Besinnliche Momente

Letzte Woche Donnerstag wachte ich mit Halsschmerzen auf und dann lief auch noch die Nachtwindel des neben mir liegenden kleinen Kaaskop über und durchnässte meinen Pyjamaärmel. Ich scheuchte den kleinen Kaaskop also ins Badezimmer und schlurfte maulig hinterher. Während er sich umzog, ließ ich voller Selbstmitleid meinen Kopf in die Hände sinken. Der kleine Kaaskop vergaß seine eigene schlechte Laune wegen des aus-dem-Bett-gejagt-werdens und fragte besorgt, wo ich Aua hätte. „Im Hals. Und im Kopf“, antwortete ich. Er fing an zu strahlen und rief: „Dafür hast du Bonbons! Ich hol sie dir, Mama!“ Und schon sauste er nach unten, um die Ricola zu holen, die er am Tag davor in meinem Rucksack gefunden hatte. Der Süße! Miese Laune verschwunden. Was maul ich auch immer so schnell rum, ich hab doch soviel, wofür ich dankbar sein sollte.*
Am Abend machte ich mich ans Weihnachtskartenschreiben.
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Anders als bei den Verwandten und Bekannten schreiben dergroße Kaaskop und ich in die Karten für gute Freunde und die engere Familie eine persönliche Botschaft, meistens etwas Lustiges über das vergangene Jahr. Wegen meines Besinnungsmoments im Badezimmer habe ich die Karten dieses Jahr dazu genutzt, „Danke“ zu sagen. Dafür, dass meine Mutter und Schwester und Schwager immer für uns da sind und uns Zeit zu Zweit ermöglichen. Dafür, dass es bei alten Freunden nichts ausmacht, wenn wir uns ein Jahr lang nicht gesehen haben – es ist trotzdem immer schön und vertraut mit ihnen. Ich hatte einfach das Bedürfnis, das mal aufzuschreiben. Man spricht so etwas ja leider doch aus irgendeinem Grund selten aus. Schade eigentlich! Meine Mutter war jedenfalls sichtlich gerührt, als sie die Karte las. Da wir uns nämlich sowieso an dem Wochenende sahen, hab ich mir das Porto gespart – gut eingebürgert bei den sparsamen Holländern, wie ich bin -und die Karte persönlich überreicht. Und zufällig gab es gerade an diesem Wochenende auch etwas dieser Zeit zu zweit für mich und den großen Kaaskop, für die ich mich in der Karte bedankt hatte: ein Tag auf dem Kölner Weihnachtsmarkt. Es war herrlich! Alles klappte, wir hatten beide total gute Laune und ich fühlte mich ausnahmsweise mal nicht gehetzt, schnell wieder zum kleinen Kaaskop zurückzumüssen. Ich liebe Weihnachtsmärkte! So sehr, dass ich zu meiner eigenen Überraschung dem Vorschlag meiner Schwiegermutter, mit ihr eine Busreise auf den Weihnachtsmarkt in Münster zu machen, zustimmte. Sie liebt gezelligheid. Und gezellig war es, obwohl ich da so meine Befürchtungen hatte. Münster ist auch wirklich schön! Die Fotos sind aber alle von Köln:
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* Ja sorry für diesen Kitsch, ist ja sonst nicht so meins, aber es überkam mich einfach. Vielleicht liegt’s an Weihnachten…

 

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Von Äpfeln, Aubergine und der Überwindung eines Traumas

Gestern haben wir mal wieder Bilderbuchfamilie gespielt. Ich hatte irgendwo gelesen, dass am 26. September landesweiter Äpfelpflücktag ist und man dann bei verschiedenen Apfelplantagen gratis Äpfel pflücken kann. Und weil ich ganz im Sinne von „Collect memories, not things“ immer darauf aus bin, dem kleinen Kaaskop schöne Kindheitserinnerungen zu besorgen, mussten wir dort natürlich mitmachen.

