Unser #Familienmoment Nr.20 -Abschied von Opas&Omas Haus

Wegen des Nationalfeiertags hatte ich den Familienmoment von Küstenkidsunterwegs am Mittwoch verpasst, aber ausgerechnet an diesem Tag hatten wir einen.

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Wir haben den koningsdag nämlich wie berichtet bei meinen Schwiegereltern verbracht, um beim Umzug zu helfen, bzw. beim Räumen des verkauften Hauses. Das Haus haben die beiden, kurz nachdem ich den großen Kaaskop kennenlernte, als Altersvorsorge gebaut. Leider ist  dann ja der Immobilienmarkt eingebrochen und das Haus hat lange zum Verkauf gestanden. Woran die äh eigenwillige Farbwahl meiner Schwiegermutter für das Badezimmer (rosa Bodenfliesen, rosa Wandfliesen bis ca. 1m Höhe, darüber ein Dekostreifen in Rosa, Grün und Weiß und darüber noch ein Stück hellgrüne Fliesen) und die riesigen aber wenigen Zimmer nicht unschuldig waren..aber das nebenbei.

Jedenfalls ist das Haus jetzt endlich verkauft, meine Schwiegereltern inzwischen geschieden und nun brauchten sie Hilfe beim Abmontieren der Lampen, Leerräumen des begehbaren Kleiderschranks und der Garage usw. Der kleine Kaaskop wollte total gerne helfen und hat einen ganzen Müllsack mit leeren Bügeln gefüllt und einen Teil der ca. 50 Schuhkartons ins Auto getragen. Das ist nicht übertrieben: auch die ausgemisteten Kleider füllten tatsächlich ganze 6 Müllsäcke. Also, große, nä! Naja, wenn man nur gute Qualität kauft und zu zweit auf 120 qm oder so lebt, braucht man ja auch nichts auszusortieren…

Zum Kaffee (am Vormittag) ga es eine orangefarbene tompouce, schließlich war ja Nationalfeiertag, da isst man sowas. Eigentlich bin ich nicht so ein Fan dieser mit Sahne-Vanillepuddingcreme gefüllten Blätterteigschnitten, die man nur umständlich essen kann, aber diese hier, von einem echten banketbakker (Konditor), war die erste, die ich lecker fand und nicht nur so naja. Zum Mittag gab es frietjes (Pommes) und dann kam sogar noch die Sonne raus. Ein wenig wehmütig, weil meine Schwiegereltern wirklich schön gewohnt hatten, sah ich noch ein letztes Mal aus dem alten Schlafzimmerfenster auf den Kanal, zusammen mit dem kleinen Kaaskop.

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Schon schade, dass Opa und Oma diesen schönen Ort verlassen müssen.

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Kinderkunst zum Königstag

Hier in Holland sind gerade Maiferien. (Nur nicht neidisch werden, dafür gibt es bei uns keine Osterferien.) Der kleine Kaaskop geht also, weil wir Eltern ja keine 9 Wochen Urlaub pro Jahr haben, zur außerschulischen Betreuung (buitenschoolse opvang – BSO). Und weil heute außerdem koningsdag ist, enthält das diesjährige Ferienprogramm unserer BSO ganz viele Aktivitäten, die mit dem niederländischen Königshaus oder den Niederlanden zu tun haben. Die Kinder dürfen die ganze Woche in Orange gekleidet kommen, es hängen orangefarbene Wimpelgirlanden an der Wand, der Thematisch beim Eingang ist mit typisch holländischen Sachen dekoriert und die ausgelegten Bücher handeln alle von Königen, Prinzessinnen oder Ähnlichem.

Ich mag den koningsdag ja. Früher fand ich die Farbe Orange immer doof, aber mittlerweile habe ich mich an das viele oranje hier gewöhnt und kaufe sogar freiwillig orangefarbene Tulpen, wie ihr auf dem Bild unten sehen könnt. Diese Sorte heißt übrigens pioentulpen, weil die gefüllten Blüten aussehen wie die von pioenrozen (Pfingstrosen).

