Unsere To-do-Liste fürs neue Heim

Kinders, die Zeit fliegt! Jetzt wohnen wir schon 8 Wochen im neuen Haus. So langsam wird’s. Am Anfang gab es ja noch einiges zu tun, und damit meine ich nicht nur die üblichen Dinge wie Kisten auspacken, Lampen aufhängen und so. Ein kurzer Überblick, was alles noch gefixt werden musste:

  • Stufe 1 und 2 der Dunstabzugshaube gingen schon nach wenigen Tagen kaputt und mussten repariert werden.
  • Die Schlafzimmertür klemmte bzw. ging nicht ganz zu.
  • Das Dichtungsgummi der Dusche war falsch angebracht, sodass beim Duschen das ganze Badezimmer nass wurde. Außerdem stimmte am Abfluss der Dusche etwas nicht, sodass man den Abfluss roch. Beides hat der große Kaaskop in Ordnung gebracht.
  • Das Gästeklo drohte von der Wand zu fallen. (Wie sich herausstellte, hatte unser Handwerker bloß vergessen, nach dem Trocknen des Kitts die Schrauben festzuziehen – dieses Problem war blitzschnell behoben, puh!)
  • Der hübsche Kran im Gäste-WC (matt), den wir ausgesucht hatten, passt gar nicht zu dem Rest des Örtchens (glänzend), ups! Da muss noch ein neuer her. Außerdem ist das Gäste-WC noch ziemlich kahl und muss noch gestylt werden.
  • An der Frühstücksbar stand noch kein Barhocker. Den haben wir mittlerweile aber gekauft. Jetzt müssen wir nur noch einen alternativen Sammelplatz für Krimskrams wie Post, Schlüssel, Kassenbons u.Ä. finden, damit wir die Bar auch wirklich benutzen können.
  • Hinter der Spüle und dem Herd muss noch was an die Wand. Weil wir noch nicht wussten, was wir dort als Spritzschutz haben wollen, haben wir die Wand erstmal nur gestrichen. Die ersten Flecken sind bereits Tatsache.
  • Der Spülenabfluss saß etwas schief und leckte bei hohem Wasserdruck.
  • Wir hatten im Wohnzimmer noch keine Vorhänge und saßen hinter unseren großen Fenstern quasi im Schaufenster. Mittlerweile hängen hinten die Sommervorhänge aus dem alten Haus und haben wir maßgefertige Rollos für vorne beim Esstisch bestellt. Sauteuer, sowas! Das wird Urlaub in Gartenien…
  • Das Kinderzimmer ist noch nicht fertig gestylt. Weil der kleine Kaaskop bei der Nachbarin geklagt hat, er wolle lieber ein Flugzeugzimmer (wie sein bester Freund aus der alten Kita – dabei hat er das Zimmer noch nie gesehen!), habe ich vorgeschlagen, statt des geplanten Dschungelzimmers ein TIGERzimmer zu machen. Das fand er toll! Er steht grad auf Tiger. Jetzt bin ich also auf der Suche nach Tigerbettwäsche und Tiger-Maskingtape (Washi Tape) und Tigerstoff für Kissenbezüge. Immerhin haben wir mittlerweile die Ikea-Bilderleisten aufgehängt und die Leseecke eingerichtet (met Dank an Pinterest).
  • Die Spielecke im Wohnzimmer ist noch arg provisorisch.
  • Überhaupt müssen im Wohnzimmer noch ein neues Sofa und neue Schränke her. Aber wir kommen vorläufig nicht zum Möbelsuchen.
  • Der Kitt zwischen Laminat und Wänden, Treppe usw. hat die falsche Farbe beziehungsweise ist noch nicht angebracht.
  • Die Wanne hat schon ein paar Kratzer. Teuer (Villeroy&Boch) heißt offenbar nicht unbedingt unempfindlich. Ab sofort kein Wasserspielzeug aus Hartplastik mehr für den kleinen Wilden Kaaskop!
  • Der Kratzer, den der Küchenmonteur beim Anheben der Spülmaschine ins Laminat gemacht hat, muss noch ausgebessert werden.
  • Der „Garten“ war noch frei zugänglich, den Zaun und die Trennwand zum Nachbargarten haben der große und der alte Kaaskop heute endlich errichtet. Der Garten muss außerdem noch eingerichtet werden. Ich muss wirklich mal dringend entscheiden, wie ich ihn haben will. Den vertieften Sandkasten mit Deckel aus dem gleichen Material wie die angrenzende Terrasse, den die Nachbarn vom Eckhaus haben, finde ich schonmal sehr genial! Ansonsten ist Pinterest mein Freund und mein Sternzeichen meine Unentschlossenheit mein Feind…

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Umzug mit Kind – so lief das bei uns

Als Routinemensch graute mir sowieso ein wenig vor dem Umzug, aber umziehen mit Kind stellte ich mir noch stressiger und schlimmer vor. Schließlich legen die meisten Kinder ja großen Wert auf ihre vertraute Routine und der kleine Kaaskop ist da nicht anders. Wenn ich mal beim Abendessen sage: „Bist du sooo müde? Dann gehen wir am besten gleich sofort ins Bett.“ Dann korrigiert er mich sofort: „Nee, eerst toetje, dan in bad, dan boekje lezen en DAN naar bed!“ (Erst Nachtisch, dann in die Wanne, dann Buch lesen und DANN ins Bett.) Denn das ist unsere allabendliche Routine. Plus Zähneputzen natürlich, das „vergisst“ der kleine Schlingel sicher absichtlich in seiner kurzen Zusammenfassung! Ich hatte also etwas Angst, dass ihm die Umstellung schwer fallen würde. Aber wie schon erzählt, hat der kleine Kaaskop den Umzug recht locker weggesteckt!

