Auf den letzten Drücker: mein Beitrag zur Blogparade #MeTime von MamaOTR

Mit Schrecken sehe ich, dass die Deadline für die Blogparade #MeTime von Mama on the rocks ja schon heute ist! Da wollte ich doch mitmachen…. Vor zwei Wochen hatte ich hastig ein paar Stichworte zum Thema Me-Time notiert, aber weiter bin ich seitdem noch nicht gekommen, weil – quelle ironie – zu wenig Me-Time!!!

Naja, so ganz stimmt das ja nicht, denn während unserer vier Tage in Drente letzte Woche hatte ich etwas Zeit für mich, als die anderen im Schwimmbad plantschten. Aber da hatte ich kein Internet und konnte nicht bloggen…

Also: Me-Time. Zeit für mich. Für meine Bedürfnisse. Zeit zum lesen, aus dem Fenster zu starren, in Ruhe zu backen, im Internet zu surfen, ins Kino zu gehen, mit einer Freundin Kaffee zu trinken, Fotos zu ordnen und zu schönen Fotobüchern zu verarbeiten, mit meiner Schwester zu telefonieren, usw. usw. Solche Zeit habe ich als working Mom selten und ich gehöre nicht zu den Müttern, die sie nicht vermissen. Eher im Gegenteil: ich finde oft, dass ich viel zu wenig Me-Time hab. Aber das ist nur ein Gefühl, denn Me-Time ist natürlich wie alle Zeit relativ. Einstein und so, wisst ihr ja.

Meinem Gefühl nach habe ich also viiiiiiiel zu wenig Me-Time. An meinem freien Montag Mamamontag habe ich keine Zeit für mich, denn der kleine Kaaskop will rund um die Uhr bespaßt werden und er hat bisher kein Verständnis dafür, dass ich wenigstens beim nachmittäglichen „kaffi“ trinken mal 5 Minuten ungestört in einer Zeitschrift blättern möchte, ohne seinen Milchschaum noch ein zweites Mal warm zu machen, ihm zum fünfzehnten Mal Moritz Moppelpo vorzulesen oder die Duplo-Katze im Auto hinter dem Huhn auf dem Motorrad herjagen zu lassen. Abends komme ich wegen lästiger aber unvermeidlicher Haushaltsdinge wie schmutziges Geschirr beseitigen, Brote für den nächsten Tag schmieren, Haare waschen, Wäsche räumen etc. kaum zu den Dingen, die mir viel mehr Spaß machen würden. Weil der große Kaaskop entspannt, indem er vor der Glotze hängt, hänge ich letztendlich auch oft auf dem Sofa und gucke mit halbem Auge zu. Hinterher ärgere ich mich dann, dass ich die kostbare Zeit zwischen Kinderbettzeit und meiner Bettzeit so schlecht genutzt habe. Am Wochenende stehen dann neben dem Kindbespaßungsprogramm Putzen, Einkaufen und Termine des kargen Soziallebens an. Nicht, dass ich Verabredungen mit Freunden oder Familie nicht genieße, aber richtige Me-Time ist das nicht.

Meine Eltern und Schwiegereltern wohnen bekanntermaßen nicht in der Nähe, mit den neuen Nachbarn habe ich (noch) kein so enges Verhältnis, dass ich den kleinen Kaaskop dort mal kurz „abgeben“ kann. Zum Glück habe ich ja aber den großen Kaaskop! Mein Fels in der Brandung! Superdad! Der hobbylose Ehemann! Er weiß, dass ich ein stärkeres Bedürfnis nach Zeit für mich habe als er, und weil er bei Me-Time-Mangel meinerseits auch zu leiden hat (nämlich unter meiner Gereiztbarkeit, meiner unzufriedenen Ausstrahlung und allgemeinem Gemaule), ach ja, und weil er mich liebt, gönnt er mir regelmäßig ein paar freie Stunden! Er hängt in den kostbaren Abendstunden die Wäsche auf, während ich blogge (oder Blogs lese anstatt zu bloggen). Er nimmt den kleinen Kaaskop mit zum Einkaufen, damit ich etwas Ruhe habe (auch wenn ich diese Zeit oft dazu nutze, um einfach mal ausgiebig zu duschen oder das Bad zu putzen). Er findet es kein Problem, wenn ich den halben Samstag weg bin, um mit einer Freundin shoppen zu gehen (was trotzdem viel zu selten passiert). Und wie ihr vielleicht gelesen habt, „durfte“ ich im Mai sogar eine ganze Woche alleine wegfahren! Jackpot!

