Vorfreude auf den Urlaub

Die Sommerferien sind in Sicht! Ab 12:20 Uhr diesen Freitag hat der kleine Kaaskop 6 Wochen Sommerferien, und er kann es kaum noch erwarten. Er mault morgens (oder abends…oder morgens und abends), dass er nicht zur Schule sondern Ferien haben will, er schläft morgens länger, und irgendwie ist generell die Luft raus. Das ist mir übrigens auch bei anderen Kindern aufgefallen. Die müssen plötzlich morgens geweckt werden, sehen müde aus oder sind anhänglicher als sonst. Klarer Fall von urlaubsreif!

Urlaub haben wir aber erst in drei Wochen und der Unterschied zwischen Ferien und Urlaub ist dem kleinen Kaaskop noch nicht ganz klar. Auf Niederländisch heißt das nämlich beides „vakantie“! In der Schule ist bald „zomervakantie“, aber unsere eigene „zomervakantie“ verbringen wir dieses Jahr in Schweden und fängt wie gesagt erst drei Wochen nach Beginn der „zomervakantie“ der Schule an. Verwirrend!

Das beeinträchtigt unsere Vorfreude aber natürlich nicht! Ich bin schon dabei, den kleinen Kaaskop ganz heiß zu machen auf das Urlaubsland meiner Kindheit. Beim Abendessen bringe ich ihm schwedische Wörter bei und schwärme ich ihm vor, was wir im Schwedenurlaub alles machen werden. Und essen werden. Zimtschnecken, Zitronenmuffins, Apfelsinenmarmelade, Blaubeersuppe mit Vanilleeis, filmjölk, köttbullar, Daimeis, und und und. „Ett stort glass, tack!“ kann er schon sagen. Seeeehr wichtig! Ich habe ihm Fotos von unserem Ferienhaus gezeigt, vom örtlichen Schwimmbad und ein Video von dem Elchsafaripark, den wir besuchen wollen. Hach, ich kann es selber kaum erwarten!

Ganz besonders freut sich der kleine Kaaskop übrigens auf a) den kostenlosen Gemeinschaftspool und das örtliche Hallenbad und b) darauf, dass er im Urlaub einen Abend so lange aufbleiben darf, wie er will! Zurzeit geht er zwischen halb acht / acht Uhr ins Bett und meistens schläft er dann recht schnell ein, aber er findet das ungerecht früh und wünscht sich sehnlichst, länger aufbleiben zu dürfen. Soll ich ihm mal den Calvin & Hobbes zeigen, der mir dazu einfällt?

Calvin & Hobbes - parenting getting old

(Calvin&Hobbes, (c) Bill Waterson)

Ich persönlich freue mich – abgesehen von schwedischen Lebensmitteln – vor allem auf das Nichtsmüssen und die Natur. Hier in Holland gibt es leider wenig echte Natur und die, die da ist, muss man sich mit den vielen, vielen Einwohnern dieses kleinen Landes teilen. Nicht, dass Familie Importkaaskop gerne stundenlang in der Natur herumspaziert, das ginge schon wegen des Knies des großen Kaaskop nicht, aber ein bisschen durch den Wald streifen, ohne anderen Menschen zu begegnen oder in der Ferne die nächste Straße zu hören, wäre schon ganz nett. Und nach der frischen Luft und der Stille in der schwedischen Natur sehne ich mich auch. Hachz!

In den nächsten Wochen laufen hier jedenfalls die Urlaubsvorbereitungen. Ungefütterte Gummistiefel, eine Matschhose und ein Mückennetz kaufen, neue Bücher kaufen/ausleihen, eine Packliste schreiben, Autobingo-Karten runterladen, eine Naturschatzsuchkarte ausdrucken, für Hin- und Rückreise jeweils eine Wundertüte füllen (mit Naschkram, kleinem Spielzeug, neuen Malbüchern, usw.), Urlaubsapotheke zusammenstellen… Zum Glück muss ich mir keine Gedanken über die Ferienbetreuung machen, denn wie ich ja hier schon einmal erzählt hatte, bietet die Nachmittagsbetreuung des kleinen Kaaskop in den Schulferien ganztägige Betreuung an. Diese Ferien lautet das Thema „Raar maar waar“ (merkwürdig, aber wahr) und wird mit Treiben oder Sinken, Hell und Dunkel usw. experimentiert. Der kleine Kaaskop freut sich schon drauf.

Noch zwei Tage bis zu den Ferien, noch 23 bis zum Urlaub. Wie lange müsst ihr noch durchhalten?