Das Wetter war traumhaft spätsommerlich und der kleine Kaaskop hatte durchaus Lust, Äpfel zu pflücken. Er fragte bei jeder Kurve: „Wo sind denn die Äpfel?!“ Zum Glück dauerte die Fahrt nicht lange. Bei dem Hof, den wir uns aus der Liste der teilnehmenden Obstplantagen ausgesucht hatten, war viel los, aber da alles super organisiert war, machte das nichts. Gleich beim Eingang stand neben einer großen Kiste Äpfel eine Art Info-Stand, wo man erfahren konnte, was es alles zu tun gab. Außer Äpfelpflücken konnte man für 1 Euro Cupcakes verzieren, man konnte gratis Blumen pflücken, der Hofladen hatte natürlich geöffnet, für die Kinder gab es einen Streichelzoo, Sandkasten und Minirutsche und Wippe, ein Imker erklärte an seinem Honig-Stand sein Fach…. kurz gesagt: für jeden was dabei!

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Wir wollten aber erst einmal Äpfel pflücken! Für 1 Euro pro Person konnte man sich mit dem (das musste ich jetzt erst im Wörterbuch nachschlagen) Planwagen zu den Apfelbäumen bringen lassen, anstatt 10 Minuten zu Fuß zu gehen. Weil der richtige Planwagen aber schon voll war, fuhren wir im Viehtransporter mit. Bequem mit Heuballen zum Sitzen ausgestattet, gezellig!

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Bei der Apfelplantage wurde uns kurz gezeigt, wie man den Apfel pflückt (mit der Hand umschließen und nach oben wegdrehen, bis der Stiel vom Zweig abbricht) und dann durften wir losziehen und uns die schönsten Exemplare aussuchen. Es gab u.a. Elstar, Cox, Goudreinette und auch Conference-Birnen. Die neue Sorte rote (!) Golden Delicious hätte ich gerne mal probiert, aber die waren leider noch nicht reif. Der große Kaaskop ist Goudereinette-Fan (obwohl diese Sorte eher zum Backen und Musen geeignet ist) und ich mag Elstar gerne, also konzentrierten wir uns auf diese beiden. Und auf das Genießen der tollen Farben, der Herbstsonne, der Familienzeit und des Apfeldufts in der Luft!

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Und ja, ich war auch dabei, diesmal hab ich sogar Beweise! (Steh ja sonst nie auf den Fotos..)

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Wir pflückten auch ein paar Blumen auf dem Feld, aber da war fast nur noch Unkraut übrig. Der kleine Kaaskop fand es trotzdem toll, zwischen den hohen Blumen durchzulaufen!

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Mit ein paar Blümelein und 1,5 kg Äpfeln warteten wir auf den Wagen, und dieses Mal hatten wir mehr Glück und erwischten sogar den richtigen Planwagen. Mit Logenplatz für den kleinen Kaaskop, der übrigens einen der selbst gepflückten Äpfel gleich verputzte, wie ihr seht.

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Danach gab es noch eine riesige Waffel für ihn, einen HotDog für mich und einen Blaarkop-Burger (so heißt die Schafrasse des Hofs) für den großen Kaaskop. Während der kleine Kaaskop noch ein bisschen in der Herbstsonne spielte, tat ich im Hofladen mein Bestes, nicht zu viele der tollen aber teuren Dinge dort zu kaufen. Am Ende entschied ich mir für Brombeermarmelade, Apfel-Flieder-Saft und einen Kürbis, der Montag zu Suppe verarbeitet wird. Und dann ging es schnell zurück nach Hause, denn Opa kam zum Babysitten. Der große Kaaskop und ich gingen endlich, endlich mal wieder zu zweit auswärts essen! Und es war perfekt: der Bus hielt quasi vor der Tür, die Atmosphäre war schön, das Essen sehr lecker (falls es jemanden interessiert: ich hatte ein Blätterteig-Tartelette mit Ziegenkäse, Feigen, Rukola, Walnüssen und Honig, gefolgt von Melanzane Parmigiana (=Aubergine) und als Nachtisch Cheesecake mit frischen Erdbeeren. Uff!), das Personal sehr freundlich und die Unterhaltung sehr entspannt. Und Opa hat auch genossen: der kleine Kaaskop war superlieb, wollte beim Nachtisch auf seinem Schoß sitzen und hat beim Einschlafen halt Opas Hand gehalten anstatt Mamas. Awww!