Eigentlich darf ich mich also gar nicht über zu wenig Me-Time beschweren, oder? Trotzdem hätte ich gerne mehr davon. Aber ich fürchte, das ist in meinem Fall eher ein Problem der Einstellung! Meine Erwartungen bzw. Wünsche sind einfach nicht realistisch. Ich habe zuviel auf meiner mentalen To-do-Liste stehen, wozu ich trotz der abgeknapsten Stunden nicht komme. Und diese Liste schwirrt mir ständig im Hinterkopf herum und ärgert mich.

Ich habe daher beschlossen, meine Definition von „Me-Time“ etwas zu ändern. Die Hauptredakteurin einer niederländischen Mama-Zeitschrift, Mutter von 4 Kindern und Vollzeit berufstätig, hat sich mal in ihrem Editorial darüber gewundert, dass alle über zu wenig Me-Time jammern. Sie empfindet ihre Zeit im Büro als Me-Time: weil sie ihren Job liebt. Vielleicht sollte ich mir davon eine Scheibe abschneiden? Einen Versuch ist es wert. Ich werde also versuchen, bewusster zu genießen, dass ich einen Job habe, den ich mag und bei dem ich im wahrsten Sinne des Wortes Ruhe habe (Übersetzer reden nicht viel bei der Arbeit, daher ist es im Büro meistens ziemlich still). Und die 15-minütige Radfahrt von/zur Arbeit werde ich auch mal bewusster genießen. Frische Luft, auf Autopilot schalten, meinen Gedanken nachhängen… das kommt richtiger Me-Time doch schon ziemlich nahe, finde ich. Me-Time durch Mindfulness also!

Und ansonsten werde ich mich einfach mal wieder mit einer Freundin zum Shoppen oder Essen verabreden. Dass ich keine Zeit habe, ist eigentlich eine faule Ausrede, denn wie gesagt: der große Kaaskop findet es wirklich nicht schlimm, wenn ich mal Zeit für mich nehme.

„Us-Time“ ist übrigens ein größeres Problem bei uns: mangels Babysitter unternehmen der große Kaaskop und ich wirklich viiiiiel zu selten etwas zu zweit. Doof. Und schlecht für die Ehe, behaupte ich mal. Aber auch das ist relativ: wir könnten (!) ja auch endlich mal einen Babysitter suchen, anstatt uns das immer nur vorzunehmen…

Mädelswochenende in Valencia in Bildern

In der Kategorie „Besser spät als nie“ gibt es heute endlich mein Fazit des Experiments „Mama ist dann mal ein paar Tage weg“. Es war herrlich, diese kleine Auszeit vom Mamadasein! Hier eine kurze Zusammenfassung meines Mädelswochenende in Valencia:

Der Abschied am Flughafen war gar nicht so schlimm wie befürchtet: der kleine Kaaskop war dank seines neuen flugzeugförmigen Luftballons und der als Maskottchen des Eindhovener Fußballvereins verkleideten Dame am Ausgang hinreichend abgelenkt. Nachdem Freundin L. und ich in Ruhe (!) noch Lesestoff für unterwegs besorgt hatten, gingen wir schon mal ein wenig shoppen – und verpassten fast unseren Flug! Denn die Schlange vor der Security war länger als erwartet, upsi… Der „last Call“ 2 Minuten vor dem Schließen des Boarding-Schalters mit der Warnung „you will miss your flight“ kam, als wir doch noch schnell zur Toilette waren, weil vor dem Boarding-Schalter ja eh noch ein paar andere Spätkommer anstanden. Als Vorletzte stiegen wir schließlich ins Flugzeug ein.