Schwedenhaus
Wo wir als Kinder Urlaub gemacht haben
Sommer in Schweden
Meine Schwester, mein Vater und ich im Schwedenurlaub, irgendwann in den Achtzigern
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Bilinguale Erziehung – Meine Alternativen zur örtlichen Bücherei

Hier in Holland gibt es leider keine deutschen Kinderbücher in der örtlichen Bücherei. Dabei lese ich so gerne vor, wegen der zweisprachigen Erziehung natürlich am liebsten auf Deutsch. Und der kleine Kaaskop liebt Bücher. Neue Bücher muss ich immer ein paar Mal hintereinander vorlesen und ohne mindestens zwei Geschichten geht abends gar nichts. Ich habe mich mal bei einer Freundin darüber beklagt, dass das Insbettgehritual manchmal so lange dauert, und sie schlug vor, doch das Vorlesen auf den Nachmittag vorzuverlegen. Aber das will ich nicht. Der kleine Kaaskop ist ja unter der Woche nachmittags im Hort und hat nachmittags sowieso zuviele Hummeln im Hintern, um stillzusitzen. Das Vorlesen auf meinem Schoß abends braucht er einfach, um runterzukommen vor dem Schlafen. Und ich brauche unseren friedlichen Zusammensitzmoment auch.

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Bettgeschichten im Urlaub mit Tante A.

Das geheime Bücherversteck

Wir sind aber wie gesagt auf unsere eigene Privatbücherei angewiesen. Deshalb mache ich, wie ich ja schon öfter erzählt habe, meistens Großeinkauf im Buchladen, wenn ich in Deutschland bin. Ab und zu zaubere ich dann – schwuppdiwupp – ein neues Buch aus meinem geheimen Bücherversteck hervor. So ein geheimes Bücherversteck (an dem ich übrigens auch mal DVDs und Hörspiele verstecke) ist übrigens sehr faszinierend: der kleine Kaaskop würde nur zu gerne wissen, wo sich diese geheime Bücherquelle befindet und hat auch schon mal von sich aus gefragt, ob ich nicht wieder ein neues Buch aus meinem geheimen Bücherversteck holen könne. Das mache ich dann aber nicht, denn dieses „Fragen“ klang verdächtig nach „Quengeln“ und dem möchte ich nicht nachgeben. Weil ich aber verstehe, dass er gerne neue Geschichten hören möchte, habe ich mir etwas anderes ausgedacht:

Alternative 1: eigene Geschichten erfinden

Ich denke mir Geschichten aus. Ja, ja, ja, das ist jetzt nicht gerade spektakulär, aber ich bin bis vor einer Weile  ernsthaft nicht auf die Idee gekommen, einfach etwas zu erzählen, anstatt vorzulesen. Ist auch schwieriger, vor allem, wenn ich abends müde bin. Da kann es schon mal passieren, dass ich stocke, Sätze nochmal neu anfange oder die Handlung arg simpel oder merkwürdig ist. Aber das macht gar nichts! Der kleine Kaaskop hängt mir mit leuchtenden Augen an den Lippen, wirklich! Am liebsten bestimmt er im Voraus, wovon die Geschichte handeln soll. Sehr beliebt waren eine Weile Geschichten, die von einem kleinen Jungen, seinem Freund und dessen Schwester und den vier Eltern (beide Väter Müllmänner, beide Mütter Busfahrerinnen) handelten. Zurzeit bittet er um Geschichten mit Tieren, zum Beispiel einem Nashorn, das mit einer Giraffe befreundet ist und mit ihr Kekse bäckt.

Das Praktische an selbst ausgedachten Geschichten ist, dass ich aktuelle Ereignisse aufgreifen kann. Die beiden Müllmännersöhne haben schon so einiges ausgeheckt oder erlebt, das dem kleinen Kaaskop aus dem Reallife bekannt sein dürfte.

Alternative 2: von anderen ausleihen lassen

Meine zweite Alternative zu deutschen Kinderbüchern aus der Bücherei ist…. meine Schwester und ihre Bücherei! Wieder so etwas, wobei man denkt: „Wieso bin ich da noch nicht drauf gekommen??“ Bisher hatten wir selber Bücher mitgenommen, wenn wir bei ihr zu Besuch waren, und die paar Kinderbücher gelesen, die sie noch von früher hat. Aber seit ein paar Monaten bringt meine Schwester Kinderbücher aus ihrer örtlichen Bücherei mit, wenn sie bei uns zu Besuch kommt. Und sie holt einen ganzen Stapel Bücher für ihren Neffen, wenn wir bei ihr zu Besuch kommen. Ein paar der von ihr ausgesuchten Bücher kamen so gut an, dass der kleine Kaaskop sie beim nächsten Mal wieder lesen wollte. Zum Beispiel die Geschichten von Tatu und Patu. Oder Herrn Rumpelpumpel. Bei unserem letzten Tantenbesuch durfte der kleine Kaaskop zum ersten Mal mit in die Bücherei, das fand er total toll.