Am Sonntag fuhren wir relativ spontan zu Ikea. Bei einem unerlaubten Kissenwurf war Anfang der Woche eine kleine Tischlampe zu Bruch gegangen und wir brauchten eine neue. Außerdem wollte ich noch nach ein paar anderen Dingen schauen. Als ich am Vortag vorgeschlagen hatte, am Sonntag zu Ikea zu fahren, hatte der kleine Kaaskopgerufen: „Jaaaa! Ikea!!….Aber ich will nicht ins Kinderland!!“ Er hatte nämlich offenbar immer noch ein kleines Trauma von seinem ersten Mal dort. Der Arme! Wir versicherten ihm, dass er da nicht hin müsse und stellten uns darauf ein, dass er mit uns mitgehen würde. Doch als ich im Auto fragte, ob er da nicht vielleicht doch hinwolle, sagte er zwar erst „nein“, aber 2 Minuten später wollte er plötzlich doch hin. Er wurde zusehends begeisterter vor Vorfreude und erklärte, er werde auch nicht weinen, wenn er abgeholt werden will. Und siehe da: er wollte immer noch ins Smaland-Kinderland, als wir dort vor der Tür standen! Damit hatte ich total nicht gerechnet! Ich versicherte ihm ungefragt, dass wir ihn sofort holen kommen, wenn er nicht mehr da bleiben will und sagte, er solle einfach am Tisch etwas malen gehen, wenn ihm die anderen Kinder zu wild sind, und wenn er zu uns will, solle er einfach zu der netten Frau dort sagen, dass sie uns anrufen soll. Und so kam es, dass der große Kaaskop und ich in aller Ruhe durch Ikea schlendern konnten. Erst 2 Minuten, bevor wir den kleinen Kaaskop sowieso hätten abholen müssen (länger als 45 Minuten dürfen die Kinder da nicht bleiben), wurden wir angerufen, dass er abgeholt werden will. Ich war echt superstolz auf den kleinen Kaaskop! Und das hab ich ihm natürlich auch gesagt. Er war selber auch ganz stolz und will demnächst wieder ins Smaland-Kinderland. Aber gerne doch, mein Schatz! Hihi!

Ausflug auf den Kölner Weihnachtsmarkt

Vielleicht wusstet ihr es noch nicht, aber hier in Holland gibt es keine anständigen Weihnachtsmärkte. Es sei denn, man ist mit mit rotem Wachstuch verkleideten Marktständen, an denen ganz normale Produkte wie Salami, Töpfe, Billigparfüm etc. verkauft werden, zufrieden. Bin ich aber nicht! Ich liebe deutsche Weihnachtsmärkte!

Seit ich in Köln studiert und dort A. an das Phänomen Weihnachtsmarkt herangeführt habe, ist ein Besuch der Kölner Weihnachtsmärkte jedes Jahr ein Muss. Normalerweise gucken wir uns den am Dom, Neumarkt, Heumarkt und Alter Markt an, manchmal auch noch den am Schokoladenmuseum. Da gab es mal einen tollen Mittelalterlichen Weihnachtsmarkt, dieses Jahr „nur“ Hafenweihnachtsmarkt, das interessierte uns nicht so. Aber da wir diesmal nur einen Tag hatten, erst gegen Mittag in Köln waren und erst bei der Mayerschen (Buchhandlung) Großeinkauf machen und dann beim Maredo essen wollten, mussten wir dieses Jahr Abstriche machen. Wegen Misskommunikation konnten wir unseren kleinen Schlingel nämlich nicht zu meiner Mutter in Wuppertal bringen, sondern mussten wir ihn am Freitagabend zu Opa und Oma in Nordholland fahren, abends zurück nach Hause und am nächsten Morgen erst los Richtung Köln. Unterwegs gabelten wir noch mein Schwesterherz und ihren Freund auf und gegen 12 waren wir dann in Köln Waidmarkt an unserem Hotel, dem Motel One angekommen.

