Worüber ich in den letzten Wochen nicht gebloggt habe

Wochen? Ach, es waren wohl eher Monate. Irgendwie war die Luft raus. Ich habe zwar fleißig Blogs gelesen, Blogartikel angefangen und mir mehrmals vorgenommen, an diesem Tag endlich einen davon weiterzuschreiben, aber nö. Nach 7-8 Stunden hinterm PC im Büro konnte ich mich abends einfach nicht aufraffen, zuhause auch noch auf den Bildschirm zu starren (Instagram und FB auf dem Smartphone nicht mitgerechnet). Dazu kam, dass an den Wochenenden neben Haushalt und Garten natürlich auch Familienzeit auf dem Programm stand und mir wegen Schulferien und zusätzlichen freien Tagen wegen Himmelfahrt, Pfingsten und Fortbildung der Lehrer die Me-Time am Freitagvormittag fehlte.
Ein wenig leid tat mir das aber schon. Schließlich hatte ich eigentlich vorgehabt, etwas regelmäßiger zu bloggen! Stattdessen habe ich es nicht mal auf die Reihe gekriegt, meine Nicht-Tweets regelmäßig um den 15. herum zu veröffentlichen. Möp.
Um euch ein wenig aufs Laufende zu bringen, hier also eine kurze Übersicht der Dinge, die mich in der letzten Zeit beschäftigt haben.
Was ich (noch) nicht verbloggt habe:
  • unseren Besuch der Playmobil-Ausstellung in Venlo
  • unseren Tag am Strand in Noordwijk
  • was sich bei uns im Garten tut
  • meinen Beitrag zur Blogparade von Verflixter Alltag
  • das Rezept für ein leckeres Garnelenrisotto
  • ein Rezept für einen leckeren Schokokuchen
  • ein Blitzrezept für leckere Kekse
  • die Unterscheide zwischen holländischen und deutschen Reihenhausgartenzäunen
  • meine Gedanken zu einem Artikel der Welt über Teilzeit
  • was Kinder hier in Holland so essen (das erfahrt ihr aber in meinem Beitrag zur Reihe „Was essen Kinder in anderen Ländern?“ auf dem Blog Myhealthykid.de)
Was ich stattdessen getan habe:
  • das sonnige Wetter genossen (als es da war)
  • Unkraut (Schachtelhalm!!) gejätet
  • endlich mal wieder Bücher (Mehrzahl!) gelesen
  • in Gartenzeitschriften geblättert (ich bin süchtig)
  • Kindergeburtstage mitgefeiert
  • mit meiner Schwester geshoppt
  • Downton Abbey geguckt
  • Einschlafbegleitung betrieben (dann überlege ich mir, was ich bloggen werde, und wenn der kleine Kaaskop schläft, habe ich keine Energie mehr dafür)
  • geputzt
  • gepuzzelt (großes Familienhobby!)
Und dann nehme ich mir hiermit erneut vor, wieder etwas regelmäßiger zu bloggen! Schönes Wochenende euch allen!

Wenn ich twittern würde (14)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • „Da vorne sind endlich die Berge! Das erkennt man daran, dass Berge oben spitz sind und Wolken nicht.“ Niederländisches Kind (5) sieht zum ersten Mal Berge.
  • Die Wiese war gestern grün und jetzt ist sie weiß, also hat es geschneit.“ Wie war das mit „Kinder kriegen ihre Intelligenz von der Mutter“??
  • „Pommes! Pommes!! …Und jetzt Pizza! Pizza! Pizza!!!“ Bin verwirrt. Sind wir jetzt auf der Skipiste oder im Bistro?
  • Jo mei, wenns hier in Bayern ka Krupuck geben tut, nimma hoalt normale Chips. Oder so.
  • Nach einem Vormittag auf der Piste ist es übrigens eine gaaanz dumme Idee, zum Mittagessen Kaiserschmarrn zu machen. Jedenfalls ohne Elektromixer.
  • Kind im Auto zu mir: „Mama, wenn ich ein Rosinenbrötchen darf, musst du nie wieder einen Pups einhalten!“ Deal.
  • Die Nachmittagsbetreuung ruft tatsächlich sofort die Eltern an, wenn das Kind unabgemeldet nicht erscheint. Für Sie getestet.
  • Deutschland: Der Skiverleih akzeptiert nur Bargeld. Holland: Das erste Eis des Jahres (eine Kugel) mit EC-Karte bezahlt. Mein persönlicher Culture Clash.
  • Der Fünfjährige hat schonmal Kaffee gekocht. Eigentlich wollte er ja den Tisch decken, aber das war ihm dann doch, „zu anstrengend“. Aber vor 7 Uhr aufstehen wollen, oder wie?!
  • Habe im Auto eine CD mit Deutschrock eingelegt. Hm. Klingt irgendwie…putzig.
  • Das Kind bevorzugt seit einer Woche den Papa als Vorleser und Einschlafbegleitung. Soll ich mich jetzt heimlich freuen oder eine Runde weinen gehen?
  • Herrlich, die Frühlingssonne! Ach übrigens: Wann kommt eigentlich wieder der Fensterputzer?
  • Niederländische kleine Kinder, die ihre Eltern siezen und sie „Mutter“ und „Vater“ nennen. Es gibt sie noch! #kinnladewiederhochklapp
  • Wenn der technische Zustand deines Autos deinem inneren Schweinehund ein Schnippchen schlägt..
  • Autopilot: Wenn man nach dem Winter zum ersten Mal wieder das Rad nimmt und bei Ankunft beim Büro nach einem Parkpatz Ausschau hält.
  • Am Abend vor einer katholischen Beerdigung ein Curry mit Lauch essen. What was I thinking?!
  • „Was für Batterien müssen da rein? AA? BB? Oder CC?“ Hachz!
  • Mein Arbeitsweg ist eine olfaktorische Herausforderung: frischgebackenes Brot (morgens), Abgase, frischgemähtes Gras, Benzin, Pommes (abends), Kuhscheiße…alles dabei!
  • Der Fünfjährige hat einer Mitschülerin völlig aus eigenem Antrieb 10 Cent abgegeben, damit sie auch einen bunten Papierstreifen für den Regenbogen der Spendenaktion kaufen kann. Irgendetwas mache ich also doch richtig!
  • Ich habe ein paar Stunden kinderfrei und jetzt weiß ich nicht. Frisör? Küchenboden wischen? Magneten für den Familienplaner basteln? Bloggen? Buch lesen? Shoppen? Hilfeeeee!

