Der vierte Geburtstag

Vor ziemlich genau vier Jahren lag Schnee und hatten wir draußen -9 Grad. Das weiß ich noch so genau, weil ich damals mit dem eine Woche alten kleinen Kaaskop zum ersten Mal aus dem Haus ging. Hach! Und jetzt ist er schon vier und geht zur (Vor-)Schule… Dazu werde ich demnächst etwas mehr erzählen. Jetzt gibt es erstmal ein paar Eindrücke von der Geburtstagsfeier.

Wie ich schon erzählt hatte, sollte es eine 2D-Feuerwehrtorte geben. Ich hatte mir auf Pinterest Inspiration geholt, eine Vorlage auf Papier gezeichnet und diese auf Backpapier übertragen und aus dem gefärbten Fondant die Einzelteile ausgeschnitten. Eigentlich finde ich Marzipan ja leckerer, aber Fondant lässt sich viel leichter verarbeiten. Mit Hilfe meiner Mutter als Puderzuckersieberin (den Puderzucker hatte ich mir übrigens aus Deutschland mitbringen lassen, weil es den hier in Holland nur in unpraktischen Kleinverpackungen gibt) habe ich zum ersten Mal mit Erfolg Buttercreme gemacht. Und  am Samstagabend wurde der Biskuitboden mit Erdbeermarmelade, Sahne und Erdbeerstückchen (auf Wunsch des kleinen Kaaskop) gefüllt, mit weißem Fondant umhüllt und mit Flammen und Feuerwehrauto verziert. Außerdem backte ich noch einen Kokos-Marmorkuchen.

Der kleine Kaaskop dachte zum Glück beim Aufwachen nicht daran, dass er Geburtstag hatte – und Tante A., die von ihm als erste aus dem Bett geholt wurde, hielt weise ihren Mund, bis das Geburtstagskind eine gute Stunde später die Geschenke im Wohnzimmer entdeckte. Während wir alle im Schlafanzug rumsaßen, riss der kleine Kaaskop begeistert das Geschenkpapier auf. Es gab eine vintage Playmobilschule, dein Playmo-Einsatzleitwagen und ein paar Feuerwehrmänner extra, ein Set aus der Playmobil Wild Life Serie, zwei Bücher, ein Ritter-Rost-Hörspiel, einen Stiftehalter-Lastwagen, Feuerwehrsuppe und eine Taschenlampe.

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Das ganze Playmobil musste erstmal zusammengebaut werden.

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Nachmittags kamen dann die Gäste. Die Feier war offiziell von 14-17 Uhr. Eingeladen hatten wir ganz einfach per E-Mail Opa und Oma, die beiden Tanten mit Anhang und unsere 4 besten Freundespaare mit Kindern. Klingt harmlos, aber wir waren, obwohl ein Paar wegen krankem Kind absagen musste, am Ende 24 Mann! Es gab noch mehr Playmobil (der kleine Kaaskop beschwerte sich glatt, dass er schon genug Feuerwehrmänner bekommen hätte, wie peinlich…aber damit hatte er auch irgendwie Recht..).

Die Torte kam natürlich auch super an. Ich habe zwar selber kein Stück abgekommen, aber mir wurde berichtet, dass sie sehr lecker war.

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Ansonsten bekam der kleine Kaaskop noch ein paar Bücher, ein Quartett-Spiel und eine Kasse. „Een meisjeskassa!“ (eine Mädchenkasse!) rief er freudig, als er das Papier abgerissen hatte. Weil sie rosa war und ein Mädchen drauf abgebildet war. Die andere Farbe war ausverkauft gewesen. Aber der kleine Kaaskop mag ja rosa gerne und er freute sich trotzdem sehr. Die Kinder spielten oben im Zimmer des kleinen Kaaskop und unten im Wohnzimmer, wir Erwachsenen unterhielten uns, alles sehr entspannt. Wir hatten keine besonderen Aktivitäten geplant, aber das war auch nicht nötig. Es war ein schöner 4. Geburtstag!

