Unser allererster „Wintersport“-Urlaub

Obwohl es hier in Holland bekanntlich keine Berge gibt, sind die Holländer verrückt nach Bergen. Jedenfalls im Winter. Der alljährliche Skiurlaub ist für viele Holländer ein Muss und heißt hier wintersportvakantie. Die Schulen haben im Februar/März  ein oder zwei Wochen Ferien, und dann fahren viele Familien im vollgepackten Auto gen Süden, um sich in Österreich oder sonstwo von den verschneiten Bergen zu stürzen. Bei der niederländischen Königsfamilie hat der jährliche Skiurlaub in Lech auch nach Prinz Frisos tödlichem Lawinenunfall vor fünf Jahren Tradition, einschließlich Fotoshooting.

Dieses Jahr haben wir nun auch endlich mal Skiurlaub gemacht, mit meiner Schwester und meinem Schwager. Mein Schwager fährt schon seit seiner Kindheit Ski, meine Schwester hat das Skifahren vor zwei Jahren für sich entdeckt. Meine Skierfahrung beschränkte sich auf ein paar Stunden langlaufen auf eigene Faust und der große Kaaskop kann wegen seines Knies gar keinen Sport treiben (außer Schwimmen). Wir hatten den kleinen Kaaskop heiß gemacht mit „Conni fährt Ski“, „Jan und Julia in den Bergen“ und Videos von unserem Urlaubsort auf Youtube, und er erzählte in der Schule stolz, dass er nach Süddeutschland zum Skifahren fährt.

Nun ja, ein bisschen Ski ist er dann auch gelaufen, aber nicht wirklich viel. Anreisetag war Samstag, und wir hatten erstmal nur für den Sonntag 2 Stunden Skikurs am Vormittag gebucht. Das hieß natürlich relativ früh aus dem Haus, Skiausrüstung ausleihen (was für ein Chaos beim Skiverleih!), Skiausrüstung irgendwie anziehen, den Skilehrer suchen… Der kleine Kaaskop fand es offenbar viel zu rummelig, ich eigentlich auch, es war total warm da drinnen und es fehlte nicht viel und wir hätten alles hingeschmissen. Ich mühte mir einen ab, als wir erstmal mit einem Ski den flachsten Hügel runterrutschen und dann wieder hochstapfen sollten, bremsen übten usw. Es war in der Sonne auch viel zu warm, ca. 10 Grad, und da machte es allein schon wegen der Schwitzerei in der warmen Skijacke einfach keinen Spaß. Erst als wir am Ende der zwei Stunden „richtig“fahren durften (und mit dem Schleppseil nach oben anstatt mühsam hochzustapfen), beschloss ich, den Kurs durchzuziehen.

auf der Piste

Der kleine Kaaskop hatte wohl auch Spaß, vor allem als Hörni, das Maskottchen der Skischule, kam und Gummibärchen verteilte.

Kaaskop auf Skiern
Der kleine Kaaskop in Aktion

Am Nachmittag war er aber offenbar etwas überfordert mit der neuen Umgebung, dem unstrukturierten Tagesablauf und wohl auch müde von der langen Fahrt am Vortag und den Eindrücken des Skikurs. Da leider kaum Schnee lag (außer auf der Piste) und man im Dorf wenig anderes machen konnte (nix Schlittenfahren, Schneemann bauen usw., schnüff), waren wir etwas planlos und gingen uns gegenseitig auf die Nerven. Wir mussten wohl erst noch richtig „ankommen“. Aber zum Glück: Tante A. und Onkel S. to the rescue! Da der kleine Kaaskop eh einen Tag Skipause machen wollte, verzichteten die beiden am Montagmorgen auch aufs Skifahren und fuhren stattdessen mit dem kleinen Kaaskop ins Schwimmbad, während der große Kaaskop mich zum Skikurs fuhr und es sich dann auf der Terrasse am Fuße der Piste gemütlich machte.

Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder rosiger aus, zumal es – hurra! – den ganzen Dienstagvormittag schneite! Wir überredeten den kleinen Kaaskop mit etwas Zwang, zum Skikurs zu gehen, und mein Kurs übte auf dem Übungshang (mit Tellerlift) Kurven fahren. Und Anstehen, bäh. Für die blutigen Anfänger wie mich gab es nur einen Tellerlift und da mussten halt alle hoch. Unglaublich, wie dreist Kinder sich vordrängeln, mit Stimulierung durch ihre Skilehrer übrigens. Manchmal kam ich kaum vorwärts, weil vorne und hinten jemand mit seinen Skiern auf meinen stand!

