Tatü-tata: So war der Polizeigeburtstag

Nach den beiden Feuerwehrtorten zum 3. und 4. Geburtstag wünschte sich der kleine Kaaskop zu seinem 5. Geburtstag eine Polizeitorte. Und zwar nicht für die Feier mit der Familie sondern für seinen Kindergeburtstag. „Na gut“, dachte ich, „dann machen wir gleich ’ne Mottoparty daraus.“

Eigentlich graute mir ein wenig vor dem Kindergeburtstag: der wuseligen, aufgeregten Kinderbande, dem Lärm, dem Koordinierenmüssen…. Ich bin ganz froh, dass nur einmal im Jahr Geburtstag ist! Die Vorbereitungen machten mir aber Spaß. Ich scrollte mich durch Pinterest und andere Websites, entwarf eine Torte (so schlicht wie möglich, damit der Arbeitsaufwand überschaubar bleibt), schrieb Listen (ich liebe Listen!), …. und diskutierte mit dem kleinen Kaaskop, wen er denn einladen würde. Fünf Kinder durfte er einladen, und sozial wie er ist, wollte er auch die Schwester seines besten Freundes UND deren beste Freundin einladen. Weil sein bester Freund doch so gerne mit seiner Schwester zusammen ist… Die Schwester ist aber zwei Jahre älter, scheint mir wirklich kein Fan von wilden Polizeipartys zu sein und ihre Freundin kenne ich überhaupt nicht! Zum Glück konnten der große Kaaskop und ich den kleinen Kaaskop überzeugen, dass er besser zwei andere Kinder einladen sollte, mit denen er in der Pause und in der BSO selber auch spielt.

Die Vorbereitungen

Ich bestellte im Internet Polizeiparty-Einladungskarten und passende Tröten für die Mitgebseltüte, besorgte Spielhandschellen und eine echt aussehende Wasserpistole (na gut, sie war orange), Bastelkram, Fondant… Den Biscuit-Boden backte ich schon am Wochenende vor der Feier und fror ihn ein. Abends wurde ausgeschnitten, geklebt und sortiert, und am Abend vor der Feier bereitete ich die Fondantbilder für die Polizeitorte vor. Ich hatte mich für eine kleine Torte entschieden, weil ja nur 6 Kinder davon essen würden. (Ha!) Dummerweise bedeutete das auch, dass die Fondantteile auch klein sein mussten, ganz schön fummelig wurde das.

Ich war auch nicht so superzufrieden mit dem Ergebnis, aber ist ja nicht für einen Backwettbewerb, und der kleine Kaaskop fand sie toll. Und das ist schließlich die Hauptsache!

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Fertige Polizeitorte

Mit meinen Basteleien war ich aber zufrieden, und mit dem geplanten Programm auch.

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Basteleien für die Polizeiparty

Der Plan

Die Feier war für 14-17 Uhr geplant. Es sollte losgehen mit Torte essen und Geschenke auspacken, danach die Polizeiprüfung für das Polizeidiplom, das die Kinder am Ende bekommen sollten. Dafür sollten sie mit dem Laufrad einen Slalom-Parcours fahren, durch einen Krabbeltunnel kriechen, mit der Wasserpistole auf eine Zielscheibe schießen, einander festnehmen und (statt Fingerabdruck nehmen) einen Schuhabdruck dem richtigen Paar Schuhe zuordnen.

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Schuhabdruck zuordnen

Als letztes sollten sie dann noch eine eigene Polizeikappe basteln. Danach wollten wir noch Polizeibingo spielen, und die übrige Zeit mit frei spielen verbringen. Soweit der Plan! Aber dann kam es natürlich etwas anders…

Die Polizeiparty

Am Morgen der Feier musste der kleine Kaaskop wie jeden Freitag zur Schule. Währenddessen wollte ich die Torte verzieren, die Klos putzen (den Rest des Hauses natürlich nicht! Das macht man schlauerweise NACH dem Kindergeburtstag!) und mich mental auf den Trubel vorbereiten. Der große Kaaskop wollte Home Office machen. Tatsächlich verbrachte er aber einige Zeit in der Küche, denn ich hatte festgestellt, dass ich die Buttercreme im Tiefkühl nicht mehr benutzen konnte und deshalb neue machen musste. Wenn man nur ein Handrührgerät hat, ist es aber ziemlich schwierig, ohne ein zweites Paar Hände Butter zu mixen und gleichzeitig portionsweise Puderzucker hineinzusieben! Das Fondant musste ich auch noch strecken (sprich: ein zweites Mal gründlich kneten, bis sich das weiße gut mit dem blauen vermischt hatte), damit ich genug für die ganze Torte hatte. Zum Ausruhen kam ich also gar nicht, meh.

