Käsegeheimnisse – Ausflug zur Kaasboerderij De Willigen

Vorletzten Sonntag war der alljährliche Familientag schwiegerväterlicherseits. Was wir genau mit allen Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen plus Kinder unternehmen würden, war geheim, aber es stellte sich als Ausflug zur Kaas- en Ijsboerderij De Willigen in Vreeland heraus. Was für ein malerisches Dorf ist das! Als alle da waren, gab es erstmal Kaffee und Kuchen. Die Kombination Kuchen um  12 Uhr, der erste Kaffee seit meinem Magen-Darm-Virus in der Nacht zu Donnerstag, der äh, INTENSIVE Geruch im Kuhstall und dann der Geruch in der Käsemacherei war zwar eher nicht so gelungen, aber was die Mutter des Bauern erzählte, fand ich dann doch zu interessant, um nach draußen zu flüchten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass:

  • die Kühe auf mit Luft gefüllten Gummimatratzen schlafen? Mit Stroh darauf natürlich, aber das finden sie wohl angenehmer als Erde oder so.
  • Kühe 2 Monate“Mutterschutz“ bekommen?
  • die Futterstelle mit einem Computer verbunden ist und erkennt, welche Kuh da gerade fressen will? Und dass dieser Computer anhand der Milchanalyse von der letzten Melkrunde weiß, wieviel und welches Futter diese Kuh braucht?
  • die Milch 3 Minuten nach Verlassen des Euters schon in der Käsemacherei weiterverarbeitet wird? Jedenfalls bei echtem boerenkaas. Bei Fabrikskäse wird die Milch erst zwischengelagert, pasteurisiert und dann erst zu Käse weiterverarbeitet.
  • echter boerenkaas deshalb immer von Höfen stammt, die eigene Kühe haben?
  • auf echtem boerenkaas immer ein Siegel tragen, dessen Form einem Viereck ähnelt? (Also: rundes Siegel = kein echter handgemachter boerenkaas!)
  • die gelbe Farbe von Käse vom Gras stammt? (Was ich als Importkaaskop als einzige erraten hab, als die Bäuerin fragte, ob wir das wissen!) Das Gras enthält Lutein, und im Gegensatz zu anderen Milchgebern wie Ziegen setzen Kühe das Lutein nicht in Vitamin A um und kommt der Stoff in die Milch – und somit in den Käse. Deshalb ist Ziegenkäse nicht gelb.
  • Käse atmen können muss und man ihn deshalb zuhause sofort aus dem Papier (oder der Folie) holen sollte?
  • man Käse nicht im Kühlschrank, sondern an einer kühlen, trockenen Stelle afbewahren sollte (an die man auch das Brot legen würde)?
  • man den Käselaib nicht in der Mitte anschneiden sollte, sondern am Rand? Und ihn dann mit der Schnittstelle nach unten aufbewahren sollte?
  • der perfekte Käsehobel eine Klinge aus norwegischem Stahl hat? Hat was mit der Härte des Stahls zu tun.

Natürlich gab es nach der Führung zum Mittagessen jede Menge kaas zum Brot und der frischen Milch. Ich nahm von dem boerenkaas mit Boxhornklee (fenegriek) und dem mit Pesto. Sehr lecker! Boxhornklee schmeckt ein bisschen nach Walnuss, wirklich nomnomnom! Die anderen Sorten waren mir zu exotisch, mit Koriander, Ingwer und was weiß ich.

Nach dem Mittagessen war Socializing und Spielen angesagt. Und weil der Bauernhof nicht nur Milch und Käse verkauft, sondern auch selbstgemachtes Eis, gab es natürlich auch noch ein Eis für alle. Übrigens gehört auch ein Bed&Breakfast zu De Willigen. Der große Kaaskop überlegt schon, ob wir da nicht mal mit unseren Freunden ein Wochenende hinfahren sollen, weil es dort trotz der Nähe zur Randstad so schön ländlich ist. Hachz…

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Vielleicht mieten wir uns aber auch mal ein offenes Boot und legen zum Eisessen bei De Willigen an. Das Eis war nämlich auch sehr lecker!

