Tatü-tata: So war der Polizeigeburtstag

Nach den beiden Feuerwehrtorten zum 3. und 4. Geburtstag wünschte sich der kleine Kaaskop zu seinem 5. Geburtstag eine Polizeitorte. Und zwar nicht für die Feier mit der Familie sondern für seinen Kindergeburtstag. „Na gut“, dachte ich, „dann machen wir gleich ’ne Mottoparty daraus.“

Eigentlich graute mir ein wenig vor dem Kindergeburtstag: der wuseligen, aufgeregten Kinderbande, dem Lärm, dem Koordinierenmüssen…. Ich bin ganz froh, dass nur einmal im Jahr Geburtstag ist! Die Vorbereitungen machten mir aber Spaß. Ich scrollte mich durch Pinterest und andere Websites, entwarf eine Torte (so schlicht wie möglich, damit der Arbeitsaufwand überschaubar bleibt), schrieb Listen (ich liebe Listen!), …. und diskutierte mit dem kleinen Kaaskop, wen er denn einladen würde. Fünf Kinder durfte er einladen, und sozial wie er ist, wollte er auch die Schwester seines besten Freundes UND deren beste Freundin einladen. Weil sein bester Freund doch so gerne mit seiner Schwester zusammen ist… Die Schwester ist aber zwei Jahre älter, scheint mir wirklich kein Fan von wilden Polizeipartys zu sein und ihre Freundin kenne ich überhaupt nicht! Zum Glück konnten der große Kaaskop und ich den kleinen Kaaskop überzeugen, dass er besser zwei andere Kinder einladen sollte, mit denen er in der Pause und in der BSO selber auch spielt.

Die Vorbereitungen

Ich bestellte im Internet Polizeiparty-Einladungskarten und passende Tröten für die Mitgebseltüte, besorgte Spielhandschellen und eine echt aussehende Wasserpistole (na gut, sie war orange), Bastelkram, Fondant… Den Biscuit-Boden backte ich schon am Wochenende vor der Feier und fror ihn ein. Abends wurde ausgeschnitten, geklebt und sortiert, und am Abend vor der Feier bereitete ich die Fondantbilder für die Polizeitorte vor. Ich hatte mich für eine kleine Torte entschieden, weil ja nur 6 Kinder davon essen würden. (Ha!) Dummerweise bedeutete das auch, dass die Fondantteile auch klein sein mussten, ganz schön fummelig wurde das.

Ich war auch nicht so superzufrieden mit dem Ergebnis, aber ist ja nicht für einen Backwettbewerb, und der kleine Kaaskop fand sie toll. Und das ist schließlich die Hauptsache!

polizeitorte
Fertige Polizeitorte

Mit meinen Basteleien war ich aber zufrieden, und mit dem geplanten Programm auch.

bastelwerk
Basteleien für die Polizeiparty

Der Plan

Die Feier war für 14-17 Uhr geplant. Es sollte losgehen mit Torte essen und Geschenke auspacken, danach die Polizeiprüfung für das Polizeidiplom, das die Kinder am Ende bekommen sollten. Dafür sollten sie mit dem Laufrad einen Slalom-Parcours fahren, durch einen Krabbeltunnel kriechen, mit der Wasserpistole auf eine Zielscheibe schießen, einander festnehmen und (statt Fingerabdruck nehmen) einen Schuhabdruck dem richtigen Paar Schuhe zuordnen.

schuhabdruck-suchen
Schuhabdruck zuordnen

Als letztes sollten sie dann noch eine eigene Polizeikappe basteln. Danach wollten wir noch Polizeibingo spielen, und die übrige Zeit mit frei spielen verbringen. Soweit der Plan! Aber dann kam es natürlich etwas anders…

Die Polizeiparty

Am Morgen der Feier musste der kleine Kaaskop wie jeden Freitag zur Schule. Währenddessen wollte ich die Torte verzieren, die Klos putzen (den Rest des Hauses natürlich nicht! Das macht man schlauerweise NACH dem Kindergeburtstag!) und mich mental auf den Trubel vorbereiten. Der große Kaaskop wollte Home Office machen. Tatsächlich verbrachte er aber einige Zeit in der Küche, denn ich hatte festgestellt, dass ich die Buttercreme im Tiefkühl nicht mehr benutzen konnte und deshalb neue machen musste. Wenn man nur ein Handrührgerät hat, ist es aber ziemlich schwierig, ohne ein zweites Paar Hände Butter zu mixen und gleichzeitig portionsweise Puderzucker hineinzusieben! Das Fondant musste ich auch noch strecken (sprich: ein zweites Mal gründlich kneten, bis sich das weiße gut mit dem blauen vermischt hatte), damit ich genug für die ganze Torte hatte. Zum Ausruhen kam ich also gar nicht, meh.

Um 12.15 Uhr holte ich den kleinen Kaaskop und einen der Gäste, der normalerweise freitags in den Hort geht, aus der Schule ab, es gab Mittagessen und die beiden spielten friedlich zusammen. Um 14 Uhr ging es dann los. Weil der kleine Kaaskop da gerade mit seinem Freund im Garten spielte, liefen die neu angekommenen Gäste auch gleich dorthin. Das Wetter war ja auch super! Wir ließen die Kinder eine Weile spielen und beschlossen dann, als sie etwas zu wild wurden, statt mit Torte und Geschenke auspacken erst die Polizeiprüfung anzugehen. Mann, was für ein Gewusel! Als ich die Handschellen und die Wasserpistole holte, rannten alle Jungs auf mich zu wie hungrige Wölfe und bettelten, dass sie die als erster haben wollten. Ich kam kaum dazu, zu erklären, was sie damit tun sollten. Und der große Kaaskop und ich hatten nicht gut abgesprochen, in welcher Reihenfolge die Kinder ihre Prüfung machen sollten. Ich dachte, einer nach dem anderen, aber ziemlich bald waren drei gleichzeitig am Slalomfahren, krabbeln und schießen. Puh! Ich hatte jedenfalls leider kaum Gelegenheit, ein paar schöne Fotos zu machen. Naja. Make memories, not pictures, heißt es ja…

polizeitraining-slalomfahrenpolizeitraining-schiesen

Beim Handschellenanlegen kam es natürlich auch zum Streit, wer denn jetzt der Dieb sein sollte, ob der sich absichtlich fangen lassen sollte oder nicht, wohin er flüchten durfte, wie fest man die Handschellen schließen sollte und ob der Gefangene danach zur Polizeiwache (=Mama) gebracht werden sollte. Ich hatte zwar vorher mindestens zweimal gesagt, dass der „Polizist“ den Gefangenen nach dem Festnehmen NICHT an den Handschellen irgendwo hin ziehen sollte, weil das weh tut, aber auf mich hört ja nie jemand.