Alternative 3: das Internet

Im Internet kaufe ich Kinderbücher nur, wenn ich sie schon kenne. Ich will mir neue Bücher immer erst angucken, die Geschichte und den Schreibstil kurz überfliegen und mir das Layout angucken. Aber Filme! Die kann man ja in der Bücherei auch ausleihen, wenn man nicht gerade in Holland deutsche Kinderfilme sucht. Unsere Privatvideothek (oder heißt das jetzt Dvd-Thek?!) umfasst trotzdem nur wenige Kinderfilme, denn die findet man in der Regel ganz einfach online. YouTube is my friend, sag ich nur. Da findet man Pumuckl, Madita, Michel aus Lönneberga, Die Kinder aus dem Möwenweg, Conni, Kikaninchen, Jonalu, und und und. Mag ich viel lieber nutzen als das Kinderfilmangebot auf ARD und ZDF (andere Sender haben wir hier in Holland nicht über den normalen Anschluss), da weiß ich nie, wann was läuft und meistens läuft gerade nix, wenn der kleine Kaaskop fernsehen darf. Unsere Nachbarn haben Netflix, aber ich als Technikhinterwäldler* und Couchpotato wage mich noch nicht daran. Sonst MUSS ich demnächst auch jeden Abend Serien gucken, obwohl ich lieber sinnvollere, befriedigendere Dinge erledigen würde, und dann ärgere ich mich hinterher wieder über die vergeudete Zeit.

Aber zurück zu den Büchern: habt ihr noch Kinderbuchtipps für mich? Und wenn ihr auch im Ausland lebt, wie löst ihr das Bücherangebotproblem?

 

*Kleine Veranschaulichung: Meine Schwester whatsappte mir neulich, dass sie vergessen hat, The Great British Bakeoff zu programmieren und zur Sendezeit nicht zuhause ist. Ob ich ihr das aufnehmen könnte? Und ich so: „Hm, weiß gar nicht, ob wir noch irgendwo ein leeres Videoband haben und ob der Recorder überhaupt funktioniert…“ Und sie so: „Video?! Hahahaha! Habt ihr keinen Festplattenrecorder?!“ Und ich so: „Öh…wasn das?“

 

Wie ich ein bisschen meine Muttersprache verlerne

Es soll ja Leute geben, die behaupten, man könne seine Muttersprache nie verlernen. Aber ich glaube: doch, kann man! Zumindest teilweise.

Ich lebe nun seit fast 10 Jahren hier in Holland (hui, die Zeit rast!) und merke, dass ich öfter mal zweifle, wie man bestimmte Dinge auf Deutsch sagt. Vor allem in meinem Job als Übersetzerin ist das nicht so praktisch. Zum Glück helfen mir meine Freunde Google und der Duden dann aus der Patsche. Und manchmal frage ich übers Handy (pardon, Smartphone) einfach meine Schwester, die im Gegensatz zu mir nicht ständig von Niederländisch umgeben und beeinflusst wird. Privat sind meine kleinen Fehler ja zum Glück auch nicht so schlimm, da wird höchstens über mein verniederländischtes Deutsch gelacht.

Vor allem Präpositionen und die Fälle bereiten mir Schwierigkeiten. Bei den Präpositionen funken mir die niederländischen ähnlich klingenden aber anders benutzten dazwischen, da muss ich echt aufpassen! Beispiele: versehen mit = voorzien van; Kontakt aufnehmen zu jdm = contact opnemen met iemand. Und heißt das jetzt „das Bild an die Wand anbringen“ oder „das Bild an der Wand anbringen“?? Überhaupt gibt es zwischen Deutsch und Niederländisch viele „falsche Freunde“ und auch die Schreibweise ähnelt sich oft. „Das klingt komisch“ = „Dat klinkt raar.“ (Das niederländische „komisch“ bedeutet hingegen eher „ulkig/lustig“.)  Eine Übersetzer-Kollegin hat mir geraten, einfach viel Deutsch zu lesen, aber dazu fehlt mir leider oft die Zeit und Konzentrationsfähigkeit (Mama-Blogs zähle ich jetzt mal nicht – es geht mir um das sprachenbewusste Lesen förmlicher Texte).