Schneetag

verschneite PisteSkischlangeSki im Schnee

Hörnis Skiklasse
Der in der blauen Hose ist meiner!

Nachmittags fuhren wir ins Ski-Outlet und Eis essen. Es war so frühlingshaft! Ich kam mir in meiner sportlichen Skijacke richtig dämlich vor. Aber wir waren nicht die einzigen, die in ihrer Skiausrüstung vor dem Eisladen anstanden, wie man sieht:

lekker Eis

Weil ich ein so geduldiger Mensch binDa es mich nervte, dass ich den Skilehrer quasi fürs Schlangestehen und oben auf dem Hügel auf die anderen aus meinem Kurs Warten bezahlte, und der Skilehrer kaum Anweisungen oder echte Hilfestellung gab, beschloss ich, am nächsten Tag alleine mit meiner Schwester zu üben. Das ging ganz gut, auch wenn es etwas knifflig war, den richtigen Zeitpunkt fürs Losfahren zu wählen. Ständig kamen einem ordentlich in Schlangenlinien über die Piste cruisende Skischüler oder Schuss ins Tal fahrende Fünfjährige in die Quere!

Skiklasse

Rumalbern
Ein bisschen Rumalbern muss sein!

Wir mussten aber auch furchtbar lachen über eine Gruppe Erwachsene, die offenbar dem vierten Gruppenmitglied „mal schnell“ beibringen wollten, wie man Ski fährt. Der fiel natürlich erstmal aus dem Tellerlift und als er endlich wieder stand, sah man schon von Weitem, dass er zum ersten Mal auf Skiern stand. Natürlich fing er an zu rutschen, Skipisten sind ja selten eben, und „Fuck! Fuck! Fuck!“ rufend glitt er ein Stück hügelabwärts, ehe einer seiner Freunde, der seine Skier noch nicht untergeschnallt hatte, ihn abfing. Mann! Leute gibt’s! Wie kann man jemanden, der noch nicht mal bremsen kann, mit auf den Hügel hoch nehmen und glauben, dass man ihm dort zeigt, wie man skifährt?! Eigentlich war es eher gefährlich als lustig. Als ich später mitbekam, wie einer der Freunde sich zu dem naiven Tölpel umdrehte und rief: „Sonst fahr mir doch einfach hinterher!, packte ich mich trotzdem vor Lachen fast in den Schnee. Ja nee, ist klar: nicht bremsen können, aber jemandem hinterherfahren sollen! Tsss…

Pause auf der Piste
Die beiden Kaasköppe warteten unten auf Mama.

Am Nachmittag fuhren wir mit der Gondel rauf zu „Hörnis Nest“. Der kleine Kaaskop war trotz unserer Bemühungen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, fest davon überzeugt, dass Hörni dort wohnt. dabei ist das nur der Name von dem Lokal oben auf dem Berg. Und weil es dort im Januar gebrannt hatte, war es nur eingeschränkt verfügbar. Die Gondelfahrt war sehr schön, aber oben auf dem Berg war es so furchtbar windig, dass wir lieber wieder zur Mittelstation runterfuhren und dort etwas zu Mittag aßen. Man konnte oben eh nur mit den Skiern ins Tal fahren oder einen Winterwanderweg entlangmarschieren, aber der war uns viel zu lang, und es war echt ungemütlich mit dem Wind. Die Aussicht war aber klasse!

HörnerbahnGipfelrundblickBergein der BahnMittelstationMittelstation2Ausblick aus der Bahn

Am Donnerstgavormittag regnete es in Strömen und so fuhren wir, wie alle anderen Touristen in der Region, ins Spaßbad. Nachdem wir eine Weile draußen im Regen angestanden hatten und dann noch eine Weile drinnen, konnten wir endlich rein. Der kleine Kaaskop ist ja eine richtige Wasserratte, er hatte richtig viel Spaß, obwohl er für die meisten Rutschen noch nicht alt genug war. Es gab unter anderem eine Rutsche, bei der man auf einem Gummireifen runterrutschte, und eine richtig, richtig steile. Man konnte nach draußen schwimmen, beim Kinderland gab es eine Art Piratenschiff und im Nichtschwimmerbecken mit der kleinen Familienrutsche wurde alle halbe Stunde die Wellenmaschine angemacht. Nach zwei Stunden Reizüberflutung fuhren wir wieder ins Ferienhaus zurück. Nachmittags probierten meine Schwester und ich noch den kleinen Übungshügel im Dorf aus (der war gratis mit Allgäu-Karte), aber durch den Regen hatte der Schnee die Konsistenz von „Slush“ (dieses Zerstoßenes-Eis-Getränk) und es machte total keinen Spaß.

