Ein Instagram-Foto und wie es wirklich war

Ja, ja, ja, mittlerweile wissen ja alle, dass der schöne Schein auf Instagram oft trügt. Ich finde zwar nicht, dass ich in meinem Instagram-Feed einen auf heile Welt mache, aber trotzdem poste auch ich selten Chaos-Fotos. Beim Betrachten meines Fotos vom Keksebacken neulich fragte ich mich aber später, ob es nicht vielleicht doch Leute (Mütter) gibt, die denken, das Keksebacken sei wirklich so entspannt und schön gewesen wie es auf dem Foto aussah.

 

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Falls sich jemand gegrämt hat, weil es bei ihm zuhause nicht so idyllisch zugeht:

Hier das wahre Geschehen:

Donnerstag. Ich überlege mir, dass ich am Freitagnachmittag mit dem kleinen Kaaskop ja mal wieder backen könnte. Herbstkekse. Ich frage den kleinen Kaaskop, ob das eine gute Idee ist und er hat Bock drauf. Ich suche ein Rezept heraus.

Freitag. Der kleine Kaaskop wünscht seinem besten Freund schöne Herbstferien, erzählt dessen Mutter begeistert, dass wir Kekse backen wollen und…..hat dann zuhause doch keinen Bock. Er will lieber spielen. Auch gut.

Samstagvormittag. Der Plan war, dass der kleine Kaaskop und ich backen, während der große Kaaskop einkaufen fährt. Aber der kleine Kaaskop schläft bis 8 (wow!), wir lassen es ruhig angehen und dann schaffen wir es nicht mehr vor dem Mittagessen. Der kleine Kaaskop hat eh keine Lust, weil er lieber spielen will. Okay, dann backen wir halt später… Wir sprechen ab, dass wir nach dem Mittagessen aber wirklich backen, weil die Kekse sonst nicht mehr rechtzeitig für den Nachmittagskaffi fertig sind.

Samstagnachmittag. Der kleine Kaaskop hat auch nach dem Mittagessen keine Lust zu backen! Ich aber. Ich will schließlich Kekse zum kaffi. Also bereite ich den Teig alleine vor, der muss ja eh noch eine Stunde im Kühlschrank ruhen. Beim Ausstechen will der kleine Kaaskop aber mitmachen, hat er gesagt. Ich wandle die Osterkekse zu Herbstkeksen ab, indem ich die Zitronenschale und den Zitronensaft durch Anis, Zimt und kalten Kaffee ersetze. Der kleine Kaaskop kommt tatsächlich zum Ausrollen, will aber unbedingt sein eigenes Nudelholz haben, weil ihm das große zu schwer und der grifflose Fondant-Roller zu langweilig ist. An dem kleinen Nudelholz klebt noch Knete dran, die ich schnell abkratze. (Verklagt mich doch..) Der kleine Kaaskop bekommt ein Stück Teig, das er ungleichmäßig ausrollt. Das Förmchen klebt am Teig fest, der kleine Kaaskop matscht seinen Teig wieder zusammen und rollt erneut aus. Viel zu dünn aber egal. Ich bin schon froh, dass er keinen Wutanfall kriegt, weil das Ausstechen nicht klappt. Während ich im Akkordtempo (sonst gibt es wirklich keine Kekse zum Kaffee) Kekse aussteche, malt der kleine Kaaskop mit dem Zeigefinger fröhlich Muster in seinen Teig und nascht ab und zu davon. Ich tue so, als wüsste ich nicht, dass ein rohes Ei im Teig ist.

Noch bevor das erste Blech im Ofen ist, verliert der kleine Kaaskop die Lust und geht wieder spielen. Ich backe noch zwei Bleche, lasse den Abwasch für den großen Kaaskop stehen, entsorge die verbranntesten Kekse und von dem Rest  essen wir ein paar zum viel zu späten kaffi. Sie schmecken gut, keksig halt. Aber ich schmecke weder Zimt, noch Anis oder Kaffee heraus. Schade. Immerhin kommt mein Foto auf Instagram gut an… 😉