Unser allererster „Wintersport“-Urlaub

Obwohl es hier in Holland bekanntlich keine Berge gibt, sind die Holländer verrückt nach Bergen. Jedenfalls im Winter. Der alljährliche Skiurlaub ist für viele Holländer ein Muss und heißt hier wintersportvakantie. Die Schulen haben im Februar/März  ein oder zwei Wochen Ferien, und dann fahren viele Familien im vollgepackten Auto gen Süden, um sich in Österreich oder sonstwo von den verschneiten Bergen zu stürzen. Bei der niederländischen Königsfamilie hat der jährliche Skiurlaub in Lech auch nach Prinz Frisos tödlichem Lawinenunfall vor fünf Jahren Tradition, einschließlich Fotoshooting.

Dieses Jahr haben wir nun auch endlich mal Skiurlaub gemacht, mit meiner Schwester und meinem Schwager. Mein Schwager fährt schon seit seiner Kindheit Ski, meine Schwester hat das Skifahren vor zwei Jahren für sich entdeckt. Meine Skierfahrung beschränkte sich auf ein paar Stunden langlaufen auf eigene Faust und der große Kaaskop kann wegen seines Knies gar keinen Sport treiben (außer Schwimmen). Wir hatten den kleinen Kaaskop heiß gemacht mit „Conni fährt Ski“, „Jan und Julia in den Bergen“ und Videos von unserem Urlaubsort auf Youtube, und er erzählte in der Schule stolz, dass er nach Süddeutschland zum Skifahren fährt.

Nun ja, ein bisschen Ski ist er dann auch gelaufen, aber nicht wirklich viel. Anreisetag war Samstag, und wir hatten erstmal nur für den Sonntag 2 Stunden Skikurs am Vormittag gebucht. Das hieß natürlich relativ früh aus dem Haus, Skiausrüstung ausleihen (was für ein Chaos beim Skiverleih!), Skiausrüstung irgendwie anziehen, den Skilehrer suchen… Der kleine Kaaskop fand es offenbar viel zu rummelig, ich eigentlich auch, es war total warm da drinnen und es fehlte nicht viel und wir hätten alles hingeschmissen. Ich mühte mir einen ab, als wir erstmal mit einem Ski den flachsten Hügel runterrutschen und dann wieder hochstapfen sollten, bremsen übten usw. Es war in der Sonne auch viel zu warm, ca. 10 Grad, und da machte es allein schon wegen der Schwitzerei in der warmen Skijacke einfach keinen Spaß. Erst als wir am Ende der zwei Stunden „richtig“fahren durften (und mit dem Schleppseil nach oben anstatt mühsam hochzustapfen), beschloss ich, den Kurs durchzuziehen.

auf der Piste

Der kleine Kaaskop hatte wohl auch Spaß, vor allem als Hörni, das Maskottchen der Skischule, kam und Gummibärchen verteilte.

Kaaskop auf Skiern
Der kleine Kaaskop in Aktion

Am Nachmittag war er aber offenbar etwas überfordert mit der neuen Umgebung, dem unstrukturierten Tagesablauf und wohl auch müde von der langen Fahrt am Vortag und den Eindrücken des Skikurs. Da leider kaum Schnee lag (außer auf der Piste) und man im Dorf wenig anderes machen konnte (nix Schlittenfahren, Schneemann bauen usw., schnüff), waren wir etwas planlos und gingen uns gegenseitig auf die Nerven. Wir mussten wohl erst noch richtig „ankommen“. Aber zum Glück: Tante A. und Onkel S. to the rescue! Da der kleine Kaaskop eh einen Tag Skipause machen wollte, verzichteten die beiden am Montagmorgen auch aufs Skifahren und fuhren stattdessen mit dem kleinen Kaaskop ins Schwimmbad, während der große Kaaskop mich zum Skikurs fuhr und es sich dann auf der Terrasse am Fuße der Piste gemütlich machte.

Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder rosiger aus, zumal es – hurra! – den ganzen Dienstagvormittag schneite! Wir überredeten den kleinen Kaaskop mit etwas Zwang, zum Skikurs zu gehen, und mein Kurs übte auf dem Übungshang (mit Tellerlift) Kurven fahren. Und Anstehen, bäh. Für die blutigen Anfänger wie mich gab es nur einen Tellerlift und da mussten halt alle hoch. Unglaublich, wie dreist Kinder sich vordrängeln, mit Stimulierung durch ihre Skilehrer übrigens. Manchmal kam ich kaum vorwärts, weil vorne und hinten jemand mit seinen Skiern auf meinen stand!

Schneetag

verschneite PisteSkischlangeSki im Schnee

Hörnis Skiklasse
Der in der blauen Hose ist meiner!

Nachmittags fuhren wir ins Ski-Outlet und Eis essen. Es war so frühlingshaft! Ich kam mir in meiner sportlichen Skijacke richtig dämlich vor. Aber wir waren nicht die einzigen, die in ihrer Skiausrüstung vor dem Eisladen anstanden, wie man sieht:

lekker Eis

Weil ich ein so geduldiger Mensch binDa es mich nervte, dass ich den Skilehrer quasi fürs Schlangestehen und oben auf dem Hügel auf die anderen aus meinem Kurs Warten bezahlte, und der Skilehrer kaum Anweisungen oder echte Hilfestellung gab, beschloss ich, am nächsten Tag alleine mit meiner Schwester zu üben. Das ging ganz gut, auch wenn es etwas knifflig war, den richtigen Zeitpunkt fürs Losfahren zu wählen. Ständig kamen einem ordentlich in Schlangenlinien über die Piste cruisende Skischüler oder Schuss ins Tal fahrende Fünfjährige in die Quere!

Skiklasse

Rumalbern
Ein bisschen Rumalbern muss sein!

Wir mussten aber auch furchtbar lachen über eine Gruppe Erwachsene, die offenbar dem vierten Gruppenmitglied „mal schnell“ beibringen wollten, wie man Ski fährt. Der fiel natürlich erstmal aus dem Tellerlift und als er endlich wieder stand, sah man schon von Weitem, dass er zum ersten Mal auf Skiern stand. Natürlich fing er an zu rutschen, Skipisten sind ja selten eben, und „Fuck! Fuck! Fuck!“ rufend glitt er ein Stück hügelabwärts, ehe einer seiner Freunde, der seine Skier noch nicht untergeschnallt hatte, ihn abfing. Mann! Leute gibt’s! Wie kann man jemanden, der noch nicht mal bremsen kann, mit auf den Hügel hoch nehmen und glauben, dass man ihm dort zeigt, wie man skifährt?! Eigentlich war es eher gefährlich als lustig. Als ich später mitbekam, wie einer der Freunde sich zu dem naiven Tölpel umdrehte und rief: „Sonst fahr mir doch einfach hinterher!, packte ich mich trotzdem vor Lachen fast in den Schnee. Ja nee, ist klar: nicht bremsen können, aber jemandem hinterherfahren sollen! Tsss…

Pause auf der Piste
Die beiden Kaasköppe warteten unten auf Mama.

Am Nachmittag fuhren wir mit der Gondel rauf zu „Hörnis Nest“. Der kleine Kaaskop war trotz unserer Bemühungen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen, fest davon überzeugt, dass Hörni dort wohnt. dabei ist das nur der Name von dem Lokal oben auf dem Berg. Und weil es dort im Januar gebrannt hatte, war es nur eingeschränkt verfügbar. Die Gondelfahrt war sehr schön, aber oben auf dem Berg war es so furchtbar windig, dass wir lieber wieder zur Mittelstation runterfuhren und dort etwas zu Mittag aßen. Man konnte oben eh nur mit den Skiern ins Tal fahren oder einen Winterwanderweg entlangmarschieren, aber der war uns viel zu lang, und es war echt ungemütlich mit dem Wind. Die Aussicht war aber klasse!

