Kleine Freunde

Da der kleine Kaaskop Einzelkind ist, hat er nicht immer jemanden zum Spielen da, logisch. Nun finde ich das keinen Grund, für ein Geschwisterchen zu sorgen, denn an seinen 3 Kita-Tagen pro Woche und auf dem Spielplatz kommt er genug unter Kinder, an den anderen Tagen spielen der große Kaaskop und ich viel mit ihm und dass an den Vorurteilen gegenüber Einzelkindern (unsozial, verwöhnt usw.) wenig Wahres dran ist, liest man ja auch immer öfter. Außerdem ist es für ein Geschwisterchen, mit dem er wirklich altersgerecht spielen kann, mittlerweile eh zu spät.

Bevor wir am dritten Geburtstag des kleinen Kaaskop umgezogen sind, haben wir auch keine Playdates verabredet. Naja, wir haben uns natürlich schon mal am Wochenende mit Freunden verabredet, die auch Kinder haben, und mit dem Mädchen von gegenüber, das in die gleiche Kita-Gruppe ging und auch freitags mit ihrem Papa zuhause war, hat der kleine Kaaskop auch ab und zu mal gespielt. Aber das war dann eher spontan. Zu richtigen Playdates mit anderen Kita-Kindern kam es irgendwie nie. Hier in Holland sind die Kinder ja auch meistens bis kurz vorm Abendessen in der Kita, und dann bleiben ja nur gemeinsame freie Tage oder das Wochenende – an dem man meistens eh schon viel vor hat.

Seit dem Umzug bemühe ich mich aber öfter, gleichaltrige Spielkameraden für den kleinen Kaaskop zu finden, auch weil er jetzt mit 3,5 Jahren wirklich mit anderen Kindern spielt anstatt nur neben ihnen. Mit dem fast gleichaltrigen Jungen von nebenan hat er bis vor kurzem in der Kita zusammen gespielt, ab Februar werden sie in die gleiche Schule und vielleicht sogar in die gleiche Klasse gehen und überhaupt spielen sie freitagsnachmittags (Papatag) und am Wochenende auch oft spontan zusammen. Das freut mich sehr, denn trotz allem fühle ich mich manchmal schuldig, dass der kleine Kaaskop als (fast) einziger in unserer Häuserreihe keine Geschwister hat. Vor allem, weil ihm das vor Kurzem auch aufgefallen ist und er jetzt öfter klagt, er sei „alleine“….

Mit wem er in der neuen Kita am liebsten spielt, mussten wir ja erstmal abwarten, aber mittlerweile höre ich ein paar Namen öfter als andere. Dazu gleich mehr. Mit zwei Kindern aus der alten Kita haben wir den kleinen Kaaskop jedenfalls in den letzten Monaten schon ein paar Mal verabredet. Die haben damals immer so gerne miteinander gespielt, da mussten wir  uns einfach bemühen, den Kontakt trotz unterschiedlicher Wohnorte instand zu halten! So weit sind wir ja nun nicht weggezogen…

Neulich hatten wir uns an einem Sonntag zu einem Playdate beim kleinen Jip verabredet. Wie es das Murphy’s Law für Eltern so will, schlief der kleine Kaaskop ausgerechnet an diesem Morgen länger, sodass wir uns etwas beeilen mussten, um um 10 Uhr da zu sein. Der kleine Kaaskop war noch ganz verschlafen und wollte nicht aufstehen. Bis ich sagte, dass wir heute zu Jip fahren. Da saß er plötzlich senkrecht im Bett und rief strahlend: „Jaaaa! We gaan naar Jip!!“ Als ich das lachend Jips Mama erzählte, antwortete die, dass es bei ihnen genauso gegangen war. Die beiden Jungs freuten sich einfach tierisch darauf, einander wiederzusehen. Sie haben dann auch toll zusammen gespielt, während der große Kaaskop und ich uns nett mit den Eltern unterhalten haben, die wirklich sympathisch sind. Noch ein Grund, in diese Kinderfreundschaft zu investieren!

