Von Windeln, der Kita-Wahl und so

Und, was gibt’s bei euch so Neues? Bei uns:

Der kleine Kaaskop ist tagsüber windelfrei, hurra! Nach dem zweiwöchigen Superstart und den doch wieder bewindelten Wochen danach hat die Erzieherin in der Kita ihm neulich einfach eine Unterhose angezogen hat, als seine Windel gegen Mittag noch trocken war. Und siehe da, plötzlich ging es wieder schnell. Bis auf den ersten Tropfen in der Büx, wenn der kleine Kaaskop mal wieder zu lange gewartet hat, und nasse Hosen (manchmal auch Shirts), weil der Pipimatz auf der Toilette in die falsche Richtung zeigte, klappt es super! Sogar unseren Halbtagesausflug nach Schiphol mit Bus und Bahn schafft der kleine Kaaskop ohne nasse Hose. (Und ich weiß jetzt auch, warum sich Michael Jackson immer in den Schritt griff: der musste mal! Macht der kleine Kaaskop nämlich auch immer, wenn er muss, sein Spiel aber noch nicht unterbrechen will.)

Der kleine Kaaskop wird doch nicht in die antroposophische Kita gehen. Ich weine zwar etwas dem tollen Garten und den Koch- und Backaktivitäten nach, aber wenn man von dem vielen Singen und den betont sanfen Stimmen der Erzieherinnen Juckreiz kriegt, sollte man sich wohl doch dagegen entscheiden. Außerdem hat die Erzieherin in der jetzigen Kitagruppe des kleinen Kaaskop dem großen Kaaskop Recht gegeben: unser Sohn wird keine Probleme mit der vormittäglichen Offene-Türen-Politik der „normalen“ Kita haben, sondern es im Gegenteil großartig finden. Und da ich ja nie in der Kita Mäuschen gespielt habe und die Erzieherin besser als ich weiß, wie der kleine Kaaskop sich dort verhält, habe ich mich überzeugen lassen. Wir werden sehen, wie es läuft!

Meine Zuckerfrei-Begeisterung hat nach einem guten Start leider doch stark nachgelassen, *schäm*. Um es mit Oscar Wildes Worten zu sagen: I can resist everything, except temptation! Ich nehme zwar jetzt jeden Tag Rohkost zu meinem Mittagsbrot mit ins Büro, esse morgens unter der Woche Haferbrei mit Zimt und Apfel (wirklich lecker, vor allem jetzt im Herbst/Winter!) und achte noch auf den Zuckergehalt in Lebensmitteln, aber mein Wasser mit Zitrone beim Frühstück macht meistens doch wieder dem leckeren Multivitaminsaft Platz und ab und zu naschen kann ich auch nicht dauerhaft lassen. Es gibt einfach zu viel leckeres Zeug! Und die zuckerfreien Produkte sind leider nicht nur teuer sondern doch oft einfach weniger befriedigend.  Zucker steckt außerdem ja wirklich überall drin und es ist mir zu mühevoll und eintönig, nur die (fast) zuckerfreien Varianten zu nehmen. Der kleine Kaaskop kriegt die letzte Zeit sogar eher mehr ungesundes süßes Zeug als vorher. Die verflixte Vorweihnachtszeit mit den vielen Keksen und Schokolade hat ja auch schon angefangen…Mpf. Ich mal wieder: schöner Plan, viel Elan, nichts getan. Ich werde das Buch über zuckerfreie Ernährung wohl einfach zu meinen aufgegebenen Acrylmalsachen und Nähsachen in den Schrank stellen.

Der kleine Kaaskop nennt mich neuerdings nicht mehr Mama sondern Mami – wo er das wohl her hat? Hier in Holland nennen Kinder ihre Mutter „Mama“ oder „Mam“, „Mami“ hab ich aber noch nie gehört. Und die Conni-DVD hat der kleine Kaaskop in der letzten Zeit wenig geguckt. Naja, ich find’s niedlich, wenn er „Mama! Mami, Mami!“ ruft. *schmelz*

Wir haben jetzt doch ein Familienbett. Tja. Um es mal mit Tjorvens (die aus „Ferien auf Saltkrokan“) zu sagen: Es kommte nur so. Seit ein paar Wochen kommt der kleine Kaaskop irgendwann kurz nach Mitternacht zu uns ins Bett und irgendwann haben wir aufgehört, ihn wie sonst später wieder ins eigene Bett zurückzutragen. Weil wir zu faul müde waren, dafür aufzustehen. Weil er erkältet oder war oder ein anderer Ausnahmefall zutraf. Weil ich es heimlich doch meistens gemütlich finde, zu dritt zu schlafen. Und weil ich es unfair fände, ihn jetzt auf einmal doch wieder immer ins eigene Bett zurückzuschicken. Wie war das nochmal? Immer inkonsequent ist auch konsequent!