Heute am Feiertag hat die BSO natürlich geschlossen, aber gestern hat der kleine Kaaskop dort nicht nur Türme aus Klickbausteinen gebaut und gespielt, sondern auch eine niederländische Flagge gemalt, in der Turnhalle ein Hüpfspiel mit Papierkronen gespielt und ein Bild von Willem-Alexander und Maxima gemalt. Die Erzieherinnen hatten ein Foto mit den Köpfen des Königspaars ausgedruckt und die Kinder sollten das Bild vervollständigen. Da der kleine Kaaskop aber noch gar keine Figuren malt,war ich gespannt, was er denn gemalt hatte. Aha, ein Schloss, dachte ich. Schlau. Aber wie der kleine Kaaskop mir stolz erklärte, war der schwarze Fleck zwischen den beiden Hoheiten….een dikke drol (ein großer Kackhaufen).

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Naja, das passt ja immerhin zum Wetter. Das ist nämlich gar nicht königlich: 4-9 Grad und Regen. Zum Glück hatten wir eh keine großen Pläne; dieses Jahr gehen wir weder zum vrijmarkt (der traditionelle Straßenflohmarkt am niederländischen Nationalfeiertag), noch feiern wir im Park oder besuchen wir sonstige Feierlichkeiten: nein, wir helfen heute meinem Schwiegervater beim Leerräumen des alten Eigenheims und schauen uns danach Omas neue Wohnung an. Hoffentlich hat die wenigstens orange glasierte Kekse oder sowas gekauft, damit noch ein bisschen  oranje-Feeling aufkommt.

Happy king’s day!

Koningsdag 2015

Seit letztem Jahr ist der niederländische Nationalfeiertag nicht mehr am 30. April, sondern schon am 27. Weil der neue König, liebevoll „Wim-Lex“ genannt, halt am 27. Geburtstag hat. Da der Koningsdag dieses Jahr auf einen Montag fiel, brachte er mir zwar keinen zusätzlichen freien Tag ein (montags ist ja Mamamontag und hab ich eh frei), aber dass der große Kaaskop auch frei hatte, traf sich ganz gut. Ich war nämlich am Samstag alleine mit dem kleinen Kaaskop mit dem Zug zur Tante nach Deutschland gefahren, damit der große und der alte Kaaskop ungestört die Treppe renovieren konnten. 2,5 Stunden Zugfahrt mit einem Dreijährigen – es ging besser als befürchtet! Das Kleinkinderabteil im ICE war zwar einfach nur ein Abteil mit Eckbank und etwas Platz zum Bewegen, aber es waren noch andere Kinder da, es hatte eine Tür und niemand der dort sitzenden Passagiere störte sich an Kinderlärm. Einen kleinen ICE-Bus, ein Mini-Memory mit ICE-Motiven und ein Pixi-Buch übers Bahnfahren hat der kleine Kaaskop auch noch abgestaubt. Brav war er auch. Trotzdem war ich k.o, als wir am Sonntagabend wieder zuhause waren und deshalb war ich ziemlich froh, dass ich am nächsten Tag „Verstärkung“ zuhause hatte.

Am Nationalfeiertag gab es zum Frühstück ausnahmsweise orangefarbenen vruchtenhagel aufs Brot – hatte ganz vergessen, dass ich die bunten Zuckerstreusel ja gar nicht mag. Danach schalteten wir den Fernseher ein, um nebenbei die Feierlichkeiten anzuschauen, die dieses Jahr in Dordrecht stattfanden. Offenbar hatten die Erzieherinnen in der Kita den Kindern schon erzählt, dass der König kommt und sie dann ihre selbstgebastelten Kronen aufsetzen müssen. Der kleine Kaaskop war etwas enttäuscht, als wir ihm erzählten, dass der König nicht wirklich zu uns kommt, sondern nur im Fernsehen zu sehen ist. Tüchtig zurückgewunken hat er aber. Und er will jetzt auch Prinzessin werden…

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Amalia, Willem-Alexander, Alexia, Ariane und Maxima steigen aus dem Boot

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Nachdem ich vergeblich nach meinem orangefarbenen Fascinator vom letzten Jahr gesucht hatte, bastelte ich mir noch schnell eine last-minute-Krone, so ganz ohne orangefarbenen Schmuck wollte ich am Nationalfeiertag ja nun nicht rumlaufen. Der kleine Kaaskop ließ sich zu einem Selfie mit „Koningin Mama“ überreden.

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„Koningin Mama“ rief der kleine Kaaskop fröhlich.