Und dann folgten 3 Tage ungestört unterhalten, ungestört schlafen (die Betten waren absolut toppie!), machen was wir wollen, lecker (und ungestört) essen, in Ruhe shoppen, viel Sightseeing und viel Sonne.

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3 Nächte durchgeschlafen – yay!

Am ersten Abend hatten wir wegen des spanischen Lebensrhythmus unerhofft doch noch Zeit für eine erste Sightseeing-Runde und Shopping.

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Der hübsche Nord-Bahnhof mit Mosaikverzierungen innen.
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In der Vorhalle steht in vielen verschiedenen Sprachen „Glückliche Reise“

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Abends gingen wir Tapas essen, und zwar sehr leckere!

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Am nächsten Tag saßen wir etwas zu lange beim leckeren Frühstück, um die Stadtführung um 10 Uhr mitzumachen, aber die Routen im Reiseführer waren auch gut genug. Valencia ist wirklich schön!

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Im Hintergrund die große Kathedrale
Im Hintergrund die große Kathedrale

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Die Seidenbörse La Lonja de la Seda
Die Seidenbörse La Lonja de la Seda mit ihren berühmten Säulen…
Mit Orangenbäumen im Innenhof
…und Orangenbäumen im Innenhof

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Hier tranken wir eine kühlende Horchata  (Erdmandelmilch - bah!)
Hier tranken wir eine kühlende Horchata (Erdmandelmilch – bah!)
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Diesen erdigen Geschmack muss man mögen… Immerhin war das Törtchen sehr lecker!
Mercado Central
Mercado Central – Ich liebe Markthallen!

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Am Abend hatten wir Bock auf Burger und probierten ein amerikanisches 50-er Jahre Diner aus, mjam mjam! Danach gab’s aber zum kulinarischen Ausgleich noch eine Kanne Sangria!

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Am Sonntag starteten wir mit einer 3-stündigen Fahrradtour! Die Fremdenführerin war eine Niederländerin, die bereits seit 8 Jahren in Valencia lebt. Man merkte sehr gut, dass sie von der Stadt immer noch begeistert ist, es war eine interessante Tour, die uns oft durch den schönen Park im trockengelegten Flussbett führte (von dem ich dummerweise keine Fotos gemacht habe).

Bei der Ciudad de las Artes y de las Ciencias
Bei der Ciudad de las Artes y de las Ciencias

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Im Oceanografic gab's viele bunte Fische
Im Oceanografic gab’s viele bunte Fische
Nemo war auch da!
Nemo war auch da!

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Nach der Tour fuhren wir mit der Metro an den Strand, wo wir Valenzianische Paella aßen (mit Huhn und Kaninchen) und die Pause genossen.

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Wir hatten dummerweise keine Strandsachen dabei, daher ging es nur kurz wirklich mit den Füßen in den Sand.

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Danach noch mehr Sightseeing und Shopping…

Noch eine Markthalle..
Noch eine Markthalle..

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Und dann war ich wirklich k.o. Vor dem Abendessen (mittlerweile hatten wir uns an die spanischen Essenszeiten gewöhnt) legte ich mich und meine geplagten Füße kurz hin. Meine Freundin hingegen ging noch eine Runde joggen, weil sie ja extra die Sportsachen mitgenommen hatte… Respekt!

Die Liter-Kanne Agua de Valencia später war eigentlich nicht so eine gute Idee, da wir am nächsten Morgen um 6 Uhr aufstehen und ohne Frühstück zum Flughafen fahren mussten, aber das Zeug wollten wir noch unbedingt probieren (und es ist saulecker!) und irgendwie mussten wir ja unseren Frust darüber wegtrinken, dass wir ausgerechnet am letzten Abend eine Tapas-Bar mit den schlechtesten Tapas ever erwischt hatten (und es schon zu spät war, noch eine andere zu suchen).