Vor zwei Wochen kam am Papafreitag ein anderer treuer Kita-Kumpel des kleinen Kaaskop zum Spielen vorbei. Beziehungsweise Kumpelin. Fenna, die auch auf seiner Geburtstagsfeier war. Leider sind sowohl Jip als auch Fenna montags, wenn ich mit dem kleinen Kaaskop zuhause bin, in der Kita oder bei Opa&Oma. Aber es gibt Hoffnung! Der kleine Kaaskop hat eine neue Kita-Freundin und ich vermute, dass die montags auch „frei“ hat. Sie war mir bis dahin nicht aufgefallen, bis die Erzieherin eines Tages beim Abholen erzählte, dass der kleine Kaaskop und die kleine Lotte unzertrennlich seien. Und der erzählte abends so strahlend von ihr, dass ich am liebsten laut gekichert hätte: mein Sohn ist verliebt!  Am nächsten Tag beim Abschied in der Kita schmiegte der kleine Kaaskop sich verlegen an mich und murmelte: “ Ik wil met iemand zwaaien (ich will mit jemandem winken….)“ – „Mit wem denn?“, fragte ich. „Met een meisje… (Mit einem Mädchen….) met Lotte…“, antwortete er. Ganz schüchtern fragte er sie, ob sie mit ihm winken wolle und hurra, sie wollte! Als ich kurz darauf am Fenster vorbeiradelte und winkte, erzählte er ihr gerade strahlend und wild gestikulierend irgendwas, so süß! Nachmittags beim Abholen traf ich Lottes Mutter, die mir erzählte, dass Lotte auch immer so viel über den kleinen Kaaskop redet und ein paar Tage davor gerufen hatte, sie wolle bei ihm übernachten. Hiiiihihi! Leider hab ich herausgefunden, dass Lotte nur donnerstags und jeden zweiten Mittwoch in die Kita geht. Ich muss den kleinen Kaaskop daher oft enttäuschen, wenn er morgens hoffnungsvoll fragt, ob Lotte auch in der Kita sein wird. An den Tagen, an denen sie aber kommt, trödelt er morgens nicht so lange wie sonst und geht der Abschied auch einfacher. Nun hoffe ich also wie gesagt, dass Lotte montags auch zuhause ist und der kleine Kaaskop und ich uns mal mit ihr und ihrer Mama (und dem Brüderchen) zum Spielen verabreden können. Die Mama war mir nämlich bei unseren kurzen Gesprächen zwischen Kita-Tür und Angel auch sehr sympathisch. Da wir blöderweise noch keine Telefonnummern ausgetauscht haben, habe ich jetzt beschlossen, am morgigen Lotte-Donnerstag einfach eine kleine Einladung „vom kleinen Kaaskop“ in Lottes Fach zu legen. Mal sehen,ob was draus wird!

Haben eure (Klein)Kinder schon Freunde? Oder Playdates?

Umzug mit Kind – so lief das bei uns

Als Routinemensch graute mir sowieso ein wenig vor dem Umzug, aber umziehen mit Kind stellte ich mir noch stressiger und schlimmer vor. Schließlich legen die meisten Kinder ja großen Wert auf ihre vertraute Routine und der kleine Kaaskop ist da nicht anders. Wenn ich mal beim Abendessen sage: „Bist du sooo müde? Dann gehen wir am besten gleich sofort ins Bett.“ Dann korrigiert er mich sofort: „Nee, eerst toetje, dan in bad, dan boekje lezen en DAN naar bed!“ (Erst Nachtisch, dann in die Wanne, dann Buch lesen und DANN ins Bett.) Denn das ist unsere allabendliche Routine. Plus Zähneputzen natürlich, das „vergisst“ der kleine Schlingel sicher absichtlich in seiner kurzen Zusammenfassung! Ich hatte also etwas Angst, dass ihm die Umstellung schwer fallen würde. Aber wie schon erzählt, hat der kleine Kaaskop den Umzug recht locker weggesteckt!

Dabei war alles so spannend: ausgerechnet an seinem 3.Geburtstag zogen wir um (das war notartermintechnisch einfach die praktischste Wahl) und mangels aushäusigem Babysitter hat er den ganzen Rummel auch noch hautnah miterlebt. Zum Glück kannte er das neue Haus ja schon, da wir ihn während der „Bauarbeiten“ schon öfter dorthin mitgenommen hatten. Und wie berichtet fuhr er mit der ersten Fuhre Kisten schon mit ins neue Haus und blieb dann auch dort. Das Einschlafen dauerte an diesem Abend zwar etwas länger, aber es war ja auch so ein aufregender Tag gewesen, dass das nur logisch war. Irgendwann in der ersten oder zweiten Woche fragte der kleine Kaaskop, wann wir ins alte Haus zurückfahren würden, aber als wir ihm erklärten, dass wir jetzt hier wohnen, schien er damit kein Problem zu haben. Er erzählt auch gerne spontan anderen Leuten, dass wir jetzt in Z. wohnen, hihi! Und er will eine Katze. Weil ihm der große Kaaskop gesagt hatte, dass wir im neuen Haus vielleicht eine kriegen. Na toll. Ich muss nochmal gut überlegen, wie wir da jetzt wieder rauskommen…