Dabei war alles so spannend: ausgerechnet an seinem 3.Geburtstag zogen wir um (das war notartermintechnisch einfach die praktischste Wahl) und mangels aushäusigem Babysitter hat er den ganzen Rummel auch noch hautnah miterlebt. Zum Glück kannte er das neue Haus ja schon, da wir ihn während der „Bauarbeiten“ schon öfter dorthin mitgenommen hatten. Und wie berichtet fuhr er mit der ersten Fuhre Kisten schon mit ins neue Haus und blieb dann auch dort. Das Einschlafen dauerte an diesem Abend zwar etwas länger, aber es war ja auch so ein aufregender Tag gewesen, dass das nur logisch war. Irgendwann in der ersten oder zweiten Woche fragte der kleine Kaaskop, wann wir ins alte Haus zurückfahren würden, aber als wir ihm erklärten, dass wir jetzt hier wohnen, schien er damit kein Problem zu haben. Er erzählt auch gerne spontan anderen Leuten, dass wir jetzt in Z. wohnen, hihi! Und er will eine Katze. Weil ihm der große Kaaskop gesagt hatte, dass wir im neuen Haus vielleicht eine kriegen. Na toll. Ich muss nochmal gut überlegen, wie wir da jetzt wieder rauskommen…

Außer einem neuen Haus und einer neuen Nachbarschaft bedeutete der Umzug in einen anderen Ort natürlich auch eine neue Kita. Dort war der kleine Kaaskop in der Woche vor dem Umzug schon einen halben Vormittag zum Eingewöhnen gewesen, und er fand es toll! Der große Kaaskop durfte von ihm schon nach wenigen Minuten wieder nach Hause und in den zwei Stunden, die der kleine Kaaskop bei den Elefanten (so heißt die Gruppe) gespielt hat, ging er auf eine der Erzieherinnen zu und sagte: „Ik vind het gezellig hier!“ (Ich finde es hier schön) Am ersten Kita-Tag nach dem Umzug ging er vormittags in die neue Kita und am Nachmittag zum letzten Mal in die alte. Dort wurde groß Abschied gefeiert und er bekam eine Mappe mit all seinen Kunstwerken aus den letzten zwei Jahren. Die haben der große Kaaskop und ich uns abends in Ruhe zusammen angeschaut, so lustig, was er alles gebastelt hat! Das Schweinchen mit den willkürlich aufgeklebten Körperteilen kannten wir schon, das meiste andere noch nicht.

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Zum Abschied gab er übrigens kleine Umzugswagen mit Rosinen und einem Stempel aus, die der große Kaaskop und ich gebastelt hatten.

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War mal wieder viel mehr Arbeit als gedacht! Tja, und am Tag darauf ging mein großer kleiner Junge schon den ganzen Tag in die neue Kita! Weil es so gut ging, sonst hätten wir ihm dafür natürlich mehr Zeit gegeben.

Leider eröffnete die Kita in der zweiten Woche wegen der vielen Neuzugänge eine neue Gruppe (die Giraffengruppe) und der kleine Kaaskop wurde „versetzt“. Und das fand er gar nicht so toll. Plötzlich wollte er nicht mehr hin, durfte ich beim Hinbringen nicht mehr weg und sagte er am Wochenende spontan, dass er nicht zu den Giraffen wolle, sondern zu den Elefanten. Einfach so,als er gerade in der Wanne saß. Uns Eltern sagte die neue Gruppe auch nicht so zu. Sie ist kleiner, sowohl was die Anzahl der Kinder als auch die Quadratmeterzahl angeht, und da es eine gemischte Gruppe ist, gibt es dort im Endeffekt weniger Spielzeug für seine Altersgruppe und mehr kleinere Kinder. Und der kleine Kaaskop spielt lieber mit älteren Kindern. Nun sollte er aber dinstags und donnerstags in diese neue Gruppe und nur noch mittwochs in die alte (die ja eigentlich auch neu für ihn war) gehen. Wir sahen ja aber schnell, dass das nicht gut ging und haben gleich nach der ersten Woche eine Mail an die Leiterin geschickt und gebeten, den kleinen Kaaskop wieder zu den Elefanten zurückzuversetzen. Sie wies uns in ihrer Antwort zwar darauf hin, dass die Elefantengruppe auch eine vertikale Gruppe ist (o-4 jahre, im Gegensatz zu horizontalen Gruppen mit 0-2 und 2-4 Jahre alten Kindern getrennt) und der Raum kleiner ist, weil ja auch weniger Kinder in der Giraffengruppe sind, war aber einverstanden. Sie wollen ja auch, dass die Kinder sich wohlfühlen. Leider ist der Rückwechsel erst ab März möglich, wir müssen also noch ein paar Wochen aushalten. Zum Glück darf der kleine Kaaskop ja mittwochs noch in seine Lieblingsgruppe, und da zu bestimmten Tageszeiten alle Gruppenraumtüren offen stehen, kann er ja auch zwischendurch bei den Elefantenkindern spielen. In der vergangenen Woche ging es übrigens schon etwas besser bei den Giraffen, er klammerte sich nicht so an mich, als ich gehen wollte, und scheint auch Irma, seine surinamische Erzieherin mit dunkler Haut und komischem Akzent, akzeptiert zu haben. Die war übrigens ganz erstaunt, als sie hörte, dass wir um „Rückversetzung“ gebeten haben, denn ihr zufolge lief es ganz gut bei den Giraffen. Der Abschied sei zwar vielleicht problematisch, aber tagsüber habe der kleine Kaaskop fröhlich gespielt und viel geredet, meinte sie. Naja, schauen wir mal. Mir wär’s trotzdem lieber, wenn mein Kind nicht in zwei verschiedene Gruppen geht.