Fazit: Eine sehr gelungene Auszeit vom Alltag und dem holländischen Frühlingswetter! Dass Ausschlafen nicht klappen würde, war mir vorher schon klar gewesen, aber 3 Nächte hintereinander ungestört schlafen und essen und sich nicht nach den Bedürfnissen eines Kleinkinds richten zu müssen, war herrlich! Meinen Akku habe ich leider nicht aufladen können, dazu waren wir zuviel unterwegs und zu spät im Bett, und die Wiedereingewöhnung zuhause am Montagnachmittag fiel mir etwas schwer, der Übergang von Sonne, spanischer Großstadt und freier Zeiteinteilung zu einer kühlen Brise in einem niederländischen Wohnviertel im Dorf plus kleinem Krachmacher war doch recht groß. Und der kleine Kaaskop hatte nach dem langen Wochenende nur mit Papa, bei dem halt doch oft andere Regeln gelten bzw. der den gemeinsamen Tag anders gestaltet, auch deutlich Schwierigkeiten mit der Umstellung. Aber die beiden hatten jedenfalls genau wie ich ein sehr schönes Wochenende, ich wurde nicht allzu sehr vermisst. Am Samstag hatten wir nach dem Frühstück auch noch kurz über Skype telefoniert, weil der kleine Kaaskop, nachdem wir ein paar Fotos hin- und hergewhappt hatten, meine Stimme hören wollte. *schmelz* Der Partner meiner Freundin fand es übrigens auch nicht schlimm, dass er 4 Tage mit den beiden Töchtern „alleine gelassen“ wurde. Im Gegenteil: endlich kam er bei ihnen auch mal zum Zug UND konnte die Dinge auf seine Art tun. Ich glaube, wir müssen öfter mal ein Mädelswochenende machen: eine klare win-win-Situation!

Auf ins Mädelswochenende in Valencia!

Ich bin dann mal weg! Denn über Pfingsten fliege ich mit einer Freundin nach Valencia, juchu! Wir hatten bei unseren viel zu seltenen Mädelsabenden schon öfter beschlossen, dass wir unbedingt mal zusammen einen Städtetrip machen müssen, ohne Mann und BrutKinder, aber das verlief sich immer im Sande. Vor ein paar Wochen haben wir dann endlich relativ kurzentschlossen gebucht! Berlin stand auf der Shortlist, aber die Zugfahrt war uns zu teuer, und da meine Freundin L. auch Valencia auf ihrer Wunschliste stehen hatte und ein Wahnsinnsangebot entdeckte, fliegen wir Freitag also ins „neue Barcelona“!
Nun bin ich keine unglaubliche Sonnenanbeterin (eher im Gegenteil) und ich brauche nach den vielen freien Tagen wegen Ostern, Königstag und Himmelfahrt auch nicht unbedingt eine Auszeit, aber meine letzten kindfreien Tage sind lange her und in Valencia kann man offenbar auch sehr gut shoppen!
Hach, ich freu mich drauf! Besonders auf:
  • drei Nächte hintereinander durchschlafen (ohne dass mir jemand einen Arm übers Gesicht haut, mich ins Kreuz tritt oder mault, wenn ich mich mal umdrehen möchte)
  • drei Tage hintereinander ausschlafen (bis mindestens 8 Uhr also)
  • Hotelfrühstück (in Spanien frühstückt man zwar offenbar nicht wirklich ausgiebig, aber von unserem 4-Sterne-Hotel erwarte ich ein continental breakfast!)
  • ungestört essen (ohne dass mein Tischgenosse mault, weil er doch was anderes will, weil er NOCH MEHR Milch will, er mit mir spielen will anstatt zu essen, ständig vom Tisch wegläuft oder kacken muss und dabei meine Anwesenheit verlangt)
  • alleine und in Ruhe auf der Toilette sitzen (ohne dass jemand vor der Tür lautstark meine Rückkehr verlangt)
  • in Ruhe bummeln, Sehenswürdigkeiten anschauen und auf Café-Terrassen sitzen
  • nur Dinge tun, die ich selbst will (bei 2 Erwachsenen decken sich die Interessen halt eher als bei Mama und Kind)
  • shoppen (auch wenn es sich bei einem großen Teil meiner Ausbeute zweifellos um Kinderklamotten handeln wird)
  • essen, wann und was ich will
  • drei Tage lang nicht kochen, den Tisch decken, abräumen, nach jeder Mahlzeit unterm Tisch krümelsaugenstaubsaugen oder andere Haushaltsdinge tun müssen
  • durch- und ausschlafen (ach, hatte ich das schon erwähnt?)
  • ausgiebige, ununterbrochene Mädelsgespräche (auch wenn es sich dabei oft um unsere Kinder drehen wird)
  • am Strand in der Sonne liegen (ohne dass ich Angst haben muss, mein Kind haut ab oder ertrinkt, während ich nach der Sonnencreme suche)
  • durch- und ausschlafen (kann man nicht oft genug erwähnen)
Was meine Freude über diese Auszeit vom Mama(da)sein etwas dämpft:
  • Der kleine Kaaskop wird beim Abschied weinen und das wird mir das Herz brechen.
  • Ich werde mich schuldig fühlen, weil ich den großen Kaaskop so lange mit dem kleinen alleine lasse (obwohl der große Kaaskop mir schon mehrfach versichert hat, das sei absolut nicht nötig).
  • Ich werde ein schlechtes Gewissen haben, weil ich viel Geld ausgeben werde (obwohl wir mit den großen Ausgaben fürs neue Haus durch sind und Geld ja rollen muss).
  • Ich habe nach den vielen Flugzeugabstürzen des vergangenen Jahres ein bisschen Angst vorm Fliegen.
  • Ich weiß nicht, was ich einpacken soll!
Wie ihr seht, überwiegt aber eindeutig die Vorfreude! Ich habe heute in der Mittagspause schon online ingecheckt und Proviant besorgt und heute abend geht es dann ans Kofferpacken. Die Wettervorhersage sieht jedenfalls schon mal gut aus! Also dann, euch schöne Pfingsten und ich sag mal: Vamos a Valencia!

