Auf den letzten Drücker: mein Beitrag zur Blogparade #MeTime von MamaOTR

Mit Schrecken sehe ich, dass die Deadline für die Blogparade #MeTime von Mama on the rocks ja schon heute ist! Da wollte ich doch mitmachen…. Vor zwei Wochen hatte ich hastig ein paar Stichworte zum Thema Me-Time notiert, aber weiter bin ich seitdem noch nicht gekommen, weil – quelle ironie – zu wenig Me-Time!!!

Naja, so ganz stimmt das ja nicht, denn während unserer vier Tage in Drente letzte Woche hatte ich etwas Zeit für mich, als die anderen im Schwimmbad plantschten. Aber da hatte ich kein Internet und konnte nicht bloggen…

Also: Me-Time. Zeit für mich. Für meine Bedürfnisse. Zeit zum lesen, aus dem Fenster zu starren, in Ruhe zu backen, im Internet zu surfen, ins Kino zu gehen, mit einer Freundin Kaffee zu trinken, Fotos zu ordnen und zu schönen Fotobüchern zu verarbeiten, mit meiner Schwester zu telefonieren, usw. usw. Solche Zeit habe ich als working Mom selten und ich gehöre nicht zu den Müttern, die sie nicht vermissen. Eher im Gegenteil: ich finde oft, dass ich viel zu wenig Me-Time hab. Aber das ist nur ein Gefühl, denn Me-Time ist natürlich wie alle Zeit relativ. Einstein und so, wisst ihr ja.

Meinem Gefühl nach habe ich also viiiiiiiel zu wenig Me-Time. An meinem freien Montag Mamamontag habe ich keine Zeit für mich, denn der kleine Kaaskop will rund um die Uhr bespaßt werden und er hat bisher kein Verständnis dafür, dass ich wenigstens beim nachmittäglichen „kaffi“ trinken mal 5 Minuten ungestört in einer Zeitschrift blättern möchte, ohne seinen Milchschaum noch ein zweites Mal warm zu machen, ihm zum fünfzehnten Mal Moritz Moppelpo vorzulesen oder die Duplo-Katze im Auto hinter dem Huhn auf dem Motorrad herjagen zu lassen. Abends komme ich wegen lästiger aber unvermeidlicher Haushaltsdinge wie schmutziges Geschirr beseitigen, Brote für den nächsten Tag schmieren, Haare waschen, Wäsche räumen etc. kaum zu den Dingen, die mir viel mehr Spaß machen würden. Weil der große Kaaskop entspannt, indem er vor der Glotze hängt, hänge ich letztendlich auch oft auf dem Sofa und gucke mit halbem Auge zu. Hinterher ärgere ich mich dann, dass ich die kostbare Zeit zwischen Kinderbettzeit und meiner Bettzeit so schlecht genutzt habe. Am Wochenende stehen dann neben dem Kindbespaßungsprogramm Putzen, Einkaufen und Termine des kargen Soziallebens an. Nicht, dass ich Verabredungen mit Freunden oder Familie nicht genieße, aber richtige Me-Time ist das nicht.

Meine Eltern und Schwiegereltern wohnen bekanntermaßen nicht in der Nähe, mit den neuen Nachbarn habe ich (noch) kein so enges Verhältnis, dass ich den kleinen Kaaskop dort mal kurz „abgeben“ kann. Zum Glück habe ich ja aber den großen Kaaskop! Mein Fels in der Brandung! Superdad! Der hobbylose Ehemann! Er weiß, dass ich ein stärkeres Bedürfnis nach Zeit für mich habe als er, und weil er bei Me-Time-Mangel meinerseits auch zu leiden hat (nämlich unter meiner Gereiztbarkeit, meiner unzufriedenen Ausstrahlung und allgemeinem Gemaule), ach ja, und weil er mich liebt, gönnt er mir regelmäßig ein paar freie Stunden! Er hängt in den kostbaren Abendstunden die Wäsche auf, während ich blogge (oder Blogs lese anstatt zu bloggen). Er nimmt den kleinen Kaaskop mit zum Einkaufen, damit ich etwas Ruhe habe (auch wenn ich diese Zeit oft dazu nutze, um einfach mal ausgiebig zu duschen oder das Bad zu putzen). Er findet es kein Problem, wenn ich den halben Samstag weg bin, um mit einer Freundin shoppen zu gehen (was trotzdem viel zu selten passiert). Und wie ihr vielleicht gelesen habt, „durfte“ ich im Mai sogar eine ganze Woche alleine wegfahren! Jackpot!