Um die kleinen Wilden etwas zu beruhigen, verordneten wir danach Geschenke auspacken und Torte. Der kleine Kaaskop freute sich über Puzzel, Malbuch, Transformerdingsbums von VTech, einen Lego Creator Rennwagen und Polizeizeugs aus dem Billigladen und dann lotsten wir die Jungs zum Tisch, wo die Torte stand. Aber. FAST KEINER HAT DAVON GEGESSEN!! Alle wollten ein Stück von dem Polizeiauto oder nur Fondant, einer hat zumindest noch ein paar Bissen von dem Biscuit gegessen, aber die Sahne mit den frischen Heidelbeeren (Wunschfüllung des kleinen Kaaskop) haben sie fast all verschmäht. Ich dachte, alle Kinder mögen Torte mit Sahne, aber nein. Das Fondant, ja, aber Heidelbeeren mochten sie nicht, die Schicht Erdbeermarmelade unter der Sahne auch nicht… Nur der kleine Kaaskop hat sein Stück aufgegessen. Und der Junge, der angeblich keine Torte mag und an seinem eigenen Geburtstag lieber ein Stück Honigkuchen wollte.

torte-mit-kerzentorte-essen

Nach dem Torte-nicht-essen spielten die Jungs ein wenig und dann ging es noch ab auf den Spielplatz, wo ich die meiste Zeit als Anschubser bei der Seilbahn stand und der Rest der Truppe es sich auf der großen Netzschaukel gemütlich machte. Als wir wieder zurück kamen, hatte der große Kaaskop schon den Bingotisch vorbereitet und gab es etwas zu trinken.

polizeibingo
Polizeibingo mit Smarties

Dummerweise hatte ich nur einen Preis besorgt (einen Viererpack PawPatrol-Gelstifte), aber drei von den sechs Jungs hatten gleichzeitig eine Karte voll und die anderen drei hatten auch das gleiche Bild als letztes. Dabei hatte ich doch so drauf geachtet, die Bilder gut zu verteilen. Hm. jedenfalls kriegten die drie Hauptgewinner jeweils einen Stift und die anderen drei bekamen eine der überschüssigen Polizeitröten.

Danach durften die Jungs die Fußspuren raten und ihren Daumenabdruck auf ihren Polizeiausweis drücken und dann bekamen sie von mir ihr „Diplom“, den ausgefüllten Ausweis, eine Polizeimarke und eine Polizeibrosche. Die Bastelvorlagen für die Polizeikappe steckte ich in die Mitgebseltüten, denn zum Basteln hatten wir keine Zeit mehr. Pünktlich um 17 Uhr wurden die Gäste abgeholt, phew.

inhalt-der-mitgebseltute
Inhalt der Mitgebseltüte (Die Mickey’s sind aus Schokolade und der Frosch ist ein Radiergummi.)

Das Fazit

Ich hörte von mehreren Eltern, dass ihr Kind die Feier toll fand, und der beste Freund des kleinen Kaaskop trug seine Polizeibrosche sogar mehrmals zur Schule. Der kleine Kaaskop war happy mit seiner Polizeiparty und ich war auch recht zufrieden. War schließlich unser erstes Mal. Aber die Motivtorte gibt es nächstes Jahr nur auf der Große-Leute-Feier! Für die Kinder gibt’s dann Cupcakes oder Blechkuchen oder so. Und den Ablauf der Aktivitäten müssen der große Kaaskop und ich auch besser vorher absprechen. Ansonsten sollte man sich nicht so verrückt machen, einfach auf sich zukommen lassen, und wenn die Kinder einfach nur schön miteinander spielen, streicht man einfach halt ein paar der vorbereiteten Programmpunkte. Wir wollten eigentlich auch noch koekhappen mit Handschellen um machen, aber dazu sind wir gar nicht gekommen. So what.

Wie handhabt ihr das mit den Kindergeburtstagen? Einfach spielen lassen, Themaparty veranstalten, auswärts feiern oder gar jemanden engagieren, der euch die Arbeit abnimmt?

PS. Falls ihr noch Ideen sucht für einen Kindergeburtstag mit dem Thema Polizei, vielleicht hilft euch ja meine Pinterest-Pinnwand weiter.