Außer einem neuen Haus und einer neuen Nachbarschaft bedeutete der Umzug in einen anderen Ort natürlich auch eine neue Kita. Dort war der kleine Kaaskop in der Woche vor dem Umzug schon einen halben Vormittag zum Eingewöhnen gewesen, und er fand es toll! Der große Kaaskop durfte von ihm schon nach wenigen Minuten wieder nach Hause und in den zwei Stunden, die der kleine Kaaskop bei den Elefanten (so heißt die Gruppe) gespielt hat, ging er auf eine der Erzieherinnen zu und sagte: „Ik vind het gezellig hier!“ (Ich finde es hier schön) Am ersten Kita-Tag nach dem Umzug ging er vormittags in die neue Kita und am Nachmittag zum letzten Mal in die alte. Dort wurde groß Abschied gefeiert und er bekam eine Mappe mit all seinen Kunstwerken aus den letzten zwei Jahren. Die haben der große Kaaskop und ich uns abends in Ruhe zusammen angeschaut, so lustig, was er alles gebastelt hat! Das Schweinchen mit den willkürlich aufgeklebten Körperteilen kannten wir schon, das meiste andere noch nicht.

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Zum Abschied gab er übrigens kleine Umzugswagen mit Rosinen und einem Stempel aus, die der große Kaaskop und ich gebastelt hatten.

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War mal wieder viel mehr Arbeit als gedacht! Tja, und am Tag darauf ging mein großer kleiner Junge schon den ganzen Tag in die neue Kita! Weil es so gut ging, sonst hätten wir ihm dafür natürlich mehr Zeit gegeben.

Leider eröffnete die Kita in der zweiten Woche wegen der vielen Neuzugänge eine neue Gruppe (die Giraffengruppe) und der kleine Kaaskop wurde „versetzt“. Und das fand er gar nicht so toll. Plötzlich wollte er nicht mehr hin, durfte ich beim Hinbringen nicht mehr weg und sagte er am Wochenende spontan, dass er nicht zu den Giraffen wolle, sondern zu den Elefanten. Einfach so,als er gerade in der Wanne saß. Uns Eltern sagte die neue Gruppe auch nicht so zu. Sie ist kleiner, sowohl was die Anzahl der Kinder als auch die Quadratmeterzahl angeht, und da es eine gemischte Gruppe ist, gibt es dort im Endeffekt weniger Spielzeug für seine Altersgruppe und mehr kleinere Kinder. Und der kleine Kaaskop spielt lieber mit älteren Kindern. Nun sollte er aber dinstags und donnerstags in diese neue Gruppe und nur noch mittwochs in die alte (die ja eigentlich auch neu für ihn war) gehen. Wir sahen ja aber schnell, dass das nicht gut ging und haben gleich nach der ersten Woche eine Mail an die Leiterin geschickt und gebeten, den kleinen Kaaskop wieder zu den Elefanten zurückzuversetzen. Sie wies uns in ihrer Antwort zwar darauf hin, dass die Elefantengruppe auch eine vertikale Gruppe ist (o-4 jahre, im Gegensatz zu horizontalen Gruppen mit 0-2 und 2-4 Jahre alten Kindern getrennt) und der Raum kleiner ist, weil ja auch weniger Kinder in der Giraffengruppe sind, war aber einverstanden. Sie wollen ja auch, dass die Kinder sich wohlfühlen. Leider ist der Rückwechsel erst ab März möglich, wir müssen also noch ein paar Wochen aushalten. Zum Glück darf der kleine Kaaskop ja mittwochs noch in seine Lieblingsgruppe, und da zu bestimmten Tageszeiten alle Gruppenraumtüren offen stehen, kann er ja auch zwischendurch bei den Elefantenkindern spielen. In der vergangenen Woche ging es übrigens schon etwas besser bei den Giraffen, er klammerte sich nicht so an mich, als ich gehen wollte, und scheint auch Irma, seine surinamische Erzieherin mit dunkler Haut und komischem Akzent, akzeptiert zu haben. Die war übrigens ganz erstaunt, als sie hörte, dass wir um „Rückversetzung“ gebeten haben, denn ihr zufolge lief es ganz gut bei den Giraffen. Der Abschied sei zwar vielleicht problematisch, aber tagsüber habe der kleine Kaaskop fröhlich gespielt und viel geredet, meinte sie. Naja, schauen wir mal. Mir wär’s trotzdem lieber, wenn mein Kind nicht in zwei verschiedene Gruppen geht.