Ja, und dann kam auch noch der Schnullerentzug dazu! Das nächtliche Schnullersabbern war uns schon eine Weile ein Dorn im Auge und deshalb hatten wir beschlossen, ihn zum 3. Geburtstag zu entwöhnen. Nix Schnullerfee (er hatte wegen Sinterklaas, Weihnachten und der Flugzeugreise schon genug Geschenke gekriegt), nix Schnullerbaum (Bäume sind hier in Holland ja etwas rar), nix kabouters (Zwerge/ Heinzelmännchen), die in der Nacht zum dritten Geburtstag den Schnuller holen: wir haben ihm erklärt, dass er ja jetzt schon groß ist und dass er da seinen Schnuller an die Babys abgeben muss, weil die ihn noch brauchen. Dies hatten wir in den Wochen vor dem 3. Geburtstag schon ein paar Mal angekündigt. Zwar hatte ich so meine Bedenken, ob der 3. Geburtstag wegen des Umzugs nicht ein arg ungünstiger Zeitpunkt für den Schnullerentzug ist, aber wann passt es schon? Die ersten Nächte gab es noch Schonfrist, aber am letzten Tag in der alten Kita (3 Tage nach dem Umzug) war es soweit. Der kleine Kaaskop nahm seinen Schnuller (ja, nur einen; der zweite ist nur Not-Reserve und wurde unauffällig im Mülleimer entsorgt) mit zur Kita, stapfte in den Gruppenraum der Babys (horizontale Gruppe, also 0-2 Jahre), lief zu einem auf dem Boden spielenden Baby hin, pfefferte seinen geliebten Schnulli daneben..und ging wieder. Das war’s. Der große Kaaskop und ich waren baff. Hatten wir uns (na gut: ich mir) deswegen Sorgen gemacht? Zugegeben, am Abend und an den beiden Folgeabenden war der kleine Kaaskop unruhiger als sonst und fragte er auch ein paar Mal nach seinem speentje, aber wirklich Theater gab es nicht. Und das Unruhigsein kann ja auch am Eingewöhnen im neuen Haus gelegen haben, wer weiß das schon.

Ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass der Umzug eine Riesenumstellung für den kleinen Kaaskop war, war die Tatsache, dass er ein paar Tage lang plötzlich wieder ab und zu Pipiunfälle hatte. Sprich, zu spät aufs Klo ging und das meiste in der Hose landete. Aber das dauerte wirklich nur 2-3 Tage und solche vorübergehenden Rückfälle scheinen nach großen Umstellungen wie Umzug, neue Kita oder ein neues Geschwisterchen nicht ungewöhnlich zu sein, wie ich gelesen habe. Alles in allem finde ich jedenfalls, dass der Umzug mit Kind besser gegangen ist als befürchtet. Was haben wir doch für einen kleinen kanjer (+/- Held)!

Ist von euch jemand mit Kind umgezogen? Wie ist es euren Kindern dabei ergangen?

Umzugs-Survivor

Puh, man kommt ja wirklich zu nix anderem mehr, wenn man gerade umgezogen ist! Abends heißt es die letzten Kisten auspacken, Lampen aufhängen, hier was umräumen, dort was suchen… Hier endlich mein Protokoll unseres Umzugtags:

  • 7 Uhr: Nachdem wir für den kleinen Kaaskop gesungen haben, denn der hat heute Geburtstag (3 Jahre schon!), stehen wir auf. Zum Frühstück gibt es ausnahmsweise mal chocopasta aufs Brot, nicht nur weil der kleine Kaaskop Geburtstag hat, sondern auch, weil ich vermute, dass ich heute viel Schokolade brauchen werde! Der Blick aus dem Fenster stimmt uns nicht fröhlich: ausgerechnet heute Nacht hat es geschneit, so ein Mist! Die NS (niederländische Bahn) macht ihrem Ruf alle Ehre: im Norden des Landes fahren vorläufig keine Züge, mein Schwiegervater, der den kleinen Kaaskop heute beschäftigen sollte, kann also nicht rechtzeitig in Amsterdam sein, um mit unseren beiden Umzugshelferfreunden S. und M. im Auto mitzufahren. Wann er da sein wird, steht noch in den Sternen. Wir planen spontan um und beschließen, dass ich oder einer unser beiden Freunde dann halt im neuen Haus den kleinen Kaaskop bespaßen muss, während die anderen Umzugskisten ins neue Haus fahren.
  • 8:55 Uhr: Nachdem ich versucht hab, hektisch die letzten Sachen einzupacken (recht schwierig, wenn die Kisten alle voll sind), überlege ich, ob ich schon mal Teewasser kochen soll, schließlich sollten die beiden Amsterdammer bald da sein. Ziemlich zeitgleich mit den beiden kommt der große Kaaskop rein und ruft: „Change of plans! In 10 Minuten stehen zwei Umzugsmänner mit einem Lkw vor der Tür. Wir müssen JETZT SOFORT die Möbel demontieren!“ Äh, wie bitte?! Kurz bewundere ich ihn dafür, dass er so spontan und kurzfristig mehr Hilfe geregelt hat, aber wie sich herausstellt, war er gerade von unseren Umzugsmännern, die erst um 16 Uhr kommen konnten, angerufen worden, dass sie wegen des Schnees etwas später kommen, also um 9:15 Uhr. Hä? Das kam offenbar so: der große Kaaskop hatte telefonisch 2 Leute mit Lkw ab 9 Uhr gebucht, wurde aber gebeten, das auch noch per E-Mail zu bestätigen. Auf seine Mail bekam er als Antwort, dass sie leider erst ab 16 Uhr verfügbar seien. Naja, besser als nichts, fanden wir. Aber offenbar war die telefonische Buchung doch eingeplant, hurra! Und die beiden Jungs waren wirklich oberklasse:
  • 9:10 – 12:00 Uhr: Die beiden Umzugsmänner demontieren einen Teil der Möbel einfach selbst und packen den Umzugswagen sehr effizient, während der große Kaaskop auch Möbel demontiert und Anweisungen gibt, Freund S. packt mit an und trägt Kisten und Möbel zum Lkw…und ich laufe wie ein kopfloses Huhn durchs Haus und bin überall im Weg. Meine Schwester, mein Schwager, der kleine Kaaskop und Freund M. langweilen sich derweil im neuen Haus, nachdem sie die ersten beiden Autos voll Spielzeug und Kleidung rübergefahren haben. Den für 9 Uhr geplanten Kaffee und Kuchen hat noch niemand bekommen, zum Glück liegen im neuen Haus noch Lebensmittel und Getränke aus der Umzugsvorbereitungszeit. So muss zumindest niemand hungern!
  • 12:30 Uhr: Mein Schwiegervater ist endlich eingetroffen und auch ich komme im neuen Haus an. Erstmal was essen, bin schon ganz zitterig von dem ganzen Chaos! Da kommen auch schon die Männer mit dem Umzugswagen! Weil der Garten noch weder umzäunt noch angelegt ist, fahren sie mit dem Lkw hintenrum bis zur Terrassentür. Ladebühne auf Halbmast und los geht`s mit dem Ausladen.
  • 12.30 – 13-30 Uhr: Mit meinem Schwiegervater in der Terrassentür, einem Umzugsmann am offenen Fenster im ersten Stock und mir neben dem Lkw geht alles ratzfatz: der Umzugsmann im Wagen fragt mich bei jedem Teil, wo das hin soll und dann hopp, nach oben, bzw. hopp, nach unten. Manchmal geht das so schnell, dass ich gar nicht weiß, wo ich gucken soll. Bei einigen Teilen muss ich erstmal überlegen und stehe da wie Bruce Willis im Film „The whole nine yards“: „ääähhh“ sagend und unentschlossen mit dem Arm wedelnd.
  • 13:30 Uhr: Der Lkw ist leer! Die beiden Umzugsmänner bekommen ein dickes Trinkgeld und einen Geburtstagsmuffin. Erstmal verschnaufen.
  • 14-17:00 Uhr: Freund M. hatte noch einen Termin und ist wieder weg. Während der große Kaaskop mit Freund S. noch die letzten Dinge aus dem alten Haus und dem Schuppen holt, versuche ich, ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen und Kartons auszupacken. Mein Schwiegervater muss kurz in den Baumarkt, um Schrauben zu kaufen, denn das Beutelchen mit den Stiften unserer Bücherregale ist spurlos verschwunden. Dabei hatten wir noch Witze über einen Onkel gerissen, der auch alle Stifte ordentlich in einen Beutel getan und dann den Beutel verbummelt hatte! Eine halbe Stunde, nachdem die Schränke wieder stehen, findet sich das Beutelchen….

    Der kleine Kaaskop benutzt die vielen Säcke mit Bettwäsche/-decken als Hüpfburg - wenigstens einer hat Spaß!
    Der kleine Kaaskop benutzt die vielen Säcke mit Bettwäsche/-decken als Hüpfburg – wenigstens einer hat Spaß!
  • 17:30 Uhr: Es sieht schon ein wenig ordentlicher aus, aber noch längst nicht wohnlich. Freund S. ist auch wieder nach Hause gefahren, nachdem er mir versichert hat, dass unser Umzug es nicht in die Top 3 der am schlechtesten organisierten Umzüge, bei denen er geholfen hat, geschafft hat. (Platz 1: Sein Freund Luuk, der seinen Helfern bei Ankunft vor dem neuen Haus mit vollgepacktem Umzugswagen beichtete, dass er den Schlüssel noch gar nicht hatte! Platz 2: Ebenfalls Luuk. Für einen Umzug, bei dem sie 6-mal hin- und herfahren mussten, weil der schlaue Kerl so ineffizent gepackt hatte. Platz 3: Gemeinsame Freunde von uns, die die Verpflegung als erstes eingeladen hatten und den Helfern nur Leitungswasser anbieten konnten, bis sie den Wagen auch wieder ganz ausgepackt hatten. Ach ja, und an Kartons war auch gespart worden, und deshalb liefen die Helfer bei der letzten Fuhre mit 20.000 Plastiktüten hin und her.)

    Argh, wo soll ich nur anfangen/!
    Argh, wo soll ich nur anfangen/!
  • 18:00 Uhr: Während ich Essen koche, probiert der kleine Kaaskop im Wohnzimmer sein zum Geburtstag bekommenes Fahrrad aus. Eins mit Pedalen! Wie sein bester Freund auch hat! Er ist megastolz!

    Trotz Kartonchaos ist genug Platz zum fietsen!
    Trotz Kartonchaos ist genug Platz zum fietsen!
  • 19:00 Uhr: Schlafenszeit für kleine Kaasköppe. Zum ersten Mal in die richtige Wanne! (So einen Luxus hatten wir im alten Haus nicht.) Oder doch nicht: aus dem Kran in der Wanne kommt nur kaltes Wasser, argh! Dann also doch in die Dusche. Leider sind da die Dichtungsgummis nicht richtig angebracht und artet es in eine kleine Überschwemmung und miese Laune meinerseits aus, denn so etwas kann ich nach diesem anstrengenden Tag nicht gebrauchen. So ein Scheiß!
  • 20:30 Uhr: Endlich haben auch der große und der alte Kaaskop genug vom Lampen aufhängen, Möbel montieren usw. Wir gönnen uns ein großes Glas Whiskey bzw. Baileys mit den mitumgezogenen Eiswürfeln (*räusper*, *rotwerd*). Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass wir außer den Eiswürfeln auch die gestrige Zeitung, abgelaufene Lebensmittel und unsere Plastiktütensammlung mitgenommen haben, den Föhn und den Großteil der Sachen aus dem Badezimmer aber noch nicht! Seufz.Zumindest steht das Bett schon und brauchen wir nicht auf Matratzen auf dem Boden zu schlafen.
Sehr einladend, finde ich. (Findet der kleine Kaaskop leider auch.)
Sehr einladend, finde ich. (Findet der kleine Kaaskop leider auch.)