HörnerbahnGipfelrundblickBergein der BahnMittelstationMittelstation2Ausblick aus der Bahn

Am Donnerstgavormittag regnete es in Strömen und so fuhren wir, wie alle anderen Touristen in der Region, ins Spaßbad. Nachdem wir eine Weile draußen im Regen angestanden hatten und dann noch eine Weile drinnen, konnten wir endlich rein. Der kleine Kaaskop ist ja eine richtige Wasserratte, er hatte richtig viel Spaß, obwohl er für die meisten Rutschen noch nicht alt genug war. Es gab unter anderem eine Rutsche, bei der man auf einem Gummireifen runterrutschte, und eine richtig, richtig steile. Man konnte nach draußen schwimmen, beim Kinderland gab es eine Art Piratenschiff und im Nichtschwimmerbecken mit der kleinen Familienrutsche wurde alle halbe Stunde die Wellenmaschine angemacht. Nach zwei Stunden Reizüberflutung fuhren wir wieder ins Ferienhaus zurück. Nachmittags probierten meine Schwester und ich noch den kleinen Übungshügel im Dorf aus (der war gratis mit Allgäu-Karte), aber durch den Regen hatte der Schnee die Konsistenz von „Slush“ (dieses Zerstoßenes-Eis-Getränk) und es machte total keinen Spaß.

Ausblick aus der Fewo
Ausblick aus der Ferienwohnung

Am letzten Ferientag nahm ich mit meiner Schwester zum ersten Mal den Schlepplift ganz nach oben, aber das erste Stück war so steil, dass mir das Herz im Halse klopfte. „Kurze Kurven“ sollte ich machen, sagte meine etwas erfahrenere Schwester, aber wie sich herausstellte, war meine Technik dazu nicht gut genug. Ich fiel zum ersten Mal hin! Und zwar gleich dreimal auf einem Stück von ca. 20 Metern. Ab da wurde es etwas weniger steil und klappten die Kurven. Bei der zweiten Abfahrt fiel ich nur zweimal, verlor dafür aber meinen Ski. Pff. Immerhin lobte mich meine Schwester, dass ich nicht maulig wurde, sondern sofort wieder aufstand und es nochmal versuchte. Den Rest des Vormittags fuhren wir nur noch auf der linken, kürzeren Seite des Bergs, wo der Tellerlift war. Soll ja schließlich Spaß machen! Und nächstes Jahr buche ich erstmal zwei Stunden bei einem Privatlehrer. Jetzt habe ich Lust auf mehr bekommen! Und der kleine Kaaskop sagte gestern noch, er wolle nächsten Winter wieder zu Hörni. „Dann geh ich vier Tage Ski fahren und an den anderen zwei Tagen ins Schwimmbad! Gut, Mama?“

Familie Importkaaskop

Na, schaun ‚mer mal. Jetzt will ich erstmal Frühling!

Wie sieht es denn bei euch aus: Seid ihr auch Skifans oder eher nicht? Alpin oder Langlauf, was gefällt euch besser?

Wenn ich twittern würde (13)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • Ich schicke den Vierjährigen eine leere Klopapierrolle wegschmeißen. „Nein, Mama, damit können wir noch was basteln!“Oh Gott, was hab ich getaaaaaan?!
  • Radfahren im Dunkeln ohne Licht sollte verboten werden. Oh!
  • Habe aus Versehen „raamspinazie“ auf den Einkaufzettel geschrieben. Und jetzt weiß der Mann nicht, wo er im Supermarkt den Fensterspinat finden kann. Blöde false friends
  • Das Kind hat Bügelperlen geschenkt bekommen. „Die kann man bügeln und dann schmelzen die zusammen!“, erklärt es mir begeistert. „Können wir ja mal machen“, antworte ich. „Womit denn?!“- „Na, mit dem Bügeleisen.“ – „Haben wir eins? Wo denn?!“ Gute Frage…sehr gute Frage…
  • Wie meine Schwiegermutter mal mit einem Kaffeegutschein Zug fahren wollte… Erzähl ich, wenn ich fertiggelacht habe.
  • 5 Minuten nach Anfang des Kindergeburtstages und ich bin jetzt schon reif für einen Schnapps!
  • Es ist soweit. Ich kann einen Stegosaurus mühelos von einem Brachiosaurus unterscheiden.
  • Das vom Kind sorgfälig gesteckte Bügelperlenbild gaaanz vorsichtig nach oben tragen, gaaanz vorsichtig auf dem Tisch abstellen, um das Bügeleisen zu suchen und… den Drehstuhl so tollpatschig an den Tisch schubsen, dass es Perlen regnet. Kann ich. Gezeichnet, Rabenmutter des Jahres.
  • Habe dem Sohn eine neue Zahnbürste gekauft, damit er eine seiner ausgefransten wegschmeißt. „Ich will die aber behalten!“, ruf er empört und küsst sie liebevoll alle vier auf die Borsten.
  • Meine Küchenwaage freut sich übrigens immer, wenn das Kind beim Backen „hilft“. Wird sie hinterher endlich mal wieder gründlich saubergemacht.
  • Habe auf Facebook eine Gruppe namens „Metal Kutten“ entdeckt und eventuell kann ich, weil ich an die Mehrzahl von „kut“ dachte, nie wieder aufhören zu lachen.
  • Das Kuscheltier des Sohns frühstückt mit. „Hui-Buh ist fertig mit seinem Müsli!“, meldet der Sohn fröhlich. Der Mann antwortet anerkennend: „High-five, Buh!“ und schlägt mit dem Sohn ein. Ich liebe diese beiden.
  • Der Fünfjährige fragt, warum wir eigentlich keinen „Wohnanhänger für den Urlaub“ kaufen. Oh Gott. Mein kleiner Halbholländer hat das Wohnwagengen!
  • An dem Tag, an dem mein kleiner großer Junge nicht mehr in Strumpfhosen durchs Haus hopsen mag, werde ich weinen.
  • Der Mann räumt kopfschüttelnd den Geschirrspüler neu ein und murmelt irgendwas von „Frauen“und „Kurs für räumliches Denken“. Ansonsten ist er aber ein ganz Lieber, ehrlich.
  • Der Vierjährige ruft empört: „Papa, du hast so leise gepupst, dass ich es bis hier riechen kann!“ Er hat das Prinzip verstanden.