Mein Wochenende mit me, myself and I (Teil 2)

Nach einer hektischen Woche hier endlich Teil 2 zu meinem „freien“ Wochenende vor 2 Wochen!

Nachdem ich doch tatsächlich bis halb neun (!) ausgeschlafen hatte, genoss ich ein ruhiges, entspanntes Frühstück mit Musik, selbstgemachter Erdbeer-Stachelbeer-Marmelade (na gut, von meiner Mutter selbstgemacht) und einer Mama-Zeitschrift.

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Danach ging´s an die Arbeit: Donauwellen backen! Das Rezept stammt aus dem tollen Kochbuch „Die Klassiker der Küche„, in dem viele Zubereitungsfotos stehen. Ein paar Dinge waren mir im Vorfeld trotzdem nicht ganz klar, aber darüber hatte ich schon nachgedacht. Spannend fand ich es trotzdem. Aber alles ging soweit gut! Der Teig erschien mir schön luftig und passte auch auf mein neues tiefes Backblech. Blöderweise war im Rezept nämlich nicht angegeben, wie groß die Form oder das Blech sein sollte. Fetter Minuspunkt! Auf dem hellen Teig verteilte ich die Kirschen (noch ein Minuspunkt: im Rezept stand nur „1 Glas Sauerkirschen“ …ts! Ich hab ein großes Glas genommen, das kam super hin.) und dann folgte die erste Hürde: den dunklen Teig gleichmäßig drauf verteilen, ohne dass er sich mit dem hellen vermischt oder die Kirschen mitzieht. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und meinem tollen Palettenmesser klappte das aber recht gut!

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Ab in den Ofen und nach dem Abwasch

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erstmal schön eine Tasse Tee genießen. Schade, dass ich dazu noch keinen Kuchen hatte, haha!

Während der Kuchen abkühlte, machte ich schonmal die Vanillepuddingbuttercrème. Dann kam Hürde Nr. 2: wann genau muss die Butter untergerührt werden und wann genau kann man die Crème auf den erkalteten Kuchen streichen, ohne dass alles runterläuft ODER die Crème klumpt? Dazu stand im Rezept wieder nichts Genaueres, bäh. Aber auch das klappte ganz gut. Circa 5 Minuten nachdem ich den Topf vom Herd genommen hatte (bzw. das Gas ausgedreht hatte – ich liebe unseren Gasherd!), rührte ich portionsweise die Butter hinein, und anschließend rührte ich die Mischung alle paar Minuten kurz durch, um das Ganze haut- und klumpenfrei zu halten. Nach ca. 20 Minuten wagte ich mich ans Draufstreichen. Auch das klappte gut! Ganz glatt wurde die Buttercrèmepuddingschicht zwar nicht, aber was soll´s. Nach einstündiger Kühlzeit noch schnell die Schokolade im Wasserbad schmelzen..