Ausblick aus der Fewo
Ausblick aus der Ferienwohnung

Am letzten Ferientag nahm ich mit meiner Schwester zum ersten Mal den Schlepplift ganz nach oben, aber das erste Stück war so steil, dass mir das Herz im Halse klopfte. „Kurze Kurven“ sollte ich machen, sagte meine etwas erfahrenere Schwester, aber wie sich herausstellte, war meine Technik dazu nicht gut genug. Ich fiel zum ersten Mal hin! Und zwar gleich dreimal auf einem Stück von ca. 20 Metern. Ab da wurde es etwas weniger steil und klappten die Kurven. Bei der zweiten Abfahrt fiel ich nur zweimal, verlor dafür aber meinen Ski. Pff. Immerhin lobte mich meine Schwester, dass ich nicht maulig wurde, sondern sofort wieder aufstand und es nochmal versuchte. Den Rest des Vormittags fuhren wir nur noch auf der linken, kürzeren Seite des Bergs, wo der Tellerlift war. Soll ja schließlich Spaß machen! Und nächstes Jahr buche ich erstmal zwei Stunden bei einem Privatlehrer. Jetzt habe ich Lust auf mehr bekommen! Und der kleine Kaaskop sagte gestern noch, er wolle nächsten Winter wieder zu Hörni. „Dann geh ich vier Tage Ski fahren und an den anderen zwei Tagen ins Schwimmbad! Gut, Mama?“

Familie Importkaaskop

Na, schaun ‚mer mal. Jetzt will ich erstmal Frühling!

Wie sieht es denn bei euch aus: Seid ihr auch Skifans oder eher nicht? Alpin oder Langlauf, was gefällt euch besser?

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Sauerkraut mal anders: mit Huhn

Brrr, was für ein ungemütliches Wetter haben wir hier in Holland zurzeit! 5 Grad und Dauer(niesel)regen, bah! Das ist doch kein Winter!

Immerhin habe ich es endlich geschafft, mir eine neue Regenhose zu kaufen. Die braucht man hier einfach, wenn man jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt. Vor allem, wenn es so oft regnet wie jetzt! Und nachdem ich letzte Woche trotz Regenhose mit nassen Füßen, nassen Oberschenkeln und nassem Popo im Büro ankam (zum Glück habe ich dort in meiner Schublade Notfallklamotten liegen, jaja, aus Schaden wird man klug!), musste einfach eine neue her. Kostete zwar 59 Euro, aber sie hält ja lange und alle anderen Exemplare hatten keinen Reißverschluss unten am Hosenbein. Den wollte ich aber unbedingt, weil man sonst mit den Schuhen hängenbleibt beim Anziehen, und die hat man meistens schon an, wenn man merkt, dass die Regenhose sein muss. Mein neues Prachtstück hat sogar eine Zusatzlasche, die verhindert, dass die Schuhe von oben nass werden! Ich bin echt total happy-de-pappy mit dem Teil!

Anyway. Sauerkraut. Früher mochte ich das ja nicht so, aber mittlerweile bin ich Fan. Hier in Holland wird sehr viel Sauerkraut gegessen und seit ein paar Jahren geben sich die Rezeptzeitschriften vom Supermarkt Mühe, das gesunde weiße Kraut etwas hipper zu machen. Oder zumindest etwas mehr damit zu variieren. Eins meiner Lieblingsrezepte mit Sauerkraut kam vorgestern auf den Tisch im Hause Importkaaskop:

Sauerkraut mit Huhn

Man nehme für 2 Erwachsene und 2 Kinder:

  • 2 EL Öl
  • 2 Äpfel, geschält, entkernt und gewürfelt
  • 500 g Sauerkraut, abgetropft
  • 2 geräucherte Hähnchenfilets, gewürfelt*
  • 125 ml Crème fraiche
  • 550 g Kartoffelpüree**
  • 2 EL Paniermehl
  • 20 g kalte Butter, gewürfelt

Und so wird’s gemacht:

  1.  Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Äpfel 2 Minuten braten. Das Sauerkraut, Hähnchenfleisch und die Crème fraiche untermischen. Die Hitze runterdrehen und alles 3 Minuten garen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. (Ich lasse das Salz ja immer weg, das Sauerkraut ist salzig genug!)
  2. Die Sauerkrautmischung in eine Auflaufform geben. Das Kartoffelpüree gleichmäßig darüber verteilen. Mit Paniermehl bestreuen und die Butter darauf verteilen.
  3. 15 bis 20 Minuten backen, bis eine schöne braune Kruste entstanden ist.

