er überlegte nicht lange und zeigte auf einen grünen Cordrock: „Die daar!“ (Den da). Dann fragte ich, ob ich ein T-Shirt, Langarmshirt, eine Bluse oder einen Pullover anziehen soll und er entschied sich für „Bluse“. (Wobei ich mich fragte, ob er überhaupt weiß, was das ist, denn ich trage nicht oft welche.) Es wurde natürlich die bunteste: türkis mit Paisley-Muster. Hab ich schon ewig nicht mehr angehabt. Bei den Schuhen zögerte er nicht lange: die roten AllStars sollten es sein. (Ach, in Deutschland nennt man die ja Chucks, fällt mir gerade ein.) Mittlerweile hatte der kleine Mode-Experte übrigens schon das Interesse verloren und so nahm ich mir die Freiheit, angesichts der niedrigen Temperaturen noch eine Strumpfhose und ein Langarmshirt für drunter aus dem Schrank zu ziehen.

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Des Stylisten erste Wahl (seine drei besten Freunde begutachten sie hier gerade)
Der stolze Stylist wollte mit aufs Foto (und mein Haarwar noch nass..)
Der stolze Stylist wollte mit aufs Foto (und mein Haar war noch nass..)

Sieht doch ganz cool aus, oder? Als wir später rausgingen, kam ich mir eigentlich nur wegen der Socken über der Strumpfhose etwas komisch vor. Und die hatte ich ja selbst hinzugefügt. Der kleine Kaaskop war jedenfalls hocherfreut, als er feststellte, dass ich wie er rote Schuhe anhatte UND dass ich immer noch den Rock trug. 🙂

Tag 2: Okay, heute habe ich ein wenig geschummelt. Weil wir Gäste erwarteten, habe ich die Entscheidungen meines kleinen Stylisten ein wenig manipuliert. Statt zu fragen: „Welche Hose soll ich heute anziehen?“ habe ich gefragt, ob ich die neue rosa Hose anziehen soll. Darauf konnte der kleine Rosa-Fan ja nur „ja“ antworten! Und er fand zwar, dass das schwarz-weiße Tigershirt und die weiße Cardigan nicht dazu passen, aber da es sich bei dem Tigershirt um eins seiner alltime Favorites handelt, habe ich es trotzdem einfach angezogen. Die Schuhe durfte er aber alleine aussuchen. Rote sollten es sein! Und die Socken durfte ich auch nicht gegen Nylonsöckchen tauschen, mpf.

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Tag 3: Auch heute entschied sich der kleine Kaaskop bei der Frage „Hose oder Rock“ für den Rock. Während er schon wieder abhaute, legte ich meine Röcke (diesmal einschließlich Sommerröcken) aufs Bett. Erst rief der kleine Kaaskop „een rode„, aber dann entschied er sich (ohne geguckt zu haben) doch um und es sollte ein schwarzer sein. Dann entschied er sich trotz der bunten Strumpfhosensammlung für eine schwarze und ich dachte schon besorgt: „Wie ist der denn heute drauf?!“. Bei den T-Shirts, Pullis usw. zeigte er erst auf ein schwarzes (gah!) Langarm-Shirt mit weißen Punkten (phew!), aber dann fiel ihm wohl plötzlich ein, dass ich ja so einen tollen Pulli mit Giraffe habe und er rief: „Nee! Ik wil die met de giraf!!“ (Nein, ich will den mit der Giraffe!) Der lag, weil schon getragen aber noch sauber, woanders, aber ich zog ihn gerne nochmal an. Während ich mir überlegte, dass auch ein Erwachsener dieses Outfit hätte aussuchen können, kramte der kleine Kaaskop im offenen Schrank rum und hielt mir plötzlich eine bunte fake Hawaii-Kette hin, die im alten Haus im Bad hing und die ich als Verkleidungskistenkandidat zur Seite gelegt hatte: „Die moet je aan!“ (Die sollst du an!) What the..?! Na gut, eigentlich ganz lustig. Dann die Schuhe. Ich kann nur schlussfolgern, dass der kleine Kaaskop ein Fan roter Schuhe ist! Drei Tage, dreimal rote Schuhe.

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(Zum Einkaufen und auf den Spielplatz habe ich später allerdings wegen der winterlichen Temperaturen schwarze Stiefel angezogen.)