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Dann backten wir noch schnell orangefarbene Mini-Amerikaner für nachmittags (aus Puderzuckermangel ohne Glasur)

..und ab in den Ofen!
..und ab in den Ofen!

und radelten ins Zentrum zum vrijmarkt. Nachdem der kleine Kaaskop auf der Hüpfburg gehüpft hatte, schauten wir uns einige Stände an. Der kleine Kaaskop wurde von einem abschäulichen rosa Barbie-Haus angezogen, das ein ca. 12-jähriges Mädchen verkaufen wollte. Beziehungsweise loswerden: es war mittlerweile gratis abzugeben. War auch schon ziemlich abgenutzt. Tja. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und Holländer sind ja als Schnäppchenjähger bekannt: Wir konnten nicht nein sagen… Der kleine Kaaskop hatte jedenfalls einen guten Tag, denn er durfte auch noch eine Runde im Karussel mitfahren, bekam ein Eis UND auch noch einen Peppa-Wutz-Luftballon.

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Zuhause gab es koffie und die orangefarbenen Amerikaner, dann wurde das „Barbü“-Haus schnell geputzt (5 Popotücher brauchte ich dazu) und der kleine Kaaskop spielte fast den ganzen Nachmittag damit. Und mit seinem Peppa-Ballon, den er immer absichtlich an die Decke fliegen ließ und sogar mit in die Badewanne nahm. Faszinierend, so ein Heliumballon! Wahrscheinlich habe ich ihm das 6 Euro teure Ding auch deshalb gekauft, weil ich als Kind nie so einen Ballon haben durfte und auch mal einen im Haus haben wollte…

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Jetzt fehlen uns nur noch ein paar Barbies, die Playmobilfiguren sind ja leider etwas zu klein. Obwohl das den kleinen Kaaskop überhaupt nicht störte. Ich werde mal meinen Vater fragen, ob bei ihm im Keller noch eine Kiste mit Puppen und Barbies rumsteht..

Mehr Einblicke in Koningsdag für Importkaasköppe findet ihr bei der Bitterballenbruid, die sich outfitmäßig besser vorbereitet hatte als ich.

Oranje boven, Oranje boven…. (Unser erster Königstag)

Jaha, dieses oft gehörte Liedchen hat ausgedient! Das geht nämlich weiter: ..leve de koningin! Aber wir die Niederlande haben ja jetzt keine Königin mehr sondern einen König. Wim-Lex, wie Willem-Alexander liebevoll vom Volk genannt wird. Und weil der Nationalfeiertag traditionell am Geburtstag des Königs gefeiert wird, ist das seit diesem Jahr nicht mehr der 30. April, sondern der 27. April. Weil der aber dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, und es im modernen Holland tatsächlich noch Gemeinden gibt, die so streng religiös sind, dass dort am Sonntag sogar Bügeln verpönt ist (echt wahr!), wurde dieses Jahr schon am Samstag gefeiert.

In der Zeit vor dem Nationalfeiertag sieht man schon überall ganz viel Orange. Orangefarbene T-Shirts, orangefarbene Party-Artikel, orangefarbener hagelslag, orangefarbene M&Ms, orangefarbenen Apfelsinen-vla, orange glasierte Miniwindbeutel, und und und. Ich hab noch irgendwo eine Dose orangefarbenen hagelslag vom Thronwechsel letztes Jahr… Da meine beiden orangenen T-Shirts, vor ca. 7 Jahren speziell für den Nationalfeiertag und WK/EK-Spiele angeschafft, mittlerweile ziemlich „oll“ geworden sind und mir diese Farbe sowieso nicht so gut steht, habe ich mir neulich spontan bei der Drogerie für unseren allerersten Königstag einen orangefarbenen Fascinator gekauft. Und so sahen wir an diesem besonderen Tag aus:

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(Das mit dem Selbstauslöser muss ich noch üben…)

Nach dem Frühstück schalteten wir erstmal, königstreu wie wir sind, den Fernseher ein, um nebenbei die offiziellen Feierlichkeiten mitzuverfolgen. Der kleine Kaaskop wollte zwar seine in der Kita gebastelte Krone nicht auf, guckte sich aber trotzdem gebannt an, wie Königin Maxima an einem 7 m langen sjoelbak eine Runde sjoelte. Sjoelen (sprich: schulen) ist ein altholländisches Spiel, das heute hauptsächlich an Silvester gespielt wird und bei dem man runde Holzscheiben in vier Fächer mit verschiedener Punktzahl schubsen muss. Simpel und macht sehr viel Spaß! (Gibt’s übrigens auch in kleiner als 7 m lang, im Spielzeugladen *zwinker*)

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Nach dem notwendigen Einkauf ging’s dann endlich in den Park. Eigentlich wollten wir nur auf den Spielplatz, aber wie kamen schon beim Eingang in den flohmarktbedingten Stau und saßen erstmal fest.