Naja, wir haben es überlebt! (Im Gegensatz zu einem unserer Biergläser und einer Vase) Und der kleine Kaaskop hat den Umzug wirklich sehr gut überstanden, ich bin wirklich beeindruckt, wie gut er diese riesige Veränderung weggesteckt hat! Aber dazu werde ich demnächst ausführlicher berichten. Wenn ich abends wieder Zeit für andere Dinge als post-Umzugsangelegenheiten habe.

Umzugsvorbereitungs-Survivor

I’m back!

Puh, was für ein Stress, so ein Umzug in ein  neues Haus einschließlich Einzugsfertigmachen des Neubaus! Wieder einmal stellten der große Kaaskop und ich fest, dass es praktisch wäre, mehr Babysitter-Möglichkeiten zu haben, denn wenn der kleine Kaaskop rumwuselt und Aufmerksamkeit will (zurecht), schafft man einfach wenig. Nun ja, wir haben es überlebt und wohnen inzwischen schon eine ganze Woche im neuen, großen Haus!

Die Frage „Wohnst du noch oder lebst du schon?“ müsste ich im Moment aber mit „Ich wohne noch“ beantworten, denn eingelebt haben wir uns nach so kurzer Zeit natürlich noch nicht, dazu ist es noch viel zu rummelig. Im neuen Kleiderschrank zum Beispiel liegt zwar bereits der Großteil unserer Klamotten, aber völlig ungeordnet, und wir müssen da noch mal etwas umeinrichten (1-2 zusätzliche Regalböden, Stange etwas niedriger, usw.), bevor wir den endgültig einräumen können. Die Wände im Kinderzimmer sind noch ungemütlich kahl, der 2nd-hand-Kinderkleiderschrank steht noch bei meiner Schwägerin in Nordholland, fast überall hängen noch nackte Glühbirnen an der Decke, im Wohnzimmer hängt noch nichts an den Wänden und stehen noch ein paar unausgepackte Kartons mit Krimskrams rum … und überhaupt ist alles noch recht ungewohnt!

Weil ich eine kleine Dramaqueen bin, hier die ganze Geschichte von Anfang an:

Am 16.Dezember bekamen wir die Schlüssel zu unserem neuen Haus. Am ersten Tag schafften wir natürlich weniger als naiverweise geplant. Da unser Neubauhaus von innen noch kahl war, und zwar so wirklich kahl (weder Badezimmer noch Küche und alle Wände und Böden nackter Beton), sollte der Handwerker als erstes mindestens eine der beiden Toiletten einbauen. Leider fehlte in beiden Toiletten-Verpackungen ein wesentliches Bauteil, sodass er erstmal gar nix einbauen und anschließen konnte und der große Kaaskop hektisch versuchte rauszufinden, ob und wenn ja wo er die fehlenden Teile herbekommen konnte. Einer der großen Farbeimer, die wir per Post geliefert bekommen hatten, war kaputtgegangen, wie wir beim Öffnen des Kartons feststellten. Und mir fehlten ein Eimer und ein Tuch, um nach dem Anschleifen die zu grundierenden Wände sauberzuwischen. Pff.

Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass die „tapezierfertigen“ Betonwände, die wir nicht alle tapezieren sondern streichen wollten, wie das hier in Holland üblich ist, leider doch arg uneben waren und sich das auch nicht so eins, zwei, drei durch uns beheben ließ. Also doch für viel Geld verputzen lassen. Toll. Ganz toll. In der Zwischenzeit unterdrückte ich meine Ohrentzündung mit Paracetamol, der große Kaaskop war schon genug gestresst durch alle Rückschläge in seiner zeitlichen und finanziellen Planung. Immerhin lag in Kinderzimmer schon das Laminat, hihi!

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Während wir in Lappland unseren Winterurlaub genossen, arbeitete unser Handwerker an Toilette, Bad und zusätzlicher Zwischenwand auf dem Dachboden, unser Stuckateur an den Wänden und ein Elektriker an den Steckdosen und Anschlüssen, die wir ändern wollten. Ich will euch jetzt nicht mit zuviel Einzelheiten langweilen, aber es ging noch so einiges schief und musste wieder zurechtgebogen werden: es waren noch mehr Produkte und Bauteile, die der große Kaaskop günstig auf Versteigerungen der Bestände insolventer Unternehmen gekauft hatte unvollständig oder fehlerhaft; mit dem Typen, der ausmessen sollte, wieviel qm Teppich er verlegen muss, mussten wir zweimal einen Termin ausmachen, weil er beim alten (!) Haus vor der verschlossenen Tür stand und einfach wieder ging; der Stuckateur arbeitete sich vom unwichtigsten Raum (Dachboden) zum wichtigsten (Wohnzimmer/Küche) vor anstatt umgekehrt UND war fast eine Woche später als vorgegeben fertig, weil er immer so früh Feierabend machte; der Handwerker hatte sowohl für Flur/Gäste-WC als auch fürs Badezimmer zu wenig Fliesen, weil der große Kaaskop den Verlust durch das mustertreue Legen unterschätzt hatte; der Handwerker wartete nicht, bis mein Schwiegervater die nachbestellten Fliesen fürs Bad gebracht hatte, sondern flieste das Badezimmer doch mit den Schneideresten fertig (zum Glück sind diese Stellen nicht sehr auffällig, aber trotzdem doof, denn ändern kann man das ja jetzt nicht mehr); für den Gasherd musste ein Monteur der Herdmarke kommen, weil der nicht funktionierte (der Küchenmonteur hatte nicht gesehen, dass er wegen der abweichenden Gassorte nicht die Standardanschlüsse benutzen konnte); mit dem Heizkessel hatten wir anfangs Streit; ….