 

 

Eingewöhnung in der Vorschule und Geburtstagsvorbereitungen

In etwas mehr als einer Woche wird der kleine Kaaskop 4. Wie bereits berichtet, bedeutet das, dass er bald nicht mehr in die Kita sondern in die Vorschule gehen wird. Ab dem ersten Werktag nach seinem 4. Geburtstag, um genau zu sein. Vorher darf er 5 Vormittage „schnuppern“. Drei dieser Schnuppertage hat er bereits hinter sich, und was soll ich sagen: das klappt super! Er war vorher schon ganz heiß darauf, endlich auch in die Schule zu dürfen, nachdem sich in den letzten Wochen immer mal wieder Kita-Kollegen von der Kita-Zeit verabschiedet hatten. Der große Kaaskop hatte die Ehre, unseren Sohn zum ersten Mal zur Schule zu radeln. Wie er mit seinem neuen Schulrucksack am Lenker breit grinsend vor Stolz und Vorfreude auf Papas Fahrradsitz saß! Unbezahlbar! Dummerweise steckte mein Handy im Rucksack auf meinem Rücken (ich musste gleichzeitig los zur Arbeit) und deshalb konnte ich leider kein Foto machen, schnüff. In der Schule angekommen, begrüßte der kleine Kaaskop seine juf und holte sich dann ein Puzzle aus dem Schrank. In dieser Altersgruppe wird nämlich morgens um 8.35 Uhr mit einer Spielviertelstunde begonnen, zu der auch die Papas und Mamas bleiben dürfen. Um 8.50 Uhr erklingt das Aufräumlied und heißt es Abschied nehmen. Die Kids dürfen dann noch kurz am Fenster winken und das war’s. Und wie gesagt hat mein großer kleiner Junge bisher kein Problem daraus gemacht.

So weit, so gut. Abschied von der Kita heißt aber auch: Abschiedsgeschenke regeln. Der große Kaaskop hat auf einer seiner Insolvenzversteigerungen (quasi sein eBay; er ist etwas süchtig..) kleine Knete-Sets ersteigert. Da werde ich noch aus Frühstückskuchen ausgestochene Elefanten und ein paar Weintrauben draufstecken (der kleine Kaaskop ist in der Elefantengruppe) und ein Label mit der Aufschrift „Tschüß! Ich gehe in die Schule.“ (oder so) dranhängen. Für die Erzieherinnen werde ich wohl Blumengutscheine besorgen.

Was aber noch wichtiger ist: ich muss die Geburtstagsfeier vorbereiten! Der Feuerwehrkuchen vom letzten Jahr  hatte dem kleinen Kaaskop offenbar so gut gefallen, dass er diesmal wieder einen möchte. Da ich aber mit dem Aufwand-Ergebnis-Verhältnis nicht so zufrieden war, mache ich dieses Jahr keine dreidimensionale Torte, sondern eine runde mit 2D-Abbildungen. Natürlich mit Feuerwehrauto! Eine komplette Feuerwehrparty wie bei Dajana von Mit Kinderaugen, die ich übrigens ganz toll finde (also, die Mottoparty…obwohl, Dajana eigentlich auch, soweit ich sie über ihren Blog, FB und Instagram kenne), wird es aber nicht geben. Erstens, weil es bei uns keine richtige Kinderfeier wird, sondern einfach ein Geburtstagsbeisammensein mit der engeren Familie und unseren besten Freunden einschließlich derer Kinder (über 20 Mann!). Zweitens, weil der kleine Kaaskop gar nicht um eine Mottoparty gebeten hat (dieses Konzept stelle ich ihm in meinem eigenen Interesse noch nicht vor). Und drittens, weil all diese hübschen Themapappteller, -becher, -flaggen undsoweiter am Ende ja doch im Müll landen und mir unnötige Müllproduktion einfach gegen den Strich geht. Kann ja jeder machen, wie er will, ich finde solche Themadeko-Sets ja auch schön! Aber bei uns muss das nicht sein. Ich werde nur ein paar Papierflammen für auf dem Kuchen basteln, weil der kleine Kaaskop sich einen brennenden Kuchen gewünscht hat, und vielleicht rote Servietten besorgen.

Die nächsten Abende werde ich mich jedenfalls mit den Geburtstagsvorbereitungen befassen. Flammen ausschneiden, Schablonen für die Abbildungen auf dem Kuchen basteln, die Einkaufsliste fertigschreiben, Geschenke verpacken, die Motive aus Fondant/Marzipan für die Torte vorbereiten und und und.

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Nebenbei werde ich mir ein Glas Wein oder etwas Bailey´s gönnen, zur Bekämpfung der Sentimentalität, weil mein kleiner Junge plötzlich schon so groß ist…

Sankt Martin und Zwarte Piet

Heute war ja der 11.11., also Karnevalsbeginn und Martinstag. Der kleine Kaaskop ist mit seiner in der Kita gebastelten Spinnen-Laterne mit den Nachbarskindern durch unsere Straße gezogen und hat fleißig Naschkram ersungen. Davor musste aber noch kurz das Sinterklaasjournaal geguckt werden, die Nikolausnachrichten sozusagen.