Wie viele, die längere Zeit im Ausland leben, benutze ich falsche Satzkonstruktionen und 1-zu-1 übersetzte Ausdrücke, ich verwechsle Präpositionen (siehe oben), erinnere mich manchmal nur mit Mühe an bestimmte deutsche Wörter und benutze falsche Wörter oder Schreibweisen. Ein paar Beispiele wären: „Mein Zug viel aus.“ (Mijn trein viel uit.), „in der Pfanne backen“ (das niederländische „bakken“ kann sowohl „backen“ als auch „braten“ heißen; und een pan kann eine Pfanne oder aber ein Topf sein), „die kleine Babykatze“ (auf Niederländisch tatsächlich babykat, aber auf Deutsch eher: Katzenbaby), „wir gehen gleich essen“ (anstatt „wir essen gleich“, denn die englische going-to-future gibt es auch im Niederländischen). Außerdem fragte ich mich mal ernsthaft, warum die Rechtschreibkontrolle von Word über „aktief“ stolperte…

Wie ich hier schon einmal schrieb, bereiten mir außerdem Wörter und Ausdrücke aus Themengebieten Schwierigkeiten, mit denen ich vor meinem Umzug ins Tulpenland noch nicht direkt zu tun hatte. Zum Beispiel Hypotheken, Schwangerschaft und Geburt usw. Dass der kleine Kaaskop zweisprachig erzogen wird, ist auch für mich ein Segen. Mir ist nämlich aufgefallen, dass mein Deutsch weniger schnell und weniger stark nachlässt, seit ich jeden Tag mit dem kleinen Kaaskop Deutsch rede und lese! Bevor es ihn gab, hatte ich bei Telefongesprächen mit der Heimat oder Heimatbesuchen mehr Umstellungsschwierigkeiten als jetzt. Zwar höre ich in seinem Deutsch einen niederländischen Akzent, aber stark ist der nicht, und angeblich habe ich mittlerweile auch einen. Selbst höre ich den aber nicht.

Ganz verlernen werde ich meine Muttersprache also dank Kind und Übersetzer-Job wohl nicht. Ohne es recherchiert zu haben, behaupte ich einfach mal, dass man sowieso eher seinen aktiven Wortschatz verliert als seinen passiven. Ich erinnere mich von den Schwedenurlauben in meiner Kindheit an die Nachbarin unserer Ferienhausvermieter, die als junge Frau aus der DDR geflüchtet war und mittlerweile wirklich kein Deutsch mehr kann. Verstehen tut sie es noch ein bisschen, aber mehr auch nicht. Und das Verlernen bzw. Vergessen kann wirklich schnell gehen! Da reicht ein Jahr schon aus, wie ich auch an meiner Schwester gemerkt habe. Die erinnerte sich kurz nach ihrem Au-Pair-Jahr nur noch mit viel Mühe an das eher selten aktiv benutzte Wort „Stromausfall“.

Wer von euch war schon einmal längere Zeit im Ausland und kennt dieses Phänomen? Und habt ihr in meinem Blog Ausdrücke entdeckt, die man so gar nicht benutzt im Deutschen?

(Wen das Thema interessiert, hier gibt es was zum Weiterlesen:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_wissen/article134526935/Gehirn-verlernt-Muttersprache-nicht.html

http://kids.t-online.de/kann-man-seine-muttersprache-verlernen-/id_19237590/index

http://blog.supertext.ch/2014/06/kann-man-seine-muttersprache-verlernen/ )

Julitag am Meer

Auch hier in Holland ist neulich endlich der Hochsommer eingezogen. Und genau deswegen hatte ich in der letzten Zeit selten Bock auf Blog. Ich bin kein Fan von Temperaturen über 25 Grad, denn ich vertrage Hitze nicht so gut. Der kleine Kaaskop schlief bei diesen tropischen Temperaturen auch immer erst recht spät (wer nicht?), sodass ich erst spät „Feierabend“ hatte. Und dann war die Luft einfach raus. Kennt ihr sicher.