Tatü-tata: So war der Polizeigeburtstag

Nach den beiden Feuerwehrtorten zum 3. und 4. Geburtstag wünschte sich der kleine Kaaskop zu seinem 5. Geburtstag eine Polizeitorte. Und zwar nicht für die Feier mit der Familie sondern für seinen Kindergeburtstag. „Na gut“, dachte ich, „dann machen wir gleich ’ne Mottoparty daraus.“

Eigentlich graute mir ein wenig vor dem Kindergeburtstag: der wuseligen, aufgeregten Kinderbande, dem Lärm, dem Koordinierenmüssen…. Ich bin ganz froh, dass nur einmal im Jahr Geburtstag ist! Die Vorbereitungen machten mir aber Spaß. Ich scrollte mich durch Pinterest und andere Websites, entwarf eine Torte (so schlicht wie möglich, damit der Arbeitsaufwand überschaubar bleibt), schrieb Listen (ich liebe Listen!), …. und diskutierte mit dem kleinen Kaaskop, wen er denn einladen würde. Fünf Kinder durfte er einladen, und sozial wie er ist, wollte er auch die Schwester seines besten Freundes UND deren beste Freundin einladen. Weil sein bester Freund doch so gerne mit seiner Schwester zusammen ist… Die Schwester ist aber zwei Jahre älter, scheint mir wirklich kein Fan von wilden Polizeipartys zu sein und ihre Freundin kenne ich überhaupt nicht! Zum Glück konnten der große Kaaskop und ich den kleinen Kaaskop überzeugen, dass er besser zwei andere Kinder einladen sollte, mit denen er in der Pause und in der BSO selber auch spielt.

Die Vorbereitungen

Ich bestellte im Internet Polizeiparty-Einladungskarten und passende Tröten für die Mitgebseltüte, besorgte Spielhandschellen und eine echt aussehende Wasserpistole (na gut, sie war orange), Bastelkram, Fondant… Den Biscuit-Boden backte ich schon am Wochenende vor der Feier und fror ihn ein. Abends wurde ausgeschnitten, geklebt und sortiert, und am Abend vor der Feier bereitete ich die Fondantbilder für die Polizeitorte vor. Ich hatte mich für eine kleine Torte entschieden, weil ja nur 6 Kinder davon essen würden. (Ha!) Dummerweise bedeutete das auch, dass die Fondantteile auch klein sein mussten, ganz schön fummelig wurde das.

Ich war auch nicht so superzufrieden mit dem Ergebnis, aber ist ja nicht für einen Backwettbewerb, und der kleine Kaaskop fand sie toll. Und das ist schließlich die Hauptsache!

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Fertige Polizeitorte

Mit meinen Basteleien war ich aber zufrieden, und mit dem geplanten Programm auch.

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Basteleien für die Polizeiparty

Der Plan

Die Feier war für 14-17 Uhr geplant. Es sollte losgehen mit Torte essen und Geschenke auspacken, danach die Polizeiprüfung für das Polizeidiplom, das die Kinder am Ende bekommen sollten. Dafür sollten sie mit dem Laufrad einen Slalom-Parcours fahren, durch einen Krabbeltunnel kriechen, mit der Wasserpistole auf eine Zielscheibe schießen, einander festnehmen und (statt Fingerabdruck nehmen) einen Schuhabdruck dem richtigen Paar Schuhe zuordnen.

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Schuhabdruck zuordnen

Als letztes sollten sie dann noch eine eigene Polizeikappe basteln. Danach wollten wir noch Polizeibingo spielen, und die übrige Zeit mit frei spielen verbringen. Soweit der Plan! Aber dann kam es natürlich etwas anders…

Die Polizeiparty

Am Morgen der Feier musste der kleine Kaaskop wie jeden Freitag zur Schule. Währenddessen wollte ich die Torte verzieren, die Klos putzen (den Rest des Hauses natürlich nicht! Das macht man schlauerweise NACH dem Kindergeburtstag!) und mich mental auf den Trubel vorbereiten. Der große Kaaskop wollte Home Office machen. Tatsächlich verbrachte er aber einige Zeit in der Küche, denn ich hatte festgestellt, dass ich die Buttercreme im Tiefkühl nicht mehr benutzen konnte und deshalb neue machen musste. Wenn man nur ein Handrührgerät hat, ist es aber ziemlich schwierig, ohne ein zweites Paar Hände Butter zu mixen und gleichzeitig portionsweise Puderzucker hineinzusieben! Das Fondant musste ich auch noch strecken (sprich: ein zweites Mal gründlich kneten, bis sich das weiße gut mit dem blauen vermischt hatte), damit ich genug für die ganze Torte hatte. Zum Ausruhen kam ich also gar nicht, meh.