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Auf Facebook entdeckte ich heute diesen Artikel. Sehr interessant, wie ich finde. Ich zumindest wusste gar nicht, dass St.Martinsumzüge in protestantischen Gemeinden schon immer „Laternenfest“ geheißen habe, weil dort Heiligenverehrung not done ist. Ich habe nur mitgekriegt, dass sich Leute darüber aufgeregt haben, dass es vielerorts nicht (mehr) St.Martin sondern Laternen- oder Lichterfest heißt. Bei mir im deutschen Kindergarten damals hieß das wie gesagt Sankt Martin.

Anyway. Diesen Artikel hatte jemand in einer Gruppe für Deutsche in den Niederlanden gepostet und eines der Mitglieder meinte, sie fände es schade, dass heutzutage so viel an alten Traditionen geändert wird und sie verstehe zwar die Gründe, sei aber trotzdem traurig, dass zum Beispiel hier in Holland Zwarte Piet nicht mehr schwarz sein darf. Hm. Ich sehe den Zusammenhang zwischen den beiden nicht so. Ich bin zwar der Meinung, dass man religiöse Feste nicht umbenennen sollte, aus Angst, Andersgläubige zu diskriminieren. Durch eine Feier religiösen (in diesem Falle christlichen) Ursprungs wird meiner Meinung nach niemand diskriminiert, schon gar nicht durch den Namen. Wer nicht mitmachen will, lässt es eben bleiben. Leben und leben lassen. Anders sähe es aus, wenn Nicht-Christen nicht mitfeiern dürften. Dürfen sie aber doch, oder? Und wenn nicht-christliche Kinder in einen katholischen Kindergarten gehen, kann man wohl davon ausgehen, dass sie auch bei solchen Feiern mitfeiern. Vom Anpassen religiöser Feste in Ländern mit christlichem Hintergrund, um Andersgläubige nicht auszuschließen, halte ich also wenig, aber bei Zwarte Piet liegt die Sache doch etwas anders, finde ich. Bei ihm geht es nicht um den religiösen Hintergrund, sondern um seine Hautfarbe und den Zusammenhang mit der Unterdrückung Schwarzer durch „überlegene“ Weiße. Das ist was ganz Anderes, meine ich.

Was mir bei der auch in diesem Jahr wieder leidenschaftlich geführten Diskussion um Zwarte Piet auch auffällt: die Befürworter eines schwarzen Zwarte Piet sind in der Regel über 50. Sprich: Leute, die Zwarte Piet aus ihrer eigenen Kindheit mit Kraushaar, Pagen-Kragen, dicken roten Lippen und goldenem Ohrring  kennen und lieben und nicht wollen, dass jemand etwas an „ihren“ Traditionen ändert. „Unser Kinderfest“ nennen sie es gerne. Aber ganz ehrlich: ich habe noch nicht mitgekriegt, dass auch Kinder sich darüber beschweren, dass Zwarte Piet in Gouda ein gelb gepunktetes Käsegesicht hatte und in Amsterdam violette Pieten rumliefen. Kindern ist es vermutlich wurst, welche Farbe sein Gesicht hat, ob er goldene Ohrringe trägt oder dicke rote Lippen, solange sie ihn noch als Piet, den kinderfreundlichen Helfer von Sinterklaas, dem etwas unheimlichen weil strengen weißen Mann, erkennen. Denn das ist mir auch aufgefallen: er wird oft einfach nur „Piet“ genannt. Mal davon abgesehen, dass es „den“ Zwarte Piet nicht gibt, denn es gibt Hunderte: Päckchenpiet, Backpiet, Postpiet, Malerpiet,…. Die heißen alle nicht „zwart„, werden aber so dargestellt. Dann sollte es doch kein Problem sein, neben den äußerlichen kleinen Anpassungen, über die ich letztes Jahr hier schon geschrieben hatte, auch den Namen ein bisschen anzupassen? Ob die ältere Generation es will oder nicht: ich glaube, dass die Tage des traditionellen Zwarte Piet gezählt sind.

Für ein bisschen mehr Sankt Martin

Der goldene Oktober, der dieses Jahr ja wirklich schön bunt war, ist schon fast wieder vorbei. Es wird kälter und der kleine Kaaskop steht am frühen Abend am Fenster und sucht den dunklen Himmel nach dem „Möndchen“ ab. Nächsten Donnerstag soll er einen Laternenstock mit in die Kita bringen, damit er nachmittags am peutermiddag für die Kinder über 3 mit seiner letzte Woche gebastelten Laterne laufen kann. Einen richtigen Laternenumzug organisiert die Kita nicht, soweit ich weiß. Dabei ist in zwei Wochen Sankt Martin, wie Ostern ein Fest, mit dem ich erst wieder was am Hut habe, seit ich Mutter bin.