Zur großen Enttäuschung meiner Schwiegermutter haben wir letzten Samstag dann auch noch den geplanten gemeinsamen Tag am Meer abgesagt, weil wir es uns nicht antun wollten, eine gute Stunde im heißen Auto zu sitzen, um zu ihr nach Nord-Holland zu fahren (gegen diese Hitze kam sogar die Klimaanlage im Auto nicht an). Bei den vorhergesagten 33 Grad wär es mir außerdem am Strand sicher zu heiß gewesen (und dem kleinen Kaaskop auch). Stattdessen sind wir in ein klimatisiertes Einkaufszentrum geflüchtet, wo wir u.a. rosa Jungs-T-Shirts und ein größeres Planschbecken gekauft haben und sich der kleine Kaaskop beim Springbrunnen neben unserem Lunch-Café filmreif hingepackt hat, weil er so begeistert (=schnell) zu den anderen dort spielenden Kindern gerannt ist, dass er auf dem nassen Boden ausgerutscht ist. Zum Glück knallte er erst mit dem Po und dann mit dem Kopf auf den Boden und sind Kinderköpfe erstaunlich hart im Nehmen. Memo an mich: nächstes Mal lieber die Sandalen nass werden lassen als einen aufgeschlagenen Kopf zu riskieren!

Kleine Erfrischung bei Bagels&Beans
Kleine Erfrischung bei Bagels&Beans
Altes Planschbecken als Boot im neuen - die spinnen, meine Kaasköppe!
Altes Planschbecken als Boot im neuen – die spinnen, meine Kaasköppe!

Heute sind wir aber endlich zu meiner Schwiegermutter und ans Meer gefahren! Von halb zehn morgens bis halb fünf nachmittags waren wir dort, bewaffnet mit 2 Sonnenschirmen, Strandmuschel, Picknickdecke, Sandspielzeug und und und. Es war ein wirklich schöner Tag! Der kleine Kaaskop hätte wohl den ganzen Tag in der Brandung rumrennend verbracht, wenn wir ihn nicht zwischendurch mal zum Abtrocknen/Aufwärmen oder Essen/Trinken mit zurück zu unserem Strandplatz geschleppt hätten.

Dank des „Betreuungschlüssels“ von 3:1 konnte ich auch mal längere Zeit unterm Sonnenschirm faulenzen und sogar ein paar (!) Kapitel im neuesten Shopaholic-Band lesen! Nur dass die Batterie meiner Kamera recht bald mal wieder leer war, fand ich blöd. Ein paar schöne Fotos habe ich aber noch gemacht:

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Zweihändig schippen kann er auch
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Strand-Selfie!
Springen, springen, springen!
Springen, springen, springen! Und dann n0chmal von vorn!
Pure Freude in seinen Augen!
Pure Freude in seinen Augen!

Der kleine Kaaskop sah den Wellen immer erwartungsvoll entgegen, um dann vor Freude kreischend vor ihnen wegzurennen. Einfach zu schön! Ab und zu rief er begeistert: „Da kommt ein großer Golf!“ Darüber musste ich SO lachen! Golf ist nämlich das niederländische Wort für „Welle“. Aber er sprach es nicht niederländisch (cholf) sondern deutsch aus, hihi!

Später bauten wir noch eine Burg mit richtigem Tunnel (wollte ich schon ewig mal machen!):

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Gut, ich bin ja ehrlich: diese Burg habe hauptsächlich ICH gebaut. Sehr mediativ, Sandburgenbauen! Viel Talent habe ich aber wohl nicht…sieht eher aus wie ein hungriges Sandmonster statt einer Burg mit Eingang und Fenstern, oder?

Mein eigenes hungriges kleines Sandmonster liegt mittlerweile nach diesem schönen Strandtag entsandet und gefüttert im Bett. Und ich gehe jetzt auch in die Heia; Meer macht müde!

PS. Kleiner Exkurs in sprachliches Kuddelmuddel: das Meer heißt auf Niederländisch de zee. Het meer wiederum ist der See. Außerdem bedeutet meer auch „mehr“. Gekrönt wird das Ganze vom deutschen das Meer = die See. Da soll man noch durchblicken..

Warum ich mich über ein abgeschlepptes Auto freue

Okay, ich geb’s zu: in diesem Post geht es eigentlich gar nicht um Autos. Jedenfalls nur am Rande.

Im Januar habe ich zum letzten Mal über den Stand der Dinge in Sachen zweisprachige Erziehung geschrieben. Zeit für ein Update!