Und jetzt Hände hoch: wer von euch hat schon mal „besonderen“ Käse gegessen, mit Kräutern oder besonderen Gewürzen drin? Oder esst ihr lieber normalen jungen, mittelalten oder alten Käse?

 

Wenn ich twittern würde (8)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • Der Vierjährige findet das gesuchte Dings schneller als ich. Ist das jetzt dieses Paralleluniversum?!
  • „Mama, komm, wir spielen! Du bist Prinzessin Schlumpi!“ Äh, wie jetzt?! Hat das etwas mit dem Zustand des Küchefußbodens zu tun?
  • Der Vierjährige fragt sehnsüchtig, wann er denn endlich auch richtigen Kaffee trinken darf. Er ist schon jetzt ein guter Holländer!
  • Bei 29 Grad im Schatten auf dem Fahrrad hinter einem 10 km/h fahrenden straßenbreiten Gülle-Traktor festzustecken…womit hab ich das verdient?!
  • Dienstagmorgen. Der Vierjährige will spielen, ich mit Blick auf die Zeit lieber duschen und frühstücken. Er schimpft: „Jeden Morgen dasselbe!“ Mit dem Prinzip „Alltag“ hat er sich wohl noch nicht so ganz abgefunden. #lifewithkids
  • Abgründe tun sich auf: Meine niederländischen Kollegen wissen nicht, was ein Strandkorb ist. Recherchen ergeben, dass es dafür nicht mal ein holländisches Wort gibt. #sprachlos #wiejetzt
  • Beim Abendessen werden mal wieder die wirklich wichtigen Fragen gestellt: „Warum haben die Duplo-Püppchen keine Socken an?!“
  • Ich habe dem Kind gesagt, es solle mich nicht „Dummkopf“ nennen. Jetzt nennt es mich immer „Kopf“. Läuft bei uns.
  • Saved by my 4year-old: ER sah, dass am elektrischen Fahrrad ein Akku fehlte UND wusste, wie man den wieder einbaut.
  • „Mama, jetzt will ich aber Blumenkohl!“ Hach, dass ich das noch mal erleben darf! …Ach so. Das Kind meinte Pumuckl.
  • Ein von Schülern frequentierter Fahrradweg in Holland zur morgendlichen Rushhour. Das kann man nicht beschreiben, das muss man miterlebt haben.

Nachmittagsbetreuung auf Holländisch

Seit zwei Wochen sind in unserer Region die Sommerferien vorbei. Warum diese 6-wöchige Schulpause Eltern in Holland nicht vor große organisatorische Probleme stellt, will ich heute mal erzählen.

BSO (buitenschoolse opvang) – was ist das?

Die BSO (wörtlich: außerschulische Betreuung) ist hier in Holland wirklich gut geregelt. Soweit ich weiß, arbeitet jede Vor-/Grundschule mit mindestens einem BSO-Anbieter zusammen. Der BSO-Raum des kleinen Kaaskop befindet sich im gleichen Gebäude wie die Klassenzimmer, er kann also nach Schulschluss alleine hingehen, obwohl er erst vier ist. Andere BSO’s holen ihre Schützlinge zu Fuß oder mit einem Bus ab.

Öffnungszeiten und Möglichkeiten

Streng genommen bezieht sich „BSO“ nur auf die Betreuung nach Schulschluss, in unserem Fall also Mo, Di und Do ab 14.45 Uhr und Mi und Fr ab 12.20 Uhr. Wobei unsere BSO mittwochs und freitags geschlossen hat, weil fast alle Kinder an diesen beiden Tagen bei ihren Teilzeit arbeitenden Eltern zuhause sind; alternativ wird ein Mi- und Fr-Platz in der BSO der Schule gegenüber angeboten. Geöffnet ist die BSO bis 18.30 Uhr. Ich versuche, den kleinen Kaaskop vor halb 6 abzuholen, aber da die Schule ja erst um 8.45 Uhr anfängt (wie ich hier erzählt habe), muss ich dafür kräftig in die Pedale treten und machmal etwas mit meinen Arbeitzeiten rumschieben.