Eet smakelijk!

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Das Foto ist ein 2-Sekunden-Werk, bevor ich mich auf meine Portion stürzte. Sieht jetzt nicht so super aus, aber es ist wirklich lecker!

Der kleine Kaaskop ist übrigens noch kein Sauerkraut-Fan (kann mir gut vorstellen, dass das Zeug für die feineren Geschmacksnerven von Kindern noch zu heftig ist), er bekommt dann Fleisch und Pü separat mit Rohkost oder, wie vorgestern, Nudelreste vom Vortag.. Verklagt mich doch! 🙂

* Ich weiß ja nicht, ob es das in Deutschland gibt, aber man kann auch normales Hähnchenfleisch nehmen, das man dann vorher halt (an)brät.

** Das gibt es hier in Holland fertig in der Kühlabteilung, aber ich mache es immer selbst. Dann nehmt ihr 250 g rohe Kartoffeln pro (erwachsene) Person.

Sauerkraut mit Lachs und Sambal Oelek

Bevor der Winter endültig vorbei ist, heute noch schnell ein winterliches Rezept. Dutch cuisine with a twist! Hach, mir läuft beim Schreiben schon wieder das Wasser im Munde zusammen! Eigentlich mag ich es gar nicht so gerne scharf, aber dieses Rezept ist wirklich lecker. Und außerdem unkompliziert und schnell.

Man nehme:

2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen (die lass ich immer weg), 3 EL Sonnenblumenöl, 2 TL Currypulver, 1 TL Sambal Oelek, 500 g Sauerkraut, 75 ml Wasser, 800 g Kartoffeln, 30 g frische Peterselie, 200 Kochsahne, 200 g geräucherter Lachs

Die Zwiebel würfeln und den Knoblauch kleinschneiden. Das Öl in einer tiefen Pfanne erhitzen und die Zwiebel 3 min anbraten. Knoblauch, Curry und Sambal Oelek dazugeben und noch 1 min braten. Das Sauerkraut und das Wasser hinzufügen und mit dem Deckel auf der Pfanne 15 min köcheln lassen.

Inzwischen die Kartoffeln in Salzwasser kochen 10-12 min kochen und abgießen. Die Peterselie kleinschneiden. Die Sahne zum Sauerkraut geben und 1 min köcheln lassen. Den Herd ausschalten, den Lachs (in Stückchen) und die Hälfte der Peterselie untermischen.

Die Kartoffeln und das Sauerkraut mit ein wenig Kochflüssigkeit auf die Teller geben und den Rest der Peterselie darüber streuen.

Eet smakelijk!

(Doch, doch, das ist wirklich lecker! Hat mir eine deutsche Freundin bestätigt! Und so sieht es aus.)

Familienurlaub in Lappland – Teil 2

So, das hat jetzt leider etwas länger gedauert, aber da wir im neuen Haus noch gaaaanz viel streichen müssen und der Umzug Ende des Monats vorbereitet werden muss, habe ich nicht eher Zeit gefunden. Irgendwann muss man ja auch mal den Abwasch machen, Haare waschen und schlafen! Jetzt aber:

Am Mittwoch haben wir eigentlich nichts besonderes gemacht, schließlich wollten wir ja auch faulenzen und einfach das Zusammensein genießen. Nach dem Frühstück zogen wir mit dem kleinen Kaaskop zur Rentierfarm, wo wir uns die Rentiere anguckten, ein bisschen rodelten (der kleine Kaaskop ist bisher kein Fan davon!) und einen ersten Schneemann-Versuch unternahmen. Leider pappte der zauberhafte Pulverschnee kein Stück!

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Zurück im Ferienhaus machten der große und der kleine Kaaskop erstmal ein schönes Feuerchen im Kamin. So hoch im Norden wird es ja schon früh dunkel, so ab 14 Uhr dämmert es schon. Oft dachten wir: „Sollen wir schon mal anfangen mit Abendessen vorbereiten? Oh, es ist ja gerade mal 4 Uhr!“

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Abends war natürlich Aufbleiben bis Mitternacht angesagt, war ja schließlich Silvester, ächz. Wir knabberten Chips, tranken ein bisschen Baileys bzw. Whiskey und spielten unser Lieblingsspiel: 6nimmt (das Hornochsen-Spiel). Ich liebe Spiele, bei denen man nicht unbedingt eine Strategie braucht, sondern einfach auch auf gut Glück mitspielen kann. Abends bin ich nämlich meistens eh zu müde, um mich wirklich zu konzentrieren. Und ich gewann sogar ab und zu mal, ha!