Wenn ich twittern würde (12)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • Aus der Reihe „Probleme, mit denen man sich als Importkaaskop rumschlagen muss“: Wie erklär ich dem Vierjährigen denn jetzt, dass es laut TV und Lehrerin noch 3 Tage sind bis Weihnachten, laut Adventskalender und Mama aber nur noch 2?!
  • Die Weihnachtsmannaufklärung kann man ja getrost der Oma überlassen. Einfach vergessen, sie anzuweisen, dass sie die Geschenke nicht im offenen Stoffbeutel sondern im Koffer mitbringen soll et voilà!
  • Der Mann flüstert dem Kind zu: „Guten Affentitt‘.“ Das Kind freut sich, etwas Unanständiges gelernt zu haben und ruft über den Tisch: „Guten Affenappetit!“ Phew.
  • Der Vierjährige mag sein Weihnachtshemd mit Krawatte so gerne, dass er es zwei Tage hintereinander anzieht. Dass ich das noch erleben darf!
  • Dieser Moment der Erleichterung, wenn man von der stockfinsteren deutschen Autobahn nach Holland reinfährt und plötzlich wieder mehr sieht als nur die eigenen Scheinwerfer!
  • Ich so am Esstisch: „Meine Schwester war heute in Düsseldorf shoppen.“ Das Kind so: „Ich find Küsschen eklig!“ Hm. Aufkommende Mittelohrentzündung oder mein vererbtes Talent für Smalltalk?
  • Facebook schlägt mir die Seite „Irrenhaus 24“ vor. Und jetzt weiß ich nicht.
  • Du weißt, dass Schulferien sind, wenn du abends um acht im Dunkeln Händchen haltend auf das Ende deiner 12-Stundenschicht wartest.
  • Ich am Tag vor Silvester so zu Google: aloholfreie Cocktails?
  • Der Vierjährige ruft seiner Tante fröhlich zu: „Hallo Elefant!“ Wenn er so weitermacht, kommt uns bald niemand mehr freiwilllig besuchen.
  • Der Mann erklärt dem silvesterpartycrashenden Vierjährigen, dass er sich „low profile“ halten muss, wenn er nicht doch ins Bett geschickt werden will. Seine parenting skills sind einfach amazing.
  • Das Kind mag die Karamell-Meersalz-Schoki nicht. Schreib ich gleich mal auf den Einkaufszettel!
  • Die Nichte (8) ist zum Spielen und Übernachten da und fragt schon nach einer halben Stunde, ob der kleine Kaaskop auch einen Leise-Knopf hat. LOL
  • Tempolimit 50 auf der Autobahn wegen Glätte. Wir fahren 70 und werden links und rechts überholt. Welcome to Holland.
  • Im Auto. Kind: „Ich sehe was, was ihr nicht seht und das ist…kahl!“ – „Papas Kopf?“ – „Jaaa!“ Kein DNA-Test nötig.
  • Mein Sohn hat heute zum Einschlafen anstatt eines Kuscheltiers zwei Filzstifte mit ins Bett genommen. Und jetzt weiß ich nicht.
  • Zwei Minuten, nachdem der Mann fertig war mit Bodenwischen, krümelt das Kind trotz Warnung auf den Boden. Mann genervt: „Ich hab dir doch gerade gesagt, du sollst aufpassen und nicht krümeln!“ – Kind verteidigt sich: „Das war nicht oft genug! Du musst das hundertmal sagen!“ Wisstabescheid.

 

Was mich an Bucket Lists stört

Generell mag ich ja Listen. Einkaufslisten, To-do-Listen, Gästelisten, Wunschlisten, meinetwegen auch Listen mit guten Vorsätzen. Letztere scheinen allerdings etwas aus der Mode gekommen sein, weil man sich ja eh nicht dran hält. Kenn ich! Sehr beliebt sind hingegen seit einiger Zeit die Bucket Lists. Bucket Lists für den Sommer, Bucket Lists für die Weihnachtsferien, Bucket Lists fürs Neue Jahr…

Der Sinn der Bucket List

Eigentlich sollten da ja Dinge draufstehen, die man in seinem Leben unbedingt noch erreichen oder machen will, damit man mit einem zufriedenen Gefühl auf sein Leben zurückblicken kann, when you kick the bucket. Große Träume, kleine Wünsche, die einen schon lange begleiten und von denen man später nicht sagen müssen möchte: “ Ach, hätte ich das doch gemacht!“ So verstehe ich diese Liste jedenfalls.

Der Unsinn der Bucket List

Wie viele Wünsche, Ziele oder Träume auf so einer Liste stehen, mag ja jeder für sich entscheiden. Trotzdem finde ich Listen mit mehr als – sagen wir mal – 30 Dingen ziemlich unsinnig. Wenn einem so viele Dinge einfallen, die man unbedingt vor seinem Tod erreicht oder gemacht haben möchte, dann führt man doch zurzeit ein arg unerfülltes Leben, oder? Ich kann mir vorstellen, dass einem viele, viele Dinge einfallen, die man irgendwann mal machen möchte, aber ob jemand mit 72 Punkten auf seiner Bucket List es wirklich an seinem Lebensende bereut, wenn er nur 25 davon verwirklicht hat? Sind ihm wirklich alle diese Punkte richtig wichtig?

Dinge wie „immer frische Blumen auf dem Tisch“, „bei Harrods shoppen“, „einen Monat vegan leben“ oder Ähnliches sind zwar schöne Vorsätze, Wünsche oder Pläne, gehören aber meiner Meinung nach nicht auf eine Bucket List. Sind das wirklich Dinge, von denen man auf seinem Sterbebett denkt „Ach, hätte ich das doch gemacht!“? Ganz ehrlich?

Wenn es ernst wird mit der Bucket List

Meine beiden Omas  leben nicht mehr. Sie hatten keine Bucket List. Ich weiß aber, was sie kurz vor dem Tod bereut haben oder endlich doch noch gemacht haben. Oma R. hat bereut, dass sie nie in Schottland gewesen ist. Sie wollte dort immer Urlaub machen, aber es ist nie etwas daraus geworden und dann war sie zu alt und traute sich eine solche Reise nicht mehr zu. Oma I. hat sich in den letzten Wochen ihres Lebens mit ihrer Tochter (meiner Mutter) ausgesprochen. Die beiden hatten kein gutes Verhältnis zueinander, aber als meine Oma im Sterben lag, haben sie sich endlich versöhnen können. Ihren anderen großen Wunsch – Urgroßmutter werden – habe ich ihr zwei Wochen vor ihrem Tod zum Glück noch erfüllen können. Ich wünschte nur, sie hätte mehr davon gehabt, aber das lag nicht in meiner Macht…

Ob meine ehemalige Kommilitonin J. eine Bucket List hatte, weiß ich nicht. Ich war auf Facebook noch mit ihr befreundet, hatte aber nicht wirklich mehr Kontakt zu ihr. An ihrem Profilbild und den von ihr mit „gefällt mir“ markierten Beiträgen konnte ich aber sehen, dass sie (Brust)Krebs hatte. Sie war nicht sehr aktiv auf FB und als sie irgendwann Fotos von einer Reise nach New York mit ihren Freundinnen postete, dachte ich, es ginge ihr wieder besser. Bis ihre Kusine ein paar Wochen später die Todesanzeige auf J.s Facebook-Seite teilte…

Bitte, schreibt weiter eure Wunschlisten fürs Leben, eure To-so-Listen für den Sommer, eure Liste mit lang- oder kurzfristigen gutenVorsätzen. Ich lese solche Listen immer gerne. Aber nennt sie bitte nicht Bucket List, wenn ihr auch Dinge draufschreibt, die – Hand aufs Herz – am Ende eures Lebens wahrscheinlich doch nicht so wichtig gewesen sein werden.