In den letzten Wochen ist mir häufig aufgefallen, dass der kleine Kaaskop plötzlich auch auf Deutsch recht lange Sätze produziert. Er spricht immer öfter spontan Deutsch mit mir! (Na gut, auch mit dem großen Kaaskop. Aber bei dem weiß er ja, dass der es auch versteht.) Es hagelt geradezu deutsche Sätze. „Guck mal, Mama“, „Hast du schon eingekauft?“, Komm, wir gehen spielen!“ „Muss ich heute in den Kindergarten?“ „Das ist Madeliefs Auto!“ „Wo ist meine Schatzkiste denn?“

Ich freu mich dann immer riesig, vor allem über lange Sätze! Dass er ab und zu mal „mir“ und mich“ verwechselt, find ich nicht schlimm. (Über sein „Warte auf mir!“ muss ich aber immer schmunzeln.) Sein aktives Deutsch hat sich auf jeden Fall deutlich verbessert. Dabei hab ich von meinen Plänen bezüglich deutscher Kita-Freund, Playdates und deutscher Babysitter nicht wirklich Nägel mit Köpfen gemacht. Ein Playdate gab es bisher, aber das kleine Mädchen war zwar sehr nett und die beiden haben schön neben- und miteinander gespielt, während wir deutschen Mamas uns unterhalten haben, aber da das Mädchen recht wortkarg war und auch fast nur Niederländisch sprach (verstehen tut sie Deutsch aber), hat der kleine Kaaskop hauptsächlich Niederländisch gesprochen. Er kennt ja keine anderen Kinder, die Deutsch sprechen. Ja, die beiden Jungs in seiner neuen Kita, aber die sind nur mittwochs in seiner Gruppe, weil dann die beiden Gruppen 2-4-Jähriger zusammengefügt werden. Und die Mutter ist immer so schnell wieder weg, dass wir noch nicht ins Gespräch gekommen sind.

Aber neulich bin ich ja wie berichtet mit dem kleinen Kaaskop per Zug nach Deutschland zu seiner Tante gereist. Und da hat er vielleicht viel Deutsch geredet! Wow! Erst dachte ich, ich bilde mir das nur ein, aber meine Schwester meinte auch, er würde ja jetzt richtig viel Deutsch sprechen. Auf der Hinfahrt haben wir uns das Familienabteil mit einer deutsch-holländischen Familie mit 3 Söhnen geteilt. Der Vater sprach zwar ab und zu Deutsch mit seinen Kindern, nachdem er mitgekriegt hatte, dass ich Deutsch mit meinem sprach, aber die Kinder (2-7Jahre) haben nur Holländisch gesprochen. Der kleine Kaaskop plapperte zwischendurch auch mal deutsche Wörter und Teilsätze und als er gerade mit zwei Spielzeugautos von einem der anderen Jungs spielte, sagte er beim Spielen: „Guck mal, das Auto wird abgeschleppt!“ Der deutsche Vater war beeindruckt, jedenfalls sagte er zu dem kleinen Kaaskop: „Du sprichst ja schon richtig Deutsch!“

Ich war stolz wie Bolle und freue mich, dass mein Einsatz offenbar Früchte abwirft. Zweisprachig aufzuwachsen ist vielleicht leicht, sein Kind zweisprachig zu erziehen aber nicht! Ich muss mich manchmal wirklich zwingen, Deutsch zu reden, vor allem in der Öffentlichkeit oder wenn ich müde bin fällt es mir schwer. Und manche Dinge kann man auf Niederländisch irgendwie besser sagen! Ab Januar, wenn der kleine Kaaskop 5 Tage die Woche in die Schule geht, wird der Deutsch-Input erst recht ein Problem.

Aber daran will ich jetzt noch nicht denken. Ich freue mich erst mal über das abgeschleppte Auto und den vermehrten Deutsch-Output. Wie gesagt, vor allem die vielen vollständigen Sätze auf Deutsch fallen mir neuerdings auf. Die Sprachen scheinen sich auch etwas zu entmischen: aus deutschen Wörtern in niederländischen Sätzen werden deutsche Sätze und manchmal fängt der kleine Kaaskop auf Niederländisch an („Zij heeft..“), hält kurz inne und fängt den Satz nochmal auf Deutsch an („Sie hat..“). Das ist doch toll, oder!?

Dass er die Sprachen mischt, ist in seinem Alter übrigens noch normal, ich habe irgendwo gelesen, dass Kinder, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, ab dem 4. Geburtstag die Sprachen erst wirklich auseinanderhalten können. Auch dass der kleine Kaaskop mit „falschen Freunden“ manchmal Schwierigkeiten hat, finde ich nicht schlimm, das ist ja nur verständlich. Das Wort „Kleinkind“ zum Beispiel gibt es im Niederländischen auch, nur bedeutet es dort „Enkel“.  Aber das niederländische Wort  „enkel“ wiederum bedeutet „Knöchel“. „Kochen“ heißt auf Niederländisch „koken„, aber „gekocht“ bedeutet „gekauft“. Da verheddert man sich ja sogar als Erwachsener! Der kleine Kaaskop sagt denn auch immer fälschlicherweise „Heb je dat gekoopt?“ anstatt „Heb je dat gekocht?“, wenn er wissen will, ob der Papa etwas gekauft hat. Mir sind auch schon deutsche Konstruktionen in niederländischen Sätzen aufgefallen, und umgekehrt jetzt auch. Der kleine Kaaskop sagt immer noch oft „boodgeschapt“ anstatt „boodschappen gedaan“ (das hatte ich in einem älteren Blog-Post schon mal erwähnt) und neulich antwortete er auf meine (bzw. Duplo-Madeliefs) Frage „Darf ich jetzt schaukeln?“: „Darf!“ Auf Niederländisch ginge das! (Mag ik op de schommel? – Mag!„)