Über YouTube guckten wir dann noch „Der Silvesterpunsch“ mit Ekel Alfred (gegen „Dinner for one“ wurde vom großen Kaaskop Veto eingelegt, denn diesen in Holland eher unbekannten Klassiker findet er total doof). Und um Mitternacht gab’s Champagner und gingen wir kurz raus, um uns das Feuerwerk der anderen Gäste anzugucken, die ein paar Raketen im Supermarkt gekauft hatten. Eine nahm einen (windbedingten?) unerwarteten Abstecher durch einen Baum, knallte gegen das Fenster eines anderen Ferienhauses und explodierte dann in einem Schneehaufen, huch! Zum Glück nix passiert… So lob ich mir Silvester: ein paar hübsche Raketen, keine Böller und um halb eins ist alles wieder ruhig. Herrlich!

Auch am Neujahrstag bummelten wir nur ein wenig rum. Ein Spaziergang im Wald musste aber natürlich sein, denn an den verschneiten Bäumen konnten wir uns kaum sattsehen.

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Außerdem bauten wir einen zweiten Schneemann, diesmal mit Möhre!

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Immerhin, die beiden Kinder vom Nachbarhaus fanden ihn toll.

Am 2. Januar, Freitag also, stand die Rentierschlittenfahrt auf dem Programm. Bin ich froh, dass wir alle unsere Thermoanzüge angezogen hatten, obwohl es“nur“ noch -5 Grad war! Jeder bekam seinen eigenen Schlitten mit Rentier, sodass wir eine recht lange Karawane waren und oft anhalten mussten, weil eins der Rentiere ab durch die Mitte oder nicht mehr weiterlaufen wollte. Der kleine Kaaskop saß zwischen meinen Beinen, wo ich versuchte, ihn möglichst warm zu halten, was nicht gerade leicht ist, wenn das Kind seine Handschuhe nicht anziehen will und man die Leine des Rentiers in der Hand behalten muss. Beim durch den Wald zuckeln nickte der kleine Kaaskop kurz ein, was für ein Glückmoment war das, mit einem schlafenden Kind auf dem Schoß in einem Rentierschlitten durchs Winterwonderland zu fahren! Hach…

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Die Rentiere liefen übrigens gar nicht so schnell, etwas schneller als Schritttempo. Zum Glück! Ein paar Mal legten sie einen Zahn zu und dann spritzten Einem die Schneeklumpen nur so ins Gesicht, brr! Zwischendurch machten wir ein paar Pausen, zum Rentiere füttern, Fotos machen und natürlich Kaffee trinken und Würstchen essen (und Füße auftauen).

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Am letzten Ferientag machte der große Kaaskop noch eine Husky-Schlittenfahrt, aber davon habe ich leider keine Fotos, weil ich ja nicht mit war und es schon dunkelte, als sie um 16 Uhr losfuhren. Dafür habe ich noch ein paar Fotos vom Langlaufen anzubieten, damit hatten meine Schwester und ich nämlich den Vormittag verbracht, während Onkel S. Ski lief und der große Kaaskop und die Oma den kleinen Kaaskop bespaßten. Es machte mir mal wieder viel Spaß (war erst das vierte Mal für mich), aber danach tat mit tagelang alles weh! (Guter Vorsatz fürs neue Jahr: an der Kondition arbeiten!)

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Und dann mussten wir auch schon wieder den Koffer packen für die Rückreise! Die verlief etwas relaxter als die Hinreise, weil wir nicht mitten in der Nacht zum Flughafen mussten und alle etwas ausgeschlafener und somit geduldiger waren.

Ja, und jetzt hat der Alltag uns wieder.. Naja, nicht ganz, denn es ist zurzeit etwas rummelig bei uns, weil wir ja Ende des Monats umziehen. Am Montag haben wir zum Beispiel geguckt, wie weit die Handwerker sind, am Mittwoch haben wir uns eine Grundschule für den kleinen Kaaskop angeguckt (weil die oft Wartelisten haben und er in einem Jahr schon 4 wird und dann in die Schule kommt), dieses Wochenende haben wir ganz viel geschliffen, gestrichen und gestresst… naja, es wird schon alles gut gehen. Demnächst kommen auch ein paar Fotos vom neuen Haus, versprochen!