 

Wie wir Weihnachten und Silvester gefeiert haben – und ein kurzer Jahresrückblick (ja, ja, das auch noch!)

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Feiertage und einen guten Rutsch! Wie die Feiertage bei uns verlaufen sind, will ich euch heute auch noch schnell erzählen. Ist ja doch irgendwie Pflicht, oder?

Kurzfassung:

Schee war’s!

Langfassung:

Als ich im Oktober anfing, über die Weihnachtsplanung nachzudenken,…. Ha, nein, Scherz! So früh brauchte ich nicht anzufangen. Meine schlaue Schwester, bei der wir dieses Jahr gefeiert haben, hatte nämlich alle Tops & Flops vom letzten Jahr aufgeschrieben und ausgewertet und so verlief zumindest Weihnachten überwiegend harmonisch und gemäß Plan.

Der kleine Kaaskop war am 23. noch zu einem Kindergeburtstag eingeladen und das passte mir gut in den Kram, denn es musste noch 30 Jahre altes Lego Vintage-Lego gewaschen und die Geschenke ungesehen ins Auto geladen werden. Um viertel vor sechs holten wir das mit poffertjes vollgestopfte Kind ab und knapp zwei Stunden später kamen wir bei meiner Schwester an. So konnten wir ganz entspannt in den Heiligabend (bzw. -morgen) starten.

Heiligabend

Wir schmückten den Baum, der kleine Kaaskop baute mit seinem Onkel eine Murmelbahn zusammen, wir holten die Omi vom Bahnhof ab* und schmissen uns ins Schale. Natürlich gab es nachmittags noch Adventskaffee.

kaffee

Der kleine Kaaskop war recht aufgeregt und fragte zwischendurch mehrmals, wann denn jetzt der Weihnachtsmann käme. Als es anfing zu dämmern, schnappten wir uns den kleinen Mann und gingen auf den Spielplatz um die Ecke. Ich blieb unauffällig zurück und legte die Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Nach einer Weile rief Onkel S. dem kleinen Kaaskop zu, er habe etwas Rotes im Garten gesehen. Na, das hättet ihr mal sehen sollen! Der kleine Kaaskop war völlig aus dem Häuschen und lief aufgeregt allen voran zurück zum Haus, um zu schauen, ob es tatsächlich der Weihnachtsmann gewesen war.

weihnachtsbaum

Onkel S. wollte eigentlich reihum würfeln, wer ein Geschenk auspacken darf, aber das war nicht drin. Der kleine Kaaskop sortierte erst alle Geschenke** und dann packten wir der Reihe nach jeweils eins aus. Der kleine Kaaskop, der in seinem weinroten Hemd mit Krawatte einfach zum Anbeißen niedlich und „groß“ zugleich aussah, machte natürlich als erstes das größte Päckchen auf. Meine alten Lego-Steine einschließlich Reihenhäuschen und Pkw mit Wohnwagen. Im zweiten war die Pirateninsel von Playmobil – DAS Geschenk des Jahres. Er sprang völlig begeistert auf, zeigte auf das halbausgepackte Geschenk und rief: „Piraten-Playmobil! Das habe ich mir gewünscht!!“ Vom Rest der Bescherung habe ich hauptsächlich unscharfe Fotos, es war einfach zu aufregend. Und die Kamera zickte rum, meh.*** Außerdem musste ich ja zwischendurch auch meine Geschenke auspacken. Mein persönliches Highlight unter den Geschenken war der knallrote Brotkasten von Wesco. Danke, lieber Weihnachtsmann!

a-packt-aussimon-packt-ausb-packt-aus

Während mit den Geschenken gespielt wurde, legten meine Schwester und der große Kaaskop letzte Hand ans Festessen: Brathähnchen mit Apfelmus, Kroketten und Buttermöhrchen. Nicht zu aufwändig, trotzdem lecker und etwas Besonderes. Nach dem Essen wurde weitergespielt und als der kleine Kaaskop im Bett lag, spielten wir Großen noch ein Paar Runden „6 nimmt“.

1.Weihnachtsfeiertag

Am ersten Feiertag durfte ich, weil ich beim Kartenspielen haushoch verloren hatte, ausschlafen. Dann gab es lecker Frühstück und danach lümmelten wir hauptsächlich rum. Abgesehen von meiner Schwester, die wieder mal der Lieblingsspielkamerad des kleinen Kaaskop war. Mittags gab es Lamm mit Kräutermarinade, Hasselback-Kartoffeln, stoofpeertjes und Böhnchen. Am Abend machten wir drei (Import)Kaasköppe uns wieder auf den Weg zurück nach Holland. Der kleine Kaaskop schlief unterwegs ein und wachte am nächsten Morgen erst gegen halb neun (!) auf.

dinner

2. Weihnachtsfeiertag

Am zweiten Feiertag waren wir ab mittags bei meiner Schwiegermutter zu Besuch. Das war wider Erwarten total entspannt und nett! Geschenke gab es keine, hier in Holland kommt (in der Regel) ja nicht der Weihnachtsmann sondern der Nikolaus/Sinterklaas (viel logischer, wenn man mal über die Entstehung der Geschenketradition nachdenkt). Dafür gab es Torte (gekaufte) zum Kaffee, und der kleine Kaaskop spielte mit Hingabe mit dem alten äh Retro-Spielzeug, das die Oma für ihre Enkel bereithält. Die Steckperlen hatten es ihm angetan, auch wenn er nicht wusste, was das Bild eigentlich darstellte. Es war ein Telefon. Also, so eins mit Hörer und Drehscheibe. Kennt er ja gar nicht, sowas. Da meine Schwiegermutter nicht gerne kocht, hatte sie aus den schicken Sonderprodukten von AlbertHeijn für die Feiertage ein Menü zusammengestellt. Es gab unter anderem Lachs in Blätterteig, sehr lecker!