Am Ende wurde aber alles gut und wir hatten sogar einmal richtig Glück im Unglück: der Teppich, den wir für den Dachboden ausgesucht hatten, und den wir schon vorm Verlegen wegen des hohen Preises bereuten, war plötzlich nicht mehr lieferbar. Die Dame im Geschäft fand das richtig unangenehm und entschuldigte sich dutzendmal, aber wir fanden es heimlich super: wir suchten einen preiswerteren Teppich aus, der uns sogar besser gefällt, und kriegten 900 Euro zurück, hihi!

Und jetzt lass ich mal ein paar Bilder sprechen:

Es kann losgehen!
Es kann losgehen!
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Hurra, wir können Pipi machen!
Im Badezimmer fehlt das Klo noch.
Im Badezimmer fehlt das Klo noch. Und ein paar ander Dinge.
Wie es im Kinderzimmer weiterging
Wie es im Kinderzimmer weiterging
Tadaa!
Tadaa!
Pax-Schrank, mussten wir noch auf 2 Wagen verteilen, weil alles zu schwer war.
Pax-Schrank, mussten wir noch auf 2 Wagen verteilen, weil alles zu schwer war. Die Drachen-Handpuppe musste neugekauft werden, weil die alte aus Versehen mit dem Papiermüll im Papiercontainer gelandet war..Was versteckt die sich auch unten im Altpapierkorb!
Tadaa!
Tadaa!
Blasen an den Händen vom Streichen
Blasen an den Händen vom Streichen
Dachboden fertig gestrichen!
Dachboden fertig gestrichen!
Der Teppich liegt!
Der Teppich liegt!
Wir schlafen dann mal im Wald..
Wir schlafen dann mal im Wald..
Im alten Haus nimmt der kleine Kaaskop schonmal die Schränke auseinander..
Im alten Haus nimmt der kleine Kaaskop schonmal die Schränke auseinander..
Im neuen spielt er Verstecken in der Küche!
Im neuen spielt er Verstecken in der Küche!

Ganz schön viel Arbeit, sag ich euch, dabei haben wir das meiste gar nicht selber gemacht… Anfang Januar war meine Mutter eine Woche bei uns und hat u.a. beim Kistenpacken und der Endreinigung des neuen Hauses geholfen. Da haben wir 3 Tage geputzt, weil ja wirklich alles (Böden, Wände, Fenster, Türrahmen, Lichtschalter usw.) voll Baustaub, Putzspritzern und so war, das war wirklich eine Schweinearbeit! Aber am Ende war alles gerade rechtzeitig zum Umzug fertig und sauber. Am Abend vor dem großen Tag zweifelte ich trotzdem ernsthaft, ob wir den Umzug schaffen würden, denn wir hatten nur 2 Freunde zum Helfen (ein paar andere fielen wegen gesundheitlicher Probleme leider weg) und die beiden „richtigen“ Umzugsmänner mit dem Lastwagen hatten erst ab 16 Uhr Zeit. Weil wir aber noch die Möbel auseinanderbauen mussten und der kleine Kaaskop am Umzugstag Geburtstag hatte, war geplant, um 9 Uhr mit Kaffee und Kuchen (ja, den Kuchen gibt’s hier in Holland vormittags!) anzufangen und dann erstmal Schränke zu demontieren und mit den beiden eigenen Autos soviele Kisten wie möglich zum neuen Haus zu fahren. Aber dann lief alles ganz anders! Das erzähl ich aber in einem zweiten Post.

Wo ist der Bauch, wenn man ihn braucht?

Hatte ich schon mal erwähnt, dass mein Sternzeichen Waage ist? Und dass ich mich deshalb mit Entscheidungen schwer tue? Zurzeit werde ich regelmäßig von Zweifeln geplagt, ob unser neuer Wohnort wirklich die richtige Entscheidung ist. Denn wie ich ja erzählt hatte, werden wir dann weiter von Freunden und Familie weg wohnen, anstatt näher dran. Es gibt nicht wie jetzt einen Supermarkt, Drogisten usw. in Fußwegnähe. Und wenn wir schon in die „falsche“ Richtung ziehen, weil es dort grüner ist: ist ein 50 qm großer Garten dann nicht zu klein? Ist 10 Minuten mit dem Rad bis zum Wald nicht zu lang? Eigentlich wollten wir doch weder eine offene Treppe im Wohnzimmer noch ein Badezimmer ohne Fenster: ist das Haus nicht zu sehr ein Kompromiss, weil gerade nichts Passenderes auf dem Markt war?

Hach, ich wünschte, ich würde nicht immer so viel zweifeln. Es ist zum VERzweifeln. Der arme große Kaaskop, der selbst superbegeistert ist von dem neuen Haus, hat zwar Verständnis für meine Zweifel, teilt sie aber nicht. Und fühlt sich jetzt schuldig, dass er mit dem Kauf dieses Hauses mal wieder seinen Willen durchgesetzt hat. Zum Glück sind wir uns in den vielen anderen Dingen, die wir jetzt regeln müssen, fast immer einig. Keine extra tiefe Badewanne, oder? – Nein, bloß nicht! ; Diese Farbe Fliesen finde ich toll für den Badezimmerboden, und du? – Ja, die will ich! ; Hey, wie wär’s, wenn wir im Gäste-WC die Wände bunt kacheln?! – Oh, tolle Idee! Rot, orange und weiß? – Das wollte ich auch gerade vorschlagen.