Seit unserem ersten Motel-One-Besuch in Hamburg letztes Jahr sind wir Fan von dieser Kette. Alles schick und neu eingerichtet, sauber, gute Betten und nicht so ein lächerlich teures Frühstück (nur 7,50 € und trotzdem super!).

Als erstes war wie gesagt Großeinkauf bei der Buchhandlung angesagt. Ich will die deutschen Kinderbücher für B. nämlich nicht im Internet bestellen, komme ja aber nicht so oft in deutsche Buchhandlungen. Während A. und mein Schwager im Café in Reiseführern schmökerten, war ich eine Etage tiefer im Paradies! Am liebsten hätte ich noch viel mehr gekauft, aber für viele der tollen Bücher ist B. ja noch zu klein, und überhaupt: nicht übertreiben! Doe maar gewoon, dan doe je al gek genoeg. Trotzdem musste ich an der Kasse 89 Euro blechen… Aber dafür hatte ich ja meine große Tüte voller toller Bücher!

Danach schlugen wir noch beim DM zu (Drogerieprodukte sind in Holland teurer als in good old Germany), wo wir u.a. einen Strickpulli für B. mit Rentiermotiv fanden. Kurz die „Beute“ im Hotel droppen, beim Maredo lecker Steak essen (auch das ist Tradition bei uns) und dann endlich zum Weihnachtsmarkt!

Erst kurz zu dem am Dom, weil da der Bernsteinschmuckstand stand:

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Dann zu A.’s Freude endlich den ersten Glühwein!

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Leider schmeckte dieser nicht so klasse. Aber dieses Schild brachte mich wieder zum Lachen:

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Den Rest von diesem Weihnachtsmarkt schenkten wir uns, denn der Heinzelmännchenmarkt auf dem Alter Markt (nein, der in Köln wird nicht konjugiert) ist viel toller. Da gibt auch leckere Bratäpfel, ebenfalls ein persönliches Muss!

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Über den Heumarkt ging es danach endlich zu meinem Lieblingsweihnachtsmarkt: den Engelchenmarkt auf dem Neumarkt! Er ist recht klein, aber wegen der Bäume und der Atmosphäre wirklich der schönste:

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Außerdem gibt’s da einen meiner Lieblingsstände:

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Alle Ausstechförmchen, die man sich nur wünschen kann. Dieses Jahr nahm ich ein kleines Auto, einen cupcake-freundlichen Tannenbaum und ein Rentier. Zwischendurch gab es eine Bratwurst,

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eine belgische Waffel mit heißen Kirschen und Sahne, und noch mehr Glühwein. Diesmal leckeren! Nachdem Schwester- und Schwagerherz sich um 19Uhr auf den Weg zum Bahnhof gemacht und A. und ich noch einen weiteren Glühwein getrunken hatten, fing es gegen halb neun an zu regnen und machten auch wir uns völlig k.o. auf den Weg ins Hotel, wo wir erschöpft ins Bett fielen.

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Schön war’s! Und es hat sich gelohnt:

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Nächstes Jahr gehen wir wieder hin!

10 Jahre K. und A.! (Teil 2: Alkmaar)

Wie gesagt gönnten A. und ich uns ein weekendje-weg zu zweit, um unser 10-Jähriges zu feiern. Nach unserem Shopping-Tag in Haarlem überlegten wir am nächsten Tag beim Frühstück im Hotel, wie wir unseren Sonntag gestalten wollten. Die Geschäfte haben zwar auch in Haarlem sonntags auf, aber erst ab 12, und Frühstück gab’s nur bis 10. Zum Glück war die Dusche seeehr erfrischend und konnten wir es sowieso ruhig angehen lassen. Keine Fremdbestimmung an unserem Zeit-zu-zweit-Tag!