Um 12.15 Uhr holte ich den kleinen Kaaskop und einen der Gäste, der normalerweise freitags in den Hort geht, aus der Schule ab, es gab Mittagessen und die beiden spielten friedlich zusammen. Um 14 Uhr ging es dann los. Weil der kleine Kaaskop da gerade mit seinem Freund im Garten spielte, liefen die neu angekommenen Gäste auch gleich dorthin. Das Wetter war ja auch super! Wir ließen die Kinder eine Weile spielen und beschlossen dann, als sie etwas zu wild wurden, statt mit Torte und Geschenke auspacken erst die Polizeiprüfung anzugehen. Mann, was für ein Gewusel! Als ich die Handschellen und die Wasserpistole holte, rannten alle Jungs auf mich zu wie hungrige Wölfe und bettelten, dass sie die als erster haben wollten. Ich kam kaum dazu, zu erklären, was sie damit tun sollten. Und der große Kaaskop und ich hatten nicht gut abgesprochen, in welcher Reihenfolge die Kinder ihre Prüfung machen sollten. Ich dachte, einer nach dem anderen, aber ziemlich bald waren drei gleichzeitig am Slalomfahren, krabbeln und schießen. Puh! Ich hatte jedenfalls leider kaum Gelegenheit, ein paar schöne Fotos zu machen. Naja. Make memories, not pictures, heißt es ja…

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Beim Handschellenanlegen kam es natürlich auch zum Streit, wer denn jetzt der Dieb sein sollte, ob der sich absichtlich fangen lassen sollte oder nicht, wohin er flüchten durfte, wie fest man die Handschellen schließen sollte und ob der Gefangene danach zur Polizeiwache (=Mama) gebracht werden sollte. Ich hatte zwar vorher mindestens zweimal gesagt, dass der „Polizist“ den Gefangenen nach dem Festnehmen NICHT an den Handschellen irgendwo hin ziehen sollte, weil das weh tut, aber auf mich hört ja nie jemand.

Um die kleinen Wilden etwas zu beruhigen, verordneten wir danach Geschenke auspacken und Torte. Der kleine Kaaskop freute sich über Puzzel, Malbuch, Transformerdingsbums von VTech, einen Lego Creator Rennwagen und Polizeizeugs aus dem Billigladen und dann lotsten wir die Jungs zum Tisch, wo die Torte stand. Aber. FAST KEINER HAT DAVON GEGESSEN!! Alle wollten ein Stück von dem Polizeiauto oder nur Fondant, einer hat zumindest noch ein paar Bissen von dem Biscuit gegessen, aber die Sahne mit den frischen Heidelbeeren (Wunschfüllung des kleinen Kaaskop) haben sie fast all verschmäht. Ich dachte, alle Kinder mögen Torte mit Sahne, aber nein. Das Fondant, ja, aber Heidelbeeren mochten sie nicht, die Schicht Erdbeermarmelade unter der Sahne auch nicht… Nur der kleine Kaaskop hat sein Stück aufgegessen. Und der Junge, der angeblich keine Torte mag und an seinem eigenen Geburtstag lieber ein Stück Honigkuchen wollte.

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Nach dem Torte-nicht-essen spielten die Jungs ein wenig und dann ging es noch ab auf den Spielplatz, wo ich die meiste Zeit als Anschubser bei der Seilbahn stand und der Rest der Truppe es sich auf der großen Netzschaukel gemütlich machte. Als wir wieder zurück kamen, hatte der große Kaaskop schon den Bingotisch vorbereitet und gab es etwas zu trinken.

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Polizeibingo mit Smarties

Dummerweise hatte ich nur einen Preis besorgt (einen Viererpack PawPatrol-Gelstifte), aber drei von den sechs Jungs hatten gleichzeitig eine Karte voll und die anderen drei hatten auch das gleiche Bild als letztes. Dabei hatte ich doch so drauf geachtet, die Bilder gut zu verteilen. Hm. jedenfalls kriegten die drie Hauptgewinner jeweils einen Stift und die anderen drei bekamen eine der überschüssigen Polizeitröten.

Danach durften die Jungs die Fußspuren raten und ihren Daumenabdruck auf ihren Polizeiausweis drücken und dann bekamen sie von mir ihr „Diplom“, den ausgefüllten Ausweis, eine Polizeimarke und eine Polizeibrosche. Die Bastelvorlagen für die Polizeikappe steckte ich in die Mitgebseltüten, denn zum Basteln hatten wir keine Zeit mehr. Pünktlich um 17 Uhr wurden die Gäste abgeholt, phew.