steckperlen

Silvester

Nachdem wir letztes Jahr Silvester bei meiner Schwester gefeiert hatten, kamen sie dieses Jahr zu uns. Der alte Kaaskop, den wir an Weihnachten gar nicht gesehen hatten, kam ebenfalls. An Deko hatten wir irgendwie überhaupt nicht gedacht, und so „feierten“ wir recht schlicht. Es gab Fondue (mit Bouillon anstatt mit Fett).

fondue

Weil man dabei ja lange am Tisch sitzt, und der kleine Kaaskop nicht lange stillsitzen kann (und auch bald satt war), durfte er ein bisschen fernsehen. Eigentlich sollte er dann so gegen 20 Uhr ins Bett, aber in der Nachbarschaft wurde schon so viel geknallt, dass er nicht schlafen konnte. Jedes Mal, wenn ein paar Raketen/Böller hintereinander abgeschossen wurden, setzte er sich auf und fragte aufgeregt: „Geht es jetzt los?!“ Nach einer halben Stunde, in der ich mich sogar mit ihm in mein Bett gelegt hatte, weil ich dachte, an der Seite des Hauses wäre es ruhiger, gab ich auf. Der kleine Kaaskop konnte sein Glück kaum fassen – er durfte wirklich wieder mit nach unten ins Wohnzimmer und mitfeiern!

Unerwarteterweise verhielt er sich auch total ruhig. Nachdem er mit Opa den Lego-Katalog durchgeschaut hatte, saß er beim Kartenspielen (wieder „6 nimmt“) neben mir am Tisch, futterte Salzstangen, durfte für mich die Karten ablegen und rannte ab und zu zum Fenster, wenn es draußen mal wieder knallte. Zwischendurch futterten wir Berliner und oliebollen, Chips und Cocktails und um Mitternacht stießen wir natürlich mit Champagner an.

6nimmtoliebol

Es war ziemlich neblig draußen und durch den Rauch der Böller und Raketen konnte man draußen bald gar nichts mehr sehen. Trotzdem wollte der kleine Kaaskop unbedingt mit Papa raus, um sich genauer anzugucken, was die Nachbarn da so alles in die Luft jagten. Wir selber hatten mit Blick aufs vorhergesagte Wetter und die Umweltverschmutzung kein Feuerwerk gekauft. Aber niedlich sah der Pyjamahosenmatz in seinen Schneestiefeln und der Tigermütze aus, wie er dort im Dunkeln über den Bürgersteig hüpfte!

Zum Abschluss guckten wir noch „Dinner for one“, wobei der kleine Kaaskop fast auf dem Sofa einduselte. Der große Kaaskop findet „Dinner for one“ ja dämlich, hier in Holland kennt man das gar nicht. Gegen eins lag der kleine Kaaskop dann im Bett, wo er leider nur bis 8 schlief. Zum Glück war ja Opa da, um ihn zu bespaßen, bis wir uns auch aus dem Bett gequält hatten.

Bye, bye, 2016

Von den vielen schlechten Entwicklungen in der Welt abgesehen war 2016 für mich eher so làlà. Das Leben plätschert halt weiter. Wirklich einschneidende Ereignisse gab es im Hause Importkaaskop in diesem Jahr nicht. Aber natürlich ein paar Höhepunkte: Der kleine Kaaskop kam in die Schule. Der kleine Kaaskop hat Radfahren gelernt. Ich fahre (nach mindestens 5 Jahren Abstinenz) wieder Auto; wenn auch eher unfreiwillig. Der Sommerurlaub war auch sehr gelungen.

Hallo 2017

Was 2017 uns bringen wird, bleibt natürlich abzuwarten. Erstmal freue ich mich auf unseren Ski-Urlaub Ende Februar. Dann will ich im Sommer endlich mal wieder nach Schweden. Und wenn das auf der Arbeit so weitergeht, wird es dort wohl ein paar Veränderungen geben. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff, oder so ähnlich… Und ansonsten: schau’n wir mal!

Ein frohes neues Jahr euch allen! Möge es Gutes bringen!

* Note to self: Nächstes Jahr klare Anweisungen zum Reisegepäckpacken geben. Geschenke unten in den Koffer, uninteressantes größeres Zeug (Schuhe, Waschbeutel oder so) in den Leinenbeutel, nicht andersrum!

** Note to self (2): Nächstes Jahr alle Schenkenden bitten, deutliche Namen auf alle Geschenke zu schreiben. Keine namenlosen Päckchen, keine Anfangsbuchstaben von Spitznamen oder Ähnliches.

*** Note to self (3): Fünf Minuten vor der Bescherung ist KEIN guter Zeitpunkt, an den Einstellungen der Kamera rumzuspielen.