Aber über solche Fehler mache ich mir keine Sorgen. Das wird schon noch! Und jetzt entschuldigt mich, ich muss kurz einen kleinen Freudentanz aufführen!

Die neue Kita und Hoffnung für den Deutsch-Input

Am Mittwoch hatten wir ein Gespräch bei der neuen Kita des kleinen Kaaskop, um u.a. über die Eingewöhnung zu sprechen und um seinen neuen Erzieherinnen zu erzählen, was für ein Kind er so ist. Nach einem anfänglichen Schreckmoment, weil das Geburtsdatum falsch registriert war und für unser fast 3 Jahre altes Kind ein Platz in der Babygruppe reserviert worden war (huch!), sprachen wir mit der Leiterin über praktische Angelegenheiten, bekamen ein paar Unterlagen zum Ausfüllen und Lesen und wurden dann den Erzieherinnen der Elefantengruppe (2-4 Jahre) vorgestellt.

Auf der Fahrt zur Kita hatte ich noch kurz mit Wehmut an die antroposophische Kita gedacht, die es am Ende doch nicht geworden ist, aber mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass wir eine gute Kita ausgesucht haben! Da das Gebäude schon als Kita gebaut worden ist, sind die Anordnung der Räume und die Einrichtung wirklich gut, alles ist schön hell und übersichtlich. Der Gruppenraum gefiel mir gut und die Erzieherinnen waren sehr sympathisch. Die Praktikantin saß zwar die meiste Zeit am Tablet, aber das kam daher, dass die meisten Kinder gerade Mittagsschlaf hielten und die Eltern nicht wie bei unserer jetzigen Kita über ein Büchlein sondern über ein Online-Portal darüber informiert werden, was ihre Kinder den Tag über so alles gemacht haben. Irgendwie finde ich das nicht so dolle, alles online… Zwar mache ich auch oft Fotos vom kleinen Kaaskop, aber eine Erzieherin, die in der Kita Fotos macht und die dann für die Eltern des jeweiligen Kindes auf eine passwortgeschützte Site stellt..ich weiß nicht.

Worüber ich mich aber sehr gefreut habe, ist, dass in der neuen Gruppe des kleinen Kaaskop gleich zwei deutschsprachige Kinder rumwuseln! Zwei Brüder, Erik und Oskar heißen sie. Ich muss unbedingt gucken, dass ich möglichst bald ein Playdate mit den beiden arrangieren kann. Deutsche Spielkameraden sind schließlich ideal, um den Deutsch-Input des kleinen Kaaskop zu erhöhen! Und noch dazu Jungs, die in der Nähe wohnen. Hoffentlich sind die Eltern nett!

Apropos Deutsch-Input: Ich hab mal wieder im Internet einiges zum Thema zweisprachige Erziehung gelesen, u.a. auf der empfehlenswerten Website bilingualmonkeys.com, und bin mal wieder festentschlossen, den Deutsch-Input zu erhöhen. Ich werde in meiner Facebook-Gruppe für deutschsprachige Eltern hier mal fragen, ob jemand einen deutschsprachigen Babysitter kennt und ob wir die deutsche Spielgruppe, die in den letzten Monaten nicht ein einziges Mal zusammengekommen ist, nicht etwas regelmäßiger stattfinden lassen können. Oder ob jemand auch montags frei hat und dann Lust auf ein Playdate hat.