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Inhalt der Mitgebseltüte (Die Mickey’s sind aus Schokolade und der Frosch ist ein Radiergummi.)

Das Fazit

Ich hörte von mehreren Eltern, dass ihr Kind die Feier toll fand, und der beste Freund des kleinen Kaaskop trug seine Polizeibrosche sogar mehrmals zur Schule. Der kleine Kaaskop war happy mit seiner Polizeiparty und ich war auch recht zufrieden. War schließlich unser erstes Mal. Aber die Motivtorte gibt es nächstes Jahr nur auf der Große-Leute-Feier! Für die Kinder gibt’s dann Cupcakes oder Blechkuchen oder so. Und den Ablauf der Aktivitäten müssen der große Kaaskop und ich auch besser vorher absprechen. Ansonsten sollte man sich nicht so verrückt machen, einfach auf sich zukommen lassen, und wenn die Kinder einfach nur schön miteinander spielen, streicht man einfach halt ein paar der vorbereiteten Programmpunkte. Wir wollten eigentlich auch noch koekhappen mit Handschellen um machen, aber dazu sind wir gar nicht gekommen. So what.

Wie handhabt ihr das mit den Kindergeburtstagen? Einfach spielen lassen, Themaparty veranstalten, auswärts feiern oder gar jemanden engagieren, der euch die Arbeit abnimmt?

PS. Falls ihr noch Ideen sucht für einen Kindergeburtstag mit dem Thema Polizei, vielleicht hilft euch ja meine Pinterest-Pinnwand weiter.

Wenn ich twittern würde (12)

…würde ich noch mehr Zeit mit meinem Smartphone verbringen, als ich es dank Facebook, Whatsapp und Instagram eh schon tue. Nicht gut! Und so gerne ich die Familien-Tweets der Woche anderer Blogger oder Websites lese, ich lasse es beim Lesen, auch wenn es mir schwerfällt.

Aber WENN ich einen Twitter-Account hätte, hätte es in den letzten Wochen vielleicht diese Tweets von mir gegeben:

  • Aus der Reihe „Probleme, mit denen man sich als Importkaaskop rumschlagen muss“: Wie erklär ich dem Vierjährigen denn jetzt, dass es laut TV und Lehrerin noch 3 Tage sind bis Weihnachten, laut Adventskalender und Mama aber nur noch 2?!
  • Die Weihnachtsmannaufklärung kann man ja getrost der Oma überlassen. Einfach vergessen, sie anzuweisen, dass sie die Geschenke nicht im offenen Stoffbeutel sondern im Koffer mitbringen soll et voilà!
  • Der Mann flüstert dem Kind zu: „Guten Affentitt‘.“ Das Kind freut sich, etwas Unanständiges gelernt zu haben und ruft über den Tisch: „Guten Affenappetit!“ Phew.
  • Der Vierjährige mag sein Weihnachtshemd mit Krawatte so gerne, dass er es zwei Tage hintereinander anzieht. Dass ich das noch erleben darf!
  • Dieser Moment der Erleichterung, wenn man von der stockfinsteren deutschen Autobahn nach Holland reinfährt und plötzlich wieder mehr sieht als nur die eigenen Scheinwerfer!
  • Ich so am Esstisch: „Meine Schwester war heute in Düsseldorf shoppen.“ Das Kind so: „Ich find Küsschen eklig!“ Hm. Aufkommende Mittelohrentzündung oder mein vererbtes Talent für Smalltalk?
  • Facebook schlägt mir die Seite „Irrenhaus 24“ vor. Und jetzt weiß ich nicht.
  • Du weißt, dass Schulferien sind, wenn du abends um acht im Dunkeln Händchen haltend auf das Ende deiner 12-Stundenschicht wartest.
  • Ich am Tag vor Silvester so zu Google: aloholfreie Cocktails?
  • Der Vierjährige ruft seiner Tante fröhlich zu: „Hallo Elefant!“ Wenn er so weitermacht, kommt uns bald niemand mehr freiwilllig besuchen.
  • Der Mann erklärt dem silvesterpartycrashenden Vierjährigen, dass er sich „low profile“ halten muss, wenn er nicht doch ins Bett geschickt werden will. Seine parenting skills sind einfach amazing.
  • Das Kind mag die Karamell-Meersalz-Schoki nicht. Schreib ich gleich mal auf den Einkaufszettel!
  • Die Nichte (8) ist zum Spielen und Übernachten da und fragt schon nach einer halben Stunde, ob der kleine Kaaskop auch einen Leise-Knopf hat. LOL
  • Tempolimit 50 auf der Autobahn wegen Glätte. Wir fahren 70 und werden links und rechts überholt. Welcome to Holland.
  • Im Auto. Kind: „Ich sehe was, was ihr nicht seht und das ist…kahl!“ – „Papas Kopf?“ – „Jaaa!“ Kein DNA-Test nötig.
  • Mein Sohn hat heute zum Einschlafen anstatt eines Kuscheltiers zwei Filzstifte mit ins Bett genommen. Und jetzt weiß ich nicht.
  • Zwei Minuten, nachdem der Mann fertig war mit Bodenwischen, krümelt das Kind trotz Warnung auf den Boden. Mann genervt: „Ich hab dir doch gerade gesagt, du sollst aufpassen und nicht krümeln!“ – Kind verteidigt sich: „Das war nicht oft genug! Du musst das hundertmal sagen!“ Wisstabescheid.