Wenn ich twittern würde (11)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • Kann ich irgendwo eine Petition unterschreiben zugunsten einer hollandweit geltenden Regelung der Schuh-rausstell-Tage?! #sinterklaasnervtjetztschon
  • Nach 2 Monaten Berufsverkehr in Holland wird mir immer klarer, warum so viele Holländer lieber radfahren. #gelbekennzeichenundso
  • Dass einem morgens um 7 ein Plüschhund dankbar das Bein leckt, weil er gleich den Wasserkocher einschalten darf, sagt einem vorher auch keiner!
  • Wenn das Kind denkt, dass der Papa (Schoko-)Soße im Ohr hat, sollte der Papa deutlicher sprechen (suizen/saus = ein Sausen/Soße).
  • Entwarnung: die braunen Krümel rund ums Klo sind keine Exkremente sondern Kekskrümel. Fragt nicht.
  • Wollte Ende November im Spielwarengeschäft einen Lego-Katalog holen. Ich bin ja auch so naiv!
  • Wenn Vierjährige englische Weihnachtslieder singen: Jingle bell, jingle bell, oh my way! Disconight, weh oh weh, op een slee!
  • Das Schwierige an den Weihnachtseinkäufen ist ja, dem vielen tollen Spielzeug zu widerstehen, das man selber gerne hätte. #allejahrewieder
  • Wenn das Kind morgens unter deiner Decke aufwacht und anstatt „Ich hab Hunger! Steh auf, Mama!“ ruft: „Mama lieb!“ und sich wieder an dich kuschelt – unbezahlbar.
  • Tagesausflug in den Efteling. Das Abendessen des Kindes bestand aus einem giftgrünen Lolli in Form eines Drachenkopfes. Verklagt mich doch!
  • Noch eine halbe Stunde Autobahn und das Kind will nur noch „In der Weihnachtsbäckerei“ hören. Ich bin zwar kein Star, aber: Holt mich hier rauuuuus!!
  • Der Sohn erzählt seiner Tante, dass Mamas Auto total dreckig ist. „So dreckig wie unser Haus.“ Kind zu verkaufen!
  • Am 3. Adventssamstag, wenn Köln ein Heimspiel gegen Dortmund hat, mit der U-Bahn vom Dom/Hbf zum Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt fahren wollen. Ich immer mit meinen blöden Ideen!
  • Habe mir am Sonntagvormittag ein Bad eingelassen, weil das Kind ja grad so schön mit Papa spielt. Ich bin ja auch so naiv!
  • Wie es sich für gute Deutsche gehört, waschen das Kind und ich am Samstag das Auto. Frische Luft und körperliche Betätigung – wieso bin ich nicht eher auf diese Idee gekommen?!
  • Adventsbacken mit dem Vierjährigen. Ich nenne es auch: die große Mehlschlacht.

 

#Kind&Verkehr – Denn Autos fahr’n wie der Blitz (und Fahrradfahrer auch)

Huch, morgen läuft ja schon die Blogparade von Verflixter Alltag ab! Da muss ich noch schnell mitmachen, denn Verkehrserziehung ist mir wichtig, schließlich ist hier im dichtbesiedelten Holland immer viel Verkehr – auf dem Bürgersteig, dem Fahrradweg und der Straße!

Kind und Verkehr Blogparade

Im Kinderwagen und zu Fuß

Weil wir, als der kleine Kaaskop laufen lernte, mitten in der Stadt wohnten, habe ich von Anfang an darauf geachtet, dass er die Verkehrsregeln kennenlernt. Schon als ich ihn noch im Buggy zum Park/Spielplatz kutschierte, habe ich immer auf rote und grüne Ampeln, nahende Autos und Fahrräder usw. hingewiesen. Wenn der kleine Kaaskop es nur oft genug hört, merkt er es sich hoffentlich irgendwann und handelt danach, so die Idee. Ansonsten habe ich damals hin und wieder „Jakob passt auf im Straßenverkehr“ mit ihm gelesen. Und ich habe  ihn immer auf der sicheren Seite gehen lassen (also nicht direkt neben dem viel befahrenen Fahrradweg – da ging ich) und wirklich NIE mal Fünfe gerade sein lassen und bei Rot die kleine Seitenstraße überquert, nur weil da wirklich nie ein Auto rauskam. Auch mit dem Fahrrad bin ich nie bei Rot rüber, wenn mein Kind dabei war – im Gegensatz zu manch anderen Eltern.

Laufrad und Fahrrad

Als der kleine Kaaskop dann mit seinem Laufrad unterwegs war, habe ich ihn bei jeder Gelegenheit daran erinnert, dass er an der Ecke warten soll, dass er nicht ohne zu gucken bzw. nicht ohne mich über die Straße fahren darf und dass er auf Fußgänger aufpassen soll. Puh, da hatte ich immer Angst, dass er einfach so rübersaust und angefahren wird! Hat er wohlgemerkt ein Mal gemacht, zum Glück kam weit und breit nichts.

Hier in Holland bedeutet Verkehr ja unweigerlich Fahrrad fahren. Holländer werden quasi mit ’nem Fahrradsattel unterm A… geboren. (Findet übrigens auch Alex vom Blog buurtaal, die gerne glaubt, dass eine bestimmte Region im Gehirn von Niederländern im Straßenverkehr aktiver ist als bei den Einwohnern anderer Länder.) Entsprechend früh lernen kleine Holländer Fahrrad fahren. Der kleine Kaaskop war gerade vier, als er den Stützrädern adieu sagte. Zu meinem Leidwesen will er seitdem ständig auf seinem eigenen Fahrrad zur Vorschule fahren. Anfangs habe ich ihn auf dem Bürgersteig fahren lassen und bin dann ebenfalls auf dem Bürgersteig hinter ihm her, mit „Langsam fahren!“ in der Wiederholungsschleife. Ganz wohl war mir dabei zwar nicht, aber es waren selten Fußgänger unterwegs, der Gehweg ist hier sehr breit und selber auf der Straße fahren war wegen des breiten Grünstreifens zwischen Straße und Fußweg kommunikationstechnisch nicht praktisch. Wenn mal ein Fußgänger unterwegs war, sind der kleine Kaaskop und ich immer ordentlich abgestiegen, denn die haben auf dem Bürgersteig schließlich Vorrang.

Irgendwann wollte der kleine Kaaskop dann unbedingt auch auf der Straße bzw. dem dort markierten schmalen Radweg fahren. Und meistens habe ich ihm das erlaubt, denn erstens ist die Schule nicht weit weg, zweitens gilt dort Tempo 30, drittens ist dort nicht soo viel Verkehr und viertens muss er das ja auch  lernen. Ich fahre dann entweder auf der „Autoseite“ neben ihm oder hinter ihm und rufe gefühlte drölfzigmal „Nicht über die Linie fahren! Nicht so schnell!“ Bei den beiden Seitenstraßen von rechts lasse ich den kleinen Kaaskop IMMER anhalten/langsam fahren und warte, bis ER geguckt hat, ob da ein Auto kommt. Die erste Straße von rechts ist eigentlich eine mittelgroße Kreuzung, die recht gut einsehbar ist, aber da kommen auch oft Autos raus, die es eilig haben. Die zweite Seitenstraße ist klein, wegen der an der Ecke geparkten Autos aber schlecht einsehbar. Einerseits kann ich verstehen, warum die Nachbarn ihren neunjährigen Sohn noch nicht alleine zur Schule radeln lassen wollen. Andererseits erscheint er mir vom Typ her besonnen genug, das zu können. Naja.