Zu den Entscheidungen über die Einrichtung kommt noch die Entscheidung, bei welcher Kita wir den kleinen Kaaskop anmelden. Es gibt da in der Nähe mehrere. Eine fällt schon mal weg, weil man da selbst Windeln, Mittagessen und Milch mitbringen muss, was soll das denn?! Unsere  beiden Favoriten haben der große Kaaskop und ich uns am Dienstag angeguckt. Vor allem die zweite gefiel uns gut, nur: die ist ein bisschen arg antroposophisch. Das hatte ich schon auf der Website gelesen und musste das erst mal googeln *räusper*. An sich finde ich das ja ganz toll: biologisches Essen, das Kind steht im Mittelpunkt, viel neutrales Holzspielzeug, kein DVD-Player, viel draußen spielen (der Garten ist wirklich klasse, ich wäre fast am liebsten selbst nochmal Kind, damit ich dort spielen darf), die Kinder helfen beim Essenmachen, Laubfegen und im Gemüsegarten, und und und. Aber. Ich frage mich, ob dieser Ansatz wirklich zu uns passt. Von dem „Mit warmem Gruß“ am Ende der E-Mail und dem leisen Gesang beim gemeinsamen Gang zum Tisch wurde mir irgendwie etwas….anders. Und für den kleinen Kaaskop würde die Umstellung so wohl auch arg groß. In seiner jetzigen Kita (und zuhause) gibt es schließlich auch mal eine DVD, Schokostreussel aufs Brot oder lärmendes Plastikspielzeug. Andererseits sind der große Kaaskop und ich davon überzeugt, dass der kleine Kaaskop es in der antroposophischen Kita ansonsten ganz toll finden würde. Er liebt Draußenspielen und im Haushalt/Garten helfen und an das viele Singen gewöhnt er sich bestimmt auch schnell. ICH muss mich da ja schließlich nicht selbst mit betont sanfter Stimme mit „Schätzchen“ oder einem anderen übersüßen Kosenamen anreden lassen, haha!

Einige Tage später haben wir uns noch eine andere Kita angeguckt, von einer landesweiten Organisation. Das war vom Ansatz her doch vertrauter, aber irgendwie fand ich die zu groß und unruhig. Ja, natürlich sind Kitas unruhig. Aber hier stehen 2-3 Stunden täglich die Türen der drei Ü2-Gruppen offen, sodass die Kinder ein-und auslaufen können und somit mit viel mehr Kindern und mehr Erzieherinnen zu tun haben. Dienstags geht die Gruppe, in die der kleine Kaaskop käme, in einer benachbarten Sporthalle sporteln, aber weil nur jeweils 6 Kinder mitdürfen, würde der kleine Kaaskop halt die eine Woche mit und dann die nächste nicht mit gehen. Das ist doch auch doof. Pff.

Ich weiß einfach nicht, wie ich mich entscheiden soll! Mein Bauch schweigt auch. Wahrscheinlich habe ich zuviel deutsche Artikel über Kitas gelesen und fühle mich jetzt schuldig, dass der kleine Kaaskop überhaupt in eine Kita geht. Obwohl U3-Betreuung hier in Holland ja anders gesehen wird und der kleine Kaaskop nur an 3 Tagen die Woche „fremdbetreut“ wird. Soll ich noch weitere Kitas angucken, die dann halt etwas weiter weg sind? Oder eine Tagesmutter suchen? Ich kenne leider niemanden, der damit Erfahrung hat. Soll ich einfach hoffen, dass der große Kaaskop Recht hat, wenn er voller Überzeugung meint, der kleine Kaaskop fände es in der Kita mit den offenen Türen super, weil er Rummel liebt? (Die 25-Mann-Feier zu seinem ersten Geburtstag fand er ja tatsächlich toll.) Oder soll ich mich doch für die antroposophische Kita mit dem Haselnussstrauch im Garten entscheiden, in der die Erzieherinnen mit den Kindern in einer Kaffeemühle Korn mahlen und daraus zusammen Brot backen?

 

 

Huisje, boompje, beestje

Das ist die niederländische Variante von Verliebt, verlobt, verheiratet, nur etwas erweitert und materieller: Häuschen, Bäumchen, Tierchen. Na, das Tierchen haben wir schon, wenn man unseren kleinen Drachen/Tiger/Schmutzfinken mitzählt. Das Haus haben wir letzten Monat verkauft und das neue sollte Bäume in der Nähe haben.

Die Haussuche erwies sich als gar nicht mal so einfach! Wir hatten aus Angst vor doppelten Hypotheklasten bewusst erst das alte Haus verkauft, bevor wir etwas neues gesucht haben. Und weil wir näher bei Freunden und Familie wohnen wollten, hatten wir uns ein Dorf in nordwestlicher Richtung ausgeguckt. Da war aber irgendwie nix zu finden, das uns gefiel. Ja, eins, das ich auch wirklich gern gekauft hätte. Aber auch wenn das Haus toll war (Anzahl der Zimmer, Schnitt, Zimmergrößen) und einen schönen großen (für niederländische Verhältnisse!) Garten mit grüner Aussicht hatte: nicht weit hinter der grünen Aussicht lag eine Schnellstraße und die hörte man leider recht gut im Garten. Zu schade, aber das war für mich wirklich ein Deal Breaker, wie ihr vielleicht versteht!