Eigentlich darf ich mich also gar nicht über zu wenig Me-Time beschweren, oder? Trotzdem hätte ich gerne mehr davon. Aber ich fürchte, das ist in meinem Fall eher ein Problem der Einstellung! Meine Erwartungen bzw. Wünsche sind einfach nicht realistisch. Ich habe zuviel auf meiner mentalen To-do-Liste stehen, wozu ich trotz der abgeknapsten Stunden nicht komme. Und diese Liste schwirrt mir ständig im Hinterkopf herum und ärgert mich.

Ich habe daher beschlossen, meine Definition von „Me-Time“ etwas zu ändern. Die Hauptredakteurin einer niederländischen Mama-Zeitschrift, Mutter von 4 Kindern und Vollzeit berufstätig, hat sich mal in ihrem Editorial darüber gewundert, dass alle über zu wenig Me-Time jammern. Sie empfindet ihre Zeit im Büro als Me-Time: weil sie ihren Job liebt. Vielleicht sollte ich mir davon eine Scheibe abschneiden? Einen Versuch ist es wert. Ich werde also versuchen, bewusster zu genießen, dass ich einen Job habe, den ich mag und bei dem ich im wahrsten Sinne des Wortes Ruhe habe (Übersetzer reden nicht viel bei der Arbeit, daher ist es im Büro meistens ziemlich still). Und die 15-minütige Radfahrt von/zur Arbeit werde ich auch mal bewusster genießen. Frische Luft, auf Autopilot schalten, meinen Gedanken nachhängen… das kommt richtiger Me-Time doch schon ziemlich nahe, finde ich. Me-Time durch Mindfulness also!

Und ansonsten werde ich mich einfach mal wieder mit einer Freundin zum Shoppen oder Essen verabreden. Dass ich keine Zeit habe, ist eigentlich eine faule Ausrede, denn wie gesagt: der große Kaaskop findet es wirklich nicht schlimm, wenn ich mal Zeit für mich nehme.

„Us-Time“ ist übrigens ein größeres Problem bei uns: mangels Babysitter unternehmen der große Kaaskop und ich wirklich viiiiiel zu selten etwas zu zweit. Doof. Und schlecht für die Ehe, behaupte ich mal. Aber auch das ist relativ: wir könnten (!) ja auch endlich mal einen Babysitter suchen, anstatt uns das immer nur vorzunehmen…

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2 Gedanken zu “Auf den letzten Drücker: mein Beitrag zur Blogparade #MeTime von MamaOTR

  1. Hui, da bin ich jetzt aber happy hier her gefunden zu haben und setze dich gleich auf meine BlogListe. Dank dem Freundebuch bin ich hier und ich liebe Ho.. nein, falsch ich liebe die Niederlande 😀 – und die letzten Urlaube zogen uns immer in dieses kleine Land wo der Käse eigenartiger weise viel teurer ist als bei uns, hmmmm grübel?
    LG
    Martina

    • Hoi Martina, über neue Fans freue ich mich immer, danke! Dass der Käse hier teurer ist als in Deutschland, ist mir ehrlich gesagt noch gar nicht aufgefallen…ic bin aber auch eigentlich gar nicht so ein Käse-Fan 🙂
      LG, Kristine

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