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über den Kuchen verteilen und mit einer Gabel das Wellenmuster reinziehen. Et voilà! Meine ersten Donauwellen:

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Am liebsten hätte ich ja gleich ein Stück probiert, aber der Kuchen sollte ja für A.´s Kollegen in Leeuwarden sein (ja, versucht mal, das auszusprechen: Leh-ühw-wahrden). Da ich zwischenzeitlich auch noch was einkaufen musste und ein paar andere Dinge erledigen wollte, habe ich an meinem „freien“ Tag letztendlich nicht viel gefaulenzt. Ich hab nämlich auch noch schnell ein paar Cupcakes (ohne Deko) gebacken, Wäsche zusammengelegt, aufgeräumt UND huschhusch den gröbsten Dreck weggestaubsaugt, bevor A. und B. abends wieder nach Hause kamen. Vermisst hatte ich meine beiden Spatzis ja doch irgendwie, und so war ich froh, dass B. im Auto nicht geschlafen hatte und ich ihn ins Bett bringen konnte. Knuddelalarm!

Später gönnten A. und ich uns aber doch noch ein klitzekleines Stück von meinen Donauwellen (die etwas misslungene Ecke, haha!). Von innen sahen sie auch ganz gut gelungen aus:

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Wirklich besonders fand ich den Geschmack jetzt nicht gerade, aber lecker waren sie. Und als A. den Kuchen drei Tage später im Büro ausgab, hagelte es Komplimente! *freu* Da fällt mir ein, ich muss ja noch das Rezept übersetzen. Ein paar Kolleginnen hatten danach gefragt, so lecker fanden sie die Wellen! Wenn mal mal bedenkt, dass ich die zum ersten Mal gebacken und auch zum ersten Mal gegessen hab…. Dieser deutsche Klassiker ist in meiner Kindheit irgendwie an mir vorbeigegangen!

Mein Wochenende mit me, myself and I (Teil 1)

Was man nicht so alles schafft, wenn man alleine zuhause ist! Aber erstmal kurz den Samstagnachmittag und -abend mit L. und M.  zusammenfassen:

Ich hatte mich mit M. am Amsterdamer Hauptbahnhof verabredet, weil sie den Weg besser kennt als ich und sie sowieso auch mit dem Zug in die Stadt kam. Durch den strömenden Regen bahnten wir uns einen Weg durch die anderen Menschen und entlang der schmalen Gehwege zum Vlaamsch Broodhuys. Da hatte L. gerade trotz Hochbetrieb einen Tisch ergattert. Als die Kellnerin kam, um unsere Bestellung aufzunehmen, hatten wir vo lauter Gequatsche noch gar nicht auf die Karte geguckt, haha! Bei Kaffee, Tee und Kuchen (für mich einen sehr leckeren Rhabarbercrumble) unterhielten wir uns über dies und das (Kinder, Job, Urlaub..) und die Zeit verging wie im Flug. Irgendwann zogen wir dann aber doch weiter, denn wir wollten ja auch shoppen! In der Haarlemmerstraat/Haarlemmerdijk gibt es wie gesagt einige außergewöhnliche Läden, die man nicht überall findet.

So waren wir unter anderem bei der Tea Bar, einem (ja richtig!) Teeladen, in dem man sich seinen Tee selbst anfüllen kann und auch Kuchen essen kann. Vor zwei Jahren habe ich mir da mal grünen Darjeeling und schwarzen Tee mit Walnüssen gekauft – sehr lecker! Letzterer scheint allerdings eher ein Frauentee zu sein: sowohl A. als auch L.’s Freund fanden den eklig. Naja. Dieses Mal kaufte ich „Flower Power“-Tee: eine Mischung aus grünem und schwarzem Tee mit Jasmin, Erdbeer und Rhabarber. Und er schmeckt so gut wie das klingt!