Ich bin weder getauft noch gläubig, aber an das Sankt-Martins-Fest damals im Kindergarten in Nordhreinwestfalen habe ich immer noch schöne Erinnerungen. Da gab es ein richtig großes Holzfeuer, einen Sankt Martin in einem knallroten Mantel auf einem richtigen Pferd, einen Chor….das war sowas von beeindruckend und klasse! Und für die Kinder gab es Weckmänner (aus Hefeteig) mit Tonpfeife, mit der man wirklich pfeifen konnte.

Hier in Holland wird auch Sint Maarten gefeiert. In „unserer“ Kita zwar wie gesagt nicht, aber in der Stadt ist ein 2-tägiges Fest, habe ich gesehen. Da würde ich eigentlich gerne hin, aber ich fürchte, es ist mir da zu voll und der kleine Kaaskop noch zu klein. Sint Maarten ist nämlich der Schutzheilige von Utrecht und deshalb ist nicht nur die Flagge der Stadt Rot-Weiß, sondern wird um den 11. November herum auch jedes Jahr das „Fest des Teilens“ gefeiert, mit Lesungen, einem Sint-Maarten-Markt, Aufführungen und einem großen Umzug mit Laternen und Musik.

Da der große Kaaskop letztes Wochenende endlich die Lautsprecher unserer Stereo-Anlage angeschlossen hat (wir wohnen ja auch erst seit Februar in diesem Haus), hören wir wieder öfter Musik. Der kleine Kaaskop findet zurzeit eine bestimmte Herbst-CD von Tchibo ganz toll, besonders das „Dinosaurier“-Lied. (Hat nix mit einem Dino zu tun, aber irgendwie versteht er bei „Süßes oder Saures“ halt „dinosaurus“ (richtig geraten: das niederländische Wort für Dinosaurier).) Und das gar nicht mal so kinderhaftige Lied „Meine kleine Herbstmelodie“ mag er auch sehr gerne. Kaum habe ich irgendwo gelesen, dass Fastvierjährige gerne singen, fängt der kleine Kaaskop plötzlich an, das tatsächlich zu tun: ganz still saß er vor der Anlage und hörte sich das Lied an, und seitdem singt er immer den Refrain mit: „Wenn du hinausgehst, und mitten im Wind stehst, wenn du dir anschaust, wie alles herumsaust“… Jedenfalls ist auch das klassische Sankt-Martins-Lied auf dieser CD, und irgendwie finde ich den Text gerade sehr passend:

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
Sein Roß, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
Sein Mantel deckt‘ ihn warm und gut.

Im Schnee saß, im Schnee saß,
Im Schnee, da saß ein armer Mann,
Hatt‘ Kleider nicht, hatt‘ Lumpen an.
„O helft mir doch in meiner Not,
Sonst ist der bittre Frost mein Tod!“

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
Sein Roß stand still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt‘
Den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gab den halben still:
Der Bettler rasch ihm danken will
Sankt Martin aber ritt in Eil‘
Hinweg mit seinem Mantelteil.

Am Wochenende war ich übrigens mit einer Freundin essen und im Kino. Davor sind wir noch spontan shoppen gegangen, denn wir waren früh dran und gerade wenn man ungeplant shoppt, findet man schöne DInge. Eine neue Winterjacke brauchtewollte ich, denn meine alte ist so…schwarz und verwaschen. EIne rote hätte ich gerne gehabt. Es ist dann aber eine blaue geworden. Von Benetton, heruntergesetzt für 70 Euro. Keine „Zwischensaison-Jacke“ wie geplant, aber es wird ja bald wieder kälter. Deshalb habe ich am nächsten Tag den gleichen Betrag der Flüchtlingshilfe gespendet. Ich hatte vor ein paar Wochen schon einmal was gespendet, aber die Lage wird ja immer schlimmer und wie gesagt, es wird kälter. Die Tage werde ich auch mal die alten, kaum getragenen Winterstiefel des kleinen Kaaskop und ein paar andere Wintersachen raussuchen und sie zum nächsten Welkom Winkel (Willkommensladen) bringen. Das ist das Mindeste, was ich tun kann. Für ein bisschen mehr Sankt Martin.

Die Feier zum 3. Geburtstag

Ein ungläubiger Blick auf den Kalender zeigt mir, dass heute tatsächlich schon der 24. März ist. Das heißt, der 3. Geburtstag des kleinen Kaaskop ist schon zwei Monate her und seine Feier schon einen Monat! Höchste Zeit, ein paar Fotos zu zeigen.