Tag 4: Auch heute sollte es wieder ein Rock sein, fand der kleine kleine Kaaskop. Als ich fragte, welchen ich denn anziehen solle, den grünen, den schwarzen,..oder den Sommerrock, rief er sofort: „Sommerrock!“ Obwohl ich auch farblich dazu passende Strumpfhosen zeigte, entschied er sich wieder für eine schlichte schwarze. Dazu sollte es der braune Rollkragenpulli sein. Und die dunkelblauen Winterstiefel. Hm, gar nicht mal so schlecht, fand ich!

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Als ich ihn noch in meinem Schmuckkasten stöbern ließ, suchte er diesen Ohrring dazu (von dem habe ich leider seit dem Einbruch nur noch einen):

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Tag 5: Der kleine Kaaskop hatte erst keine Lust, meine Klamotten für diesen Tag auszusuchen, aber als ich vorschlug, dass Jessica (unsere Handpuppe) das dann halt machen müsste, wollte er doch. Sein Auge fiel auf meinen Bodywarmer, den hatte er wohl noch nie gesehen. Der sollte es aber sein! Und die pinkfarbene Mütze, die noch mit dem Preisschild dran im Schrank lag. Offenbar fiel ihm dann wieder ein, dass ich ja eine neue Hose in der gleichen Farbe habe, denn er wurde ganz aufgeregt und rief, als diese beim Hosendurchblättern (die hängen ordentlich auf Bügeln nebeneinander)  zum Vorschein kam: „Die! Die!“ Dann wollte er gleich mit den Schuhen weitermachen, konnte sich aber nicht recht entscheiden. Die braunen Pumps oder doch lieber andere? Aber welche? Ach, ich geh lieber spielen…. Ich nahm also die, zu denen er als erstes „ja“ gesagt hatte und musste dann ordentlich schmeicheln, bis er sich bequemte, mir etwas für unter dem Bodywarmer rauszusuchen. Eigentlich hat auch eher Jessica die lilafarbene Bluse vorgeschlagen (ich also), aber das ist immerhin eine der Lieblingsfarben des kleinen Kaaskop und er hat „ja“ dazu gesagt. Bei den Socken war er aber bestimmt: die Tigersocken sollten es dieses Mal wirklich sein!

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Beim Durchsehen der Fotos entdeckte ich, dass der kleine Kaaskop sich zwischendurch die Kamera geschnappt und ein paar Fotos von mir beim Zurechtlegen der Klamotten gemacht hatte. Hihi!

Alles in allem fand ich es ganz interessant, den kleinen Kaaskop meine Outfits zusammenstellen zu lassen. Aber da er leicht abgelenkt war, kostete es mich auch viel Mühe, ihn soweit zu bringen, mehr als ein oder zwei Teile auszusuchen. Und heimlich bin ich ein ganz kleines bisschen enttäuscht, dass nichts Verrückteres rausgekommen ist, obwohl ich ihn außer an Tag 2 und notgedrungen Tag 5 wirklich nicht beeinflusst habe. Das lag aber wohl zum Einen auch daran, dass ich wohl kaum meinen gesamten Kleiderschrank auf dem Bett oder Boden ausbreiten kann, damit er alles sieht. Und zum Anderen habe ich hauptsächlich „langweilige“ Klamotten im Schrank.

Fazit: ich muss dringend shoppen gehen, haha!

* (So ein Mutter-Kind-Bad kann ich übrigens nicht empfehlen, wenn man keine family-sized Wanne aber ein bewegungsintensives Kleinkind hat und nicht unerwartet einen kleinen großen Zeh in…lassen wir das!)

Besuch von Oma

Wie ich beim letzten Wochenrückblick erzählt hatte, war die Oma aus Deutschland letztes Wochenende da. Vom Wochenende hatte ich ja berichtet, aber vom Oma-Mamamontag noch nicht. Wir haben unter anderem gebacken: es sollte ein schicker Kirsch-Quark-Schneckenkuchen werden. Geworden ist es leider eher…ein Unfall in einem Tunnel. Das kommt davon, wenn man sich nicht an die Anweisungen hält und auf das Tuch zum Ausrollen verzichtet! Eigentlich hätte ich es besser wissen sollen, aber tja, man hat so seine dummen Momente. Das Rezept war im Grunde ein einfacher Quark-Öl-Teig, mit Vanillepudding und Kirschen bestrichen, aufgerollt und in Scheiben in einer Fettpfanne zum Kuchen zusammengebacken. War recht lecker, aber auch keine geschmackliche Sensation.

Wie dem auch sei: wir der kleine Kaaskop hatte Spaß. Er durfte den Mixer halten, das Mehl in die Schüssel löffeln, Quark naschen und die Kirschen auf den Pudding plumpsen lassen. Fand er toll!