 

Das poepie ins Töpfchen, das Pipi in…die Windel

Jetzt ist mir Dajana von dem schönen Blog „Mit Kinderaugen“ doch glatt zuvorgekommen und hat auch darüber gebloggt, wie das windelfreie Leben so läuft. Die Ähnlichkeiten mit der Situation bei uns sind bemerkenswert!

Denn was soll ich sagen? Es fing so gut an, aber dann…. In den ersten zwei Wochen klappte es wirklich super (außer in der Kita). Zuhause machte der kleine Kaaskop wirklich all sein Pipi auf dem Töpfchen oder WC, sein poepie sowieso, und als er einmal mit dem großen Kaaskop einkaufen war, hat er sogar im Supermarkt rechtzeitig angekündigt, dass er muss UND eingehalten, bis er auf der Mitarbeitertoilette saß! Ich war wirklich tief beeindruckt und habe mich sehr gefreut. Windeln gehen ja doch etwas ins Geld, vor allem, wenn man nur noch die teureren Windelhosen benutzt, weil der kleine Mann partout nicht mehr gewickelt werden will.

An meinem Mamamontag nahm ich das Töpfchen mit in den Park, aber obwohl ich den kleinen Kaaskop regelmäßig fragte, ob er wirklich noch nicht Pipi müsse, verneinte er immer und machte am Ende doch in die Hose. So eine Enttäuschung! Es war doch bisher so gut gegangen! Aber ich verstehe schon, dass er auf einem vollen Spielplatz Hemmungen hat, sich zwischen den anderen Kindern und Eltern aufs Töpfchen zu setzen. Immerhin kündigte er auf dem Heimweg an, dass er Pipi musste, und pinkelte dann mit meiner Hilfe gegen einen Baum. Gar nicht mal so einfach mit so einem kurzen „Pipilinchen“ (das Wort hat der große Kaaskop erfunden und leider hat sich der kleine das gemerkt…)

An dem ersten Kita-Tag nachdem wir mit dem Töpfchentraining angefangen hatten, blieb sogar da die Windel trocken, wow! Das stellte sich aber als Ausnahme heraus (siehe oben). Wahrscheinlich hatte er zuviel Ablenkung. Das geht vielen Kindern dort so: zuhause trocken, in der Kita nicht. Ich hatte aber auch nicht den Eindruck, dass die Erzieherinnen bereit waren, uns bzw. den kleinen Kaaskop beim Trockenwerden groß zu unterstützen. Die Kinder gehen zwar alle regelmäßig aufs Töpfchen, aber soweit ich weiß, fragen die Erzieherinnen nicht regelmäßig, ob er muss. Das machen wir zuhause nämlich, wenn wir glauben, dass der kleine Kaaskop vor lauter Spielen vergisst, dass er mal muss. Nach der ersten vollgepinkelten Hose am zweiten Tag hat eine der Erzieherinnen dem kleinen Kaaskop jedenfalls einfach wieder eine Windel angezogen. Schade. Keine Ahnung, was in dieser Hinsicht üblich ist in Kitas und was wir als Eltern an Unterstützung erwarten dürfen.

Jedenfalls war die ganze Töpfchensache wohl nach 2 Wochen nicht mehr so interessant für den kleinen Kaaskop. Vielleicht war er auch müde oder was weiß ich. Plötzlich ging das Pipi ständig in die Hose. An dem bewussten Samstag hatten wir um 12 Uhr schon drei nasse Hosen auf der Leine hängen, also haben wir ihm doch mal lieber wieder eine Windel angezogen.. Weil wir zurzeit wegen des Hausverkaufs, Geburtstagen usw. leider an freien Tagen viel auf Achse sind, trägt der kleine Kaaskop jetzt wieder meistens eine Windel. Zum Glück für mich macht er zumindest sein poepie ausschließlich ins Töpfchen und ab und zu kündigt er auch das Pipi rechtzeitig an. Manchmal fragt er: „Mama, heb ik een Windel aan?“ oder er hält kurz inne und sagt: „Ik heb al geplast..“ (Ich hab schon gepinkelt) Oft sind es dann aber nur ein paar Tropfen und kommt das Meiste erst, wenn ich ihn schnell aufs Töpfchen gesetzt hab.