Jip, sein bester Freund aus der alten Kita konnte leider nicht an jenem Sonntag, daher durfte der schon am Freitag auf einen Muffin und Limo (aka biologischer eingedickter Fruchtsaft) vorbeikommen. Er brachte dem kleinen Feuerwehrfan ein Feuerwehrauto mit Sirene mit, um das sich die beiden Jungs den Rest des Nachmittags zankten, wie mir der große Kaaskop berichtete.

Den Samstag verbrachte ich mit Kuchenbacken und den Samstagabend mit Kuchenverzieren. Zum Glück half Tante A. fleißig mit, sonst hätte ich wohl nicht alles geschafft! Mit dem Feuerwehrwagenkuchen war ich selbst eigentlich nicht so zufrieden, weil man die „Nähte“ ziemlich gut sah, aber die Gäste (und das Geburtstagskind) waren sehr beeindruckt. Und lecker war er auch (unter der Fondant-Verzierung versteckte sich ein Schoko-Mandelkuchen mit Himbeersahne).

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Der kleine Kaaskop hatte sich schon tagelang auf seine Geburtstagsfeier gefreut, er liebt ja Rummel in der Bude (und Geschenke kriegen)! Das Buch „Dikkie Dik is jarig“  (Dicki Dick hat Geburtstag) musste täglich mehrmals vorgelesen werden und dann sagte der kleine Kaaskop immer, dass er auch „vishappen“ will, wie Dikkie Dik in dem Buch. Eigentlich heißt das ja „koekhappen“ (ihr kennt dieses Kindergeburtstagsspiel, bei dem man Kekse o.Ä. von einer Schnur abbeißen muss, sicher auch noch), aber Dikkie Dik und seine Katzenfreunde schnappen halt nach Fischen. Wir haben einfach Frühstückskuchen in Fischform geschnitten und auf Küchengarn gefädelt.

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Eingeladen hatten wir unsere fünf besten Freunde mit Kindern, die beiden Omas (der alte Kaaskop war am echten Geburtstag dagewesen und wurde wegen der laufenden Scheidung mit Blick auf awkward moments diesmal nicht eingeladen), Tante A. und Onkel S. und zwei Mädchen aus der alten Kita, von denen eins leider verhindert war. Fenna, mit der der kleine Kaaskop schon in der gleichen Babygruppe war, hatte sich sich sehr über die Einladung gefreut und war mit ihrer hochschwangeren Mutter gekommen. Die beiden Kinder freuten sich riesig, einander wiederzusehen, so süß! Der Kugelbauch von Fennas Mama war übrigens sehr interessant und musste erstmal befühlt werden!

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(Was Fenna und der kleine Kaaskop allerdings in unserem Bett getrieben haben, weiß ich nicht. Er kam aber ohne Hose wieder runter ins Wohnzimmer; deshalb hat er auch auf einigen Fotos eine andere an….)

Während ich mit Kaffee, Tee und Kuchentellern hin und her wetzte, zeigte der große Kaaskop unseren Freunden das Haus und die Kinder rannten umher und probierten die Spielsachen des kleinen Kaaskop aus. Bis auf das „vishappen“ gab es kein Programm, die Kinder vergnügten sich auch so. Die Feier dauerte von 14-17 Uhr, lang genug für Dreijährige, finde ich. Und so konnten wir vor Schlafenszeit noch ein wenig herunterfahren. Zum Beispiel beim Kneten mit Tante A.

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Bekommen hat der kleine Kaaskop u.a.: Mein erster Spieleschatz von Haba, die Maltafel von Ikea, Knete mit Formenpresse, ein Buch über die Feuerwehr, eine Feuerwehrfahrradklingel, ein Feuerwehrmann-Verkleidungsset, Hämmerchen Tick, Stempel, was zum Anziehen und von uns das Fahrrad. (Das hatten wir ihm ja schon an seinem richtigen Geburtstag übergeben, wie ihr hier vielleicht gesehen habt.) Das ist ihm übrigens, seit wir die Stützräder etwas höher eingestellt haben, nicht mehr ganz geheuer. Aber als Dreirad soll er das Fahrrad ja nun nicht benutzen, fand ich.

Obwohl wir also wenig Aufwand (vom Feuerwehrkuchen abgesehen) in die Geburtstagsfeier investiert hatten, war sie für das Geburtstagskind ein großer Erfolg. Der kleine Kaaskop erzählte jedenfalls zwei Wochen später noch, wie toll es war, als all die kindjes (kleine Kinder) da waren und er Geschenke gekriegt hat. Und dann fragte er mich eines Abends noch: „Mama, mag ik straks weer jarig zijn?“ (Mama, darf ich bald wieder Geburtstag haben?) *schmelz*

Multilingualer Kindergeburtstag

Beim Lesen von Lucie Marshalls Post über ihre Last-Minute-Panik wegen eines Kindergeburtstages im Londoner Stil fiel mir wieder ein, dass ich ja noch von unserer eigenen ersten „Expat-Kinderparty“ erzählen wollte. Die war letzte Woche Sonntag.