Ja, und dann kam auch noch der Schnullerentzug dazu! Das nächtliche Schnullersabbern war uns schon eine Weile ein Dorn im Auge und deshalb hatten wir beschlossen, ihn zum 3. Geburtstag zu entwöhnen. Nix Schnullerfee (er hatte wegen Sinterklaas, Weihnachten und der Flugzeugreise schon genug Geschenke gekriegt), nix Schnullerbaum (Bäume sind hier in Holland ja etwas rar), nix kabouters (Zwerge/ Heinzelmännchen), die in der Nacht zum dritten Geburtstag den Schnuller holen: wir haben ihm erklärt, dass er ja jetzt schon groß ist und dass er da seinen Schnuller an die Babys abgeben muss, weil die ihn noch brauchen. Dies hatten wir in den Wochen vor dem 3. Geburtstag schon ein paar Mal angekündigt. Zwar hatte ich so meine Bedenken, ob der 3. Geburtstag wegen des Umzugs nicht ein arg ungünstiger Zeitpunkt für den Schnullerentzug ist, aber wann passt es schon? Die ersten Nächte gab es noch Schonfrist, aber am letzten Tag in der alten Kita (3 Tage nach dem Umzug) war es soweit. Der kleine Kaaskop nahm seinen Schnuller (ja, nur einen; der zweite ist nur Not-Reserve und wurde unauffällig im Mülleimer entsorgt) mit zur Kita, stapfte in den Gruppenraum der Babys (horizontale Gruppe, also 0-2 Jahre), lief zu einem auf dem Boden spielenden Baby hin, pfefferte seinen geliebten Schnulli daneben..und ging wieder. Das war’s. Der große Kaaskop und ich waren baff. Hatten wir uns (na gut: ich mir) deswegen Sorgen gemacht? Zugegeben, am Abend und an den beiden Folgeabenden war der kleine Kaaskop unruhiger als sonst und fragte er auch ein paar Mal nach seinem speentje, aber wirklich Theater gab es nicht. Und das Unruhigsein kann ja auch am Eingewöhnen im neuen Haus gelegen haben, wer weiß das schon.

Ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass der Umzug eine Riesenumstellung für den kleinen Kaaskop war, war die Tatsache, dass er ein paar Tage lang plötzlich wieder ab und zu Pipiunfälle hatte. Sprich, zu spät aufs Klo ging und das meiste in der Hose landete. Aber das dauerte wirklich nur 2-3 Tage und solche vorübergehenden Rückfälle scheinen nach großen Umstellungen wie Umzug, neue Kita oder ein neues Geschwisterchen nicht ungewöhnlich zu sein, wie ich gelesen habe. Alles in allem finde ich jedenfalls, dass der Umzug mit Kind besser gegangen ist als befürchtet. Was haben wir doch für einen kleinen kanjer (+/- Held)!

Ist von euch jemand mit Kind umgezogen? Wie ist es euren Kindern dabei ergangen?

Die neue Kita und Hoffnung für den Deutsch-Input

Am Mittwoch hatten wir ein Gespräch bei der neuen Kita des kleinen Kaaskop, um u.a. über die Eingewöhnung zu sprechen und um seinen neuen Erzieherinnen zu erzählen, was für ein Kind er so ist. Nach einem anfänglichen Schreckmoment, weil das Geburtsdatum falsch registriert war und für unser fast 3 Jahre altes Kind ein Platz in der Babygruppe reserviert worden war (huch!), sprachen wir mit der Leiterin über praktische Angelegenheiten, bekamen ein paar Unterlagen zum Ausfüllen und Lesen und wurden dann den Erzieherinnen der Elefantengruppe (2-4 Jahre) vorgestellt.

Auf der Fahrt zur Kita hatte ich noch kurz mit Wehmut an die antroposophische Kita gedacht, die es am Ende doch nicht geworden ist, aber mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass wir eine gute Kita ausgesucht haben! Da das Gebäude schon als Kita gebaut worden ist, sind die Anordnung der Räume und die Einrichtung wirklich gut, alles ist schön hell und übersichtlich. Der Gruppenraum gefiel mir gut und die Erzieherinnen waren sehr sympathisch. Die Praktikantin saß zwar die meiste Zeit am Tablet, aber das kam daher, dass die meisten Kinder gerade Mittagsschlaf hielten und die Eltern nicht wie bei unserer jetzigen Kita über ein Büchlein sondern über ein Online-Portal darüber informiert werden, was ihre Kinder den Tag über so alles gemacht haben. Irgendwie finde ich das nicht so dolle, alles online… Zwar mache ich auch oft Fotos vom kleinen Kaaskop, aber eine Erzieherin, die in der Kita Fotos macht und die dann für die Eltern des jeweiligen Kindes auf eine passwortgeschützte Site stellt..ich weiß nicht.

Worüber ich mich aber sehr gefreut habe, ist, dass in der neuen Gruppe des kleinen Kaaskop gleich zwei deutschsprachige Kinder rumwuseln! Zwei Brüder, Erik und Oskar heißen sie. Ich muss unbedingt gucken, dass ich möglichst bald ein Playdate mit den beiden arrangieren kann. Deutsche Spielkameraden sind schließlich ideal, um den Deutsch-Input des kleinen Kaaskop zu erhöhen! Und noch dazu Jungs, die in der Nähe wohnen. Hoffentlich sind die Eltern nett!