Beim berühmten Kinderladen Teuntje verbrachten wir auch viel Zeit, denn die haben schöne Sachen. Leider auch etwas teuer für meinen Geschmack. Aber wirklich tolle außergewöhnliche Kinderklamotten, vor allem die für Mädchen fand ich toll. Naja, Pech. M. und ich waren uns darüber einig, dass es für Jungs irgendwie doch weniger tolle Mode gibt. Wir gucken als Jungsmamas jedenfalls gerne mal (ein bisschen neidisch) in der Mädchenecke. Das Lustige ist, dass L. mit ihren zwei Töchtern auch gerne mal in der Jungskollektion stöbert, haha! Vielleicht sollten wir ab und zu mal gegenseitig für unsere Kinder Klamotten kaufen.

Um halb sechs gingen wir Pizza essen (der Film fing nämlich schon um 19Uhr an). In der sehr zu empfehlenden Pizzeria Toscana. Weil ich seit B.’s Geburt komischerweise neuerdings auch mal gerne Salami esse, gönnte ich mir diese salzige Sünde auf der Pizza Della Casa (Paprika und Salami). *mjam,mjam* Um 19Uhr dann der Film Una pistola en cada mano (Ein Freitag in Barcelona).

War ganz unterhaltsam, aber irgendwie plotlos. Lauter einzelne kurze Geschichten und ja, am Ende stellt sich heraus, dass die Männer sich alle irgendwie kennen, aber eine wirklich „Auflösung“, ein großes Finale oder so gibt es nicht. Schade.

Weil die anderen beiden ja nicht wie ich ausschlafen konnten, verabschiedeten wir uns danach recht schnell voneinander. Es war ja schließlich schon 21 Uhr, Mamibettzeit, hihi! Ich erwischte gerade noch einen Intercity nach Utrecht, wo ich mir erstmal beim BurgerKing eine Cola kaufte (ich sag ja: salzige Sünde) und dann den Weg zum Fahrradparkplatz suchte. In Utrecht wird nämlich seit ein paar Jahren das ganze Gebiet um den Hauptbahnhof rum renoviert. Da wird abgerissen, Vorübergehendes eingerichtet, neugebaut, umgelegt, umgeleitet,…. Alle paar Wochen ändert sich da etwas, und ich bin schon eine Weile nicht mehr da gewesen. Zum Glück wusste ich dann zumindest noch, wo ich mein Fahrrad abgestellt hatte. Viele Möglichkeiten gibt es da trotz riesiger Anzahl Stellplätze nicht für mich. Der einzige Vorteil an meinem Rad, das wegen seines hohen Lenkers nicht in die doppelstöckigen Ständer passt!

Zum Back-Sonntag demnächst mehr!

Ladies‘ night und Me-time-Sonntag!

Naja, was heißt „night“…eigentlich eher „day“. Nachdem ich mich geärgert hab, dass A. in den letzten Monaten viel öfter alleine mit den Jungs unterwegs war (Filmmarathon, Kneipe etc.) als ich, freue ich mich sehr auf einen Nachmittag und Abend mit den Mädels! Eine musste zwar leider absagen, weil ihre 5 Monate alte Tochter plötzlich zur Fläschchenverweigerin mutiert ist und nur noch bei Mama trinken will. Und das Kind hungern lassen, weil man selber gerne ausgehen will, geht ja nun auch etwas zu weit.

Jedenfalls: Ladies Date! Sobald die Läden aufmachen, geh ich noch schnell mit meinen Jungs zu C&A, um eine Winterjacke für B. zu kaufen, bevor es demnächst wirklich kalt wird und es nirgendwo mehr schöne in seiner Größe gibt und er frieren muss. Die Jungenjackenmode ist ja übrigens gerade wirklich fürchterlich: lauter dick wattiertes glänzendes Bomberjackenzeugs, ieh bah. Oder langweilig braun, dunkelblau,.. (Diese hier soll es sein.)