Am Frühstücksbuffet gab’s nichts zu meckern, außer vielleicht, dass man sein Rührei und den Speck selbst braten musste – aber das machte mein mir angetrauter Göttergatte für mich. *grins* Zwischen dem zweiten Brötchen und dem Joghurt mit Obst beschlossen wir, gleich nach dem Auschecken einfach schon mal nach Alkmaar zu fahren. Da mussten wir später auf der Fahrt zu A.’s Eltern sowieso vorbei und haben die Läden jetzt auch sonntags ab 12 auf. Außerdem bin ich da auch schon öfters gewesen und weiß ich, dass es a) eine schöne Stadt ist und b) man da auch ganz gut shoppen kann. Und da der Vortag ja recht erfolglos gewesen war…*schnüff*… schlugen wir damit mehrere Fliegen mit einer Klappe!

Und Wunder über Wunder: in der Käsestadt wurde ich am Ende sogar fündig! Zwar wurde unsere Bummelorgie davon überschattet, dass wir den Rollkoffer mitschleppen mussten (wir wollten kein Schließfach am Bahnhof benutzen, weil wir eigentlich mit dem Regionalbus von einer anderen Haltestelle aus ins Dorf von A.’s Eltern weiterfahren wollten – nur leider war Jahrmarkt und fuhr der Bus gar nicht von dieser anderen Haltestelle aus ab, dumm gelaufen!). Außerdem blieb meine Suche nach Sneakers usw. anfangs wie am Vortag erfolglos, und als ich dann endlich ein schönes Paar von Replay entdeckte, gab’s das Modell nur in der Kinderkollektion. Ich hätte heulen können. Stattdessen wurde ich nur maulig. Es war warm, der Koffer nervte, A. war genervt, dass ich mir vom nicht-fündig-werden so die Laune verderben ließ und drängelte außerdem, welchen Bus wir denn nehmen wollten, obwohl ich ja gerade ohne Deadline shoppen wollte… Seufz!

Nachdem ich sauer (diese blöden Hormone!) alleine ins Kaufhaus Vroom&Dreesman (V&D – sowas wie der gute alte Karstadt; aber nur fast) abgerauscht war, wo ich vor lauter Verzweiflung 1 T-Shirt kaufte (wofür ich zur Strafe gefühlte 10 Minuten anstehen musste), glätteten sich die Wogen. A. hatte währenddessen weislich doch mal was zu essen gekauft, was zumindest seine Laune erheblich besserte. Ich fand eine Regenjacke, einen Pullover von The Sting…und Sneaker (von Timberland, mit 50% Rabatt!), .. alles wieder gut! Die Sneaker sind wirklich super! Zwar nicht grau, aber ein unbestimmtes Braungrau, das zu Braun und Grau passt. Außerdem haben die einen versteckten Absatz, Von außen Sneaker, von innen Wedges, sozusagen:

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Leider gingen wir aus logistischen Gründen nicht wie geplant beim Lunchroom Echt Alkmaar essen. Das fand ich sehr schade, denn da sind wir irgendwann mal durch Zufall gelandet und es war da sehr hübsch, der Kaffee war lecker und der Kuchen erst! Und alles biologisch. Und es gab Zeitschriften und eine tolle Kinderspielecke. Aber es wäre ein ziemlicher Umweg gewesen,und darauf hatten wir beide keinen Bock. Ich hatte auch gar nicht soviel Hunger, wir hatten ja ausgiebig gefrühstückt. Am Ende plumpsten wir spontan in zwei Stühle auf der Terrasse von CoffeeUnited – eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellte! A. und ich teilten uns ein Stück Carrot Cake und ich nahm noch ein Stück Lemon Drizzle dazu, weil der so schön frisch schmeckt. Ooooh, war das lecker!