Das Gute an den Fremdtreuungseinrichtungen hierzulande ist, dass sie sich auch nach den Bedürfnissen der Eltern richten. Es gibt nämlich auch die VSO (voorschoolse opvang), wo man sein Kind schon ab 7.30 Uhr hinbringen kann, wenn man vor 9 Uhr auf der Arbeit erscheinen muss. Die Betreuer bringen die Kinder dann später in ihre Klassenzimmer. Toller Service, oder? Außerdem gibt es noch die TSO (tussenschoolse opvang) für zwischen den Unterrichtszeiten. Viele Schulen (aber immer weniger) haben noch den „altmodischen“ Stundenplan, der eine ganze Stunde Mittagspause vorsieht, in der die Kinder zum Mittagessen nach Hause gehen. Für arbeitende Eltern nicht besonders praktisch, und deshalb gibt es die TSO, in der die Kinder auch Essen bekommen.

Und nun zu den Ferien: die reine Nachmittagsbetreuung wird in den Schulferien zur Ganztagsbetreuung für Schulkinder! Geöffnet hat sie dann von 7.30-18.30 Uhr und neben dem Snack am Nachmittag und den Getränken wird den Kindern in den Schulferien auch Mittagessen (Brote natürlich, das ist ja hier so üblich) und am Vormittag Obst als Snack angeboten. Als wir den kleine Kaaskop damals bei der BSO angemeldet haben, konnten wir ankreuzen, ob wir das Betreuungsangebot nur außerhalb der Ferien, auch in allen Ferien oder nur einen Teil der Ferien nutzen wollen. Sommerschließzeiten gibt’s nicht, ideal! (Auch in den Kitas in der Regel nicht.) Auch an den beiden Lehrerfortbildungstagen pro Jahr ist die BSO ganztägig geöffnet.

Und was machen die Kinder dort den ganzen (Nachmit)Tag?

Spielen natürlich! In der BSO gibt es jede Menge Spielzeug: Brett- und Kartenspiele, Lego, Playmobil, Kapla, K’nex, eine gut ausgestattete Spielküche (mit Waschmaschine und Bügelbrett), Sachen zum Verkleiden, Handpuppen usw. usw. Es wird gemalt, gebastelt (unter Anleitung aber keinesfalls obligatorisch: wer lieber spielen möchte, malt/bastelt halt nicht), draußen gespielt, auch mal Kinderfilme geguckt, vorgelesen, …. Wie damals in der Kita „behandeln“ die Erzieherinnen in der BSO verschiedene Themen, z.B. Kunst, den Königstag, Sinterklaas, Sommer, der Körper, usw.

In den Ferien gibt es auch ein eigenes Thema, an das die Mal- und Bastelprojekte, Bücher und Filme angepasst werden. In den diesjährigen Sommerferien war das: Safari. Die Kinder haben unter anderem T-Shirts mit Tarnfarben bemalt, eine Feldflasche gebastelt, Dschungelbilder ausgemalt, Tier-Quartett gespielt, und an einem der Regentage offenbar den Film „Madagaskar“ geguckt. Nehme ich jedenfalls an, denn der kleine Kaaskop sang zuhause plötzlich „Ei leikta muhwin muhwin!“. Und lachte darüber, dass die Erzieherin das ja ganz falsch ausgesprochen hatte! In der letzten Ferienwoche gingen sie dann „richtig“ auf Safari. Dabei gingen sie u.a. im Wald auf Spurensuche, haben Asseln und sogar einen Salamander gefunden und wurden tierisch geschminkt. Zum Abschluss veranstalteten die Kinder eine kleine Show mit einem „Safaritanz“ und es gab sogar ein echtes „Safari-Zeugnis“.

Die BSO ist für werktätige Eltern wirklich eine große Entlastung und der kleine Kaaskop geht gerne hin. Klar, manchmal hat er keinen Bock, aber hinterher erzählt er immer, dass er dort Spaß hatte und nach unserem Urlaub hat er sich gefreut, alle seine BSO-Freunde wiederzusehen.

Welche Möglichkeiten gibt es da heutzutage eigentlich in Deutschland? Früher (=als ich noch zur Schule ging), gab es ja nur nicht berufstätige Mütter und Schlüsselkinder, wenn ich mich recht erinnere.