Um 14.30 Uhr treff ich mich mit L. und M. bei Het Vlaamsch Broodhuys in der Haarlemmerstraat in Amsterdam. Da gibt’s erstmal Kaffee und Kuchen und Girls‘ Talk. Danach wollen wir ein bisschen shoppen, und dazu sind wir dann an der richtigen Stelle, denn Haarlemmerstraat und Haarlemmerdijk sind 2012 zur „tollsten Einkaufsstraße der Niederlande“ gewählt worden. Dort gibt es schöne, nichtstandard-Geschäfte.  Abends dann schnell Pizza essen und Kino. Una pistola en cada mano wollen wir uns anschauen. Auf Deutsch heißt der Film übrigens „Ein Freitag in Barcelona“ und laut kino.de „seziert die mit spanischer Prominenz besetzte Komödie um Männer in der (Midlife-)Identitätskrise maskuline Unsicherheiten“. Vielleicht nicht wirklich ein Girly Film, aber L. und M. stehen nicht so auf Mainstream (im Gegensatz zu mir, *räusper*), und die anderen Filme in den kleinen Kinos dort in der Nähe waren mir zu düster. Ich will lachen!

Am Sonntag kann ich dann ausnahmsweise mal wirklich ausschlafen! Oh, darauf freu ich mich! A. fährt mit B. am Samstagnachmittag nämlich zu seinen Eltern, weil da im Dorf dieses Wochenende Jahrmarkt ist und er außerdem die Gelegenheit nutzen will, um ein paar alte Freunde zu treffen. Erst hatten wir überlegt, ob ich dann Samstagabend nach dem Ladies Date auch nach Zuid-Scharwoude (ja, versucht das mal auszusprechen!) fahren soll, aber da ich vorhatte, am Sonntag endlich mal Donauwellen auszuprobieren und ich außerdem auch Cupcakes für den Tag der Erzieherinnen am kommenden Donnerstag backen will, passt es besser, wenn ich allein zuhause bin. A. und B. kommen vermutlich erst abends nach Essenszeit zurück. Me-time-Sonntag halt. Bin gespannt, wie mir das gefällt….

Fernsehen „in lecker“: The Great British Bake off

Vielleicht kennt ihr diese Show auf BBC2 ja auch schon? Es gab schon mehrere Staffeln von The Great British Bake off, und ich freue mich schon auf die nächste! Neuerdings gibt es davon auch eine amerikanische Version (The American Baking competition) und im niederländischen Fernsehen lief vor Kurzem ein holländischer Spin-off (Heel Holland bakt), aber das Original ist viel besser!

Zwölf Hobby-Bäcker treten gegen einander an. In jeder Folge müssen sie 1 Signature Bake (eine erprobte, besondere Variante eines „normalen“ Rezepts) backen, 1 Technical Challenge meistern (einen schwierigen Klassiker wie den Battenberg-Kuchen, für den die Bäcker nur die Zutaten und ein äußerst minimalistisches Rezept bekommen) und 1 Showstopper (einen atemberaubenden Kuchen zu einem bestimmten Thema) produzieren. Da läuft mir immer voll das Wasser im Mund zusammen!

Was das britische Original so toll macht, sind die witzigen Moderatorinnen (auch noch mit britischem Akzent, hach!) und die beiden Juroren, „Hottie“ Paul Hollywood und „Sweetie“ Mary Berry. Ich war immer ganz enttäuscht, wenn die Folge zu Ende war. Bei der holländischen Fassung dagegen war ich immer ganz erleichtert, weil ich endlich ins Bett gehen konnte, haha!

Jedenfalls ist das wirklich ein tolles Programm, das sich Backfans unbedingt mal angucken sollten! (Falls Ihr BBC habt und Englisch könnt.) Nächsten Dienstag (20.August) fängt die neue britische Staffel an, hurra! Nächstes Jahr soll es offenbar auf Sat.1 auch eine deutsche Version geben. Genaueres ist aber wohl noch nicht bekannt. Während ich auf die Ausstrahlung warte, kann ich mal wieder dieses tolle Backbuch zur Serie durchblättern:

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Für meinen Geschmack sind da zwar etwas zu wenig Fotos drin, aber ich blätter trotzdem gerne in diesem Buch. Und träume davon, mal wieder richtig Zeit zum Backen zu haben (oh, und eine größere Küche…).