Der große und der kleine Kaaskop hatten das Geburtstagskind (Noa, ein Mädchen) und seine amerikanische Mutter bei ihren freitäglichen Besuchen der Little Gym kennengelernt. Wir trafen die vierköpfige Familie neulich zufällig im Park, wo ich sie zum ersten Mal sah. Bis dahin hatte ich immer angenommen, Noa sei ein Junge. Wie man sich da heutzutage irren kann, was? Auf Vornamen ist auch kein Verlass mehr..

Jedenfalls bekam unser kleiner Mann per E-Card eine Einladung zu Noas zweitem Geburtstag. Thema der Party: Little girl, big disco! In der Einladung stand: „Disco attire highly recommended, dancing shoes required!“ Oha! Kleines aber feines Detail, das mir der große Kaaskop, der E-Mails selten richtig liest oder gerne mal wichtige Details zu melden vergisst, nicht mitgeteilt hatte. Da stand ich, ein paar Stunden vor der Party, und überlegte panisch, was wir denn an discotauglichen Klamotten im Schrank hatten. Und waren überhaupt in-die-Disco-geh-Klamotten gemeint oder bezog sich „Disco“ auf die 70er-Jahre?! Hilfe!

Am Ende trugen meine beiden Männer einfach ein Oberhemd zu dunklen Jeans, und ich ein kobaltblaues 3/4-Ärmel-Shirt mit Pailletten am Ausschnitt zu einer schwarzen Jeans und schwarzen T-Straps. Wie sich herausstellte, war das genau richtig, denn die anderen Gäste hatten auch nicht wirklich was discomäßiges an. Noa trug ein blassrosa, metallisch schimmerndes Kleid über normalen Klamotten, ihre Mutter hatte außer einem Fascinator im Disco-Stil auch nichts besonderes an und der Vater sah mit seiner lässigen 3/4-Hose und dem Hut eher aus wie ein Surf Dude aus Kalifornien. Er ist halb Niederländer, halb Amerikaner, wie wir erfuhren, das passt ja.

Über die hammergeile Wohnung (entschuldigt diesen mir untypischen und vermutlich inzwischen völlig veralteten Ausdruck) will ich mich hier mal gar nicht weiter auslassen, wir standen sowieso die meiste Zeit draußen im Garten, denn dorthin zog es natürlich alle Kinder. Nachdem der kleine Kaaskop fast alle Weintrauben und Rosinen vom Kindertisch aufgegessen hatte, bevor später eintreffende kleine Gäste ihm was wegessen konnten, erkundete er kurz den Disco-Bereich: der vordere Teil des Wohnzimmers war verdunkelt und mit Discokugel und ein paar anderen Lichteffekten ausgerüstet. Noas Mutter teilte außerdem noch ein paar Leuchtarmringe aus. Der deutsche Mutteranteil in mir schrie sofort besorgt „Aber die sind doch bestimmt giftig, ist das nicht zu gefährlich?!“, wurde aber mundtot gemacht, bevor ich es laut sagten konnte. Auf dem Tisch standen jede Menge giftgrüne und rosa verzierte Cupcakes, die eine der anwesenden Frauen gezaubert hatte. Ansonsten Salzstangen, Blätterteigkäsestangen, türkisches Fladenbrot mit Dips, Oliven u.Ä. Für die Kinder gab es Apfelsaft (was Noas Mutter lustigerweise immer auf Niederländisch in ihren ansonsten englischen Sätzen verwendete: „Do you want appelsap, too?“) und Anmischlimonade, für die Erwachsenen Wasser, Wein und Bier.