Apropos Deutsch-Input: Ich hab mal wieder im Internet einiges zum Thema zweisprachige Erziehung gelesen, u.a. auf der empfehlenswerten Website bilingualmonkeys.com, und bin mal wieder festentschlossen, den Deutsch-Input zu erhöhen. Ich werde in meiner Facebook-Gruppe für deutschsprachige Eltern hier mal fragen, ob jemand einen deutschsprachigen Babysitter kennt und ob wir die deutsche Spielgruppe, die in den letzten Monaten nicht ein einziges Mal zusammengekommen ist, nicht etwas regelmäßiger stattfinden lassen können. Oder ob jemand auch montags frei hat und dann Lust auf ein Playdate hat.

Aber erst einmal umziehen. Am 24. ist es soweit, argh! Es gibt noch so viel zu tun…

Von Windeln, der Kita-Wahl und so

Und, was gibt’s bei euch so Neues? Bei uns:

Der kleine Kaaskop ist tagsüber windelfrei, hurra! Nach dem zweiwöchigen Superstart und den doch wieder bewindelten Wochen danach hat die Erzieherin in der Kita ihm neulich einfach eine Unterhose angezogen hat, als seine Windel gegen Mittag noch trocken war. Und siehe da, plötzlich ging es wieder schnell. Bis auf den ersten Tropfen in der Büx, wenn der kleine Kaaskop mal wieder zu lange gewartet hat, und nasse Hosen (manchmal auch Shirts), weil der Pipimatz auf der Toilette in die falsche Richtung zeigte, klappt es super! Sogar unseren Halbtagesausflug nach Schiphol mit Bus und Bahn schafft der kleine Kaaskop ohne nasse Hose. (Und ich weiß jetzt auch, warum sich Michael Jackson immer in den Schritt griff: der musste mal! Macht der kleine Kaaskop nämlich auch immer, wenn er muss, sein Spiel aber noch nicht unterbrechen will.)

Der kleine Kaaskop wird doch nicht in die antroposophische Kita gehen. Ich weine zwar etwas dem tollen Garten und den Koch- und Backaktivitäten nach, aber wenn man von dem vielen Singen und den betont sanfen Stimmen der Erzieherinnen Juckreiz kriegt, sollte man sich wohl doch dagegen entscheiden. Außerdem hat die Erzieherin in der jetzigen Kitagruppe des kleinen Kaaskop dem großen Kaaskop Recht gegeben: unser Sohn wird keine Probleme mit der vormittäglichen Offene-Türen-Politik der „normalen“ Kita haben, sondern es im Gegenteil großartig finden. Und da ich ja nie in der Kita Mäuschen gespielt habe und die Erzieherin besser als ich weiß, wie der kleine Kaaskop sich dort verhält, habe ich mich überzeugen lassen. Wir werden sehen, wie es läuft!

Meine Zuckerfrei-Begeisterung hat nach einem guten Start leider doch stark nachgelassen, *schäm*. Um es mit Oscar Wildes Worten zu sagen: I can resist everything, except temptation! Ich nehme zwar jetzt jeden Tag Rohkost zu meinem Mittagsbrot mit ins Büro, esse morgens unter der Woche Haferbrei mit Zimt und Apfel (wirklich lecker, vor allem jetzt im Herbst/Winter!) und achte noch auf den Zuckergehalt in Lebensmitteln, aber mein Wasser mit Zitrone beim Frühstück macht meistens doch wieder dem leckeren Multivitaminsaft Platz und ab und zu naschen kann ich auch nicht dauerhaft lassen. Es gibt einfach zu viel leckeres Zeug! Und die zuckerfreien Produkte sind leider nicht nur teuer sondern doch oft einfach weniger befriedigend.  Zucker steckt außerdem ja wirklich überall drin und es ist mir zu mühevoll und eintönig, nur die (fast) zuckerfreien Varianten zu nehmen. Der kleine Kaaskop kriegt die letzte Zeit sogar eher mehr ungesundes süßes Zeug als vorher. Die verflixte Vorweihnachtszeit mit den vielen Keksen und Schokolade hat ja auch schon angefangen…Mpf. Ich mal wieder: schöner Plan, viel Elan, nichts getan. Ich werde das Buch über zuckerfreie Ernährung wohl einfach zu meinen aufgegebenen Acrylmalsachen und Nähsachen in den Schrank stellen.