 

Wenn ich twittern würde (7)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • Da macht man der deutschen Sprachkenntnisse des Kindes wegen 2 Wochen Urlaub in Deutschland und was hat das Kind dort gelernt? „Fang mich doch, du Eierloch!“
  • Bei Tempo 120 einen Dinosaurier aus einem Pixi-Buch abzeichnen? Kann ich!
  • Eventuell hat mein Sohn auf die Freundebuchfrage „Was machst du am liebsten?“ geantwortet: „Leben!“ Und eventuell hab ich jetzt Pipi in den Augen.
  • Die Strandfreundin meines barfüßigen, nur in Badehose bekleideten Sohns hat sich trotz UV-Schutzanzug, Sonnenhut mit Nackenschutz und Neoprenschühchen an einer Muschel das Knie aufgeschlitzt. Oh, diese Ironie!
  • Das zweisprachig aufwachsende Kind rupft fleißig Schachtelhalm aus dem Beet und ruft freudig: „Guck mal, Mama, mit Möhre!!“ (Er meint die Wurzel. Die heißt auf Niederländisch genau wie die Möhre wortel.)
  • Anfang August in der Sommerjacke frierend die erste Herbstdeko in den Vorgärten entdecken. Da kommt die Winterdepression automatisch.
  • Der Vierjährige freut sich, dass er mit dem Papa zu Ikea fährt. Alles richtig gemacht! (Oder dort zu oft Eis gekauft…)
  • „Mama, komm, wir spielen! Du bist ein… ein…. Warte, ich schau im Katalog nach!“ Uh, jetzt wird’s spannend!
  • Endlich komme ich mal zum Fensterputzen. Und was macht ihr so freitags abends um halb neun?
  • Das Kind droht, „dann nie mehr bei mir zu wohnen“. Ich antworte: „Alleine wohnen kannst du, wenn du 18 bist!“ – „18? So alt kann man doch gar nicht werden!“
  • Die Nachbarin hasst mich! Oder warum nennt sie mir Jungsmutter als Geschenkidee für ihre Töchter: „Ballettrucksack und Stiftemäppchen in einer Mädchenfarbe“?!
  • Es gibt doch tatsächlich eine spezielle „Frozen“-Version von Uno Junior! Mal googeln, ob es auch schon Klopapier davon gibt…

Tüddelig, tüddeliger, ich – Mein Beitrag zu Beatrice Confuss‘ Blogparade #Alltagsfehler

Kurz vor dem Urlaub war ich merklich etwas tüddeliger als sonst. Ich legte (fast!) Dinge in den Kühlschrank, die da gar nicht hingehören. Ich packte zwar die Tüte für das Wechsel-T-Shirt in den Bürorucksack, aber ohne T-Shirt drin. Ich ging nach oben, um etwas zu holen und kam mit etwas anderem wieder nach unten, usw.  Aber da ich eine gewisse Grundtüddeligheit besitze, unterlaufen mir auch sonst im Alltag einige Schusseligheiten. Da kommt die Blogparade von Beatrice Confuss wie gerufen, mal aufzulisten, welche Fehler ich im Alltag immer wieder begehe.