Im Laufe der Suche haben wir unsere Suchrichtung dann unerwartet geändert und auch in nördlicher und östlicher Richtung gesucht, weil es dort nämlich viel grüner ist. Leider hatten wir ständig Pech: entweder das Haus war gerade verkauft oder es war zu teuer oder es sah in Wirklichkeit deutlich schlechter instandgehalten aus als auf den Fotos. Sehr frustrierend, vor allem, weil die Zeit zu drängen anfing, denn so oder so müssen wir am 1. Februar aus unserem jetzigen Haus raus.  Wieder einmal stellte ich fest, dass ich nicht gut mit Ungewissheit umgehen kann. Ich bin halt eher ein Routinemensch. Ein Sicherheitstierchen. Ständig ergriff mich der Frust, weil ich nicht wusste, wo wir wohnen werden. „Zur Not mieten wir halt vorübergehend etwas“, hatten wir gesagt. Aber wo?! In direkter Nähe zu unserem alten Haus wird grad nichts vermietet (Holländer kaufen lieber anstatt zu mieten) und da wir nicht genau wussten, in welchem Dorf wir wohnen wollen und wir wegen der Kita nur einmal den Wohnort wechseln wollten …

Aber tada! Mittlerweile haben wir ein Hause gefunden! In einem Dorf zwei Bummelzughaltestellen in Richtung Osten, 10 Fahrradminuten vom Wald entfernt. Es ist ein Neubauhaus, aber schon fertig gebaut. Allerdings ohne Bad, Toilette und Küche, weil die vom künftigen Eigentümer ausgewählt werden sollten, der Bau aber abgeschlossen wurde, bevor es diesen Käufer gab. Wenn alles glatt läuft, kriegen wir Mitte Dezember den Schlüssel und dann heißt es ranklotzen, damit das Haus vor Ende Januar bewohnbar ist! Den dritten Geburtstag vom kleinen Kaaskop müssen wir wohl verschieben, aber hey, dafür kriegt er ein 20 qm großes Zimmer!

So, jetzt wisst ihr auch, warum es hier in den letzten Wochen so still war! Ich war mit anderen Dingen beschäftigt, der Laptop wurde vom großen Kaaskop beansprucht, weil der ein Badezimmer beisammen ersteigert hat… Außerdem war ich zwischendurch noch krank… Bin ich eigentlich immer noch… Am Sonntag haben wir aber schon mal die Küche gekauft, ist sie nicht schick?!

Computerzeichnung
Computerzeichnung
Materialmuster
Materialmuster

Da unsere jetzige Küche auch rot-weiß ist und wir Farben mögen, werden in der neuen offenen Küche zumindest drei Oberschränke rot. Um den Leitungsschacht kommt eine Mini-Frühstücksbar, auch zur optischen Trennung von Koch- und Wohnbereich. Ich freu mich schon! Das gröbere Werk überlasse ich dem großen Kaaskop, ich denke in der Zwischenzeit fleißig über die Wandgestaltung und Möbelaufstellung nach. Der 50 qm große Garten wird auch noch eine Herausforderung, aber das machen wir dann im Frühjahr. Eins nach dem anderen! Und jetzt erstmal ins Bett, diese höllischen Kopfschmerzen wegschlafen. Gute Nacht!

 

7 Tage – 7 Bilder

Es war eine hektische Woche, aber mit vielen schönen Momenten. Bevor ich k.o. ins Bett falle, noch schnell ein Wochenrückblick in 7 Bildern nach einer Idee von Frische Brise.

Am Montag nahm sich der große Kaaskop frei, damit wir meine Mutter in ihrem Kurzurlaubsort Noordwijk besuchen konnte. Das Wetter war super und wir saßen fast die ganze Zeit am Strand. Der kleine Kaaskop und seine Oma bauten eine schöne Burg und verzierten sie mit gesammelten Muscheln.

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Nur schade, dass wir die Flut unterschätzt hatten!

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Mittagessen gab es übrigens im Strandpavillon De Zeemeeuw (die Seemöwe), bei dem es einen tollen Spielplatz gibt. Die Bedienung war leider etwas lahm, aber wir sind ja einiges gewöhnt von niederländischen Gaststätten.

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Dienstag, Mittwoch und Donnerstag nicht wirklich etwas besonderes und schon gar keine Fotos.

Am Freitag kam der alte Kaaskop (mein Schwiegervater also) babysitten, damit der große Kaaskop Arbeit nachholen konnte. Aber er kam nicht besonders gut zum Arbeiten, denn er verbrachte den halben Tag am Telefon mit unserem Makler, mir und einer unserer beiden Interessenten, die lieber nicht über den Makler verhandeln wollte. Jaha: am Nachmittag haben wir unser Haus endlich verkauft. Juchu! Dazu demnächst ein eigener Post.

Am Samstag hatte ich ein Wiedersehenstreffen mit ein paar Mädels aus meiner alten Schwangerschaftsgruppe. Wir picknickten auf der Wiese neben einem Spielplatz, die Kinder amüsierten sich und wir konnten schön bijkletsen. Der kleine Kaaskop verstand sich besonders mit einem der kleinen Mädchen gut, die beiden spielten fast die ganze Zeit zusammen, so süß!

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Lustigerweise sind bis auf zwei von uns alle vor Kurzem aus der Stadt weggezogen oder haben es vor. Und die meisten haben schon das zweite Kind gekriegt.

Am Sonntag guckten wir uns noch eine Nachbarschaft in unserem Wunschdorf an, in der wir uns nächste Woche ein Haus angucken wollen, das uns interessiert. Einen hübschen Spielplatz gibt es dort jedenfalls, und auch einen netten Park.

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Das war unsere Woche. Die nächsten Monate werden bei uns also recht spannend, ich weiß daher nicht, ob ich viel Zeit zum Bloggen haben werden, denn Arbeit und Haussuche gehen vor (und an meinen freien Tagen der kleine Kaaskop natürlich). Drückt uns die Daumen, dass wir bald ein neues Haus finden!