Familienurlaub in Lappland – Teil 1

Jaaa, wir sind im Winterwonderland!!!

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Die Anreise verlief nicht ganz ohne Problemchen. Es fing schon am Vorabend an: als wir endlich auch die letzten Sachen eingepackt hatten, stellten wir die Koffer zur Sicherheit noch kurz auf die Waage. Ups, der größte wog: 32,2! Und wir durften doch nur 20kg pro Person mitnehmen… Also musste etwas wieder rausgepackt werden. Der Whiskey und Sekt für Silvester flogen als erstes raus. Dann das zweite Paar Stiefel und weitere Sachen. Immer noch zu schwer, wie konnte das denn sein?? Als ich mich auf die Waage stellte, um zu kontrollieren, ob die überhaupt stimmt, stellten wir fest, dass die auf Pfund eingestellt war! Argh! Ich wusste gar nicht, dass das geht. Also alles wieder rein in die Koffer…. Ach, da hat man zumindest eine schöne Anekdote zu erzählen!

Der Anreisetag war natürlich anstrengend: wir wurden um 3 Uhr morgens vom Taxi abgeholt und nach Schiphol Airport gebracht, wo unser Flugzeug um 6 Uhr abfliegen sollte. Der kleine Kaaskop wollte natürlich nicht aus dem Bett geholt und angezogen werden und brüllte erstmal ordentlich. Dass er im Taxi auf meinem Schoß sitzen durfte, weil das vorbestellte Taxi trotz Hinweis unsererseits keinen Kindersitz hatte, versöhnte ihn zum Glück etwas. Leider verzögerte sich der Abflug wegen Problemen mit dem Gepäcktransportsystem um eine halbe Stunde, aber dafür pennte der kleine Kaaskop während der Fahrt zur Startbahn ein und verschlief die erste Stunde des Flugs.

Der Schlitten ist eingecheckt.
Der Schlitten ist eingecheckt.

Als er wieder wach war, verbrachte er die meiste Zeit damit, zwischen seinem Platz bei mir und dem großen Kaaskop und den Plätzen von Onkel S., Tante A. und Oma hin und her zu laufen. In Rovaniemi angekommen, wartete schon der Bus, der uns in knapp 2 Stunden nach Pan Village Oulanka bringen sollte. Was war ich froh, als wir endlich da waren, denn der kleine Kaaskop weigerte sich zu schlafen, obwohl er eindeutig müde war, wie wir alle. Leider mussten wir vom Bus sofort zum gemeinsamen Info-Meeting für alle neuen Gäste. Davon habe ich dann auch nur die Hälfte mitgekriegt, weil ich mit dem kleinen Kaaskop raus ging, um die Beine zu vertreten, es ging nicht anders. Und dann konnten wir endlich in unser Ferienhaus! Wirklich toppie! Geräumig, gemütlich eingerichtet und gut ausgestattet. Die Privat-Sauna haben wir abends gleich ausprobiert, herrlich!

Erstmal mussten wir aber einkaufen und unsere Thermoanzüge bei der benachbarten Rentierfarm abholen. Die war zwar nur 300m entfernt, aber bei -21 Grad muss man auch für so einen kurzen Weg die volle Wintermontur anziehen. Und dazu hatte der kleine Kaaskop ab-so-lut keinen Bock! Mit viel Mühe konnte ich ihn in seinen Schneeanzug wrestlen und dann habe ich am Ende das wie am Spieß brüllende Kind bis zum Zielgebäude getragen, denn auf dem Schlitten sitzen wollte er auch nicht. Puh, was für eine Tortur nach einer Nacht mit nur 4 Stunden Schlaf! Und am blödesten war: es wäre gar nicht nötig gewesen, ihn mitzuschleppen. Denn der Kinder-Schneeanzug, den der große Kaaskop von einem mit einer Finnin verheirateten Kollegen bekommen hatte, und auch die gefütterten Kinder-Fäustlinge von H&M waren perfekt, und die Stiefelchen durften wir unanprobiert mitnehmen (und ggfs. umtauschen). Während wir Großen unsere Anzüge und Stiefel anprobierten, flitzte der kleine Kaaskop fröhlich in seiner Thermounterwäsche im Lager rum und als wir wieder ins Ferienhaus zurückwollten, wollte er natürlich nicht mit und das Spielchen begann von Neuem. Pfff. Aber er war halt einfach total erledigt und wenn man noch leicht verrotzt ist, tut die Kälte halt in der Nase weh (nicht jeder mag das Gefühl von gefrierenden Nasenhärchen).