Schreckmoment und Ärgernisse

Den kleinen Kaaskop lasse ich jedenfalls noch lange nicht alleine radeln. Im Sommer waren wir nämlich zu dritt zum Supermarkt geradelt und da hat er, weil er gerade etwas erzählte, weder gemerkt, dass in dem unübersichtlichen Durchgang zum Parkplatz aus der anderen Richtung ein Auto kam, noch unsere Warnrufe gehört. Zum Glück sind die Autofahrer hier in Holland so einiges gewohnt von anderen Verkehrsteilnehmern. Apropos andere Verkehrsteilnehmer: Ich ärgere mich regelmäßig über die Leute, die die Ecke der kleinen Seitenstraße zuparken, und noch mehr über die Leute, die uns vorlassen, obwohl sie Vorrang haben. Grrr! So lernt mein Kind es doch nie, denk ich dann. Aber das geht wohl vielen Müttern so, vermute ich!

Tipps für das Radfahren mit Kindern

Auf der Website MoodKids.nl habe ich zufällig neulich einen alten Artikel mit guten Tipps fürs Radfahren mit Kindern gelesen. Die möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Wenn ihr in der Stadt wohnt, könnt ihr eurem Kind das Radfahren auch im Urlaub an einem Ort mit wenig Verkehr beibringen.
  • Gebt eurem Kind ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten mit Wimpel, damit sie auch hinter Autos gut zu sehen sind.
  • Üben, üben, üben. Fangt möglichst früh damit an, eurem Kind die Verkehrsregeln aktiv beizubringen. Lasst es Verkehrssituationen selbst beurteilen und Entscheidungen treffen (oder vorschlagen). Fahrt zum Beispiel zusammen mit dem Fahrrad und weist euer Kind darauf hin, worauf es achten muss. Fragt: „Wie können wir hier am besten die Straße überqueren?“oder „Wenn du dieses Schild dort siehst, was machst du dann?“
  • Denkt daran, dass Kinder niedriger auf ihrem Fahrrad sitzen als ihr selber und deshalb einen anderen Blickwinkel bzw. eine eingeschränkte Sicht haben.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es auch auf andere Verkehrsteilnehmer achtet. Dass man selber die Verkehrsregeln beachtet, bedeutet nicht, dass andere das auch tun. Bringt eurem Kind zum Beispiel bei, dass es auch bei Grün gucken muss, ob kein Auto kommt.
  • Lasst euer Kind vor euch oder an der Gehwegseite fahren und lasst es an Ecken/Kreuzungen/Seitenstraßen halten.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es bei roten Ampeln immer hinter dem LKW anhalten soll, niemals daneben.
  • Ab ca. 10-12 Jahre kann man sein Kind alleine zur Schule fahren lassen, je nachdem, wie leicht abgelenkt das Kind ist.

Und zum Schluss noch eine Anekdote: Ich weiß nicht, woher der kleine Kaaskop das hatte, aber einmal, als er über die Straße vor unserem Haus gehen wollte und ein Auto kam, trat er einfach einen Schritt auf die Straße, hob den Arm wie ein Verkehrspolizist und guckte den Autofahrer streng an. Und verflixt, der hielt erschrocken an! Peinlich… Da hab ich schon ein bisschen mit dem kleinen Kaaskop geschimpft. Macht man doch nicht!

Sinterklaas 2016 – über kackende Pferde und das Sinterklaasjournaal

So. Sinterklaas ist wieder auf dem Heimweg nach Spanien. Endlich keine Diskussionen mehr über die Schuhrausstelltage, zu wenig pepernoten im Schuh und ob rommelpiet auch zu uns kommt oder nicht. (Der „Unordnung-Piet“ hat nämlich eines Nachts das Klassenzimmer auf den Kopf gestellt und für die Kinder ein kleines Geschenk zurückgelassen (im Mülleimer!), und der kleine Kaaskop fand das so toll, dass er zuhause auch von rommelpiet besucht werden wollte. Die Bemerkung, dass er selbst schon genug Unordnung macht, habe ich mir mal verkniffen.) Auch die Lehrer/innen werden wohl ganz froh sein, dass der Sint wieder weg ist, denn abgesehen von mehr Arbeit wegen der verschiedenen Sinterklaasaktivitäten bedeutet diese spannende Zeit auch mehr Unruhe in den (Vorschul-)Klassen.

Amerigo macht A-a

Am Freitag war „pietenochtend“ mit pepernoten-Backen, pietengym (Fitnessübungen für Pieten), Film und pepernoten-Bingo und am Montag kam Sinterklaas in der Schule zu Besuch. Der kleine Kaaskop und ich kamen gerade noch rechtzeitig, um mit seiner Klasse auf den Schulhof der höheren Klassen zu marschieren, wo Sinterklaas ankommen sollte. Ich hatte nämlich durch ein Missverständnis nicht mitgekriegt, dass die Kinder an diesem Tag eine Viertelstunde früher kommen sollten. Ähem. Immerhin hatte ich mir den ganzen Tag freigenommen, um pakjesavond (+/- die Bescherung) vorzubereiten und so konnte ich noch kurz bleiben und mir Sinterklaas angucken. Der kam, wie es sich gehört, auf seinem Schimmel Amerigo angeritten und hatte ein paar zwarte Pieten dabei. Nix Schornstein-Pieten, die hier waren richtig schwarz geschminkt, mit dicken, roten Lippen. Der kleinste Piet kam auf einem Hoverboard angefahren, woah! Während die Pieten pepernoten in die versammelte Kindermenge warfen, redete der Sint kurz mit der Direktorin und schüttelte ein paar Kindern die Hand.

sint1

Das Highlight war für die kleineren Kinder aber, dass Amerigo ein paar dicke Pferdeäpfel auf dem Schulhof hinterließ! Dann gingen alle wieder rein und ich nach Hause. Später erfuhr ich, dass Sinterklaas auch noch in der Klasse des kleinen Kaaskop vorbeigekommen ist und für alle ein Geschenk dabei hatte. Für die Jungs einen kleinen Plastiktraktor mit blinkenden Reifen und einem ganz furchtbaren „Motorgeräusch“. Für die Mädchen einen Handspiegel und eine Haarbürste zum selberverzieren. No comment.