Ach naja, das wird schon noch. Jungs sind ja oft später trocken, er wird erst im Januar 3, genug Zeit also, bevor er in die Schule kommt (mit 4!). Ich werd versuchen, den misslungenen Versuch locker zu nehmen und nicht mehr zu versuchen, den kleinen Kaaskop mit windelfreien Kita-Freunden als positivem Vorbild oder windeltragenden Babies als negativem Vorbild zum Abschiednehmen von der Windel zu motivieren. Ich hab nämlich vor Kurzem gelesen, dass das schlecht für sein Selbstbewusstsein ist, ups! Mutter werden ist nicht schwer, Mutter sein dagegen sehr. Seufz.

7 Tage – 7 Bilder

Auch diese Woche gibt es wieder einen Wochenrückblick in 7 Bildern nach einer Idee von Frische Brise. Ich mach das zu gerne, um eine Woche auszulassen!

Am Montag hatten der kleine Kaaskop und ich einen sehr entspannten Mamamontag. Er hatte ja ausnahmsweise auch bis 8.15 Uhr geschlafen, sodass wir beide ziemlich ausgeschlafen waren! Es war recht schönes Wetter und um kurz nach 10 radelten wir zu einer „Kollegin“ aus dem Schwangerschaftskurs, die vor 2 Monaten ihr zweites Kind gekriegt hat. Ihre Tochter war zwar in der Kita, aber der kleine Kaaskop beschäftigte sich gut mit ihrem Spielzeug, während wir Mamas Kaffee tranken, beschuit met muisjes aßen und quatschten. Beschuit met muisjes isst man hier in Holland traditionsgemäß, wenn ein Baby geboren wird. Es ist runder Zwieback mit zuckerglasierten Aniskügelchen (rosa-weiß oder blau-weiß), sehr, sehr lecker! Außer einem Body Größe 74  und einem deutschen Kinderbuch für Babies (die Mutter des Babies ist halb deutsch, halb italienisch und wohnt seit 10 Jahren in den Niederlanden; der Vater ist halb italienisch, halb niederländisch) brachte ich einen Stapel gut erhaltener Babyklamotten vom kleinen Kaaskop mit, denn Jungsklamotten hatte Freundin S. noch nicht viele.

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Am Dienstag und Mittwoch Arbeit und Kita, nix besonderes.

Am Donnerstag war mein erster Tag von vier Wochen täglich 3 Liter Wasser trinken. Eine Freundin hat mich über Facebook dazu eingeladen, an ihrem hier inspirierten Selbstversuch teilzunehmen. Warum eigentlich nicht? Kräutertee zählt mit, und ich trinke eh schon viel Wasser und Tee auf der Arbeit.

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Die 3 Liter waren daher keine große Herausforderung. Jedenfalls an Arbeitstagen. Bin gespannt, ob es was bringt!

Am Freitag hatte der große Kaaskop weniger Glück als ich am Montag: der kleine Kaaskop kam schon um kurz vor 6  zu uns ins Bett gekrochen und schlief natürlich dort nicht weiter, weil ich um viertel nach 6 aufstehen musste. Trotzdem hatten die beiden einen entspannten Tag mit u.a. einem schönen Nachmittag bei Freunden in Amsterdam. Abends wurde dann noch ein wenig gepuzzelt.

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Am Samstag waren wir mit einem befreundeten Paar und ihren zwei Töchtern zum Museumbesuch verabredet. Ja richtig: ein Museumbesuch mit 3 Kindern unter 4. Aber wir wollten ja schließlich ins Nijntje-Museum (Miffy). Das war sehr schön und auch der anschließende gemeinsame Lunch in einem Café war recht entspannt. Aber dazu schreibe ich bald einen eigenen Post.

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Auf dem Rückweg probierten wir die neue Eisdiele bei uns um die Ecke aus. Eisdielen sind leider rar hier in Holland, und die alte war offenbar vor ein paar Monaten pleite gegangen. Das Eis des neuen Inhabers finden wir leider weniger lecker. Dafür fand ich im Zeeman nebenan ein tolles Shirt für den kleinen Kaaskop (in der Modefarbe des kommenden Herbstes: Senfgelb).Und weil das Töpfchentraining so gut läuft (siehe unten), kaufte ich ein paar weitere Unterhosen in Größe 98.