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Leider klappte dann das Aufrollen total nicht, die Füllung brach durch den Teig, der an der Arbeitsplatte festklebte und am Ende habe ich die Missgeburt frustriert energisch in einem Stück in die Form gepfeffert.

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Wie peinlich für eine recht erfahrene Hobbybäckerin wie mich…

Ansonsten haben wir viel mit der neuen Eisenbahn gespielt, bei der die Brücke nicht so schnell einstürzt, ein neues Duplo-Haus gebaut und gemalt. Und zwar am Adventskalender.

Ich hatte nämlich auf Pinterest eine Bastelidee mit einem Weihnachtsbaum aus Klopapierrollen gesehen, die ich ganz toll fand. Nur hab ich nicht geguckt, ob da eigentlich eine Anleitung dabeistand, ich dachte, die brauche ich nicht. Klopapierrollen anmalen, zusammenkleben, füllen, fertig. Aber so einfach war das natürlich nicht! Das Anmalen (gemeinsam mit dem kleinen Kaaskop) machte ja noch Spaß, aber dann wusste ich nicht, wie ich die Enden zukleben konnte. Nachdem ich in mühsamer Kleinarbeit (meine Mutter und der große Kaaskop haben geholfen) 24 Kreise mit Laschen ausgeschnitten und aufgeklebt hatte, stellte ich fest, dass das Scheiße aussieht. Aufgeben wolte ich aber auch nicht, und so riss ich die Papierkreise wieder ab und klebte die Rollenenden mit Malerkrepp zu. Das ich dann noch anmalen musste.Seufz. Ich und meine tollen Ideen immer…

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Nächstes Jahr gibt es einen gekauften mit Schokolade!

 

 

Ein Sonntag auf Texel

Letzte Woche war ich zum ersten Mal auf einer der niederländischen Watteninseln. Bevor ich mich hab importieren lassen, hatte ich eigentlich nur von Ameland gehört – da war eine Grundschulfreundin mal im Kindercamp. Aber es gibt ja noch mehr: Texel also, und Vlieland, Terschelling und den schönen Zungen- bzw. Kehlbrecher Schiermonnikoog (sch-chier-monnik-ooch). Weil Freunde von uns dort Urlaub machten und uns eingeladen hatten, buchten wir ein Zimmer im Hotel Mama in Nord-Holland und erwischten am Sonntagmorgen die 10-Uhr-Fähre, die in 20 Minuten von Den Helder auf dem Festland nach Den Hoorn auf Texel, der größten der bewohnten niederländischen Watteninseln, fährt. Im Niederländischen wird übrigens beim Wort „Fahren“ ein Unterschied gemacht zwischen Wasserfahrzeugen und anderen. Alles, was auf dem Wasser fährt, „vaart„. Alles andere „rijdt„.

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Auf dem Festland regnete es noch.

Wir waren mit unseren Freunden beim Strandcafé Paal 9 verabredet, wo wir, weil es noch etwas regnete, erstmal was aßen. Danach gingen wir kurz an den Strand runter.

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Auch am holländischen Strand gibt es Fahrradparkplätze.

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Danach fuhren wir zum Ecomare, Seehunde gucken. Für den kleinen Kaaskop das erste Mal, er war ganz begeistert und kann von dem Seehundebilderbuch, das ich hinterher im Museumsshop kaufte, gar nicht genug kriegen. Mittlerweile war das Wetter so sonnig wie vorhergesagt, aber das Ecomare ist auch bei Regen ein Supertip für Familien. Außer den Seehund- und Braunwalbecken und dem Dünenwanderweg speziell für Kinder, einem Sandkasten mit Spielzeug und einem kleinen Spielplatz draußen gibt es drinnen auch viel zu sehen und zu tun. Vor allem das neue Walhaus hatte es unseren, noch recht kleinen Kindern, angetan: da gibt es Walskelette zu bestaunen und darf man überall auf Knöpfe drücken, um sich zum Beispiel Walgesang anzuhören! Zu meiner freudigen Überraschung stellte sich heraus, dass der kleine Kaaskop von der Periode, in der er abends am liebsten mein altes Was-ist-was-Buch über Wale und Delphine vorgelesen bekam, tatsächlich etwas gelernt hat: „Kijk mama, een Pottwal!“ (Guck Mama, ein Pottwal!) Ich musste das kurz auf dem Schildchen nachlesen, aber er hatte recht, das kleine Walmodell stellte einen Pottwal dar. Toll!