Der kleine Kaaskop nennt mich neuerdings nicht mehr Mama sondern Mami – wo er das wohl her hat? Hier in Holland nennen Kinder ihre Mutter „Mama“ oder „Mam“, „Mami“ hab ich aber noch nie gehört. Und die Conni-DVD hat der kleine Kaaskop in der letzten Zeit wenig geguckt. Naja, ich find’s niedlich, wenn er „Mama! Mami, Mami!“ ruft. *schmelz*

Wir haben jetzt doch ein Familienbett. Tja. Um es mal mit Tjorvens (die aus „Ferien auf Saltkrokan“) zu sagen: Es kommte nur so. Seit ein paar Wochen kommt der kleine Kaaskop irgendwann kurz nach Mitternacht zu uns ins Bett und irgendwann haben wir aufgehört, ihn wie sonst später wieder ins eigene Bett zurückzutragen. Weil wir zu faul müde waren, dafür aufzustehen. Weil er erkältet oder war oder ein anderer Ausnahmefall zutraf. Weil ich es heimlich doch meistens gemütlich finde, zu dritt zu schlafen. Und weil ich es unfair fände, ihn jetzt auf einmal doch wieder immer ins eigene Bett zurückzuschicken. Wie war das nochmal? Immer inkonsequent ist auch konsequent!

 

Wo ist der Bauch, wenn man ihn braucht?

Hatte ich schon mal erwähnt, dass mein Sternzeichen Waage ist? Und dass ich mich deshalb mit Entscheidungen schwer tue? Zurzeit werde ich regelmäßig von Zweifeln geplagt, ob unser neuer Wohnort wirklich die richtige Entscheidung ist. Denn wie ich ja erzählt hatte, werden wir dann weiter von Freunden und Familie weg wohnen, anstatt näher dran. Es gibt nicht wie jetzt einen Supermarkt, Drogisten usw. in Fußwegnähe. Und wenn wir schon in die „falsche“ Richtung ziehen, weil es dort grüner ist: ist ein 50 qm großer Garten dann nicht zu klein? Ist 10 Minuten mit dem Rad bis zum Wald nicht zu lang? Eigentlich wollten wir doch weder eine offene Treppe im Wohnzimmer noch ein Badezimmer ohne Fenster: ist das Haus nicht zu sehr ein Kompromiss, weil gerade nichts Passenderes auf dem Markt war?

Hach, ich wünschte, ich würde nicht immer so viel zweifeln. Es ist zum VERzweifeln. Der arme große Kaaskop, der selbst superbegeistert ist von dem neuen Haus, hat zwar Verständnis für meine Zweifel, teilt sie aber nicht. Und fühlt sich jetzt schuldig, dass er mit dem Kauf dieses Hauses mal wieder seinen Willen durchgesetzt hat. Zum Glück sind wir uns in den vielen anderen Dingen, die wir jetzt regeln müssen, fast immer einig. Keine extra tiefe Badewanne, oder? – Nein, bloß nicht! ; Diese Farbe Fliesen finde ich toll für den Badezimmerboden, und du? – Ja, die will ich! ; Hey, wie wär’s, wenn wir im Gäste-WC die Wände bunt kacheln?! – Oh, tolle Idee! Rot, orange und weiß? – Das wollte ich auch gerade vorschlagen.

Zu den Entscheidungen über die Einrichtung kommt noch die Entscheidung, bei welcher Kita wir den kleinen Kaaskop anmelden. Es gibt da in der Nähe mehrere. Eine fällt schon mal weg, weil man da selbst Windeln, Mittagessen und Milch mitbringen muss, was soll das denn?! Unsere  beiden Favoriten haben der große Kaaskop und ich uns am Dienstag angeguckt. Vor allem die zweite gefiel uns gut, nur: die ist ein bisschen arg antroposophisch. Das hatte ich schon auf der Website gelesen und musste das erst mal googeln *räusper*. An sich finde ich das ja ganz toll: biologisches Essen, das Kind steht im Mittelpunkt, viel neutrales Holzspielzeug, kein DVD-Player, viel draußen spielen (der Garten ist wirklich klasse, ich wäre fast am liebsten selbst nochmal Kind, damit ich dort spielen darf), die Kinder helfen beim Essenmachen, Laubfegen und im Gemüsegarten, und und und. Aber. Ich frage mich, ob dieser Ansatz wirklich zu uns passt. Von dem „Mit warmem Gruß“ am Ende der E-Mail und dem leisen Gesang beim gemeinsamen Gang zum Tisch wurde mir irgendwie etwas….anders. Und für den kleinen Kaaskop würde die Umstellung so wohl auch arg groß. In seiner jetzigen Kita (und zuhause) gibt es schließlich auch mal eine DVD, Schokostreussel aufs Brot oder lärmendes Plastikspielzeug. Andererseits sind der große Kaaskop und ich davon überzeugt, dass der kleine Kaaskop es in der antroposophischen Kita ansonsten ganz toll finden würde. Er liebt Draußenspielen und im Haushalt/Garten helfen und an das viele Singen gewöhnt er sich bestimmt auch schnell. ICH muss mich da ja schließlich nicht selbst mit betont sanfter Stimme mit „Schätzchen“ oder einem anderen übersüßen Kosenamen anreden lassen, haha!