Warten auf Sinterklaas

Auf dem Nachhauseweg war der kleine Kaaskop etwas überdreht, logisch. Erstaunlicherweise ging es zuhause aber ganz gut. Gegen 15 Uhr kamen Opa und Oma, wir tranken Kaffee und aßen pepernoten und Kekse und dann wurde der kleine Kaaskop spürbar ungeduldiger. Wir hatten in einem Moment der Weisheit beschlossen, dieses Jahr vor dem Essen die Geschenke auszupacken. Der große Kaaskop hatte den Jutesack, den meine Schwester aus Entsetzen über den letztes Jahr notgedrungen zums Geschenkesack umfunktionierten Müllsack für uns besorgt hatte, schon am Sonntagabend ins Auto gelegt und sollte ihn heimlich vor die Tür legen, anklopfen und dann schnell wieder ins Auto steigen und so tun, als käme er gerade erst von der Arbeit. Gerade noch rechtzeitig dachte ich an den Profitipp eines Kollegen, die Haustür abzuschließen, damit „Piet“ mehr Zeit hat, ungesehen wieder ins Auto zu kommen. Es klappte wie am Schnürchen!

Er kommt, er kommt!

Als ich gerade mit dem kleinen Kaaskop ein Winterbild ans Kinderzimmerfenster malte, klopfte es laut an der Tür. „He, hat da jemand geklopft? Wer kann das denn sein?“, fragte ich. Der kleine Kaaskop hielt kurz inne, rief dann aufgeregt: „Ha! Zwarte Piet!“ und lief nach unten. Als er den Sack vor der Tür entdeckte, war er völlig aus dem Häuschen, rief „Yo-ha! Wir haben Geschenke! Geschenke!“ und lief dann ein paar Schritte auf Socken in den Vorgarten, um zu gucken, ob er zwarte Piet noch irgendwo entdecken konnte. Aber der war schon wieder weg. Hat ja viel zu tun, der Gute. Der kleine Kaaskop schleppte den Sack ins Wohnzimmer und bekam nur am Rande mit, dass eine Minute später Papa nach Hause kam. Erstmal wurden alle Geschenke sortiert und verteilt (sie waren gekennzeichnet), dann packten wir reihum eins aus. Der kleine Kaaskop rief bei jedem Geschenk (sogar beim alljährlichen Schokoladenbuchstaben) freudig: „Ja! Das wollte ich haben!“ Meine Schwiegermutter hielt sich zum Glück etwas zurück mit verräterischen Bemerkungen à la „Das war bei XY im Angebot“ und überhaupt verlief alles ziemlich harmonisch. (Im Gegensatz zu Sinterklaasavond letztes Jahr)

auspackenpyjama

Der kleine Kaaskop bekam: Sinterklaas mit Pferd, Piet und Dampfer von Playmobil, kinetischen Sand, ein Buch, eine Paw-Patrol-DVD, einen Buchstabenkasten, einen Schokoladebuchstaben und zwei Playmobil-Banditen.

cadeaus

Er beklagte sich zwar, dass er gar kein Lego von seinem Wunschzettel bekommen habe, aber das stimmte nicht. Er durfte seit Sinterklaas‚ Ankunft hier in Holland 3-mal seinen Schuh rausstellen und hatte darin auch ein Polizeiauto, einen Rennwagen, einen Leiterwagen und einen Feuerwehrhubschrauber von Lego bekommen. „Vintage“-Lego, genauer gesagt: das alte von mir und meiner Schwester. Um Fragen über die fehlenden Kartons vorzubeugen, lag ein Briefchen von Sinterklaas dabei, auf dem stand, dass sie die Kartons leider für die Übungspäckchen brauchten.

Warum ich das Sinterklaasjournal so mag

Übungspäckchen? Was’n das? Tja, die kannte der kleine Kaaskop vom Sinterklaasjournaal. Darin hatte nämlich ein schlauer Unternehmer das Pietenhaus, wo die Truppe aus Spanien während ihres Aufenthalts in Holland wohnt, in „Erlebnispark Pietenhaus“ verwandelt. Und die bunt geschminkten „Touristen“, die dort gegen Bezahlung Piet spielen durften, brauchten Päckchen zum Üben. Hach, ich mag das Sinterklaasjournaal! Das ist wegen der Anspielungen auf gesellschaftliche Angelegenheiten und Wortspiele auch für Eltern lustig und die „Lösung“ für die zwarte-Piet-Frage finde ich persönlich genial. Aber dazu gleich mehr. Der Reporter vom Sinterklaasjournaal fragte den Unternehmer ganz verwirrt slash entsetzt: „Ein Erlebnispark?! Ja, aber…das kann man doch nicht einfach so machen?!“ Und er sagte: „Ja, das habe ich schon öfter gehört. Aber ich sage dir: ich habe es gemacht und siehe da, es geht!“ Soviel zum Thema „Schornstein-Pieten und bunt geschminkte Pieten“. Ha! Nach dem Kuddelmuddel mit den Touristen/falschen Pieten, leeren Übungspäckchen, die aus Versehen in die Schuhe der Kinder gesteckt wurden, verschwundenen Päckchen für pakjesavond und einem sich sehr merkwürdig benehmenden Sinterklaas, kam am 4. Dezember die große Auflösung. Die Päckchen tauchten wieder auf, der Sint hatte heimlich ein Loblied auf seine Pieten gedichtet und mit einem Chor einstudiert und die „Touristen“ durften bleiben, denn Sinterklaas meinte, er freue sich über alle Pieten, denn was wäre er denn ohne seine Pieten und ein Fest feiert man mit allen zusammen.  (Oder so ähnlich.) Mit anderen Worten: es ist egal, ob die Pieten schwarz, weiß, rot-blau-weiß-orange oder mit Rußstreifen sind, Hauptsache, es bleibt gezellig für alle.

Falls ihr Niederländisch könnt, hier die Sendung mit der Zusammenfassung (Film oben links, „zondag“).