  • Ich wasche mir abends die Haare, lasse das Handtuch auf der Heizung im Wohnzimmer liegen und muss dann bei der nächsten Haarwäsche erst nach unten gehen, um das Handtuch zu holen.
  • Ich merke oft erst nach dem Abschließen der Haustür, dass der kleine Kaaskop noch Frühstücksspuren im Gesicht hat. Angefeuchteter Mamafinger to the rescue! Mein Sohn geht auch (im Gegensatz zu mir) fast immer ungekämmt aus dem Haus, aber bei seinem Harry-Potter-Haar fällt das nicht auf, deshalb hab ich das aufgegeben.
  • Ich drücke gedankenverloren selbst auf den Knopf der Kaffeemaschine. Dabei weiß ich doch, dass das das Privileg des kleinen Kaaskop ist (oder seines Kuscheltiers – fragt nicht!).
  • Es regnet, ich bin mit dem Fahrrad unterwegs und habe keine Regenhose/-jacke dabei. Oder ich habe die atmungsunaktive Regenjacke an, es regnet doch nicht und ich schwitz mir einen ab. Kommt genauso häufig vor.
  • Ich bringe Dinge vor dem kleinen Kaaskop in Sicherheit und vergesse dann, wo ich sie hingelegt habe. Dass wir den pakkenlikker (ein hier in Holland sehr beliebtes Utensil zum Ausschaben von Joghurt-/vla-Tetrapacks) nach wöchentlicher Unauffindlichkeit in der Playmobilkiste wiederfanden, war aber nicht meine Schuld. Echt nicht!
  • Ich erwähne etwas Konkretes, das wir heute vielleicht noch tun/unternehmen könnten (z.B. Kuchen backen, an den Baggersee fahren, zum Streichelzoo radeln), dann wird aus Gründen doch nichts mehr daraus und der kleine Kaaskop fragt um halb fünf, ob wir das nicht noch machen können. Öhm, nee, jetzt nicht mehr, tut mir leid…
  • Ich stecke den Fotoapparat ein und dann ist nach einem Foto der Akku leer. Deshalb gibt es oft nur Smartphone-Fotos von mir.
  • Ich lasse mich vom kleinen Kaaskop überreden, erst nach der Schule (also mit ihm) einkaufen zu gehen. Da wir dann aber beide Hunger haben (trotz Snack), läuft das Einkaufen dann aber in der Regel sehr unharmonisch ab. Und natürlich will der kleine Kaaskop ein Croissant zum Mittagessen.
  • Ich entdecke erst nach dem Badezimmerputzen, dass ich mal wieder dringend meine Nägel schneiden muss. Oder ich hole dann spontan die Fingerfarben raus. Argh!

Der große Kaaskop macht übrigens auch immer wieder dieselben Fehler. Jeden (!) Abend, wenn der kleine Kaaskop auf meinem Schoß sitzt und ich noch etwas vorlese, tritt er mir beim Gutenachtkuss für den kleinen Kaaskop auf den Fuß! Und den Fahrradhelm des kleinen Kaaskop (oder schlimmer: sein Kuscheltier) hat er auch schon ein paar Mal in der Kita bzw. der BSO vergessen. Dafür kontrolliert er immer brav alle Hosentaschen, bevor er die Schmutzwäsche in die Waschmaschine schmeißt. Das vergesse ich nämlich gerne mal.

Unser Ostseeurlaub 2016 in Bildern

Hach, war das herrlich, drei Wochen lang nichts zu müssen! Zwei Wochen davon haben wir an der Ostsee verbracht. Ein paar Bilder habe ich ja schon auf Instagram geteilt, aber  ein paar (*hüstel*) mehr habe ich natürlich doch gemacht, sogar mit der „richtigen“ Kamera, nicht nur mit dem Handy.

Mit dem Wetter hatten wir ziemliches Glück: kalt und nass war es nur an den ersten beiden Tagen. Zum Glück hatten wir über Förde-FeWo ein schönes, großes Ferienhaus mit großem Garten gemietet (samt Schaukel, Minirutsche, Fußballtoren, Johannisbeerbüschen, Sauerkirschbaum und Pflaumenbaum).

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Im Haus gab es auch einen Wahnsinnsspielkeller! Tischtennisplatte, Dartscheibe, Hometrainer, Einrad und der gesamte Spielzeugbestand der mittlerweile erwachsenen Kinder der Hausbesitzer. So kam ich zum ersten Mal in den Genuss von „Lotti Karotti“. Leider verlor ich immer. Die Strategie des kleinen Kaaskop (mit einem einzigen Hasen straight to the top laufen) erwies sich einfach als die effektivste. Ts. Einen Kamin gab es übrigens auch, und weil es am ersten Tag so kalt war, schmissen wir den gleich mal an. Ich mag Kaminfeuer! Und der kleine Kaaskop ist wie wohl alle Jungs von Feuer fasziniert.