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Zum Glück hatten wir wegen unserem Töpfchentraining, das übrigens „auf Achse“ nicht so gut läuft, oder mit anderen Worten leider oft in die Hose geht, genug Ersatzklamotten für den kleinen Kaaskop dabei. Er sprang nämlich auf dem Spielplatz, wo man auch mit Wasser spielen kann, in eine Pfütze, die tiefer war als er dachte, und da setzte er sich vor Schreck mitten hinein. *Augenroll*

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Am Nachmittag gab es Geburtstagskuchen im Garten des Ferienhauses unserer Freunde, wo sich die Kinder mit dem Faltbollerwagen vergnügten und wir etwas besser relaxen konnten als in öffentlichen Räumen.

Weil wir von Den Helder aus noch ca. 2 Stunden nach Hause unterwegs sein würden, wollten wir die Fähre um 19 Uhr zurück auf“s Festland nehmen, und deshalb gingen wir früh aus zum Essen. Wir hätten keine bessere Wahl treffen können: das Strendsend in Oosterend ist wirklich super für Familien! Weil es plötzlich wieder regnete, oder genauer gesagt, wie aus Kübeln schüttete, saßen wir nicht auf der hübschen Terrasse, die ich im Vorbeirennen aus den Augenwinkeln registrierte, sondern  drinnen, aber da ist es genauso gemütlich. Und noch wichtiger: das Personal ist sehr nett und es gibt dort eine richtig tolle Spielecke mit genug Auswahl für alle.

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Offiziell ist das Restaurant auf Pfannkuchen spezialisiert, aber ich kann euch versichern, mein Steak war besser zubereitet als in dem teuren Steakhaus in Utrecht, wo der große Kaaskop und ich vor ein paar Wochen essen waren. So lekker! Die Kinder aßen natürlich Pfannkuchen, Auswahl gab’s genug.

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Auf dem Weg zur Fähre, auf die wir so gerade eben nocht drauf passten (sonntagabends ist da viel Betrieb wegen der Tagesausflügler), konnte ich doch noch ein paar Schafe fotografieren, für die Texel so bekannt ist. Und dann hieß es: Dag, Texel! Tot de volgende keer! (Tschüß Texel, bis zum nächsten Mal!) Denn wir kommen gerne noch mal!

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PS. Der kleine Kaaskop war so k.o., dass er sich ohne großes Gemaule vom Auto ins Bett tragen, umziehen und zudecken ließ. Das einzige Problem war, dass er um 2 Uhr nachts aufwachte, und brüllte, dass er keine Gutenachtegschichte bekommen hatte und noch ein Buch lesen wollte…

P.P.S. Alle Fotos sind mit meiner Handykamera aufgenommen. Die Batterien des Fotoapparats waren mal wieder leer.

Unser Besuch im Nijntje-Museum

Okay, okay, eigentlich heißt das Museum offiziell „dick bruna huis“, nach Nijntjes (Miffys) Erfinder. Aber alle nennen es Nijntje-Museum, denn fast alles dreht sich darin um Nijntje. Komischerweise befindet sich das Museum nicht in dem Hochhaus mit den Nijntje-Ohren auf dem Dach am Platz De Neude. Und auch nicht am kleinen Platz Nijntjepleintje („plein“= kleiner Platz) mit der Nijntje-Statue.. Nein, das Nijntje-Museum befindet sich schräg gegenüber des Centraal Museums, mitten im Museumskwartier, das allein schon wegen der schönen alten Gebäude sehenswert ist. Nicht umsonst haben wir damals dort einen Teil unserer Hochzeitsfotos machen lassen!

Zufällig stand ein paar Tage vor unserem Museumsbesuch in der Zeitung, dass der mittlerweile 86-jährige Dick Bruna nach 60 Jahren jetzt wirklich keine neuen Bücher mehr schreiben wird. Ich weiß gar nicht, ob es in Deutschland auch andere Bücher von Bruna gibt als Miffy, aber auf Niederländisch gibt es jedenfalls noch viele andere, die man aber an ihrem Format, den Farben und Brunas Zeichenstil sofort erkennt.

Anyway, wir waren um 11 Uhr mit unseren Freunden und ihren zwei Töchtern (3,5 und 2) beim Nijntje-Museum verabredet. Die Eintrittskarten kauft man im Centraal-Museum und man erhält damit Eintritt zu beiden Museen.