Eigentlich war das Ganze eher unspektakulär (bis auf die Wohnung) und ziemlich relaxt: die Kinder machten, was sie wollten, die Eltern standen mit was zu trinken in kleinen Grüppchen herum und unterhielten sich. Es waren einige Amerikanerinnen da, eine spanische Mutter, und auch Anna von den babyconcertjes (aus England) war dabei. Natürlich waren auch ein paar niederländische Elternteile dabei, zum Beispiel Noas Tante. Trotzdem sprachen die meisten Englisch miteinandern, einfach, weil man, da man ja fast niemanden kannte, nicht wusste, wer welche Sprache versteht. Lustigerweise sprachen A. und ich auch mit Noas Vater fast nur Englisch, obwohl er ja fließend Niederländisch spricht.  Und nachdem ich mich schon eine ganze Weile mit Noas Oma väterlicherseits auf Englisch unterhalten hatte, kamen wir dahinter, dass wir beide fließend(er) Niederländisch sprechen. Die Sprache gewechselt haben wir trotzdem nicht…

Bis auf das Englischsprechen, das Glas Marmite auf dem Küchenregal und die riesigen Cupcakes, die so gar nicht zu dem hier in Holland vorherrschenden Anti-Zucker- und Anti-E-Stoffe-Trend passten, war eigentlich nicht wirklich zu merken, dass es eine Expat-Kinderparty war. Einige neue Erkenntnisse habe ich trotzdem gewonnen:

  • Noas Vater zufolge hat mein Englisch einen skandinavischen Akzent! Huh!?
  • Alle lieben den kleinen Kaaskop. Noas Mutter, die spanische Mutter (die B. auch von der Little Gym kennt) und Anna sagten uns unabhängig voneinander, dass B. so ein süßer, fröhlicher Junge sei. *strahl*
  • Der süße, fröhliche Junge ist auch ein richtiger Junge: er interessierte sich für alles mit Rädern, was Haus und Garten hergaben, einschließlich Noas Geburtstagsgeschenk, ein lilafarbenes Laufrad. Und als 3 Mädchen und ein anderer Junge wie die Hühner auf der Stange eine Schuppenwand mit Straßenkreide verzierten, ließ B. sofort sein Stück Kreide fallen, als er entdeckte, dass in der Schuppenwand ein Riegel angebracht war, mit dem man, wenn man gaaanz doll zieht, den Schuppen aufmachen kann. *augenroll*
  • Alle kaufen ihre englischen Kinderbücher (Geschenkwunsch des Geburtstagskinds) im gleichen Laden, dem Kinderboekwinkel am Ganzenmarkt, in dem man sogar Nijntje/Miffy auf Japanisch kaufen kann.
  • Heineken-Bier riecht irgendwie nach Marihuana…bah!
  • Wir kennen tatsächlich Leute in dieser Stadt, die in einem großen, schicken Haus mit größerem Garten, in zentraler und trotzdem ruhiger Lage wohnen.
  • Zwei Gläser Wein am Nachmittag sind irgendwie schon zuviel für mich…
  • B. findet die Buttercrème leckerer als den Cupcake darunter.

Geburtstag!

Zwei ist er jetzt. Zwei! Mein großer kleiner Junge…

Die Abende vor dem Geburtstag waren zwar arbeitsreich, aber mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden, und das Geburtstagskind selbst hat sich auch gefreut. Da B. am Wochentag seines eigentlichen Geburtstags nicht in die Kita geht, hat er am Tag davor seine Käseschneemänner ausgegeben. Ja richtig, er hat vor seinem Geburtstag gefeiert – unerhört, wie ich früher auch fand. Aber hier in Holland sieht man das nicht so eng, es wird gefeiert, wann es am besten in den Terminkalender passt. Ich weigere mich weiterhin, meinen oder B.s Geburtstag vor dem echten zu feiern, aber beim trakteren in der Kita mache ich schon mal eine Ausnahme. Jedenfalls hat er von den Erzieherinnen wieder eine schöne Geburtstagskrone bekommen, ein Geschenk (Bauhelm und Werkzeug) und er durfte über den Tisch krabbeln, um die käsigen Snacks unter den Kitakumpels zu verteilen, süß, oder?

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Am eigentlichen Geburtstag hatte ich mir freigenommen, um zu backen. Brownies mit Erdnüssen und Macadamia, einen Apfel-Abrikosenkuchen und einen Mandarinen-Quark-Kuchen. Zwischendurch gingen wir (A. war auch zu Hause, denn es war Papa-Freitag) zum Spielzeugladen, um das Laufrad zu kaufen, dass B. zum Geburtstag kriegen sollte. Ein Puky, gute deutsche Qualität, haha! Die Puky-Laufräder sind hier gerade auch voll beliebt, wir haben nur positives darüber gehört. Aber bol.com hatte Lieferprobleme, daher wurde es ein last minute-Einkauf. Zum Glück stellte sich heraus, dass der Laden hier in der Nähe auch Puky-Räder verkauft. Nur weigerte sich das Geburtstagskind, das Rad probezusitzen! Er fand den Plastiktraktor vieeel toller. Zuhause war er dann aber sehr interessiert:

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Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis er damit fahren kann, er „geht“ eher als dass er sitzt und läuft. Wird schon noch! Wir werden jedenfalls mal fleißig üben, sofern das Wetter und mein Rücken es zulassen.