Am zweiten Tag besserte sich das Wetter etwas und wir konnten den 400 m entfernten Strand genauer untersuchen. Ich bin zwar in dieser Ecke Schleswig-Holsteins aufgewachsen, aber in Stein war ich trotzdem noch nie gewesen. Der Strand ist nicht groß aber groß genug, kinderfreundlich (flach und sandig) und in der Nähe gibt es einen Spielplatz, eine Strandbar (Tatort Hawaii) und eine saubere öffentliche Toilette. Ideal!

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Am dritten Tag fuhr ich mit meiner Schwester zum Shopping nach Kiel. Während wir uns bei DM (immer ein Muss, wenn ich in Deutschland bin, denn Kosmetik ist hier in Holland einfach teurer), in Mode-, Schuh- und Handtaschenläden vergnügten und zum Schluss im Café des Bücherladens Hugendubel einen oberleckeren Aprikosen-Käsekuchen futterten und Kaffee schlürften, vertrieben sich die beiden Kaasköppe und mein Schwager die Zeit auf dem Abenteuerspielplatz in Wendtorf.

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Ab dem vierten Tag hatten wir richtiges Topwetter und so verbrachten wir zwischen allen Besuchsterminen mit alten Freunden viel Zeit am Strand. Ich liebe ja Sandburgenbauen! So entspannend, das Buddeln im Sand! Der kleine Kaaskop ist am Strand sowieso immer happy. Zu seiner (und meiner) großen Freude mieteten wir zweimal sogar einen Strandkorb.

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LowCarb Blueberry Cheesecake, gebacken von meiner ältesten Freundin, kann man auch am Strand verputzen, nomnomnom!
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Achtung, da kommt das Hipster-Kind mit seiner Mutti! (Eine Freundin meinte, der kleine Kaaskop sähe mit den zersausten langen Haaren, der lässigen Hose und dem coolen T-Shirt aus wie ein Hipsterkind..)
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Die sind leider nicht von mir, fand ich aber total süß.

IMG_0287Ansonsten haben wir Freunde besucht (u.a. in Hamburg, wo wir übernachtet haben und mit Cocktails abgefüllt wurden), das frischgeborene Baby einer Schulfreundin bewundert (während der kleine Kaaskop in deren riesigen Pool plantschte und die Tellerschaukel am Baum in ihrem Garten ausprobierte) und bei meinem Vater gegrillt. Den sehe ich wegen der großen Entfernung ja leider nur 1-2 Mal im Jahr.

In der zweiten Woche fuhr ich mit meinen beiden Kaasköppen noch einen Nachmittag zu Filippos Erlebnisgarten in Blekendorf. Wir pflückten Himbeeren, aßen Eis und der kleine Kaaskop spielte sich ’nen Ast. Das Floß war mal wieder seine Lieblingsbschäftigung. Zu meinem Leidwesen war eine der beiden Anlegestellen nur über Kletternetze zu erreichen und arg zugewachsen. Helikoptermutteralarm! Zum Glück kann der kleine Kaaskop gut klettern und halfen ihm ein paar ältere Kinder den letzten Meter über den glitschigen Baumstamm. Wobei einer der „großen“ Jungs schon nach dem ersten Netz aufgegeben hatte. „Ich kann das nicht!“, rief er seinen Freunden zu. Die meinten „Dann lern’s! Sogar der kleine Junge da kann es!“ Kicher!

IMG_0507IMG_0466IMG_0463IMG_0495IMG_0467IMG_0504IMG_0478IMG_0479IMG_0487IMG_0481Am vorletzten Tag fuhren wir dann noch nach Laboe, weil ich dort zu einem bestimmten Strandlädchen wollte. Boote gucken musst natürlich auch sein. Und überhaupt mag ich Laboe. Auch wenn wir dort bei unserem allerersten Sommerurlaub mit dem damals 5 Monate alten kleinen Kaaskop Pech mit dem Wetter hatten.

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Die Windmühle ist mir als Importkaaskop ja sofort aufgefallen!

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Und dann ging’s wieder zurück nach Holland. Es war ein wirklich schöner Urlaub, und danach hatte ich noch eine ganze Woche frei – herrlich! Seit Montag heißt es wieder täglich 11,6 km zur Arbeit radeln, Brote schmieren undsoweiter. Und heute habe ich die erste Herbstdeko in den Vorgärten gesehen….