Um 12.15 Uhr holte ich den kleinen Kaaskop und einen der Gäste, der normalerweise freitags in den Hort geht, aus der Schule ab, es gab Mittagessen und die beiden spielten friedlich zusammen. Um 14 Uhr ging es dann los. Weil der kleine Kaaskop da gerade mit seinem Freund im Garten spielte, liefen die neu angekommenen Gäste auch gleich dorthin. Das Wetter war ja auch super! Wir ließen die Kinder eine Weile spielen und beschlossen dann, als sie etwas zu wild wurden, statt mit Torte und Geschenke auspacken erst die Polizeiprüfung anzugehen. Mann, was für ein Gewusel! Als ich die Handschellen und die Wasserpistole holte, rannten alle Jungs auf mich zu wie hungrige Wölfe und bettelten, dass sie die als erster haben wollten. Ich kam kaum dazu, zu erklären, was sie damit tun sollten. Und der große Kaaskop und ich hatten nicht gut abgesprochen, in welcher Reihenfolge die Kinder ihre Prüfung machen sollten. Ich dachte, einer nach dem anderen, aber ziemlich bald waren drei gleichzeitig am Slalomfahren, krabbeln und schießen. Puh! Ich hatte jedenfalls leider kaum Gelegenheit, ein paar schöne Fotos zu machen. Naja. Make memories, not pictures, heißt es ja…

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Beim Handschellenanlegen kam es natürlich auch zum Streit, wer denn jetzt der Dieb sein sollte, ob der sich absichtlich fangen lassen sollte oder nicht, wohin er flüchten durfte, wie fest man die Handschellen schließen sollte und ob der Gefangene danach zur Polizeiwache (=Mama) gebracht werden sollte. Ich hatte zwar vorher mindestens zweimal gesagt, dass der „Polizist“ den Gefangenen nach dem Festnehmen NICHT an den Handschellen irgendwo hin ziehen sollte, weil das weh tut, aber auf mich hört ja nie jemand.

Um die kleinen Wilden etwas zu beruhigen, verordneten wir danach Geschenke auspacken und Torte. Der kleine Kaaskop freute sich über Puzzel, Malbuch, Transformerdingsbums von VTech, einen Lego Creator Rennwagen und Polizeizeugs aus dem Billigladen und dann lotsten wir die Jungs zum Tisch, wo die Torte stand. Aber. FAST KEINER HAT DAVON GEGESSEN!! Alle wollten ein Stück von dem Polizeiauto oder nur Fondant, einer hat zumindest noch ein paar Bissen von dem Biscuit gegessen, aber die Sahne mit den frischen Heidelbeeren (Wunschfüllung des kleinen Kaaskop) haben sie fast all verschmäht. Ich dachte, alle Kinder mögen Torte mit Sahne, aber nein. Das Fondant, ja, aber Heidelbeeren mochten sie nicht, die Schicht Erdbeermarmelade unter der Sahne auch nicht… Nur der kleine Kaaskop hat sein Stück aufgegessen. Und der Junge, der angeblich keine Torte mag und an seinem eigenen Geburtstag lieber ein Stück Honigkuchen wollte.

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Nach dem Torte-nicht-essen spielten die Jungs ein wenig und dann ging es noch ab auf den Spielplatz, wo ich die meiste Zeit als Anschubser bei der Seilbahn stand und der Rest der Truppe es sich auf der großen Netzschaukel gemütlich machte. Als wir wieder zurück kamen, hatte der große Kaaskop schon den Bingotisch vorbereitet und gab es etwas zu trinken.

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Polizeibingo mit Smarties

Dummerweise hatte ich nur einen Preis besorgt (einen Viererpack PawPatrol-Gelstifte), aber drei von den sechs Jungs hatten gleichzeitig eine Karte voll und die anderen drei hatten auch das gleiche Bild als letztes. Dabei hatte ich doch so drauf geachtet, die Bilder gut zu verteilen. Hm. jedenfalls kriegten die drie Hauptgewinner jeweils einen Stift und die anderen drei bekamen eine der überschüssigen Polizeitröten.

Danach durften die Jungs die Fußspuren raten und ihren Daumenabdruck auf ihren Polizeiausweis drücken und dann bekamen sie von mir ihr „Diplom“, den ausgefüllten Ausweis, eine Polizeimarke und eine Polizeibrosche. Die Bastelvorlagen für die Polizeikappe steckte ich in die Mitgebseltüten, denn zum Basteln hatten wir keine Zeit mehr. Pünktlich um 17 Uhr wurden die Gäste abgeholt, phew.

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Inhalt der Mitgebseltüte (Die Mickey’s sind aus Schokolade und der Frosch ist ein Radiergummi.)

Das Fazit

Ich hörte von mehreren Eltern, dass ihr Kind die Feier toll fand, und der beste Freund des kleinen Kaaskop trug seine Polizeibrosche sogar mehrmals zur Schule. Der kleine Kaaskop war happy mit seiner Polizeiparty und ich war auch recht zufrieden. War schließlich unser erstes Mal. Aber die Motivtorte gibt es nächstes Jahr nur auf der Große-Leute-Feier! Für die Kinder gibt’s dann Cupcakes oder Blechkuchen oder so. Und den Ablauf der Aktivitäten müssen der große Kaaskop und ich auch besser vorher absprechen. Ansonsten sollte man sich nicht so verrückt machen, einfach auf sich zukommen lassen, und wenn die Kinder einfach nur schön miteinander spielen, streicht man einfach halt ein paar der vorbereiteten Programmpunkte. Wir wollten eigentlich auch noch koekhappen mit Handschellen um machen, aber dazu sind wir gar nicht gekommen. So what.

Wie handhabt ihr das mit den Kindergeburtstagen? Einfach spielen lassen, Themaparty veranstalten, auswärts feiern oder gar jemanden engagieren, der euch die Arbeit abnimmt?

PS. Falls ihr noch Ideen sucht für einen Kindergeburtstag mit dem Thema Polizei, vielleicht hilft euch ja meine Pinterest-Pinnwand weiter.