Einige Tage später haben wir uns noch eine andere Kita angeguckt, von einer landesweiten Organisation. Das war vom Ansatz her doch vertrauter, aber irgendwie fand ich die zu groß und unruhig. Ja, natürlich sind Kitas unruhig. Aber hier stehen 2-3 Stunden täglich die Türen der drei Ü2-Gruppen offen, sodass die Kinder ein-und auslaufen können und somit mit viel mehr Kindern und mehr Erzieherinnen zu tun haben. Dienstags geht die Gruppe, in die der kleine Kaaskop käme, in einer benachbarten Sporthalle sporteln, aber weil nur jeweils 6 Kinder mitdürfen, würde der kleine Kaaskop halt die eine Woche mit und dann die nächste nicht mit gehen. Das ist doch auch doof. Pff.

Ich weiß einfach nicht, wie ich mich entscheiden soll! Mein Bauch schweigt auch. Wahrscheinlich habe ich zuviel deutsche Artikel über Kitas gelesen und fühle mich jetzt schuldig, dass der kleine Kaaskop überhaupt in eine Kita geht. Obwohl U3-Betreuung hier in Holland ja anders gesehen wird und der kleine Kaaskop nur an 3 Tagen die Woche „fremdbetreut“ wird. Soll ich noch weitere Kitas angucken, die dann halt etwas weiter weg sind? Oder eine Tagesmutter suchen? Ich kenne leider niemanden, der damit Erfahrung hat. Soll ich einfach hoffen, dass der große Kaaskop Recht hat, wenn er voller Überzeugung meint, der kleine Kaaskop fände es in der Kita mit den offenen Türen super, weil er Rummel liebt? (Die 25-Mann-Feier zu seinem ersten Geburtstag fand er ja tatsächlich toll.) Oder soll ich mich doch für die antroposophische Kita mit dem Haselnussstrauch im Garten entscheiden, in der die Erzieherinnen mit den Kindern in einer Kaffeemühle Korn mahlen und daraus zusammen Brot backen?

 

 

Kita-urlaubsreif?

Seit ca. 2 Wochen stimmt etwas nicht. Und damit meine ich nicht die Internetprobleme zuhause, wegen der es hier gerade etwas stiller war. Nein, die Sache ist die: seit den Windpocken mag der kleine Kaaskop nicht mehr in die Kita.
Eigentlich geht er von Anfang an (also seit er 6 Monate war) gerne hin, nur so gegen Ende des zweiten Lebensjahres hatte er eine Phase, in der er beim Abschied weinte. Aber das haben fast alle Kinder in dem Alter, sagten uns die Erzieherinnen. Und sobald wir außer Sichtweite waren, war er auch immer gleich wieder fröhlich und ging spielen. Jetzt war der kleine Kaaskop also wegen der Windpocken mal länger am Stück mit Papa oder Mama zuhause.  Vielleicht hatte er sich schnell daran gewöhnt und fand die ganze Aufmerksamkeit toll, und war das der Grund, weswegen er danach beim Abschied so weinte. Vielleicht war er auch noch nicht wieder ganz fit, wer weiß. Aber leider hat sich diese ungewohnte Anhänglichkeit noch nicht wieder gelegt.
Und obwohl ich heimlich etwas geschmeichelterleichtert bin, dass mein Sohn mich trotz unserer regelmäßigen äh Meinungsverschiedenheiten (vor allem bezüglich der Frage, ob man sich morgens waschen und anziehen muss oder nicht und wenn ja, wie viel Zeit man sich dafür nehmen kann) offenbar so lieb hat, dass er nicht will, dass ich zur Arbeit gehe – also obwohl ich heimlich erleichtert bin, bricht es mir zurzeit jeden Kita-Morgen das Mutterherz, wenn der kleine Kaaskop schon beim Frühstück sagt: „Gaan niet Kindergarten!“ und dann in der Kita, wenn ich gehen will, plötzlich auf mich zu gerannt kommt und mich umklammert, obwohl er davor noch fröhlich zwischen den anderen Kindern rumwuselte.
Woher das wohl plötzlich kommt? Neulich habe ich mir noch heimlich gratuliert, dass der kleine Kaaskop kein Problem beim Abschied in der Kita hat, als eine andere Mutter erzählte, ihre Tochter frage jeden (!) Morgen als erstes, ob sie heute in die Kita muss, und sei dann jedesmal traurig, wenn es ein Kita-Tag ist. Und jetzt heult B. auch jedesmal herzzerreißend und will nicht mal mit der Erzieherin knuddeln zum Winken. Vielleicht ist Hui-Buh kein vollwertiger Ersatz für Berend, der ihm vor der großen kleinen Katastrophe beim Abschied geholfen hat?
Soweit ich weiß, ist nichts besonderes vorgefallen. Aber am Dienstag war er wohl sogar den ganzen Tag weinerlich und sagte ab und zu aus heiterem Himmel: „Wil naar mama!“(Will zu Mama) Und nachmittags kommt er nicht freudestrahlend angerannt sondern weinerlich. Hm. Als zur Überbesorgnis neigende Mami mache ich mir da natürlich gleich Sorgen. Steckt mehr dahinter? Gesundheitlich zum Beispiel, oder war eine der Erzieherin oder eins der Kinder gemein zu ihm? Und wenn jemand in der Kita gemein war, was soll ich dann machen? Oder ist er einfach nur urlaubsreif, wie ich?
Zum Glück ging es heute Morgen besser. Vielleicht, weil ich Zeit hatte, noch ein paar Minuten mit ihm auf dem Schoß zu knuddeln, bevor ich wirklich los musste. Obwohl, ich knuddel ihn ja eigentlich immer noch zum Abschied. Heute Morgen war der kleine Kaaskop erst auch sehr anhänglich und wollte bei mir bleiben, aber der Erzieherin gelang es, ihn mit dem Versprechen abzulenken, dass er beim Geschenkeinpacken für ein wegziehendes Kind aus der Gruppe UND beim Tischdecken helfen dürfe. Der kleine Kaaskop hilft nämlich sehr gerne! Zuhause darf ich auch nie etwas selber machen. Seit er selber die Haustür aufmachen kann, muss der große Kaaskop draußen warten, bis sein Sohn ihm von innen die Tür aufgemacht hat, und wehe, man wagt es, selber auf den Knopf der Kaffeemaschine zu drücken!
Jedenfalls, heute fing er nicht wieder an zu heulen, als ich von unten nochmal zum Fenster hochwinkte, sondern lachte und warf Kusshändchen zurück. Da ist es einem doch viel leichter ums Herz, wenn man zur Arbeit weiterfährt! Hoffentlich bleibt das jetzt so.