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Nachmittags kam eine Freundin mit ihren 2 Töchtern (5 und 3) und brachte eine Schneidepizza aus Plastik mit. Die kam gut an! Wie ich ja schon erzählt hatte, hat der kleine Schlingel den Heiligabend auch größtenteils mit „snije! snije!“ (sneide, sneide!) verbracht.

Diese Freundin erzählte übrigens, dass sie und ihr Mann auch aus der Stadt wegziehen wollen. Ja, ziehen denn jetzt alle weg?! Drei unsere Nachbarn, zwei Freundinnen aus dem alten Hechelclub, diese Freundin jetzt also auch… da müssen wir ja unsere eigenen Umzugspläne wirklich durchziehen, wenn wir nicht alleine in U. zurückbleiben möchten! In 2 Wochen kommt der Fotograf vom Makler – und wir wissen immer noch nicht, wo wir denn hinwollen. Dazu aber demnächst mehr.

Abends gab es zur Feier des Tages (und weil ich nach einem ganzen Tag backen keinen Bock hatte, zu kochen) Brathähnchen mit Minikartoffeln und Salat. Dank Apfelmus hat B. sogar ein paar Kartoffeln gegessen. Ich werde aber der Versuchung widerstehen, deshalb alles mit Apfelmus zu servieren…

Am Samstag war dann die große Feier! Das Prinzip  „So viele Gäste wie Kerzen auf dem Kuchen“ kennt man hier nicht – die Familie und besten Freunde werden auch zu Kindergeburtstagen eingeladen. Da B. ein richtiger kleiner Partylöwe ist, habe ich nichts dagegen. Wir haben wie letztes Jahr den Pavillon im Park gemietet und dort gefeiert, das ging super. Meine Dikkie-Dik-Torte war trotz einiger kleiner Missgeschicke (Tortendeckel zu dünn und gebrochen, Fondant zu knapp bemessen) ein voller Erfolg! Ich bin wirklich stolz auf das Ergebnis:

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(Vorne am Rand steht noch in orangefarbenen Buchstaben der Name.) Der kleine Katzenfreund war auch ganz hin und weg, hat Dikkie Dik sofort erkannt und wollte immer mit dem Finger reinpieksen, haha! Gegessen hat er dann aber lieber Rosinen. Er war wohl von der Kuchenauswahl genauso überwältigt wie von den Geschenken. Am Anfang war er total neugierig und wollte alles sofort auspacken, aber nach einer Weile hatte er dazu gar keinen Bock mehr. Er bekam viele Klamotten, Duplo, zwei Puzzels, zwei Spiele (u.a. die Kleinkindversion des Obstgartens von Haba), ein Nijntje-Teeservice (das beste Geschenk überhaupt – jetzt müssen A.und ich auch nicht mehr aus der Kanne der Spielzeugkaffemaschine „trinken“!), ein paar Bücher…

Von 14 bis 17 Uhr dauerte der Spuk (wobei B. erst um 14.40Uhr auf seiner eigenen Feier auftauchte – ein bisschen ausgeschlafen sollte er ja schon sein!), dann hieß es: schnell grob aufräumen und ab nach Hause, Geschenke sortieren und Pizza bestellen. Meine Mutter, meine Schwester und Schwager und meine Schwiegereltern blieben wegen des weiten Anfahrtwegs zum Essen. Normalerweise bestellen wir dann Chinesisch, aber diesmal gab’s halt Pizza. (Falls ihr mal in Holland Pizza bestellt: die von Domino’s Pizza sind sehr lekker! Hat sogar dem kleinen Geburtstagskind geschmeckt, im Gegensatz zur selbstgemachten Pizza neulich. Das hört sich jetzt fast so an, als würden wir öfters Pizza essen – das stimmt aber nicht.)

Nach dem Essen wurde noch ein bisschen gespielt und dann musste der kleine Mann völlig gegen seinen Willen ins Bett, so eine Gemeinheit. Der Papa war dran mit Insbettbringen und durfte sich beim Warten auf den Sandmann etwas ausruhen, während ich Kaffee servierte und meiner Schwiegermutter dankbar war, dass sie ungefragt anfing zu spülen. Sie hat so ihre Macken, aber untätig herumsitzen, während die Schwiegertochter „hetzt und wetzt“, wie es in einem der Astrid-Lindgren-Bücher so schön heißt, gehört nicht dazu.

Als alle weg waren, fielen A. und ich total erschöpft auf’s Sofa. Ganz schön schlauchig, so ein Kindergeburtstag! Aber schön war’s!