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Am Sonntag hatten wir trotz Regenwetter noch so einen entspannten Tag. Da wir sowieso fast den ganzen Tag drinnen waren, durfte der kleine Kaaskop erst in seiner Trainingsunterhose (innen Frottee, außen beschichtet)und dann in einer richtigen Unterhose rumlaufen. Und was soll ich sagen? Bis auf das poepie, das er nur durch einen versteinerten Gesichtsausdruck ankündigt und das wir deshalb nicht rechtzeitig bemerkten, machte er fast alles ins Töpfchen! 7 Aufkleber hat er sich an diesem einen Tag verdient, der große kleine Mann! Er kann offenbar auch schon einhalten, denn nach dem ersten kleinen nassen Fleck in der Unterhose rief er immer: „Ik moet op het Töpfchen!“und dann kam der rest auch, wenn er drauf saß. Ich bin gespannt, wie das morgen am Mamamontag läuft; wenn das so weiterginge, wär das ja echt super. (Beim poepie-machen hatte er übrigens zum Glück gerade eine Windel an, weil wir einkaufen gewesen waren.)

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Am Nachmittag wurden wir klatschnass, als wir wichtige Post zum Briefkasten brachten: der große Kaaskop hatte am Donnerstag Post vom Landkreis Osnabrück bekommen -oha! Offenbar hatte er auf der Rückreise aus unserem Ostseeurlaub den Sicherheitsabstand nicht eingehalten. Es war erstmal nur ein Formular, auf dem er seine Personalien eintragen musste und ankreuzen sollte, ob er den Verstoß gegen die deutsche Straßenverkersordnung zugibt oder nicht. Dank Bußgeldrechner im Internet wissen wir aber schon ziemlich sicher, dass ihn der Spaß wahrscheinlich 75 Euro kosten wird… Später skypten wir noch mit dem Opi in Deutschland, und danach holte ich noch mal die Fingerfarben für den kleinen Kaaskop raus, dieses Mal aber ohne Frust o.Ä.! Dank eines Tipps einer Freundin hatte ich etwas Farbe in einen alten Eierkarton getan, sodass der kleine Kaaskop nicht mehr Farbe auf einmal nehmen konnte, als mir lieb war. Und mir war eingefallen, dass ich ja noch Tapetenreste aufbewahrt hatte. Die klebte ich mit Masking Tape (Washi-Tape) auf der Wachstischdecke fest et voilà: Malspaß vom Feinsten. Zusammen haben wir so in aller Harmonie drei farbenfrohe Bilder gemalt.

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Das war unsere Woche. Demnächst also ein Post zu unserem Besuch im Dick-Bruna-Huis alias Nijntje-Museum. Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart!

 

 

Vom Pipi und Poepie

Als exportierte Deutsche muss ich hin und wieder feststellen, dass ich in Sachen aktuelle deutsche Sprachgewohnheiten nicht auf dem Laufenden bin. Aus „Spasti“ ist scheinbar „Spast“ oder „Opfer“ geworden (oder ist das auch schon wieder out?), Superrezepte heißen plötzlich „weltbeste Rezepte“, alle kriegen plötzlich „Pipi in den Augen“ undsoweiter. Mal davon abgesehen weiß ich bei bestimmten Themenbereichen, mit denen ich in meinem „alten“ Leben in Deutschland nicht in Berührung gekommen bin, gar nicht, wie man diese Begriffe auf Deutsch eigentlich nennt. Bei Hypotheken zum Beispiel, oder Smartphones (die gab es vor 8 Jahren ja noch nicht). Was ist eine „spaarhypotheek„auf Deutsch? Sagt man „fegen„oder „wischen„, wenn man den Finger über den Touchscreen bewegt? Aber auch bei Schwangerschaft und Erziehung steh ich oft auf dem Schlauch, wenn ich das deutsche Wort suche! So musste ich damals erst im Internet suchen, bevor ich wusste, dass ein „ruggenprik“ als PDA bezeichnet wird. Und was der korrekte Ausdruck für „echoscopiste“ ist, weiß ich bis heute nicht. Den Ultraschall macht ja in Deutschland der Gynäkologe, oder? Hier in Holland geht man für Ultraschalls zu einem eigenständigen „echobureau„, in dem „echoscopisten“ arbeiten. Ich hab dann einfach immer „Ultraschalldame“ gesagt, hihi!