Mein geliebter Schreibtischjob

Ich musste sehr lachen, als A. einmal von der Arbeit nach Hause kam und erzählte, sein Teamleiter hätte gesagt, er käme ins Büro, um sich zu entspannen. Schließlich habe er zuhause 3 Kinder…

Dieser Gedanke ist mir nicht fremd! Vor allem morgens, wenn man seinen üblichen Zug zur Arbeit noch erwischen will, das Kind zu früh aufwacht und nach Papa ruft (der aber schon weg ist), und man sich noch mehr mit dem Duschen und Anziehen beeilen muss als sowieso schon, das Kind sich nicht waschen, wickeln und anziehen lassen will, anschließend beim Frühstücken bummelt und der Zeiger der Uhr inzwischen schon viel weiter gerückt ist, als man gerne hätte.

Ich merke öfters, dass ich anfange, mich zu entspannen, sobald ich den kleinen Schatz bei der KITA abgeliefert habe und rechtzeitig am Bahnhof bin, um sogar noch kurz auf meinen Zug warten zu müssen. Wenn ich dann im Büro den ersten Kaffee trinke und mein aus Zeitgründen schon am Vorabend geschmiertes Frühstücksbrot esse, kann der (Arbeits-)Tag anfangen. Entspannt, weil man sich auf eine Sache konzentrieren kann und nicht ständig überall Augen und Ohren haben muss. Ist halt doch irgendwie etwas anderes, ob man ziemlich ungestört seine Arbeit erledigen kann oder ob man mit einem kleinen Wirbelwind um sich herum versucht, das Nötige im Haushalt oder sonst irgendwas Wichtiges zu erledigen.

Mal abgesehen von dem Entspannungseffekt genieße ich es auch, 4 mal 8 Stunden die Woche nicht hauptsächlich B.´s Sklave Mama zu sein und mich mit „Erwachsenensachen“ zu beschäftigen. Als B. mit 6 Monaten in die KITA kam und ich wieder arbeiten ging, war es für uns alle eine Erleichterung! Ich hatte endlich mal nicht den ganzen Tag ein anspruchsvolles Baby um mich rum, B. kam endlich unter andere Kinder und A. kriegte statt der nörgeligen, erschöpften Frau, die ihm abends das ebenfalls nörgelige Kind in die Hände drückte (nicht immer, aber zu unser aller Leidwesen leider doch recht oft) seine Queen K zurück. Wie meine Schwägerin nach dem ersten ihrer drei Kinder schon sagte: „Ich bin eine bessere Mutter und Arbeitnehmerin, weil ich Teilzeit arbeite.“ Man freut sich halt an Arbeitstagen auf sein Kind, und an Mamatagen auf seine Arbeitstage. Man (bzw. frau) genießt seine Zeit im Büro oder zuhause mit dem Kind mehr. Ich jedenfalls. Dass ich auch noch nette Kollegen habe und einen Job, den ich mag, hilft natürlich auch 🙂