Was das niederländische Kind vom deutschen unterscheidet

Wenn man im Ausland lebt und sein Kind bilingual und bikulturell erzieht, fallen einem manchmal deutliche Unterschiede zu Kindern im Heimatland auf. Zwar habe ich nur selten mit deutschen Kindern zu tun, aber in den (sozialen) Medien erfährt man ja auch so einiges über das Familienleben in Deutschland. Ein paar Unterschiede, die mir persönlich aufgefallen sind, verrate ich euch heute mal:
  • Das niederländische Kind ist es gewohnt, mittags Brot zu essen und dazu Milch zu trinken. Abends gibt es dann warmes Essen. Wenn kinderunfreundliches Gemüse (z.B. der holländische Klassiker Rosenkohl) auf den Tisch kommt, wird das mit ein bisschen Apfelmus (nicht mit Ketchup!) geschmacklich aufgewertet. (Bei uns übrigens nicht, nee, nee!)
  • Das niederländische Kind fährt in der Regel ohne Helm Laufrad und auch beim Herumsausen auf einem Fahrrad mit Stützrädern ist kein Helm nötig. Den tragen die meisten Kinder hier in Holland erst, wenn die Stützräder ab sind. Aber nur bis sie sicher fahren können. Teenager mit Helm habe ich hier in Holland noch nie gesehen.
  • Der klassische Frühstücksbrotaufstrich ist nicht Nutella oder eine andere Schokocreme sondern Erdnussbutter. Oder natürlich hagelslag, aber das ist ja kein Aufstrich…
  • Matschhosen, die deutsche Kinder, wenn ich Instagram und Konsorten glauben darf, auch beim Draußenspielen tragen, wenn es nur nach Regen aussieht oder die Straße noch vom Tag zuvor etwas feucht ist, sind dem niederländischen Kind weitestgehend unbekannt. Es sei denn, es geht in einen Ökohippiekindergarten.
  • Das niederländische Kind fährt, sobald es sitzen kann, auf dem elterlichen Fahrrad mit, und zwar nicht hinten oder im Anhänger, sondern vorne im Lenkersitz. Viel gezelliger! Außerdem sitzt hinten ja der große Bruder bzw. die große Schwester.
  • Das niederländische Kind männlichen Geschlechts trägt als Baby keine Strumpfhosen. Außer es hat eine deutsche Mama, die von deutschen Verwandten/Bekannten eine geschenkt bekommt hat.
  • Dem holländischen Kind sind Steigungen oder gar Berge unbekannt, schließlich ist in Holland* alles flach. Der kleine Kaaskop freut sich daher an dieser Stelle des Schulwegs immer über die „Fahrradrutsche“: ein gaaanz leichtes, mit dem Auge kaum sichtbares Gefälle.
  • Das niederländische Kind urlaubt traditionell irgendwo im sonnigen Süden (idealerweise in Frankreich oder Spanien, weil man dort günstig mit dem Auto hinfahren kann) anstatt in Skandinavien, wie der gute Norddeutsche es tut.
  • Dem niederländischen Kind ist nicht nur aus diesem Grund Astrid Lindgren eher unbekannt. Ja, Pippi Langstrumpf kennt man hier, aber der Rest hat es wohl nie so ganz gegen die tollen Werke von Annie M.G. Schmidt geschafft.
  • Das niederländische Kind wird am nordeuropäischen Strand nicht in langärmelige UV-Schutzkleidung einschließlich Hut gesteckt.

Was die beiden Spezien aber gemein haben: sie mögen Laugenbrezel und verlangen im Sommerurlaub jeden Tag Eis, Eis, Eis!

*In einigen niederländischen Provinzen gibt es natürlich durchaus Steigungen.
PS. Was das deutsche Kind vom andalusischen unterscheidet, erfahrt ihr in diesem Blogpost von Andalusienmutti.Und ja, manchmal vergehen bei mir Monate zwischen Blogpostentwurf und -veröffentlichung…