Auch am nächsten Tag weigerte sich der kleine Kaaskop, die Nase vor die Tür zu stecken. Nachdem wir vormittags drinnen rumgefaulenzt hatten, schafften wir es am Ende doch, ihn kurz nach draußen zu locken. Zum Aanbeißen sah er in seiner buntgeringelten Skihose und der Zipfelmütze aus!

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Leider war es ihm nach 2 Minuten doch wieder zu kalt und er guckte uns von drinnen beim Rumalbern und Schlittenfahren zu.

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Für den Nachmittag war eine Schneemobilfahrt geplant, aber obwohl es einen geschlossenen, beheizten Anhänger für Kinder gab, beschlossen wir, den kleinen Kaaskop nicht mitzunehmen. Die Oma blieb auch im Ferienhaus, hatte sich aber wohl im Flugzeug was eingefangen und lag so krank im Bett, dass ich auch zuhause bleiben musste, um unsere kleine Frierhippe zu entertainen. Immerhin hatte ich ja schon vor 3 Jahren in unserem ersten Lappland-Urlaub (ohne Kind) so eine Fahrt gemacht und ich tröstete mich mit dem Gedanken, dass ich auch gar keine Lust auf das Gedröhn der Motoren und den Dieselgeruch hatte. (Typisch holländisch: da wir ja für 5 bzw. 6 Personen bezahlt hatten und nur 3 von uns mitfuhren, bestand der große Kaaskop bei der Pause darauf, dass sie jeder 2 Donuts bekamen anstatt nur einem pro Kopf…)

Als die anderen wieder da waren, machte der große Kaaskop erstmal ein ordentliches Feuer im Kamin dann gab es Abendessen und war es Schlafenszeit für den kleinen Kaaskop. Weil es keine richtigen Doppelbetten gibt, bauten wir das Schlafzimmer ein wenig um, damit der kleine Nichtdurchschläfer trotzdem zwischen Mama und Papa schlafen kann.

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Vorher
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Nachher

Der große Kaaskop und ich gingen kurz in die Sauna und bekamen als Betthupferl noch etwas zu lachen: einer der anderen beiden hatte den in einer kleinen Plastikflasche mitgebrachten Whiskey als Limonadensirup angesehen und damit Limonade gemacht…. Der Satz: „Ist das eigentlich Birne oder Apfel?“ wird bei uns noch lange für Gelächter sorgen!

Heute, also am Dienstag, machten Tante A., Onkel S. und ich nach dem Frühstück einen Spaziergang ins 3 km entfernte Ski-Dorf. Keine Ahnung, wie die Kartenmacher auf 3 km kamen, wir sind überzeugt, dass es viel weiter ist! Zum Glück war der Schnee auf dem Weg ziemlich plattgefahren und war es heute nur noch -7 Grad. Die Aussicht entschädigte jedenfalls für die Strapazen, auch wenn es bewölkt war!

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Allein für den Rückweg brauchten wir 45 Minuten. Die Schneestiefel und Anzüge sind recht schwer und da Tante A. und mir die Beine schwer wurden, griff ich in die Mutti-Trickkiste und machte ein Spiel draus: ein gefrorener Schneeklumpen war unser Fußball und dann hieß es, den ganzen Weg Schneeklumpen kicken und dazu alberne Sportkommentatoren-Kommentare von sich zu geben. Zum Glück ist auf finnischen Wegen ja nicht viel los und hörte und sah uns niemand!

Als wir endlich die ersten Häuser unseres kleinen Feriendorfs sahen, ließ ich mich zum Abschluss noch theatralisch dankbar auf die Knie sacken. Viel Zeit zum Verschnaufen hatten wir aber nicht, denn nur eine Dreiviertelstunde später stand das Taxi vor der Tür, das uns zum Supermarkt im 13km entfernten Salla bringen sollte. Wir hatten nämlich gedacht, dass der 8 Euro teure Pendelbus jeden Tag oder zumindest mehrmals fahren würde, doch er fuhr nur einmal wöchtenlich und so hatten wir am Sonntag nicht genug Essen für die ganze Woche eingekauft. 60 Euro Fahrtkosten zum Supermarkt und zurück, das muss uns erstmal einer nachmachen! Naja, wir machten einen Familienausflug daraus und sahen das Ganze locker.