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Überhaupt hat sich De Laat in den letzten Jahren zu einer guten Einkaufsmeile entwickelt, wie A. überrascht feststellte. Früher war da wohl eher tote Hose. Die Straßen um den Käsemarkt sind aber auch sehrzu empfehlen!

So gegen 15 Uhr waren wir erledigt und sehnten uns nach unserem kleinen Schlingel. Was waren wir froh, dass A.’s Vater ihn mitgenommen hatte, als er uns am Bahnhof abholte! A. ließ mir, lieb wie er ist, beim Knuddeln den Vortritt. Und dann schlossen wir den Tag mit einem Grillabend im Garten von A.’s Eltern ab (es gab Satésaus, schleck!), bevor wir mit einem nicht-schlafenden B. auf dem Rücksitz nach Hause fuhren. Unsere kleine Familie!

10 Jahre K. und A. (Teil 1: Haarlem)

Wie? Was?! Wow… Es ist tatsächlich schon zehn (!) Jahre her, dass A. und ich uns kennengelernt haben!

Vor zehn Jahren, als ich während meines Studiums in Irland war, ist er mir in einem mixed dorm in einem Youth Hostel in Galway begegnet. Da habe ich offenbar so einen guten Eindruck auf ihn gemacht (*räusper*), dass er mich, nachdem er am nächsten Tag wieder nach Hause fliegen musste, in den darauf folgenden 3 Monaten noch zweimal besucht hat. Weil ich ja noch mein Studium abschließen musste, hatten wir danach 2 Jahre eine Fernbeziehung – das hatte auch was! Zum Glück war es ja von Köln nach Utrecht nur zwei Stunden im ICE und er beteiligte sich gerne an den liebesbedingten Zugfahrtkosten seiner arme Studentenfreundin.

Zehn Jahre ist das schon her, wow! Es kommt mir nicht so lange vor (auch wenn es sich manchmal fühlt, als kennen wir uns schon ewig), aber eigentlich ist ja schon viel passiert in diesen Jahren. Zusammenziehen, zusammen ein Haus kaufen, Jobwechsel, Hochzeit, Kinderwunschbehandlung, ein Burn-out, spontane Schwangerschaft, Fehlgeburt, noch eine spontane Schwangerschaft, die Geburt unseres kleinen Schlingels, ein „schwieriger Start“ als Familie…..und jetzt stecken wir gerade wieder in einer Phase, in der alles gut läuft. *strahl*

Zur Feier des Tages brachten wir B. ein Wochenende zu Opa und Oma, um etwas Zeit zu zweit zu haben. Der Plan war lecker zu Mittag essen, shoppen und abends Steak essen in Haarlem. Wir hatten ein Zimmer im Golden Tulip Lion d’or gebucht, direkt am Bahnhofsvorplatz. Sehr pingelige Menschen hätten da bestimmt was zu Meckern gehabt (lose Leiste an der Waschtafel, ein alter Fleck im Teppich), aber so sind wir nicht. Es war normal sauber, die Betten waren okay und das Badezimmer auch. Und es war trotz Bahnhofsnähe nachts auch wirklich nicht laut, sodass wir herrlich (aus)schlafen konnten.

Weil wir ja erst B. weggebracht hatten und dann mit dem Zug nach Haarlem gefahren waren, war es schon Zeit zum Mittagessen, als wir eingecheckt hatten. Wir schlenderten durch die Einkaufsstraße und hatten Glück: wir fanden hinten im laut Aushangschild „tollsten Laden Haarlem“ De wereld van Jansje einen netten Lunchroom, in dem wir superlecker gegessen haben,

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Ich hatte ein Club Sandwich (mit Currymayonnaise – sehr zu empfehlen!), A. ein Bauernomelett. Weil so schönes Wetter war, saßen wir an einem der Tische im Hof, wo es sehr ruhig und gemütlich war. Die Kellner/innen hatten alle eine geistige Behinderung (meistens Down Syndrom) und waren sehr gewissenhaft und freundlich. Das Essen war ausschließlich biologisch und wie gesagt sehr lecker!