Anyway. Weil ich „Kacka“ ein doofes Wort finde, benutze ich immer niederländische Kindersprache dafür: „poepie“ (sprich: puhpie). „Pipi“ finde ich hingegen netter als „plasje“.  Pipi und Poepie sind bei uns gerade ein heißes Thema: Ich will dem kleinen Kaaskop die blöden Windeln abgewöhnen. Er ist jetzt 2,5 und die ekligen Kackwindeln nerven mich. Vor allem, weil der kleine Kaaskop gerne nochmal ausgiebig auf dem Popo sitzend rumrutscht, wenn er in die Windel gemacht hat. Bah! Außerdem macht er immer einen Riesenterz, wenn ich ihn wickeln will. Aber im Stehen eine dieser praktischen Windelhöschen anzuziehen, geht ja leider  nur bei Pipiwindeln.

Als der kleine Kaaskop 20 Monate alt war und verfrüht in die Ü2-Gruppe der Kita aufstieg, interessierte er sich plötzlich für die Toilette. Als er sogar anfing, kurz vorm poepie machen „poepie“ zu sagen, kaufte ich schnell ein Töpfchen und ein nicht zu dickes, flott geschriebenes  Buch über Potty Training bei Kindern ab 1 Jahr  und hoffte das Beste. Ich setzte den kleinen Mann regelmäßig (nach dem Aufstehen und nach dem Essen) auf den neuen Thron, Bilderbuch oder Spielzeug dazu und hurra: ca. 2 Wochen lang machte er fast alle poepies auf dem Töpfchen! Was waren wir stolz! Aber dann verlor er leider das Interesse. Vielleicht haben wir ihn zu sehr gepusht? Oder es war nicht mehr neu genug. Jedenfalls weigerte er sich auf einmal, sich auf’s Töpfchen zu setzen. Mist.

Mittlerweile ist der kleine Kaaskop also 2,5 und will ich es wieder versuchen. Leider ist er mittlerweile auch viel zu aktiv, um sich einfach so nach dem Essen ein Weilchen auf’s Töpfchen zu setzen und zu warten, bis was kommt. In der Kita scheint er ja öfter auf das Kleinkinder-WC zu gehen (ist wahrscheinlich toller als so’n olles Töpfchen, und peer pressure wird wohl auch eine Rolle spielen). Die Kinder bekommen dort als Belohnung immer einen Aufkleber für ihre erfolgreichen Toiletten- oder Töpfchengänge. Das ist eine bei niederländischen Eltern beliebte Anspornungsmethode, die ich jetzt wohl auch mal ausprobieren werde! Am zweiten Tag, dass die Karte an unserer Toilettentür hing, verdiente sich der kleine Kaaskop abends gleich 2 Aufkleber!

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Jetzt müssen wir ihn „nur“ irgendwie soweit kriegen, dass er sich bereit erklärt, nach dem Aufstehen, Essen und vor dem Schlafengehen auf Töpfchen oder seinem Kinder-WC-Aufsatz von DM Pipi oder poepie zu machen. Zu dumm, dass unser diesjähriger Urlaub so kurz und voller Termine war. Eine andere beliebte Methode ist hier in Holland nämlich, im Sommerurlaub auf dem Campingplatz in Frankreich (Urlaubsland Nr. 1 der Holländer) einfach die Windel wegzulassen. Dann spüren die Kinder an den nackten Beinen, dass sie Pipi machen, und das hilft wohl beim Lernprozess. Außerdem müssen sie im Sommer ja nicht mit mehreren Schichten Kleidung kämpfen, wenn sie dringend auf’s Klo müssen. Und weil sie eh meist in Badehose rumlaufen, brauch Mama (oder Papa) nur die Badehose ausspülen, wenn das poepie in die Hose geht. Nur mal so als Tipp, falls eure Kinder auch noch „müssen“ (entschuldigt die Wortspielung).

Ich glaube, wenn der kleine Kaaskop nicht die Ruhe hat, eine Weile stillzusitzen, werde ich ihn einfach bestechen. Rosinen, eine Folge Kikaninchen, ein Buch, das er noch nicht kennt oder, ah, ihm was mit der blöden Handpuppe, die er so liebt Jessica vorspielen. Ich muss mir sowieso noch was ausdenken, was er als Belohnung kriegt, wenn die Aufkleberkarte voll ist. Und in der Zwischenzeit geht die mündliche Propaganda weiter: ordentlich loben, wenn er Pipi oder poepie ins Töpfchen oder WC gemacht hat, darauf hinweisen, dass viele seiner Kita-Freunde auch keine Windeln mehr tragen, Bilderbücher über das Thema lesen usw. Wish me luck!