 

Was mich an Bucket Lists stört

Generell mag ich ja Listen. Einkaufslisten, To-do-Listen, Gästelisten, Wunschlisten, meinetwegen auch Listen mit guten Vorsätzen. Letztere scheinen allerdings etwas aus der Mode gekommen sein, weil man sich ja eh nicht dran hält. Kenn ich! Sehr beliebt sind hingegen seit einiger Zeit die Bucket Lists. Bucket Lists für den Sommer, Bucket Lists für die Weihnachtsferien, Bucket Lists fürs Neue Jahr…

Der Sinn der Bucket List

Eigentlich sollten da ja Dinge draufstehen, die man in seinem Leben unbedingt noch erreichen oder machen will, damit man mit einem zufriedenen Gefühl auf sein Leben zurückblicken kann, when you kick the bucket. Große Träume, kleine Wünsche, die einen schon lange begleiten und von denen man später nicht sagen müssen möchte: “ Ach, hätte ich das doch gemacht!“ So verstehe ich diese Liste jedenfalls.

Der Unsinn der Bucket List

Wie viele Wünsche, Ziele oder Träume auf so einer Liste stehen, mag ja jeder für sich entscheiden. Trotzdem finde ich Listen mit mehr als – sagen wir mal – 30 Dingen ziemlich unsinnig. Wenn einem so viele Dinge einfallen, die man unbedingt vor seinem Tod erreicht oder gemacht haben möchte, dann führt man doch zurzeit ein arg unerfülltes Leben, oder? Ich kann mir vorstellen, dass einem viele, viele Dinge einfallen, die man irgendwann mal machen möchte, aber ob jemand mit 72 Punkten auf seiner Bucket List es wirklich an seinem Lebensende bereut, wenn er nur 25 davon verwirklicht hat? Sind ihm wirklich alle diese Punkte richtig wichtig?

Dinge wie „immer frische Blumen auf dem Tisch“, „bei Harrods shoppen“, „einen Monat vegan leben“ oder Ähnliches sind zwar schöne Vorsätze, Wünsche oder Pläne, gehören aber meiner Meinung nach nicht auf eine Bucket List. Sind das wirklich Dinge, von denen man auf seinem Sterbebett denkt „Ach, hätte ich das doch gemacht!“? Ganz ehrlich?

Wenn es ernst wird mit der Bucket List

Meine beiden Omas  leben nicht mehr. Sie hatten keine Bucket List. Ich weiß aber, was sie kurz vor dem Tod bereut haben oder endlich doch noch gemacht haben. Oma R. hat bereut, dass sie nie in Schottland gewesen ist. Sie wollte dort immer Urlaub machen, aber es ist nie etwas daraus geworden und dann war sie zu alt und traute sich eine solche Reise nicht mehr zu. Oma I. hat sich in den letzten Wochen ihres Lebens mit ihrer Tochter (meiner Mutter) ausgesprochen. Die beiden hatten kein gutes Verhältnis zueinander, aber als meine Oma im Sterben lag, haben sie sich endlich versöhnen können. Ihren anderen großen Wunsch – Urgroßmutter werden – habe ich ihr zwei Wochen vor ihrem Tod zum Glück noch erfüllen können. Ich wünschte nur, sie hätte mehr davon gehabt, aber das lag nicht in meiner Macht…

Ob meine ehemalige Kommilitonin J. eine Bucket List hatte, weiß ich nicht. Ich war auf Facebook noch mit ihr befreundet, hatte aber nicht wirklich mehr Kontakt zu ihr. An ihrem Profilbild und den von ihr mit „gefällt mir“ markierten Beiträgen konnte ich aber sehen, dass sie (Brust)Krebs hatte. Sie war nicht sehr aktiv auf FB und als sie irgendwann Fotos von einer Reise nach New York mit ihren Freundinnen postete, dachte ich, es ginge ihr wieder besser. Bis ihre Kusine ein paar Wochen später die Todesanzeige auf J.s Facebook-Seite teilte…

Bitte, schreibt weiter eure Wunschlisten fürs Leben, eure To-so-Listen für den Sommer, eure Liste mit lang- oder kurzfristigen gutenVorsätzen. Ich lese solche Listen immer gerne. Aber nennt sie bitte nicht Bucket List, wenn ihr auch Dinge draufschreibt, die – Hand aufs Herz – am Ende eures Lebens wahrscheinlich doch nicht so wichtig gewesen sein werden.