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Besonders groß ist das Nijntje-Museum nicht, aber das ist ja gerade gut, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist. Im ersten Raum steht eine große goldene Nijntje-Statue und im zweiten sind die Wände mit Nijntje-Büchern aus aller Welt tapeziert. Über die bereitliegenden Kopfhörer kann man sich ein paar Geschichten anhören.

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Im dritten Saal erfährt man mehr über Dick Bruna selbst und über Nijntje. Zum Beispiel, dass Bruna seinem Sohn im Urlaub Geschichten über ein Kaninchen im Garten ihres Ferienhauses erzählte und so Nijntje entstanden ist. Im übrigen nenne ich das weiße Kaninchen nie „Miffy“, denn das finde ich einen doofen Namen. Unlogisch auch, schließlich ist „nijntje“nichts anderes als das letzte Stück von „konijntje“ (Kaninchen). Da hätte man sie ja schön „Ninchen“ oder so nennen können, oder?

Wir hatten leider keine Zeit, alles genauer anzuschauen, denn wir mussten die wuselnden Kinder im Auge und mehr oder weniger zusammen halten! Das ging im „richtigen“ Nijntje-Saal besser, denn da gab es noch mehr für sie zu tun. Ein Spielhaus, einen Geschichtentunnel, riesige Bauklötze, noch mehr Knöpfe zum Drücken und Kopfhörer zum Aufsetzen etc. Da ich keine Fotos mit fremden Kindern drauf posten möchte, kann ich euch leider nicht alles zeigen, also nur ein kleiner Einblick.

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Im ersten Stock war noch mehr Gelegenheit für die Kinder, sich zu amüsieren: es gibt dort einen Zeichentisch mit Bastelvorlagen, ein Magnent-Wandpuzzel und ein paar Spielgeräte, an denen sich vor allem der kleine Kaaskop viel aufhielt, während die Mädchen malten. Boys will be boys

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Zum Abschluss machten wir natürlich noch ein Familienfoto mit Nijntje, und als Entschuldigung für die schlechte Qualität der übrigen Fotos (meine Batterien waren leer und die Handykamera ist drinnen nicht so super), gibt es ausnahmsweise mal ein Bild von uns von vorne:

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Während die beiden Jungs Männer mit den Kindern noch den richtigen Turnsaal über der Garderobenecke untersuchten, machten Freundin L. und ich eine Runde durch den Museumsshop, das musste sein! So viele schöne Nijntje-Sachen! Ich kaufte am Ende aber nur ein Zähl-Buch, ein T-Shirt für den kleinen Kaaskop und eine Metalldose (weiß noch nicht, was ich da rein tun werde).

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Im Museumsshop kann man sogar eine Kinderversion des berühmten Rietveld-Stuhls kaufen – das war das erste Mal, dass ich eine über 50-Jährige angesichts eines Möbelstücks voller Entzückung „Der ist aber süß! Ach, wie niedlich!“ habe rufen hören..

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Nach dem Museumbesuch gingen wir noch zusammen Mittagessen, bevor die vier Amsterdamer wieder nach Hause fuhren. In der Twijnstraat um die Ecke liegt Sector 3, ein sehr empfehlenswertes Café. Von außen wie viele Etblissements in der Altstadt etwas unscheinbar, aber drinnen unerwartet groß, schick und lecker. Wir saßen im gemütlichen werfkelder (Keller an der Gracht) mit Lounge-Sofas, wo die Tür zum Wasser offenstand. Die Kinder benahmen sich ganz gut und das Essen (wir essen mittags ja eine Brotmahlzeit) war sehr gut. Ich hatte ein Club Sandwich mit Huhn auf Sauerteigbrot. Manchmal kriegt man sogar hier in Holland gutes Brot!

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Sector 3 verkauft übrigens auch Brot und andere Backwaren. Eine Kollegin von mir hat da mal Cheesecake mit Himbeertopping gekauft, einfach zum Niederknien!

So, das war’s. Ich gehe jetzt schnell ins Bett, wir sind alle gerade etwas am kränkeln.. Das Herbstwetter draußen ist bestimmt schuld (auch wenn ich mir von einer befreundeten Ärztin habe sagen lassen, dass man vom zu dünn angezogen sein nicht krank wird, dazu braucht es immer Viren).

Diese Woche gibt es übrigens kein 7 Tage – 7 Bilder, ich komme einfach zu nix, und außerdem waren wir den ganzen Sonntag weg und erst abends spät wieder zuhause. Aber davon erzähle ich noch, versprochen!