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Am niederländische Nationalfeiertag gibt es, wie ihr vielleicht wisst, überall Straßenflohmärkte, Musikstände undsoweiter. Es wird nicht nur gefeiert, sondern auch Geld verdient und da machen auch schon die Kinder mit. Die spielen zum Beispiel etwas auf der Blockflöte vor oder verkaufen selbstgemachte Sachen. In den Nachrichten wurde ein Junge (vielleicht 10 Jahre alt) gezeigt, der schlafend auf einer Decke lag und ein Schild davor aufgestellt hatte, auf dem stand: „Ich will schlafend reich werden.“ Hihi! Ja, die Holländer sind ein geschäftstüchtiges Völkchen!

Auf dem Spielplatz war auch viel los, und am Pavillon wurden ausnahmsweise u.a. Poffertjes verkauft, die mussten wir uns natürlich gönnen!

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Die Poffertjes hatten mir übrigens einen Riesenschreckmoment besorgt: Der kleine Kaaskop war auf einmal weg! Das kam so: während der große Kaaskop Schlange stand vorm Poffertjes-Stand, spielte ich mit dem kleinen im 15 m entfernten Sandkasten. Plötzlich wollte er zu Papa und lief los. Weil der ja nicht weit weg war und außerdem gerade ein anderes Kind mit B.’s Schaufel abhaute, schaute ich ihm kurz hinterher, wie er in die richtige Richtung lief, und drehte mich dann kurz um, um zu gucken, wo das Kind mit B.’s Sandspielzeug hinlief. Weil das noch in der Nähe war, checkte ich kurz wieder, ob ich B.noch sehen konnte. Konnte ich nicht, aber sein Papa guckte zu mir herüber und machte abwehrende Armbewegungen. Und so schnell geht das! Ich dachte nämlich, er meinte, ich solle mir keine Sorgen machen, er habe B. im Blick. Er hatte aber gar nicht mitgekriegt, dass unser Sohn zu ihm rübergelaufen war und wollte mir nur signalisieren, dass wir noch kurz beim Sandkasten  bleiben sollten. Als ich also kurz darauf nebem ihm stand und fragte: „Wo ist B.?“, antwortete er erschrocken: „Der ist doch bei dir??“ Aaaahhh! Zum Glück fanden wir ihn schnell wieder: nach 20 Sekunden suchen und ca. 40-mal „Shit! Shit!“ denken  tippte mir eine Frau auf die Schulter und fragte, ob ich einen  kleinen Junge suche. Der sei gerade hinter dem Tresen verschwunden. Und als ich eine halbe Nanosekunde später bei besagtem Tresen ankam, kam da gerade eine Frau mit B. auf dem Arm hervor, die sich suchend umguckte. Puh!

Nach den Poffertjes durfte der kleine Kaaskop noch in die Hüpfburg, lauschte er gebannt der Live-Musik…

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…und machte das hier:

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DummNaiv, wie Eltern manchmal sind, hatten wir keine Ersatzklamotten mitgenommen, obwohl wir eigentlich vorher wussten, dass das Wasser unseren kleinen Wassermann magisch anziehen würde. Doh! Aber schlau wie Mamas oft sind, habe ich einfach schnell auf dem Flohmarkt auf der Wiese für 50 Cent eine Hose von H+M und für 20 Cent ein T-Shirt gekauft. Ha! Und so war der kleine Kaaskop nicht lange gezwungen, nur in Papas Langarmshirt unter seiner eigenen Sweatshirtjacke rumzulaufen, sondern er konnte auf dem Nachhauseweg ordentliche Klamotten anziehen.

Soweit unser erster Königstag. Habt ihr schon einmal einen Königinnentag miterlebt? Ich finde ja, das ganze Orange macht richtig fröhlich, und die ausgelassene Stimmung sowieso. Wenn dann auch noch das Wetter stimmt… Oranje boven!!!

 

P.S. Mehr zum Thema Oranje gibt es zum Beispiel hier, hier und hier.