Einkaufen ist in Finnland übrigens auch eine Herausforderung, wenn man kein Finnisch spricht! Beim ersten Einkauf stand ja noch überall auch die schwedische Bezeichnung auf den Produkten und das können meine Schwester und ich. Aber bei diesem größern Supermarkt stand überall nur Finnisch. Jetzt braucht man zwar nicht unbedingt wissen, was „Zucchini“ auf Finnisch heißt, um eine in den Einkaufswagen zu legen, aber man musste das Gemüse selbst abwiegen und es standen keine Bilder auf den Tasten der Waage! Sehr frustrierend, wenn dann die Anzahl der Schilder und die Anzahl der Gemüsefächer darunter nicht miteinander übereinstimmen… Nach dem ersten Einkauf hatte einer von uns übrigens auch aus Versehen die Marmelade eingefroren, weil die in ihrem Plastikbecher wie Himbeereis aussah, hihi!

Zum Abendessen gab es oberleckeren frischen Lachs – man gönnt sich ja sonst nichts! Für morgen ist Schneemannbauen und Schlittenfahren geplant und die Sonne soll auch endlich rauskommen, heißt es. Da der große Kaaskop es geschafft hat, den kleinen Kaaskop ohne Gemaule mit nach draußen zu kriegen, als wir anderen „spazieren“ waren, bin ich guter Hoffnung, dass der morgen auch mit rauskommt. Er war jedenfalls Feuer und Flamme, als ich sagte, wir würden dem Schneemann dann eine richtige Möhre als Nase ins Gesicht stecken, wie bei „Jan und Julia in den Bergen“.

So, und jetzt werde ich noch kurz rausgehen, heute ist die  Wahrscheinlichkeit auf Nordlicht nämlich ganz gut! Hyvää yötä! (Gute Nacht)

 

Wintersport – wie echte Holländer

Obwohl ich Winter, Schnee und Schlitten- oder Schlittschuhfahren mag, habe ich noch nie Ski gefahren. Außer Langlauf. Ganze 3 Mal. Als ich schon über 30 war. Dass halb Holland im Winter zum Skifahren nach Deutschland oder Österreich fährt, hat mich daher erstaunt, als mir vor ein paar Jahren klar wurde, wie eingebürgert das hier in Holland ist. Sogar die Schulferien sind darauf eingestellt: im Februar gibt es Winterferien.

Ich fürchte, ich habe mich angesteckt! Ich will auch Wintersporturlaub machen! Jetzt, wo B. gut laufen kann, können wir das ja mal in Angriff nehmen, oder? Nicht wirklich Ski-Urlaub, denn ich kann ja gar nicht Skifahren, aber irgendwo Urlaubmachen, wo Schnee liegt und man Schlittenfahren und Schneemännerbauen kann, wär schon toll. Findet A. zum Glück auch, obwohl der ja wegen seiner Knieprothese nicht mal Langlaufen kann. Wir haben nur das gleiche Problem wie bei der Umzugsfrage : wir wissen nicht, wohin!

In die klassischen Skigebiete in Österreich etc. wollen wir nicht, das ist zu weit für eine Woche mit Kleinkind. Fliegen wollen wir nicht. Aber wo liegt eigentlich Anfang Februar mit Sicherheit Schnee? Viel später können wir nicht weg, denn dann sind Winterferien (sprich: teurer, Kollegen im Urlaub) und muss ich zum alljährlichen 2-tägigen Firmentreffen nach Lille. Es sollte auch kein Hotel sein (Hotel mit Kleinkind ist doof), kinderfreundlich, mit Wald in der Nähe (kein Scherz: ich vermisse die Bäume…), nicht allzu weit weg (lange Autofahrten mit Kleinkind sind auch doof) und nicht direkt neben den Pisten (das ist mir zu wuselig). Im Reisebüro um die Ecke gab es nur magere 2 Kataloge für Winterurlaub in Deutschland, und da war nicht wirklich was passendes dabei. Grummel.

Willingen und Winterberg scheinen sehr gut für Familien geeignet zu sein. Hm, da werden A. und ich uns wohl heute an unserem fernsehfreien Abend (den planen wir regelmäßig ein, denn sonst hat man sich bald gar nichts mehr zu sagen) gemeinsam vor den Laptop hocken und gucken, ob wir so kurzfristig noch was finden können.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! Groetjes, Kristine