Aber erst einmal umziehen. Am 24. ist es soweit, argh! Es gibt noch so viel zu tun…

Sprachenkuddelmuddel

Wat is „mol“ in het Duits?“, fragte mich der alte Kaaskop letzte Woche beim Abendessen, als er am Papafreitag zu uns gekommen war, damit der große Kaaskop in Ruhe ein paar Arbeitsstunden aufholen konnte. Da ich gesehen hatte, wie er mit dem kleinen Kaaskop gepuzzelt hatte, wusste ich sofort, warum er das fragte. Ein „mol“ ist nämlich ein Maulwurf und den muss man bei diesem Puzzle dem Maulwurfshügel zuordnen. (Ja, ja, Linda de Mol heißt eigentlich Linda der Maulwurf! Und das spricht man übrigens nicht wie „Mohl“ sondern wie „Moll“ aus. So. Wieder was gelernt!) Worauf ich hinaus will: der kleine Kaaskop benutzt nach wie vor gerne ab und zu, ach was, jeden Tag, deutsche Wörter, auch wenn das niederländische einfacher auszusprechen ist. Sehr schön! Ich warte zwar immer noch auf den ersten vollständig deutschen Satz, aber das wird schon noch. Er hört halt viel mehr Niederländisch und leicht ist das bestimmt auch nicht, zwei Sprachen auseianderhalten zu lernen!

Vor allem, weil Deutsch und Niederländisch ja nun doch ziemlich viele Gemeinsamkeiten haben. Bezem / Besen, water / Wasser, spelen / spielen, hond / Hund… Da wundere ich mich nicht, wenn der kleine Kaaskop mich manchmal verwirrt anguckt, als wolle er sagen: „Wo ist denn da der Unterschied?!“ Er ruft auch gerne mal böse: „NEE-hee! KAT!!!“, wenn ich ihn korrigiere. Wobei ich ja gleich betonen möchte, dass ich dann nicht sage, dass das „Katze“ heißt, sondern nur seinen Satz wiederhole oder das Gesagte auf Deutsch kommentiere und dabei das deutsche Wort benutze. Doch, doch, manche Sachen mache ich schon richtig und konsequent, haha!

Was ich heimlich lustig finde, ist, dass der kleine Kaaskop im Niederländischen deutsche Konstruktionen benutzt, wenn die einfacher sind. „Ik ga boodschappen„, sagt er dann zum Beispiel, anstatt „Ik ga boodschappen doen“ (Ich gehe einkaufen.) Oder: „Ik bruik dat“ anstatt „Ik heb dat nodig“ (Ich brauche das). Putzig, oder? Das Wort „gebruiken“ gibt es zwar, aber das bedeutet „benutzen“.

Neulich habe ich auch zum ersten Mal wirklich gemerkt, dass der kleine Kaaskop sich oft bewusst zwischen zwei Sprachen entscheiden muss. Wir lasen ein Buch, in dem ein Hund hinter einem Kaninchen her rannte. Der kleine Kaaskop zeigte auf den Hund und sagte: „Die wil …ehh…ffff… PAKKEN!“ (Der will …. äh…ffff….fangen) Da fiel ihm wohl „ihn“ und der Rest von „fangen“ nicht ein…

Ich bin wirklich gespannt, wann mein kleiner 9/16-Holländer anfängt, wirklich Deutsch zu reden! Mit unserem Besuch aus Deutschland hat er letztes Wochenende jedenfalls stur Niederländisch geredet, aber zum Glück versteht zumindest meine Schwester das ja mittlerweile auch ganz gut. Als vor ein paar Monaten der Opi da war, der kein Niederländisch versteht, hat der kleine Kaaskop erst nach dreifacher Aufforderung mit Vorsagen zögerlich „Guck..“ zu ihm gesagt anstatt „Kijk!“. Vielleicht fühlte sich das noch zu ungewohnt an. Er ist es schließlich gewohnt, dass man ihn auch vesteht, wenn er Niederländisch redet (mit mir oder meiner Schwester zum Beispiel).

Ich denke, sein Deutsch wird wie im Sommerurlaub wieder aktiver, sobald er länger als ein Wochenende von Deutsch sprechenden Menschen umgeben ist. Nach Weihnachten machen wir mit Tante, Onkel und Omi Urlaub in Skandinavien, und ich hoffe, dass da der Knoten platzt. Oder zumindest etwas gelockert wird. Ich habe mir ja sowieso sagen lassen, dass der passive Wortschatz wichtiger ist als der aktive,und der ist beim kleinen Kaaskop wirklich nicht gering!

Oh, zum Schluss noch eine Anekdote, wo ich doch in letzter Zeit auf anderen Blogs öfter was über Pups, Kacka und so gelesen hab: Der kleine Kaaskop war letztes Wochenende eine Stunde alleine mit dem Besuch aus Deutschland, weil der große Kaaskop und ich uns ein Haus angeguckt haben. (Die Haussuche war leider noch nicht erfolgreich.) Er hopste auf dem Hoppelpferdchen auf und ab und rief laut: „Poep! Poep!!“ Und die Omi machte fröhlich mit, hahaha! Sie wusste ja nicht, dass das „Kacke“ heißt…