Nach dem Essen stöberte ich noch kurz im Laden selbst. Viele tolle ungewöhnliche Sachen, größtenteils handgearbeitet. Wie diese niedlichen Affen:

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Eigentlich wollte ich einen für B. kaufen, aber A. stimmte dagegen. Und da B. auch nicht wirklich mit Kuscheltieren spielt, habe ich das angesichts des Preises (Handarbeit halt) dann gelassen. Pöh!

Weil wir ja eigentlich nach anderen Sachen suchten, arbeiteten wir uns durch die restliche Einkaufsstraße. Zu meinem wachsenden Ärger fanden wir aber nirgendwo hübsche graue Sneaker oder eine nicht-regenjackige Regenjacke. Es passiert mir öfter, dass ich viele hübsche Sachen sehe, wenn ich gerade keine Zeit zum ausgiebigen Shoppen habe, und dass ich dann, wenn ich endlich Zeit habe, nichts von meiner bescheidenen Liste finde! So gemein! A. versuchte, mich so gut wie möglich bei Laune zu halten, aber das war eine anspruchsvolle Aufgabe (ich sag nur: monatliche Hormone…).

Bei einer Kaffeepause in einem Café an einem kleinen Platz fiel mir auf, dass man an den vorbeigehenden bzw. radelnden Leuten irgendwie doch sehen kann, dass Haarlem ein bisschen posh ist. Die teuren Fahrräder, die gewollt laid-back Outfits schicker Marken… In der „Kö“ von Haarlem, in der wir zufällig landeten, entdeckte ich einen niedlichen kleinen Laden mit lustigen Kindersachen. Das T-Shirt mit dem lustigen Aufdruck von der Ausverkauf-Stange (17Euro) hätte ich ja fast mitgenommen, aber die Brotdose, die ich im Schaufenster gesehen hatte, schreckte mich dann doch ab. 47 Euro für eine Kinderbrotdose! Ich glaub, es hackt! Schnell weg… Ich bin zwar bereit, mir ein teures Bett zu leisten, aber solche übertriebenen Preise sind auch nicht meins.

Nach der recht erfolglosen Shoppingtour ruhten wir uns kurz im Hotel aus (jaja, man wird ja auch nicht jünger!) und gingen abends Richtung Grote Markt, wo wir bei Wilma & Albert’s Steakhouse lecker Steak essen wollten. Die Einrichtung war ziemlich veraltet, aber das Steak war sehr gut! Zum Glück, denn der Rest war nicht so dolle: für das Brot vorweg, die (mittelmäßigen) Pommes und andere Beilagen musste man extra bezahlen, die Bedienung war auch nicht berauschend und die „frische“ Ananas in meinem Nachtisch war ziemlich hart/unreif. Naja. Außer dem Fleisch war zumindest der Maiskolben sehr lecker!

Nach einem kleinen Erfrischungsspaziergang beschlossen wir, noch ein Bierchen zu trinken. A. hat mal in Haarlem studiert und kannte sich da aus. Ich glaube, wir waren im Proeflokaal In den Uiver. Da war es ruhig genug, dass man sich unterhalten konnte. Normalerweise trinke ich lieber Wein, aber da es ein Bierlokal war und ich keine Lust auf Wein hatte, nahm ich ein Affligem. Das war recht schwer, daher blieb es bei dem einen. Im Wissen, dass kein Babysitter auf unsere Rückkehr wartete und wir am nächsten Tag länger als bis 6.30 Uhr schlafen konnten, nahmen wir uns endlich mal wieder die Zeit, uns wirklich zu unterhalten. Herrlich! (Worüber? Das erzähl ich ein anderes Mal.)

Weil wir aber keine langen Abende mehr gewohnt sind UND von der Shoppingtour erledigt waren, lagen wir am Ende doch schon gegen 23 Uhr im Hotelbett. Außerdem wollten wir die Gelegenheit ja nutzen und mal wieder schön lange schlafen! Gute Nacht, John-Boy!